Spengler – Zu seinem 75. Todestag

von Karlheinz Weißmann

Gestern fand am Grab Oswald Spenglers auf dem Münchener Nordfriedhof ein Gedenken zu dessen 75. Todestag statt.

 Gastbeitrag

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Die Ein­la­dung war durch das Insti­tut für Staats­po­li­tik (IfS) ergan­gen, das auch einen Kranz nie­der­le­gen ließ.

In der Anspra­che am Grab hieß es:

Wir geden­ken heu­te eines Man­nes, den man noch in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit selbst­ver­ständ­lich zu den gro­ßen Deut­schen rech­ne­te. Damit ist es heu­te vor­bei. Der Name Speng­lers sagt nur noch weni­gen etwas. Zu denen rech­nen wir uns, die wir heu­te hier zusam­men gekom­men sind.

Der 75. Todes­tag Oswald Speng­lers ist für uns Anlaß, an einen Mann zu erin­nern, der zu den bedeu­ten­den Geschichts­den­kern des 20. Jahr­hun­derts gehört. Dabei ist die Rede vom ‘Pro­phe­ten des Unter­gangs´ eine unzu­läs­si­ge Ver­kür­zung, vor­schnel­le Ablei­tung aus dem Titel sei­nes Haupt­werks Der Unter­gang des Abend­lan­des. Es wäre aber ein Irr­tum, in Speng­ler den Ver­kün­der der Schick­sals­er­ge­ben­heit zu sehen. Er for­der­te das amor fati, die Lie­be zum Schick­sal. Vor allem aber und zuerst war er ein unbe­stech­li­cher Beob­ach­ter und Ana­ly­ti­ker, der weder vor dem gro­ßen Ent­wurf und der Gesamt­schau, noch vor den not­wen­di­gen Schluß­fol­ge­run­gen zurück­scheu­te, – auch wenn die das Ende der eige­nen, der abend­län­di­schen Kul­tur bedeuteten.

Speng­ler hat zu sehen gelehrt, daß auch die Kul­tur, wie jedes Lebe­we­sen, den Geset­zen von Wer­den und Ver­ge­hen, Geburt, Wachs­tum und Tod unter­liegt. Er war dar­in nicht der ers­te. Aber kein ande­rer hat wie er, trotz der bit­te­ren Ein­sicht, gefor­dert, die Resi­gna­ti­on zu mei­den, tap­fer aus­zu­har­ren und den Pos­ten nicht zu räumen.

Der Name Speng­lers steht für Wirk­lich­keits­sinn. Das allein könn­te schon genü­gen. Wir geden­ken sei­ner als eines Gro­ßen unse­res Volkes.

Im Anschluß an das Geden­ken fand noch eine Zusam­men­kunft statt, in deren Rah­men meh­re­re kur­ze Vor­trä­ge zu Leben, Werk und Bedeu­tung Speng­lers gehal­ten wurden.

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