9/11, die USA und Carepaket-Syndrom

Am 11. September 1944 wurde Darmstadt durch einen Luftangriff der Royal Air Force unter dem Kommando von Sir Arthur "Bomber" Harris zu drei Vierteln in Schutt und Asche gelegt. Die Altstadt wurde beinah  vollständig zerstört, bis zu 12,000 Menschen verloren ihr Leben, 66.000 wurden obdachlos.  Der Angriff war ein rein terroristischer Akt, genannt "moral bombing", ein gezielter Vernichtungsakt gegen die Zivilbevölkerung. Heute erinnert sich kein Mensch mehr an diesen "9/11", der um vieles furchtbarer war als der Angriff auf das World Trade Center vor zehn Jahren.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

War­um auch? Es gibt kei­ne nach­hal­ti­gen Bil­der von der Bom­bar­die­rung Darm­stadts, die indes­sen im Rah­men des alli­ier­ten Luft­kriegs nichts Unge­wöhn­li­ches war, son­dern gän­gi­ge Mas­sen­ver­nich­tungs­rou­ti­ne. “9/11” in New York, das ist jedoch der ulti­ma­ti­ve Kata­stro­phen­film, der alles in den Schat­ten stellt, was Roland Emme­rich oder James Came­ron je gedreht haben.  Wenn zum Wesen des moder­nen Ter­ro­ris­mus im Medi­en­zeit­al­ter das sym­bo­li­sche Fanal zählt, dann war der Anschlag sein bei­spiel­lo­ses und bis­her unüber­bo­te­nes Meisterwerk.

Gün­ther Zehm ali­as “Pan­kraz” schrieb damals in der JF:

    Sel­ten ist Pan­kraz die stets mög­li­che Dif­fe­renz zwi­schen mora­li­scher und ästhe­ti­scher Bewer­tung einer Sache so deut­lich gewor­den wie bei dem Anschlag auf das World Tra­de Cen­ter in New York. Es war eine ruch­lo­se Tat, die zum Him­mel schreit, aber für den gebann­ten Fern­seh­zu­schau­er hat­te das Gesche­hen den­noch ästhe­ti­sche Qua­li­tä­ten, und zwar ganz außer­or­dent­li­che. Selbst wer sich mit Hän­den und Füßen gegen sol­che Ein­sicht wehr­te, muß­te ihr am Ende Tri­but zollen.

Schon die immer wie­der iko­nen­haft vor­ge­führ­te Sequenz mit dem Flug­zeug, das in den Süd­turm des WTC hin­ein­rast, um auf der ande­ren Sei­te als rie­si­ger Feu­er­ball wie­der her­aus­zu­kom­men, ent­fal­te­te eine unheim­li­che Fas­zi­na­ti­on. Der Him­mel war blau, der Turm erstrahl­te in makel­lo­sem Weiß, die Kur­ve, die das Flug­zeug unmit­tel­bar vor dem Auf­prall beschrieb, war ele­gant und von spie­le­ri­scher Gra­zie. Kein noch so raf­fi­nier­ter Kunst­film hät­te es bes­ser machen können.

Aber auch die Logis­tik des Anschlags, wie sie im Lau­fe der Über­tra­gun­gen offen­bar wur­de, war – ästhe­tisch-mathe­ma­tisch betrach­tet – ein Meis­ter­werk. Hier war mit einem Mini­mum an Auf­wand ein Maxi­mum an Wir­kung erzielt wor­den, nicht zuletzt an sym­bo­li­scher. Die End­for­mel der Ope­ra­ti­on war von äußers­ter Knapp­heit, genau wie es die mathe­ma­ti­sche Ästhe­tik vor­schreibt. „Wil­liams Rasier­mes­ser“, benannt nach dem Nomi­na­lis­ten Wil­liam von Occam: Der ein­fachs­te und kür­zes­te Weg zum Ziel ist immer der schönste.

Wie gesagt, kein mora­li­sches Ent­set­zen, kein mit­lei­den­der Gedan­ke an die Qua­len der Opfer konn­te den wider­wil­lig aner­ken­nen­den ästhe­ti­schen Sub­text aus der Welt schaf­fen. Sind das Gute und das Schö­ne viel­leicht doch zwei völ­lig ver­schie­de­ne Wel­ten, Pla­ton und der klas­si­schen Theo­rie zum Trotz, denen zufol­ge die bei­den aufs engs­te zusam­men­ge­hö­ren, zwei Sei­ten ein und der­sel­ben Medaille?

Zehm schrieb die­se Zei­len erst zwei Wochen nach dem Atten­tat: sei­ne kom­plet­te Iko­no­gra­phie war also bereits zu die­sem Zeit­punkt aus­for­mu­liert und in alle Köp­fe übergegangen.

Vor zehn Jah­ren, als der Anschlag statt­fand, war ich äußerst anti-ame­ri­ka­nisch ein­ge­stellt. Die USA erschie­nen mir als die Haupt­be­trei­ber eines zer­stö­re­ri­schen Glo­ba­lis­mus, einer all­um­fas­sen­den und vor nichts halt machen­den Ratio­na­li­sie­rung und Öko­no­mi­sie­rung der Welt, die nach John Ber­ger “kei­nen Blick auf ein Anders­wo oder Anders­wie zuläßt.”  Wie Peter Scholl-Latour war ich der Mei­nung, daß die Ursa­che der Anschlä­ge in der “glo­ba­len Ame­ri­ka­ni­sie­rung” zu suchen sei­en – denn nichts ande­res ist im End­ef­fekt die ame­ri­ka­ni­sche Glo­ba­li­sie­rung, die sich ihren Weg mit impe­ria­lis­ti­schen Krie­gen gebahnt hat, deren Aus­wir­kun­gen die Tat des  “9/11” weit in den Schat­ten stellen.

Die USA erschie­nen mir als die Ver­kör­pe­rung eines tota­li­tä­ren Kapi­ta­lis­mus, der Natio­nal­staa­ten und Kul­tu­ren ver­nich­tet und nivel­liert, der bestrebt ist, alle tra­di­tio­nel­len Zügel und Bin­dun­gen zu zer­stö­ren, die sich sei­nem hem­mungs­lo­sen, krebs­ar­ti­gen Aus­brei­ten in den Weg stel­len könn­ten. Von links las ich die “Frei­beu­ter­schrif­ten” des unor­tho­do­xen Mar­xis­ten Pier Pao­lo Paso­li­ni, der bereits in den Sech­zi­ger Jah­ren einen von der Kon­sum­ge­sell­schaft ver­schul­de­ten  “anthro­po­lo­gi­schen Geno­zid” am ita­lie­ni­schen Volk und sei­ner kul­tu­rel­len Viel­falt und Beson­der­heit kon­sta­tier­te. Von rechts las ich Schrif­ten wie Alain de Benoists “Die ent­schei­den­den Jah­re” (1982), der zu einem sehr ähn­li­chen Ergeb­nis wie Paso­li­ni kam. Der Libe­ra­lis­mus war (und ist) für Benoist eine weit­aus grö­ße­re Gefahr für die Kul­tu­ren und Völ­ker der Welt (nicht nur Euro­pas) als der Sozia­lis­mus und der Kom­mu­nis­mus. Paso­li­ni wie Benoist waren sich einig, daß die­ser ver­hee­ren­de Kon­su­mis­mus vor­ran­gig ame­ri­ka­ni­schen Ursprungs  war, und sie fan­den für sei­ne Aus­brei­tung dras­ti­sche, apo­ka­lyp­ti­sche Bil­der von “Katak­lys­men”, “Geno­zid” und “Unter­gang”.

Hans-Diet­rich San­der nann­te die­sen Aus­brei­tungs­pro­zeß “die Auf­lö­sung aller Din­ge”.  In Heft 9–10/2001 der “Staats­brie­fe” schrieb er:

Am 11. Sep­tem­ber stürz­ten in New York die baby­lo­ni­schen Tür­me des Glo­ba­lis­mus ein. (…) Die Todes­flü­ge der Boein­gs führ­ten die Anschlä­ge mit mus­ter­haf­ter Prä­zi­si­on vor. Die letz­ten Schlei­fen offen­bar­ten arte­fak­ti­sche Voll­endung und eine traum­wand­le­ri­sche Gelas­sen­heit der Pilo­ten, die von meta­phy­si­scher Inbrunst erfüllt schie­nen. In der Brust der Zuschau­er rang die Tra­gö­die, die Tau­sen­de in den Tod schick­te, mit den Ursa­chen und der poli­ti­schen Bedeu­tung der Terrorakte.

In den Medi­en ergoß sich ein unter­tä­ni­ges Geschnat­ter und Betrof­fen­heits­ge­s­ab­bel, als wol­le es jede Refle­xi­on aus­schal­ten.  “Die Ritua­le des Fern­se­hens machen Gefüh­le zu Phra­sen”, schrieb am 17. 9. sogar die Welt, selbst an der Spit­ze der Stim­mungs­ma­che, wel­che die Mei­nung instal­lie­ren soll­te, hier sei die gan­ze zivi­li­sier­te Welt von Bar­ba­ren in Gestalt fana­ti­scher Mus­li­me über­fal­len wor­den. So wie John F. Ken­ne­dy nach dem Mau­er­bau sag­te: “Ich bin ein Ber­li­ner!”, müß­ten wir jetzt alle sagen: “Wir sind Ame­ri­ka­ner!” for­der­ten Kanz­ler Schrö­der, der Bun­des­tag und die Medien.

San­der dage­gen sah in dem Anschlag ein gewal­ti­ges Mene­te­kel, ein an die USA gerich­te­tes “dixit Domi­nus”, den 11. Sep­tem­ber als tau­send­fach ver­dien­ter “dies irae” , der den Unter­gang des Impe­ri­ums einläute.

Und so habe ich das damals auch gese­hen. Nicht nur das gewal­ti­ge visu­el­le Spek­ta­kel der Tat an sich ließ gera­de­zu numi­no­se Schau­er auf­kom­men, auch die Sym­bo­lik des Anschlag­zie­les: nicht das Wei­ße Haus, son­dern die “baby­lo­ni­schen Tür­me” des Kapi­ta­lis­mus, die zu hoch in den Him­mel gebau­ten Tem­pel einer fre­vel­haf­ten Hybris, die nun den Blitz und das Gericht Got­tes her­ab­ge­ru­fen hat­ten. Wäre ich Mos­lem, so dach­te ich, ich wür­de nicht mehr an der Macht Allahs zwei­feln, und an der ber­ge­ver­set­zen­den über- und unmensch­li­chen Kraft, die er sei­nen Gläu­bi­gen zu ver­lei­hen imstan­de ist.

Nach dem ers­ten Schock kam in mir ein selt­sam elek­tri­sier­tes, ange­sichts der Ent­setz­lich­keit der Tat zwie­späl­ti­ges Gefühl hoch: es ist mög­lich. Es ist mach­bar.  Der Levia­than ist ver­wund­bar. Das all­mäch­ti­ge, all­ge­gen­wär­ti­ge Sys­tem kann und wird stür­zen. Baby­lon wird fal­len. Nichts habe ich mehr gewünscht als das.

Ich habe seit­her mei­ne Mei­nung über den ame­ri­ka­ni­schen Glo­ba­lis­mus und Impe­ria­lis­mus nicht geän­dert. Aller­dings ist mein Anti-Ame­ri­ka­nis­mus nicht mehr so aus­ge­prägt, wie er es einst war. Ein links­ge­rich­te­ter Bekann­ter aus den USA, Anhän­ger von Köp­fen wie Noam Chom­sky und Juan Cole, schrieb mir neu­lich: “Ich has­se mein Land nicht, nur die Tat­sa­che, daß die Nazis es geka­pert haben. Ich bin ein Tho­mas Mann im Exil.” Letz­te­res mag ange­sichts Manns semi-patho­lo­gi­schem deut­schem Selbst­haß kein guter Ver­gleich sein.  Aber dar­auf kommt es hier nicht an: Auch ich “has­se” die USA und sei­ne Men­schen nicht – ganz im Gegenteil!
Test

Es gibt jen­seits der von den Inter­es­sen der Hoch­fi­nanz und sons­ti­ger Lob­bys beherrsch­ten US-Regie­rung und ihrer ver­derb­li­chen Außen­po­li­tik, vie­les, was man an Ame­ri­ka lie­ben und bewun­dern kann, vie­les, was es mit uns Euro­pä­ern ver­bin­det. Das euro­päisch­stäm­mi­ge Ame­ri­ka ist heu­te demo­gra­phisch und kul­tu­rell in einer iden­ti­schen Kri­se wie Euro­pa, inner­lich zer­setzt von poli­ti­scher Kor­rekt­heit und Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus, der auch dort den Inter­es­sen des glo­ba­len Kapi­tals dient, und wie über­all die eth­ni­schen Span­nun­gen und den Ras­sen­haß noch ver­schärft, statt sie zu befrieden.

Wor­über ich mei­ne Mei­nung aller­dings nach­hal­tig geän­dert habe, ist die offi­zi­el­le Dar­stel­lung des “9/11” selbst. Das von Zehm beschrie­be­ne “Meis­ter­werk” erscheint mir heu­te all­zu per­fekt insze­niert und durch­ge­führt,  all­zu per­fekt auf den media­len Mehr­wert hin kon­zi­piert, daß es mir schwer­fällt, zu glau­ben, die Al-Qai­da wäre tat­säch­lich zu einem sol­chen Coup fähig gewe­sen.  Ich bin der Über­zeu­gung, daß die Anschlä­ge ohne die akti­ve Mit­be­tei­li­gung oder zumin­dest Mit­wis­ser­schaft ame­ri­ka­ni­scher Geheim­diens­te und Mili­tärs nie­mals hät­ten durch­ge­führt wer­den kön­nen. Und ja, ich bin der Ansicht, daß eine sol­che “Ver­schwö­rung” tat­säch­lich durch­führ­bar ist, und daß die ame­ri­ka­ni­sche Regie­rung in der Tat zu einer sol­chen Ruch­lo­sig­keit imstan­de wäre.

Damit ste­he ich nun gewiß nicht ein­sam da, denn die Gegen­öf­fent­lich­keit der Kri­ti­ker und Skep­ti­ker hat inzwi­schen eine erheb­li­che Anhän­ger­schaft gefun­den. Die JF war so mutig, einen Arti­kel zu ver­öf­fent­li­chen, der die Ein­wän­de der “Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker” kurz zusam­men­faßt, und das mit durch­aus sym­pa­thi­sie­ren­dem Tonfall.

Wer nun reflex­ar­tig Gift und Gal­le spuckt, dem emp­feh­le ich, sich selbst zu über­zeu­gen und erst­mal einen Blick in die eben frisch neu­auf­ge­leg­ten Stan­dard­wer­ke zu dem The­ma zu wer­fen:  “11.9. – Zehn Jah­re danach”   von Mathi­as Brö­ckers und Chris­ti­an C. Walt­her und “Ope­ra­ti­on 9/11” vom Ger­hard Wis­new­ski.  Zusätz­lich sei das Bänd­chen “Insi­de 9/11”, her­aus­ge­ge­ben von Jür­gen Elsäs­ser, emp­foh­len. Die Fül­le an Mate­ri­al, das die­se Bücher bie­ten, kann unmög­lich ernst­haft mit ein paar Tot­schlag­wor­ten vom Tisch gefegt wer­den. Anschlie­ßend kann sich jeder­mann, so er möch­te, selbst in die Laby­rin­the von Infor­ma­ti­on und Gegen­in­for­ma­ti­on bege­ben, von denen das Netz über­voll ist. Man kann viel, viel Zeit damit ver­brin­gen, aber ich den­ke, daß man schon nach nur ein biß­chen Krat­zen an der Ober­flä­che sehr schnell zum “Skep­ti­ker” wird.

Was die gal­li­gen Abwehr­re­fle­xe betrifft, so mag dafür eine Glos­se des ansons­ten nicht unver­dienst­vol­len Blog­gers “Kewil” auf pi-news exem­pla­risch sein.  Da wird dem JF-Arti­kel “Ame­ri­ka­h­aß” unter­stellt, was schon des­we­gen unsin­nig ist, weil er kei­ne ein­zi­ge anti-ame­ri­ka­ni­sche Zei­le ent­hält. Das ist das alte Syn­drom, das pi-news zum Teil so unsäg­lich macht.  Man wet­tert gegen die poli­ti­sche Kor­rekt­heit, bedient sich aber mit­un­ter iden­ti­scher dem­ago­gi­scher Mit­tel wie des “Haß-Vor­wur­fes”, um den­je­ni­gen, der ein miß­lie­bi­ges Argu­ment vor­trägt, ethisch zu dis­kre­di­tie­ren.  So wird etwa jeg­li­che Kri­tik an Isra­el mit dem “Judenhaß”-Pfiff nie­der­ge­knüp­pelt, was sich in nichts von dem undif­fen­zier­ten “Moslemhaß”-Vorwurf an pi-news selbst unter­schei­det.  Und wenn es nach der “poli­ti­schen Kor­rekt­heit” geht, dann hat “Haß” nie eine rea­le Ursa­che, außer in den ethi­schen Defek­ten des “Hassers”. Mit einem ähn­li­chen Ton­fall ope­riert auch pi-news sehr ger­ne. Das Wort klingt schon wie zischen­der hei­ßer Dampf, und es soll als Vor­wurf auch affek­ti­ven Dampf erzeu­gen und emo­tio­nal einschüchtern.

“Kewil” ist aber auch ein bezeich­nen­des Bei­spiel für ein lei­der tief sit­zen­des Übel man­cher deut­scher “Islam­kri­ti­ker” und “Kon­ser­va­ti­ver”.  Das Schwen­ken von US- und Israel­fah­nen kaschiert die Unfä­hig­keit, auf eige­nen Bei­nen zu ste­hen und zu den­ken. Eine Art Ersatz- und Kom­pen­sa­ti­ons­pa­trio­tis­mus, den man sich in Bezug auf die eige­ne Nati­on nicht oder nur ver­schämt oder eben nur  hin­ter Onkel Sams Rücken gestat­tet, wohl aus Angst vor den zu erwar­ten­den Prü­geln (can you spell “re-edu­ca­tion”?). Die gan­ze pi-Sze­ne krankt bis zur Idio­tie an die­ser Ver­blen­dung. Die ein­sei­ti­ge Fixie­rung auf das Feind­bild Islam ist die direk­te Fol­ge die­ser Kurzsichtigkeit.

Das ist ein klas­si­scher Fall von “Psy­cho­lo­gie der Nie­der­la­ge”, in derem Bann die geis­tig Kolo­nia­li­sier­ten schon gar nicht mehr wis­sen, daß ihr Kopf nicht mehr ihnen gehört, in der sie ihr gebro­che­nes Rück­grat stolz als Zei­chen der Gene­sung zur Schau stel­len und ihr Krie­chen für einen auf­rech­ten Gang hal­ten. In die­ser Lage kön­nen sie die intro­ji­zier­ten Fremd­bil­der gar nicht mehr als sol­che erken­nen. Eine Abart des “Stock­holm-Syn­droms”, die man “Care­pa­ket-Syn­drom” nen­nen könnte.

Syber­berg hat das ein­mal sinn­ge­mäß so for­mu­liert: die Rus­sen haben uns ver­ge­wal­tigt, die Ame­ri­ka­ner haben uns Kau­gum­mi gege­ben, damit wir die Bei­ne frei­wil­lig breit­ma­chen.  Natür­lich erst, nach­dem sie uns ver­eint mit den Eng­län­dern in Grund und Boden gebombt haben. Poli­ti­sches Kal­kül wird mit Groß­zü­gig­keit ver­wech­selt. Die­se ankon­di­tio­nier­te und nai­ve Vasal­len­dank­bar­keit hält bis dato an, obwohl es weit und breit kei­ne Anzei­chen gibt, daß die USA heu­te unse­re poli­ti­schen Freun­de wären, und sich in irgend­ei­ner Wei­se um deut­sche Inter­es­sen sche­ren wür­den.  Sie beeh­ren ja nicht umsonst Gestal­ten wie Ange­la Mer­kel mit hohen Aus­zeich­nun­gen.

Die Aus­wir­kun­gen die­ses Syn­droms hören sich dann etwa so an:

Die JF kann näm­lich die USA nicht lei­den. Ob es sich um Haß han­delt oder eine mil­de­re Form der Ableh­nung, ist unklar, die nega­ti­ve Ein­stel­lung aber unbe­strit­ten. Man fragt sich, war­um das so ist, aber es ist so in Deutsch­land: Lin­ke, Links­ex­tre­me, Links­ra­di­ka­le has­sen die USA, und da spielt der Kapi­ta­lis­mus die zen­tra­le Rol­le, vie­le Rech­te und alle Rechts­ex­tre­men und Rechts­ra­di­ka­len has­sen die USA genau­so, aber sie wis­sen nicht wie­so! Möch­ten sie der Ger­ne­groß sein? Kei­ner konn­te mir das bis­her schlüs­sig erklä­ren. Als Kon­ser­va­ti­ver ist man ange­sichts der Nach­kriegs­ge­schich­te erstaunt.

Nir­gends ging es den Deut­schen bes­ser als in der ame­ri­ka­ni­schen Zone, nir­gends ging es wirt­schaft­lich schnel­ler vor­an. Wäh­rend Rus­sen und Fran­zo­sen demon­tier­ten, schick­ten die Ame­ri­ka­ner Care-Pake­te und star­te­ten den Mar­shall-Plan, der unmensch­li­che Mor­gent­hau-Plan hat­te kei­ne Chan­ce. Wäh­rend die roten Sta­li­nis­ten die Ost­deut­schen mit Ent­eig­nun­gen und Sozia­lis­mus in Armut und Skla­ve­rei führ­ten, roll­te in Wolfs­burg bereits 1955 der ein­mil­li­ons­te Käfer vom Band, und das Wirt­schafts­wun­der stand in vol­ler Blüte.

Es ist nicht Auf­ga­be eines Blogs, Ahnungs­lo­sen die Welt zu erklä­ren, aber es sei dar­an erin­nert, daß es nach dem Zusam­men­bruch des Kom­mu­nis­mus 1989 der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Geor­ge Bush seni­or war, der als ers­ter vor­be­halt­los, erfreut und schnell für die Wie­der­ver­ei­ni­gung ein­trat, und Gor­bat­schow war der zwei­te, wäh­rend Frank­reich und Eng­land die­se hin­ter­lis­tig hin­ter­trei­ben wollten.

Aber viel­leicht sind die genann­ten “Rech­ten” gar kei­ne Rech­ten, son­dern eigent­lich nur links­ver­si­ff­te Sozia­lis­ten wie die Mehr­heit der Deut­schen, samt der Pres­se und der Mehr­heit der unfrei­heit­li­chen EUdSSR?

Der gan­ze Text ist vol­ler Komik, aber vor allem der letz­te Abschnitt ist köst­lich: Wer sich so unamer­ka­nisch äußert, muß wohl ein “dir­ty com­mie” sein! Und sie sind über­all! Ein McCar­thy muß her! Der Autor ist offen­bar gleich auf mehr­fa­cher Ebe­ne men­tal irgend­wo in den Fünf­zi­ger Jah­ren steckengeblieben.

Der Lüge, daß “wir alle Ame­ri­ka­ner sei­en”, dient der 9/11-Schock auch heu­te noch, und die sich so ver­bis­sen gegen die Zwei­fel an der offi­zi­el­len Theo­rie weh­ren, sind oft die­sel­ben, die sich aus hor­ror vacui an den Yan­kee-Ted­dy klam­mern, um nicht sehen zu müs­sen, wie allein die Deut­schen heu­te wirk­lich ste­hen. Dies­mal wird lei­der kei­ne Kaval­le­rie kom­men, um uns vor “Isla­mo­fa­schis­ten” und Kom­mies zu retten.

Auch “9/11” war ein “moral bom­bing”, das in der Welt­öf­fent­lich­keit die rich­ti­ge Moral her­bei­bom­ben und sie auf eine Linie brin­gen soll­te. Wie das funk­tio­niert, haben die Deut­schen schon ein­mal erlebt, und schon allein des­we­gen soll­te sie die Wahr­heit über den 11. Sep­tem­ber 2001 bren­nend interessieren.
Test

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (40)

mfh

12. September 2011 23:04

Was die Bewertung der globalen Amerikanisierung, pi-news und das von Ihnen so trefflich getaufte "carepaket-Syndrom" betrifft, haben Sie meine volle Zustimmung. Die alternativen Erklärungsansätze bezüglich 9/11 betreffend, habe ich starke Zweifel. Wenn ich schon höre, daß Leute tatsächlich behaupten, die Zwillingstürme seien kontrolliert gesprengt worden, muß ich herzlich lachen. Der Aufwand, der alleine für das Rausschaffen tragender Teile nötig gewesen wäre, ohne den eine kontrollierte Sprengung überhaupt nicht hinzukriegen ist, hätte bei Gebäuden dieser Größenordnung Monate, wenn nicht Jahre gedauert und wäre nur mit dutzenden von Facharbeitern im Rahmen geräuschintensivster Abbrucharbeiten möglich gewesen, bei denen Tonnen von Material wegzuschaffen gewesen wären. Zudem hätten zigtausende von Sprenglöchern gebohrt werden müssen, um tausende Tonnen TNT an die richtige Stelle zu setzen, von der kilometerlangen Verdratung im Anschluß ganz zu schweigen. Und die Mitarbeiter in diesem Türmen sollen von diesen Vorbereitungen nichts mitbekommen haben??? Das ist ziemlicher bullshit, wenn Sie mich fragen.

Vor allem fragt sich, wofür diese ganzen Opfer? Wir sehen doch, wie einfach es mittlerweile ist, andere Länder wegen "Menschenrechten" o.ä. zu überfallen (z.B. Libyen), da braucht es doch kein solches Fanal unter der eigenen Bevölkerung. Ich sehe ein, daß es Verschwörungen gibt. Doch bei sämtlichen Eignissen, die irgendwie aus der Reihe fallen, gibt es stets Ungereimtheiten, die man sich im Nachhinein nicht erklären kann. Das liegt aber wohl in der Unvollkommenheit alles Menschlichen, nicht unbedingt an finsteren Hintermännern, die alle Fäden in der Hand halten.

Freidenker

13. September 2011 00:52

Alles schön und gut.
Abgesehen von der Tatsache,dass es Al Qaida,Bin Laden,Atta und co waren(oder wird das etwa auch angezweifelt?),die diesen Anschlag planten und ausführten,stellt sich mir bei allen "Verschwörungstheorien" eine Frage:wie um alles in der Welt hätte man ein derartig großes Komplott incl anschließendem Medien-Täuschungsmanöver geheimhalten sollen?
Dutzende,wenn nicht sogar Hunderte Personen wären dafür nötig gewesen!Und von all denen hätte NIE einer geplaudert?Keiner hätte irgendwelche moralischen Skrupel gehabt?Das erscheint mir doch reichlich unwahrscheinlich.
Natürlich verfolgt das Großkapital eine für Deutschland,aber auch andere europäischen Länder(außer vielleicht GB) schädliche Agenda!
Das Gleiche gilt aber auch für den Islam.Für ihn sitzen wir im gleichen Boot wie die USA,sind als Vasallen Ziele zweiter Ordnung.
Jedoch sind physische Personen,die in meiner unmittelbaren Nähe sind eine ganz andere Qualität der Bedrohung als ein eher abstrakt/virtuelles Finanz/Medien/Polit-System,das man wenn die Zeit gekommen ist mit wenigen Knopfdrücken zusammenbrechen lassen kann(wahrschenlich sogar mit Unterstützung vieler Amerikaner).
Militärisch gesprochen:bekämpfe zuerst die angreifende Infanterie und dann erst die sie unterstützende Artillerie!

Manfred Kleine-Hartlage

13. September 2011 01:54

Klasse.

Dr. Thomas Veigel

13. September 2011 07:35

Larry Silverstein hat 2,2 Mrd Dollar Versicherungssumme abkassiert und könnte vom Pächter zum Eigentümer eines neuen WTC aufsteigen. Wer die großen Gewinner der PUT-Geschäfte gegen die Münchener Rück waren, harrt noch einer Aufklärung.
Was aber gänzlich fehlt ist die Liste der degradierten, entlassenen oder sonstwie abgestraften Kommandanten der US-Luftabwehr. Wenn ein Flugzeug den vorgesehenen Korridor verlässt, gibt der zuständige Militärcontroller eine Warnung an die Weapon-Sektion. Der Pilot wird kontaktiert und zur Kursänderung aufgefordert. Kommt es nicht dazu, werden für Sofortstart bereite Abfangjäger zu diesem Flugzeug geschickt und es im schlimmsten Fall abgeschossen.
Mag die Reaktionszeit für die Flugzeuge in New York zu kurz gewesen sein, vermag man nicht zu beurteilen. Für die beiden anderen gab es mehr als genug davon und das Pentagon war eines der strategisch empfindlichsten Ziele.
Davon verstehe ich selbst etwas, habe nämlich im Flugabwehrsystem der NATO gedient.
Der erste Gedanke damals war "ein neues Pearl Harbour!".
Trotzdem kann ich eine gewisse Bewunderung für diese perfekte Durchführung einer Geheimdienstaktion nicht verhehlen; vor allem, daß nach 10 Jahren noch niemand "ausgepackt" hat.
Ansonsten ist den Ausführungen von ML nichts hinzuzufügen.

Kewil

13. September 2011 07:46

Es ist immer dasselbe. Aufgrund eines einzigen Artikels zu einem bestimmten Thema wird man niedergemacht. Erbärmlich das! Leider bin ich in einer schlechten Position, da meine beiden alten Blogs alle gelöscht sind. Jedenfalls habe ich mehrmals ganze Foto-Serien der zebombten deutschen Städte gebracht und sie als Kriegsverbrechen gebrandmarkt. Churchill, Bomber Harris und andere wurden in mehreren Artikeln schwer kristisiert, der Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde mit Auszügen aus mehreren Büchern beleuchtet, zu Versailles habe ich eine ganze Serie gestartet und auch die direkte Nachkriegszeit wurde in Serien beleuchtet und so weiter! Das alles in übwer 10.000 Beiträgen sieben Jahre lang! Aber auch die Herren hier nehmen das nicht zur Kenntnis und hauen los!

Wer aber die patriotischen Amis verdächtigt, und sei es die CIA, die Türme selbst gesprengt zu haben, ist ein totaler Vollidiot und kennt die Seele der Amerikaner nicht! Ganz abgesehen davon, dass dort nichts verborgenbleibt, siehe Watergate. Die Welt ist nicht schwarzweiss. Ich habe immer versucht, dem gerecht zu werden. Der einzelne Blogbeitrag beleuchtet immer nur einen Aspekt. Aber mit Leuten, die an 0/11 solche albernen Verschwörungstheorien pflegen, ist sowieso jede Diskussion umsonst!

M.L: Mir ist das alles bekannt, ich habe Ihr Blog schon vor langer Zeit mitgelesen. Ich weiß auch noch, wie sehr Sie sich gesträubt haben, die Bestreitung der Alleinkriegsschuld Deutschlands 1939 zur Kenntnis zu nehmen, und auch alle für Volltrottel hielten, die sich an Scheil & Co orientieren. Oder daß Sie jeden, der die Rheinwiesenlager auch nur erwähnte, für einen "Nazi" hielten. Die "patriotischen Amis", wie Sie sich das vorstellen, gibt es schon lange nicht mehr.

drauf und drann

13. September 2011 09:38

Wenige Wochen nach dem Attentat habe ich in einer Runde, schon angewidert von der sich gegenseitig hochschaukelnden Betroffenheit,
erwähnt das hier eben mal 2 Häuser eingestürtzt sind, während in Deutschland ganze Städte ausradiert wurden, und es offensichtlich kein Sw... juckt. In den Gesichtern war nach dieser meiner Aussage zu sehen, das den "Carepaket-Jüngern" einfach der "Arbeitsspeicher wegreeduciert" wurde, um auch nur im Ansatz meine Aussage zu verstehen.
Selbst das Datum, in den MSM gerne als "naineläven" bezeichnet, damit auch jeder beim 9. September an nichts anderes denken kann, wurde uns ins Hirn gemeiselt.
Dazu Enya mit "Only Time" zur musikalischen Untermalung, die Tage wieder von allen Radiosendern eifrig gespielt.
Ein Gutes hat der 911 Wahn aber dann doch, wir wurden 2/3 Tage lang von den Hitlerdokus verschont. ;-)

Johannes P.

13. September 2011 10:26

Absolut jede Schilderung von Geschehnissen jenseits einer gewissen Komplexitätsschwelle weist Merkwürdigkeiten und "Ungereimtheiten" auf. Die meisten lassen sich erklären, wenn man sie überprüft, ein kleiner Rest verbleibt, der menschlichen Fehlbarkeit und Unwägbarkeit geschuldet.

Aus diesem Grund kann keine solche Schilderung durch einen Berg von Kleinigkeiten erschüttert werden, sondern nur durch eine alternative Schilderung, die insgesamt plausibler ist. So ist es überall, wo das Urteil nicht vorher feststeht, und so muß es auch bei 9/11 bleiben.

Verschwörungstheorie ist kein Schimpfwort, denn die politische Geschichte ist leider voll von Verschwörungen. Aber wer die größte Verschwörung aller Zeiten postuliert, muß mehr liefern als ein paar architektonischer Detailbeobachtungen, die nur auf den Laien seltsam wirken, von Statikern und Ingenieuren aber leicht erklärt werden können.

Leider ist meine Erfahrung gewesen, daß der durchschnittliche Verschwörungstheoretiker an solchen Erklärungen gar kein Interesse hat, sondern sofort das nächste Detail aus seinem Sammelsurium präsentiert; die angehäufte Masse soll darüber hinwegtäuschen, daß die einzelnen Teile keiner Belastung standhalten.

Noack

13. September 2011 10:36

Zum ersten Mal bin ich von Herrn Lichtmestz wirklich enttäuscht. Was gibt es Dumpferes als die Verschwörungstheorien zu 9/11 auf Seiten der deutschen Linken und Rechten? Dabei geben sich solche Typen aber als genau das zu erkennen, was sie vorgeblich ablehnen sein zu wollen: verbitterte ZuKurzGekommene ohne die Fähigkeit zur Nächstenliebe - Auswurf der Psychologie der Niederlage! Wirklich widerlich!

Martin Lichtmesz

13. September 2011 11:04

Wie gesagt: allen, die "9/11"-Skepsis für "dumpf" oder "albern" etc. halten oder für eine bloße Frage von Detailungereimtheiten, empfehle ich die genannten Bücher zu lesen. Dann wird manches in einem anderen Licht erscheinen, und vieles sich klären, was hier gerade gefragt und disktutiert wird.

a.t.

13. September 2011 11:16

Sehr geehrter Herr Lichtmesz,
ich bin salopp gesagt, ein "fanboi" Ihrer Artikel.
Einer der letzteren Juwelen ist z .Bsp. Ihr Beitrag, "Demokratiesimulation und Gegenöffentlichkeit."
Ich habe nicht zuletzt wegen Ihnen die Sezession abonniert und zähle Sie zusammen mit Herrn Kleine-Hartlage zu den am besten artikulierten, intellektuell schärfsten und ästhetisch best beschlagenen Publizisten der intellektuellen Rechten.
Ich persönlich finde es jedoch befremdend, dass Sie scheinbar ob des Attentats so etwas wie "klammheimliche Freude" empfanden.
Auch enttäuscht mich, dass Sie und Herr Kleine-Hartlage sich offenbar dem Lager der Verschwörungstheortiker zugewendet haben.
Unabhängig von der Tatsache, dass 9/11 ein - wie üblich - von unseren "transatlantischen Eliten" vollends eklig zelebriertes Schauspiel ist, bleibt doch im Kern die Tatsache bestehen:
19 muslimische Fanatiker haben mit 4 Flugzeugen ein terroristischen Akt vollzogen der +- 3.000 Menschen das Leben gekostet hat.
Zu glauben da stehe der CIA dahinter oder sonst ein Global-Strippenzieher, hat etwas verstörend manisches an sich.
Meiner Erfahrung nach sind sämtliche Verwaltungen kaum in der Lage auch nur die ausreichende Menge an Klopapier für ihre Büros zu bestellen...
Möglicherweise hat ja irgend jemand in irgend einer US-Institution davon gewusst/geahnt. So etwas nenne ich "someone's unilateral wet dream".
Aber eine Schattenorganisation a la SPECTRE, mit einer hauptsaechlich jüdischen Bemannung (meinetwegen auch Befrauung)?
Das kann nicht Ihr ernst sein.
Das Problem sind nicht die "Amerikaner" oder der "Jud", sondern wir selbst. Wir, die nicht in der Lage sind diesem Land aus eigener Kraft den Glauben an sich selbst wiederzugeben und dass 1.000 Jahre deutsche Geschichte und Kultur nicht auf 12 Jahre im 20.Jahrhundert reduziert werden darf.
Stattdessen suchen wir ständig diese Schuld den "anderen" zuzuorten und jammern recht unwürdig wie kleine Mädchen herum.
Unschön.


M.L.: Was letzteren Absatz betrifft, so sage ich seit Jahr und Tag nichts anderes. Das ändert nichts an der Tatsache, daß der letzte Krieg und seine Nachspiele eine wesentliche Ursache sind, daß die Deutschen heute weder Kraft noch Glauben haben. Das festzustellen hat nichts mit "Jammern" zu tun. Was die "Verschwörungstheorien" betrifft, siehe oben: und dann wird das alles nicht mehr so "verstörend" und "manisch" wirken, wie Sie denken.

dr.l

13. September 2011 11:45

Werter Herr Lichtmesz!

Auch ich bewundere sonst die Luzidität Ihrer Schreibe. Aber hier kann ich meinem Vorredner a.t. nur zustimmen. Der klebrig-verdruckste Antiamerikanismus der Herren Bröckers et al. und sehr vieler anderer Deutscher gibt sich unschwer zu erkennen als der in Hass transformierte uneingestandene Neid auf eine Nation, die sich ihrer nicht schämt und die ihre Interessen artikuliert und verwirklicht (auf wie bisweilen stümperhafte Weise auch immer) - kurz: die das wagt zu tun, was man uns doch so mühsam abtrainiert hat und der man darum gern am Zeug flickt, wenn es Gelegenheit dazu gibt. Man muss das nicht mögen, wie die Amis politisch agieren, und es ist mit unseren Interessen selbstverständlich nicht deckungsgleich. Aber dass hinter allem die CIA und der Mossad stecken, darin waren sich schon Stasi und deutscher Durchschittsspießer ausnahmweise einig. Ist das jetzt der Versuch der Rechten, mainstreamfähiger zu werden, indem man sich an ohnehin populäre Theorien anhängt und nebenbei ein bisschen Querfront betreibt? Das ist etwas unter dem Niveau, das ich sonst hier schätze.


M.L.: Ich habe keine Ahnung, wer hinter 9/11 steckt, nur eine persönliche Meinung. Ich weiß nur, daß sehr viele Dinge vehement gegen die offizielle Version sprechen. Jedermann kann sich davon überzeugen, auch wenn es zunächst den eingefahrenen Reflexen wehtut. Auch ansonsten sind Sie offenbar unzureichend informiert. "Antiamerikanismus" ist heute quasi ein Muß für jeden Deutschen, da die Interessen der USA unseren zuwiderlaufen. Und so war es auch immer schon. Wer hat uns den Patriotismus abtrainiert und politische Eliten gefördert, die Deutschland auf einem Unterworfenen- und Vasallenstatus halten? Hat man die "Re-Education" schon wieder vergessen? Daß dies unter den Umerzogenenen und Besiegten zum Selbstläufer geworden ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich kann jedenfalls bei Bröckers "Antiamerikanismus" nichts "klebrig-verdruckstes" erkennen. Das ist völlig klar begründet. In seinem Buch äußert er übrigens sogar Verständnis für die US-Außenpolitik, die zum Teil auch nur tragischen Aporien folgt (Stichwort Öl- und Ressourcenfrage). Wessen Interessen die amerikanische Regierung heute genau vertritt, ist auch nicht so eindeutig. Die des amerikanischen Volkes bestimmt nicht. Das Imperium "schämt" sich seiner bestimmt nicht, ist arrogant und brutal, zur gleichen Zeit liegt die eigene Bevölkerung unter der Knute von PC und "white guilt". Wirkliche Patrioten und Kritiker der imperialen Politik wie Pat Buchanan sind in Obamas (und bereits Bushs) Amerika weitgehend isoliert.

Zadok Allen

13. September 2011 13:08

Es muß keinesfalls "Amerikahaß" sein, wenn man von einer Verursachung der Anschläge durch den militärisch-geheimdienstlichen Komplex ausgeht. Vielmehr liegen strukturelle Zwänge zu Grunde: Die USA waren und sind von jeher eine Massengesellschaft, und der Masse, wie sie dort auftritt, ist eine Art Herdenpazifismus zu eigen.

Nun müssen die USA allerdings - ob sie wollen oder nicht! - als imperiale Macht des Kalibers, zu der sie geworden sind, hin und wieder kleine und große Kriege führen. John Mearsheimer hat dies in seinem herausragenden Werk "The Tragedy of Great Power Politics" auf die sog. "security competition" der Großmächte zurückgeführt: diese können sich demnach nicht mit einem Machtgleichgewicht zufriedengeben, sondern sind aufgrund der Funktionslogik des internationalen Staatensystems gezwungen, stets mehr Macht zu erstreben als ihre Gegner besitzen.

Die Eliten der USA - Stichwort "Ostküste" - sollte man keinesfalls unterschätzen. Glaubt man im Ernst, daß sich ein weltweites Imperium über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte (wenn man nur die "westliche Hemisphäre") betrachtet von bürokratischen Stümpern aufrechterhalten läßt?! Natürlich haben die USA die besten militärischen Spezialkräfte und Geheimdienste der Welt und beschäftigen in diesen die am besten ausgebildeten und skrupellosesten Männer - sonst wären sie längst von einer anderen Großmacht aus der Spitzenposition verdrängt worden.

Wenn nun die Eliten, die "think tanks", der militärisch-industrielle Komplex, die "Familien", die Chefs der Finanzindustrie - wenn diese zu der Einschätzung kommen, daß aus diesen und jenen Gründen Invasionen bestimmter Staaten in der islamischen Welt nötig sind, so wird es sich dabei um ein fundiertes geostrategisches Kalkül handeln, das man nicht leicht vom Tisch fegen sollte. (Wie dürftig ist unsere Informationslage!)

Und wenn für solche Kriegsmaßnahmen die Massen (teilweise) mobilisiert werden müssen, dann sind eben entsprechende Fanale nötig, die ikonisiert werden können. Daher, und nur daher die lange Tradition der USA im Konstruieren von Kriegsgründen. Sie müssen sich als Opfer fremder Aggression entwerfen, weil sie anderwärts nicht die Kriege führen können, die sie zur Sicherung ihrer schieren Existenz, geschweige ihrer Führungsposition unter den Großmächten, einfach zu führen gezwungen sind. Das mag moralphilosophisch "böse" genannt werden, entspricht aber dem schon von Thukydides glänzend geschilderten tragischen Charakter der internationalen Beziehungen.

Damit will ich gar nichts zu der uferlosen Debatte um den "wahren" 11. September gesagt haben. Sollten es tatsächlich "Terroristen" gewesen sein, so dürfte die Elite der USA den Anschlag als Gottesgeschenk betrachtet haben. Man muß stets die Spannungen und ehernen Notwendigkeiten im Auge behalten, in die die USA als führende Großmacht der Welt verstrickt sind.

JeanJean

13. September 2011 13:59

Ach, möglicherweise haben sich ja auch die Deutschen selbst in Dresden Bombardiert.Den Durchhaltewillen hat es nicht gebrochen und obendrein Märtyrer geschaffen...
So perfekt und mathematisch genau, so ästhetisch... Ich glaube kaum, dass so was ohne die Hilfe der Nazis möglich war. Wenn ich nicht irre waren sie da sogar Fachleute.

Wenn der IQ die Gemeinschaft mit dem common sence aufgibt, kann er auch wenn er sich auf höchstem Sprachniveau äußert, zur blanken Idiotie verkommen.

Den Versuch Dresden zu einer Art "Gegenauschwitz" zu stilisieren finde ich peinlich. Er funktioniert nach den gleichen dümmlichen Logik, jede Grausamkeit nach, oder parallel zu Auschwitz als Bedrohung der Singularität anzusehen, die sich schon allein aus der industriellem Menschenvernichtung jedem erschließt. Das ist absolut unnötig und schafft eine rein politisch motivierte Opferhirarchie die ich ablehne. Ebenso absurd ist die Vorstellung, das Gedenken an die Opfer des 11.September sei nur als "Doppelpack" mit Dresden statthaft.
So sehr ich das Trauerverbot, das über Deutsche Opfer verhängt wurde ablehne,so sehr lehne ich es ab, die Terroropfer von 9.11. wegzurationalisieren. Zwei Seiten einer Medaille, die den Wert von Menschenleben politisch/ ideologisch bemisst.

Den Kapitalismus als totalitär anzusehen, halte ich ebenfalls für falsch. Das, was die westlichen Gesellschaften gerade zu zerstören droht, ist nicht der freie Markt, sondern die faschistische Verbindung der politischen mit den Wirtschaftseliten, die nur dort möglich ist, wo über Regulierungswut Lobbyismus und Korruption die Türen geöffnet wurden. Ein schönes Beispiel dafür ist die Wohlstandsvernichtung durch die Markteingriffe der Politik im Zusammenhang mit der Klimalüge.

Über Amerika nur so viel: Die Gründungsidee, die die amerikanische Gesellschaft so einzigartig und erfolgreich machte, ist antielitär und gleichzeitig nicht egalitär und erfüllt ganz pragmatisch die Voraussetzungen für ein Höchstmaß individueller Freiheit. Dass diese freien amerikanischen Bürger nach dem Krieg obendrein so freundliche Eroberer waren, entspringt auch dieser nicht kollektivistischen Weltsicht.

Der Hinweis auf die "Naivität" Kewills" ist vor dem Hintergrund seiner Arbeiten auf Fakten und Fiktionen lächerlich. Meine Haltung zu Dresden z.B. hat sich durch die Lektüre seiner Artikel verändert. Ich lehnte zuvor jede offene Trauer um deutsche Opfer ab, weil ich deren Politisierung befürchtete und das Verschwimmen der Kategorie von Ursache und Wirkung. Nach wir vor lehne ich allerdings einen kollektiven deutschen Opferkult ab.

Übrigens, die Genialität der Mohamedaner, die es schafften in die Gebäude zu rasen, zu bewundern ist schon mehr als lächerlich. Die sichere Landung ist beim Fliegen das Komplizierte. Was diese Arschlöcher hinlegten, könnte man auch jedem 9 Jährigen antrainieren, wenn auch vielleicht nicht jedem Kevin oder Justin. Aber wer weiß, Frühkindliche Erziehung soll ja Wunder wirken.

Ein Fremder aus Elea

13. September 2011 14:04

WTC 7 ist gesprengt worden. Das ist auch kein Geheimnis, Larry Silverstein hat es vor laufender Kamera zugegeben. Die Motivlage ist unklar. Entweder es ging ihm um die Versicherungssumme oder er hat einen Anruf von jemandem erhalten, welcher die Unterlagen der Börsenaufsicht SEC gerne vernichtet gesehen hätte.

Und vielleicht ist das symptomatisch. Vielleicht erklärt genau das, warum es jede Menge Ungereimtheiten gibt, nicht wahr? In der Zeit zwischen dem Flugzeugeinschlag und dem Einsturz wurden die örtlichen Goldreserven teilweise geplündert. Wer weiß, was noch alles unter dem Mantel der Katastrophe geschehen ist?

Die mangelnde Bereitschaft der Behörden tiefer zu graben ist jedenfalls nicht weiter verwunderlich. Das betrifft auch die NORAD Übung am selben Tag. Natürlich ist es wahrscheinlich, daß da irgendetwas durchgesickert ist, aber vielleicht ist es sozusagen unbeabsichtet geschehen, bei irgendeinem Geschäftsessen der Carlyle Group oder so, wovon man auch lieber nicht reden will.

Jedenfalls sehe ich persönlich nicht die Grenze überschritten, ab welcher man statt von moralischer Korruption von planvoller Bosheit ausgehen müßte. Und es ist allgemein nicht anzuraten, sich so weit wie möglich aus dem Fenster zu lehnen.

Andererseits, wenn es sich wirklich um ein fingiertes Maneuver gehandelt haben sollte, welche Absicht wäre damit verfolgt worden?

Nun, es sind im Anschluß an dieses Ereignis international Sicherheitsstrukturen aufgebaut worden, welche es vorher nicht gab, aber das hätte man wahrscheinlich auch auf anderem Wege erreichen können.

Angenommen, die Hintermänner sind nicht blöd gewesen, dann scheint mir die einzig mögliche Absicht die gewesen zu sein, das Vertrauen der amerikanischen Bevölkerung in ihren Präsidenten zu erschüttern.

Das ergäbe Sinn, die Wahl Obama's gleich im Anschluß daran unter diesem Gesichtspunkt auch, da sich die schwarzen Amerikaner nicht genug mit Bush identifiziert hatten, um bei ihnen ein Gefühl des Betrogenseins aufkommen zu lassen.

"Ja, warum sollte das irgendjemand wollen?" wird sich jetzt vielleicht mancher fragen, aber ich denke, das läßt sich schon erklären. In gewisser Weise ist so ein Präsident doch ein Volkstribun, jedenfalls muß er sich so geben. Darin mag man ein Hindernis sehen, denn er kann sich ja nur so geben, wenn er gewissen populären moralischen Ansichten gerecht wird, welche man zwar durch die Medien formen kann, aber doch nicht beliebig.

Der Durchschnittsbürger jedenfalls fühlte sich sicherlich ohnmächtiger, wenn er nichts von seinem Präsidenten für sich erwarten würde und würde in Folgen dessen mit großer Wahrscheinlichkeit auch weniger Ansprüche an die Politik stellen, es wäre dann halt alles "alternativlos".

Natürlich mag das Kalkül dabei auch genau umgekehrt sein, und man versucht auf diese Weise nur, die Menschen dazu zu bringen, sich stärker selbst mit politischen Themen zu beschäftigen, als nur blind der Regierung zu vertrauen, aber das ist doch sehr fragwürdig, gerade wenn man sich ansieht, in welche Bahnen die Kommunikation im Internet gelenkt wird (Facebook ist ja nichts anderes als die Reetablierung der Schulhofclique im virtuellen Raum oder, um es fundamentaler zu sagen, der erfolgreiche Versuch die Kopflastigkeit der virtuellen Kommunikation zu eliminieren und durch eine der realen Kommunikation nachempfundene Gefühlslastigkeit zu ersetzen.)

Nun ja, allgemein zu alternativen Lebensentwürfen, wenn man sich denn seine Eigenständigkeit bewahren oder aufbauen möchte: Diese hat wirtschaftliche Voraussetzungen. Und ich würde jetzt mal so sagen, daß in Deutschland beispielsweise ein Aufbau von wirtschaftlichen Strukturen, auf welche sich eine kulturelle Eigenständigkeit gründen könnte, nur dort umfassend möglich ist, wo die Bevölkerungsdichte 80 Personen pro km2 nicht übersteigt, also in Mecklenburg-Vorpommern, beispielsweise. Andernfalls (in NRW liegt die Bevölkerungsdichte sechseinhalbmal so hoch), wird man koexistieren müssen, es sei denn, man griffe zu stalinistischen Maßnahmen in einem geeigneten Staatenbund, nun ja, sagen wir, wir schließen ein Abkommen mit Rußland und deportieren 85% der Bevölkerung NRWs nach Westsibieren (Tobolsk soll ja sehr schön sein.)

Natürlich sind die 80 Personen aus der Luft gegriffen. überleben wird man wohl auch noch mit 160 können, aber wer will das schon? (Mit 80 hätte Deutschland insgesamt gerade mal 28,5 Millionen Einwohner.) Will man mehr, braucht man das Wohlwollen des marktöffnenden Hegemons.

KW

13. September 2011 14:16

Herr Lichtmez, ich habe mich hier nach meiner Flucht aus der DDR immer über 3 Dinge gewundert:
1. Der Spruch, "uns geht es so gut, da müssen wir anderen helfen", also alle Müden und Beladenen bei uns aufnehmen und Geld in alle Welt zu verschenken
2. Der Spruch "wir leben in der besten Demokratie", wovon ich mich von Anfang an nicht überzeugen konnte
3. Die US-Hörigkeit, alles gut zu finden, was von drüben rüberschwappt, ohne die leiseste Kritik, dass wir immer noch ein besetztes Land sind und militärisch und kulturell nach US Pfeife tanzen.

Danke für den Artikel! Ich glaube, viele glauben gerne an die Geschichte vom Moslemüberfall, weil wir im Land das Moslemproblem haben; dass die USA das eine Problem sind und die Moslems das zweite, können manche nicht auseinanderhalten, und irgendwie sind beide Probleme miteinander verknüpft. Die Leute in der DDR sahen die Sowjets als Besatzer, die Deutschen in der BRD die Amis als Befreier, es scheint, dass die Gehirnwäsche ganz gut funktioniert. Carepaketsyndrom=Spitze!!!!

Kreuzweis

13. September 2011 14:36

Erstmal: Gratulation und Hut ab, Herr Lichtmesz, für diesen guten Artikel!

Ich hätte nicht vermutet, daß er in diesen Kreisen noch nötig gewesen wäre. Doch scheinbar überschätze ich immer noch maßlos das logische Denkvermögen der "Konservativen". Denn was hier mehrere Hologläubige - pardon: 911-Gläubige - von sich geben, ist weit "sub zero".

Zu wem es sich immer noch nicht herumgesprochen hat, daß an jenem Tag in "big apple" nicht 2, sondern 3 Türme in sich zusammengefallen sind, wobei die BBC den Einsturz des 3. Gebäudes auch noch in guinessbuchwürdiger Hellseherei vorhersagte, den kann man wohl kaum zu den kritischen Geistern rechnen. Viel mehr, als diesen Fakt, braucht es eigentlich nicht, um an der offiziellen Version zu zweifeln. Wer bei "9/11" nach 10 Jahren immer noch nicht zum "Kratzen" kam, der WILL die staatliche Verschwörungstheorie glauben. Der gehört zu jenen Zeitgenossen, die lieber gigantische Lügen glauben und "Leugner" gerne mal auf den Scheiterhaufen schicken, um ja nicht ihr Weltbild zu verlieren.
Manchmal stecken jedoch auch nur ganz handfeste Vorteile und Verstrickungen dahinter, wenn Leute auf begriffstutzig machen.

Der "Kewil" erinnert mich sehr an den genialen Blogger "Fjordman", der trotz seiner allgemeinen Logikschärfe bei bestimmten Themen jämmerlich versagte. Und siehe da - heute wissen wir, daß einige besonders feine Spürnasen den Braten richtig errochen hatten: wegen seines jüdischen Vaters war er, wenn's um Juden ging, extrem kurzsichtig ...

Übrigens ist "9/11" für's "System" nicht ganz ungefährlich, weil es viele Bürger aus der Mitte und sogar von ganz links dazu brachte, sich mit den nichtstaatlichen Verschwörungstheorien zu befassen - etwas, was vorher fast nur "Nazis" gewagt hatten. Die politischen Stammtische, die sich z.B. durch den schweizer Blog "Alles Schall und Rauch" bildeten, sind auch für einen Rechten interessante Foren zum Gedankenaustausch mit einem aufgeweckten Teil des Volkes. Wer "neue Leute" erreichen möchte, sollte diese "Szene" nicht ganz links liegen lassen.

Meyer

13. September 2011 14:40

Sehr geehrter Herr Lichtmesz!

Auch ich möchte Ihnen und Herrn Kleine-Hartlage danken, daß Sie beide den Mut finden, der Skepsis den Vorzug vor Naivität auch in der Öffentlichkeit zu geben. - Auch ich zähle zu den Skeptikern, wenn ich auch erst langsam zu einem solchen in Bezug zu "Neiniehleffen" geworden bin.
Wenn es mir auch schwerfällt, einen Inside-Job aufgrund der vorgetragenen Zweifel an der öffentlichen Variante anzunehmen, so bin ich mittlerweile davon fest überzeugt, daß die in der Öffentlichkeit kolportierte Variante des Geschehensablaufes so wohl kaum stattgefunden hat, haben kann.
Ein Richter würde diesen Vortrag wohl als "unschlüssig" bezeichnen. Allerdings: In dieser Sache hilft juristisch-methodisches Denken durchaus weiter. Nur weil der Hauptvortrag nicht schlüssig ist, ergibt sich daraus alleine natürlich kein alternativer oder gegensätzlicher Geschehensablauf. Noch nicht einmel das öffentliche Äußern der Unwahrheit läßt einen irgendwie gearteteten Schluß zu.
Den meisten Alternativverläufen sollte man wohl mit der identischen Intensität an Skepsis begegnen, wie dem Verlauf, der vom Mainstream getragen wird.

Alleine die angenommenen Interessenlage einer Weltmacht, einiger Verschwörer oder gar fremdstaatlicher Geheimdienste sind wohl kaum für einen Beweis eines Alternativgeschehensablaufes geeignet. Ja selbst die Schlüssigkeit "hängt" bei allem, was ich als Alternativen bis heute ausmachen konnte.
Hier irren aber die Skeptiker gegenüber den Verschwörungstheoretikern: Alleine die Unwahrscheinlichkeit eines konkreten Alternativmodells zeigt nicht Wahrheit des Mainstreamerklärungsmodells auf.

Mein Schluß derzeit lautet deshalb, daß man sehr wenig harte Anhaltspunkte besitzt, aufgrund derer man sich in Gewißheit zu äußern vermag. Wenn man mit einer skeptischen Grundhaltung an dieses und alle Phänomene herangeht, wird man wohl kaum seriös zu einem anderen Schluß als diesen gelangen können, als das die Wahrheit schlicht im Dunkeln liegt.
Spekulieren ist natürlich erlaubt, vielleicht sogar geboten. Doch sollte man eine Spekulation auch als solche deutlich kenntlich machen, um seine ansonsten berechtigt geäußerten Zweifel nicht durch ebenso berechtigte Gegenzweifel zu beschädigen.
Dies sollte man vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas deutlicher herausstellen.

Ihren Aussagen bezüglich der Wirkung des amerikanischen Vorgehens in Deutschland nach 1945 sind natürlich zutreffend. Ein Glück, daß Roosevelt starb. Sonst wäre die Geschichte wohl anders, - unter Umständen sogar - besser verlaufen. Der Deutschland-Hasser hätte es wohl kaum "übers Herz" gebracht, eine Chrame-Offensive zu starten, welche dementsprechend viele Deutsche auch nicht hätte korrumpieren können.
Ihre Aussagen zum Blog PI, als Sammlungs-Bewegung der Stockhlom-Syndrom-Geschädigten habe ich auch schon an anderer Stelle bemerkt und ist natürlich offensichtlich zutreffend.

Eine Gegnerschaft zur US-Politik sollte man nicht mit Amerika-Feindschaft gleichsetzen. Wer von diesem Land nicht fasziniert ist, hat es schlicht nicht gesehen. Sowenig ich die Politik der Bundesrepublik mit den Deutschen selbst identifiziere, so wenig identifiziere ich die Menschen eines Landes mit der dortigen staatlichen Politik. Staaten sind Herrschaftssysteme, die Menschen sind Beherrschte. Es gehört zwnigend zu den Mindestvoraussetzungen stabiler politischer Verhältnisse, daß die wesentliche Teile der Bevölkerung die staatliche Politik trägt und ein weiterer wesentlicher Teil ihr wenigstens desinteressiert-neutral gegenüber steht.
Das zu besorgen ist zwingend eine wesentliche Aufgabe der Innenpolitik. Die Regierung der USA haben dazu im Pentagon eigens eine Behörde eingerichtet. Hitler nannte diese Aufgabe schlicht "die Heimatfront".
Daß ein Mindesterfolg dieser Politik anzunehmen ist, ist wohl selbstverständlich. "Dem" Amerikaner das übel zu nehmen, kann ich kaum nachvollziehen. Kein Volk ist davor gefeit. Das deutsche offensichtlich auch nicht.

Pro-Amerikanismus in Form eines "Pro-USAismus", also dem Staat und seiner Politik (anstatt Land und Menschen) gegenüber, ist entweder ein Zeichen von Unkenntnis der USA-Politik gegenüber Deutschland, phasenweise weniger scharf praktiziert, bspw. von Reagan und Bush sen. oder es handelt sich um das Vorliegen eines Charakterzuges, den ausgerechnet die Antideutschen den Deutschen gerne unterstellen: gehorsamer Opportunismus. Diese Opportunität wird auf PI nun par excellence betrieben.

Oder: Es ist schlicht ein Fall einfältigen Denkens. Zudem wer wegen der paar Care-Pakete das "moral bombing" (u.v.a.) ausblendet, hat letztendlich den gleichen Dachschaden, wie ein Linker. Beides ist eine Form der pathologischen Selbstverleugnung.

G.

14. September 2011 07:33

Auch ich lese die Artikel von Herrn Lichtmesz immer gerne, finde jedoch dieses Wandeln auf Verschwörungs-Pfaden eher traurig.

Weil jetzt hier die Diskussion auf WTC 7 kommt: Für mich macht das überhaupt keinen Sinn. Rollen wir das mal von hinten auf; angenommen die Anschläge waren geplant, dann war doch sicherlich zu aller erst einmal der Einsturz der beiden Haupttürme, dieser Ikonen und Wahrzeichen, beabsichtigt (Hätte denn nicht eigentlich sogar der Einschlag der Flugzeuge genügt? Warum zusätzliches Risiko, dass die Sache auffliegt, durch eine komlizierte Sprengung, deren Geheimhaltung ja eine historisch einzigartige Meisterleistung ist!) Warum sollte dann zusätzlich dieses unwichtige Nebengebäude ebenfalls gesprengt worden sein? Warum wurde auch dieses Gebäude wochenlang im Voraus geheim verkabelt um es dann Stunden nach den Haupttürmen kontrolliert zu sprengen, ich meine was ist der Mehrwert? Erhöht das denn den Wert oder die Glaubwürdigkeit oder das Ausmaß dieser angeblichen "False Flag"-Operation? Reichen nicht die Haupttürme? Warum zusätzliches Risiko? Wie man sieht, droht ja nun nach Ansicht der Truther gerade durch WTC 7 das Auffliegen des ganzen "Komplotts"... das macht für mich einfach keinen Sinn. Herr Lichtmesz, sie schrieben doch gerade erst über "common sense". Sehen sie nicht die Absurdität?

Viele "Truther" und andere Verschwörungstheoretiker meinen ja, man müsse sich nur länger mit den "Erkenntnissen" beschäftigen, um auch irgendwann zu "glauben". Bei mir persönlich ist es eher umgekehrt: Je mehr ich mich mit der Materie beschäftigt, desto unglaubwürdiger wird das alles. WTC 7: Der "Jud", der angeblich 10 Milliarden mit der Aktion verdient, ist so blöd und verplappert sich hinterher im TV (eig. hat er ja nur gesagt, dass sie die Feuerwehr abziehen, aber egal). Die BBC wussten angeblich auch schon vorher Bescheid? Waren die auch eingeweiht? Sind ja auch Angelsachsen, also zuzutrauen wär's ihnen dann ja... Oder gar die gesamte Presse? Und die halten dicht? Also je mehr "Details" und angebliche "Ungereimtheiten" der Truther man sich reinzieht, umso verständlicher wird, warum die meisten Leute es nicht einmal für nötig halten, auf sowas überhaupt einzugehen. Spinner muss man nicht noch bestätigen, indem man sich intensiver mit ihrem Murks befasst.

Letztendlich ist der verführerischste "Beweis" bei WTC 7 dann eben doch der visuelle: Es kracht so schön symmetrisch zusammen, dass es eben wie eine vorsätzliche Sprengung aussieht. Und wenn es so aussieht, dann muss es auch so sein. So argumentiert z.B. dieses Filmchen. Naja. Nur weil ein Haufen Scheiße aussieht wie eine Portion Schokopudding, ist es ja auch noch lange kein Schokopudding. Man erkennt es normalerweise recht schnell am Gestank. Und die Sache stinkt genauso. Silverstein & der Mossad sprengen WTC 7 - man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll.

bernardo

14. September 2011 12:36

@G. "Letztendlich ist der verführerischste „Beweis“ bei WTC 7 dann eben doch der visuelle: Es kracht so schön symmetrisch zusammen, dass es eben wie eine vorsätzliche Sprengung aussieht. Und wenn es so aussieht, dann muss es auch so sein."

Nö. Aber dann stellen sich automatisch Fragen, ob so ein perfekter Einsturz aus Zufall möglich ist und diese Fragen werden von einer ganzen Reihe an kompetenten Personen wie Architekten, Statikern und Sprengmeistern mit einem Nein beantwortet.

Genauso stellen sich Fragen, wieso gerade die beiden Flugzeuge, die ins Pentagon bzw. auf das freie Feld gestürzt sind, so ziemlich die einzigen Flugzeuge sind, die sich je nach ihrem angeblichen Absturz praktisch in Nichts aufgelöst haben.

usw.

Letzten Endes führt dies aber nicht weiter. Halten wir daher fest:

Der 11.9. in Darmstadt war kein Fake.

Martin Lichtmesz

14. September 2011 12:41

Ich möchte hier nicht allzu sehr ins Detail gehen, da es in meinem Artikel nicht in erster Linie um "9/11"-Skepsis geht, und diese für meine Argumentation auch wenig Bedeutung hat. Die außenpolitischen Folgen von 9/11 reichen allein schon für eine fortgesetzte US-kritische Haltung aus. Die schärfsten Kritiker der US-Außenpolitik wie die Szene um Noam Chomsky akzeptieren die offizielle Version, wobei jedoch zum Disput steht, inwiefern hier Vorwissen seitens der Regierung bestand.

Aber grundsätzlich: Ich sehe nichts "Absurdes" darin, die Ungereimtheiten beim Namen zu nennen. Und derer gibt es viele. Die offizielle Theorie läßt ebensoviele Fragen offen.Niemand kann sie heute exakt beantworten. Bröckers Verdienst ist es, all diese Fragen aufzuwerfen, und zu skizzieren, was eine wirklich unabhängige Kommission zu klären hätte. Ich bleibe dabei, daß man bei dem Thema sehr schnell zum "Skeptiker" werden kann, gerade mit "common sense". Das bedeutet nicht, daß man auf alles eine Antwort hätte, ein Anspruch, der vermessen wäre. Man kann heute die ganze, komplexe Wahrheit nicht sehen, aber die Lügen kann man zu einem großen Teil erkennen.

Was zum Beispiel das WTC7 betrifft, so ist es durchaus von Bedeutung, daß das Gebäude sauber in sich eingekracht ist, genau so wie bei einer systematischen Sprengung. Einfach, weil es noch nie zuvor passiert ist, daß ein massives Stahlgebäude nicht einfach ausbrennt, sondern wegen eines Feuers einstürzt. Siehe zum Vergleich den Brand des Mandarin Oriental Hotels in Peking vorher oder nachher. Dieses Gebäude, nur 20 Meter kleiner als das WTC7, brannte im Gegensatz zu diesem wirklich wie eine Fackel, stürzte aber nicht ein.

Im November 2001 berichtete die NY-Times vom "strange collapse of 7 World Trade Center":

The building had suffered mightily from the fire that raged in it, and it had been wounded by the flying beams falling off the towers. But experts said no building like it, a modern, steel-reinforced high-rise, had ever collapsed because of an uncontrolled fire, and engineers have been trying to figure out exactly what happened and whether they should be worried about other buildings like it around the country.

Der Kollaps wurde also schon früh als "strange", präzedenzlos und erklärungsbedürftig eingestuft. Die Skeptiker/Kritiker/"Truther" sind der Ansicht, daß diese Erklärung bisher nicht befriedigend geleistet wurde.

Die Argumente, vorgetragen von einer erheblichen Anzahl von Architekten und Ingenieuren, gehen natürlich weit über den bloß optischen Eindruck hinaus. Ich sehe keinen Grund, das einfach beiseite zu wischen. Ich bin kein Experte, wo plötzlich jeder einer sein will. Aber das können nur sehr wenige von sich behaupten. Ich stelle mich also dumm und frage als Laie: Warum diesen Stimmen kein Gehör schenken?

ae911.org führt etwa folgende Punkte an (die für alle drei Gebäude gelten):

1. Der Zusammenbruch erfolgte mit fast der gleichen Beschleunigung wie bei freiem Fall. Die Stahl- und Betonmassen, die den Einsturz von oben hätten bremsen müsssen, leisteten keinerlei Widerstand.

2. Die Symmetrie der Schuttverteilung wäre bei einem bloßen Zusammensturz extrem unwahrscheinlich.

3. Mehr als 100 Rettungskräfte berichteten von Explosionen und Blitzen.

4. Viele Tonnen Stahlteile wurde seitlich herausgeschleudert, was auf den Videos deutlich zu erkennen ist.

5. Das gesamte Stahlgerüst wurde beim Zusammenbruch zerstückelt sowie 90.000 Tonnen Beton und Metall schon in der Luf pulverisiert.

6. Unter allen drei Hochhäusern wurden mehrere Tonnen geschmolzenes Metall gefunden, noch Wochen nach dem Crash schwelten diese Pfützen vor sich hin. Eine solche Hitze kann nur von Thermit-Reaktionen erzeugt werden, ein Brand von Kerosin und Büromöbeln reicht für eine solche Metallschmelze niemals aus.

7. In den Stahl- und Staubproben, die von der FEMA (Katastrophenschutzbehörde) gesichert wurden, ließen sich Thermit-Brandsätze und auch Nanotherm-Sprengstoffe nachweisen.

Silverstein sagte "pull it" nicht "pull them": "And they made the decision to pull and then we watched the building collapse." Der Kollaps geschah allerdings drei Stunden, nachdem die Rettungskräfte abgezogen und die Löscharbeiten eingestellt wurden. 2010 schreibt Jeffrey Scott Shapiro auf Fox-News lustigerweise, daß Silverstein in der Tat geplant hätte, das Gebäude abreißen zu lassen ("Es war kein Geheimnis"), aber praktischerweise sei es dann von selber eingestürzt:

Shortly before the building collapsed, several NYPD officers and Con-Edison workers told me that Larry Silverstein, the property developer of One World Financial Center was on the phone with his insurance carrier to see if they would authorize the controlled demolition of the building – since its foundation was already unstable and expected to fall.

A controlled demolition would have minimized the damage caused by the building’s imminent collapse and potentially save lives. Many law enforcement personnel, firefighters and other journalists were aware of this possible option. There was no secret. There was no conspiracy.

Nun aber kann man eine "eine controlled demolition" nicht in wenigen Stunden einfach so beschließen und durchführen - wenn die Lage so war, wie Shapiro schildert, müssen die Sprengstoffe schon längst installiert worden sein. Dieser Artikel ist eine von viele Seltsamkeiten innerhalb der Mainstream-Darstellung.

Diese paar Anmerkungen nur als Hinweis, daß die Geschichte vielleicht doch nicht so einfach ist, wie viele denken. Der "9/11"-Komplex ist ein Dschungel, der voll ist mit solchen Neben- und Irrwegen. Mindestens ein Vorbehalt ist hier angebracht, und zwar ein genereller, auch in Richtung der "Truther".

S. W.

14. September 2011 12:42

Zum Thema PI ist aktuell dieser "investigative" Artikel im Antifa-Stil erschienen:
https://www.fr-online.de/die-neue-rechte/-politically-incorrect--im-netz-der-islamfeinde,10834438,10835026.html
Die Absicht ist zwar eindeutig denunziatorisch, aber es wird m.E. dennoch deutlich, daß es den PI-Leuten an Professionalität mangelt. Mit der Aufgabe, eine breitere Bewegung ins Leben zu rufen, sind sie eindeutig überfordert. Es besteht das Risiko, daß PI sich unnötig verwundbar für Diskreditierungsversuche macht und dabei indirekt auch anderen Kräften der Rechten schadet. Die Qualität bei PI hat übrigens auch deutlich abgenommen; und wie schon bemerkt wurde, wird hier neuerdings eher eine eigene Form der politischen Korrektheit gepflegt. Mit diesen Leuten sollte dringend ein persönliches Gespräch geführt werden.

Was die diversen 9/11-Theorien angeht, so halte ich es ebenfalls für unklug, sich voreilig mit einer davon zu stark zu identifizieren. Die "Belege" der einen Seite sind doch meist nicht besser als die der anderen. Beispiel BBC-Beitrag: Kann sich denn niemand vorstellen, daß an so einem Tag zahlreiche Falschmeldungen kursieren und z.T. voreilig berichtet werden? Und warum sollten ggf. die Organisatoren einer mutmaßlichen kontrollierten Sprengung das Risiko eingehen, gerade linksliberale Medien wie die BBC (inklusive der nachgeordneten Mitarbeiter die die Bildschirmtexte eingeben) vorab über etwas zu informieren, was diese ohne berichten würden?

Warum konzentriert man sich nicht auf den Schwerpunkt, nämlich die Konfrontation mit der deutschen Interessen zuwiderlaufenden amerikanische Politik, die unter Berufung auf 9/11 durchgesetzt wurde, und verlegt sich auf Nebenschauplätze, bei denen man nichts gewinnen kann?

S. W.

14. September 2011 12:57

P.S. Die "Truther" haben sich ihrerseites kritischen Einwänden gegenüber weitgehend abgeschottet und verbreiten z.T. absolut unhaltbare Aussagen wie die von M. Lichtmesz aufgegriffene, der zufolge "es noch nie zuvor passiert ist, daß ein massives Stahlgebäude nicht einfach ausbrennt, sondern wegen eines Feuers einstürzt".

So etwas passiert in der Realität jedoch regelmäßig, z.B. hier:
https://www.derwesten.de/staedte/muelheim/Lagerhalle-von-Thyssen-in-Muelheim-stuerzt-nach-Feuer-ein-id4721388.html

Ich plädiere nochmals dafür, sich bei dieser Diskussion nicht zu verrennen. Viel relevanter finde ich im Zusammenhang mit diesem Thema, daß z.B. die gleichen deutschen Politiker, die Deutschland nach 9/11 der amerikanischen Strategie unterstellten, dies auch im Fall Libyens und anderer Interventionen forderten und so taten, als ließen moralische Erwägungen gar keine andere Entscheidung zu. Hier läge m.E. tatsächlich eine Gelegenheit, Akteure anzugreifen, die durch ihr Handeln laufend Schaden für Deutschland erzeugen.

M.L.: Eine "Lagerhalle" ist aber etwas anderes als ein mehrstöckiges Stahlgebäude. Außerdem steht in dem Artikel nicht, aus welchem Material sie bestand, und wir haben auch keine Bilder wie dieser "Einsturz" aussieht. Sind da Wände und ein Dach eingekracht, oder ist die Halle etwa auch flach in sich zusammengefallen wie ein Kartenhaus?

G.

14. September 2011 13:06

Lieber Analyst, ich achte diese Seite zu sehr, als dass ich mich dazu hinreissen liese, mich hier in der Kommentarspalte auf einen Dialog mit ihnen bezügl. des WTC 7 einzulassen. Nur soviel: Was soll die Aussage dieses Videos, das sie hier unkommentiert hinklatschen, sein? Dass die BBC kurz bevor das Gebäude einstürzt, die Meldung weiterverbreitet, die sie gerade von der Feuerwehr, einer Nachrichtenagentur oder einem anderen Sender bekommen haben: dass das Gebäude nämlich jeden Moment einstürzen kann? Und?

Was behaupten sie eigentlich? Dass Silverstein drei Gebäude des WTC hat sprengen lassen, um Versicherungsbetrug zu begehen? Im Einvernehmen mit G.W. Bush, dem CIA sowie Muhammad Atta und seinen Jungs? Die Sprengmeister wurden bestimmt gut bezahlt, dass sie dichthalten. Und der Silverman ist so dreist, es hinterher im TV auch noch zuzugeben. Wahrscheinlich waren auf seiner Krawatte noch viele kleine Freimaurer-Pyramieden, eine Botschaft an seine Verschwörer-Kollegen und wahre Durchblicker wie sie. Zu Schade nur, dass man das wegen der schlechten Auflösung nicht erkennen kann. Sonst hätten wir jetzt einen weiteren "Beweis". Oh man.

Noack

14. September 2011 13:43

Wenigstens äußern sich hier mittlerweile auch nüchterne Menschen. Sonst wäre diese "Diskussion" hier eine wirklich traurige Sache. Nationalstolz und eine rechte Gesinnung sind nicht gleichbedeutend mit Amerika-Hass (und es ist bei den Verschwörungstheoretikern nichts anderes, von den Anspielungen auf die jüdische Abstammung irgendwelcher Leute mal ganz abgesehen) - das sollte man ganz deutlich machen! Schade, dass ML und die JF solche Affekte zeigen.

Mit rationalen Argumenten kann man solchen Leuten gar nicht begegnen. Sonst findet man sich in paradoxen und unlösbaren Situationen wieder, die derjenigen ähneln, dass der Psychiatrie-Patient mit dem Arzt über die Diagnose streitet und dabei nur einen Laien wie auch sich selbst mit während der eigenen Therapie aufgeschnappten Fachwörtern beeindrucken will. Dabei hat aber der Patient ein ernstes Problem - im vorliegenden Fall ist es die paranoide Vorstellung, dass diese dummen Amis doch bestimmt noch viel böser sein müssen als Leute, die doch immer nur verbal die Vernichtung der westlichen, freien Welt fordern. Und dieser "Wunschvorstellung" wird die subjektive Wahrnehmung eben angepasst, auf Biegen und Brechen. In der Zelle kann man sich dann gegenseitig in seinen Standpunkten bestätigen - das gibt ein so schön überlegenes Gefühl. Tut mir leid, ich kann das nicht netter beschreiben.

Und noch etwas: Verschwörungstheorien anzuhängen ist etwas typisch amerikanisches. Ich würde sogar behaupten, dass es die Amerikaner erfunden haben. So zur Mondlandung, zu Ufo-Sichtungen und eben auch zu 9/11... so ironisch kann das Leben sein.

M.L.: Wenn Sie so sehr auf "nüchterne Diskussionen" stehen, warum verschließen Sie sich dann selbst rationalen Argumenten? Und was das ebenso hartnäckige wie blödsinnige "Mem" des "Amerikahasses" betrifft, so habe ich nun wirklich alles in meinem obigen Text dazu gesagt, auch was die "Affekte" betrifft. Manche Leute wollen einfach nicht verstehen.

S. W.

14. September 2011 14:40

@M.L.
"M.L. Meine Güte, selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob es sich um eine Lagerhalle oder einen Wolkenkratzer handelt..."

Der entscheidende Punkt ist das Baumaterial, und in dieser Hinsicht war das WTC (Stahl) eher mit den erwähnten Hallen vergleichbar als mit den Stahlbetonbauten, mit denen es die "Truther" vergleichen.

Die DIN 4102, die das Brandverhalten von Baustoffen beschreibt, ist leider nicht offen im Netz verfügbar. Hier finden sich aber einige entsprechende Auszüge: https://www.f06.fh-koeln.de/imperia/md/content/personen/kogler_erwin/taf05/brandschutz_im_hochbau_din_4102_architekten.pdf
Insbesondere die Folie Nr. 4 gibt einen optischen Eindruck davon, wie sich Stahlträger auch unter relativ geringer Belastung bei Bränden verformen können. Der Vergleich zu den WTC-Deckenkonstruktionen hinkt nur insofern, als daß die WTC-Decken Trümmerlasten tragen mussten, was bei den erwähnten Hallendecken nicht der Fall war.

Hier werden die brandschutztechnischen Probleme mit Stahlträgern weiter erläutert:
https://www.sifatipp.de/fachwissen/fachartikel/brandschutz/worauf-sie-bei-stahltragern-achten-mussen/

Ich bin selbst kein Bauingenieur, habe aber beruflich indirekt mit dem Thema zu tun. Die zuständigen Ingenieure isolieren bei Werksplanungen z.B. wegen der erwarteten Verformung von Stahlträgern mit einigem Aufwand die verschiedenen Hallenteile statisch voneinander, um großflächigen Einstürzen vorzubeugen.

M.L.: Wieso soll das Baumaterial "der entscheidende Punkt" sein? Sogar ich kann sehen, daß allein von der Statik her ein Hochhaus anders konzipiert ist als eine Lagerhalle. All das räumt immer noch nicht aus der Welt, daß der Einsturz des WTC7 nach NY-Times-Bericht offenbar ein "first timer" war, und es keinen Präzedenzfall gibt. Das mag so sein, aber merkwürdig ist es doch. Es sind dann immer noch eine Menge weiterer Fragen offen, die Einsturzgeschwindigkeit, die Thermitpartikel, die Explosionen, die Zeugen vernommen haben...

dj_harndrang

14. September 2011 15:04

@S. W.

Wenn denn der brandbedingte Einsturz von solchen Hochhauskonstruktionen so sonnenklar ist, warum ist es dann nicht DIE gängige Abrissmethode schlechthin?

Was soll dann der monatelange Aufwand, unnützerweise hunderte von penibel brechneten Sprengladungen anzubringen, wenn es doch genügt, in den oberen Etagen ein wenig Kerosin auszukippen, anzuzünden und 2-3 Stündchen zu warten, bis das Gebäude, ganz von alleine und völlig vorhersehbar, kerzengrade in sich zusammenfällt...?

Ein Fremder aus Elea

14. September 2011 16:01

@S.W.

Grundsätzlich teile ich Ihre Position, sowohl strategisch als auch was Ihre Einschätzung von Verschwörungstheorien angeht. Allerdings würde ich jetzt nicht unbedingt die Mondlandung heranziehen, denn die ist auch in Deutschland angezweifelt worden, nicht zuletzt von Vicco von Bülow: https://www.youtube.com/watch?v=lDgNc4yyYAQ

Natürlich nur subtil und unverfänglich, aber doch... Kamera am Landebein etc.

Und gerade in diesem Fall sehe ich auch nichts schlechtes daran, wenn Loriot demonstriert, daß er auch solche Bilder hätte liefern können.

Man sollte auch manchmal einen Punkt machen und beweisen, daß man dazu fähig ist, selber zu denken, selbst wenn man auf diese Weise vielleicht auch mal daneben liegt, denn andernfalls wird man mit Sicherheit über lang auf die billigste Weise verarscht.

S.W.

14. September 2011 16:36

@Fremder aus Elea
"Grundsätzlich teile ich Ihre Position, sowohl strategisch als auch was Ihre Einschätzung von Verschwörungstheorien angeht."

Gegen die Verschwörungstheorie spricht ja grundsätzlich nichts, solange es belastbare Anhaltspunkte für eine Verschwörung gibt. Nach diesen zu suchen halte ich nicht nur für legitim, sondern für geboten. Wie das von mir zitierte Beispiel der angeblich bei Bränden nicht einstürzenden Stahlkonstruktionen zeigt, hat sich die "Truther"-Bewegung aber von vorneherein so sehr auf eine Verschwörung festgelegt, daß das Ergebnis unabhängig von der näheren Untersuchung bereits feststeht. Zudem scheint diese Bewegung mangels kritischer Prüfung nicht zur Korrektur von Fehlern fähig zu sein. Darunter leidet die ganze Diskussion, und eventuell vorhandene belastbare Argumente gehen im allgemeinen Lärm unter.

PB

14. September 2011 17:12

@ dj_h..d..

weil man in Deutschland nicht einmal mehr ein Kartoffelfeuer in seinem Garten entfachen darf.

Und das zu Recht, nicht allein wegen des Gestanks oder dem Klimaschutz, sondern auch wegen seiner Unberechenbarkeit und der Möglichkeit des Funkenflugs.

Im Übrigen finde ich es, wie die meisten hier, abwegig, sich über der Physik bzw. dem "how-to" der Mordanschläge zu entzweien. In Madrid 2004 waren es ferngezündete Rucksackbomben, im Sauerland 2010 Peroxidkonzentrate. Breivik (2011) verwendete Schwarzpulver wie McVeigh (1997) und 2012ff werden die Leute eben noch auf andere Ideen kommen. Es gibt halt viele Wege, die zu dem selben Ziel führen.

Meines Erachtens sollte deshalb bei einer politischen Bewertung im Vordergrund stehen, welche Gründe die Täter dazu bewogen haben, sich letztlich uneigennützig (!) und vielfach auf sehr krasse Weise an weltweit anerkannten, d.h. praktisch kulturunabhängig als besonders schützenswerten Rechtsgütern zu versündigen.

Man kann davon ausgehen, dass den Tätern die Tatbestandsmäßigkeit ihrer Taten voll bewusst gewesen ist. Folglich gilt es zu analysieren, welche Ausnahmesituationen sie jeweils ins Feld führen, um ihr Handeln dennoch als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Spengler

14. September 2011 17:17

Ich schätze die Sezession und die Elfenbeinturmrechten um Götz Kubitschek sehr. Wenn es diese Seiten nicht mehr geben würde, müssten rechtsintelektuelle Konservative sich noch heimatloser fühlen. Die Polemik von M.L. gegen kewil und PI verstehe ich jedoch nicht. Antiamerikanismus ist in Deutschland überwegend ein Markenzeichen fast aller Linken, die ich leider in meinem Bekanntenkreis habe und die Amerika, sprich die USA( und das bezieht sich auf Land Leute und Regierungen) als das grösste bestehende Übel betrachten. Dieser latente und offene Antiamerikanismus wird inzwischen auch von den sogenannten linksliberalen Medien( Hamburger Magazine und ö.R. Anstalten) so penetrant gepflegt, dass ich als Rechter zwangsläufig zum Proamerikaner mutiert bin. Natürlich weiss ich um die Sünden der Kreuzfahrer 1945, der Reeducation, der Wegbereitung des pseudoliberalen anything goes- jedoch waren die Alternativen des Sowjetimperilismus und Radikalpazifismus keine ernsthafte Antwort auf den Zusammenbruch unseres Reiches. Deutschlands zukünftiger Weg kann nur an der Seite der Amerikaner sein und nicht in fragwürdigen Allianzen mit chinesischen Mandarinen, russischen neozaristischen Potentaten oder islamischen Heilsbringer a la Erdogan oder persischen Despoten.Ein wirtschaftlich starkes und poliitsch nationalbewusstes Deutschland hat schlimmere Gegner als den schwachen Obama oder folgende ( hoffentlich republikanische ) Präsidenten-die Eurodiktatur aus Brüssel.

Ein Fremder aus Elea

14. September 2011 18:34

Nun gut, es ist aber schwierig über das Thema dieses Artikels zu diskutieren.

Gewisse emotionale Grundmuster gibt es auf beiden Seiten.

Letztlich braucht ein Politiker, der die Interessen des deutschen Volkes vertreten möchte, eine eigenständige Position, welche in erster Linie vernünftig und pragmatisch ist.

Andernfalls wird er diese Interessen über kurz oder lang nicht vertreten können.

Sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen sollte man prinzipiell nur, wenn man sich bereits in irgendeiner Form des Krieges mit ihnen sieht. Jedenfalls gilt das für ein kleines Land wie Deutschland, wir müssen international ein friedlicher Fisch im Schwarm sein.

Das versteht sich eigentlich schon von selbst, aber natürlich wirkt die "Staats"propaganda dem massiv entgegen.

Daß die Neue Rechte in Europa in diesem Punkt versagt hätte, will ich gar nicht sagen. Sie hat dbzgl. auf dem Papier versagt, aber in der Praxis hat sie da eigentlich noch nichts falsch gemacht (und wahrscheinlich auch nicht machen können).

Die ganze Gemengelage ist ja auch hochgradig paradox, man arbeitet auf einen totalitären europäischen Staat hin, welcher unser militärisches Engagement für seine ideologischen Ziele braucht - eine Verantwortung, welcher wir uns gewachsen zeigen müssen - und nennt es "Friedenssicherung", während eine friedliche Beschränkung auf die eigenen nationalen Interessen in einer Gemeinschaft von Nationen, welche es ebenso halten, sowohl als unreif als auch als potentiell kriegstreiberisch gesehen wird.

Was soll man zu all dem sagen?

Ironischerweise spielen Sie, Herr Lichtmesz, mit dieser Diskussion, welche Sie gerne führen würden, diesen ganzen Bestrebungen sogar noch in die Hände, wenn Sie den Eindruck vermitteln, daß es ein "kriegerisches" Lager gibt, welches jemanden wie Kewil auf Grund seiner Position zu Scheil nicht dulden kann. PI ist zu ideologisch, was geht Deutschland der Islam in anderen Ländern an, so lange diese Länder nicht in Aggressionen gegen Deutschlands Verbündete verstrickt sind? Nichts, denke ich eben. Und es ist auch nicht Deutschlands Angelegenheit derartige Spannungen hochzuspielen. Das sehe ich so (denke ich), wie Manfred Kleine-Hartlage, eine Rechte in Deutschland kann sich nicht ernsthaft liberalen Idealen verpflichten.

Aber das ist nicht ganz die Unterscheidung, welche Sie hier aufmachen, Herr Lichtmesz. Ich kenne Scheil nicht persönlich, aber ich habe nicht den Eindruck, daß er ein sonderlich ernsthafter Mensch ist. Er schreibt, von dem er weiß, daß er es schreiben kann, nicht das, von dem er meint, daß es die beste Einsicht vermittelt. Er ist angriffslustig, er will eine Gegenposition genauso gut vertreten, wie die Position, welche er herausfordert. Darin zeigt sich einerseits echte Bereitschaft selbständig zu sein, aber darin zeigt sich nicht unbedingt ein besonders hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein.

Auch diese Unterscheidung haben Sie wohl nicht so aufmachen wollen, aber jetzt sind wir schon näher an der Sache dran. Natürlich ersticken wir an der uns aufoktroyierten Pseudoverantwortung, all den Dingen, für welche wir verantwortlich gemacht werden, aber nicht verantwortlich sind, Weltfrieden, Klimawandel usw., während wir unsere elementare gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Verantwortung immer weiter aus den Augen verlieren.

Und dann wird es irgendwann emotional und häßlich.

Natürlich ist es der größere Skandal, daß gerade mal eine Geschichtsdoku in den letzten 20 Jahren die Zuschauer darüber aufgeklärt hat, daß Polen vor Beginn des Zweiten Weltkrieges faschistisch regiert wurde als daß Scheil die Pressemeldungen jener Zeit für bare Münze nimmt und Hitler keine Geheimpolitik unterstellt, aber Kewil will sich Scheils Position meiner Meinung nach durchaus zu Recht nicht zu eigen machen, denn damit gäbe er zugleich auch jede Chance auf, in einer verantwortungsvollen Position akzeptiert zu werden.

Wieviele Deutsche kennen eigentlich überhaupt auch nur das Regierungssystem der Vereinigten Staaten? 1%? Das glaube ich nicht, es werden weit weniger sein.

Und von denen, welche es kennen, werden es nur die unterstützen, welche praktische Vorteile für Deutschland darin sehen. Das dürfte heute niemand mehr sein, aber in der Vergangenheit wird es schon Grund zur Wertschätzung gegeben haben, keine blinde, unbedingte Wertschätzung, sondern eine kalkulierende, bei vielleicht 0,001% Prozent der Bevölkerung.

Insgesamt aber war und ist die BRD apolitisch. Ich zitiere Heinrich Himmler (aus dem Gedächtnis): "Das schlimmste aber wäre, wenn die Menschen fett und satt werden."

Das ist vielleicht die bessere Metapher. Nein, die Westler wurden nicht vergewaltigt, sie wurden gemästet.

Nehmen Sie es zur Kenntnis. Daraus ergibt sich ein geringerer Hang zur Selbständigkeit im Westen und zugleich eine größere Sorge um die Vorteile, welche man besitzt.

Es können ja nicht alle Menschen geborene Asketen sein, wiewohl die Askeseverteufelung mancher Geistlicher sowohl unter den Protestanten als auch unter den Katholiken etwas Verräterisches hat, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Nun, verzeihen Sie mir, daß ich Ihrem Thema einen anderen Dreh gegeben habe. Aber ich bin davon überzeugt, daß man es, wenn man etwas Konstruktives erreichen will, so anschauen muß.

M.L.: Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen. Was hat denn nun Stefan Scheil mit all dem tun? Wenn sogenannte Konservative wie Kewil sich derart heftig affektuös gegen den seriösen Revisionismus absperren, dann hat das diesselben Grunde wie das "Carepaketsyndrom" und andere deutsche Lebenslügen. Nicht ich, sondern die Kewils sind es, die hier unduldsam sind. Denn immerhin hat er die JF angegriffen und ohne irgendeine Grundlage des "Amerikahasses" geziehen. Ein purer Abwehrreflex. Eine abweichende Haltung zu den USA sollte unter produktive Toleranz fallen, aber nicht zum dem Kern des konservativen Konsens gehören.

Ein Fremder aus Elea

14. September 2011 19:51

"Wenn sogenannte Konservative wie Kewil sich derart heftig affektuös gegen den seriösen Revisionismus absperren, dann hat das diesselben Grunde wie das „Carepaketsyndrom“ und andere deutsche Lebenslügen."

Das glaube ich nicht. Geschichte läßt sich nicht aus Akten allein rekonstruieren, es gibt so viel Ungeschriebenes, Selbstverständliches, daß dergleichen sich nie mit dem Wissen der unmittelbar betroffenen Generation messen kann. Ich sehe durchaus berechtigte methodische Einwände gegen eine distanzierte Revision (vgl. Sie "Sein und Zeit", wenn's beliebt), nun, ich würde sie jedenfalls sehen, wenn Scheil selbst ein Geschichtsmonopol innehätte, wie es einige andere Historiker im deutschen Fernsehen haben.

Wer sagt, daß sich der Abwehrreflex gegen dieses und jenes richtet? Das weiß letzten Endes doch nur Kewil selbst. Oftmals liegt dem psychologisch doch nur ein "Ich will nicht so wie er sein. Eine solche Haltung lehne ich persönlich ab." zu Grunde. Und ja auch nicht ganz ohne Grund, Menschen nehmen sich nur allzu leicht Vorbilder, manchmal in geradezu grotesken Konstellationen.

Freilich, unter gefestigten Persönlichkeiten sollte das kein Problem sein. Ich meine, für mich ist Scheil halt eine Wühlmaus, nicht mehr und nicht weniger.

Genug von Scheil. Allgemein denke ich halt, daß Amerikatreue unpolitisch ist, also keine reflektierte politische Aussage beinhaltet, sondern schlicht "Bisher hatte ich immer genug zu essen." Aus meinem persönlichen Bekanntenkreis kenne ich jedenfalls keine andere, da ist nichts rührseliges, keine Rosinenbomberromantik oder sonst was. Es ist ein schlichtes "Wes Brot ich eß, des Lied ich sing."

Und was das heißt ist folgendes: Es geht nicht darum, die Menschen aus ihren Denkschablonen zu befreien, sondern darum, ihnen klar zu machen, daß sie selbst so etwas wie Entscheidungskraft besitzen, welche sie - man wagt es ja kaum zu denken! - auch zu politischen Entscheidungen (konkret: Gesetze verabschieden) einsetzen können.

Ich hoffe, das ist verständlicher.

S.W.

14. September 2011 19:57

PI hatte in der Vergangenheit durchaus Stärken. Man hat es z.B. geschafft, identitäres Denken mit einem gesellschaftlich weitgehend akzeptierten westlichen Ersatzpatriotismus zu verbinden. Manch einer ist dann später die Krücke dieses Ersatzpatriotismus vielleicht losgeworden, hätte aber ohne die Zwischenstation nicht zu einem richtigen Patriotismus gefunden. Ebenfalls eine Leistung von PI war m.E. die gelungene Ironisierung von multikultureller Propagandasprache, z.B. mit Begriffsschöpfungen wie "Kulturbereicherer".

Die Qualität von PI hat aber leider deutlich abgenommen. Die Qualität der Sprache ist oft nur noch mangelhaft und gossenartig, und die einfache aber oft geistreiche und treffende Polarisierung früherer Beiträge ist von einer angestrengt aufgeregt wirkenden politischen Korrektheit von Rechts (anstatt Argumenten gibt es häufig nur noch Zuschreibungen wie "antiamerikanisch") und kleinlichen Grabenkämpfen abgelöst worden. Man merkt, daß viele Leistungsträger der Seite den Rücken gekehrt haben. Das ist schade, denn die Seite hatte (und hat) durchaus Einfluss.

WF

14. September 2011 20:20

Die Amerikaner, was immer man damit auch meinen mag, sind nun einmal ziemlich tief drin in dieser Bundesrepublik, und bescheren uns mit ihren Thinktanks, Stiftungen und was weiß ich immer wieder neue Politiker, die von wohlgesonnenen Pressehäusern zu schwindelerregender Popularität geführt werden. Gäbe es sie nicht, wäre dem Durchmarsch von links überhaupt gar nichts mehr im Wege. Beide Optionen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten leider nicht unbedingt als förderlich oder nachhaltig für Deutschland bzw. Europa insgesamt erwiesen. Aber soll man sich denn in der Position, in der Konservative in diesem Land sind, denn gleich mit allen verfügbaren Machtfaktoren anlegen?

Toni Roidl

14. September 2011 20:51

1. Einen dicken Blumenstrauß an Martin Lichtmesz für den Beitrag.

2. Keiner von uns WEIß, wie es am 11.9. war. Die Chancen sind 50/50, würde ich sagen. Nur, so wie offiziell verlautbart, ist es am allerunwahrscheinlichsten.

3. Dazu muss man wirklich kein Antiamerikaner sein. Nicht mal, wenn man sagt, dass uns mehr Emanzipation von »Amerika« gut stünde.

4. PI ist die BILD der Islamkritiker und hat als solche eine Berechtigung und durchaus Verdienste. Wer PI nicht mag, soll es doch besser machen.

5. Kewil ist halt kewil - ein Choleriker mit Torette-Syndrom, der oft richtig liegt und sich manchmal vergalloppiert. Ich finde ihn originell. Wer ihn nicht mag, muss ihn nicht lesen. Seinen »JF-Diss« sollte man einfach gnädig vergessen.

6. »Care-Paket-Syndrom« ist ein trefflicher Ausdruck!

Venator

14. September 2011 21:04

Zum Thema "Anti-Amerikanismus":

Genauso wie es einen US-amerikanischen regierungsmedialen Komplex gibt, gibt es auch einen bundesrepublikanischen. Und genausowenig, wie es antiamerikanisch ist, die Handlungen des einen zu verurteilen, seinen Interessen zu widerstehen und seine Legitimität abzulehnen, ist es antideutsch, dies im Falle des anderen zu tun.

Antiamerikanisch, antideutsch kann nur sein, wer ein Volk und dessen Kultur zur Gänze verwirft. Sich gegen die jeweiligen politischen Eliten und deren (Un-)Kultur zu stellen, ist heute das Gegenteil, proamerikanisch und prodeutsch.

Noack

14. September 2011 23:46

Ich finde, Kewil hat den Finger genau in die richtige Wunde gelegt. Wenn rechts und konservativ zu sein sich darin erschöpft, alles heutige aus Ungerechtigkeiten der Vergangenheit zu erklären, dann fehlt der entscheidende Blick nach vorn und vor allem auf sich selbst.

M.L.: Darum geht es aber in der Glosse von Kewil nun wirklich nicht. Bitte nochmal lesen.

Diesen Eindruck vermittelt die JF in meinen Augen nur allzu oft. Und der von Kewil kritisierte Artikel steht in diesem Zusammenhang, weil die dortigen Äußerungen m.E. sehr wohl aus einem vergangenheitsfixierten Weltbild erwachsen sind.

M.L.: Und Kewil begründet seine "Amerikafreundlichkeit" etwa nicht aus der Vergangenheit heraus?

Nicht falsch verstehen: Revisionismus muss permanent stattfinden, um sich immer wieder der Wahrheit vergewissern zu können. Keine Geschichtslüge sollte sich allzu sicher fühlen...

M.L.: Eben, und darum ist es auch unsinnig, jedesmal den "Haß"-Vorwurf zu klingeln, wenn eine allgemein akzeptierte Sache in Frage gestellt wird oder eine heilige Kuh geschlachtet.

Zam

15. September 2011 08:00

Selbst wenn das alles stimmt und wirklich ein Großaufgebot an Verschwörern in der Regierung, im Geheimdienst und tausend anderen Stellen da am Werk war, mir stellt sich eine ganz andere Frage:

Wenn die Amis wirklich so versiert darin sind, die Welt zu täuschen, wieso war es für sie dann so schwierig, ein paar russische Massenvernichtungswaffen in der gottverlassenen Wüste bei Baghdad zu platzieren? Wieso haben Sie die öffentliche Brandmarkung in Kauf genommen, nachdem Sie über ein halbes Jahr diesen Eiertanz mit den angeblichen Beweisen vor der UNO aufgeführt haben?

Nach einem Jahr konservativem Talk Radio wurde mir klar, dass es hier schlicht um eine Mentalitätsfrage geht: Der durchschnittliche Redneck hasst die Europäer und vice versa, und sie sind bereit, sich gegenseitig alles vorzuwerfen.

Zentralwerkstatt

15. September 2011 10:16

Ich würde die USA und damit 09/11 gar nicht so thematisieren. Mir taten die Opfer dieser Katastrophe leid.

Natürlich erfüllen die USA alle Kriterien eines Schurkenstaates, GB und Frankreich jedoch nicht weniger, selbst Polen nimmt sich da nicht viel weg - freilich auch der Jehova-Staat (dammich, man darf es ja nicht aussprechen). All diese Staaten eint das Dominanzstreben und der Chauvinismus.

Aber wir Deutschen können auch über keinen der sogenannten "europäischen Freunde" ein Loblied anstimmen, denn wären es Freunde, würden sie für uns eintreten, daß wir vielleicht mal den Status der Tributdrohnen in der EU abstreifen könnten.

Unsere ersten Probleme sind die "lieben Nachbarn". Die USA sind über dem Teich, ich kenne keinen US-Amerikaner, ich habe also auch keine Bindung zu den Menschen dort. Ich glaube, die meisten Menschen wollen einfach in Ruhe, Frieden und Freiheit ihr Leben leben. Daher bin ich mit Vokabeln wie Anti-irgendeinkollektiv sehr vorsichtig. Das Problem ist die Politik, namentlich in der BRD der Parteienstaat mit der Pöbelaristokratie, die uns mehr und mehr in den Sumpf drückt. Diese Kollektivierung erlaube ich mir, ich habe Politiker nur als ehrloses Lügengesindel erfahren, das ist, was mich ganz unmittelbar hier angeht.

USA? Wtf also....

blixa

15. September 2011 12:27

Selten eine derart sinnfreie Vergeudung von Energie und Zeit gesehen wie diese Diskussion. Die Beiträge zu den Hintergründen von 9/11 übersteigen von Zahl und Umfang bei weitem diejenigen zu weitaus wichtigeren Themen, welche hier gleichfalls zur Diskussion gestellt wurden. Während die Politik die Schuldenkrise eiskalt ausnutzt, um uns in den totalen EU-Zentralstaat zu führen, während die demographische Misere sich täglich fortsetzt und kurz vor einer Wahl, die uns in Berlin eine linke 3/4-Mehrheit bescheren dürfte, zerstreiten wir uns über diffuse Verschwörungstheorien und angeblichen oder tatsächlichen Amerikahasst. Herzlichen Glückwunsch !

Wie wäre es, wenn wir uns stattdessen einfach mal auf die Anliegen verständigen, die wir alle gemeinsam haben, und darüber diskutieren, wie wir diese realisieren können.

Die von Kubitschek kürzlich aufgeworfenen Frage, wie wir der deutschen Familie Seifert im Wedding helfen können, halte ich für tausendmal wichtiger als die ganze 9/11 -Diskussion. Geht es hier doch konkret darum, in unserem eigenen Lebensumfeld real etwas zu bewirken.

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