Offensive am Laternenmast

von Wiggo Mann

Wer konservative Zeitschriften liest, hat sie in der Regel nicht in seinem AStA-Büro entdeckt. Er wird auch nicht durch eine teure Werbeoffensive zum Hereinschnuppern animiert worden sein, sondern er ist irgendwie über unzählige Seitenwege auf diese Publikationen gestoßen.

 Gastbeitrag

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Die jun­gen Macher des Online­ma­ga­zins Blaue Nar­zis­se wol­len jetzt einen neu­en Sei­ten­weg eröff­nen, indem sie sich um den Later­nen­mast auf dem Cam­pus kümmern.

Seit Jah­ren irri­tiert die Blaue Nar­zis­se mit Arti­keln, die so gar nicht ins neu­rech­te Kli­schee pas­sen. Da wird völ­lig selbst­ver­ständ­lich über “Main­stream-Musik” geschrie­ben und ein Autor hat sich sogar für ein Jahr die NEON abon­niert. Neben Fried­rich Schil­lers „ästhe­ti­scher Erzie­hung“ wird die „Dik­ta­tur der Kunst“ diskutiert.

Und jetzt dies: Nach inten­si­ver Beschäf­ti­gung mit dem Für und Wider poli­ti­scher Akti­ons­for­men haben die Jung­jour­na­lis­ten den Kampf um den Later­nen­mast aus­ge­ru­fen. Eine eige­ne Auf­kle­ber-Serie, die in einer neu­en Ver­kaufs­the­ke erwor­ben wer­den kann, soll die kom­ple­xen Bot­schaf­ten des Online­ma­ga­zins auf den Punkt brin­gen. Das Ziel ist es, mit pole­mi­schen Sym­bo­len Rei­bungs­flä­chen zu schaf­fen, statt mit inhalts­lee­ren Gra­fi­ken Selbst­dar­stel­lung zu betrei­ben oder ein­fach nur gern gehör­te Paro­len abzu­ge­ben („Islam – Nein Dan­ke!, „Mei­nungs­frei­heit für alle!“).

Für den Anfang sind es fünf Moti­ve, die sich im Auf­kle­ber-Dschun­gel der Uni­ver­si­tä­ten und Groß­städ­te behaup­ten sollen.

  • Die mit Sta­chel­draht ver­zier­te Flag­ge der Euro­päi­schen Uni­on wird den Durch­schnitts­stu­den­ten zunächst unsi­cher zurück­las­sen, ob hier rech­te EU-Kri­ti­ker am Werk waren oder lin­ke Fron­tex-Geg­ner, aber spä­tes­tens nach einer Goog­le-Such­an­fra­ge weiß er Bescheid.
  • Das zwei­te Motiv erkennt nur, wer hin und wie­der zu einer über­re­gio­na­len Tages­zei­tung greift und den ange­bo­te­nen Ein­heits­brei satt hat: „Occu­py the Feuil­le­ton“ spielt mit den Paro­len der Gegen­sei­te und weist dar­auf hin, daß heu­te der Geg­ner der Kon­ser­va­ti­ven in der Mit­te der Gesell­schaft hockt und fälsch­li­cher­wei­se manch­mal sogar als “Kon­ser­va­ti­ver” bezeich­net wird.
  • Eine beson­ders kla­re Bot­schaft ver­mit­telt das drit­te Motiv. „Ganz nor­mal hete­ro­se­xu­ell. Bil­dungs­ab­schluß. Glück­lich.“ lau­ten die drei simp­len Schlag­wor­te, vor denen eine sti­li­sier­te Fami­lie als Men­schen­ket­te abge­bil­det ist.
  • Auf dem vier­ten Motiv beschwert sich der neun Jah­re alte Jörg, daß er der ein­zi­ge Deut­sche in sei­ner Klas­se sei. Dar­un­ter kommt Jamie-Joel zu Wort, ein 23-jäh­ri­ger Ger­ma­nis­tik-Stu­dent mit Lese-/Recht­schreib­schwä­che, der recht opti­mis­tisch in die Zukunft schaut.
  • Das fünf­te Motiv prä­sen­tiert das weit­hin unbe­kann­te Her­ten­stei­ner Kreuz und spielt auf den euro­päi­schen Rüt­li-Schwur von 1946 an. Die Blaue Nar­zis­se will die­ses Sym­bol als Alter­na­ti­ve zur der­zei­ti­gen Flag­ge der EU aufbauen.
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