Felix Menzel: Medienrituale

13menzeleinband.inddDie 5. Staffel der Kaplaken-Reihe von Edition Antaios ist zur Leipziger Buchmesse ausgeliefert worden. Neben einem Bändchen von Baal Müller über den Vorsprung der Besiegten und einem von Karlheinz Weißmann über Post-Demokratie sind Felix Menzels bebilderte Überlegungen zu Medienritualen und politischen Ikonen erschienen.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Men­zels Band über Ver­fah­ren der moder­nen Iko­no­gra­phie und Iko­no­lo­gie ist hoch­kom­pri­miert. Man könn­te, ja, man müß­te ihn zu einem Wäl­zer erwei­tern, um das Gebiet in all sei­nen Facet­ten abzu­schrei­ten. Das gin­ge leicht, ohne den Inhalt zu über­deh­nen oder je zu lang­wei­len. Fra­gen zu einer „neu­rech­ten” cor­po­ra­te iden­ti­ty konn­ten von Men­zel nur ange­ris­sen wer­den – es gäbe dazu noch eine Men­ge zu sagen.

Men­zel schließt gera­de ein Stu­di­um der Medi­en­wis­sen­schaft­ler. Die Grund­la­gen die­ses jun­gen Aus­bil­dungs­gan­ges hat Her­bert Mar­shall McLu­han gelie­fert, auf den sich Men­zel ver­schie­dent­lich bezieht. McLu­han, Ame­ri­ka­ner des Jahr­gangs 1911, jung zum Katho­li­zis­mus kon­ver­tiert und 1980 ver­stor­ben, reiht sich ein in die Autoren, denen wir heu­te rück­bli­ckend pro­phe­ti­sche Kraft dia­gnos­ti­zie­ren. Mit sei­nen Büchern zum Ende der Guten­berg Gala­xy und zu den Bedin­gun­gen des Glo­ba­le Vil­la­ge, sei­nen Pro­gno­sen zu zukünf­ti­gen Krie­gen als „Infor­ma­ti­ons­krie­gen” darf er als Vor­den­ker unse­res Zeit­al­ters gelten.

Das bei you­tube ein­ge­stell­te Video einer TV-Dis­kus­si­on zwi­schen McLu­han und dem Schrift­stel­ler Nor­man Mai­ler ist aus viel­fäl­ti­gen Grün­den – inhalt­lich, aber auch auf­grund einer mitt­ler­wei­le über­kom­me­nen Gesprächs­kul­tur – drin­gend sehenswert.

Men­zel nun beschreibt anhand McLu­hans Theo­rien, wie Emo­tio­na­li­tät und Irra­tio­na­li­tät im Netz-Zeit­al­ter Ober­hand gewin­nen vor dem Durch­dach­ten und Ver­nünf­ti­gen. Und: Wie kommt es, daß in unse­rer säku­la­ri­sier­ten Zeit Iko­nen (man den­ke nur an die Pop-Iko­ne Che Gue­va­ra), ein aus der sakra­len Welt ent­lehn­ter Begriff,  wirk­sam werden?

Um 19.30 Uhr sen­det heu­te Deutsch­land­ra­dio Kul­tur einen halb­stün­di­gen Bei­trag über Mar­shall McLu­han und sei­ne Visi­on des Glo­bal Village.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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