Sezession
2. März 2012

Warum wir Journalistinnen eine Frauenquote brauchen,

Ellen Kositza / 25 Kommentare

hätte ich gern gewußt. Sind Frauen dümmer als Männer? Oder vielleicht nur - speziell ich? Dann müßte ich die Frage umkehren, warum es noch keinem/keiner gelungen ist, mir einen schlüssigen Grund für Frauenquoten zu nennen: Bin ich zu einfältig, es zu kapieren?

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Haarscharf in der Mitte zwischen allerlei Frauengedenktagen gelegen (also exakt zwischen Muttertag, Equal-Pay-Day, Frauengebetstag, dem Internationalen Tag für Frauen in ländlichen Gebieten, dem Tag für die Beseitigung der Gewalt an Frauen, Girls´Day und Muttertag) plakatiert die schreibende Zunft nun die Aktion www.pro-quote.de. Die dort Unterzeichnenden fordern, daß binnen der nächsten fünf Jahre „mindestens 30 Prozent der Führungspositionen in den Redaktionen mit Frauen besetzt werden – und zwar auf allen Hierarchiestufen.“

Warum? Ich, als Teilzeit-Schreiberin und weisungsgebundene Redaktionsmitgliedin gewissermaßen direkt mitbetroffen, bin auf der Suche nach Gründen nicht wirklich fündig geworden. Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart hat forsch die Vorreiterrrolle (typisch Mann halt!) übernommen und eine Frauenquote für die Führungspositionen in seiner Redaktion angekündigt. Diese Maßnahme gebiete „nicht nur die Gerechtigkeit, sondern auch die ökonomische Vernunft“. Gerechtigkeit /Vernunft klingen gut, aber inwiefern würden diese Werte durch gerade eine Frauenquote eingelöst?

Nur zwei Prozent aller Chefredakteure der rund 360 deutschen Tages- und Wochenzeitungen sind Frauen, von den 12 Intendanten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind lediglich drei weiblich. Auch in den Redaktionen der Nachrichtenmagazine stehen fast ausschließlich Männer an der Spitze.

Soweit: verstanden. Meine zwei arg simplen Kernfragen lauten: Wer, welches Gesetz, welcher Usus, hindert Frauen qua Geschlecht, eben diese Spitzenpositionen zu bekleiden? Was genau – an der Berichterstattung und Kommentierung – wäre anders, wenn Frauen an den Hebeln säßen?

Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo reiht sich ein in den großen Teil der rund 1400 pro-quote Unterzeichnenden, die bekennen, "eigentlich immer" QuotengegnerIn gewesen zu sein. Ein Pappkamerad als Argumentverstärker, der suggerieren soll, man/frau sei ja „eigentlich“ auf der Seite des gesunden Menschenverstands, der Beförderungen nach Leistung und nicht nach Geschlecht ausgesprochen sehen will. So groß wie leer das Aber: „Ohne Quote geht es leider nicht!“ Was denn genau, und inwiefern? Ich verstehe es nicht!

Di Lorenzo, „räumt ein“, die Quote sei „zwar kein Ziel an sich, aber ein Instrument, das Chefs und Frauen halb ermutigen, halb zwingen [!] soll, sich anzustrengen, über ihren Schatten zu springen. Was also, wenn guter Wille und gute Frauen allein keine guten Ergebnisse erzielen? Dann ist eben doch die Zeit für eine Quote gekommen.“

Ich verstehe: Bahnhof. Andere Mitpetenten helfen mir auch nicht weiter. Auf der Netzseite der Initiative dürfen Frauen (vom Vorwärts, gering vertreten, bis zur FAZ, reichlich vertreten) begründen, warum sie für eine Chefin-Quote in Redaktionen sind.

Wir lesen beispielsweise diese hier:

Ich habe lange gedacht, dass es ohne Quote geht – bis ich gemerkt habe, dass Männer nicht so denken.

Maria Gresz, Spiegel-TV, Moderatorin und Ressortleiterin. Oder, extrem zackig, diese:

Schaut her: Es geht.

Dagmar Engel, Chefredakteurin Deutsche Welle. Supercool, aber nicht quotenbedarferklärend auch diese:

Ich bin für diese Quote, weil mein Mann besser mit den Kindern und ich besser im Job klarkomme.

Annette Leiterer, Redakteurin, NDR, ZAPP. So bedeutungsschwer wie erklärungsarm die hier:

Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von einem Mann: Respekt. (Clint Eastwood)

Esther Kogelboom, Der Tagesspiegel. Und hübsch martialisch die Frau Reski, Journalistin und Schriftstellerin:

Wer nicht hören will, muss fühlen. Deshalb die Quote.

Immerhin einen Hinweis auf Gefühlslagen und Tonarten liefert das hier:

Wer behauptet, nur Frauen führten Zickenkriege, hat noch nie eine Redaktionskonferenz erlebt, in der ausschließlich Männer das Wort führen. In unserer Redaktion ist das Verhältnis Frauen/Männer mittlerweile ausgewogen, und das tut nicht nur dem Umgangston gut.

Johanna Romberg, Geo.
Test


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (25)

patzer
2. März 2012 11:07

Nachdem ihre gesunden Instinkte die Frau davon abgehalten haben, sich dem männlichen Horntier gleich ins Joch zu begeben, will man sie nun per Quote dazu zwingen.

-Michael Klonovsky-

Karl Eduard
2. März 2012 11:44

Es ist die emotionale Intelligenz, die damit verstärkt werden soll. Männer sehen bekanntlich alles nüchterner, sachlicher, wissenschaftlicher. Jedenfalls Männer, die noch Männer sind. So etwas wird heute nicht mehr benötigt. Auf Fakten, Argumente und Wissenschaft muß mangels Bildung weitgehend verzichtet werden, wenn es zum Beispiel darum geht, der Familie klarzumachen, warum die Heiz- und Energiekosten steigen. Nicht, wegen einer völlig hirnrissigen Energiepolitik, die eben so effektiv ist, wie das Tragen von Licht in Säcken ins Schildaer Rathaus, sondern wegen Mutter Erde. Wegen Mutter Erde und dem verreckenden Klima zahlen wir gerne. Und diese Argumentation ist Frauen wie auf den Leib geschrieben.

Oder nehmen wir mal die Blütenrevolutionen. Nichts ist doch erhebender, wenn junge Menschen sich versammeln, die Fäuste schütteln, Sprechchöre rufen und in die Kameras von ihren Träumen erzählen. Männer würden zuerst denken, jetzt wisst Ihr, was Ihr habt, was kommt, steht in den Sternen. Aber so etwas zu denken oder zu schreiben, erfüllt heute nicht mehr journalistische Ansprüche, wo das wohlige Gefühl von "Zehn Tagen, die die Welt erschütterten" verbreitet werden muß und wenn dann auch mal eine Journalistin von den begeisterten Massen im Überschwang der Emotionen vergewaltigt wird, wer kann denen gram sein? Die Vergewaltigte kaum. Nein, Frauen passen genau in diese bildungsdefizitäre Zeit, wo Fühlen alles, Wissen aber nichts mehr ist. Und deshalb ist die Quote zwingend.

Landser
2. März 2012 13:53

Das Problem scheint mir weniger bei den Frauen und ihren Quoten zu liegen. Es liegt wohl eher darin, daß es heute in der BRD (und ganz Europa) zwar jede Menge Männlein gibt, aber nur weniger Männer. Und die werden auch immer weniger. Unsere Gesellschaft verweiblicht zusehends. Und das ist kein Fortschritt, sondern eine Katastrophe.

Freidenker
2. März 2012 14:14

Deutsch und männlich wird hierzulande immer mehr zum Makel,weiblich mit Migrationshintergrund(wie ich dieses Wortungetüm hasse...) dagegen geradezu zum Karriereturbo (gutes Aussehen ist allerdings nach wie vor auch ein Kriterium,wird aber niemand so sagen).

Martin Lichtmesz
2. März 2012 14:36

@ Karl Eduard

Macht das einen Unterscheid? Männer sind heute auch nicht weniger gefühlig und sentimentalitätsbesoffen, besonders diejenigen, die im Medienbetrieb sitzen und sich nun ganz ritterlich für Frauenquoten einsetzen.

drauf und drann
2. März 2012 15:32

„Fünfjahresplan“,

da hat sich einer selbst überführt. ;-)

War man in den Ländern der Fünfjahrespläne nicht auch stolz auf die hohe Fauenqoute bei den "Werktätigen" ???

Kann mich noch gut erinnern wie ich als Kind mal im Fernsehen (damals schaute ich noch) eine Reportage über die UDSSR sah, in der BauarbeiterInnen gezeigt wurden.
Das Bild der Babuschka mit BauarbeiterInnenhelm, Warnweste und Presslufthammer hat sich mir regelecht eingebrannt.
Der Erfolg dieses Wirtschaftssystem in nun ja hinlänglich bekannt, mal schauen ob es mit (Ouoten)Frauen in Führungspsitionen besser klappt.

KW
2. März 2012 15:42

Wir brauchen mehr Quotenbeauftragte, sonst müssten sich bestimmte Leute mit wirklicher Arbeit befassen. Aber im Ernst: Jede Bevorzugung einer Gruppe fördert die Benachteiligung einer anderen. Das ist einer Leistungsgesellschaft hinderlich, das ist Sozialismus.

Martin
2. März 2012 16:33

1.
Solange im Fernsehen nach wie vor Formate wie der "Bachelor", bei dem das Balzen von mindestens einem dutzend Frauen um den vermeintlichen "einen" Alpha-Bock inszeniert wird, tatsächlich Millionenquoten von weiblichen Zuschauern in der werberelevanten Gruppe 14-49 einfahren, wundert es mich nicht, dass nun eben die Emanzipation von oben angeordnet wird ...

Aber auch dass wird nicht helfen, wenn eine große Masse der jungen Frauen dann doch lieber auf eine Karriere als Top-Model bei Heidi oder als DSDS- Chanteuse hofft ...

normative Kraft des faktischen eben - man muss schon ein Mann sein, um so einen Scheiß-Karriere-Job in der Wirtschaftswelt haben zu wollen ...

Am Ende wird es heißen, es gibt die Quote - nur, wie füllen wir sie auf?

2.
In meinem ersten job hatte ich nur Frauen als Vorgesetzte - die waren allesamt fachlich absolut kompetent und unangreifbar (besser als die meisten Männer - und es war ein job, bei dem man eine akademische Ausbildung brauchte und ja, ein paar von den Chefinnen sahen auch noch gut aus - Teufel, aber!) und es lies sich sehr gut unter ihnen arbeiten, wenn man ein paar Spielregeln dazu gelernt hat.

Ich bin zwar aus prinzipiellen Gründen (u.a.: Dem Staat geht es einen Dreck an, wie ein Privatunternehmen seine Personalpolitik betreibt) gegen eine Quote, meine aber, dass die Frauenquote allein und nur für sich betrachtet keinen Schaden anrichten wird.

Die große Gefahr liegt aber darin, dass die Frauenquote meiner Meinung nach vielmehr der am leichtesten durchsetzbare Testballon für andere Quoten (außerhalb des öffentlichen Dienstes), wie eine Migrantenquote ist.

Kommt die Frauenquote, kommen sicher andere Quoten und von daher: Wehret den Anfängen! Quote ist Sozialismus und kein Recht!

Eismann
2. März 2012 16:38

"Wer bestimmt, was in der Zeitung steht? Was im Radio und im Fernsehen läuft?
Fast immer: Männer"

Dieses Zitat auf www.pro-quote.de ist schon verräterisch:

1. Wenn der Zweck der Medien im Aufdecken und Verbreiten von Tatsachen und Fakten, also objektiver Wahrheit, bestünde (eine naive Annahme, ich weiß), spielten die Genitalien der dahinter stehenden Menschen keine Rolle. Der Wahrheit ist es egal, wer sie ausspricht. (ein logischer Grundsatz, der in der Hysterie "gegen Rechts" allzu oft ignoriert wird, wo Wahrheit diskreditiert wird, nur weil sie "von Rechts" ausgesprochen wird)

2. Offenbart es die klassische Widersprüchlichkeit des gender mainstreaming: Unterschiede zwischen den Geschlechtern und "Geschlecht" selbst werden geleugnet, Begriffe wie Mann und Frau sind nichts weiter als willkürliche Konstrukte, ABER

Wenn es um Männer oder Patriarchat geht, hat "Geschlecht" plötzlich wieder eine Bedeutung, und das Männliche verkörpert den auszumerzenden Mangel, der der sozial gerechten, feminin-sanften, pazifistischen und demokratischen Welt im Weg steht. (dem heutzutage einzig denkbaren "Fortschritt")

Karl Eduard
2. März 2012 16:39

@drauf und drann

Du verwechselst jetzt den Stolz der Arbeiterinnen und Arbeiter am Aufbau des Sozialismus mitzuwirken, mit dem Bestreben, Planstellen und Funktionen auszufüllen, ohne daß etwa die fachlichen Voraussetzungen dafür vorhanden wären. Der Schrei nach einer Frauen - Quote am Hochofen wurde ja bisher auch noch nicht vernommen. Womöglich, weil es da nicht so gemütlich ist wie in einer Redaktionsstube.

Sixty
2. März 2012 20:33

Ich habe durch einen Link vom Jürgen Elsässer-Blog hierher gefunden, und da ich lieber mit intelligenten "Rechten" als mit dummen "Linken" diskutiere, gebe ich jetzt hier auch mal meinen "Senf" dazu :-)

"Du verwechselst jetzt den Stolz der Arbeiterinnen und Arbeiter am
Aufbau des Sozialismus mitzuwirken, mit dem Bestreben, Planstellen und Funktionen auszufüllen, ohne daß etwa die fachlichen Voraussetzungen dafür vorhanden wären. Der Schrei nach einer Frauen – Quote am Hochofen wurde ja bisher auch noch nicht vernommen. Womöglich, weil es da nicht so gemütlich ist wie in einer Redaktionsstube."

Da kann ich Karl-Eduard (;-)) nur zustimmen.

Zitat"KW":
"Wir brauchen mehr Quotenbeauftragte, sonst müssten sich bestimmte Leute mit wirklicher Arbeit befassen. Aber im Ernst: Jede Bevorzugung einer Gruppe fördert die Benachteiligung einer anderen. Das ist einer Leistungsgesellschaft hinderlich, das ist Sozialismus."

Ich bin auch gegen Quoten, aber nicht, weil ich ein Fan der (neo-)liberalen Leistungsgesellschaft wäre, sondern weil ich grundsätzlich (als politisch unkorrekter, "traditionalistischer" Linker, aber auch als Demokrat) dagegen bin.
Es ist doch ein "Treppenwitz" der Geschichte, daß ausgerechnet die "Demokratisierungsfetischisten" von "rot-rot-grün" so vehement für Quotenregelungen eintreten, obwohl diese doch prinzipiell undemokratisch sind.
Im übrigen gab es in sozialistischen Staaten wie z.B. der DDR durchaus eine "Arbeiterquote" an den Unis, aber nirgendwo eine "Frauenquote" ... bis heute nicht, weder in Kuba noch in Vietnam und auch nicht in der (eher staatskapitalistischen) VR China und schon gar nicht im stalinistischen Nordkorea (das dadurch allein natürlich auch nicht besser wird).

Zitat Martin Lichtmesz:
"Macht das einen Unterscheid? Männer sind heute auch nicht weniger gefühlig und sentimentalitätsbesoffen, besonders diejenigen, die im Medienbetrieb sitzen und sich nun ganz ritterlich für Frauenquoten einsetzen."

Ja, ist leider so.
Wobei natürlich auch nicht alle Frauen so sind.

balu
2. März 2012 22:58

Da in der modernen Welt Stierkämpfe überflüssig geworden sind, sollte man sich an der Veterinärmedizin orientieren.
Dort ist die körperliche Präsenz des Bullen überflüssig.
Die Frauenquote sollte optimal an 100 Prozent angenähert werden.
G.de Lorenzo ist da schon ein sogenanntes "Rolemodel".

Biobrother
3. März 2012 00:20

"Männer sehen bekanntlich alles nüchterner, sachlicher, wissenschaftlicher. Jedenfalls Männer, die noch Männer sind."

Ich dachte eigentlich, gerade der südländische oder - noch mehr - der arabische Männertyp sei der Inbegriff reiner (von Gender, Feminismus und westlicher Lebensweise unberührter), um nicht zu sagen klischeehafter Männlichkeit. Besondere Rationalität kann ich da allerdings auch nicht erkennen, sondern eher Impulsivität und aggressive Beleidigtheiten aller Art (zumindest in negativen Fällen).

Übrigens drückt sich für mich "Männlichkeit" eher darin aus, dass man an seinem Platz die sinnvollen Dinge tut, die getan werden müssen, ohne allzu viele Worte darüber zu verlieren, anstatt sich - wie einige Vorredner hier andeutungsweise - als glorreiches Exemplar einer aussterbenden Spezies in Szene zu setzen.

Und weil es so gut zum Thema passt, noch etwas Literatur:

Im Dornengebüsch

Franz Kafka

"Ich war in ein undurchdringliches Dorngebüsch geraten und rief laut den Parkwächter. Er kam gleich, konnte aber nicht zu mir vordringen. ,,Wie sind Sie denn dort mitten in das Dorngebüsch gekommen”, rief er, „können Sie nicht auf dem gleichen Weg wieder zurück?” „Unmöglich“, rief ich, „ich finde den Weg nicht wieder. Ich bin in Gedanken spazieren gegangen und plötzlich fand ich mich hier, es ist, wie wenn das Gebüsch erst gewachsen wäre, nachdem ich hier war. Ich komme nicht mehr heraus, ich bin verloren.” „Sie sind wie ein Kind”, sagte der Wächter, „zuerst drängen Sie auf einem verbotenen Weg durch das wildeste Gebüsch und dann jammern Sie. Sie sind doch nicht in einem Urwald, sondern in einem öffentlichen Park, und man wird Sie herausholen.” „So ein Gebüsch gehört aber nicht in einen Park”, sagte ich, „und wie will man mich retten, es kann doch niemand herein. Will man es aber versuchen, dann muss man es gleich tun, es ist ja gleich Abend, die Nacht halte ich hier nicht aus, ich bin schon ganz zerkratzt von den Dornen, und mein Zwicker ist mir hinuntergefallen und ich kann ihn nicht finden, ich bin ja halb blind ohne Zwicker.” „Das ist alles gut und schön“, sagte der Wächter, „aber ein Weilchen werden Sie sich noch gedulden müssen, ich muss doch zuerst Arbeiter holen, die den Weg aushacken, und vorher noch die Bewilligung des Herrn Parkdirektors einholen. Also ein wenig Geduld und Männlichkeit, wenn ich bitten darf."

rundertischdgf
3. März 2012 10:19

Eine Frau versteht Bahnhof und begründet das mit ihrem wundervollen Beitrag. Es lohnt sich das zu lesen und natürlich mehrmals auch die Twittertaste zu drücken.

Andre Boine
3. März 2012 13:56

Ich antworte mal aus preußischer Perspektive: werden Tugenden wie Ordnung, Disziplin und Fleiß allein mit Einsichten des zu erziehenden Kindes/Adoleszenten/Erwachsenen erreicht?

Antwort: nur bei den Intelligenten. Der Rest braucht (sanften) Zwang.

In diesem Sinne: Rechte brauchen keine Quote, Linke offenbar schon, denn sonst lernen diese nie, dass Frau eben nicht nur an den Herd gehört.

Wolfgang Gogolin
3. März 2012 15:13

Die weibliche Forderung nach Frauenquoten ist nichts weiter als anderer Lobbyismus auch - es geht schlicht um den eigenen Vorteil. Wenn man dafür Überlegenheitsfantasien braucht? Und natürlich ist es ungemein bequem, wenn man als Qualifikation für Bevorzugung nichts weiter tun muss, als auf das eigene Geschlechtsteil zu verweisen.
Mich erinnert das Überlegenheitsgehabe der Journalistinnen allerdings stark an rechtsradikales Gedankengut, derlei kennt man noch zur Genüge aus Kreisen, in denen die weisse Rasse als überlegen gefeiert wird.

frauenhaus.bloganddiscussion.com
3. März 2012 21:40

Was etwas zu kurz kommt, sind die indirekten Folgen der Frauenquote.

Bei der Diskriminierung von Männern oder der Bevorzugung von unfähigen Frauen hört es ja nicht auf:

https://bloganddiscussion.com/argumentevonfemastasen/923/argumente-fuer-und-gegen-frauenquoten/

"Frauenquoten Pro und Contra"

Claus Wolfschlag
4. März 2012 02:20

Ich hatte Ellen zu ihrer Warum-Frage schon ein paar Zeilen geschrieben, denke aber, dass man das auch mal öffentlich machen kann. Im Grunde steckt doch gar nicht so viel dahinter. Der ganze Quatsch beruht auf ähnlichen unterbewussten Klischees, wie die gängigen Denkmuster zur Ausländer-Problematik. Die dabei mitmachenden Männer wollen oft nur nicht als Machos erscheinen, sondern als "Gentleman", weil sie Angst um ihr Image haben. Eigentlich müssten sie es besser wissen. Bei diesen Männern dürfte also wenig echte Überzeugung dahinter stecken, eher eben eine Art PR-Offensive, eine Medien-Postionierung als Gut-Mann. Die diesbezüglich engagierten Frauen vertreten schlicht ihre Interessen. Eine Quote, die auch nur 0,1 Prozent der Chefredakteursposten für längerhaarige "Neue Rechte", die auch Science Fiction-Filme anschauen, besetzt, würde schließlich auch mir nützen. Da hätte ich (allein deshalb schon) nichts dagegen. Scherz beiseite, das Hinterkopf-Klischee ist doch einfach, dass angeblich keine Chancengleichheit besteht, weil es in den Chefetagen die große Verschwörung der Männer gibt, die die armen, gleich ausgebildeten Frauen, mit miesen Tricks von den ihnen zustehenden Karrieremöglichkeiten abhält. Anders würde es ja bedeuten, dass die Frauen entweder nicht wollen oder es einfach nicht können (oder gar beides zusammen), was einen enormen Widerspruch zum Leitbild der modernen Power-Frau, die alles mindestens genau so gut kann, darstellt. Also, Unterdrückung, Diskriminierung muss schuld sein. Und diese scheinbare Unterdrückung muss nun also administrativ von oben gelöst werden, die offenbare Männerverschwörung durch die Quote gebrochen. Erst dann bestünde die Chancengleichheit. Das alles ist eben feministische Ideologie, die in den Mainstream eingesickert ist. Und das Denkmuster findet sich eben exakt identisch bei der Idee so genannter Migrantenquoten. Wenn die Wirklichkeit nicht dem Wunsch entspricht, muss nach linker Diktion der Wunsch der Wirklichkeit aufoktroyiert werden.

drauf und drann
4. März 2012 13:47

@ Karl Eduard, Sixty

Nee ich verwechsle nichts.

Die Babuschka konnte sich nur als Bauarbeiterin verdingen weil ihre "Firma" in keinem Wettbewerb stand.

Ob sich das nun Sozialismus, Planwirtschaft, "Gleichstellung", Quote oder wie auch immer schimpft ist völlig ohne Belang.

Wohin dieser fehlende Wettbewerb dann führte wissen wir alle.

Also mir persönlich ist auch nicht bekannt das heute russische Baufirmen mit Babuschkas den westeuropäischen Markt aufrollen. ;-)

Mandy
4. März 2012 22:39

Wir werden uns massiv für Frauenrechte einsetzen, die immer auch Menschenrechte sind. Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft, das bedeutet Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit. Männer haben uns die größte Finanzkrise aller Zeiten beschert, Frauen können's besser! Alles! Weil sie es wollen und weil sie von Natur aus überlegen sind.

Lautete einst im geteilten Berlin der stolzeste Satz, den eine Frau sagen konnte, "Ich bin eine Berlinerin", so lautet heute der stolzeste Satz einer deutschen Frau: "Ich bin eine Quotenfrau!"

erwalf
6. März 2012 14:47

Bin zwar etwas spät dran, aber dennoch möchte ich noch auf Fjordmans Text "Westlicher Feminismus und das Bedürfnis nach Unterwerfung" verweisen in: "Europa verteidigen", S. 123 ff., Schnellroda 2011. Las diesen Text gerade heute Morgen.

eulenfurz
7. März 2012 10:06

Dieses unzufriedene Gehetze Frauen gegen Männer gab es früher nicht, als die Geschlechter noch ihren natürlich zugedachten Rollen nachgingen.

Wenn Frauen keine Kinder mehr bekommen (können) bzw. sich ausgiebig um diese kümmern dürfen und außerdem schon aus ökonomischen Erwägungen als kapitalistische Humanressource verwertet werden müssen, sind sie gezwungen, sich die Männerwelt anzueignen.

Daß die Entweiblichung der Frau zu Minderwertigkeitskomplexen führt, ist nachvollziehbar, wenn die Frau dazu verdammt ist, es wie Äffchen den Männern gleichzutun, ohne ihm vollkommen gleich werden zu können. Verfangen in dieser ideologischen Sackgasse müssen diese Männer_innen sowohl die Figur des Vaters als auch die der Mutter hassen und entwerten.

Der zweite Weg zum Ziel der Gendergleichschaltung ist die Entmannung des Mannes, des Sturzes männlicher Helden und Ideale.

Sixty
8. März 2012 15:50

"Männer haben uns die größte Finanzkrise aller Zeiten beschert, Frauen können’s besser! Alles! Weil sie es wollen und weil sie von Natur aus überlegen sind."

Sollen wir das jetzt wirklich ernstnehmen?
Das ist doch "weiblicher Sexismus" pur.

Agricola
21. März 2012 15:27

"An Liberalismus gehen die Völker zugrunde" Mehr ist dazu nicht zu sagen. Der Wahnsinn hat die westliche Welt fest im Griff!

ConservativeInTraining
11. Juli 2015 07:10

Also, wenn schon Quote, dann bitte ressortspezifisch: Politik 75/25, Reise/Modernes Leben 25/75. Interessanterweise dürften Interesse und Qualifikation für's Feuilleton hingegen etwa gleichverteilt sein. Übrigens wollte die Autokorrektur aus "gleichverteilt" "gleichgestellt" machen.

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