Fremde und entfremdete Heimat

Im aktuellen Spiegel (44/2011) findet sich ein ebenso lesenswerter wie deprimierender Artikel mit dem Titel "Fremde Heimat"...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

über die Lage der Ein­wan­de­rer in Deutsch­land. Er beginnt mit einer Sze­ne, in der “vier jun­ge Män­ner und eine Frau” einen “Schul­ter­klopf­ter­min” der all­seits belieb­ten Tan­te Maria “Lebens­freu­de” Böh­mer ver­mas­seln, indem sie auf die Büh­ne tre­ten und erklä­ren: “Nichts ist gut in Deutschland.”

Es sei etwa eine Lüge, “daß man in Deutsch­land nur flei­ßig sein müs­se, um erfolg­reich zu sein.” Einer der Jungs etwa beschwer­te sich, daß sein ira­ki­scher Freund kürz­lich abge­scho­ben wor­den sei, obwohl er “immer flei­ßig” war.

Maria Böh­mer lächel­te nicht mehr.  Ein paar Teen­ager hat­ten gera­de ihre Inte­gra­ti­ons-Show zer­stört. Hat­ten ihr und den ver­sam­mel­ten Jour­na­lis­ten vor­ge­führt, wie sich ein gan­zes Land seit Jah­ren selbst betrügt, wenn es um Inte­gra­ti­on geht, um die Kin­der und Enkel und Einwanderer.

Nicht nur die­ser Abend, son­dern über­haupt die gan­zen offi­ziö­sen “Fei­ern” zu “5o Jah­re Ein­wan­de­rungs­ab­kom­men” wer­den als ein­zi­ge ver­lo­ge­ne “Insze­nie­rung” dar­ge­stellt, in der “vie­le Wor­te, gro­ße Reden” die Regel sind.

Und so geht es wei­ter mit Nega­tiv­aus­sa­gen, die wir indes­sen alle­samt schon bei Thi­lo Sar­ra­zin gele­sen haben:

Es feh­len Bil­dung, Iden­ti­tät und Perspektive.

Fast ein Drit­tel aller Frau­en und Män­ner zwi­schen 25 und 35 mit Wur­zeln im Aus­land hat kei­nen Schul­ab­schluß. Bei tür­ki­schen Zuwan­de­rern, immer­hin die mit rund drei Mil­lio­nen größ­te Min­der­heit, sind die Daten beson­ders alar­mie­rend. Der Anteil der jun­gen Tür­ken, die kei­nen Abschluss haben, ist zwi­schen 2001 und 2006 von 44 Pro­zent auf 57 Pro­zent gestiegen.

Zugleich sagen höher Qua­li­fi­zier­te, die Deutsch­land drin­gend braucht, sie woll­ten so bald wie mög­lich weg. … “Deutsch­land beginnt sich über Ein­wan­de­rung Gedan­ken zu machen, da es längst zum Aus­wan­de­rungs­land gewor­den ist”, sagt Klaus Bade, Vor­sit­zen­der des Sach­ver­stän­di­gen­rats deut­scher Stif­tun­gen für Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on. Das Schei­tern von Kin­dern und Enkeln der Gast­ar­bei­ter, so Bade, sei “eine unnö­ti­ge gesell­schaft­li­che, wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Katastrophe.”

Wir erin­nern uns, daß der­sel­be Herr Bade, der nun von einer mul­ti­di­men­sio­na­len “Kata­stro­phe” spricht, erst vor weni­gen Mona­ten von Thi­lo Sar­ra­zin (und Nec­la Kelek) als typi­scher Ver­tre­ter der Schön­fär­ber­klas­se kri­ti­siert wurde:

Der rüh­ren­de Ver­such von Bade und Kol­le­gen, unan­ge­neh­me Nach­rich­ten von der Inte­gra­ti­ons­front zu rela­ti­vie­ren, erin­nert an die Kriegs­be­richt­erstat­tung im Drit­ten Reich: Wer BBC hör­te, um die Wahr­heit über den Front­ver­lauf zu erfah­ren, war kein Wahr­heits­su­cher, er mach­te sich der „Wehr­kraft­zer­set­zung“ schul­dig. Nec­la Kelek, Thi­lo Sar­ra­zin und ande­re sind in die­sem Sin­ne der „Inte­gra­ti­ons­kraft­zer­set­zung“ anzu­kla­gen. Die­se ist, hier zitie­re ich Ange­la Mer­kel, „nicht hilf­reich“. Aber wol­len sich, um im Bil­de zu blei­ben, Klaus Bade und Kol­le­gen wirk­lich in die Rol­le des „Reichs­funks“ bege­ben, der in küh­nen Bil­dern Pro­ble­me klein­re­de­te und die bal­di­ge Wen­de des Kriegs­glücks beschwor? Im Übri­gen: Auf der kri­ti­schen Sei­te zu irren, ist alle­mal gesell­schaft­lich gesün­der, als vor­han­de­ne Pro­ble­me schön­fär­be­risch kleinzureden.

Die Aus­re­de der Bades ist natür­lich, die Schuld auf die deut­sche “Mehr­heits­ge­sell­schaft”, oder wie man es nen­nen mag, zu schie­ben.  Und genau die­se Behaup­tung (die man­gels Evi­den­zen auch nicht mehr ist als das) ist auch der Grund­te­nor des Spie­gel-Arti­kels. Das Land sei doch “zwei­fels­frei auf die Kin­der der Ein­wan­de­rer ange­wie­sen” und es wird es allen Erns­tes als “Ver­sa­gen einer moder­nen Gesell­schaft” gewer­tet, daß:

Für vie­le Migran­ten ist die Bun­des­re­pu­blik nicht attrak­tiv genug.

Wenn das wahr ist, wäre das ja mal eine gute Nach­richt.  Bei einem enorm hohen Migran­ten­an­teil von 19, 3 % an der Gesamt­be­völ­ke­rung und 28,3 % (!) an der Alters­grup­pe der 0 bis 24jährigen, ist es ja nicht gera­de so, als ob die Bun­des­re­pu­blik einen Bedarf an noch mehr Migran­ten hät­te. Und die “ein­ge­bo­re­nen” Deut­schen schon gar nicht. Aber die fragt ja nie­mand. Eine DDR-arti­ge Pro­pa­gan­da setzt “Dank­bar­keit” und “Grün­de zum Fei­ern” auf die Tages­ord­nung, die von kei­nem Men­schen weit und breit emp­fun­den werden.

Wie immer wird die Fra­ge nach einem Eigen­in­ter­es­se der Deut­schen völ­lig aus­ge­blen­det, eben­so die ange­sichts der Lage nahe­lie­gen­de Schluß­fol­ge­rung, daß das gan­ze Ein­wan­de­rungs­pro­jekt viel­leicht über­haupt ein fata­ler Feh­ler war und ist. Man tut so, als ob die Mas­sen­ein­wan­de­rung ein­fach so, wie ein unver­meid­li­ches Natur­er­eig­nis, auf uns her­ab­ge­kom­men wäre.  Von der “mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­l­schaft” redet schon kei­ner mehr. Das Unbe­ha­gen und die Span­nun­gen, die von Anfang an da waren, haben sich zum schier unlös­ba­ren Dilem­ma gestei­gert. Und Schuld haben dar­an natür­lich immer die Deut­schen selbst, die angeb­lich immer noch nicht genug “Will­kom­mens­kul­tur” auf­ge­baut haben.

Wie ein roter Faden zieht sich die Erkennt­nis durch den Arti­kel, daß es auch nach drei Genera­tio­nen von Ein­wan­de­rern kei­ne gemein­sa­me Iden­ti­tät mit den Stamm­deut­schen gibt. Die Bruch­li­ni­en wer­den gera­de von den Jün­ge­ren deut­lich wahrgenommen:

Shalau wuchs in Mar­burg auf, er geht dort zur Schu­le und hat deut­sche Freun­de, aber auch er spricht von “den Deut­schen” und “uns Ausländern”.

Als (der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Rauf) Cey­lan für sei­ne Dis­ser­ta­ti­on Inter­views führ­te, nahm ihn ein tür­ki­scher Spiel­hal­len­be­trei­ber zur Sei­te und sag­te: “Ich garan­tie­re dir, in zehn, zwölf Jah­ren wer­den wir im Stadt­teil nach Deut­schen suchen und uns fra­gen: Deut­sche – was sind das über­haupt für Leute?”

Mein Groß­va­ter war einer der ers­ten Gast­ar­bei­ter in Deutsch­land. … Ich füh­le mich als Deut­scher, aber die Deut­schen fra­gen mich immer, woher ich kom­me. Am Anfang habe ich noch erklärt, daß ich hier gebo­ren bin. Mitt­ler­wei­le sage ich nur: ich bin Tür­ke. (Bur­kay Çak­mak, 18)

Nun ehr­lich: wen über­rascht das eigent­lich? Man kann nicht ein kom­plet­tes Volk ansie­deln, und dann erwar­ten, daß die­se Mas­sen ihre Iden­ti­tät, die noch dazu deut­lich von der­je­ni­gen des Gast­lan­des unter­schie­den ist, aufgeben.

In Wirk­lich­keit ist die Beschwer­de “Nichts ist gut in Deutsch­land” Jam­mern auf hohem Niveau, wenn man die Zustän­de in den Hei­mat­län­dern der Ein­ge­wan­der­ten mit den Mög­lich­kei­ten, die in Deutsch­land gebo­ten wer­den, ver­gleicht. Die Ein­wan­de­rer wer­den zu einem maß­lo­sen Anspruchs­den­ken ermu­tigt, und die Inte­gra­ti­ons­in­dus­trie unter­stützt sie noch in dem Glau­ben, daß sie sel­ber kei­ne Ver­ant­wor­tung für ihr gesell­schaft­li­ches, beruf­li­ches und schu­li­sches Schei­tern trügen.

Das Pro­dukt sind dann stroh­dum­me Gestal­ten wie die vom Spie­gel zitier­te “DJa­ne” İpek İpek­ç­ioğ u, deren Namen ich hier hin­ein­ko­pie­ren muß, weil auf mei­ner dis­kri­mi­nie­ren­den, will­kom­mens­kul­tur­lo­sen deut­schen Tas­ta­tur die pas­sen­den Buch­sta­ben feh­len. Neben einem Foto mit däm­lich-arro­gan­ter Pose steht zu lesen:

Ich bin Tür­kin, Ber­li­ne­rin, Künst­le­rin, Les­be. Ich bin für euch Deut­sche eine Pro­vo­ka­ti­on. Ihr könnt mich nicht in eine Schub­la­de packen, und das macht euch Angst. Aber es turnt euch auch an. Gut so. Ich habe mein Anders­sein zum Geschäft gemacht. Wenn ich in New York auf­le­ge, spielt mei­ne Her­kunft kei­ne Rol­le. Den Men­schen dort ist es egal, ob du schwarz bist oder weiß, ob du aus Chi­na kommst oder Istan­bul. Nur was du machst, ist wich­tig. Die Deut­schen sind nicht so weit. Ihr defi­niert Deutsch­sein immer noch über das Blut. Aber ich habe gelernt, das zu igno­rie­ren. Im Aus­land wer­de ich inzwi­schen als das neue Gesicht Deutsch­lands vor­ge­stellt. Letz­te Woche war ich für das Goe­the-Insti­tut in Tel Aviv. Ich glau­be es ändert sich gera­de etwas in Almanya.

Ich las­se die­sen Quast mal unkom­men­tiert und über­las­se es dem Leser, die zum Teil gera­de­zu schrei­en­den Wider­sprü­che zu zählen.

Ja, tür­ki­sche und sons­ti­ge Freun­de und Art­ge­nos­sen! Deutsch­land mag für euch eine “frem­de Hei­mat” sein, für uns ist es inzwi­schen zur “ent­frem­de­ten Hei­mat” gewor­den. Und das dank eurer Mas­sen­prä­senz und ihrer diver­sen Begleit­erschei­nun­gen, aber auch dank der Umtrie­big­keit unse­rer olig­ar­chi­schen Poli­ti­ker, die uns jeden Tag ein Stück­chen mehr ver­ra­ten. Am Ende sind wir alle, wir und ihr, Frem­de ohne Hei­mat, und der Tag ist nicht mehr fern, da wer­den wir uns die die Köp­fe ein­schla­gen, weil wir unse­re Fremd­heit und Hei­mat­lo­sig­keit nicht mehr ertra­gen können.

Der DJ Fritz Sauer­kraut­wal­der aus Ber­lin spricht:

Ich bin Ber­li­ner, Künst­ler, hete­ro­se­xu­el­ler Mann. Vor allem aber bin ich Deut­scher, und das ist für euch Tür­ken wohl weni­ger eine Pro­vo­ka­ti­on als für euch Kriech- und Krumm­deut­sche, die ihr euch sel­ber haßt und von tür­ki­schen Les­ben ange­turnt wer­det, weil sie euch so rich­tig schön in den Hin­tern tre­ten, wofür ihr euch noch bedankt. Sie haben ihr Anders­sein zum Geschäft gemacht, weil ihr es ihnen abkauft und das Anders­sein der Ande­ren zum Fetisch und Abgott erklärt habt. Sie hal­ten sich für Pro­vo­ka­teu­re und Rebel­len, aber in Wirk­lich­keit plat­zen sie nur des­we­gen vor Anma­ßung und Arro­ganz, weil ihr ihnen Tag und Nacht in den Arsch kriecht und sie aufs Goe­the­in­sti­tut nach Tel Aviv schickt, um zu zei­gen, wie erfri­schend undeutsch ihr end­lich gewor­den seid.  Was euch aber rich­tig Angst macht, ist euer Eige­nes, zu dem ihr nicht zu ste­hen wagt.  Ihr seid so ehr­los und fei­ge, daß ihr es in Kauf nehmt, wenn man euch buch­stäb­lich das Gesicht stiehlt, nach­dem man es bespuckt hat, euer Land okku­piert und mit einem frem­den Namen belegt.  Aber ich habe gelernt, das zu igno­rie­ren. Dar­um wird sich bald etwas ändern in Deutsch­land. Hugh, ich habe gesprochen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (28)

Der Klaus

3. November 2011 15:13

Es scheint inzwischen täglich ein Türke angrifflustige, anmassende und von arroganz triefende Angriffe gegen die Kartoffeln fahren zu dürfen. Immer aus den warmen Refugien der Linksrot gefärbten Gutmenschen Welt. Kaum noch eine linke Zeitung die ohne unverhohlene Kriegserklärung eines Hasstürken auskommt. Wie tief muss man gesunken sein, um sich breit grinsend verprügeln zu lassen.

Man müsste Berlin absperren, die letzten Deutschen (die das wollen) evakuieren, und der rest kann sich multikulturell austoben. Mal sehen wie lange es dauert bis die gesamte Türkenarschkriechindustrie sich selbst in die Luft sprengt.

Wo kommt der Einlass von DJ Fritz Sauerkrautwalder her?

ML: Aus dem Sauerkrautwald natürlich.

inki

3. November 2011 17:39

Prägnanter kann man die derzeitige Situation nicht beschreiben. Es wird quasi um die Wette geheuchelt und Frau Bundeskanzlerin bedankt sich noch vor laufenden Kameras bei den viel zitierten Kulturbereicherern. Wollen wir nicht hoffen, dass das oben erwähnte Bürgerkriegsszenario Realität wird, beim derzeit geistig-moralisch zerfallenden Volkskörper.

Zarathustra80

3. November 2011 19:44

@ inki:

Worauf hoffen "wir" dann?

Peter Freimann

3. November 2011 20:59

Die Endlosredeschleife der Böhmers und Co. wird immer weiter laufen.
Auf unserer Seite ist jetzt eigentlich alles gesagt worden.
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S. W.

3. November 2011 22:11

@inki
"Wollen wir nicht hoffen, dass das oben erwähnte Bürgerkriegsszenario Realität wird, beim derzeit geistig-moralisch zerfallenden Volkskörper."

Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte läßt m.E. keine angenehmen Ausgänge der von Lichtmesz angesprochenen Fragen mehr zu. Unter dem, was möglich ist, könnte eine bürgerkriegsähnliche Situation noch nicht zu den negativsten Szenaren zählen, denn sie würde immerhin bedeuten, daß sich noch ein signifikanter Teil der Deutschen (wenn auch spät) gegen den Untergang wehrt.

Es wäre mir natürlich auch lieber, wenn es nicht so weit käme, aber solange der Weg in den Bürgerkrieg noch als Gewinn an "Buntheit" und "Vielfalt" gefeiert wird ist es sehr unwahrscheinlich, daß ein positiveres Szenar eintritt. Der m.E. schlimmste Fall wäre aber, wenn diese Todeparty kein Ende hat und das deutsche Volk feiernd verschwindet.

Ein Fremder aus Elea

3. November 2011 23:13

Vom Duktus erinnert mich der Sauerkrautwalder an Fabian Schmidt-Ahmad von der JF.

Je nun, und was gibt es sonst zu diskutieren?

Ob der SPIEGEL es ernst meint mit seiner Vorstellung einer modernen Gesellschaft?

Wer kann das glauben?

Broder nehme ich seine Vorstellung ab, die ist ja auch halbwegs in sich stimmig, nun, sagen wir, die Oberfläche stimmt, was darunter liegt, ist fragwürdig. Aber wie sollte sich aus der deutschen Einwanderungspolitik auch nur eine halbwegs stimmige Oberfläche ergeben?

Wobei man durchaus zutreffend argumentieren könnte, daß es unter der Oberfläche weit besser stimmt, nur hat das nichts mit landläufigen Vorstellungen davon zu tun, was modern ist.

SPIEGEL TV hat ja auch schon aus Duisburg-Marxloh berichtet. Im Grunde keine große Sache, alles aus Süd-Ost kommt erstmal dahin, wird sich selbst überlassen und lernt dann hoffentlich nach einer Generation, daß es unter Deutschen schöner ist, fast so wie New York halt.

Und viele Leute aus dem Balkan, über welche sich die Türken da beschwert haben, gehen ja auch recht gut als Deutsche durch, selbst wenn sie, wie behauptet, nichts können sollten, aber da kommt schon eine ziemlich lange Liste augenscheinlich deutscher Sportler aus der Region zusammen, beispielsweise.

Was jetzt nicht direkt modern ist oder irgendwas, war wahrscheinlich in Österreich-Ungarn auch nicht anders.

Ich könnte mir auch vorstellen, daß nicht wenige europäische Immigranten in Deutschland froh darüber sind, daß es in Deutschland so viele Türken gibt, weil das es ihnen erleichtert, als Neudeutsche akzeptiert zu werden.

Aber ja, stimmt natürlich alles, pure Heuchelei, niemand hat irgendeine Vorstellung irgendeines modernen Zusammenlebens, wer es schafft als Deutscher angesehen zu werden, der schafft es halt, da muß sich auch niemand drum kümmern, das ist überall auf der Welt so. Und der Rest ist reine Verarsche, nur fragt sich halt, aus welcher Motivation heraus. Wahrscheinlich aber Ohmacht.

Konservativer

4. November 2011 09:03

Das Dilemma der verfassungstreuen Rechten:
"...
Sie spielt im rechten Gettotheater den tragischen Part. Ihre An­hän­ger stam­­men meist aus bür­gerlichen Verhältnissen und wären nie auf die Idee ge­kom­­men, etwas ande­ren als CDU oder SPD zu wäh­len, wenn Adenauer noch Kanz­­ler oder Schuma­cher noch Op­positi­onsfüh­rer wäre. Sie verstehen die Welt nicht mehr. Alles könnte doch so schön sein; aber warum hat die CDU nur damals nicht gegen die Ost­ver­träge ge­stimmt und Ostdeutschland später an Polen auf­gege­ben? Warum gilt plötz­lich alles nicht mehr, was man früher ge­lernt hatte, in jener guten alten Zeit der fünfziger Jahre? Wieso dürfen CDU-Strate­gen plötz­lich eine multikul­turelle Gesell­schaft fordern und Deutsch­l­and zum Ein­­wande­rungsland erklären? Weiß das der Bundeskanzler (die Bundeskanzlerin) über­­haupt? Wenn man ihm (ihr) nur einmal schriebe, er (sie) würde das schon wieder einrichten!

Es dauert sehr lange, bis diese guten Leute einmal richtig böse wer­den. Dann grün­den sie in Opas CDU Deutschlandforen oder "wert­kon­servative Ar­beits­kreise". Früher oder später merken sie, daß Idea­li­sten in den Altparteien fehl am Platze sind; geht es doch nicht um In­hal­te, sondern nur um Macht­er­halt. Wer jetzt nicht resi­gniert, macht das nächste Mal sein Kreuz­­chen bei ir­gend­ei­ner bösen kleinen Partei oder wird sogar Mit­glied. Das darf man doch in der freisten Demokra­tie auf deut­schem Boden, in "diesem unserem Lande". Das ha­ben sie ge­lernt. Die Nachbarn, Freunde und Kollegen denken ja ge­nauso, und da wäre es doch gelacht, wenn man nicht ge­meinsam in den Bundestag ein­zie­hen könnte.

Groß ist das Erstaunen nach dem ersten Fernsehbericht über die junge Partei. Da muß der fri­schgebackene Parteigänger entsetzt er­ken­nen, daß er ein Radikaler ist! Das hatte er noch nicht gewußt. Seine ei­gene Mutter hat ihn in der Reportage kaum wie­der­er­kannt. Früher war er einmal in der CDU gewe­sen. Seit diese vieles nicht mehr ver­tritt, was sie noch vor 20 Jahren verkündet hatte, war es ausgetreten. Seine Mei­nung hatte er nie ge­wechselt und hält sich für ei­nen mün­digen Bür­ger und guten De­mokra­ten. Jetzt das! Seit der Fern­sehsen­dung grüßen auch die Nachbarn nicht mehr: Ein ganz ver­kapp­ter Nazi muß er doch wohl sein! Und er versteht die Welt nicht mehr...

Die verfassungstreue Rechte hat kein Konzept zur Machtgewin­nung; nicht in­ner­halb der Alt­par­teien und nicht außerhalb. Sie be­rück­sich­tigt nicht ope­ra­­tiv, daß in un­serer Re­pu­blik Demo­kra­tie nur ein Etikett ist.
..." (Klaus Kunze, Der totale Parteienstaat)

Martin

4. November 2011 09:48

"Mehr als jedes andere Volk kennen sie den Wunsch nach ihrer eigenen Vernichtung." (Michel Houellebecq über die Deutschen im Roman "Plattform", 2001)

eulenfurz

4. November 2011 10:20

Erfrischend klare Ansage des Sauerkrautwaldners!

Up the Ante

4. November 2011 10:26

Also NewYork . Und vorher mal in Tel Aviv vorbeischauen?
Da sind wir dann alle Zuhause.

KW

4. November 2011 12:38

In jeder Groß- und Kleinstadt fühlt man sich fremd im eigenen Land, Parallelgesellschaften bilden sich automatisch, wenn zu viele einer Ethnie herkommen. Ich verstehe dieses verlogene Gesülze nicht, dass wir ausländische Fachkräfte und deren Kinder für unsere Renten hier brauchen. Gar nichts brauchen wir Fremdes! Mit einer guten Organisation könnten wir alle Probleme selbst lösen, doch die Aufgabe der Nationalität, Familie und Kultur hat Methode, darauf läuft doch alles hinaus!
Wir haben um die 10 Millionen Arbeitslose, die am Schlauch der Finanzen hängen, brauchen wir sowas? Brauchen wir prügelnde und betrügende Ausländer in unserem Land? Von Qualität sind unsere Erzeugnisse immer weiter entfernt, Pünktlichkeit zählt nichts mehr, jeder Ausländer hier könnte seinem Land Nutzen bringen, warum kleben sie hier? Weil sie hier nichts tun müssen und doch Geld beziehen. Mit Liebe zu unserem Land, zu uns Deutschen und zu unserer Kultur hat das alles nichts zu tun.

Biobrother

4. November 2011 15:15

Das Hauptproblem dürfte wohl sein, dass einem Fritz Stahlhelm-Sauerkrautwalder (und seine gedachte Idealgesellschaft) auch nicht wesentlich geheurer ist als das Zusammenleben mit Ali Ötztürk-Ichmachdichmesser. Zumindest solange man letzterem weitgehend aus dem Wege gehen kann.

ML: Das ist ein Irrtum. Fritz trägt keinen Stahlhelm und hat erstmal auch keine "Idealgesellschaft" im Kopf. Er hat nur endlich angefangen, die Provokationen von Ayshe Trockenfut-Migrationsbusiness und Ali Öztürk-Messerspast nicht widerspruchslos hinzunehmen.

a.t.

4. November 2011 16:44

Das Hauptproblem - fuer mich zumindest - ist, dass ich mittlerweile schwere Depressionen bekomme, wenn ich Artikel von Martin Lichtmesz lese.
Die schonungslose Darstellung von Tatsachen ist wohl eine stark unbekoemmliche Kost fuer mich...
Schlimmer jedoch ist der gluehende Hass, den ich immer deutlicher verspuere.
Nicht auf diese traurigen turko-lesbischen Homunculi - welche manifesterweise garantiert lediglich nur Tuntesrepublikanische Wulff-Gestalten anturnen, sondern fuer ebenjene Quislinge, die dieses abartige Schauspiel inszenieren.
So - und jetzt muss ich zum Pabst.

ML: Zu Georg Wilhelm Pabst? Eine gute Wahl. ;) Ansonsten: nicht verzweifeln, lieber wütend als traurig sein.

CitizenKane

4. November 2011 17:37

@a.t.
>Das Hauptproblem – fuer mich zumindest – ist, dass ich mittlerweile schwere Depressionen bekomme, wenn ich Artikel von Martin Lichtmesz lese.<

Ich bekäme Depressionen, gäbe es den Lichtmesz nicht zu lesen! :-)
Ein wütender, intellektueller Wiener Berliner, großartig.

CitizenKane

4. November 2011 18:15

@ Peter Freimann
>Die Endlosredeschleife der Böhmers und Co. wird immer weiter laufen.
Auf unserer Seite ist jetzt eigentlich alles gesagt worden.<

Ja, Herr Freimann, alles gesagt. Es ist erfrischend zu sehen, was sich alles getan hat, seit ich 2005 wegen einer läppischen Äußerung zum bösen Thema beim SPON Forum gesperrt wurde, die heute ohne Zensur durchgehen würde.
Es werden mehr und mehr Leute wach. Sehe wieder Licht am Ende des Tunnels. Denke unser Volk packt's noch mal. Es ist träge, das kennen wir ja. Aber wenn es ihm erst ans Säckel geht, wird's bitter für die Oligarchien. Male mir gerade aus, wie sie sich heraus winden, jedenfalls es versuchen werden.

Wenn Sie der gleiche Peter Freimann sind , der im SPON Forum schreibt, kennen wir uns, haben auch PN ausgetauscht. Kanes Schlitten ;)
Dieser Herr Freimann hatte mich seinerzeit auf die Schweigespirale (Noelle-Neumann) aufmerksam gemacht, die durchbrechen wir gerade, langsam, aber.... sicher, wie wir deutsche Krauts nun mal sind.

Lisje Türelüre aus der Klappergasse

4. November 2011 18:21

Die wollen uns nicht...und wir wollen die nicht...
Wäre das nicht einmal eine Basis ??

Martin

4. November 2011 18:43

Für alle, die der Frust über unsere MiHiGrus gar so plagt, folgender Liedtext von den Ärzten, der ganz gut zum Thema passt (und die es bestimmt sehr ärgert, dass er in einem pöhsen rechten Forum gepostet wird - aber zitieren wird man doch wohl dürfen, oder? GRINS):

"Du hast mich so oft angespuckt, geschlagen und getreten.
Das war nicht sehr nett von Dir. Ich hatte nie darum gebeten.
Deine Freunde haben applaudiert. Sie fanden es ganz toll,
wenn Du mich vermöbelt hast. Doch jetzt ist das Maß voll.

Gewalt erzeugt Gegengewalt - hat man Dir das nicht erklärt.
Oder hast Du da auch, wie so oft, einfach nicht genau zugehört.
Jetzt stehst Du vor mir und wir sind ganz allein.
Keiner kann Dir helfen, keiner steht Dir bei.
Ich schlage nur noch auf Dich ein.

Immer mitten in die Fresse rein!
Immer mitten in die Fresse rein!

Ich bin nicht stark und ich bin kein Held. Doch was zu viel ist, ist zuviel.
Für Deine Aggressionen war ich immer das Ventil.
Deine Kumpels waren immer dabei, doch jetzt wendet sich das Blatt.
Auch wenn ich morgen besser umzieh', irgendwo in eine andere Stadt
(irgendwo in eine andere Stadt).

Gewalt erzeugt Gegengewalt - hat man Dir das nicht erzählt.
Oder hast Du da auch, wie so oft, im Unterricht gefehlt.
Jetzt liegst Du vor mir und wir sind ganz allein,
und ich schlage weiter auf Dich ein.
Das tut gut. Das mußte einfach mal sein.

Immer mitten in die Fresse rein!
Immer mitten in die Fresse rein!

Immer mitten in die Fresse,
mitten in die Fresse"
(Ärzte - Schunder Song)

Peter Freimann

4. November 2011 20:04

@ Citizen Cane

"Wenn Sie der gleiche Peter Freimann sind , der im SPON Forum schreibt, kennen wir uns, haben auch PN ausgetauscht. "

Das will ich gar nicht einmal gänzlich leugnen ... Schön, daß Sie hier kommentieren!

Zum einen freue ich mich überaus, aus Ihrer Feder so positive Zeilen zu lesen, zum anderen kann ich selber diesen Optimismus nicht teilen.
Ja, die Zensur funktioniert nicht mehr so, wie noch vor wenigen Jahren.
Ja, es ist fast ein Wunder, was man im SPIEGEL-Forum seit zumindest drei Jahren alles schreiben kann.

Bitte darum, mich als Melancholiker zu widerlegen: WARUM konnte Sarrazin bei Bertelsmann gedruckt werden, WARUM konnte Bueb verlegt werden und Autobahn ... pardon, Disziplin ... buchstabieren? WARUM hat BILD mit Sarrazin einen Bund geschlossen, WARUM hat sogar der SPIEGEL Sarrazin einen Raum gewährt?

Nach meiner These, um gefahrlos Überdruck aus dem Dampfkessel abzulassen und um zugleich dem erleichterten Volk umso dreister das sogenannte "Integrations"-Konzept auf die Semmel zu schmieren.

Solange die Mehrheit der Deutschen die Einschüsse aus Berlin von CDUCSUSPDFDPGRÜNLINKSPIRATEN noch für "friendly fire" hält und sich tatsächlich dafür interessiert, die unbeholfene Schützin Merkel durch irgendeinen Schützen Steinmüller oder so zu ersetzen, ist meines Erachtens noch kein neues Land gewonnen. Der Bürger personifiziert immer noch und hat das abgefeimte Spiel noch nicht durchschaut.

Oder, wie irgendein sehr kluger Kopf (war es Kubitschek?) mal geschrieben hat: Was, wenn sich das Volk an die Nacktheit des Kaisers gewöhnt und das Business as usual einfach fortgesetzt wird?

Schopi

4. November 2011 22:10

Wie kann man nur den Spiegel lesen?
Oder besser, wie kann man überhaupt noch in diesen Schmierenblättchen lesen?
Ich kann weiter oben angesprochenen Depressionen und Wut gut nachvollziehen.
Zum Glück "entschädigen" M.L. Eingebungen dazwischen ein wenig.
Vielen Dank!

Es ist nicht unbedingt die polit. Doktrin, welches das Lesen solcher Gazetten mit mittelschwerem Würgreiz enden lassen kann - vielmehr, wie so oft und weiter oben geschilderte Passage mit der NewYork-Rapp Geschwätz, daß ist ganz einfach dumm, sonst nichts. Warum kaufen Millionen Leute solch einen Schund? Eine gigantische Umweltzerstörung dafür Wälder abzuholzen! Aber vielleicht "schafft" es Arbeitsplätze?

Magnus Göller

5. November 2011 02:37

Zur Auswandererei.

Die deutschen "Leistungsträger" (Ärzte, Ingenieure usw.), die nach Mallorca, Australien, Paraguay, Kanada...abhauen, gehen mir inzwischen am A... vorbei.

Die könnten nämlich auch hier immer noch recht ordentlich leben.

Wer unserem Lande den Rücken kehrt, weil er sich anderwo mehr Geld verspricht, der kann mir getrost gestohlen bleiben.

Solche Leute brauche ich nicht.

Man hört dann ja auch regelmäßig von diesen Auslandsfluchtdeutschen, wie sie das jeweilige auserwählte Land als besser preisen: schlicht, um ihren Heimatverlust zu kompensieren.

Gerne lästern sie dann auch noch über die alte Heimat ab, wo alles so überreguliert sei, man nicht um 20 000 Euro ein Riesenstück Pampa kaufen könne, seine Kinder um 500 Euronen im Monat an einem prima Jesuitenkolleg anmelden, und dergleichen mehr.

Ich glaube denen - fast - allen kein Wort.

Allein schon, dass sie regelmäßig ihr neues Leben in deutschen Foren in den Himmel heben, jeden "anständigen" Deutschen mit Flötentönen wegzulocken trachten, spricht Bände.

Hier ist der Schwarzwald, hier ist die Ostsee, hier bekomme ich um 30 Cent ein deutsches Bier.

Viel Spaß denen in Germano-Transhumanien.

Peter Freimann

5. November 2011 10:30

@ Schopi

"Wie kann man nur den Spiegel lesen?"

Analyse der aktuellen Frontlage? Feinderkundung?

"Warum kaufen Millionen Leute solch einen Schund?"

Kaufen, na ja ... Auftritt im Netz?

KW

5. November 2011 14:02

@ lischen türelüre
So einfach ist das leider nicht. Die wurden mit Geld hergelockt, daher gehen sie erst, wenn sie nichts mehr bekommen. Die sind aber nicht unbedingt die Schuldigen, denn unsere Obrigkeit bietet an und die nehmen. Unsere Obrigkeit ist aber eine Marionette der Globalisten, ihr Ziel ist der besitzlose, haltlose, atomisierte Wanderarbeiter, der endlos ausgebeutet werden kann. Wenn die Moleme unseren gotteslosen Lebensstil übernommen haben, dann gehts auch an die.
Meine Stimmung schwankt allerdings auch zwischen Resignation und grenzenloser Wut. Die Piratten sind auch eine Nebelkerze zur Beschwichtigung der Masse.
Was tun? Ich weiß es nicht!

Magnus Göller

5. November 2011 16:04

@ KW

Sosehr ich Ihren sonstigen Ausführungen zustimme, will ich doch Ihren Begriff der "Piratten" infrage stellen.

Ich halte, um das vorwegzuschicken, von denen so wenig wie Martin Lichtmesz und habe das auf meiner Seite auch schon mehrfach in ähnlicher, vergleichbarer Deutlichkeit gesagt.

Eine von mir sehr geschätzte Kommentatorin - Tanja Krienen - , mit der ich zwar keineswegs immer konform gehe, hat den Begriff bei mir auch schon eingebracht.

Durchaus nachvollziehbar, aber meines Erachtens doch nicht der richtige Weg.

Bei aller Zuspitzung - und da bin ich nicht faul, schieße auch selber vielleicht mitunter übers Ziel hinaus - meine ich doch, dass wir derart Verirrte (ich kenne auch Piratenwähler, die nichtmal Vollidioten sind) nicht so bezeichnen sollten.

Nicht aus Feigheit oder Weichspülerei, sondern weil wir in diesen Zeiten nicht mit derartigen - selbst wenn sie unbelastet wären! - Kampfbegriffen hantieren sollten.

Die Ratte ist nunmal dafür bekannt, dass sie dem Menschen nicht nur alles wegfrisst, was sie findet (in Indien werden mitunter sogar Kinder angefressen), sondern sie steht auch für den allgemeinen Krankheits-, ja gar Pestüberträger.

Damit für ein fallweise zu vernichtendes Ungeziefer.

Einen solchen Vergleich sollten wir gegenüber meist jungen, dummen, meist noch nicht lebensreifen Leuten doch besser unterlassen.

Die können noch lernen.

Und das werden sie eher tun, wenn wir sie nicht dergestalt in eine Ecke treiben.

Mitnehmen, wo es geht.

(Ich sage das jetzt nicht nur, weil ich mich mit Neunzehn noch - irgendwie irrtümlich und dabei, mich zwar stets wundernd, weshalb man mir regelmäßig das Maul verband, nachkriegsklassisch dummverbildet: die Emanzen waren schon damals unerklärlich schrecklich, und andere auch - für einen Linken gehalten habe. Oder sogar so etwas ähnliches war. Ich habe sogar einmal die Grünen gewählt. Asche auf mein Haupt. In etwa zwanzigtausend Reinkarnationen hoffe ich, das vielleicht abgetragen zu haben.)

CitizenKane

5. November 2011 17:50

@ Peter Freimann , freue mich auch, sie hier zu lesen.
Nun ja, mein Optimismus hält sich in Grenzen, er keimt immer wieder auf wenn ich hier von Lichtmesz und den anderen guten Rechten lese.
Es ist erfreulich, dass sich auf der rechten Seite intellektuell auf diesem Niveau was tut, und es sind junge Leute, das ist doch Hoffnung gebend.
Ansonsten denke ich, wird es leider nicht mehr ohne reinigendes Gewitter, um es euphemistisch auszudrücken, abgehen. Es ist leider schon nach 12.00.
Mag sein, dass kalkuliert Autobahnteilstücke freigegeben werden um Druck aus dem Kessel abzulassen.
(schön im Übrigen wie sich "Autobahn" etabliert hat, man muss es nicht lange erklären)
Vielleicht ist die Zahl derer unter den Veröffentlichern , die versuchen sich Schritt für Schritt aus der Falle der PC zu befreien, größer als wir denken. Die können doch nicht alle blöd sein.
Lichtmesz hat sich ja ähnlich in dem TV Beitrag geäußert, "wir wissen nicht, wer da alles mitliest, solche die mehr Einfluss haben als wir."
Fleischauer ist beim Spiegel auch möglich, obwohl er kein Jude ist. Ich weiß Broder ist da weg.
Die habe eben alle Angst, und das wissen die Oligarchen, die haben alle ihren Machiavelli gelesen.
Aber, ich will nicht mit Verschwörungstheorien anfangen, die Entwicklung ist immanent. Wir werden daraus lernen, und es nach dem Gewitter besser machen!
Die Bürger, der mündige sollte es doch werden, durchschaut es nicht, sieht nicht, wie sehr er in "the brave new world" von 1984 schon angekommen ist und des Kaisers Kleider bewundert.
Den Bürger und erst recht den mündigen können wir vergessen. Der will seinen
Kokon mit diesem TV-Stuss. Der wird erst wach, wenn ihm die Krummsäbel die Gartenzwerge köpfen, mitten im Garten, beim Bier am Samstag Abend, vor Gottschalk.
Jedenfalls die Mehrheit. Und die es durchschauen, für die gilt "Hannemann geh du voran", für mich leider auch, kann den anderen keine Vorwürfe machen.
Sehen sie auch in manchen Talk-Shows , wie verhalten sie Beifall zollen, wenn ein pöhses Thema zur Debatte steht und einer eine sooo schöne babba Aüßerung macht.
Klatschen die andern auch?, darf ich hier klatschen?
Wenn ein Kopftuch lamentiert, kann man immer klatschen, da ist man immer auf der richtigen Seite. Wie indoktriniert die sind , ich habe es nicht für möglich gehalten.
Erst wenn einem wie Buschkowski der Kragen platz, jubeln sie.
Was lernen wir daraus? Es hat sich nichts geändert!
Und umso mehr freut es mich eben von mutigen Leuten wie Kositza im TV zu hören
"Rechts?, ja ich bin rechts!"
Diese dekadente gesellschaftliche Entwicklung, die wir derzeit in Europa erleben ist andererseits auch interessant, jedenfalls wenn man den Vorzug hat es aus dem Elfenbeinturm zu beobachten - eine anthropologische Konstante, Herr Weißmann und Herr Lichtmesz?
Der Nackte Kaiser hat im Übrigen den Vorzug für die einen, einfacher in seinen Allerwertesten zu kriechen, und für die andern, denselben besser aufreißen zu können ;-))
Für mehr Drastik empfehle ich den Clown!
So jetzt muss ich noch Transferleistungen erwirtschaften!
Lieber Gruß!

Schopi

5. November 2011 18:47

@ Peter Freimann

Vom online-Lesen leben diese Blätter aber nicht primär, sondern von den Millionen, die am Kiosk, Tankstelle oder über Abo die Geldbörse zücken - zum Glück sind fast alle Auflagen rückläufig, leider aber noch viel zu hoch.

Feinderkundung? Nun, ich weiß, in welchem Graben er sitzt, allenfalls, und dies kann man diesen hier eingewobenen Zitatfetzen entnehmen, ist der Grad der Dreistigkeit und Dummheit verbreiteter Ideologie daraus abzulesen. Gur, wer das "online" macht, das verstehe ich. Man sollte sich aber davor hüten, hier einzuteilen in Gut und Böse. Auch die "FAZ" oder "Welt" kochen das Süppchen mit, nicht ganz so offensichtlich, aber sie binden leider auch damit die kritische Masse Mensch an sich - wer verdient denn kräftig an dem "Sarrazin"?

Schopi

5. November 2011 19:49

@ CitizenKane

...Es werden mehr und mehr Leute wach. Sehe wieder Licht am Ende des Tunnels. Denke unser Volk packt's noch mal....

Ich hoffe, Sie haben damit recht - nur: "dumm" wie manchmal behauptet, sind die Gegner nicht, allenfalls reichen dumme, plakative Propaganda um den Deckel auf dem Topf zu lassen.

Ein Beispiel: Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit folgendem Problem, was ganz konkret auch die eigene Ohnmacht erkennen lässt.

Die Wikipedia Seite für unsere Kleinstadt (25000 EW) hat recht dürftige Einträge zur Gegenwart, jedenfalls im direkten Vergleich zu den Eintragungen zur "Nazizeit" - selbst das im Mittelalter hier ein paar Dutzend "Sinti" als "Zigeuner" beschimpft wurden, ist eine Anekdote wert. Überhaupt hat man beim Lesen den Eindruck, daß die Verfasser es gar nicht schlimm genug haben konnten.
Immerhin ist diese Kleinstadt heute auch Kur- und Tourismuszentrum und pot. Besucher, welche sich über wikipedia vorab informieren, wird hier (vom Inhaltsanteil her gesehen) fast schon suggeriert, in ein "Nazi-Nest" zu reisen.

Zum Glück bietet wikipedia jedem die Möglichkeit hier aktiv zu sein (was natürlich diejenigen stört, welche die Deutungshoheit haben - es ist kein Zufall, das aus dieser Ecke auch oft das Wort "verbieten" geäussert wird, bzw. Einschnitte "im Internet" gefordert werden).

Ich möchte diese Einträge ergänzen um klar herauszustellen, daß meine Stadt heute ein "weltoffenes, buntes und tolerantes" Kleinod ist und dies mit einer Statistik belegen, welche offen legt wie viele Menschen aus wie vielen Ländern mittlerweile hier als "Neudeutsche" leben und wie hoch der prozentuale Ausländeranteil (also Menschen ohne deutschen Pass) ist.

Meine Recherchen stossen auf eine schier unüberwindliche Mauer des Schweigens - was im Mittelalter ein Haufen Sintis hier erleiden mußte weiss man, aber eine Statistik im obigen Sinne ist (offiziell) nicht aufzutreiben - allenfalls Menschen ohne deutschen Pass (hier dann "Ausländer" genannt) werden aufgelistet - mit dem Hinweiss, das diese Zahlen rückläufig sind.

Das ist "gelebte Demokratie" im Jahre 2011!

VRIL

5. November 2011 23:03

1) nicht mosern - machen .
2) holt die rechtskonservativen Labertaschen da ab wo sie stehen
3) Häuser in guten Gegenden kaufen
4) Zigeuner einparken in die Häuser
5) Fernsehen anrufen und Film drehen .

Peter Freimann

6. November 2011 08:02

@ Citizen Cane

"Und umso mehr freut es mich eben von mutigen Leuten wie Kositza im TV zu hören
„Rechts?, ja ich bin rechts!“

Das schreibe ich auch - anonym in Foren - viel zu peinlich, also teile ich das hier lieber nicht mit. Vor Jahren: ohne dabei genant zu sein vor Bekannten konservative Politeme dargelegt - kein Problem. Vor Bekannten geäußert, ich sei konservativ - Entsetzen, Riechfläschen. Heute darf man wieder konservativ sein - man schätzt z.B. ein gepflegtes gemeinsames Essen in der Familie und BEFIEHLT seinen Sprößlingen abends den Abmarsch barfuß ins Bett. Wer hätte das gedacht. Aber konservativ, in Zeiten, in denen es nichts Bewahrenswertes gibt?

Du liebe Zeit, moin!, ich erfahre jetzt erst von dem Fernsehauftritt in 3sat. Kositza, Kubitschek, Lichtmesz, Menzel, meinen Hut ab, Ihr könnt sehr stolz darauf sein, daß Ihr diese Tür geöffnet habt! Tusch und Applaus!
Rechts ---> Skinheads ---> Breivik: Wieviel Übelkeit und schlechten Schlaf mag das wohl bescheren, wenn man im Öffentlich-Rechtlichen als BetroffenheitsdarstellerIn hurt?

Nur ein Beispiel von vielen: Neulich auf NDRIV-Info, es ging um die Zuführung der Mütter von Neugeborenen zur totalen Arbeit und zum totalen Konsum, nicht möglich freilich ohne die totale Verkrippung der Republik, natürlich auch zur Verbesserung der demographischen Statistik, aber in erster Linie zum Wohle der lieben Kinder. Alle Studiogäste aus dem Lager der Pappenheimer, ausnahmslos, ein prominenter Gast nannte sich Rita Süssmut(h) (der mir auch sofort dahinschwand). Kein kritischer Anruf wurde durchgelassen. Ein anderer Studiogast, ein überzeugter durchgegenderter Frauer, wegen mangelnder örtlicher Krippenversorgung im Elternurlaub, sprach von dem "Lebenskonzept von zwei arbeitenden MENSCHEN mit Kindern". (Welche Strafe sollte man solchen Täter_innen später zukommen lassen wegen schwerster Delikte an unserer schönen deutschen Muttersprache, wenn sich das Blatt doch noch einmal wendet?).

Oder der fürwahr sehr dürftig wie liederlich programmierte Merklomat zur Gewalttätigkeit mancher Hintergründler: ... "MENSCHEN, die eine Straftat begangen haben ..."
Oder dieser FDP-Renegat aus Südland in der NDR-Talkshow, der für sein bitteres Leid viel Zuspruch erhielt, beisitzend eine betroffene gealterte Promitante, die mit Sicherheit jedem Fischer, jedem Führer zu folgen bereit ist, weil genügend Empathie vorhanden ist, sofort zu erfassen, ob gerade das Rot(h) oder eine andere Coleur die Farbe der Saison ist.
(Wer ist ein Kerl und setzte einen solchen Gast auf seiner privaten Feier eigentlich nicht pöhse und kulturunsensibel nach allerhöchstens fünf Minuten höflich und bestimmt vor die Tür?)

War ich vor zehn Jahren blauäugiger oder hat sich das System in letzter Zeit so drastisch verändert? Haben sich erst in den letzten Jahren die Reihen so fest geschlossen? Nach Herman und Autobahn dachte ich zunächst, weiter kann man sich doch gar nicht aus dem Fenster lehnen, aber Irrtum, da geht noch was. Kann man dermaßen bildungsfern sein, daß man in den Medien, in der Politik als Büttel dient, ohne dabei an die Einsamkeit der Mielkes und Honeckers zu denken? Letzterer damals genauso wie sein Genosse Mao allenfalls mit zwanzig Millionen Regimegegnern im eigenen Lande kalkulierend? Wie geht das, Doublethink, wie bringt man es fertig, über den populärsten Kurzwitz der Republik überhaupt ("Claudi!") herzhaft mitzulachen UND diesen Scherz in der Wahlurne trotzdem anzukreuzen? Fällte niemandem auf, wie viel Newspeak in Wikipedia schon realisiert wurde, z.B. die dreiste Lüge, daß Xenophobie die Ablehnung von Fremden sei? (Eine Phobie ist eine erhebliche seelische Erkrankung).

Eine wirklich sehr aufregende Zeit, denn nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen läßt sich die gewaltige und noch steigende Spannung nicht so aufrecht erhalten, wie sie derzeit besteht.

Und noch einmal: Kositza, Kubitschek, Lichtmesz, Menzel, ganz vielen Dank für das, was Ihr geleistet habt und weiter so, meine Hochachtung!

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