Sezession 43 – Campus, Oslo, Sarrazin

Es ist Zeit, die 43. Sezession vorzustellen. Sie sollte heute bei den Abonnenten eingetroffen sein und kommt deshalb ein...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

bischen ver­spä­tet, weil wir auf­grund eines für uns bis­her auf­re­gen­den Som­mers die Druck­le­gung Tag um Tag hin­aus­ge­zö­gert hat­ten: Der “Fall Campus/Böcker” schwel­te (und schwelt), der “Fall Oslo” para­ly­sier­te Kon­ser­va­ti­ve und Rech­te euro­pa­weit – zu bei­dem haben wir Grund­sätz­li­ches ins Heft genom­men, para­ly­se­frei natürlich:

+ Den “Fall Campus/Böcker” haben wir im Bild­teil nach­ge­zeich­net und zwei ent­schei­den­de Arti­kel dokumentiert.
+ Über Oslo schreibt einer der wich­ti­gen, kon­ser­va­ti­ven Islam­kri­ti­ker: Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge.
+ Weit vor dem Dop­pel­an­schlag hat Mar­tin Licht­mesz sein “Trak­tat über die ver­schlepp­te Gewalt” ver­faßt und beschrie­ben, wie es ist, wenn sich in einem Staat etwas anstaut – ange­lehnt an den Essay “Über den Schmerz” von Ernst Jün­ger. Licht­mesz: hell­sich­tig, wach, in Top­form sozusagen.

Und es gibt natür­lich noch viel mehr zu lesen:

+ Chaim Noll schreibt über die Bedro­hung der Mei­nungs­frei­heit durch direk­te und indi­rek­te Dro­hun­gen. Sein Bei­trag ist eine ver­län­ger­te Fas­sung eines Arti­kels, den er im Juli in der “Jüdi­schen Zei­tung” veröffentlichte.

+ Und noch ein­mal Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge: Er schreibt über “Ein Jahr nach Sar­ra­zin” und zeigt, daß ein Rausch noch kei­ne Sub­stanz­ver­än­de­rung ist. Viel hat sich nicht getan “nach dem Buch”, allen­falls der Dis­kus­si­ons­spiel­raum ist etwas grö­ßer gewor­den. (Zu die­sem Bei­trag erreich­te mich heu­te ein ers­tes Fax, die Kopie der ers­ten Sei­te von Klei­ne-Hart­la­ges Bei­trag: Dar­über ist ein Ham­mer gezeich­net, der den Nagel auf den Kopf trifft – ein schö­nes, bild­li­ches Lob für einen guten Text. Dank an den unbe­kann­ten Sender!)

+ Felix Men­zel hat ein Autoren­por­trait des fran­zö­si­schen Best­sel­ler-Autors Michel Hou­el­le­becq ver­faßt und sieht in sei­nem letz­ten Roman eine eben­so selbst­sti­li­sie­ren­de wie selbst­iro­ni­sche Per­si­fla­ge auf den Medi­en­be­trieb ins­ge­samt und die Gren­zen des Men­schen­mög­li­chen über­haupt. Hou­el­le­becq ein Grund­kon­ser­va­ti­ver? War­um nicht!

+ Ellen Kositza nimmt den tür­kisch­deut­schen Deutsch­tür­ken Fer­i­dun Zai­mo­g­lu ernst und beim Wort und kommt nach einer eben­so spit­zen wie treff­si­che­ren Ana­ly­se sei­nes Werks und sei­nes Geba­rens zu dem Schluß: Der will doch nur spie­len! Wirk­lich beschä­mend ist, daß das Feuil­le­ton die­sem Spie­ler auf den Leim kriecht.

+ Wo die Gesell­schaft den nie vor­han­de­nen Gesell­schafts­ver­trag auch noch kün­digt (wie soeben in Tot­ten­ham und andern­orts), ist ein genau­er Blick auf das Ver­bin­den­de not­wen­dig. Karl­heinz Weiß­mann befragt eines sei­ner Spe­zi­al­ge­bie­te – die Iden­ti­tät – und bemerkt, daß die Ant­wort schwer fällt: Gibt es sie über­haupt noch? Wie ent­steht sie, und: Muß sie nicht immer wie­der neu ent­ste­hen? “Wir Kon­ser­va­ti­ven” – geübt im Ein­mal­eins des Gegen­kon­zepts “Iden­ti­tät”? Von wegen!

Das Inhalts­ver­zeich­nis mit allen wei­te­ren, hier nicht auf­ge­führ­ten Bei­trä­gen der 44. Sezes­si­on kön­nen Sie hier ein­se­hen. Dort kann man, bes­ser: soll­te man das Heft auch bestellen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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