1. April 2009

Cicero und wir

Gastbeitrag / 32 Kommentare

Jetzt ist es spruchreif: Ellen Kositza und Götz Kubitschek erhalten im Monatsmagazin Cicero je eine eigene Kolumne. Die Kolumnen erscheint im Rahmen des zeitlich befristeten Projekts "Wo ist die Mitte?" und werden jeweils durch einen Beitrag von "links" gespiegelt. Der Versuch geht auf eine Idee von Chefredakteur Wolfram Weimer zurück, der in seinem neuen Buch über die "politische Mitte" schreibt:

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Sie ist nicht einmal ein originäres Maß, denn die Mitte wird immer von den Rändern definiert. Wenn es am linken Rand rumort, dann wird die Mitte plötzlich linker. Sollte sich am rechten Rand etwas bewegen, wandert sie nach rechts. Die Mitte suggeriert also Stetigkeit, dabei gibt es sie nur als Variable, sie ist keine Überzeugung, sondern Funktion, keine Position, sondern Treibholz, kein Fels, nicht einal eine Strömung. Logisch besehen: der reine Opportunismus.

Bereits im Mai-Heft sollen die beiden ersten Kolumnen erscheinen. Kubitschek schreibt unter dem Motto "Alles was recht(s) ist", Kositza unter "Schwarz, Rot, Blond". Die linken Gegenspieler sollen bis Anfang nächster Woche benannt werden, im Gespräch sind Mathias Brodkorb (endstation-rechts.de) und Jürgen Elsässer.

Ist das jetzt ein Duchbruch?


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Kommentare (32)

John Doe
1. April 2009 09:29

"Ist das jetzt ein Duchbruch?"
Nein, aber sicherlich eine schöne Traditionspflege des nach dem aktuellen Monats benannten Scherzes.
Übrigens hat Herr Brodkorb ein neues Kaplaken Büchlein erfunden.

Toni Roidl
1. April 2009 10:24

Herzlichen Glückwunsch! Macht das Beste draus! Egal, ob es ein »Durchbruch« ist (für viele Linksaußen reicht es sicher schon zum Magendurchbruch...), es ist das, was fehlt: Ein offener, fairer Diskurs, indem rechte Argumente nicht als »Autobahn« diffamiert werden. Und das nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit - auch wenn Cicero nicht gerade ein Massenmedium ist, ähem. Besser, man erreicht jetzt 50 %, als in zwanzig Jahren 100. Es wird sicher nicht bei Cicero aufhören...
Haut rein; Rechts rockt!

M.
1. April 2009 11:05

Tolle Nachrichten! Und auf den Beitrag von Jürgen Elsässer bin ich auch schon gespannt. Finde nämlich viele Ansichten von ihm gar nicht so verkehrt.

markus betz
1. April 2009 11:20

april, april! schön wär´s gewesen, aber das dauert noch ne weile, bis unser traumpaar ;-) in den mainstream-medien schreiben darf.

Calito
1. April 2009 11:48

Das wären auf jeden Fall auch faire linke Pendants...

Thomas Hochrainer
1. April 2009 12:05

Gratulation! Ich halte es für einen wichtigen Druchbruch. Ein erster Sprung in der Antifa-Republik. Stemmen Sie ihn zu einem Riss!

Albert
1. April 2009 12:10

Tut mir leid, aber ich glaub's erst, wenn ich es sehe. Denn gerade der Herr Weimer ist doch sonst ganz vorsichtig, wenn es um "rechts" geht.

Alfred K.
1. April 2009 12:23

@ Toni Roidl
@ M.

Hallo Ihr beiden, habt Ihr schon mal in den Kalender geschaut?

April, April!

Hannibal
1. April 2009 12:25

Na, welcher Tag ist heute?
Könnte diese Tatsache etwas mit der an sich erstaunlich erfreulichen Meldung zu tun haben? Oder denke ich zu negativ?

Wilhelm II.
1. April 2009 12:46

Wenn das mal kein Aprilscherz ist! Wäre nämlich zu schön, um wahr zu sein...

Manuel Grote
1. April 2009 13:00

Mich würde es freuen. Aber heute ist der erste April, die JF hatte auch schon einen vortrefflichen Aprilscherz.

Sugus
1. April 2009 13:24

Rechte haben doch Humor ;-)

Landser
1. April 2009 13:38

Achtung! 1.April!!!

ammianus
1. April 2009 14:06

"ist das jetzt ein durchbruch?" oder doch eher ein gelungener aprilscherz...

Stefan
1. April 2009 14:09

Super!

Weitermachen!

Kinski
1. April 2009 14:28

Ein gelungener Aprilscherz aus Schnellroda.
Die Witze von heute werden die Realität von übernorgen;)
Da habe ich vollstes Vertrauen auf dem Weg in die Depression.

Jan
1. April 2009 14:44

In Anbetracht des heutigen Datums vermute ich einen Aprilscherz. Sollte dem allerdings nicht so sein, werde ich mir wohl den Kauf des Cicero-Magazins überlegen...

Corvusacerbus
1. April 2009 14:52

April, April ... der macht, was er will?! ... Egal! Ob Spin oder Scoop, ein herzlicher Glückwunsch ist an Kositzakubitschek allemal fällig ... oder ist zur Semana Santa eher ein "Vergelt's Gott" angebracht? Sei's drum: VERGELT'S GOTT UND HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Jan P.
1. April 2009 14:52

Ich tippe auf April-Scherz. :)

waldemar
1. April 2009 15:33

April! April!

Christian Lehmann
1. April 2009 16:28

Auch wenn der Blick in den Kalender heute zu Mißtrauen Anlaß gibt, ist das Motto "Schwarz, Rot, Blond" in jedem Fall ein wunderbares Beispiel für die gelungene Mischung aus politischem Selbstbewußtsein, feiner Selbstironie und entwaffnender Klarheit, die Ellen Kositzas Stil ausmacht, und die einen Weg in die Zukunft weist. Wenn kulturkonservatives Denken so daherkommt, dann kann es populär werden. Und das wäre zu wünschen.

Thom König
1. April 2009 16:31

Mit erfreulichen Nachrichten, wie wir sie dieser Art sowieso zu selten lesen, sollte kein Scherz getrieben werden. Jetzt bin ich schlecht gelaunt. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen...
Hätte es eine völlig absurde Meldung nicht auch getan - Beispiel: "Angela Merkel will die Mauer wieder aufbauen / Steinmeier will seinen Wahlkampf 'nationaler' führen" und blablabla?

M.
1. April 2009 17:02

Alfred K. schrieb:

@ Toni Roidl
@ M.

Hallo Ihr beiden, habt Ihr schon mal in den Kalender geschaut?

April, April!

Ich vergaß... ;)

Zu früh gefreut.

W.Wagner
1. April 2009 20:21

Sehr witzig - ich bin auch drauf reingefallen, aber es versüßt mir den Abend, bringt ein Lachen in mein Gesicht - auch der bei John Doe verlinkte Kaplaken-Band von Martin Lichtmesz. - Großartig ist hingegen die Nachricht, dass Stefan Scheil hier schreiben wird.

Citizen Kane
1. April 2009 20:23

Herzlichen Glückwunsch, ein Fortschritt!
Dann kaufe ich mir auch mal den Cicero, den Weimer kenne ich nur vom Presseclub.
Es soll ja auch die Auflage steigern, damit es zu einem unbefristeten Projekt wird. ;-)

d.n.
1. April 2009 20:51

Der Aprilscherz wäre perfekt gewesen – wäre da nicht das kleine verräterische Detail: Brodkorb und Elsässer! Bei einem denunzierenden, gehässigen linken Duo – sagen wir mal Edathy und Roth – hätte ich es ja beinahe geglaubt… Von einem fairen Umgang mit Rechten, einer tatsächlichen Diskussion auf einer Augenhöhe sind wir aber noch weit, weit entfernt!

Toni Roidl
2. April 2009 10:32

Oooooch... echt gemein ;-) Dabei möchte man die 364 übrigen Tage an Aprilscherze glauben, wenn man durch die Medien sieht...
Na, dann wollen wir mal daran arbeiten, dass dieser Scherz so bald wie möglich keiner mehr ist...

Corvusacerbus
2. April 2009 11:32

... ach ja ... und jetzt ist schon der 2. April und man sinniert nach dem gestrigen Tagtraum einfach weiter ... und hört vor seinem geistigen Auge die Ellen Kositza im ZDF ("hört", da die Sendung Zur Person als Zur Sache ein Revival erlebt, in der nur Gast und Gästin, guter Gaus'scher Übung folgend, frontal beleuchtet werden, während die zur Person und Sache fragende Moderatorin nur übers linke Ohr und eine kecke blonde Locke sichtbar wird) klug und zugleich forsch, klar und doch auch hintergründig, Fragen stellen und, sich Thesen verbeißend, Kommentare in Fragen verpacken. Hmmm, Träumen kann so schön sein ... und die Vorstellung, statt Notizen aus der anhaltinischen Provinz (nix dagegen, man ist ja froh, damit im Kampf gegen die eigene Verblödung im Mainstream versorgt zu werden), die volle Ladung Gutes, Wahres, Schönes auf Knopfdruck und zur Volkserziehung im Massenmedium zu erleben, muß einem bei allem Zeitdruck am PC schon mal einen Tagtraum wert sein ... und daß die blonde Fraktion Slomkaschöneberger aber mal richtig aufgerüstet würde gegen Illnerwilletcetera wäre doch auch ne feine Sache ... und wenn dann die BILD auf Seite 1 fragt: "Hat sie auch blaue Augen?", wäre, gleichsam durch's Hintertürchen geschlüpt, auch noch die gesellschaftliche, na wenigstens die mediale, Hegemonie erreicht ... ist ja schon gut ... ich muß sowieso wieder an die Arbeit und die Website wechseln ... nix für ungut.

Lichtmesz
2. April 2009 12:03

Ich muß gestehen, ich bin beim ersten Lesen ernsthaft draufreingefallen... na, die Hoffnung stirbt zuletzt, wie man so schön sagt. ;)

Corvusacerbus
3. April 2009 10:07

Der tollste Aprilscherz war ja der NATO-Beitritt Albaniens. Gut, das ist dermaßen übertrieben, daß das sofort jeder als Witz erkannt hat, aber mir ist ganz schön der Schreck in die Glieder gefahren, daß jetzt die NATO nicht nur die Drogenbarone in Afghanistan beschützt, sondern die Hütchenspieler vom Balkan sogar Mitglied im Nordatlantik-Pakt werden können (da müßte man sich das Wortspiel Nordatlantik-Pack ziemlich verbeißen). S'wär schon geographisch irgendwie irrsinnig, Nordatlantik und Albanien, oder? ...

Jan
3. April 2009 19:41

@Corvusacerbus: Geographisch in etwa genauso sinnvoll wie die Mitgliedschaft der Türkei...

Corvusacerbus
6. April 2009 09:26

@Jan: Die Mitgliedschaft der Türkei war ja darin begründet, daß sie der Sowjetunion benachbart und insofern nützlich für die taktisch-strategischen Notwendigkeiten der NATO war ... wofür ist aber jetzt Albanien nützlich? ... aber sparen wir uns dieses Kleinklein, es geht nicht um Albanien, jeder weiß, was die US/NATO-Strategie ist, es geht um die Türkei. Das Thema wird uns, nachdem die Türken mittels Karikaturenbetroffenheit die NATO beim Steit um Rasmussen erpresst haben in der kommenden Zeit noch intensiv beschäftigen. Der Kampf der Kulturen ist im vollen Gange und Europa muß sich entscheiden, denn der Hauptpreis für Rasmussen ist sicher, daß der Türkei Versprechungen hinsichtlich einer EU-Mitgliedschaft gemacht wurden (die bekannten Konzessionen reichen allerdings schon, um einen wütend zu machen). Hier hilft auch das taktische Herangehen nicht weiter, nachdem man ein Arschloch lieber im Zelt halten möchte, damit es hinaus pinkelt (im Gegenteil zu dem, das man draußen läßt und daß dann ins Zelt hinein pinkelt). Der Rasmussenstreit hat deutlich genug gemacht, daß die Türkei im Zelt bleibt und trotzdem ins Zelt pisst, von anderen Verrichtungen und Geschäften metaphorisch zu schweigen, und es darf den USA nicht gelingen, die Türkei in die EU hinein zu drängeln.

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