Schluß mit dem Ausverkauf! …

... lautet der Titel eines im Berliner Landt-Verlag erschienenen Büchleins, in dem Arnulf Baring, Josef Kraus, Mechthild Löhr und Jörg Schönbohm...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

“den trau­ri­gen Nie­der­gang der Uni­on, ihre bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on vor dem Zeit­geist und den all­ge­mei­nen Ver­fall unse­rer Par­tei­en­de­mo­kra­tie erör­tern, obwohl sie nie­mand dar­um gebe­ten hat.”  Das Vor­wort schrieb Alex­an­der Kis­s­ler, aber auch er konn­te nicht ver­hin­dern, daß auf 120 Sei­ten vor allem hei­ße Luft gepumpt wird – ver­tan ist die Chan­ce har­ter, kon­ser­va­ti­ver CDU-Kritik.

Abge­faßt ist das Gan­ze im Stil einer Gesprächs­run­de, zu der jeder Teil­neh­mer ein paar Sät­ze bei­trägt. Neben dem Zer­fall der CDU wer­den sämt­li­che “Deutsch­land schafft sich ab”-Themen durch­de­kli­niert: Bil­dungs- und Fami­li­en­po­li­tik, Sozi­al­staat, Euro­päi­sche Uni­on, Aus­län­der­inte­gra­ti­on, Wehr­pflicht, Natio­nal­be­wußt­sein, Öko­lo­gie, Mei­nungs­frei­heit und so weiter.

Als Mot­to ist dem Bänd­chen im modi­schen Sti­le der Best­stel­ler “Empört euch!”, “Wehrt euch!”, “Stoppt das Euro-Desas­ter!” usw. ein Satz von Jörg Schön­bohm vorangestellt:

Wenn es über­haupt noch ein Lebens­mo­dell gibt, das unse­rer gegen­wär­ti­gen Füh­rungs­schicht ech­te Angst ein­jagt, dann ist das die wirt­schaft­lich unab­hän­gi­ge, gebil­de­te, kin­der­rei­che, christ­lich ori­en­tier­te Groß­fa­mi­lie, die ihre Kin­der selbst erzieht und sich in kei­ner Wei­se von Staat und Medi­en hin­ein­re­den und bevor­mun­den läßt.

Am 9. Novem­ber wur­de das Buch im gedie­ge­nen Ambi­en­te am Pari­ser Platz mit Aus­blick auf das Bran­den­bur­ger Tor vor­ge­stellt.  Anwe­send waren Baring, Löhr, Schön­bohm und Kis­s­ler, die Mode­ra­ti­on über­nahm Alex­an­der Gau­land.  Der Ver­le­ger Andre­as Krau­se-Landt erklär­te ein­gangs, daß sein Ver­lags­mot­to “Die Ent­de­ckung des Eige­nen” auch mit “Eigen­tum” zu tun hät­te, in die­sem Fal­le vor allem mit dem Volks­ver­mö­gen, das momen­tan ohne wei­te­ren Wider­stand in den Rachen des EU-Molochs geworfen.

Die Anwe­sen­den waren sich grund­sätz­lich dar­in einig, daß es nicht nur um die Mer­kel-CDU, son­dern um die deut­sche Demo­kra­tie im All­ge­mei­nen schlecht stün­de. Die Wäh­ler hät­ten ein wach­sen­des Gefühl von Ohn­macht, die Ent­ste­hung einer Art von Ein­par­tei­en­sys­tem zeich­ne sich ab, Poli­tik wer­de zuneh­mends zum Geschäft einer klei­nen herr­schen­den Klas­se.  Nicht nur ein wirt­schaft­li­cher Crash, eine poli­ti­sche Zei­ten­wen­de, die das Schick­sal der Bun­des­re­pu­blik ent­schei­den wird, scheint bevor­zu­ste­hen. Zugleich sei der Kon­for­mis­mus im Lan­de ver­brei­te­ter denn je, die Pres­se schal­te sich selbst frei­wil­lig gleich, und man wünsch­te sich “stär­ke­re öffent­li­che Dis­kus­sio­nen über die wich­ti­gen Themen.”

Das ist alles schön und gut, und die Bei­trä­ger zäh­len gewiß nicht zu den Schlech­tes­ten ihres Lagers. Mit Mecht­hild Löhr und Josef Kraus (bei­de CDU) sind auch immer­hin zwei regel­mä­ßi­ge Kolum­nis­ten der Jun­gen Frei­heit ver­tre­ten, denen hier­mit erlaubt wird, sich mit öffent­lich Lizen­sier­ten wie Schön­bohm und Baring zusammenzusetzen.

Jedoch: Alles, was in der Buch­vor­stel­lung vor­ge­bracht wur­de, habe ich indes­sen zum Groß­teil schon vor gut zehn Jah­ren in der besag­ten JF gele­sen, nur bes­ser. Das trifft beson­ders auf den sich wie­der mal bar­ri­ka­den­zor­nig geben­den Arnulf Baring zu, der sicher der Intel­li­gen­tes­te und his­to­risch Gebil­dets­te der Run­de ist, aber so tut, als hät­te er gera­de­zu revo­lu­tio­nä­re Neu­ig­kei­ten ent­deckt. Eben­so wuß­ten wirk­li­che Kon­ser­va­ti­ve schon lan­ge vor Sar­ra­zin, daß sich “Deutsch­land abschafft”, ein Pro­zeß, der ja auch nicht gera­de erst seit ges­tern im Gan­ge ist.

Der Band selbst ist bis auf ein paar brauch­ba­re Körn­chen kaum der Rede wert, selbst für Ein­stei­ger in die Pro­ble­ma­tik.  Sei­ne The­sen sind nicht gut genug for­mu­liert und auf den Punkt gebracht. Er ist so schnell abge­lutscht wie ein Eis in der U‑Bahn, und man hat den Inhalt eben­so schnell wie­der ver­ges­sen, wie man ihn auf­ge­nom­men hat. Das mag zum Teil an der Gesprächs­struk­tur lie­gen, die einen eher unfo­ku­sier­ten Ein­druck macht. Für zusätz­li­che Lan­ge­wei­le sorgt auch die durch­ge­hen­de Ten­denz, immer schön artig im Rah­men der bien-pensants zu bleiben.

Neh­men wir etwa das Kapi­tel “Geschich­te ohne Bewußt­sein” über die pro­ble­ma­ti­sche Reduk­ti­on des deut­schen Geschichts­be­wußt­seins auf die ver­häng­nis­vol­len zwölf Jah­re. Die wird immer­hin recht deut­lich kri­ti­siert, das Kapi­tel aller­dings mit dem Unter­ti­tel ver­se­hen: “Wie man Inte­gra­ti­on plan­voll erschwert”, ganz so, als ob das das ein­zi­ge Pro­blem wäre, das eine geknick­te Natio­nali­den­ti­tät berei­te, oder als ob das der haupt­säch­li­che Grund sei, war­um man sie wie­der eini­ger­ma­ßen auf­rich­ten müs­se.  Aber kei­ner der Teil­neh­mer ist wirk­lich so mutig, die Poli­tik der Mas­sen­ein­wan­de­rung grund­sätz­lich in Fra­ge zu stel­len, die immer­hin den töd­li­chen Keim für eine künf­ti­ge Zer­split­te­rung und Bal­ka­ni­sie­rung des Lan­des legt.  Es fehlt hier auch ein­fach der Mut, klipp und klar zu sagen, daß ein trag­fä­hi­ges Geschichts­be­wußt­sein und eine “selbst­be­wuß­te Nati­on” zual­ler­erst für sich selbst dazu­sein hat, und erst sekun­där, um gege­be­nen­falls “Ein­wan­de­rer zu integrieren”.

Trotz allem ange­mes­se­nen Respekt vor Gau­land oder Baring kann ich eine zuneh­men­de Aggres­si­on gegen­über die­sen im Grun­de inkon­se­quen­ten und eit­len alten Män­nern nicht unter­drü­cken. Ich kann sie, um einen zeit­ge­nös­si­schen Par­la­men­ta­ri­er zu para­phra­sie­ren, ein­fach nicht mehr sehen und hören. Sie erfül­len, scheint es, in ers­ter Linie eine Funk­ti­on als kon­ser­va­ti­ve Platz­hir­sche und Tor­wäch­ter , nicht viel anders als unser jäm­mer­lich in der sozia­lis­ti­schen Selbst­kri­tik ver­sack­ter Ex-Kame­rad Lorenz Jäger.

In dem “Ausverkauf”-Band outet sich Baring als “Anhän­ger der Kanz­le­rin”: “Sie ist eine außer­or­dent­lich intel­li­gen­te, kennt­nis­rei­che und oben­drein flei­ßi­ge Regie­rungs­chefin. Sie ist immer gut unter­rich­tet und abso­lut unei­tel. Sie spricht öffent­lich nicht anders als im klei­nen Kreis.” Schon allein das ist jen­seits von Gut und Böse. Muß man es noch kom­men­tie­ren? Inzwi­schen däm­mert es aber schon lang­sam auch Baring, daß viel­leicht womög­lich etwas nicht ganz in Ord­nung ist mit unse­rer flei­ßi­gen Angela:

Inzwi­schen rücke ich von ihr ab – mit zuneh­men­der Geschwin­dig­keit und in wach­sen­der Rat­lo­sig­keit – seit ihren anma­ßen­den Äuße­run­gen über Thi­lo Sarrazin.

Es mag ja prin­zi­pi­ell begrü­ßens­wert sein, wenn die alten Män­ner und Platz­hal­ter der “Konservativen”-Rolle end­lich in ihrem Erkennt­nis­stand nach­gehum­pelt kom­men. Dann soll­ten sie aber nicht so tun, als wären sie nun die Speer­spit­zen der Avant­gar­de. Wie lan­ge müs­sen wir eigent­lich noch vor jedem wei­te­ren Schritt war­ten, bis sie auf­ge­schlos­sen haben?

Nach all den schö­nen Reden und Ankla­gen des Abends, Melo­dien, wie sie nun eini­ger­ma­ßen Stan­dard unter Kon­ser­va­ti­ven sind, konn­te ich nicht umhin, im Lau­fe des Publi­kums­ge­sprächs die Fra­ge an die Run­de zu rich­ten, was sie denn als nächs­tes kon­kret tun woll­ten. Das war viel­leicht etwas dumm und naiv von mir, aber ich woll­te wirk­lich wis­sen, was Leu­te tun, die über man­geln­de Mei­nungs­frei­heit und feh­len­de Debat­ten kla­gen, und dabei selbst einen Zugang zu gro­ßen Medi­en haben, von dem unser­ei­ner nur träu­men kann. Da sit­zen Leu­te wie Baring, Gau­land und Schön­bohm, die aus dem Estab­lish­ment kom­men, und uns nun davon über­zeu­gen wol­len, daß sie die “Guten” sind. Kann man ihnen denn Glau­ben und Ver­trau­en schen­ken? Darf man es? Muß man es?

Baring war inzwi­schen irgend­wo­hin ent­schwun­den, so ant­wor­te­te mir als ers­tes die über­aus sym­pa­thi­sche Mecht­hild Löhr. Sie sprach von einer “Resi­gna­ti­on” des Wahl­vol­kes, die über­wun­den wer­den müs­se, was kei­ne Ant­wort auf mei­ne Fra­ge war.  Sie sei aller­dings durch­aus “opti­mis­tisch”, daß eine Wen­de bevor­ste­he, wenn erst das Schei­tern der Mer­kel­po­li­tik jeder­mann offen­bar wer­de. Die­ser Ton ist jener, der mir an Berufs­po­li­ti­kern so wenig behagt. Die­ser Zwang, sich stän­dig “opti­mis­tisch” zu geben, um bloß nicht wie ein Defai­tist, Mie­se­pe­ter oder Lau­ne­ver­der­ber dazustehen.

Ich hal­te auch nichts vom Defai­tis­mus, aber wenn man mich nach mei­ner beschei­de­nen Mei­nung fragt, dann ist die unzwei­fel­haft vor­han­de­ne dif­fu­se “Resi­gna­ti­on” und die selt­sam lethar­gi­sche Pas­si­vi­tät des Wahl­vol­kes nur eine Zwi­schen­stu­fe, in der erst halb durch­ge­si­ckert ist, daß all­mäh­lich wirk­lich sein gan­zer Besitz, sei­ne gan­ze Exis­tenz, sei­ne gan­ze Nati­on, sei­ne gan­ze Frei­heit auf dem Spiel ste­hen. Die Leu­te sind eher zuwe­nig als zuviel ver­zwei­felt. Sie haben eher zuwe­nig als zuviel Angst, nicht, weil sie mutig wären, son­dern weil sie den Kopf in den Sand ste­cken und die Gefahr ver­drän­gen. Mehr als ein  rhe­to­ri­scher Poli­ti­kas­ter-Opti­mis­mus täte eine ehr­li­che “Blut, Schweiß & Tränen”-Rede not.

Da ergriff nun Schön­bohm preu­ßisch-forsch das Wort, und erklär­te, er glau­be gar nicht an eine “Resi­gna­ti­on”. Ich mein­te, die Leu­te sei­en zual­ler­erst nicht gut genug über die Lage infor­miert, die hier beklagt wer­de. Ach was, so Schön­bohm, die erfor­der­li­che Infor­ma­ti­on sei doch jeder­mann im Inter­net zugäng­lich. Und dann folg­ten ein paar Sät­ze voll vir­tuo­ser Phra­sen­dre­sche und All­ge­mein­hei­ten­sät­ti­gung, die ins Nir­gend­wo führ­ten.  Es war nicht das ers­te Mal, das Schön­bohm an die­sem Abend einer kon­kre­ten Fra­ge aus­ge­wi­chen war.  “Ich will wis­sen, was Sie, Schön­bohm, als nächs­tes kon­kret tun wer­den, um die Lage zu ändern”, insis­tier­te ich. Schön­bohm stutz­te kurz, und sag­te dann: “Kei­ne Revo­lu­ti­on.” – “Nun haben Sie gesagt, was Sie nicht tun wer­den!”  Damit war die Sache erledigt.

Schön­bohm ist gewiß ein Cha­rak­ter­kopf, nicht nur gemes­sen an all den übli­chen Schwamm­ge­sich­tern, die sei­ne Par­tei so reich­lich bevöl­kern. Aber die pro­fes­sio­nel­le Rou­ti­niert­heit, mit der er aus dem Steg­reif hei­ße Rhe­to­ri­k­luft zu pro­du­zie­ren ver­steht, weist ihn eben doch als Ver­tre­ter sei­ner Kas­te und Klas­se aus. Eines scheint mir klar zu sein: Wenn es inner­halb des Sys­tems noch die Mög­lich­keit der Refor­mier­bar­keit gibt, dann gewiß nicht durch irgend­ei­ne neue Par­tei, son­dern allen­falls durch eine geschlos­se­ne sar­ra­zi­ni­sche Wen­de inner­halb einer der eta­blier­ten Groß­par­tei­en. Den­noch traue ich den Ver­tre­tern die­ser Kas­te ein­fach nicht über den Weg, auch nicht, wenn sie sich als deren Kri­ti­ker gebär­den, auch nicht, wenn sie Schön­bohm heißen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (13)

Peter Freimann

11. November 2011 10:44

"In dem „Ausverkauf“-Band outet sich Baring als „Anhänger der Kanzlerin“: „Sie ist eine außerordentlich intelligente, kenntnisreiche und obendrein fleißige Regierungschefin. Sie ist immer gut unterrichtet und absolut uneitel. Sie spricht öffentlich nicht anders als im kleinen Kreis.“ Schon allein das ist jenseits von Gut und Böse. Muß man es noch kommentieren?"

Wenn es denn unbedingt sein muß: "AAAAAAARRRRRGHHH!!!"

Wie mag es Kraus in der Union gehen? Er weiß, daß auf der Agenda der Sozialisten die Sondaschule für alle steht. Er kennt die ganzen Connections der OECD, Bertelsmann, Schmidtchens und Schleichers der PISA-Mafia.
Ein MANN muß sich schon entscheiden, ob er Full Member im nächsten Charter der Höllenengel werden ODER sich in die Friedensarbeit der Grünen&Co. einbringen will.
Sekt oder Selters, erbärmlich.

mfh

11. November 2011 11:02

Ihr Fragen und Nachhaken gegenüber Schönbohm wären für ihn eigentlich als Steilvorlage geeignet gewesen, um in dieser Runde die Wende auszurufen. Daß sie bewußt verschenkt wurde, reduziert das oben besprochene Büchlein zur reinen Pose, von denen der sog. Konservatismus hierzulande schon viel zu viele besitzt. Man kann es wohl direkt neben Roland Kochs konservativem Gefasel ins Regal stellen und verstauben lassen. Ich stimme Ihnen vollkommen zu: Baring, Schönbohm und Co. geben freiwillig den konservativen Pausenclown, doch nichts läge ihnen ferner, als etwas zu ändern oder eben zu tun. Sie sind nicht mehr wert als die zu jeder passenden Gelegenheit vorgeschobenen Hinterbänkler der CDU, die durch hohle Phrasendrescherei Konservatismus mimen sollen, um die Stammwähler zu beruhigen. Daraus folgt: Wir sind allein, Türöffner/Steigbügelhalter zur politischen Oberschicht fehlen uns. Was aber können wir dann tun? Selbstgefälligen, eitlen Herren öffentlich ins Wort zu fallen scheint mir ein guter Anfang zu sein!

Sugus

11. November 2011 12:45

Es muß der Rechten in Deutschland endlich klar werden, daß der eigentliche Feind nicht die Linken oder kriminelle Ausländer oder korrupte Griechen sind, sondern diese Gemengelage aus rückgratlosen und opportunistischen Möchtegern-Konservativen der CDU/CSU, die jahrzehntelang rechts geblinkt haben und dann doch links abgebogen sind.

KW

11. November 2011 13:48

Wahre Worte, danke, die alten Herren geben das Feigenblatt der CDU. Und was soll das Gewäsch von Schönbohm "keine Revolution"? Ja, was denn sonst, zumindest eine geistige. Resignation macht sich wirklich breit, und Mechthild Löhr weiß das auch. Wir hatten hier in der Region einmal im Monat einen Stammtisch, angeführt von einem Reporter der JF, diese Runde war mehr als resigniert. Es fehlt die Vereinigung der APO, es fehlen Anführer. Was tun? Ich weiß es auch nicht.

CitizenKane

11. November 2011 13:59

"Keine Revolution!" ein vorauseilendes Dementi?
Immerhin scheint Schönborn bewusst zu sein, dass sich eine Revolution dem Status einer Option nähert, das ist doch interessant!

Theosebeios

11. November 2011 14:29

Man muss Ihnen zustimmen, Herr Lichtmesz (auch wenn ich mich durch die Attacke gegen 'eitle alte Männer' etwas betroffen fühle ;-)). Ihr insistierendes Fragen ist richtig. Vielleicht ergibt sich eine Gesprächssituation, in der die Empfänger nicht ausweichen können. "Selbstgefälligen, eitlen Herren öffentlich ins Wort zu fallen scheint mir ein guter Anfang zu sein!" (Sugus) Nicht ins Wort fallen, sondern höflich (aber bestimmt) argumentieren. So gewinnen Sie Sympathien. Daran glaube ich. Man kann durch Argumente auch Verlegenheit erzeugen. Ich gebe zu, dass es sehr schwierig ist. Bei den wenigen Gelegenheiten, in denen ich selbst einen Beitrag leisten könnte, ertappe ich mich beim Schweigen - aus Angst vor rascher (oder schleichender) Stigmatisierung in meinem sozialen Umfeld.
Als Konservativer sollte man auch lernen und bereit sein, auf verschiedene (vielleicht sogar dringliche) Fragen keine Antwort zu wissen. Ein Politiker mag sich das zu seinem eigenen intellektuellen Schaden nicht erlauben wollen. Kubitschek hat das hier getan, wenn ich das richtig verfolgt habe. Hut ab. Wer immer und auf alles eine Antwort parat hat, dem vertraue ich nicht.

CitizenKane

11. November 2011 14:31

Sugus: "Gemengelage aus rückgratlosen und opportunistischen Möchtegern-Konservativen"

Vor dieser, u.a. von dem angesprochenen Personenkreis in parasitärer Gesinnung herbeigeführten oder, wie es ihre PFLICHT (Nazialarm) gewesen wäre, nicht verhinderten, wertelosen Beliebigkeitsgesellschaft, kann auch niemand RESPEKT (Nazialarm) haben.
Hervorheben möchte ich nur die Moslems, für deren Assimilierungsverweigerung ich daher sogar Verständnis aufbringen kann.

Kim Laurenz

11. November 2011 19:36

Die Leute sind eher zuwenig als zuviel verzweifelt. Sie haben eher zuwenig als zuviel Angst, nicht, weil sie mutig wären, sondern weil sie den Kopf in den Sand stecken und die Gefahr verdrängen. Mehr als ein rhetorischer Politikaster-Optimismus täte eine ehrliche „Blut, Schweiß & Tränen“-Rede not.

Und dann, wenn die Leute genug Angst haben, wenn sie genug verzweifelt sind, was dann?

Dann haben wir in der Generation derer, die mit Blut, Schweiß und Tränen das Ruder herumreißen müssten eine verschreckte Horde Metrosexueller, die auf den Arm wollen.

Im Ernst, ich befürchte fast, das weit mehr notwendig sein wird, als das bisschen Vorbürgerkrieg, dass sich zur Zeit in Deutschland abspielt.
Da sind ganz andere, schlimmere Gewalterfahrungen nötig. Und selbst dann muss man hoffen, dass der Selbsterhaltungstrieb qua Rückenmark mal kurz das Steuer übernimmt. Denn was außer Ratlosigkeit soll diesen domestizierten Alkopop-Junkies schon einfallen.

Martin

11. November 2011 22:07

Im Ernst, ich befürchte fast, das weit mehr notwendig sein wird, als das bisschen Vorbürgerkrieg, dass sich zur Zeit in Deutschland abspielt.
Da sind ganz andere, schlimmere Gewalterfahrungen nötig.

An einem Tag wie heute, werden Zeilen wie diese bestimmt mit dafür sorgen, dass wir evtl. nicht mehr lange die Sezession lesen können - und dass das Rittergut und seine Anhängerschaft bestimmt Besuch bekommt von den Schlapphüten und ganz anderen Einheiten etc. etc.

Dieses ständige Gelabere vom "Stoßen, was am Fallen" etc. wird vom politischen Gegner nun, nachdem wir unser Klein-Utoja haben, gnadenlos ausgenutzt werden ... und die deutschen Behörden und der deutsche Staat werden nicht, wie in Norwegen, mit mehr "Toleranz & Demokratie erst recht" darauf antworten, so viel dürfte klar sein.

Zeit, sich schon mal "warm" anzuziehen und sich zu überlegen, was man so alles irgendwo ins Netz stellt. Ich will hier keinen freiwilligen Maulkorb predigen - nur, dass man mal das Denken anfangen sollte, dass diese Seiten hier zentrale Referenzquelle für Leute ist, die uns nicht gut gesonnen sind, auch wenn sich bislang manche fast schon darin gesonnt haben, wenn sie von diesen Damen und Herren "wohlwollend" erwähnt wurden und mit ihnen fast schon einen "Dialog" geliefert haben ... das war deren Strategie, um ihnen für Tage "X", wie diese, genug Munition zu liefern - es ist bestimmt schon alles vorbereitet und ob das jetzt alles so oder so gemeint, gedacht etc. war, spielt dann auch keine Rolle mehr. Das Uhrwerk läuft an, Rädchen greift in Rädchen ...

Und wie man eben darauf reagiert und sich entsprechend vorbereitet, sollte jetzt jeder überlegen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier was im Gange ist ...

Diese Antwort braucht auch nicht freigeschaltet zu werden ...

Franschi

11. November 2011 22:29

@ KW

"Was soll man tun?"

Sicherlich keine weitere rechte Kleinpartei gründen. Der vorpolitische Raum muß erobert werden, damit sich endlich auch politisch etwas bewegen kann. Die Grünen wären beispielsweise ohne die Friedensbewegung, die Homosexuellenbewegung, den Feminismus, die Anti-Akw-Bewegung, die Basisdemokraten, K-Gruppen und linke ASten usw. nie im Leben in den Bundestag gekommen.

Wir müssen uns also bei Pax Europa, Manndat, IGFM, Reservistenvereinen, konservativen Gewerkschaften usw. engagieren, dort Mehrheiten bilden und diese dann für den politischen Kampf nutzbar machen. Wir müssen Eventagenturen, Rechtsanwaltskanzleien, Medienunternehmen, Werbefirmen und wissenschaftliche Institute gründen um von dort aus ganz bewußt und gezielt politisch Einfluß zu nehmen.

Kein Wunder, daß die Rechte immer wieder hinfällt, wenn sie den zweiten Schritt vor dem ersten macht (also die Parteigründung). Parteien können sich in einem ausschließlich feindlich gesonnen Umfeld ohne gesellschaftliche Unterstützung aus dem vorpolitischen Raum nicht durchsetzen. Das dürften ca. 200 gescheiterte Rechtsparteien seit Gründung der BRD eindrucksvoll genug gezeigt haben.

Franschi

11. November 2011 22:43

Um vielleicht noch etwas genauer zu präzisieren, worum es geht:

- Es geht um den Anwalt, der bei einem aus politischen Gründen gekündigten sofort anruft, um diesen zu Sonderkonditionen zu verteidigen.
- Es geht um den Unternehmer, der diesen Gefeuerten aus Solidarität anstellt, und der rechte Medien durch Werbeschaltungen politisch fördert.
- Es geht um den Gastwirt oder Hallenbesitzer, der seine Räumlichkeiten gezielt an entsprechende Parteien zur Verfügung stellt.
- Es geht um die Privatbank, welche rechten Organisationen die Konten führt (Selbst der JF wurde vor einigen Jahren aus politischen Gründen das Konto gekündigt).
- Es geht um den Finanzfond, der gezielt mittelständische deutsche Unternehmen fördert, die keine Arbeitsplätze ins Ausland verlegen, und vorrangig Deutsche anstellen.
- Es geht um die Werbeagentur, die bei Geldnot Spezialpreise macht und auch Anzeigen annimmt, die alle anderen Medien aus Feigheit ablehnen. (z.B. wie der BMV der die JF vertritt)

Ich könnte hier noch Hunderte weitere Beispiele machen, was alles getan werden müßte. Die Arbeit ist grenzenlos. Packen wirs an!

Kim Laurenz

12. November 2011 07:35

Nur um es klar zu stellen:

Mein Beitrag war kein Aufruf zur Gewalt. Ich schrieb ich fürchte fast und ich fürchte wirklich, ich schrieb Gewalterfahrung und damit meine ich, dass der gegenwärtige Zustand bereits unerträglich ist, aber damit eingelenkt wird, noch weit Schlimmeres passieren wird.

Ich habe nicht das Gefühl, dass die Probleme ernst genommen werden und von seiten der Politik wenigstens zu spät mal irgendwelche Maßnahmen ergriffen werden.

Und ich fürchte, dass, wenn die Gewalt explodiert, schreckliche Dinge geschehen werden, die ich meinem Land nicht haben will. Auch und gerade, weil die gegenwärtigen Generationen damit überfordert sein werden. Der Ton meines Beitrages ist viel mehr meiner Frustration als meiner Agression geschuldet. Ich würde es nämlich begrüßen, wenn es gar keine Gewalt gäbe.

waldemar

12. November 2011 07:44

@Martin

Viel wirkungsvoller als ein Besuch der "Schlapphüte" ist die Angst vor diesem Besuch und das vorauseilende Wohlverhalten, das diese Angst erzeugt. Es ist doch erbärmlich, sich nicht mehr öffentlich den Kopf über Deutschland zerbrechen zu dürfen. Was hier geschieht, verstößt in keiner Weise gegen Grundgesetznormen.

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