Sezession
4. Juli 2011

„Deutschenfeindlichkeit“ – ein Begriff vor seiner Karriere

Götz Kubitschek

Die Junge Freiheit meldet heute, daß der innenpolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, eine härte Bestrafung deutschenfeindlicher Straftaten fordere. Man müsse "den gleichen Maßstab anlegen wie bei ausländerfeindlichen Straftaten".

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Juhnke nahm für seinen Vorstoß (hier bei der JF nachzulesen) neuere Erkenntnisse in einem bundesweit diskutierten Gewaltakt zu Anlaß: Vier Ausländer hatten im Februar am Berlin U-Bahnhof Lichtenberg einen Malergesellen ins Koma geprügelt. Laut Welt geht die Staatsanwaltschaft mittlerweile davon aus. daß der Angriff unter anderem aus "rassistischen Motiven" heraus erfolgte: einem Haß auf alles Deutsche. Zeugen hätten bestätigt, daß die Täter "Scheiß-Nazi" und "Scheiß-Deutscher" gerufen hätten, bevor sie zuschlugen (Fall ist hier dokumentiert).

Im vergangenen Oktober war die Diskussion über die Deutschenfeindlichkeit für ein, zwei Wochen virulent, und zwar als eine der Sarrazin-Folgedebatten. Seither ist der Begriff da, aber noch nicht durchgesetzt. Er wird behandelt wie der Deckel, der die Büchse der Pandora verschließt. Lüftet man ihn, entschlüpfen die Bazillen:

+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, geht davon aus, daß nicht nur Deutsche Rassisten sind;
+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, geht davon aus, daß "das Deutsche" etwas für "die Anderen" durch ein, zwei Blicke auf der Straße Wahrnehmbares sei, mithin: etwas im Großen und Ganzen Unverwechselbares;
+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, setzt eine ethnisch-kulturelle Kategorie voraus;
+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, hält nicht alle Menschen für gleich;
+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, hält beim Blick auf Schlägertypen "soziale Gründe" für einen nicht ausreichenden Erklärungsansatz;
+ Wer Deutschenfeindlichkeit sagt, kann unterscheiden und muß das erklären können.

Wir wollen darauf hinweisen, daß in Erklärungsnot nicht gerät, wer Kapitel 2 in Deutsche Opfer, fremde Täter gelesen hat. Es heißt: "Die Entdeckung der Deutschenfeindlichkeit".

Und: Unsere Veranstaltungen in Hamburg und Berlin werden unter anderem diesen Begriff und seine bevorstehende Karriere zum Thema haben. Nehmen Sie teil, die Diskussionen werden sicher sehr interessant. (Informationen hier).

Kurzum, Buch und Lesungen sind Karrierestufen für den wichtigen Begriff "Deutschenfeindlichkeit". Er muß sich durchsetzen.
Test


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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