Sezession
12. März 2012

Sezession, blauer Jahrgang

Götz Kubitschek

Das Jahr 2011 war nicht nur das Jahr des Kormorans (ornithologisch) und der Elsbeere (dendrologisch), sondern auch das der Sezession (publizistisch): Wer in einem Jahr 508 neue Abonnenten gewonnen, nur 38 verloren und darüber hinaus 2864 aktuelle Einzelhefte plus 1634 ältere Ausgaben aus dem Archivbestand verkauft hat, muß seine Zeitschrift nicht neu erfinden.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Und während 2012 der Kormoran von der Dohle und die Elsbeere von der Europäischen (!) Lärche abgelöst wird, ist publizistisch erneut die Sezession an der Reihe: Sie kann für ihren 10. Jahrgang mit über 2300 Abonnenten und etwa 600 Einzelheft-Verkäufen pro Ausgabe kalkulieren - und wird diese guten Zahlen weiter in die Höhe treiben. „1000 kluge Leser muß es geben“, rechneten wir uns während der Planungs- und Gründungsphase im Winter 2002/2003 vor. Mittlerweile sind wir davon überzeugt, daß wir bald den 2500. Abonnenten werden begrüßen können. Darauf sind wir Redakteure stolz: Solche Zahlen können sich für ein sehr anspruchsvolles, sehr unabhängiges, in sehr schwierigen Gewässern manövrierendes Heft sehen lassen.

Woher dieser Sog, der im Übrigen auch der Jungen Freiheit zugute kommt? Er hat seine Ursache in unserem Gespür dafür, daß es dieser Tage um das Ganze und nicht nur „um die Sortierung roter Weine nach Note“ gehe: Die deutsche Identität, das Volksvermögen, die staatliche Souveränität stehen zur Debatte. Es ist für uns ein gutes Zeichen, daß viele neue Leser auf der Suche nach neuen Erklärungs- und Deutungsmustern zur Sezession gefunden haben.

Wir steuern auf die 50. Ausgabe unserer Zeitschrift zu, im Oktober wird es soweit sein. Die Sezession bleibt bis dahin und darüber hinaus im Wesentlichen so, wie sie sich bewährt hat: Grundlagenartikel – einspaltig; Kurzbeiträge – zweispaltig; Rezensionen – dreispaltig; gesetzt aus der Sabon (im Text) und aus der Berthold Akzidenz (in den Überschriften); sparsame, aber luzide Bebilderung, dazu ein vierfarbiger Bildinnenteil; sechs mal 60 Seiten kosten 45 € im Jahr, ermäßigt 30 € für junge Leser in Ausbildung und 75 € für jeden, dem die Sezession so sehr am Herzen liegt, daß er sie fördern möchte (das sind bisher immerhin rund 150 Abonnenten).

Ein paar Redakteure, ein paar Stammautoren, ein begleitendes Netz-Tagebuch (in dem Sie gerade lesen, mit etwa 5000 Besuchern pro Tag und bisher rund 4 Millionen Seitenaufrufe); auch in diesem Jahr drei Themenhefte, drei sogenannte offene Hefte und vielleicht ein Sonderheft (geplant: „Der Crash und der kommende Aufstand“).

Die Themenwahl für den Jahrgang 2012 lautet: im Februar ein Heft zur „Lage 2012“ inklusive einer Hommage an Friedrich den Großen (300. Geburtstag); im Juni ein Heft zum Thema „Macht“ und im Oktober eines über „Stil“: Wir werden – wie stets – über aktuellen Bezügen die Pflege der Traditionslinien und des Erbes nicht vernachlässigen – und wissen aus Zuschriften gestandener Abonnenten, daß sie genau dies an unserer Zeitschrift schätzen: ausschreitende Rückbindung, ausgreifende Bestandssicherung durch eine „moderne Traditionskompanie“.

Und dennoch probieren wir im neuen Jahr neue Formen aus und experimentieren ein bißchen: Wir schieben hinter das Editorial vier Kolumnen ein, sie heißen: Unter Schülern, Auf der Kulturschwelle, Vor der Wirtschaft, An der Zeitmauer – verfaßt von wechselnden Autoren, leichte, zynische, warmherzige, melancholische, groteske Kost; wir drucken auf zwei Seiten handschriftliche Kommentierungen bemerkenswerter Texte ab, und es wird wieder „Briefe an Alle und Keinen“ geben und in jeder Ausgabe ein Interview.

Wir drehen an ein paar Stellschrauben und danken den Abonnenten für das Abonnement und hoffen, daß weitere dazustoßen: Nur dann, wenn sich das Papier verkauft, kann im Netz geschrieben werden.
Abonnieren kann man hier.
Test


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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