Kein Automat in Leipzig

Die ermüdenden Tage auf der Buchmesse in Leipzig hindern uns derzeit daran, mehr für dieses Netz-Tagebuch zu schreiben...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Und es pas­siert rein gar nichts: Selbst der Anti­fa-Auto­mat war die­ses­mal defekt, es ver­irr­te sich kein Stö­rer und kein Kra­ke­ler zu unse­ren bei­den Prä­sen­ta­tio­nen am Don­ners­tag und Frei­tag. Und der Stand liegt so im Wind­schat­ten, daß es sich – soll­ten wir an die­ser Zutei­lung nichts ändern kön­nen – ein­fach nicht mehr lohnt, nach Leip­zig zu gehen.

Es ist ein Zustand der Nor­ma­li­tät erreicht, den wir uns nicht erkämp­fen muß­ten, son­dern der etwas mit einer intel­lek­tu­el­len Sack­gas­se zu tun hat. Links richt es stark nach Ver­we­sung. Mas­sen­auf­trieb am Eulen­spie­gel-Stand auf­grund von DDR-Nost­al­gie in Rein­kul­tur: Nackt in der DDR, Akt in der DDR. Mas­sen­auf­trieb an den Man­ga-Comic-Stän­den, viel unför­mi­ges nack­tes Fleisch in scheuß­li­chen Kos­tü­men, auch so kriegt man eine Mes­se-Hal­le voll. Und dann, beim Schie­ben durch die Gän­ge, des unbe­kann­ten Autors gan­zes Elend: Es sitzt ein Lyri­ker, es steht eine Essay­is­tin in einem klei­nen Stand, und bei­de lesen aus häß­lich gesetz­ten und bil­lig gedruck­ten Büchern Ver­se und Gedan­ken gegen die per se völ­lig igno­ran­te Mas­se Mensch. Stra­ßen-Strich für Autoren.

Baal Mül­ler und Felix Men­zel haben ihre just erschie­ne­nen Kapla­ken-Bänd­chen vor­ge­stellt, alles war ganz brav, ganz ruhig, es gab so ein Inter-esse im Wort­sinn: ein Dazwi­schen-Sein, man kriegt das Mikro­phon gereicht von einem Fil­me­ma­cher­aus Neu­see­land und reicht es wei­ter an eine Dia­be­ti­ke­rin, die einen Rat­ge­ber ver­faßt hat.

Es ist so still. Noch zwei Tage. Nächs­tens mehr.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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