Sezession
11. November 2011

Schluß mit dem Ausverkauf! …

Martin Lichtmesz / 13 Kommentare

... lautet der Titel eines im Berliner Landt-Verlag erschienenen Büchleins, in dem Arnulf Baring, Josef Kraus, Mechthild Löhr und Jörg Schönbohm "den traurigen Niedergang der Union, ihre bedingungslose Kapitulation vor dem Zeitgeist und den allgemeinen Verfall unserer Parteiendemokratie erörtern, obwohl sie niemand darum gebeten hat."  Das Vorwort schrieb Alexander Kissler, aber auch er konnte nicht verhindern, daß auf 120 Seiten vor allem heiße Luft gepumpt wird - vertan ist die Chance harter, konservativer CDU-Kritik.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Abgefaßt ist das Ganze im Stil einer Gesprächsrunde, zu der jeder Teilnehmer ein paar Sätze beiträgt. Neben dem Zerfall der CDU werden sämtliche "Deutschland schafft sich ab"-Themen durchdekliniert: Bildungs- und Familienpolitik, Sozialstaat, Europäische Union, Ausländerintegration, Wehrpflicht, Nationalbewußtsein, Ökologie, Meinungsfreiheit und so weiter.

Als Motto ist dem Bändchen im modischen Stile der Beststeller "Empört euch!", "Wehrt euch!", "Stoppt das Euro-Desaster!" usw. ein Satz von Jörg Schönbohm vorangestellt:

Wenn es überhaupt noch ein Lebensmodell gibt, das unserer gegenwärtigen Führungsschicht echte Angst einjagt, dann ist das die wirtschaftlich unabhängige, gebildete, kinderreiche, christlich orientierte Großfamilie, die ihre Kinder selbst erzieht und sich in keiner Weise von Staat und Medien hineinreden und bevormunden läßt.

Am 9. November wurde das Buch im gediegenen Ambiente am Pariser Platz mit Ausblick auf das Brandenburger Tor vorgestellt.  Anwesend waren Baring, Löhr, Schönbohm und Kissler, die Moderation übernahm Alexander Gauland.  Der Verleger Andreas Krause-Landt erklärte eingangs, daß sein Verlagsmotto "Die Entdeckung des Eigenen" auch mit "Eigentum" zu tun hätte, in diesem Falle vor allem mit dem Volksvermögen, das momentan ohne weiteren Widerstand in den Rachen des EU-Molochs geworfen.

Die Anwesenden waren sich grundsätzlich darin einig, daß es nicht nur um die Merkel-CDU, sondern um die deutsche Demokratie im Allgemeinen schlecht stünde. Die Wähler hätten ein wachsendes Gefühl von Ohnmacht, die Entstehung einer Art von Einparteiensystem zeichne sich ab, Politik werde zunehmends zum Geschäft einer kleinen herrschenden Klasse.  Nicht nur ein wirtschaftlicher Crash, eine politische Zeitenwende, die das Schicksal der Bundesrepublik entscheiden wird, scheint bevorzustehen. Zugleich sei der Konformismus im Lande verbreiteter denn je, die Presse schalte sich selbst freiwillig gleich, und man wünschte sich "stärkere öffentliche Diskussionen über die wichtigen Themen."

Das ist alles schön und gut, und die Beiträger zählen gewiß nicht zu den Schlechtesten ihres Lagers. Mit Mechthild Löhr und Josef Kraus (beide CDU) sind auch immerhin zwei regelmäßige Kolumnisten der Jungen Freiheit vertreten, denen hiermit erlaubt wird, sich mit öffentlich Lizensierten wie Schönbohm und Baring zusammenzusetzen.

Jedoch: Alles, was in der Buchvorstellung vorgebracht wurde, habe ich indessen zum Großteil schon vor gut zehn Jahren in der besagten JF gelesen, nur besser. Das trifft besonders auf den sich wieder mal barrikadenzornig gebenden Arnulf Baring zu, der sicher der Intelligenteste und historisch Gebildetste der Runde ist, aber so tut, als hätte er geradezu revolutionäre Neuigkeiten entdeckt. Ebenso wußten wirkliche Konservative schon lange vor Sarrazin, daß sich "Deutschland abschafft", ein Prozeß, der ja auch nicht gerade erst seit gestern im Gange ist.

Der Band selbst ist bis auf ein paar brauchbare Körnchen kaum der Rede wert, selbst für Einsteiger in die Problematik.  Seine Thesen sind nicht gut genug formuliert und auf den Punkt gebracht. Er ist so schnell abgelutscht wie ein Eis in der U-Bahn, und man hat den Inhalt ebenso schnell wieder vergessen, wie man ihn aufgenommen hat. Das mag zum Teil an der Gesprächsstruktur liegen, die einen eher unfokusierten Eindruck macht. Für zusätzliche Langeweile sorgt auch die durchgehende Tendenz, immer schön artig im Rahmen der bien-pensants zu bleiben.

Nehmen wir etwa das Kapitel "Geschichte ohne Bewußtsein" über die problematische Reduktion des deutschen Geschichtsbewußtseins auf die verhängnisvollen zwölf Jahre. Die wird immerhin recht deutlich kritisiert, das Kapitel allerdings mit dem Untertitel versehen: "Wie man Integration planvoll erschwert", ganz so, als ob das das einzige Problem wäre, das eine geknickte Nationalidentität bereite, oder als ob das der hauptsächliche Grund sei, warum man sie wieder einigermaßen aufrichten müsse.  Aber keiner der Teilnehmer ist wirklich so mutig, die Politik der Masseneinwanderung grundsätzlich in Frage zu stellen, die immerhin den tödlichen Keim für eine künftige Zersplitterung und Balkanisierung des Landes legt.  Es fehlt hier auch einfach der Mut, klipp und klar zu sagen, daß ein tragfähiges Geschichtsbewußtsein und eine "selbstbewußte Nation" zuallererst für sich selbst dazusein hat, und erst sekundär, um gegebenenfalls "Einwanderer zu integrieren".

Trotz allem angemessenen Respekt vor Gauland oder Baring kann ich eine zunehmende Aggression gegenüber diesen im Grunde inkonsequenten und eitlen alten Männern nicht unterdrücken. Ich kann sie, um einen zeitgenössischen Parlamentarier zu paraphrasieren, einfach nicht mehr sehen und hören. Sie erfüllen, scheint es, in erster Linie eine Funktion als konservative Platzhirsche und Torwächter , nicht viel anders als unser jämmerlich in der sozialistischen Selbstkritik versackter Ex-Kamerad Lorenz Jäger.

In dem "Ausverkauf"-Band outet sich Baring als "Anhänger der Kanzlerin": "Sie ist eine außerordentlich intelligente, kenntnisreiche und obendrein fleißige Regierungschefin. Sie ist immer gut unterrichtet und absolut uneitel. Sie spricht öffentlich nicht anders als im kleinen Kreis." Schon allein das ist jenseits von Gut und Böse. Muß man es noch kommentieren? Inzwischen dämmert es aber schon langsam auch Baring, daß vielleicht womöglich etwas nicht ganz in Ordnung ist mit unserer fleißigen Angela:

Inzwischen rücke ich von ihr ab - mit zunehmender Geschwindigkeit und in wachsender Ratlosigkeit - seit ihren anmaßenden Äußerungen über Thilo Sarrazin.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (13)

Peter Freimann
11. November 2011 10:44

"In dem „Ausverkauf“-Band outet sich Baring als „Anhänger der Kanzlerin“: „Sie ist eine außerordentlich intelligente, kenntnisreiche und obendrein fleißige Regierungschefin. Sie ist immer gut unterrichtet und absolut uneitel. Sie spricht öffentlich nicht anders als im kleinen Kreis.“ Schon allein das ist jenseits von Gut und Böse. Muß man es noch kommentieren?"

Wenn es denn unbedingt sein muß: "AAAAAAARRRRRGHHH!!!"

Wie mag es Kraus in der Union gehen? Er weiß, daß auf der Agenda der Sozialisten die Sondaschule für alle steht. Er kennt die ganzen Connections der OECD, Bertelsmann, Schmidtchens und Schleichers der PISA-Mafia.
Ein MANN muß sich schon entscheiden, ob er Full Member im nächsten Charter der Höllenengel werden ODER sich in die Friedensarbeit der Grünen&Co. einbringen will.
Sekt oder Selters, erbärmlich.

mfh
11. November 2011 11:02

Ihr Fragen und Nachhaken gegenüber Schönbohm wären für ihn eigentlich als Steilvorlage geeignet gewesen, um in dieser Runde die Wende auszurufen. Daß sie bewußt verschenkt wurde, reduziert das oben besprochene Büchlein zur reinen Pose, von denen der sog. Konservatismus hierzulande schon viel zu viele besitzt. Man kann es wohl direkt neben Roland Kochs konservativem Gefasel ins Regal stellen und verstauben lassen. Ich stimme Ihnen vollkommen zu: Baring, Schönbohm und Co. geben freiwillig den konservativen Pausenclown, doch nichts läge ihnen ferner, als etwas zu ändern oder eben zu tun. Sie sind nicht mehr wert als die zu jeder passenden Gelegenheit vorgeschobenen Hinterbänkler der CDU, die durch hohle Phrasendrescherei Konservatismus mimen sollen, um die Stammwähler zu beruhigen. Daraus folgt: Wir sind allein, Türöffner/Steigbügelhalter zur politischen Oberschicht fehlen uns. Was aber können wir dann tun? Selbstgefälligen, eitlen Herren öffentlich ins Wort zu fallen scheint mir ein guter Anfang zu sein!

Sugus
11. November 2011 12:45

Es muß der Rechten in Deutschland endlich klar werden, daß der eigentliche Feind nicht die Linken oder kriminelle Ausländer oder korrupte Griechen sind, sondern diese Gemengelage aus rückgratlosen und opportunistischen Möchtegern-Konservativen der CDU/CSU, die jahrzehntelang rechts geblinkt haben und dann doch links abgebogen sind.

KW
11. November 2011 13:48

Wahre Worte, danke, die alten Herren geben das Feigenblatt der CDU. Und was soll das Gewäsch von Schönbohm "keine Revolution"? Ja, was denn sonst, zumindest eine geistige. Resignation macht sich wirklich breit, und Mechthild Löhr weiß das auch. Wir hatten hier in der Region einmal im Monat einen Stammtisch, angeführt von einem Reporter der JF, diese Runde war mehr als resigniert. Es fehlt die Vereinigung der APO, es fehlen Anführer. Was tun? Ich weiß es auch nicht.

CitizenKane
11. November 2011 13:59

"Keine Revolution!" ein vorauseilendes Dementi?
Immerhin scheint Schönborn bewusst zu sein, dass sich eine Revolution dem Status einer Option nähert, das ist doch interessant!

Theosebeios
11. November 2011 14:29

Man muss Ihnen zustimmen, Herr Lichtmesz (auch wenn ich mich durch die Attacke gegen 'eitle alte Männer' etwas betroffen fühle ;-)). Ihr insistierendes Fragen ist richtig. Vielleicht ergibt sich eine Gesprächssituation, in der die Empfänger nicht ausweichen können. "Selbstgefälligen, eitlen Herren öffentlich ins Wort zu fallen scheint mir ein guter Anfang zu sein!" (Sugus) Nicht ins Wort fallen, sondern höflich (aber bestimmt) argumentieren. So gewinnen Sie Sympathien. Daran glaube ich. Man kann durch Argumente auch Verlegenheit erzeugen. Ich gebe zu, dass es sehr schwierig ist. Bei den wenigen Gelegenheiten, in denen ich selbst einen Beitrag leisten könnte, ertappe ich mich beim Schweigen - aus Angst vor rascher (oder schleichender) Stigmatisierung in meinem sozialen Umfeld.
Als Konservativer sollte man auch lernen und bereit sein, auf verschiedene (vielleicht sogar dringliche) Fragen keine Antwort zu wissen. Ein Politiker mag sich das zu seinem eigenen intellektuellen Schaden nicht erlauben wollen. Kubitschek hat das hier getan, wenn ich das richtig verfolgt habe. Hut ab. Wer immer und auf alles eine Antwort parat hat, dem vertraue ich nicht.

CitizenKane
11. November 2011 14:31

Sugus: "Gemengelage aus rückgratlosen und opportunistischen Möchtegern-Konservativen"

Vor dieser, u.a. von dem angesprochenen Personenkreis in parasitärer Gesinnung herbeigeführten oder, wie es ihre PFLICHT (Nazialarm) gewesen wäre, nicht verhinderten, wertelosen Beliebigkeitsgesellschaft, kann auch niemand RESPEKT (Nazialarm) haben.
Hervorheben möchte ich nur die Moslems, für deren Assimilierungsverweigerung ich daher sogar Verständnis aufbringen kann.

Kim Laurenz
11. November 2011 19:36

Die Leute sind eher zuwenig als zuviel verzweifelt. Sie haben eher zuwenig als zuviel Angst, nicht, weil sie mutig wären, sondern weil sie den Kopf in den Sand stecken und die Gefahr verdrängen. Mehr als ein rhetorischer Politikaster-Optimismus täte eine ehrliche „Blut, Schweiß & Tränen“-Rede not.

Und dann, wenn die Leute genug Angst haben, wenn sie genug verzweifelt sind, was dann?

Dann haben wir in der Generation derer, die mit Blut, Schweiß und Tränen das Ruder herumreißen müssten eine verschreckte Horde Metrosexueller, die auf den Arm wollen.

Im Ernst, ich befürchte fast, das weit mehr notwendig sein wird, als das bisschen Vorbürgerkrieg, dass sich zur Zeit in Deutschland abspielt.
Da sind ganz andere, schlimmere Gewalterfahrungen nötig. Und selbst dann muss man hoffen, dass der Selbsterhaltungstrieb qua Rückenmark mal kurz das Steuer übernimmt. Denn was außer Ratlosigkeit soll diesen domestizierten Alkopop-Junkies schon einfallen.

Martin
11. November 2011 22:07

Im Ernst, ich befürchte fast, das weit mehr notwendig sein wird, als das bisschen Vorbürgerkrieg, dass sich zur Zeit in Deutschland abspielt.
Da sind ganz andere, schlimmere Gewalterfahrungen nötig.

An einem Tag wie heute, werden Zeilen wie diese bestimmt mit dafür sorgen, dass wir evtl. nicht mehr lange die Sezession lesen können - und dass das Rittergut und seine Anhängerschaft bestimmt Besuch bekommt von den Schlapphüten und ganz anderen Einheiten etc. etc.

Dieses ständige Gelabere vom "Stoßen, was am Fallen" etc. wird vom politischen Gegner nun, nachdem wir unser Klein-Utoja haben, gnadenlos ausgenutzt werden ... und die deutschen Behörden und der deutsche Staat werden nicht, wie in Norwegen, mit mehr "Toleranz & Demokratie erst recht" darauf antworten, so viel dürfte klar sein.

Zeit, sich schon mal "warm" anzuziehen und sich zu überlegen, was man so alles irgendwo ins Netz stellt. Ich will hier keinen freiwilligen Maulkorb predigen - nur, dass man mal das Denken anfangen sollte, dass diese Seiten hier zentrale Referenzquelle für Leute ist, die uns nicht gut gesonnen sind, auch wenn sich bislang manche fast schon darin gesonnt haben, wenn sie von diesen Damen und Herren "wohlwollend" erwähnt wurden und mit ihnen fast schon einen "Dialog" geliefert haben ... das war deren Strategie, um ihnen für Tage "X", wie diese, genug Munition zu liefern - es ist bestimmt schon alles vorbereitet und ob das jetzt alles so oder so gemeint, gedacht etc. war, spielt dann auch keine Rolle mehr. Das Uhrwerk läuft an, Rädchen greift in Rädchen ...

Und wie man eben darauf reagiert und sich entsprechend vorbereitet, sollte jetzt jeder überlegen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier was im Gange ist ...

Diese Antwort braucht auch nicht freigeschaltet zu werden ...

Franschi
11. November 2011 22:29

@ KW

"Was soll man tun?"

Sicherlich keine weitere rechte Kleinpartei gründen. Der vorpolitische Raum muß erobert werden, damit sich endlich auch politisch etwas bewegen kann. Die Grünen wären beispielsweise ohne die Friedensbewegung, die Homosexuellenbewegung, den Feminismus, die Anti-Akw-Bewegung, die Basisdemokraten, K-Gruppen und linke ASten usw. nie im Leben in den Bundestag gekommen.

Wir müssen uns also bei Pax Europa, Manndat, IGFM, Reservistenvereinen, konservativen Gewerkschaften usw. engagieren, dort Mehrheiten bilden und diese dann für den politischen Kampf nutzbar machen. Wir müssen Eventagenturen, Rechtsanwaltskanzleien, Medienunternehmen, Werbefirmen und wissenschaftliche Institute gründen um von dort aus ganz bewußt und gezielt politisch Einfluß zu nehmen.

Kein Wunder, daß die Rechte immer wieder hinfällt, wenn sie den zweiten Schritt vor dem ersten macht (also die Parteigründung). Parteien können sich in einem ausschließlich feindlich gesonnen Umfeld ohne gesellschaftliche Unterstützung aus dem vorpolitischen Raum nicht durchsetzen. Das dürften ca. 200 gescheiterte Rechtsparteien seit Gründung der BRD eindrucksvoll genug gezeigt haben.

Franschi
11. November 2011 22:43

Um vielleicht noch etwas genauer zu präzisieren, worum es geht:

- Es geht um den Anwalt, der bei einem aus politischen Gründen gekündigten sofort anruft, um diesen zu Sonderkonditionen zu verteidigen.
- Es geht um den Unternehmer, der diesen Gefeuerten aus Solidarität anstellt, und der rechte Medien durch Werbeschaltungen politisch fördert.
- Es geht um den Gastwirt oder Hallenbesitzer, der seine Räumlichkeiten gezielt an entsprechende Parteien zur Verfügung stellt.
- Es geht um die Privatbank, welche rechten Organisationen die Konten führt (Selbst der JF wurde vor einigen Jahren aus politischen Gründen das Konto gekündigt).
- Es geht um den Finanzfond, der gezielt mittelständische deutsche Unternehmen fördert, die keine Arbeitsplätze ins Ausland verlegen, und vorrangig Deutsche anstellen.
- Es geht um die Werbeagentur, die bei Geldnot Spezialpreise macht und auch Anzeigen annimmt, die alle anderen Medien aus Feigheit ablehnen. (z.B. wie der BMV der die JF vertritt)

Ich könnte hier noch Hunderte weitere Beispiele machen, was alles getan werden müßte. Die Arbeit ist grenzenlos. Packen wirs an!

Kim Laurenz
12. November 2011 07:35

Nur um es klar zu stellen:

Mein Beitrag war kein Aufruf zur Gewalt. Ich schrieb ich fürchte fast und ich fürchte wirklich, ich schrieb Gewalterfahrung und damit meine ich, dass der gegenwärtige Zustand bereits unerträglich ist, aber damit eingelenkt wird, noch weit Schlimmeres passieren wird.

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Probleme ernst genommen werden und von seiten der Politik wenigstens zu spät mal irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden.

Und ich fürchte, dass, wenn die Gewalt explodiert, schreckliche Dinge geschehen werden, die ich meinem Land nicht haben will. Auch und gerade, weil die gegenwärtigen Generationen damit überfordert sein werden. Der Ton meines Beitrages ist viel mehr meiner Frustration als meiner Agression geschuldet. Ich würde es nämlich begrüßen, wenn es gar keine Gewalt gäbe.

waldemar
12. November 2011 07:44

@Martin

Viel wirkungsvoller als ein Besuch der "Schlapphüte" ist die Angst vor diesem Besuch und das vorauseilende Wohlverhalten, das diese Angst erzeugt. Es ist doch erbärmlich, sich nicht mehr öffentlich den Kopf über Deutschland zerbrechen zu dürfen. Was hier geschieht, verstößt in keiner Weise gegen Grundgesetznormen.

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