Sezession
3. Mai 2011

Fälle verschweigen, Fälle beschönigen – „Spiegel“-Analyse (Teil 2)

Felix Menzel / 16 Kommentare

Apokalyptisch bezeichnet Der Spiegel die jungen Täter, über die er berichtet, als „Kinder der Finsternis“, wohl in Anspielung darauf, daß man nicht genau wissen könne, woher sie kommen, und daß sie Finsteres im Sinn haben. Das Nachrichtenmagazin selbst sorgt auch nur für wenig Erhellung. Das liegt daran, daß besonders brisante Fälle verschwiegen oder die Hintergründe unkenntlich gemacht werden. Um diese Fälle geht es im folgenden:

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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Am 10. April 2011 überfällt in Berlin ein 20-jähriger Südländer eine 49-jährige Frau. Er sticht viermal zu, weil die Frau sich weigert, ihr Geld herauszugeben. Die Frau wehrt sich auch nach den Stichen und Schlägen mit Hilferufen, und so  flüchtet der Täter und bleibt unerkannt. Die Frau muß im Krankenhaus operiert werden. Der Spiegel unterschlägt diesen Fall in seiner Chronik über jugendliche Gewalttaten in Berlin im April 2011.

Mit der engen Begrenzung seiner Chronik hat Der Spiegel ohnehin dafür gesorgt, daß der Leser nicht auf brisante Hintergründe der einzelnen Taten stoßen kann, denn im  bundesweiten Vergleich vertuscht die Berliner Polizei die Nationalität und des Alters der Angreifer am besten. Während etwa die Kölner Polizei bei diesem Raub am gestrigen Tag die Nationalität und das Alter der Täter beschreiben läßt (Südländer, 24 bis 30 Jahre), gibt die Berliner Polizei in ihren öffentlichen Meldungen keine Angaben zum Aussehen und Alter des Täters heraus. Das trifft etwa auf diesen Raubüberfall von vorgestern zu. Die im Spiegel aufgelisteten und von der Berliner Polizei benannten Fälle erschweren damit die Fahndung, da nicht klar wird, wer als Täter in Frage kommt. Einzig der Tathergang läßt vielfach vermuten, wie alt und welcher Herkunft der Täter ist. Im Fall von vorgestern wurde das Opfer mit Messerstichen in den Rücken angegriffen. Diese Messerstechereien sind ebenso typisch für junge „Südländer“ wie der Raub von Handys (mehrere der Spiegel-Fälle sind als solche ausgewiesen).

Würde die Berliner Polizei allein etwas genauer auf das Alter der Täter achten, wäre Der Spiegel bei Einhaltung seiner journalistischen Sorgfaltspflichten um folgenden Fall nicht herumgekommen: Um vermutlich einer Verwandten zu helfen, behindern am 27. April rund 20 Ausländer in Berlin-Kreuzberg den Rettungseinsatz der Feuerwehr nach einem Verkehrsunfall. „Es waren rund 20 gewaltbereite Mitbürger mit Migrationshintergrund, die äußerst aggressiv auftraten“, sagt ein Feuerwehrmann dem Tagesspiegel. Die Polizei setzt daraufhin etwa 20 Beamte zur Schlichtung ein und wird selbst angegriffen. Die Ausländer sind wütend auf die Feuerwehr, weil diese das Auto ihrer Verwandten aufschneiden will, um sie zu bergen. „Für die aufgebrachten Leute war ganz offensichtlich die verletzte Frau nicht das Wichtigste, sondern es ging ihnen um das Fahrzeug“, so ein Ermittler. Ein weiterer Feuerwehrsprecher ergänzt, solche Fälle gebe es häufig, da Menschen aus anderen Kulturkreisen abweichende Vorstellungen von der Arbeit der Rettungskräfte hätten.

Die Vertuschung fremder Täter geht beim Spiegel sogar so weit, daß auch ein totes ausländisches Opfer nicht hilft, um eine Nennung des Falls zu rechtfertigen. Am 18. April trifft die französische Künstlerin Pilar Valadie (27) auf einen 29-jährigen Senegalesen, der sie ausraubt und ihr danach die Kehle durchschneidet. Der Täter entsorgt die junge Frau schließlich in einer Plastiktüte im Landwehrkanal, wo sie einen Tag später gefunden wird.

Ebenso findet der Fall des Berliner Rappers Mamadou C. alias „Deso Dogg“ keine Aufnahme in die Chronik, obwohl der 35-Jährige in seinen gewaltverherrlichenden Liedtexten durchblicken läßt, wie gefährlich und wohl auch anstachelnd er ist. Am 17. April findet die Polizei in seiner Wohnung Munition und eine Waffe, für die er keine Genehmigung besitzt. Der Rapper gehört der islamistischen Szene an und ist wegen Gewaltdelikten mehrfach vorbestraft. Im Internet verfaßte er gewaltankündigende Texte: „Ihr wisst ganz genau, dass ich hier alles in Schutt und Asche legen kann, ob ich im Gefängnis bin oder draußen.“

Der Spiegel hätte an diesem prominenten Beispiel zeigen können, wie negative Vorbilder junge Glaubensbrüder in Deutschland zu Gewalt und vielleicht sogar Terror anstacheln. Statt dessen arbeitet sich das Magazin an Fällen ab, die es nicht vernünftig analysieren kann, weil es die Hintergründe verschweigt. Symptomatisch dafür ist dieser Fall. Im Spiegel heißt es:

In Berlin überfielen im Februar vier Jugendliche, 14 und 17 Jahre alt, am U-Bahnhof Lichtenberg einen 30-jährigen Maler. Sie prügelten ihn die Treppe hinunter, traten ihn ins Koma. Bis heute muss das Opfer behandelt werden. Die Täter kannten ihr Opfer nicht – sie hatten es wohl nur auf sein Handy abgesehen.

Mehr erfährt man über diesen Fall in der gesamten Titelgeschichte nicht. Was wurde verschwiegen? Die Täter stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, dem Irak und Kenia. Bei der Polizei geben sie als Schutzbehauptung an, die Maler hätten sie mit „Sieg Heil“-Rufen provoziert. Man glaubt ihnen diese Version nicht. Die Jugendlichen sitzen deshalb seither in U-Haft. Ein weiteres Detail dieses Falles ist aufschlußreich und beweist, daß die heute gängigen Gewaltpräventionsmaßnahmen zumeist ihr Ziel verfehlen, denn einer der Komaschläger, ein 17-jähriger Kenianer, hatte kurz vor der Tat ein Anti-Gewalt-Projekt absolviert, das ihn von einer Fortsetzung seiner kriminellen Karriere jedoch nicht abhielt. Mehr über diesen Fall verraten die FAZ und sogar die ZEIT.

Ebenso ungenau beleuchtet Der Spiegel den Totschlag an einem 19-Jährigen in Hamburg am S-Bahnhof Jungfernstieg. Am 14. Mai 2010 sticht dort ein afghanischer Intensivtäter (16) mehrfach auf den jungen Mann ein, der noch am Bahnhof stirbt. Das spätere Urteil: sechs Jahre Jugendstrafe.

Das Verschweigen der Herkunft und wichtiger Details der Kriminalitätskarriere der Täter zieht sich wie ein roter Faden auch durch die restlichen Fälle. Hauptsächlich geht es um die recht deutsch klingenden Intensivtäter Simon G. und David L., die 2008 mehrfach zuschlugen und die ihre Verachtung für das „beschissene Deutschland“ mit seinen geringen Bewährungsstrafen für Gewalttäter mehrfach zum Ausdruck brachten. Am 6. Januar 2008 prügeln sie in Frankfurt/Main gemeinsam mit fünf ausländischen Jugendlichen  einen U-Bahn-Fahrer ins Krankenhaus. Zuvor hatten die polizeibekannten Täter dort randaliert.

Die Intensivtäter Simon G. und David L., beide 18 Jahre alt, der eine Eriträer, der andere aus Polen, schlagen jedoch noch vor Haftantritt für diese Tat ein weiteres Mal zu. Am 26. Juli 2008 stechen sie auf den 23-jährigen Abdelhafid E. H. ein, der dabei fast stirbt. Sie hatten zunächst einen anderen Mann verprügelt, bei dem sie vermuteten, er sei ein Polizeispitzel. Abdelhafid E. H. wollte diesem Opfer helfen. Simon G. erhält für diese Tat fünf Jahre Jugendhaft, David L. bekommt drei Jahre.

Lesen Sie auch Teil 1 der Spiegel-Analyse.Im 3. Teil der Analyse folgt eine Interpretation der geschilderten Lage.

Insgesamt ist diese 3-teilige Analyse ein Auszug aus dem Buch Deutsche Opfer, fremde Täter, das endlich im Druck ist. Es kann über amazon.de oder direkt im Verlag Edition Antaios bestellt werden.

Test


Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

  • Sezession

Kommentare (16)

Seelenherbst
3. Mai 2011 16:07

Möge dieses Buch die notwendige Faust im verklärten Gesicht des linksgrünen, verkommenen, dekadenten und hypertoleranten Zeitgeist sein ! Es bedarf einiger Wucht und es wäre sehr zu wünschen, dass dies ein Verstärker sein wird ! Freue mich schon auf ein Exemplar, wobei dies im Grunde schändlich ist, zumal der Anlass, wieso es existiert, besser nicht bestehen sollte. Aber so ist das nun einmal..... heute in Deutschland.
Wahrheit wagen !

PB
3. Mai 2011 18:12

Und der SPIEGEL lügt schon wieder.

"Die Täter entkamen unerkannt." schreibt SPON und zeigt zugleich ein Video:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,760428,00.html

Also kann man sie doch erkennen. Und beschreiben. Wenn man nur wollte.

Ehrlicher sind da immer noch die Original-Polizeiberichte. Immer wieder aufschlussreich: man tippt bei Google-news ein: "POL" und "südländer", sortiert die Trefferliste nach "Datum" und bekommt eine repräsentative Stichprobe zahlloser Überfälle, in der Regel mehrere pro Tag. "Stichprobe" ist dabei vielfach wörtlich zu nehmen.

Es funktioniert ebenso mit "POL" und "deutsch". Dann kommen alle Sprech-Varianten von "gebrochen deutsch", "deutsch mit Akzent" oder auch: "Südländer, sprach akzentfreies Deutsch". Immerhin.

Toni Roidl
4. Mai 2011 11:07

Es ist wie in der DDR: Der medienerfahrene Bürger liest die Wahrheit zwischen den Zeilen. Der Zeitungsleser weiß genau, was tatsächlich los war, wenn er vom »Streit zwischen Jugendlichen« liest oder von Messerstichen »nach einem kurzen Streit«. Öffentliche und veröffentlichte Meinung klaffen weit auseinander, das sieht man daran, dass kritische Leserkommentare stets gelöscht werden oder bei entsprechenden Meldungen die Kommentarfunktion gleich deaktiviert wird. Die Formel vom »Einzelfall« ist doch längst ein Witz. Auf der Straße wissen die Leute genau was los ist - soll die linksversiffte Presse doch lügen. Es glaubt eh niemand mehr.

martin harrell
4. Mai 2011 11:14

Ich kann überhaupt nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich für mein Land und seine Politiker schaeme - aber auch für mein Volk, das offenbar jeden Sinn für Ehre verloren hat.

RoiDanton
4. Mai 2011 15:50

Und weiter geht's:

https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,760629,00.html

Unsere Großstädte sind mittlerweile in allen Teilen des Landes zu rechtsfreien Räumen verkommen. Masseneinwanderung, pathologischer Selbsthaß, Umerziehung und Konsumismus haben ihre Spuren mehr als sichtbar hinterlassen.

Thorsten Tragelehn
4. Mai 2011 16:25

Vielfalt statt Einfalt! Deutschland ist bunt, und nicht braun!

Wenn es um die negativen Seiten (gibt es auch positive?) unserer "bunten" Gesellschaft geht, verzichtet man auf die Kenntlichmachung derselbigen. Da wird dann im Polizeibericht und in den Kriminalitätsstatistiken alles getan, um die "Buntheit" zu verwischen.

Für eine weltoffene, vielfältige und bunte Kriminalitätsstatistik! Benennt die Täter nach Ihrer Volkszugehörigkeit!

Bert
4. Mai 2011 16:48

Der "Spiegel" ist und bleibt die Zeitschrift für das gehobene Unbehagen! Verdrehen durch Verschweigen ist für dieses "Bild für Pseudointellektuelle" das tägliche Brot wie auch das Ausschmücken mit nicht nachprüfbaren "Details", was eine besondere Nähe des Schreiberlings zum Objekt der Berichterstattung vorgaukeln soll. Wohl nirgends im deutschen Blätterwald wird derart versiert und subtil verdreht wie in diesem Blatt. Über saubere Recherche wollen wir hier gar nicht reden - man muss sich nur das Geschreibsel über Japan in der jüngsten Vergangenheit vor Augen führen. Erbärmlich!

PB
4. Mai 2011 16:56

Und auch zu diesem neuesten Fall (siehe RoiDanton) muss man sich zunächst durch einen ganzen Stapel nichtssagender Meldungen der gleichgeschalteten "Qualitätspresse" (BILD, Welt, SZ, FOCUS u.s.w.) googeln, um erst in einem lokalen Krawallblatt die Bestätigung dessen zu finden, was man bereits beim Lesen einer solchen Überschrift wieder vermuten konnte:

https://www.tz-online.de/nachrichten/muenchen/u-bahn-schlaegerpruegeln-studentenein-1229492.html

Johannes
5. Mai 2011 01:14

"Wo denn die Züge nach Frankfurt abfahren?, rufen der 21-jährige Portugiese und der 18-jährige Kongolese dem Studenten über die Gleise hinweg zu. Da seien sie falsch, antwortet er, sie müssten wieder nach oben zu den Fernzügen. Ruhig und bereitwillig habe er geantwortet, werden Zeugen später sagen. (...) Die Polizei nimmt die beiden Schläger fest. Weil aber beide einen festen Wohnsitz in Frankfurt haben, werden sie bereits wieder entlassen."

Was soll man dazu noch sagen?

Aufderhaydn
5. Mai 2011 12:21

Lese schon lange nicht mehr den Spiegel. Habe auf so ein Werk lange gewartet.

Aufderhaydn
5. Mai 2011 12:51

In meiner letzten Phase des Noch-immer-Spiegel-lesens unterschied ich noch zwischen Focus (Mickymausblatt fuer Moechtegernintellektuelle) und Spiegel (wenigstens gute Recherche...), heute weiss ich: es ist beides der gleiche Dreck!

Petrus Urinus Minor
5. Mai 2011 14:15

Betreffend der Medien noch eine ganz konkrete Anregung:

Mit ohnmächtiger Wut habe ich immer wieder die Zensur in Kommentarbereichen sämtlicher Medien unser Bibabundesrepublik festgestellt. Besonders widerlich tut sich hier ausgerechnet der online-Bereich der “Welt” hervor. Die Blidheit oder (aut) Resignation unserer Mitbürger ist zu einem großen Teil auf diese Tatsachen zurückzuführen.

Also geben wir den Zensoren was zu tun.

In sämtlichen Kommentarbereichen gibt es eine “Kommentar melden” – Funktion.
Man kann in kürzester Zeit ! wahllos ! Kommentare melden. Bei den neuesten Artikeln muss man noch nicht mal ein captcha (spamabfrage) eingeben.
Zur Begründung der Meldung kann man sinnlose Buchstabenfolgen, selbstgeschriebene Gedichte oder aufrichtige Empörung über diese schlimmen nazigedankenverbrechen angeben… Völlig egal.

Das Schöne daran ist, daß die Zensoren jede Meldung einzeln prüfen müssen. Es kostet uns verdammt wenig Zeit. Es kostet ihre Arbeitszeit. Es wird sie ärgern. Es ist, auf eine äußerst gehässige Weise, nicht schlecht für den eigenen Seelenhaushalt.

So fängt der Tag ganz anders an. – Jeden Tag eine böse Tat !

Krebstakis
5. Mai 2011 14:24

Es wird sich solange nichts ändern,bie endlich einmal bei Wahlen das Kreuz von der großen Mehrheit nicht mehr bei den vom" Mehltau"der Selbstzerfleischung überwucherten Bundestagsparteien gemacht wird.Das Volk muß auf die Strasse,aber wie dieses Alt-Bundesrepublikanische fettgefressene Monster dazu zu bewegen.

Alexander
5. Mai 2011 15:36

@Petrus Urinus Minor:

Nur endet das dann möglicherweise auch in einer kompletten Abschaltung der Kommentarfunktion.

Petrus Urinus Minor
5. Mai 2011 16:58

@Alexander

Dann tritt das Regime wenigstens offen zutage.

Außerdem: Was für eine große Tat! Wenige entschlossene Trolle können Ihrer Meinung nach sämtliche Foren und Kommentarfuktionen der Massenmedien zerlegen ;-)

Ernsthaft: Bei heiklen Themen ist dies z.b. bei der Welt eh der Fall...

Alexander
6. Mai 2011 00:29

@Petrus Urinus Minor:

Der Gedanke kam mir nach Abschicken meiner Nachricht auch.
Allerdings ist fraglich inwiefern dieses Abschalten einen Aha-Effekt in weiteren Kreisen als dem ohnehin vorhandenen hervorrufen wird.

So bleibt wenigstens ein kleiner Freiraum für kritische Stimmen, die auch von anderen wahrgenommen werden.

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