Linke Aggregatszustände (2): Pathologisch im Laufrad der NS-Geschichte

von Claus Wolfschlag

Ich hatte gerade eine im Briefkasten gefundene Zeitschrift der Partei „Die Linke“ weggelegt, als ich einen Link öffnete.

 Gastbeitrag

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Eine Bekann­te hat­te mir einen Arti­kel aus der Ber­li­ner “tages­zei­tung” gemailt. Die offen­bar femi­nis­ti­sche Autorin Ute Scheub ver­such­te sich dar­in an einer psy­cho­lo­gi­schen Inter­pre­ta­ti­on des nor­we­gi­schen Atten­tä­ters Breivik.

Irgend­wie kam mir das alles bekannt vor:

Mit einer ver­stö­ren­den Mischung aus Ratio­na­li­tät und Irra­tio­na­li­tät, eis­kalt die media­le Wir­kung sei­ner Tat ein­kal­ku­lie­rend, hat der Nor­we­ger Anders Beh­ring Brei­vik sei­ne Mor­de geplant. Will man Nach­ah­mern vor­beu­gen, muss man sich mit sei­ner ideo­lo­gi­schen Begrün­dung beschäf­ti­gen, die er im Inter­net aus­führ­lich dar­ge­legt hat,

schreibt die Autorin. Das Wort “Beschäf­ti­gung” indes ist in solch lin­kem Kon­text nie ergeb­nis­neu­tral gemeint. „Beschäf­ti­gen“ heißt da vor allem, geis­ti­ges Rüst­zeug zur effek­ti­ve­ren Bekämp­fung zu sam­meln. Im wei­ter­ge­hen­den “Antifa”-Kontext kann „beschäf­ti­gen“ dann auch in hand­fes­te­rer Wei­se ver­stan­den werden.

In solch lin­kem Kon­text gibt es stets “gut” (man sel­ber) und “böse”. Und mit dem “Bösen” muss man sich dann eben stets “beschäf­ti­gen”. Bereits in der Ver­gan­gen­heit konn­te bei sol­cher “Beschäf­ti­gung” oft der „Nazi“ oder der „Rechts­ex­tre­mist“ als Nega­tiv­scha­blo­ne genutzt wer­den, um die mora­li­sche Legi­ti­mi­tät der eige­nen Posi­tio­nen umso unan­greif­ba­rer hervorzuheben.

Scheub hat es mit den Frau­en, gibt der Argu­men­ta­ti­on also eine femi­nis­ti­sche Note. Und des­halb bemüht sie sich zu beto­nen, dass man sich nicht nur mit Brei­viks „kal­ten Hass auf Mos­lems und ‘Mul­ti­kul­ti´“ beschäf­ti­gen sol­le, son­dern auch mit der „Frau­en­angst und Frau­en­hass“, die sich „wie ein roter Faden“ durch Brei­viks „Mani­fest“ zögen. Somit gin­ge es Brei­viks Anti-Islamismus

„nicht um Frau­en­rech­te, son­dern um die Wah­rung einer bedroh­ten hier­ar­chi­schen Ord­nung, in der Män­ner vor Frau­en, Wei­ße vor Nicht­wei­ßen und Chris­ten vor Mus­li­men rangieren.“

Schnell wird klar, wohin Scheu­bs Rei­se geht:

„Schei­dung, Abtrei­bung, Pil­le, Homo­se­xu­el­le – all das ist für Brei­vik nicht tole­rier­bar. Statt­des­sen müss­ten das Patri­ar­chat und die tra­di­tio­nel­le Fami­lie wie­der ein­ge­setzt wer­den, um einen ‘Baby­boom´ auszulösen.“

Rich­tig erkannt hat Scheub zwar, daß sich das Milieu der Islam­kri­ti­ker aus hete­ro­ge­nen Grup­pen zusam­men­setzt. Femi­nis­ti­sche Posi­tio­nen ste­hen oft neben tra­di­tio­nell-kon­ser­va­ti­ven. Doch ist ihr die­ses Milieu offen­kun­dig aus zwei Grün­den suspekt: Es ist “weiß” und “männ­lich” domi­niert.  Scheub ver­liert somit kaum ein Wort zum ganz rea­len „Baby­boom“ mus­li­mi­scher Ein­wan­de­rer, zur Homo­pho­bie in deren Milieus, zu dort vor­han­de­ner fami­liä­rer Gewalt. Statt des­sen geht die rich­ti­ge Atta­cke nur gegen eine nicht genann­te Anzahl von „Islam­geg­nern“, da die­se nur vor­ge­ben wür­den, es gin­ge ihnen um die „Befrei­ung der unter­drück­ten mus­li­mi­schen Frau­en vom Joch ihrer Reli­gi­on“. Somit steht Scheu­bs Kri­tik an Brei­viks “Mani­fest” nur stell­ver­tre­tend für ihre Kri­tik am Selbst­be­haup­tungs­wil­len des “wei­ßen Mannes”:

„Aus sei­nem gan­zen Pam­phlet spricht eine pani­sche Angst vor Kon­troll­ver­lust, Sexua­li­tät, Ver­weich­li­chung, Iden­ti­täts­auf­lö­sung durch ‘Ver­weib­li­chung´. Das wie­der­um ist, bei allen Unter­schie­den, der gemein­sa­me Kern aller dik­ta­to­ri­schen oder tota­li­tä­ren Ideo­lo­gien, von den Nazis über die radi­ka­len Isla­mis­ten bis hin zu ihren Geg­nern, den kon­ser­va­ti­ven Islam­fein­den. In sei­nem Stan­dard­werk ‘Män­ner­phan­ta­sien´ hat Klaus The­we­leit einst beschrie­ben, von welch patho­lo­gi­scher Angst vor ‘Lei­bes­ver­mi­schung´ schon Anfang des 20. Jahr­hun­derts die rech­ten Frei­korps­kämp­fer und Nazis getrie­ben waren. Sie fürch­te­ten sich vor ‘Flin­ten­wei­bern´ wie Brei­vik heu­te vor ‘Femi­nis­tin­nen´. Die Nazis mach­ten die ‘ver­weib­lich­ten´ Juden für den Nie­der­gang ihres mili­tä­risch-stram­men Man­nes­ide­als ver­ant­wort­lich, der Nor­we­ger die Mos­lems und die Feministinnen.“

Zur bes­se­ren Ver­wirk­li­chung des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens betont Scheub – hier ganz die Lin­ke – somit das schein­ba­re Ide­al der Gleichheit:

„Ange­sichts der in Nor­we­gen aus­ge­präg­ten Ega­li­tät zwi­schen Geschlech­tern, Schich­ten und Eth­ni­en weint Brei­vik einem Männ­lich­keits­mo­dell hin­ter­her, das sich his­to­risch in Euro­pa inner­halb der auf­kom­men­den Natio­nal­staa­ten und ihren Armee­hier­ar­chien ent­wi­ckel­te. Im mili­tä­ri­schen Drill geht es um die tota­le Kon­trol­le des Kör­pers und die völ­li­ge Unter­drü­ckung von Empa­thie, weil ein Sol­dat sonst die ‘Arbeit´ des Tötens nicht machen könn­te. Gefüh­le sind ‘weib­lich´, ste­hen für Schwä­che und Feig­heit und müs­sen des­halb unter­drückt wer­den. Mit die­sem Mus­ter arbei­ten fast alle Arme­en und auto­ri­tä­ren Ideo­lo­gien der Welt – und auch der ‘Kon­troll­freak´ Breivik.

War­um aber hat aus­ge­rech­net Nor­we­gen einen sol­chen ‘Kreuz­rit­ter´ her­vor­ge­bracht? Nor­we­gen hat seit den Wikin­gern kei­nen Krieg mehr begon­nen und die skan­di­na­vi­sche Gleich­stel­lungs­po­li­tik gilt eigent­lich als das bes­te Heil­mit­tel gegen Männ­lich­keits­wahn und Hel­den­krie­ger­tum. Aber anschei­nend schützt auch sie nicht vor indi­vi­du­el­len Patho­lo­gien. Offen­bar sah sich Brei­vik gera­de in die­ser ver­gleichs­wei­se ega­li­tä­ren Gesell­schaft mit sei­nen Gewalt- und Unter­wer­fungs­fan­ta­sien so iso­liert, dass er zum ein­sa­men Kil­ler wurde.“

Rea­le eth­no-kul­tu­rel­le und sozia­le Kon­flik­te macht Scheub offen­bar in den west­eu­ro­päi­schen Gesell­schaf­ten kei­ne aus. Hin­ter all der Ableh­nung gegen den doch so ange­neh­men Ega­li­ta­ris­mus, so ver­mu­tet Scheub, ste­cke schließ­lich nur der „Sexu­al­neid“ ver­ein­zel­ter wei­ßer Euro­pä­er auf die mus­li­mi­schen Einwanderer.

Scheu­bs The­sen sind kei­nes­falls brand­neu. Sie sind viel­mehr eine Blau­pau­se, die immer dann auf­ge­wärmt wer­den kann, wenn die Ein­wan­de­rungs­pro­ble­ma­tik kri­tisch the­ma­ti­siert wird. Sei es – wie im Fal­le Brei­viks – im Zusam­men­hang mit einem abscheu­li­chen Ver­bre­chen oder aber auch nur im Rah­men der publi­zis­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung. Inhalt­lich fast wort­gleich äußer­te sich Scheub näm­lich bereits ein Jahr zuvor ange­sichts des Buch­er­folgs von Thi­lo Sarrazin:

„Eine klei­ne Min­der­heit von Isla­mis­ten schot­tet sich tat­säch­lich ab. Aber das erklärt in kei­ner Wei­se die unge­heu­re Reso­nanz auf das Buch. Ich hal­te die mas­sen­haf­te Zustim­mung zu den sar­ra­zy­ni­schen Tira­den viel­mehr für eine trau­ri­ge Bestä­ti­gung der Grund­the­se in mei­nem Buch ‘Hel­den­däm­me­rung´, dass die Angst vie­ler Män­ner vor Sta­tus­ver­lust schnell in Hass, Aggres­si­on und Gewalt umschla­gen kann. Ihre Sta­tu­spa­nik ent­steht durch den Bil­dungs­auf­stieg der Frau­en und – im Fal­le von Deutsch­land – auch durch die einer ent­ste­hen­den migran­ti­schen Mittelschicht.
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Der Salon­ras­sist Sar­ra­zin ist auch ein Salon­se­xist, denn er ergeht sich in einer klas­si­schen Män­ner­fan­ta­sie: Er will die Gebur­ten­zah­len von Frau­en steu­ern. Die der deut­schen Eli­te sol­len hoch- und die der aus­län­di­schen, vor allem der mus­li­mi­schen Unter­schicht, sol­len run­ter­ge­hen. Noch prä­zi­ser: Er will so vie­le Frau­en­kör­per wie mög­lich kon­trol­lie­ren. Frau­en sol­len sei­ne Vor­stel­lun­gen, wie die Welt zu sein hat, zu Diens­ten sein. Das ist eine sexis­ti­sche und ego­ma­ni­sche Wahn­vor­stel­lung, die schon vie­le Popu­lis­ten, Ras­sis­ten und Fun­da­men­ta­lis­ten die­ser Welt befal­len hat.

Und dafür bekommt Sar­ra­zin rau­schen­den Applaus von all jenen Män­nern, die sich durch Wirt­schafts­kri­se und weib­li­che Kon­kur­renz in ihrer Iden­ti­tät zutiefst bedroht füh­len. Die, weil sie sich stets nach oben ori­en­tie­ren, nach unten has­sen. Dass ein ‘Elite´-Mann wie Sar­ra­zin gegen Mos­lems zu Fel­de zieht, gibt ihnen die Lizenz zum Los­las­sen ihrer nied­rigs­ten Instink­te: Wenn der das darf, dann dür­fen wir auch!“

, schrieb Scheub im Sep­tem­ber 2010 über die „Sar­ra­zy­ni­sche Lizenz zum Has­sen“. Es sind Vari­an­ten ihrer in dem Buch „Hel­den­däm­me­rung“ ver­brei­te­ten femi­nis­ti­schen The­sen, die Män­ner vor allem in der Rol­le des „Gewalt­tä­ters“ sehen.

Und auch hier galt ihr der Ega­li­ta­ris­mus als Schlüs­sel zur bes­se­ren Welt:

„Je glei­cher die Geschlech­ter­ver­hält­nis­se sind, je ega­li­tä­rer, des­to bes­ser geht es allen Men­schen in die­sen Nationen.“

Die­se Argu­men­ta­ti­ons-Linie kann natür­lich bis ins Unend­li­che wei­ter­ge­führt wer­den. Hin­ter jeder Anglei­chung steht eine Ver­bes­se­rung der Lebens­ver­hält­nis­se. Hin­ter jeg­li­chem (wei­ßen oder deut­schen) Selbst­be­haup­tungs­wil­len stün­de aber stets nur der Hass auf die Frau. Das nennt man ein mono­kau­sa­les Erklärungsmuster.

Und das Gut-Böse-Sche­ma lässt sich auf zahl­rei­che poli­ti­sche Streit­fra­gen der Gegen­wart anwen­den. Ber­lus­cu­ni wird von Scheub schon mal böse als „Bor­del­lus­co­ni, die­ser Schwanz auf zwei Bei­nen“ titu­liert, von dem sich Ita­li­en befrei­en müs­se. Über Papst Bene­dikt XVI. wird sin­niert, es sei wohl „der frü­he­re Hit­ler­jun­ge in ihm durch­ge­bro­chen“, als er mit sei­ner „hoch­gra­dig arro­gan­ten ‘Regens­bur­ger Rede´“ die Mus­li­me „ver­stört“ hät­te und dann noch den Holo­caust-Leug­ner Wil­liam­son „in die Arme der Kir­che“ geschlos­sen habe. Zim­per­lich in der Wort­wahl ist die gute Autorin jeden­falls nicht. Auch dies nicht unty­pisch für Lin­ke die­ses Schlages.

Solch heu­te noch getra­ge­ne lin­ke Scheu­klap­pen dürf­ten ange­sichts der (vor allem mas­ku­li­nen) Rea­li­tät auf den Stra­ßen (die bis­wei­len wie die Real­wer­dung von Hor­ror­fil­men erscheint) häu­fig auf einer Ursa­che beru­hen: Res­sen­ti­ment. Doch woher kommt das Res­sen­ti­ment? Bei den einen mag es aus purer Dumm­heit resul­tie­ren. Man hat eini­ge geschichts­päd­ago­gi­sche Leit­li­ni­en in der Schu­le auf­ge­schnappt und fühlt sich ein­fach dazu beru­fen, über die­se mit Argus­au­gen zu wachen oder das eige­ne Han­deln irgend­wie damit zu legi­ti­mie­ren. Das Res­sen­ti­ment ist somit ein offen­kun­di­ges Pro­dukt des geis­ti­gen Ver­falls der Lin­ken. Bei eini­gen Älte­ren hin­ge­gen spie­len psy­cho­pa­tho­lo­gi­sche Hin­ter­grün­de wohl die Haupt­rol­le. Und hier wird man bei Scheub rasch fün­dig. Scheu­bs Vater war der Apo­the­ker und bis zum Tode schein­bar poli­tisch über­zeug­te SS-Mann „Man­fred Augst“ (ein einst von Gün­ther Grass ver­lie­he­nes Pseud­onym für die real exis­tie­ren­de Per­son), der 1969 grö­ße­re Auf­merk­sam­keit erlang­te. Er stand damals auf dem evan­ge­li­schen Kir­chen­tag vor 2000 Men­schen auf, hielt eine kur­ze Rede über den all­ge­mei­nen Wer­te­ver­fall, rief schließ­lich „Ich wer­de jetzt pro­vo­ka­tiv und grü­ße mei­ne Kame­ra­den der SS!“ Dann setz­te er eine Fla­sche an sei­ne Lip­pen und trank. „Das war Zyan­ka­li, mein Fräu­lein“, sag­te er zu einer neben ihm ste­hen­den Frau, bevor er zusam­men­brach. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Bei einer der­art trau­ma­ti­sie­ren­den Erfah­rung für die damals drei­zehn­jäh­ri­ge Scheub, liegt der Schluss nahe, dass vie­les von ihren bis heu­te vor­ge­tra­ge­nen Ansich­ten mit dem eige­nen Vater zu tun hat.

Gabrie­le von Arnim erkann­te ganz rich­tig in ihrer „Zeit“-Rezension zu Scheu­bs Buch:

„Er war rechts, also wur­de sie links; er war auto­ri­tär, also wur­de sie anti­au­to­ri­tär; er war Natio­na­list, also wur­de sie Internationalistin.“

2006 schrieb Scheub ein Buch über ihren Vater. Wohl sicher­lich nicht, um ihn wirk­lich zu ver­ste­hen, um zu ihm zu fin­den, son­dern vor allem, um ihre nega­ti­ven Emp­fin­dun­gen und Spe­ku­la­tio­nen in schrift­li­cher Form zu ver­brei­ten. Das Ergeb­nis stand also höchst­wahr­schein­lich schon vor dem Schrei­ben fest. Die „Zeit“ schrieb damals zu Scheu­bs Herangehensweise:

„Wer möch­te schon gern mehr her­aus­fin­den über einen Mann, der im Selbst­mord die Kame­ra­den von der SS grüßt und der eige­ne Vater war. Ihn nicht gemocht zu haben ist eine Sache – aber womög­lich einen Ver­bre­cher zu fin­den eine ganz ande­re. (…)Die gro­ße Kar­rie­re hat er nicht gemacht. Zum Glück nicht. Viel­leicht wäre ein gro­ßer Mör­der gewor­den aus ihm. Sei­ne ‘Zer­stö­rungs­lust´ hat er spä­ter an der Fami­lie ausgelassen.“

Scheub wäre damals „nicht beson­ders trau­rig über den Tod die­ses ‘freud­lo­sen Pei­ni­gers´“ gewe­sen, hieß es in der „Zeit“: „Es ging ihr bes­ser ohne ihn.“ Auch so kön­nen „anti­fa­schis­ti­sche“ (Selbst-)Inszenierungen her­ge­stellt wer­den. Als Fazit hät­te man aber auch ein­fach schrei­ben kön­nen, dass Scheub sich mit ihrem Vater “beschäf­tigt” habe. Und aus sol­cher “Beschäf­ti­gung” resul­tie­ren nicht nur die im “taz”-Milieu übli­chen Lei­er­kas­ten­sprü­che, end­los wie­der­holt, wie hier auf der Web­sei­te der Autorin:

„Gera­de wir Deut­schen soll­ten hier eine beson­de­re Sen­si­bi­li­tät und Ver­ant­wor­tung zei­gen. Zahl­lo­se Nazi-Täter durf­ten in der Bun­des­re­pu­blik der Nach­kriegs­zeit unge­straft ihre Beam­ten­kar­rie­ren fort­set­zen, wäh­rend die über­le­ben­den Opfer ver­geb­lich dar­auf war­te­ten, dass das ihnen ange­ta­ne Unrecht end­lich öffent­lich aner­kannt wür­de. Vie­le Ver­wer­fun­gen der Nach­kriegs­ge­schich­te, unter ande­rem den RAF-Ter­ro­ris­mus, kann man ohne die­se Straf­lo­sig­keit nicht verstehen.“

Und hier liegt also der Schlüs­sel dar­in, war­um aus die­sem Milieu ein Thi­lo Sar­ra­zin heu­te als „Ras­sist“ beschimpft wer­den muss und war­um man sich der nor­we­gi­schen bzw. gesamt­eu­ro­päi­schen Pro­ble­ma­tik nur unter dem Blick­win­kel “sexu­al­nei­di­scher” wei­ßer Män­ner nähern kann, ohne den sich dahin­ter ver­ber­gen­den eth­no­kul­tu­rel­len Kon­flikt auch nur wahr­neh­men zu wol­len. Eine hie­si­ge Ursa­che liegt also im wei­ter­le­ben­den Trau­ma von medi­al immer noch ein­fluss­rei­chen Post-68ern vom Schla­ge Ute Scheub, die immer­fort in ihrem per­sön­li­chen Lauf­rad des 20. Jahr­hun­derts stram­peln. Die sich immer­fort öffent­lich an ihren pri­va­ten Befind­lich­kei­ten abar­bei­ten ohne Vor­an­zu­kom­men und ohne zu mer­ken, dass sich die Welt um sie her­um rapi­de ver­än­dert hat.

 

 

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