Islam und Christentum

pdf der Druckfassung aus Sezession 40 / Februar 2011

von Karl-Heinz Kuhlmann

Die Ausgangslage ist mit einem Satz beschrieben: Für Kirche und Christenheit ist der Islam historisch wie sachlich eine religiös-politische Fremdgestalt.

 Gastbeitrag

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Er wird als das welt­kir­chen­ge­schicht­li­che Rät­sel zu gel­ten haben, das sich einer eigent­lich theo­lo­gi­schen Beur­tei­lung noch immer ent­zieht. Die bis­her ent­wi­ckel­ten Ein­ord­nungs­kri­te­ri­en – der Islam sei eine christ­li­che Hete­ro­do­xie, Paga­nis­mus oder eine auto­no­me Welt­re­li­gi­on – sind theo­lo­gisch nicht ohne wei­te­res inein­an­der zu ver­mit­teln. Dem Wunsch­bil­de welt­wei­ter Reli­gi­ons- und Men­schen­rechts­kom­pa­ti­bi­li­tät ent­spricht es frei­lich, die theo­lo­gi­schen Fra­gen ganz fal­len zu las­sen und den Islam ein­fach als die »ande­re« Reli­gi­on Euro­pas hinzunehmen.

So wird der Islam mehr oder weni­ger auto­chtho­ni­siert, als sei er da, wo er heu­te steht, schon immer gewe­sen; er wird zugleich tem­po­ra­li­siert, in sei­ner Exis­tenz von den Kreuz­zü­gen und der spa­ni­schen Recon­quis­ta her begrif­fen und damit über­wie­gend als Opfer hin­ge­stellt. Es kommt aber dar­auf an, den Islam aus sei­nem ursprüng­li­chen Expan­si­ons­wil­len zu begrei­fen und sei­nen Anspruch, Voll­endung des Got­tes­glau­bens zu sein, theo­lo­gisch ernst­zu­neh­men. Die bei­spiel­lo­sen Erobe­run­gen gera­de des frü­hen Islam gel­ten ihm selbst ja als der gro­ße Gcschichts­be­weis für sei­ne Über­le­gen­heit; sie und der Koran bil­den das gött­li­che Dop­pel­wun­der, mit dem die isla­mi­sche Welt­zeit ange­bro­chen und zugleich durch eine neue Zeit­rech­nung doku­men­tiert sei.

Damit tritt der Islam dem Chris­ten­tum in aus­drück­li­cher Riva­li­tät gegen­über; er bean­sprucht, mit dem Christ­li­chen auch Jesus Chris­tus selbst über­bo­ten zu haben. Hier zum »Dia­log« auf­zu­ru­fen bleibt schwie­rig. Es dürf­te sinn­vol­ler sein, statt eine dia­lo­gi­sche Situa­ti­on zu unter­stel­len, von Begeg­nung und Kon­fron­ta­ti­on zu spre­chen und auch deren Schei­tern ein­zu­rech­nen: Es gibt kei­ne christ­li­che Begeg­nung mit dem Islam, geschwei­ge einen Dia­log, ohne daß die Not­wen­dig­keit christ­li­cher Selbst­er­hal­tung klar­ge­stellt und der abso­lu­te Gel­tungs­an­spruch des Chris­ten­tums deut­lich gemacht würde.

Die all­ge­mei­ne geis­ti­ge Lee­re bezüg­lich des reli­giö­sen Wis­sens in der heu­ti­gen Genera­ti­on Deutsch­lands ist in der Geschich­te ohne Bei­spiel. So sind die bei­den letz­ten Genera­tio­nen in Deutsch­land, beson­ders in der DDR, prak­tisch als reli­giö­se Analpha­be­ten auf­ge­wach­sen. Indem die Reli­gi­on erfolg­reich aus dem öffent­li­chen Bereich ver­bannt wur­de, sind die meis­ten Deut­schen in Sachen Reli­gi­on ent­we­der irri­tiert oder sie wei­chen jeder Dis­kus­si­on dar­über aus. Die Teil­nah­me von »hoch­ran­gi­gen« christ­li­chen Poli­ti­kern und Kir­chen­leu­ten bei der Ein­wei­hung der größ­ten Moschee Deutsch­lands in Duis­burg, deren Bau außer­dem noch von 3 Mil­lio­nen Euro öffent­li­cher Mit­tel geför­dert wur­de, belegt das nachdrücklich.

Und so ste­hen wir am theo­lo­gi­schen Schei­de­weg. Wol­len wir den Weg des tra­di­tio­nel­len Chris­ten­tums gehen, das den Islam als eine fal­sche Reli­gi­on abge­lehnt hat (sie­he die Regens­bur­ger Rede Papst Bene­dikts XVI., der spä­ter lei­der wie­der »zurück­ru­der­te«) Wol­len wir die Ver­tei­di­gung unse­res Glau­bens beto­nen? Oder sol­len wir die Rol­le des soge­nann­ten »fort­schritt­li­chen « oder libe­ra­len Chris­ten­tums über­neh­men, das bestimm­te Wahr­hei­ten und Gemein­sam­kei­ten im Islam erken­nen will und damit nur noch zu einer »sanf­ten« Ver­tei­di­gung bereit ist?

Es gibt kein authen­ti­sches christ­li­ches Zeug­nis, das sich nur auf indi­vi­du­el­le Glau­bens­si­cher­heit beruft. Immer muß es sich auf die Kir­che bezie­hen, die wie­der­um in der Lage sein muß, ihre Exis­tenz zu begrün­den. Von daher kann eine ein­leuch­ten­de Begrün­dung des christ­li­chen Glau­bens nicht auf dem Altar der »poli­ti­schen Kor­rekt­heit« oder der »kul­tu­rel­len Gleich-Gül­tig­keit« geop­fert wer­den. Was also ist zu tun? Ich möch­te im fol­gen­den zwei Schrit­te vor­schla­gen, die wir gegen­über dem Islam zur Kennt­nis neh­men und gehen müs­sen. Das sind die Leh­re von Gott und die Leh­re von Christus.

Um es klar zu sagen: Der Gott Moham­meds ist nicht der Vater Jesu Chris­ti. Dabei geht es hier nicht um Wort­klau­be­rei, son­dern um eine theo­lo­gi­sche Ange­le­gen­heit mit vie­len Ver­ästel­lun­gen. Zu sagen, weil Allah ein ara­bi­sches Wort für Gott sei und YHWH ein hebräi­sches für Gott, dar­um ver­eh­ren Chris­ten, Juden und Mus­li­me den­sel­ben Gott, ist mehr als naiv; ja, ist gera­de­zu got­tes­läs­ter­lich. Die isla­mi­sche Theo­lo­gie ver­wirft die Gött­lich­keit Chris­ti und das Per­son­sein des Hei­li­gen Geis­tes, – bei­des wesent­li­che Tei­le des christ­li­chen Got­tes­ver­ständ­nis­ses. Kein from­mer Mus­lim kann den Gott Moham­meds – Allah – »Vater« nen­nen, denn das wür­de für ihn die gött­li­che Tran­szen­denz aufs Spiel set­zen. Aber kein gläu­bi­ger Christ wird sich wei­gern, mit Ver­trau­en zu beken­nen: »Ich glau­be an Gott, den Vater … den All­mäch­ti­gen!« Abge­se­hen von der Mensch­wer­dung und der Drei­ei­nig­keit ist es natür­lich mög­lich zu wis­sen, daß Gott ist, aber eben nicht, wer er ist, da nach christ­li­cher Auf­fas­sung Gott sich in Chris­tus auf ein­ma­li­ge Wei­se offen­bart und fest­ge­legt hat.

So wie der tra­di­tio­nel­le Christ die Leh­re von Chris­ti Gott­heit als unauf­gebbar aner­kennt, so beharrt der tra­di­tio­nel­le Mus­lim dar­auf, daß es nie­man­dem erlaubt ist, irgend­je­man­den oder irgend­et­was Gott zuzu­ge­sel­len und den­noch als einer dazu­ste­hen, der den Gott des Islam ver­ehrt. Dar­über hin­aus lehrt die revi­sio­nis­ti­sche Geschich­te des Koran, daß Jesus, Noah und ande­re Ver­eh­rer Allahs waren und nicht des christ­li­chen Got­tes. Der Koran erhär­tet fer­ner die Behaup­tung, daß Chris­ten nicht den­sel­ben Gott wie die Mus­li­me ver­eh­ren. Sure 5,72 ver­ur­teilt »ande­re Göt­ter Allah bei­zu­ge­sel­len« und warnt die­je­ni­gen, die so etwas tun: »Allah hat ihm (dem Christen/Juden) das Para­dies ver­sagt. Das Höl­len­feu­er wird ihn (den Christen/Juden) der­einst auf­neh­men.« Sure 112 trennt Allah vom christ­li­chen Gott, indem sie erklärt: »Sag: Er ist Allah, ein Ein­zi­ger. Allah, der Ewi­ge, der Abso­lu­te; er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt wor­den. Und kei­ner ist ihm ebenbürtig.«

Schließ­lich fol­gert Sure 4,116: »Gott ver­gibt nicht, daß man ihm ande­re Göt­ter bei­gesellt.« Der bekann­te isla­mi­sche Theo­lo­ge Abdul­lah Yus­uf Ali erklärt: »So wie in einem welt­li­chen König­reich das schlimms­te Ver­bre­chen der Ver­rat ist, da er die Exis­tenz des Staa­tes bedroht, so ist auch im geist­li­chen König­reich die nicht zu ver­ge­ben­de Sün­de, die des hals­star­ri­gen Ver­rats an Allah, Allahs Geschöp­fe ihm bei­zu­ge­sel­len (Jesus). Dies bedeu­tet den Auf­stand gegen das Wesen und die Quel­le des geist­li­chen Lebens. Es ist, was Pla­to ›die Lüge der See­le‹ nen­nen wür­de. Jedoch sogar hier ist Allahs Gna­de immer offen, wenn die Rebel­li­on durch Unwis­sen­heit geschieht und von auf­rich­ti­ger Reue und Bes­se­rung gefolgt wird«.

Alis Fol­ge­rung ist, daß zum Bei­spiel Petrus die­se abscheu­li­che Sün­de beging, als er öffent­lich bekann­te: »Du bist Chris­tus, der Sohn des leben­di­gen Got­tes« (Mt. 16,16). Die Kir­che selbst jedoch ist auf die­ses Glau­bens­be­kennt­nis an den Herrn Jesus Chris­tus gegrün­det; in der Tat an den wah­ren Cha­rak­ter Jesu Chris­ti als den Sohn Got­tes. Ihn aus der Gott­heit zu ent­fer­nen, wäre der Todes­stoß für die Kir­che, das Ende des Chris­ten­tums. »Denn einen ande­ren Grund kann nie­mand legen als den, der gelegt ist, wel­cher ist Jesus Chris­tus« (1. Kor. 3,11). Schließ­lich ver­wer­fen Mus­li­me die Vater­schaft Got­tes, die Gott­heit Jesu sowie die Per­son des Hei­li­gen Geis­tes und erset­zen ihn durch einen Gott, der jen­seits der Wesens­merk­ma­le des Mono­the­is­mus und der Tran­szen­denz nur ent­fernt an den Gott der Bibel erinnert.

Eine wei­te­re Pro­ble­ma­tik ist der Begriff der soge­nann­ten Abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen. Mit die­sem Begriff wer­den das Juden­tum, das Chris­ten­tum und der Islam ger­ne bezeich­net: Abra­ham sei der Urva­ter aller drei mono­the­is­ti­schen Reli­gio­nen. Ich hal­te das für naiv, denn der Umgang der Chris­ten mit der Bibel, die post­bi­bli­schen jüdi­schen Tra­di­tio­nen und die Deu­tung der Abra­hams­ge­stalt im Koran sind nicht mit­ein­an­der zu ver­ein­ba­ren. In der ara­bi­schen Über­lie­fe­rung setzt die Beschäf­ti­gung mit der Gestalt des Erz­va­ters im Koran ein. Da vor­is­la­mi­sche Erwäh­nun­gen Abra­hams und sei­nes ihm von der Magd Hagar gebo­re­nen Soh­nes Isma­el bei den Ara­bern feh­len, liegt die Ver­mu­tung nahe, daß Moham­med die­sen Aspekt jüdi­schen Quel­len verdankte.

In der isla­mi­schen Legen­de ste­hen unter­schied­li­che Erzäh­lun­gen von Rei­sen des Patri­ar­chen auf die Ara­bi­sche Halb­in­sel unaus­ge­gli­chen neben­ein­an­der; auch die Fra­ge, ob Isma­el oder Isaak, auf dem allein die Ver­hei­ßung Got­tes ruht (1. Mose 21,12), von sei­nem Vater geop­fert wer­den soll­te, bleibt in den Quel­len unge­klärt (Sure 37). Bezeich­nen­der­wei­se wird die­se Epi­so­de im Koran in einen Traum ver­legt – ein Indiz dafür, daß die Tra­di­ti­on den Erz­va­ter von jedem Makel rein­hal­ten will. Im Mit­tel­punkt des Bil­des von »Ibra­him« (Abra­ham) steht frei­lich des­sen angeb­li­che Rei­se nach Mek­ka und Allahs Auf­trag an ihn, das dor­ti­ge Hei­lig­tum, das »Haus« der Kaa­ba, von der Unrein­heit des Göt­zen­diens­tes zu rei­ni­gen und die Wall­fahrts­ze­re­mo­nien des mono­the­is­ti­schen Got­tes­glau­bens ein­zu­füh­ren. His­to­ri­ker sind sich einig, daß die Gestalt die­ses kora­ni­schen Pro­phe­ten wenig mit der gleich­na­mi­gen bibli­schen zu tun hat, wie die Abra­hams­le­gen­den des nach­bi­bli­schen Juden­tums. Nach dem Tübin­ger Islam­wis­sen­schaft­ler Rudi Paret ist die isla­mi­sche Abra­hams­le­gen­de blo­ße Ideo­lo­gie und damit ad acta zu legen. Für heu­ti­ge Mus­li­me ist dage­gen ent­schei­dend, daß die rab­bi­ni­schen Tra­di­ti­ons­be­stän­de im Koran im wört­lich geof­fen­bar­ten gött­li­chen Wort für alle Zei­ten fixiert und in eine ver­bind­li­che Form gebracht wor­den sind. Die­se erfor­dert nach isla­mi­scher Mehr­heits­mei­nung ein his­to­ri­sches Für-wahr-Hal­ten und schließt jede Kri­tik am »Pro­phe­ten Ibra­him« aus.

Nicht weni­ger pro­ble­ma­tisch, son­dern eine unhin­ter­geh­ba­re Schei­de­li­nie ist der christ­li­che Glau­be an Jesus als des Soh­nes Got­tes. Mus­li­me kön­nen zwar dar­auf hin­wei­sen, daß sie einen gro­ßen Respekt vor Jesus haben und daß nie­mand sich wirk­lich für einen Mus­lim hal­ten kann, der Chris­tus nicht ver­ehrt. Und den­noch müs­sen Mus­li­me, wie auch alle ande­ren Men­schen, sich dar­über klar sein, daß es für einen Chris­ten nicht genügt, Jesus nur zu respek­tie­ren. Ent­we­der man betet ihn an oder man lehnt ihn ab. Jesus hat auf sei­ne ewi­ge Her­kunft hin­ge­wie­sen indem er sag­te: »Ehe Abra­ham wur­de, bin ich« (Johan­nes 8,58). »ICH BIN« ist der Begriff für Gott selbst, YHWH (2. Mose 3,14). Jesus sprach nicht nur die­ses unaus­sprech­li­che Wort YHWH aus, son­dern er bezog es auf sich im Tem­pel. »Da hoben sie (die Juden) Stei­ne auf, um auf ihn zu wer­fen« (Johan­nes 8,59), – eine logi­sche Kon­se­quenz für jeman­den, der der Got­tes­läs­te­rung beschul­digt wurde.

Betrach­tet man die­se Sze­ne und behält die Mus­li­me dabei im Blick, so wird klar: Die Gött­lich­keit Chris­ti unter­schei­det das Chris­ten­tum deut­lich von allen ande­ren Reli­gio­nen in der Welt. Sie ist die gro­ße Trenn­li­nie, der unüber­brück­ba­re Gra­ben, eine tie­fe Kluft. Der Koran iden­ti­fi­ziert Jesus mit vie­len Begrif­fen, die auch Chris­ten gebrau­chen. Aber die­se Wor­te haben dann weit­ge­hend unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen gegen­über denen, die wir in der Bibel fin­den. Von Jesus wird gesagt, er sei das »Wort« (Sure 3,45), und dabei ist gemeint, daß er ein­fach das Werk Allahs ver­kün­de­te. Jesus wird als »Mes­si­as« betrach­tet (Sure 9,30–31). Damit soll gesagt wer­den, daß er der gesalb­te Pro­phet sei, dazu befä­higt, die Wahr­heit Allahs zu ver­kün­di­gen. Dar­über hin­aus glau­ben Mus­li­me, daß Jesus von einer Jung­frau gebo­ren sei (Sure 3,47) und daß er vie­le Wun­der getan habe, ein­schließ­lich Toten­auf­er­we­ckun­gen (Sure 3,49).

Auf der ande­ren Sei­te jedoch ist er im Islam nur Mensch, ein »Bote« (Sure 5,75), der uner­bitt­lich jede Form von Anbe­tung zurück­wies (Sure 4,157). Ganz beson­ders deut­lich wird die­se Unter­schei­dung vom Chris­ten­tum, wenn der Koran fest­stellt: »Und weil sie sag­ten: ›Wir haben Chris­tus Jesus, den Sohn der Maria und Gesand­ten Allahs, getö­tet.‹ Aber sie haben ihn in Wirk­lich­keit nicht getö­tet und auch nicht gekreu­zigt. Viel­mehr erschien ihnen ein ande­rer ähn­lich. Und die­je­ni­gen, die über ihn uneins sind, sind im Zwei­fel über ihn. Sie haben kein Wis­sen über ihn, gehen viel­mehr Ver­mu­tun­gen nach. Und sie haben ihn nicht mit Gewiss­heit getö­tet. Nein, Allah hat ihn zu sich in den Him­mel erho­ben. Allah ist mäch­tig und wei­se« (Sure 4,157–158).

Obwohl Mus­li­me glau­ben, daß das Ende des Lebens Jesu im Geheim­nis­vol­len bleibt, behaup­tet der Koran mit Bestimmt­heit, daß es nicht Jesus war, der da am Kreuz gestor­ben sei. Wer aber ersetz­te Chris­tus? Wann wur­de er aus­ge­tauscht? Wur­den die Jün­ger vor­sätz­lich von Gott getäuscht? Hat die Mut­ter Chris­ti etwa nicht erkannt, daß ihr Sohn nicht ((die­ses »nicht« hat­te ich in mei­ner ers­ten Kor­rek­tur­ver­si­on bereits als über­flüs­sig ange­merkt, aber Du hat­test es nicht gestri­chen. War­um?)) von der Stra­fe der Kreu­zi­gung befreit wor­den war? Ließ Gott sie um ihren Sohn wei­nen, obwohl er nicht auf so schreck­li­che Wei­se gestor­ben war? Wer rief am Kreuz:

»Es ist voll­bracht«! und war­um wur­de ihm gestat­tet, die Men­schen zu täu­schen, daß sie nicht län­ger in ihrer Schuld blieben?

Und schließ­lich glau­ben Mus­li­me, daß Jesus wie­der­kom­men wer­de. Sure 43,61 stellt fest: »Und Jesus ist ein Erken­nungs­zei­chen der Stun­de des Gerichts. Seid des­halb ja nicht im Zwei­fel über sie und folgt mir. Das ist ein gera­der Weg.« Der Haupt­grund für die Wie­der­kunft Jesu sei die Vor­be­rei­tung des Weges der welt­wei­ten Annah­me des Islam und dadurch die Schaf­fung des Frie­dens auf Erden. Obwohl mus­li­mi­sche Theo­lo­gen hier unter­schied­li­cher Mei­nung sind, so glau­ben doch vie­le, daß der Vers, der sagt: »Die Leu­te der Schrift müs­sen an ihn vor sei­nem Tod glau­ben«, die Tat­sa­che erklärt, daß die Chris­ten bei Chris­ti Wie­der­kunft zu dem einen wah­ren Weg des Islam zurück­keh­ren wer­den. Ande­re Tra­di­tio­nen erwäh­nen, daß Jesus zur Erde zurück­keh­ren, ande­re über den Koran und die Hadi­the (Mit­tei­lun­gen über Aus­sprü­che und Hand­lun­gen Moham­meds) beleh­ren, die Leu­te im Gebet anfüh­ren, Frie­den und Wohl­stand brin­gen, den Ver­zehr von unrei­nen Tie­ren been­den und abgöt­ti­sche Bil­der ein­schließ­lich der Kreu­ze ent­fer­nen werde.

Chris­ten müs­sen ange­sichts sol­cher Schil­de­run­gen ihre Über­zeu­gung über die Per­son und das Werk Chris­ti am Kreuz sowie die Wie­der­kunft Chris­ti beken­nen. Chris­tus ist der Wie­der­kom­men­de – »Von dort wird er kom­men, zu rich­ten die Leben­den und die Toten« – und wird sein Reich errich­ten. Viel­leicht haben es vie­le Chris­ten ver­ges­sen, aber es stimmt wohl, was der eng­li­sche Erwe­ckungs­pre­di­ger Charles Had­don Spur­ge­on (1834–1892) ein­mal geschrie­ben hat: »Wir müs­sen die Wie­der­kehr des Herrn pre­di­gen und das mehr, als wir es getan haben. Zu vie­le (Pas­to­ren) haben die­se Wahr­heit zurück­ge­hal­ten und damit dem Evan­ge­li­um das Rück­grat ent­nom­men. Es ist zer­bro­chen wor­den. Die Leh­re vom kom­men­den Gericht ist die Kraft, durch wel­che die Men­schen wie­der auf­ge­rüt­telt wer­den müs­sen. Es gibt ein ande­res Leben; der Herr wird wie­der­kom­men; es wird ein Gericht geben, und der Zorn Got­tes wird sich offen­ba­ren. Wo man das nicht pre­digt – und ich bin so kühn das zu sagen – da wird das Evan­ge­li­um nicht gepredigt«.

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