07. Mai 2012

Ausnahmezustand und Souveränität - ProNRW demonstrierte

von Götz Kubitschek / 77 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Zustand und Lage der Nation werden vor allem an ihren Grenzen sichtbar. Gibt es Übergriffe? Wird jedem, der sie überschreitet, klar, daß er in einen anderen Herrschaftsbereich eintritt und daß er sich dieser Herrschaft zu unterwerfen hat? Während am Wochenende in ganz Deutschland die Temperaturen sanken, der Abstieg und der Aufstieg der Klubs endgültig entschieden und in Schleswig-Holstein ein unwichtiges Parlament neu zusammengewählt wurde, begab sich in Bonn eine dreißigköpfige Gruppe der Bürgerbewegung ProNRW an den Grenzsaum der Nation.

Es ist von uns oft schon beschrieben worden, daß dieser Grenzsaum längst innerhalb der Mauern verläuft. "Ethnische Bruchlinie" ist einer der Begriffe dafür: Es gibt innerhalb des Geltungsbereichs der deutschen Rechtsordnung und des durch die deutsche Exekutive befriedeten Bereichs aufgrund massenhafter Einwanderung radikale Gruppen, die sich der Ordnung, der Ethik und den politischen Verfahrensweisen Deutschlands nicht unterordnen wollen, sondern einen totalen Umbau des Landes anstreben.

Ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung gerückt ist die radikalislamische Gruppe der Salafisten, die tausende Köpfe zählt, durch Koranverteilungen in deutschen Innenstädten auffiel und ebenso offen wie vehement ihre Abscheu vor dem gottlosen, dekadenten, pervertierten Zustand der deutschen Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Mit ihnen ist nicht zu diskutieren.

Aber genau dies versucht die postmoderne, nicht mehr gläubige, nicht mehr geistig visionäre deutsche Gesellschaft,
+ die nicht begreift, welche Kraft und welche kompromislose Einsatzbereitschaft von Gläubigkeit und Vision herrühren können,
+ die aus sich heraus keine Widerstandskraft mehr zu formulieren in der Lage ist gegen eine Kraft, die vor-aufklärerisch, das heißt: ungebrochen, simpel, barbarisch, voller rücksichtloser Beseelung ist und
+ die nur noch eine Mauer innerhalb der Mauern hat: eine Polizeimacht, die auch am Samstag in Bonn wieder in der Lage war, die Ordnung zu erzwingen.

Geschehen ist folgendes: Rund 30 Demonstranten folgten dem Aufruf der Bürgerbewegung ProNRW zu einer anti-islamistischen Kundgebung im Rahmen einer "Freiheit-statt-Islam-Tour". Rund 400 Gegendemonstranten wurden von einer Polizeikette daran gehindert, die Kundgebung auseinanderzuprügeln. Als dort eine jener berühmtgewordenen dänischen Mohamed-Karrikaturen in die Höhre gehalten wurde, eskalierte die Lage: 29 Polizisten wurden verletzt, zwei davon durch Messerstiche schwer, und 109 gewalttätige Islamisten wurden festgenommen.

Es reicht an dieser Stelle aus, ein paar Fragen zu stellen:
+ Was wäre geschehen, wenn die Polizeikette nicht gehalten hätte?
+ Ist dies nicht ein weiterer Beleg dafür, daß sich unser Volk in einem permanenten Ausnahmezustand befindet, wo es um den Kern seiner Souveränität und seiner Herrschaft geht? 
+ Was ist von der Darstellung zu halten, ProNRW habe diese Ausschreitungen provoziert und damit das Leben und die Gesundheit der Polizisten gefährdet? Ist nicht vielmehr die Provokation ein zulässiges Mittel politischer Meinungsbekundung, Gewalt indes nie?
+ Welche Schlüsse und Konsequenzen zieht das Milieu, dem ProNRW im weitesten Sinne angehört, aus diesem Vorgang? Zu welcher Solidarität, zu welchem Aufmarsch, zu welchem Opfer ist es bereit?

Nicht diskutieren möchte ich die Frage, ob es klug oder geschmackvoll sei, Mohammed-Karrikaturen zu zeigen. Ich finde das dumm und geschmacklos, möchte auch keine Jesus-Karrikaturen sehen, lasse mich indes von dieser Detail-Frage nicht daran hindern, den Mut der ProNRW-Truppe und deren prinzipiell richtige Feinderklärung zu begrüßen.

Die Diskussion muß auch deshalb hier geführt werden, weil pi-news.net seit Stunden nicht mehr erreichbar ist.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (77)

Martin
07. Mai 2012 13:01
Ich finde es sehr gut, dass die Sezession das Thema aufgreift.

Andere online Medien, wie pi-news, werden ja offenbar gerade gezielt(?) "zerschossen".

Auch fällt auf, dass die Gatekeeper in den Medien ihre Rolle gut spielen und das Thema auf sehr, sehr kleiner Flamme kochen - ich erinnere mich noch gut daran, was los war, als anno 1987 2 Polizisten bei einer Anti-Startbahn-West-Demo erschossen wurden. Die heutige Berichterstattung zu den 2 niedergestochenen Polizsiten ist - trotz angeblicher Internetfreiheit - sehr zahm. Ein befürchteter Empörungssturm bleibt (noch?) aus. Interessant ist auch, dass in Blogs von einem deutlich hörbaren "Schuss" gesprochen wurde. Davon findet man in der offiziellen Berichterstattung nichts (wars etwa ein Warnschuss der Polizei?).

Auffallend ist auch, dass laut SPON Haftbefehle wegen dreifachen Mordversuches erlassen wurden, aber nur von 2 verletzten Polizisten gesprochen wird.

Wie auch immer:
Klar, war es Provokation, was PRO-NRW hier gemacht hat. Es war aber legitime Provokation und ich muss den Leuten von PRO-NRW meinen echten Respekt zollen. Nur 30 Mann gegen ein paar hundert Salafisten, getrennt von einer Polizei, bei der man auch nicht mehr sicher sein kann, in wie weit sie ihren job noch gut machen (dürfen!).

Das die sog. "Salafisten" auf diese Provokation mit einer solchen Gewaltätigkeit reagierten, zeigt, dass es ihnen nicht mehr um politisches Taktieren geht - Sie stellen offen die Machtfrage in der Form, "wenn ihr, Staat, nicht nach unserer Pfeife tanzt, dann machen wir eben "Bambule" ... wir entscheiden also, ob es "Ausnahemzustand" gibt oder nicht ..."

Nochmals:
Respekt an Pro-NRW - Der Kaiser ist tatsächlich nackt. Hoffen wir, dass es ein paar mehr Leuten auffällt, als den hier mitlesenden!
Hesperiolus
07. Mai 2012 13:09
Nur kurz angemerkt zu diesen Vorgängen, einem "Fanal im Wasserglas" oder mehr? Sicher drastische Szenen, wobei mir die Salafisten nicht als Phänomen archaischer Urkraft erscheinen, sondern als lunatic fringe einer urbanen Pathologie, vergleichbar den beidseitigen "Autonomen". Von hintergründigen Terror-Regisseuren instrumentalisierte und bespielte Musel-Hooligans. Nicht Glaubenskrieger, sondern aufgehetzter Wirr-Pöbel der post-ethnischen Großstädte. Sekten-Psychotiker mit Testosteron-Problem. Skandalöser als die Blessuren der Polizisten (vielleicht lässt sich der PC-Wahn ihrer politischen Beschulung sogar herausprügeln?) - viel skandalöser ist mir die weitgehend gleichgeschaltete Berichterstattung aufgefallen, die durchgehende Übernahme von Wortwahl und Wertung der dpa-Meldung. Daß Bericht und Kommentar zunehmend ununterscheidbar geworden sind ist eine Sache, daß die Meinungsmache schon von den Agenturen ausgeht, eine neue Stufe.
Ärgerlich auch die Zurückhaltung des institutionalisierten Islam.
Aber wieweit sich "provozierender" Religionsspott abwenden lässt, wird sich nach Selbstbehauptung und Wehrhaftigkeit der verschiedenen Bekenntnisse bemessen. Der Islam wird sich die "Samthandschuhe" erprügeln und erbomben, während die Journaille über Pussy Riots und Heilig`s-Röckle-Häme ungehemmt weiter claquieren darf.
Faschist
07. Mai 2012 13:09
"den Mut der ProNRW-Truppe und deren prinzipiell richtige Feinderklärung zu begrüßen."

Einen gewissen Mut kann man den Pro-NRW Aktivisten zuerkennen, die Feinderklärung ist jedoch an die Falschen adressiert.

Viel mehr als die Salafisten sind die Polizisten bzw. das System das dahinter steht unser Feind.

Sie erkennen es doch selber, wenn sie schreiben, gegen was die Salafisten ihren Hass richten: "ihre Abscheu vor dem gottlosen, dekadenten, pervertierten Zustand der deutschen Gesellschaft".

Diesen Zustand zu zerschlagen und zu überwinden, ist das einzige Ziel, für dass es sich lohnt zu kämpfen.

Es darf nicht wieder so kommen wie in der Nachkriegszeit des 1. WK, als die Rechten für den verkommenen Teil des deutschen Bürgertums die Kastanien aus dem Feuer holte und die Republik vor dem Bolschewismus rettete, nur um die Errichtung einer dekadenten Proto-BRD zu ermöglichen.

Der Schaden, den die Feindkräfte, also heute die Immigranten, dem System zufügen, muss irreperabel sein, damit eine Neuordnung der Verhältnisse im rechten Sinne überhaupt erst möglich ist.

Jetzt muss erstmal die Rechnung für 70 Jahre Degeneration und Feigheit bezahlt werden, ob anschließend der endgültige Konkurs folgt oder es zu einer grundlegenden Sanierung der Verhältnisse kommt, wird sich zeigen.
patzer
07. Mai 2012 13:29
http://newpi.wordpress.com/
Notfallblog
Gottfried
07. Mai 2012 13:34
"Aber genau dies versucht die postmoderne, nicht mehr gläubige, nicht mehr geistig visionäre deutsche Gesellschaft, ..."

Glauben ist immer!
Ansonsten stimme ich Ihrem Artikel freilich zu.

Die Zivilreligion der fundamentalistischen Internationalisten ist die Verehrung des Götzen "Mensch"heit. Der Leibhaftige selber ist eine weltweit prominente Fachkraft, die dereinst im letzten Jahrhundert mal aus Österreich "zu"gewandert war. Der Antichrist im Talar praktiziert in den Kirchen der ModÄrne seine "Menschen"dienste, in den gleichen Häusern des Herren, wo früher noch Gottesdienste stattfanden. Unter den Humanisten, die die Hauptfeinde unserer westlichen Welt sind, ist die Nächstenliebe zur aggressiven Fürsorge der Fernstenliebe entartet.

Es gibt nicht Groteskeres in unserer westlichen Welt als den humanistischen Kirchenmann, der am Rande der ModÄrne von den Ewigheutigen noch ertragen ("toleriert") werden will, wenn er um Beifall winselnd seine "Church-4U-Events" inszeniert oder seine "Menschen"liebe unter völlig sinnlosen "Dialog"-Veranstaltungen unter Beweis stellt.
Was für eine unglaubliche Hybris, sich als Einzelner zum Sprecher von Maoris, Chinesen, Abkömmlingen der Irokesen, Kongolesen, Norwegern, Pforzheimern und Latinos aus Caracas zu erheben, von sieben Milliarden Zweibeinern der lieben, bunten und vielfältigen weiten Welt, deren jeweilige Heimat man zum sinnentleerten Standort im miefig-engen weltweiten Dorf ("global village") umbauen will. Aber kleiner geht es bei unseren Humanist_innen anscheinend nicht.
Daß der Westen in der heutigen Finsternis der Totalen Aufklärung mit der Aufklärung, also z.B. der Erkenntnistheorie eines Immanuel Kants oder der eigentlich schon seit der Antike verbindlichen Aussagenlogik eines Aristoteles nichts mehr gemein hat, soll hier aus Zeitmangel nur angedeutet werden.
Verbot von Anthropologie, Verbot von Naturkunde, Verbot der Völkerkunde, Verbot von Boole'scher Algebra (mathematischer Logik), Verbot von Wissenschaftstheorie ... die Wissenschaftsfeindlichkeit der humanistischen Internationalisten ist es durchaus wert, in einem langen Gruselroman einmal näher beschrieben zu werden.
Theosebeios
07. Mai 2012 13:41
"Mohammed-Karrikaturen zu zeigen ... Ich finde das dumm und geschmacklos, möchte auch keine Jesus-Karrikaturen sehen ..."

So ist es. Wenn dies aber so ist, muss man die Strategie von Pro-NRW, Vlaamse Belang etc darob kritisieren. Die "Heftigkeit" der Reaktion war wohl nicht unbedingt vorhersehbar. Mut gehört sicher ganz generell zu einer solchen Demonstration. Ohne (politische) Klugheit führt er jedoch nicht weiter und hat möglicherweise einen gegenteiligen Effekt. Man lese aufmerksam den Kommentar von Herrn Irmer (JF-Online), dem man (mehr) Durchblick zutrauen müsste, ebenso einen Kommentar in "Die Welt" dieser Tage, Schlusssatz: 'Der Islam gehört zu Deutschland, Salafisten nicht.'
Es ist absehbar, dass solche Demonstrationen (wie die von Pro-NRW) kriminalisiert werden, da sich islamische Extremisten naturgemäß Interventionen einer hilfsbereiten Antifa-'Putztruppe' verbitten, unerwünschte Provokationen also nicht auf diese Weise eliminiert werden können.
Man lese hierzu den Beitrag eines promovierten Polizeibeamten in "Die Polizei" (Charles A. von Denkowski), Verfassungsschutzexperte, zur Einführung einer Kategorie "Islamfeindlichkeit" in die PMK-Matrix. Noch kann auf solche Ideen (voraussichtlich in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift) heftig repliziert werden. Man glaube aber nicht, dass Denkowskis Überlegungen aus der Sicht des herrschenden Denkkartells abwegig sind. Der Zug fährt in diese Richtung.
Raskolnikow
07. Mai 2012 14:05
Diese pro-Bewegungen,

PI-News, die "Freiheit" und ähnliche Gruppierungen sind vulgär-demokratische und radikal-kapitalistische Wirrköpfe, die von den Mohammedaner-Hooligans unnötig aufgewertet werden. Ich halte die Affizierung der "Rechten" durch diese Henryk-Broder-Adepten für geradezu ulkig.

Es wird doch dieses "pro" gar nicht benannt. Man bleibt schwammig wofür man eigentlich steht ("NRW"), selbst G. Kubitschek schreibt nebulös-hölzern von "der Ordnung, der Ethik und den politischen Verfahrensweisen Deutschlands". Konkreter geht´s nicht?

Mit Verlaub, jeder anständige Mensch kann sich mit dieser nicht vorhandenen Ordnung, der bis ins Unterrirdische korrumpierten Ethik und den hanebüchenen "Verfahrensweisen" dieser Demokratie (der Mörder hat die gleiche Stimme bei Wahlen, wie die 7-fache Mutter ...) "nicht abfinden"!

Das ist alles beschissener Schwachsinn was da unter dem Etikett "westliche Werte" fault.

Europa verrottet aus einem eklatanten Mangel an Transzendenz. Der Materialismus, egal welcher kommunistischen, demokratischen oder faschistischen Orientierung, reißt jedes Regulativ nieder. Wenn nichts mehr heilig ist und jeder nur für sich ein Zufall der Säuren und Basen sein darf, kann kein Wert sich halten ...

Was not tut, ist eine Gegenreformation innerhalb der Christenheit und dann eine Rekonquista ohne Schmusekurs!

R.
Zadok Allen
07. Mai 2012 14:18
Respekt vor allen Volksgeschwistern, die es in den Städten am Rhein und in Westfalen aushalten und dann noch so mutig in die Schußlinie treten! Der Preis für das Verharren in der Heimat scheint bei den allermeisten die Mimesis der heiligen drei Affen zu sein - nicht so bei den Leuten von ProNRW.

Vor meinem geistigen Auge spielt sich folgende Szene ab: Im Mediolanum des 8. Jahrhunderts protestieren verarmte poströmische Honoratioren beim Stadtvogt gegen Not und Verfall ihrer Heimat. Dieser überweist sie dann an ein paar flachsblonde Schränke, die ihnen handgreiflichere Argumente zu bieten haben.

Der Vergleich hinkt tatsächlich nur noch mit Blick auf die Existenz einer deutschen Polizei: "nur noch eine Mauer innerhalb der Mauern", wie Kubitschek so schön schreibt. Ich staune immer mehr über das Berufsethos vieler Polizisten, die ja wohl kaum durch üppigen Verdienst motiviert sein dürften, nunmehr fast täglich ihre Haut zu Markte zu tragen.
Johannes P.
07. Mai 2012 15:14
Nicht diskutieren möchte ich die Frage, ob es klug oder geschmackvoll sei, Mohammed-Karrikaturen zu zeigen. Ich finde das dumm und geschmacklos, möchte auch keine Jesus-Karrikaturen sehen, lasse mich indes von dieser Detail-Frage nicht daran hindern, den Mut der ProNRW-Truppe und deren prinzipiell richtige Feinderklärung zu begrüßen.

Gut, wenn Sie die primäre ethische Frage von vornherein ausklammern, dann werde ich ProNRW Mut, den Salafisten aber den größeren Mut bescheinigen. Mit Messern gegen die voll bewaffnete Staatsmacht -- wenn das nichts ist!
Martin
07. Mai 2012 16:55
Mit Messern gegen die voll bewaffnete Staatsmacht – wenn das nichts ist!


Klar ist das was - nämlich kriminell!
bo
07. Mai 2012 17:20
Vielen herzlichen Dank an Herrn Kubitschek und die Redaktion der Sezession, dass Sie das Thema hier aufgegriffen haben. Sie leisten damit einen Beitrag gegen die erschreckend verzerrende und verfälschende Berichterstattung in der deutschen Tagespresse und dem öffentlichen Rundfunk. Auch die Internetseiten von ProNRW etc. sind durch professionelle Hacker-Angriffe, übrigens überwiegend aus dem türkischen Raum, vor der wichtigen Landtagswahl seit Tagen lahmgelegt. Von den Medien dämonisiert, verleumdet oder totgeschwiegen ist diese von den angesetzten Neuwahlen ohnehin überrumpelte Partei damit ihrer wichtigsten Publikationsmöglichkeit beraubt. Es gibt inzwischen zum Glück aber wieder einige "Not-Seiten."

Ich bin nicht der Meinung, dass man die Strategie von ProNRW kritisieren "muss" - ganz im Gegenteil. Zum einen ist der Islam und der die schleichende Übernahme ganzer Städte und Landstriche durch aggressive islamische Einwanderer momentan die größte Gefahr für unsere bescheidene Restfreiheit und unsere kulturelle Identität.

Zweitens ist es ProNRW gelungen, das ganze Geschwatz vom "friedliebenden Islam" und von der grundgesetzlich verbrieften Meinungs- und Kunstfreiheit in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit als hohle Phrasen ohne Wert zu entlarven. Die gegen Pro gestartete Medienkampagne, die aus den Tätern Opfer und aus den Opfern Täter macht, die die Angriffe durch "Missbrauch" ihrer verfassungsmäßigen Rechte provoziert hätten, ist so ersichtlich konstruiert und verlogen, dass sie den Kampagnentreibern auf die Füße fallen wird.

Drittens ist es politisch erfolgreicher Wahlkampf. Schon jetzt trägt dieser Kampf Früchte: Trotz fehlender finanzieller Mittel, dünnster personeller Ausstattung, rechtswidrigen Berufsverboten für Kandidaten aus dem öffentlichen Dienst, Schikane durch Polizei (medienwirksame Durchsuchung bei einem Hinterbänkler-Stadtrat in einem Provinzkaff wegen Verstoßes gegen das WaffenG als Schlag gegen die "Neonazis von ProNRW"), Beobachtung durch den VS und medialer Hetzkampagne liegt Pro NRW inzwischen bei einer der wenigen Umfragen, die auch die Werte für diese Partei veröffentlichern, bei fast 3,5 % (Erg. der letzten LT-Wahl lag bei 1,7%).

Das Zeigen der Mohammed-Karrikatur war allein deshalb richtig, um durch Provokation allen deutlich zu machen, wie in diesem Land mit zweierlei Maß gemessen wird:

Einmal beim Papstbesuch:

http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/fotolines/1316688838155/rahmen.shtml?15

http://www.trading-house.net/bilder/protest-gegen-papstbesuch-nahe-der-apostolischen-nuntiatur-in-neukoelln-775892_400_0.jpg

http://www.evpfalz.de/kirchenbote/index.php?id=60&tx_ttnews%5Btt_news%5D=259&cHash=6c6bfdcb884f57ae1d69dbac904cc3ea

Zum Vergleich die harmlose ProNRW-Demonstration:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/bilder/Demo-gegen-Pro-NRW-Kundgebung-in-Bad-Godesberg-article754912.html?view=single&i=5


Politische Bewertung einmal, wenn es um Kirchenkritik geht:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/papst-besuch-in-deutschland-wowereit-hat-verstaendnis-fuer-proteste/4546308.html

und - "etwas abweichend" - wenn es um Islamkritik geht:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/schneider-kritisiert-pro-nrw-vor-moschee-aktion-in-dortmund-id6611794.html


Wer wissen will, was wirklich in Bonn passiert ist, dem sei das Blog "Quotenqueen" mit Originalvideos ans Herz gelegt. Dort ist z.B. die Stellungnahme des Polizeieinsatzleiters und die Aussage von Zeugen abrufbar, die bestätigen, dass die Moslems auf die Polizeibeamten auch geschossen haben - was beharrlich von Landesregierung und Medien verschwiegen wird.
Boxer
07. Mai 2012 17:29
Morgen,am 08.05.2012 ab 13.30h vor der Moschee Venloer Str./Innere-Kanal-Str.: Und wieder kämpft ein Häuflein der ca. 30 Aufrechten für die Wahrung unserer Rechte.
Also - Fortsetzung folgt-!!!
CitizenKane
07. Mai 2012 17:32
Allen Verantwortlichen ist der Ernst der Lage schon lange klar.
Man weiß, dass die Sache bereits verloren ist.
Zumal globale Machtinteressen, globale Finanzoligarchien, alle ethnischen und nationalen Egoismen beseitigen wollen.
Jeder Gedanke an einen nationalen Alleingang ist hier naiv.
Jedem Verantwortlichen ist bewusst, dass der Versuch, die Problematik auch nur ansatzweise zu thematisieren, mit der politischen Vernichtung und der sozialen Ächtung endet.
Daher heißt die Devise volkstümlich ausgedrückt : "Ball flach halten, koste es was es wolle." Auch die Aufgabe rechtsstaatlicher Prinzipien. Ist für Leute wie Pofalla sowieso nur "Scheiße", mit der man ihnen nicht kommen solle.[sic].
Die denken alle so, außer eben Bosbach und einige wenige .

Der Leidensdruck muss erst so stark werden, dass er sich in den Wahlergebnissen niederschlägt, vorher läuft nichts.
Das heißt, wenn wir uns die schon weiter fortgeschrittene Lage in Frankreich und England ansehen, erst mit Einsetzen des Bürgerkrieges.
Die Bevölkerung ist durch Indoktrination derartig gehirngewaschen und eingeschüchtert, dass von dort vorher nichts zu erwarten ist. Sie hängt am Nasenring (Waldstein)

"Es ist ja wahr, aber man darf es nicht laut sagen" ist die Stufe eins der Bewusstwerdung in der Bevölkerung, immerhin, das ist schon erreicht. Das Netz ist ein nie da gewesener Multiplikator, der vieles beschleunigen wird. Vor allem deshalb, weil es dem Einzelnen die Gewissheit verschafft, mit seiner Meinung nicht alleine dazustehen.
Dass den Machthabern die Gefahr aus dem Netz bewusst ist, erkennt man an den Versuchen die Anonymität im Netz mit scheinheiligen Argumenten zu unterbinden. Auch das ist erreicht.
Davor stehen nun die Piraten. Gut dass sie erfolgreich, und vor allem, dass sie links sind.

Was kann man tun?
"Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie dazu bringen immer dreister zu lügen." ( U.Meinhoff, Terroristin und Mörderin, sinngem.)
Götz Kubitschek hat recht, man muss von den Strategien der Feinde, die sehr erfolgreich waren, lernen. Hat das nicht auch Lenin gesagt?

Den heutigen Verantwortlichen unermüdlich klar machen, dass sie sich eines Tages verantworten müssen, auch wenn sie irrigerweise annehmen sollten, sich dann schon in den Ruhestand gerettet zu haben.
Unter anderen hat ja schon Helmut Schmidt frühzeitig vor den Folgen für den Frieden in unserem Land gewarnt.
Darüber hinaus ist, anders als 33/45 alles in den Blogs und Foren dokumentiert.
Also kann auch eine ideologisch korrumpierte Geschichtsschreibung hier nicht Absolution verschaffen.
Es wird sich diesmal niemand herausreden können.
Im Übrigen kann ich mir ein gewisses Verständnis für die Muslime, was die Verkommenheit der westlichen Zivilisation betrifft, nicht versagen.
Volker Faust
07. Mai 2012 17:43
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

ich bin mir nicht sicher, ob sie die richtigen Fragen stellen. Jedenfalls nicht die vollständigen.

Was geschehen wäre, wenn die Polizeikette nicht gehalten hätte ist doch klar. ProNRW hätte Verletzte, wenn nicht gar Tote zu beklagen gehabt. In den Medien wäre es aber zu einer Relativierung gekommen, in der die Provokation in den Mittelpunkt gerückt worden wäre, die Polizei leider überfordert gewesen wäre und unterm Strich die ProNRW Leute doch selber schuld waren, wenn sie mit „Naziparolen“ daherkommen.

Die Frage, ob wir uns nicht in einem Ausnahmezustand befinden, ist wohl die Richtigste. Ja, wir befinden uns im Überlebenskampf. Und es fehlt uns der Rückhalt in Politik und Gesellschaft. Ein deutsches Volk im Sinne eines Gefolges des Deutschtums gibt es schon lange nicht mehr. Diejenigen, deren Ahnen schon seit Jahrhunderten hier leben und die die deutsche Sprache als Muttersprache sprechen wollen doch überhaupt nicht mehr Teil dieses Gefolges sein und begrüßen jede Veränderung. In diesem Zusammenhang muss man nicht einmal auf die ständig ansteigende Zahl von weiblichen Konvertiten, vor allem hier in Berlin, eingehen, die ich täglich beobachte. Nein, auf ganzer Linie wird doch von der Masse der Gesellschaft das Deutsche abgelehnt. Es wird sich eine multikulturelle, heile, von Nazis (also Deutschen im Allgemeinen) gesäuberte Welt gewünscht, in der fremde Religionen als etwas Exotisches begrüßt wird. Es wird sich doch quasi längst den neuen Werten unterworfen, auch wenn man die letzten Konsequenzen (z.B. irgendwann das Tragen von Kopftüchern oder der Zwangsbesuch in Moscheen) nicht wahr haben möchte. Die Gesellschaft erhofft sich doch in ihrer Naivität, dass eine liberale und sozialistische oder gar kommunistische Gesellschaft auf europäischer Ebene entsteht, in der auch der Islam zu den gleichen westlichen Werten bekehrt wird. Und die Salafisten werden nur als vorübergehende „leicht“ negative Ausnahme wahrgenommen, die man klammheimlich sogar versteht, da sie ja von den ollen Nazis unterdrückt werden.
Wer soll also dieses Volk und diese Nation noch verteidigen?
Sicher nicht wir, der letzte schwache Rest der Konservativen und Rechten, die nicht bereit sind, irgendetwas zu opfern. Mich eingeschlossen. Es fehlt eine Führung, sei es durch eine Partei, eine Organisation, eine Person oder sonst wie, der man zutraut, die Sache in die Hand zu nehmen und in der man sich engagieren kann.

Die Frage, ob die Aktionen der ProNRW Aktivisten gerechtfertigt waren und von Grundgesetz und sonstigem Gesetz geschützt sind, muss man nicht ernsthaft stellen. Denn wir als Rechte und Konservative haben doch längst unser Recht in den Augen dieser Gesellschaft verwirkt, uns darauf zu berufen. Mit uns wird niemand Mitleid haben, egal ob wir verletzt werden oder sterben. Dieser Illusion, man könne mit dem Mitgefühl und Verständnis dieser Gesellschaft rechnen, sollte man sich nicht hingeben.

Was bleibt also. Es sind die Fragen anders zu stellen. Was können wir noch tun? Welche Mittel sind legitim um uns zu verteidigen? In wie weit können wir uns auf die Legalität berufen? Was muss geschehen, bevor wir bereit sind etwas zu opfern? Und wie können wir uns heute schon vorbereiten und organisieren, wenn die Zeit gekommen ist, an der wir keinen Schritt mehr zurück tun können ohne damit unser Ende zu besiegeln.
stimmviech
07. Mai 2012 17:56
Der kulturelle Untergang Europas wird vergleichbar dem Untergang Westroms sein,daran wird- leider- auch die gute Aktion von Pro NRW nichts ändern. Dennoch: das muß auch wahrscheinlich so sein, eine demokratische Intelligenzgesellschaft ist nicht dauerhaft lebensfähig, der Kreislauf der Verfassungen mit entsprechendem kulturellem Niedergang scheint eine Art Naturgesetz zu sein.Intelligente Menschen erkennen das und verschaffen ihren Kindern eine gute Ausbildung, die sie beizeiten auswanderungsfähig macht. Ich bin gut 50, da lohnt für mich das Auswandern nicht mehr, mal abgesehen davon, daß ich auch von interessanten Zielländern wie USA oder Kanada nicht genommen würde. Wer heute über 40 ist, sollte hierbleiben und für den Rest seines Lebens Zuflucht im Osten Deutschlands suchen. Ich selbst lebe seit einiger Zeit dort, die Kinder, die ich da sehe, sind zu fast 100% ethnisch deutsch, so daß man damit rechnen kann, dort auch in den 30er Jahren noch von Landsleuten umgeben zu sein. Ich könnte mir auch vorstellen, daß es schon in nächster Zeit vermehrt Deutsche, die den Migrantenterror leid sind, dorthin zieht. Der Osten kpnnte also, bevor dann ab Mitte dieses Jahrhunderts ganz Deutschland sich in ein muslimisch-dogmatisches Land verwandelt, nochmal einen deutlichen Aufschwung nehmen. Übrigens: noch sind Immobilien dort sehr günstig zu haben.
CitizenKane
07. Mai 2012 18:08
@Raskolnikow
"Mit Verlaub, jeder anständige Mensch kann sich mit dieser nicht vorhandenen Ordnung, der bis ins Unterrirdische korrumpierten Ethik und den hanebüchenen „Verfahrensweisen“ dieser Demokratie (der Mörder hat die gleiche Stimme bei Wahlen, wie die 7-fache Mutter …) „nicht abfinden“!Das ist alles beschissener Schwachsinn was da unter dem Etikett „westliche Werte“ fault."
__________________________________________________
Da kann ich nur zustimmen aber, mit Verlaub:
Ihre blasierter Kommentar trägt nichts bei, noch nicht einmal soviel wie ein Furz im Wind
"eklatanter Mangel an Transzendenz"
jau, das ist es ! Entschuldigung! Ich verneige mich.
"Wenn nichts mehr heilig ist..."
Welchen Götzen, welchen Popanz schlagen Sie denn jetzt zur Abwechslung vor?
"heilig" in Verbindung mit "Transzendenz" lässt mich gar Schlimmes befürchten! ;-))

Entschuldigung, aber einen Rückfall in mittelalterliche, gesellschaftspolitische Machtmechanismen sollten wir nicht in Erwägung ziehen.
Schlage vor die Aufklärung wieder in die richtige Bahn zu lenken, von der sie durch Rousseau ff abgekommen ist.
Gottfried
07. Mai 2012 18:12
@ Citizen Kane

"Die Bevölkerung ist durch Indoktrination derartig gehirngewaschen und eingeschüchtert, dass von dort vorher nichts zu erwarten ist. Sie hängt am Nasenring (Waldstein)"

War der Begriff denn nicht von Mohler?
Glaube, daß die Eliminierung (nicht nur!) des Denkens durch nur ein oder zwei BUNTE Vokabeln wie z.B "(anti-)discrimination" oder "tolerance" - transportierend die Gebote "Du sollst nicht unterscheiden!" sowie "Du sollst alles ertragen!" - in ihrer lethalen Dimension und Ungeheuerlichkeit nur von den Allerallerwenigsten in ihrer ganzen Tiefe erfaßt werden kann.

"Es wird sich diesmal niemand herausreden können."
Dieses Mal haben wir es gewußt, richtig.

Gruß!
Gottfried
Gottfried
07. Mai 2012 18:21
@ Citizen Kane

"Der Leidensdruck muss erst so stark werden, dass er sich in den Wahlergebnissen niederschlägt, vorher läuft nichts."

P.S.: Mit abgegebenen Stimmen in der Wahlurne bzw. ausgezählten Stimmen nach Schließung des Wahllokales ist es so eine Sache.
ESM durchboxen und dann wiederum ganz nett die Kreuzchen auszählen? Ich mein ja nur ...
bernardo
07. Mai 2012 18:46
@GK "Welche Schlüsse und Konsequenzen zieht das Milieu, dem ProNRW im weitesten Sinne angehört, aus diesem Vorgang? Zu welcher Solidarität, zu welchem Aufmarsch, zu welchem Opfer ist es bereit?"

Wenn man sich die Debatte hier so ansieht: zu keinem!

Weder Opfer oder Aufmarsch oder Solidarität sind ein Thema. Es werden die üblichen tausend Gründe genannt, warum erst alles noch schlimmer werden muß oder sowieso hoffnungslos ist.

"Wer soll also dieses Volk und diese Nation noch verteidigen?
Sicher nicht wir"

Das hat es jetzt zum Schluß auf den Punkt gebracht.
OJ
07. Mai 2012 18:52
Eine Provokation mag das schon darstellen, aber wenn sich jemand mit einer Provokation innerhalb dessen bewegt - und eben dies wurde bzgl. der Pro-Demo verwaltungsgerichtlich festgestellt - was ihm durch das Grundgesetz zugebilligt wird, dann muss der Provozierte das erst einmal hinnehmen.

Deswegen ist die Frage genau richtig: Was wäre passiert, wenn die Polizeikette nicht gehalten hätte? Dann wäre vor aller Augen offenbar geworden, was jetzt schon viele wissen: Dass es dem Staat in zunehmendem Maße nicht mehr möglich ist, Freiheitsbereiche seiner Bürger zu garantieren, zu schützen und damit seiner sich selbst gesetzten Aufgabe nachzukommen.
D.G.
07. Mai 2012 18:57
Dafür, dass man bei ProNRW wirklich von einer marginalisierten Randpartei sprechen muss, die im rechten "Szenefeld" so gut wie keinen Einfluss hat, ist die Aktion ein super Beispiel, wie man mit wenig Mitteln viel erreichen kann. Auch wenn seitens der Medien sofort laviert wird, so sprechen die Bilder doch für sich und so mancher wird sich beim Anblick Dieser (so hoffe ich zumindest!) einmal Gedanken machen.

Zum Thema Karikatur: Sollte man im Ausnahmezustand Rücksicht auf die Befindlichkeiten des Gegners nehmen? Sollte man sich kurz vor 12 noch damit beschäftigen, ob es nun gerecht ist, dieses oder jenes zu tun, während man uns auf der anderen Seite ohne mit der Wimper zu zucken, vom Abgrund stoßen würde?
Vulture
07. Mai 2012 19:43
Ist nicht vielmehr die Provokation ein zulässiges Mittel politischer Meinungsbekundung, Gewalt indes nie?

1. Was heisst schon "zulaessig"? Sie ist unerwuenscht, wird aber toleriert, weil die Folgen, die machtpolitische Schadwirkung fuer die Machthabenden, begrenzt bleiben (im Einzelfall und kurzfristig).
2. Politische Meinungsbekundung: vielleicht liegt da unser Problem. ProNRW (und auch wir hier alle) bekunden unsere politische Meinung. Und mehr nicht. Die Salafisten wollen nicht ihre politische Meinung bekunden. Keine Ahnung ob die ueberhaupt eine haben. Die wollen Macht, wie GK im mittleren Teil schon detailliert hat. War das Stauffenbergsche Fuehrerattentat eine "politische Meinungsbekundung"? Ich fuer meinen Teil sag klar nein, wars nicht. Andererseits, der Wahnsinnige von Oslo: konnte der die Machtfrage stellen? Auch nein. Der hat in der Tat versucht seiner politischen Meinung Geltung zu verschaffen.
1989 (mein Vater und Co.) hat man die Machtfrage gestellt ohne am Ende gewalttaetig die Vollendung herbei zu fuehren. Das Ergebnis ist bekannt: Ein lachender Dritter (der Dicke) hat sich an die Hebelei gemogelt.
3. Schluesse: Gewaltanwendung setzt zwei Dinge voraus: erstens die Lage und Kraft, den angestrebten Machtwechsel zu vollenden und zweitens die Bereitschaft auch indirekt Gewalt gegen sich selbst ueben zu wollen, das heisst der Vernichtung ins Auge zu blicken wenn es schief geht. Der Sieg ist nur Bonus! Niederlage ist der Basecase.
Sind diese Bedingungen nicht gegeben wird eine terroristische oder strassenkampfmaessige Gewaltanwendung ziemlich sinnlos: taktisch sowieso, moralisch vielleicht weil kein eigenes Gruppenopfer gebracht werden soll. Selbst der einzelne palaestinensische Selbstmordattentaeter ist immer eine verwerfliche politische Meinungsbekundung geblieben, weiter nichts. (Israel ist immernoch da und dem Ansehen der Palaestinenser wurde nicht gerade geholfen)
Wenn man diese Trennung zwischen Meinungsbekundung und Machtfrage Stellen einhaelt, kann Gewalt nie ein zulaessiges Mittel fuer erstere werden.
Vulture
07. Mai 2012 20:02
P.S. Bei FAZ.NET hat man doch tatsaechlich ProNRW zu "Rechtsextremisten" geadelt. Und die beziehen ganz schoen Dresche vom gutbuergerlichen Publikum, kommen wohl mit Kommentare loeschen nicht nach...
Lesender
07. Mai 2012 21:41
Aber unter dem Strich ist es doch erstaunlich wie sehr die Tat hier Wirkung zeigt: Trotz aller scharfen Beobachtungen und Schilderungen bezüglich des weiter schwindenen Gewaltmonopols der Bundesrepublik seitens der Rechten genügt eine dreißig Mann starke Truppe mit dem äußeren Erscheinungsbild eines Schrebergartensvereins, um unter einwandfreier Berufung auf das Grundgesetz dem mohammedanischen Mob zum Lipenbekenntnis zu zwingen und die Bundesrepublik mit ihren eigenen Mitteln vorzuführen.

Hinter den Kulissen wird gerade gewaltig geflucht und in Reihen der Polizei gegrübelt. Soviel ist sicher.
Citizen Kane
07. Mai 2012 21:58
Hallo Gottfried
danke für Ihr Feedback
Habe den vorherigen Artikel
nicht nochmal durchgelesen,
meine aber, dass der Autor
die Metapher als Quintessenz
von Mohlers Darlegung angeführt hat.
Gast
07. Mai 2012 22:10
Die Vorgänge in Nordrhein-Westfalen werfen ein bezeichnendes Licht auf das politische und mediale Establishment. ProNRW ist es gelungen eine der Pestbeulen dieser bunten Republik aufzuschneiden und jeder kann jetzt sehen, wie der Eiter daraus fliesst. Die etablierten Quacksalber heulen im Chor, weil sie ahnen, aber nicht zugeben wollen, daß ihre Diagnosen und Kuren wertlos sind, ja, das gerade diese den desolaten Zustand des Patienten BRD herbeigeführt haben.

Nur noch mit weißer Salbe lassen sich diese Entwicklungen nicht mehr behandeln, dieses verlogene System ahnt sein Ende als Alleinherrscher und seine Zukunft als Dhimmis. ProNRW und Pro Deutschland kommt die Aufgabe als Katalysator und Kristallisationspunkt einer Gegenbewegung zu. Und sie haben alles Recht, diese provokativen Mittel anzuwenden, weil es die einzigen sind, die man ihnen bisher gelassen hat, trotz aller Diffamierungen, aller Ausgrenzung, aller Schikanen, denen sie ausgesetzt waren und sind. Auch wenn einigen hier manches nicht gefallen dürfte, die Aktiven dort sind Idealisten, die dies nicht tun, weil sie nur ein Mandat haben wollen. Sondern weil sie noch etwas vom echten Deutschland retten wollen.
Unke
07. Mai 2012 22:25
@Vulture
Sehr gut, immer wieder auf diese Bolschewisten hinweisen.
Auch dieser Artikel hier z.B. ist purer Haß auf konservative Positionen (in diesem Fall Geschlechterverständnis).
Wer ist schlimmer: Systempresse oder Systemparteien?
eulenfurz
07. Mai 2012 22:37
Als 2008 bei einer NPD-Demo in Hamburg Journalisten geschlagen wurden, waren die Nachrichten voll über die nunmehr bewiesene Gewaltbereitschaft der "Neonazis". Niemand sprach davon, daß die Gewalttäter provoziert worden sein könnten. Es fand sich damals auch kein Innenminister, der darauf verwies, daß es sich bei den Gewaltbereiten um eine kleine Gruppe handele, mit der die Mehrheit der in Deutschland lebenden Rechten nichts gemein habe.

Andererseits benötigt jede Ideologie zur Herrschaftsabsicherung (psychologische Massenmobilisierung) die Beschwörung eines inneren Feindes, und da die inszenierten Kinderersäufer, Hakenkreuzritzer, Lebkuchenmörder und Dönerterroristen immer irrealer werden, bietet sich so ein Salafist als Skinheadersatz regelrecht an.
Toni Roidl
07. Mai 2012 23:47
PRO NRW hin oder her - die TUN was!

Noch zwei Dinge:
Die Mehrheit der Moslems reagiert wie die bürgerliche Linke zu Zeiten des RAF-Terrors: Von halbherziger Distanzierung bis zu "klammheimlicher Freude".
Die Leserkommentare selbst bei der taz dagegen lesen sich wie die Kommentarspalten bei PI.

Beide Seiten nehmen Fahrt auf. Da geht noch was...
Sixty
07. Mai 2012 23:58
"Im Übrigen kann ich mir ein gewisses Verständnis für die Muslime, was die Verkommenheit der westlichen Zivilisation betrifft, nicht versagen."

So sehr die westliche Zivilisation in den letzten 10-15 Jahren auch heruntergekommen ist ... verglichen mit dem, was da von Seiten des fundamentalistischen (und das heißt des mainstreamigen) Islams sich hier inzwischen "breitmacht" (Scharia usw.), ist selbige demgegenüber auch so durchaus noch verteidigenswert. (Natürlich muß die um sich greifende Dekadenz allemal bekämpft werden.) Was diese Leute für "gottlos, dekadent, pervertiert" halten, dürfte wohl aus Sicht der traditionellen "westlich-abendländischen" Tradition, gerade auch im Sinne der Aufklärung, eher zu den Grundlagen unserer Zivilisation gehören (Toleranz, Trennung von Staat und Kirche, unabhängige Rechtsprechung usw.). Dieses kann man klarstellen, ohne sich dabei auf die Seite des Liberalismus (oder gar der Political Correctness) zu begeben.

"Bei FAZ.NET hat man doch tatsaechlich ProNRW zu „Rechtsextremisten“ geadelt."
Die "Extremistenkeule" ist für die Mainstreammedien inzwischen immer mehr zur stereotypischen Floskel geworden (siehe auch Marine le Pen, aber jetzt ebenfalls Griechenland, wo dann auch mal zur Abwechslung wieder der "Linksextremismus" bemüht wird). Die herrschende politische Klasse und ihre medialen Zuarbeiter können auf jede Art von grundsätzlicher Kritik, insbesondere an "Europa" (was dreisterweise mit der Brüsseler EU-Bürokratie und deren Anmaßungen gleichgesetzt wird) immer häufiger nur noch mit solcher und ähnlicher Phraseologie reagieren.
S. Pella
08. Mai 2012 07:47
Sixty schrieb:
Was diese Leute für „gottlos, dekadent, pervertiert“ halten, dürfte wohl aus Sicht der traditionellen „westlich-abendländischen“ Tradition, gerade auch im Sinne der Aufklärung, eher zu den Grundlagen unserer Zivilisation gehören (Toleranz, Trennung von Staat und Kirche, unabhängige Rechtsprechung usw.).


In dieser Ausführung tritt eine zentrale Scheidelinie hervor, die den Unterschied zwischen islamkritischen und -feindlichen Organisationen einerseits und nationalkonservativen bis nationalistischen Kräften andererseits markiert. Wohingegen "Die Freiheit" und die Kreise um "PI" eine westliche Zivilisation verteidigen wollen, beharrt zweite Gruppe auf der Verteidigung einer deutschen Kultur, die fernab der westlichen Wertegemeinschaft an den in der deutschen Geistes-, aber auch Staatsgeschichte entwickelten Dritten Weg anknüpft. Und für die Begehung dieses "Sonderweges" wurde das Deutsche Reich bekanntlich vom Westen mit dem zweiten Dreißigjährigen Krieg überzogen.

Hieraus folgert nunmehr die Fragestellung: sollten sich nationalorientierte Kräfte in die populistische (im positiven Sinne) Front der Islamgegner einreihen und eine taktische Allianz mit den Kräften eingehen, die im Grunde ebenfalls für eine feindliche Ideologie ("westliche Wertegemeinschaft") kämpfen?

Auf Antworten bin ich gespannt...
Gottfried
08. Mai 2012 09:06
@ Citizen Kane

"„Wenn nichts mehr heilig ist…“
Welchen Götzen, welchen Popanz schlagen Sie denn jetzt zur Abwechslung vor?
„heilig“ in Verbindung mit „Transzendenz“ lässt mich gar Schlimmes befürchten! ;-))"

Die brennend wichtige Frage nach der Zusammenarbeit der Rechten mit den internationalistisch orientierten und islam"kritischen" Weltamerikanern der PI-Gemeinde, Broders und Co. hat der Kommentarist Sixty hier ja schon gestellt.

I) Jede intakte Gemeinschaft hat heilige Tabus. Keine Gemeinschaft - ob Familie, Dorf, Stamm oder Volk - kann den "herrschaftsfreien Diskurs" und das permanente "kritische Hinterfragen verkruschteter Strukturen" auf Dauer überleben.

II) Jede intakte Gesellschaft wurzelt in ihrer SUBJEKTIVEN WIRKlichkeit. Die Realität WIRKT nicht. ("Der Mensch lebt nicht nur vom Brot alleine".) Diese Wirklichkeit läßt sich nun aber nicht in der Sprache des Weltamerikanismus "kommunizieren". Sie hat eine sinnliche Transzendenz, eine Tiefenverankerung, der "Brunnen vor dem Tore" kann z.B. nicht in einem "Naherholungsraum" liegen. Zwischen der Heimat und dem Standort des Weltamerikaners gibt es keine "Durchschnittsmenge".

III) Transzendenz ist das Überschreiten der Welt all der Tabellen der Krämer und Geschäftlhuber, der Welt, die die Fundamentalisten unter den Jetztsassen bereits als Realität zum unüberschreitbaren Ganzen erklären wollen.
Die Heilige Schrift ist - auch! - eine Überlieferung von ewigen Regeln. Das Plädoyer gegen den Internationalismus und somit für den Partikularismus kann jeder offene und aufgeklärte Agnostiker unschwer aus der Geschichte vom Turmbau zu Babel entnehmen. Bei dieser Gelegenheit kann auch die alte Verteufelung der Hybris als größte Sünde überdacht werden.

IV) Gerade heute, im Zeitalter der finstersten Totalen Aufklärung, kann man - wenn man denn nur will - sich die Muße nehmen, mal die Schriften einer der wenigen verbliebenen deutschen Geistesgrößen, nämlich die Papst Benedikts zu studieren, der besser als hundert andere erläutert, daß sich Religiösität und Aufklärung beim besten Willen niemals beißen können, sondern wunderbar ergänzen ("Komplementarität"), denn was soll die katholische Kirche schon gegen Studien über Molekularstrukturen oder gegen die Tabellen der spezifischen Gewichte einzuwenden haben?
Oder was soll die "harte" Wissenschaft (Physik, Chemie ...) schon mehr aussagen können, als das etwas IST. Sie hat nicht die geringste Legitimation, eine wissenschaftliche Aussage zu machen, wie etwas sein SOLL oder WERDEN soll.
Damit das nicht mißverstanden wird: Auch und gerade ein Wissenschaftler hat mal Feierabend und kann dann freilich wie jeder andere sagen, was er GLAUBT.

Gruß!
Gottfried
Raskolnikow
08. Mai 2012 09:45
Lieber Citizen Kane,

Sie entgegnen in Ihrer Replik (Montag, 7. Mai 2012, 18:08) auf meine Note, diese trage "nichts bei". Nun, Ihre zahlreichen Beiträge verdienen die Bezeichnung auch nicht!

Nur, dass ich diesen Anspruch gar nicht erhebe. Ich will nichts beitragen, zu Ihren aufklärerischen Bahnlenkungsversuchen. Das haben auch schon andere versucht; die einen mit Zyklon B, die nächsten mit Atomwaffen; gerade stehen politische Transparenz var. Ordnungsabschaffung und Ungeborenenmord hoch im Kurs auf dem Weg zum irdischen Paradeis.

Für Euch Aufklärungsfetischisten wird doch die Lage nach über 200 Jahren Kurskorrekturen auf dem Weg zur Menschenbeglückung langsam daumschräublich. Was denn nun noch?

Warum nicht mal innehalten in der ganzen Raserei und erkennen, dass alles was Europa tatsächlich wesenhaft darstellt, entweder alt-germanischen oder katholischen Ursprungs ist.

Über das Christentum zu disputieren, ist hier wohl nicht der Ort, zumal Ihr Beitrag nahelegt, dass Sie schon alles wissen. Solcherlei versetzt mich in eine morose und hoffnungsfreie Zukunftsvision.

Nur soviel: Was Sie einen "Rückfall in mittelalterliche, gesellschaftspolitische Machtmechanismen" nennen, ist in Wahrheit die einzig wahre Hochkultur auf diesem Planeten gewesen und unser Kontinent zehrt noch heute von dieser für Sie und Ihresgleichen "finsteren" Zeit. Sie halten diesen Scheiß hier also für Fortschritt ... das sagt mehr über Sie, als Ihnen lieb ist!

Doch auch wenn die Kirche Hoffnung gegen alle Hoffnung gebietet, fürchte ich einen traurigen Ausgang. Und das vor allem, weil die Oppositionen nicht aus dem Zug aussteigen wollen, sondern ihn nur zu beschleunigen oder auf andere Gleise zu leiten trachten. Selbst die Guten sind nicht gut genug ...

Und ja, deshalb bleibt uns nichts als unsere Würde im Abgang, deshalb will ich nichts beitragen, deshalb sollte man sich nicht aus "taktischen Gründen" mit diesen westliche-Werte-Streitern von ProIrgendwas einlassen! "Die tun wenigstens was!" Ja was denn? Meine Oma tut auch "was"!

Vielleicht haben wir noch den Schneid, der Exekutionsabordnung das Kommando zu geben, wie es der Admiral Koltschak tat. Darauf könnte ich noch stolz sein. Denn was kann man schon tun - in der Stunde NACH dem Tod!

http://www.youtube.com/watch?v=LYOFrtYfAQQ&feature=related

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe!

R.
Batumi
08. Mai 2012 10:33
@Sixty
Der Prozess der Zivilisation ist m.E. nicht aufzuhalten, das ist wie biologisches Altern. Die Weltkriege kann man als endgültigen Sieg der (amerikanisch geprägten) Zivilisation über die abendländische Kultur, mit Deutschland als last man standing, betrachten. Das war wie in der Antike der Sieg des Römertums über das Griechentum. Ein Zurück wird es nicht geben, dazu fehlt das "Volk". Das haben wir nämlich als späte Zivilisationsmenschen nicht mehr, nur noch eine "Bevölkerung" ohne innere Notwendigkeit des Zusammenhalts. Und die ist v.a. mit ihren iPods beschäftigt.

Wenn wir bei der Analogie zur Antike bleiben, bricht jetzt wohl die Zeit der Barbarenstürme und Schutzwälle an. Und da haben wir dank unseres Fortschritts mehr Möglichkeiten als die Römer damals. Ich glaube, wir sollten uns absolut mit den "Westlern" zusammentun, denn wir sind nichts anderes. Das sind chronologische Bezeichnungen.
Martin
08. Mai 2012 13:00
Ganz "realpolitisch" gesprochen, hat man doch bereits jetzt genügend Wahlmöglichkeiten abseits des "Mainstreams" und ein Kreuzerl wohin zu machen ist nun wahrlich keine große Anstrengung.

Man kann die NPD wählen, wenn man Anti-Westler ist und die USA für das Reich des Bösen hält und man kann in NRW auch Pro-NRW wählen, wenn man der Meinung ist, dass es auf Ost/-West, US-Imperialismus hin oder her, Schuldstolz, Geschichtsbewältigung als Herrschaftselement etc. erst einmal überhaupt nicht ankommt, wenn konkret von einer geweissen Einwandererschicht versucht wird, dass man vorgeführt wird, es also um die Zuspitzung der Frage "die oder wir" geht ...

Und da können
die einen in Nachfolge Adolf Hitlers davon ausgehen, dass das Deutsche Volk ohnehin im Weltenbrand nicht bestanden hat und daher zum Untergang verdammt ist, verbunden mit der fast schon gnostischen Resthoffnung auf einen evtl. "Phönix aus der Asche"- Effekt in einer ganz fernen Zukunft bei gleichzeitiger klammheimlicher Bewunderung für die "Vitalität" und "Glaubensfestigkeit" der Muselmanen

und

die anderen, stehen im hier und jetzt und demonstrieren auch heute dafür, dass so etwas wie Diskussionen überhaupt auch noch in Zukunft möglich sein können und halten dafür ein Stück weit ihren Kopf hin.

Jeder hat die Wahl, was er "sympathischer" findet.
Markus
08. Mai 2012 13:42
Meinen tiefsten Respekt und meine Hochachtung an die Teilnehmer dieser Aktion.

Mit mickrigen 30 Leuten gegen Hunderschaften primitiver Halbaffen wackern stehen zu bleiben und sich auf die paar Polizisten zu verlassen, zeugt von Mut.

Es hätte jederzeit soweit sein können, dass die Polizei diesen Ansturm nicht halten kann/darf, dann hätte vermutlich keiner von unseren Leuten überlebt, und das ist durchaus ernst zu nehmen. Traurig aber wahr, diese Leute hätten unsere Leute dort wohl abgestochen und totgeprügelt, der Vorfall mit den Polizisten zeugt von deren Gewaltbereitschaft und Aggression.

Tut mir leid, aber "Religionsfreiheit" muss auch irgendwo ihre Grenzen haben, und solche Leute brauchen wir hier einfach nicht.
Andreas Lehmann
08. Mai 2012 13:47
Der Islam ist nicht die größte Bedrohung für unsere abendländische Ordnung, wohl aber für die westliche. Das ist der feine Unterschied, und deswegen fühlen sich natürlich alle bedroht, die sich auf die Werte der Aufklärung und ihr westliches Modell berufen.

Das Ausbreiten des Islams ist ein Ergebnis der geistigen Umnachtung, zu welcher uns die, durchaus in einem gnostischen Sinne handelnde Aufklärung geführt hat (Igor Schafarewitsch, "Der Todestrieb in der Geschichte" sei hier sehr empfohlen). Es ist und es war nicht der Islam, sondern das Wirken der Aufklärer, und der -ismen die durch sie seit 200 Jahren in Europa wüten, die unseren Geist und unsere Traditionen geschwächt haben. Das sogenannte westliche Gedankengut, mag es in Form der liberalen Wirtschaftsordnung auch zu bemerkenswertem Wohlstand geführt haben, ist der Schuldige. Gerade wir Deutschen, die wir bis zur nun willfährigen und untertänigen Übernahme zweimal vernichtet werden mussten, die wir als Land Zentraleuropas eine ebenso starke Verbundenheit mit dem byzantinisch-slawisch-orthodoxen Osten haben, sollten uns doch im Klaren darüber sein.

Man kann die wahren Trennlinien sehr schön in dieser Diskussion zu GK's Beitrag sehen. Es gibt eine traditionelle Rechte, die versucht auch das geistige und kulturelle Erbe des so vielgescholtenen Mittelalters zu berücksichtigen, und die, sagen wir "sehr skeptisch" dem - in einer diesseitigen Utopie wurzelnden Gedanken der Aufklärung - gegenübersteht. Diese Rechte kann auf einer empathischen Ebene sicherlich den Wunsch der Muslime nach Ausbreitung nachvollziehen (unabhängig von den radikalisierten Dummköpfen des Salafismus) , beziehungsweise auch verstehen was sie an unserer westlichen Gesellschaftsordnung so sehr abstösst. Sie wird vermutlich auch bereit sein, sich zukünftig demjenigen Teil der europäischen Völker, beziehungsweise des Christentums zuzuwenden, der durch die Aufklärung noch nicht allzusehr beeinflußt wurde: der orthodoxen beziehungsweise slawischen Welt.
Und es gibt eine moderne Rechte, die versucht unsere Erinnerung an unsere mittelalterlichen Vergangenheit vollständig zu kappen (mit welcher die katholische Kirche unweigerlich verbunden ist), und die glaubt unsere derzeitige Ordnung mit den ideologischen Mitteln der Moderne reformieren zu können - eine im Grunde aggressiv gnostische Bewegung, eine gegen jede vor-aufklärerische beziehungsweise christliche Tradition gerichtete Kraft der Zerstörung, dich sich allerhöchstens in manchen Bereichen noch mit dem Evangelikalismus verbündet (erkennbar gleichen sich hier Evangelikale und Salafisten in ihrer, durch fehlende dogmatische Autorität hervorgerufene Radikalität bzw. Verblendung).

Ich kann und will nicht verhehlen das mir das Treiben letztere Gruppe zutiefst unsympathisch ist, insbesondere wenn man nun den eingewanderten Muslimen ihren Glauben ebenfalls verleiden möchte. Hätte das etwa irgendeine Verbesserung unserer Situation zur Folge, würde das irgendwas an unseren hausgemachten Problemen ändern? Nein! Es würde nur noch mehr Seelen zerstören.
Europa krankt nicht an der mehr oder weniger starkt ausgeprägten Glaubensfestigkeit von ca. 20 Millionen Muslimen (so wie auch das wesentlich bevölkerungsärmere Russland nicht an seinen 20 Mio. Muslimen zugrunde geht), sondern an seiner tiefen Dekadenz, die sich in den allseits bekannten Phänomenen äußert. Ich kann mir das famose Beharren der modernen "Rechten" an den Werten - die ja nicht umsonst nicht Wahrheiten genannt werden - der Aufklärung nur durch das tiefe Eindringen der im gnostischen Gedankengut wurzelnden Utopie in das Denken erklären. Insofern ist diese moderne Rechte auch keine Rechte, sondern sie ist eine spezielle Form der Linken, welche im Namen bestimmter moderner -ismen handelt (welche ihren innewohnenden Kollektivismus zugunsten gewisser Gruppen ausrichten, z.B. in völkischer Manier). Diese -ismen, zuvordererst der Nationalismus, mögen heute rechts genannt werden. Dies ist einer allgemeinen Linksverschiebung unseres gesamten geistigen Spektrums geschuldet, und nicht umsonst war zum Zeitpunkt ihrer geistigen Ausbreitung (die -ismen) noch vollkommen klar, das es sich hierbei um genuin "linke" Gedankengebäude handelt (statt links wäre eben gnostisch bzw. utopisch passender).

Und noch ein abschliessendes Wort zum Islam. Als Katholik halte ich den Islam für eine falsche Religion, und ich wünsche mir selbstverständlich nicht das er sich weiter ausbreitet. Dies hindert mich aber nicht daran, verschiedene Sachverhalte ähnlich zu sehen wie die Muslime, noch dem Islam mit einem gewissen Respekt entgegenzutreten. Viel abstossender als die Vorstellung das es dereinst in Deutschland islamisch dominierte Gebiete geben könnte, finde ich die Vorstellung das die geistige Degeneration im Namen der Aufklärung weiter voranschreitet. Den Feind, und hier passt das Wort nun wirklich, haben wir uns im eigenen Hause herangezüchtet, wir haben ihn aus falscher Zurückhaltung, aus Furcht vor dem Aussprechen der Wahrheit gewähren lassen, und ihm, ihm in allererster Linie, dem Verleumder und Zerstörer aller traditionalen, hierarchischen und produktiven Ordnung muß unsere Verachtung gelten. Es mag sehr pathetisch klingen, aber es ändert nichts an seinem Wahrheitsgehalt. Wenn wir auch in 100 Jarhen noch existieren möchten, muß sich die westliche Aufklärung dem christlichen Abendlande unterordnen, und nicht umgekehrt. Das man beispielsweise keine anderen Staatsmodelle als das der Demokratie dieskutieren möchte, ist doch auch Ergebnis dieses endzeitlich-diesseitgen Denkens. Wir hätten durch unsere Geschichte ein Reichsmodell zur Verfügung, in welchem auch die aufkommende Problematik der wachsenden muslimischen Bevölkerungsgruppe, sich deutlich leichter lösen liesse.
Gottfried
08. Mai 2012 15:00
@ Martin

"Man kann die NPD wählen, wenn man Anti-Westler ist und die USA für das Reich des Bösen hält ..."

Wer denn so gestrickt ist, daß er auf Sezession mitliest und sich dann immer noch den Braunen Peter zuspielen läßt, nun ja .... Amüsant.

"... die anderen, stehen im hier und jetzt und demonstrieren auch heute dafür, dass so etwas wie Diskussionen überhaupt auch noch in Zukunft möglich sein können ..."

Und Sie selber?

@ Batumi

"Ich glaube, wir sollten uns absolut mit den „Westlern“ zusammentun, denn wir sind nichts anderes."

Das sind alles sehr anregende und zu einem hohen Anteil stimmige Gedanken.
Nur finde ich, daß eine einzige elementare Prämisse noch ergänzt werden muß, um sich nach reiflichen Überlegungen sodann eher für oder eher gegen die Westorientierung zu entscheiden:

Wir haben hier wohl gelernt, daß es ein Fehler ist, nur die Situation in der BUNTEN Republik zu erforschen, wir sollten auch nach Großbritannien, nach Belgien und nach Skandinavien usw. blicken. Und auch dann reicht das noch nicht, denn die WASP in Nordamerika ist ähnlich wie WIR die bislang unterlegenen Opfer einer supranationalen "Diversity"-"Antiracism"-"Tolerance"-"Anti-nazism"-Operation, die es ansatzweise in letzter Zeit z.B. auch schon in Shanghai zu beobachten gibt.

Von Amerikanern, die ähnlich wie wir in einem Verhältnis der Knechtschaft stehen, kann man sich nicht befreien lassen.
Was nun aber nicht heißen soll, daß es ein strategisches und solidarisches Bündnis mit Amerikanern geben kann und soll, man muß nur näher hinsehen, mit welchen Gruppierungen genau.
Azo
08. Mai 2012 15:36
@Andreas Lehmann
Die -ismen, von denen Sie sprechen, sind ja gerade die Produkte der postmetaphysischen, gemeinhin "Zivilisation" genannten Phase, in der wir uns seit 1789 befinden. Das lässt sich nicht zurückdrehen, Kulturen durchlaufen Entwicklungsstadien. Wir SIND die westliche Zivilisation, so sehr wir es bedauern. Wir müssen von dem ausgehen, was ist.

Der Islam ist nicht Teil unserer Kultur (unseres Erbes) und unserer Zivilisation und seine Ausbreitung wird unseren Ist-Zustand, was wir auch immer an ihm zu bemängeln haben, verschlechtern.

Vor 1789 zurückzukehren ist aussichtslos, was für Romantiker. Dem Islam zuzujubeln ist dumm, weil er nicht zu uns gehört und Zivilisation nicht in Kultur, sondern in Barbarei verwandeln wird. Wir sollten unsere Energie daher in die Bewahrung unserer westlichen Zivilisation stecken undkritische Solidarität mit den PI´lern, PRO´lern usw. üben
Martin
08. Mai 2012 15:55
@Gottfried

Und Sie selber?


Ich sitze in einem NRW entfernt gelegenen Landesteil und schwätze, wie Sie, in einem Internetforum ...

Dennoch habe ich keine Berührungsängste vor dem "braunen Peter", denn es ist aus meiner Sicht konsequenter, in einem Bundesland, in welchem die verfassungsschutzgesteuerte, gottlose NPD Wahlchancen hat, diese zu wählen, als sich in intellektuellen Ergüssen darüber zu beschweren, dass die Welt zur Zeit so ist, wie sie eben ist und dann trotzdem ganz spießbürgerlich "wasch mich, aber mach mich nicht nass", zu sagen, wenn es um eine Partei, wie die NPD geht, von der aber nach wie vor ein Maximum an Provokation ausgehen kann (auch wenn man deren Form des Sozialismus nicht teilt - wie ich).

Wer sich die Finger nicht schmutzig machen will, der muss weiterhin auf einen Messias warten. Metapolitik, Weltanschauung etc. ist alles schön und gut, aber es bewegt sich, in einem Moment, wo die Bude so langsam ein klitzekleines bisschen das Kokeln anfängt, auf dem Niveau des von Lenin über Deutschland geäußerten Satzes,
„Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“

Insofern bejahe ich den legalen (!) Aktionismus von pro-NRW, die man aber nicht mit der NPD in einen Topf werfen kann und daher doch für alle rechte und konservative, die eben nicht den braunen Peter haben wollen, eigentlich begrüßenswert sein sollten.

Aber Nein, wie man es macht, man macht es aus der Sicht der Katheder-Gralsbewahrer immer falsch ...
Vulture
08. Mai 2012 18:40
@Andreas Lehmann:

Bei allem Respekt fuer Ihre im Einzelnen weitestgehend nachvollziehbaren Ueberlegungen, warum muessen Sie im Angesicht eines solch seltenen Ereignisses wie das in Bonn, einer solch (wahl-)taktisch geschickten und mutigen Tat dieses verlorenen Haeufleins von ProNRW schon wieder eine Spaltung der Rechten herbei theoretisieren?
Das begreif ich nicht: wenn es draussen schon tatsaechlich rund geht, hoert das intellektuelle Rumgespinne hinter den Oefen der gemuetlichen Stuben immer noch nicht auf.

Koennen Sie nicht respektieren, dass es eben Leute gibt (eine Mehrheit) denen strategischer Blickwinkel und historiches Bewusstsein nicht so gegeben sind? Und dass ein paar von diesen - besagter 30-Mann-Haufen - sich immerhin auf eine Tagesaufgabe stuerzen, mit den paar geistigen/ ideologischen Mitteln (die von Ihnen kritisierten westlichen Werte z.Bsp.) die ihnen zur Verfuegung stehen und die sich ueberhaupt einsetzten lassen? Diese sind da, zu hauf. Das sind die Deutschen von heute, das sind unsere eigenen Leute. (Wie Sie diese in ein universelles Reich nach Karl V. Massstaeben einbinden wollen haben Sie noch nicht erklaert.)

Schauen Sie mal was heute in Koeln passiert ist: entweder waren die Salafisten zu faul oder jemand hat sie zurueckgepfiffen. Die MSM schweigen. Vielleicht haben die Salafisten selbst ihre taktische Niederlage von Bonn sofort erkannt und den Kurs korrigiert, nachdem gestern angeblich Polls ProNRW bis zu 6% der Waehlerstimmen bescheinigten. Das ist schmutziges Tagesgeschaeft. Da kommt man nicht drum herum.

Opposition zu Ihrem letzten Abschnitt bezueglich ob es irgendwas aendert, Degeneration etc.:
Ich schreibe Ihnen diese Zeilen aus einem kleinen Buero in einer nordafrikanischen Stadt. Draussen ist alles neu gebaut (saudischer Investor, gewisse religioese Auflagen in diesem Viertel) aber es sieht aus wie Sch.... Der Muell liegt in den Strassen herum. Alles ist schon wieder kaputt oder war von Anfang an Pfusch. Ich brauch das hier keinem erklaeren, sie koennten genau so gut versuchen Ihre Reichsidee einem Indianer zu verkaufen. Da kommen wir hin in Deutschland. Das laesst sich nicht mehr durch eiligst eingeleitete Spontanrekatholisierung aufhalten!

Und: wen "wir" uns herangezuechtet haben, dass wuerd' ich schon genauer wissen wollen. Unsere Grossvaeter und Urgrossvaeter haben in zwei Kriegen bis zum alleraeussersten menschlich Machbaren fuer den Erhalt dieses unseres Landes gelitten und gekaempft. Sie sind von einer Uebermacht besiegt worden. Man hat sie nach Sibirien verschleppt order auf den Rheinwiesen verrecken lassen. Man hat unsere Vaeter systematisch und mit geradezu "industriellem" Aufwand versucht zu indoktrinieren. Man hat uns unwissend in einer pinkneonfarbenensschnullibullisaufundfickmichtot-Welt aufwachsen lassen - "Wir" haben hier gar nichts gezuechtet, und unsere Vorfahren auch nicht. Wir sind nur die paar Hanseln die vorzeitig aus der Narkose aufwachen.
CitizenKane
08. Mai 2012 19:04
@ Raskolnikow

Hallo, Ihr Geisteswissenschaftler,
die ihr hier ja ganz offensichtlich alle zu sein scheint.
Bedanke mich wirklich für die Aufklärungsversuche ohne Implikation
ironischer, sarkastischer, zynischer oder sonstiger rhetorischer Formen.
Als Ingenieur würde ich damit hier so wie so den Kürzeren ziehen.
Ich bitte daher, um Nachsicht und darum, die geisteswissenschaftlich intellektuellen Hahnenkämme nicht all zu sehr anschwellen zu lassen.

Sehr geehrter Raskolnikow,!

Sehe das Mittelalter keineswegs so finster, wie Sie meinen.
Die Disziplinierung und Zivilisierung einer ungebildeten archaischen Bevölkerung mittels Heilsbotschaften und Höllenandrohung in dieser evolutionären Phase war ein zivilisatorischer Fortschritt.
Muss immer schmunzeln, wenn die Atheisten in den einschlägigen Forensträngen immer mit den Hexenverbrennungen kommen.
Ich bin Agnostiker.
Religiosität und Spiritualität sind anthropologische Konstanten, darüber braucht man nicht zu disputieren.
Bin auch kein Aufklärungsfetischist, hatte geschrieben welcher der einschlägigen philosophischen Strömung ich das ganze heutige Chaos zuschreibe.
Sie werden sich wundern, bezeichne mich eher als Körper-Seele Dualismusfreak
Für mich die einzig , unter den heutigen geistigen und physikalischen Erkenntnissen
(und das ist sicher nicht viel, komme jetzt nicht noch mit Sokrates :-)), logische Sicht des Mensch seins.

"die einzig wahre Hochkultur auf diesem Planeten"

bis dahin der weitest gehende evolutionäre Fortschritt, sicher!
Aber stehen bleiben wird die Evolution sicher nicht. Es gibt eben "Irrungen und Wirrungen",trial and error.
Wie stehen vor dem nächsten evolutionären Sprung, der Weiterentwicklung des Menschen durch sich selbst. Was wird das erst an Fragen aufwerfen!
Da wird Ihnen, lieber Raskolnikov, auch Ihr Sarkasmus nicht mehr weiterhelfen.

Der von Ihnen beklagte derzeitige Zustand , den ich ähnlich beurteile, wird ins Chaos, in Bürgerkriege, zum nächsten Weltenbrand führen, früher oder später, dass ist unfraglich.
Auch das ist eine anthropologische Konstante.
Am Ende etabliert sich aus dem Chaos wieder eine neue Ordnung, bei der die christliche Ethik, die einen sozial zivilisatorischen Evolutionssprung darstellt, weiter die Grundlage sein wird.
Aufhalten können wir das alles nicht, aber - in Bahnen lenken.
Sarkasmus der alten Männer ; soweit bin ich noch nicht, man muss sich einstellen, sonst ist man schon tot!
"alles was Europa tatsächlich wesenhaft darstellt, entweder alt-germanischen oder katholischen Ursprungs ist"

Natürlich! Bedenken Sie aber, dass "Der Westen" mit seinem von Rom nach Washington verschobenen Zentrum nichts anders ist, als der derzeitige Stand einer weltweiten germanischen, christlichen Expansion.

da kann ich ja schön zu Sixti überleiten
Tschüss Rasputin, lach mal!
LG ! CK
CitizenKane
08. Mai 2012 19:04
@ Sixty
"Hieraus folgert nunmehr die Fragestellung: sollten sich nationalorientierte Kräfte in die populistische (im positiven Sinne) Front der Islamgegner einreihen und eine taktische Allianz mit den Kräften eingehen, die im Grunde ebenfalls für eine feindliche Ideologie („westliche Wertegemeinschaft“) kämpfen?
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Hallo Sixty , an dieser Art Frage ist Deutschland schon seit Arminius gescheitert. Danke!
Die deutscheste aller Fragen überhaupt! ;-)))
LG!
CK
CitizenKane
08. Mai 2012 19:38
Hallo Gottfried!
Die brennend wichtige Frage nach der Zusammenarbeit der Rechten mit den internationalistisch orientierten und islam“kritischen“ Weltamerikanern der PI-Gemeinde, Broders und Co. hat der Kommentarist Sixty hier ja schon gestellt.
___________________________________________
Die gleiche deutsche Frage!

Wir kämpfen hier einen Zwei-Frontenkrieg, gegen eine machthungrige, starke, archaische Macht von außen sowie gegen Landes- und Hochveräter im Inneren, und Ihr stellt
DIESE FRAGE
ich brech' zusammen!!!

Ansonsten, zur Transzendenz und dem Heiligen!
Danke für das Feedback und Ihre interessanten Ausführungen.
Ich betrachte die Entwicklungen in der Teilchenphysik unter Zugrundelegung von Sokrates' berühmten Ausspruch und Platons Höhengleichnis.
Schustere mir meine durchaus optimistischen Jenseitsvorstellungen zusammen.
Will mich überraschen lassen, werde nicht in der Hölle braten!
Sage es doch!: " Ich weiß, dass ich nicht weiß!" lässt die Geisterwissenschaftler hier sicher, ob meiner Naivität, milde lächeln ;-))
Ist doch kein Hybris, oder?

"Weltamerikanismus"
Seht es als Provokation gegen den dogmatischen linken Antiamerikanismus!!
Natürlich kann man bei Herre und Kewil schon eine zu weit gehende Affinität erkennen.
Aber die leisten doch was für Deutschland . Die heuchlerischen Machthaber, die Verräter der freien Presse bekommen mittlerweise Angst vor PI, sie lesen es ALLE !
Semper PI!
Gruß!
CK
Gottfried
08. Mai 2012 21:31
@ Martin

"Ich sitze in einem NRW entfernt gelegenen Landesteil und schwätze, wie Sie ..."

Da irren Sie sich zur Hälfte.
Gottfried
08. Mai 2012 21:57
@ Citizen Kane

"Sage es doch!: “ Ich weiß, dass ich nicht weiß!“ lässt die Geisterwissenschaftler hier sicher, ob meiner Naivität, milde lächeln ;-))
Ist doch kein Hybris, oder?"

Nein. Was sollte schon gegen aufgeklärten Agnostizismus sprechen? Wer sagt, daß er etwas wüßte, der sollte auch so fair sein, den Referenzrahmen offenzulegen, den er zum Beweis des "Wahren" heranzuziehen gedenkt.
Das hier klang aber einfach nur melodramatisch und nicht besonders abgeklärt:
"„heilig“ in Verbindung mit „Transzendenz“ lässt mich gar Schlimmes befürchten! ;-))“.
Darob halt meine Reaktion.

"„Weltamerikanismus“
Seht es als Provokation gegen den dogmatischen linken Antiamerikanismus!!"

Das Spiel "Guter Bulle - böser Bulle" ist meine Sache nicht. Wenn Zweie sich streiten ...

"Natürlich kann man bei Herre und Kewil schon eine zu weit gehende Affinität erkennen.
Aber die leisten doch was für Deutschland ."

pf!... öhmmh?!? ... Man muß schon sehr viel sorgfältige Vorzensur betreiben, um dort nicht ganz weggejagt zu werden! Mir fehlen allerdings bislang konkretere Informationen über Herre. Bin zunehmend der Meinung, die betreiben ein rechtspopulistisches und scheinbares Bauernopfer: Die Masse darf sich über die pöhsen Mohammedaner ereifern - wie haben die es eigentlich nach Europa geschafft? - und damit wird die ganze internationalistische "Diversity"-Matrix nur stabilisiert. Ein gewisses "Friede Springer"-BILD-Gefühl stellt sich mitunter bei der Lektüre des Hauptstromes auf dieser Netzseite ein. "Multikulti" minus Eins (Mohammedaner) ala Broder und seinen radikalökonomistischen Mitstreitern der "Achse des Guten".

Danke für Deinen Kommentar, C.K.
Gruß!
Gottfried
-
Sixty
08. Mai 2012 22:16
"In dieser Ausführung tritt eine zentrale Scheidelinie hervor, die den Unterschied zwischen islamkritischen und -feindlichen Organisationen einerseits und nationalkonservativen bis nationalistischen Kräften andererseits markiert. Wohingegen „Die Freiheit“ und die Kreise um „PI“ eine westliche Zivilisation verteidigen wollen, beharrt zweite Gruppe auf der Verteidigung einer deutschen Kultur, die fernab der westlichen Wertegemeinschaft an den in der deutschen Geistes-, aber auch Staatsgeschichte entwickelten Dritten Weg anknüpft."

Hier geht es doch nicht primär um die Frage "westliche" oder "deutsche" Kultur. Da gibt es, wie ich finde, keinen grundsätzlichen Unterschied.
"Ich glaube, wir sollten uns absolut mit den „Westlern“ zusammentun, denn wir sind nichts anderes." (Zitat Batumi)

Die erwähnten "rechtspopulistischen" Kräfte wie "Die Freiheit" oder "Politically Incorrect" positionieren sich ja im übrigen als Fans der USA und von Israel ... das ist meines Erachtens auch nicht besser als das, was "politisch unkorrekte" Linke wie Jürgen Elsässer oder Stephan Steins mit ihrer "antizionistischen" einseitigen Israel-Feindschaft, verbunden mit Sympathie für das iranische Mullah-Regime, demonstrieren.
Und das Verteidigen der "westlichen Kultur" den Merkels und Obamas oder der EU-Bürokratie als Privileg zuzugestehen, halte ich für ähnlich fatal, wie die "nationale Sache" der NPD zu überlassen.

"Und für die Begehung dieses „Sonderweges“ wurde das Deutsche Reich bekanntlich vom Westen mit dem zweiten Dreißigjährigen Krieg überzogen."

?? Das "Dritte Reich" (was hier offensichtlich gemeint ist) dürfte wohl eher selber die übrige Welt mit Kriegen überzogen haben.
Aber natürlich liegt es mir absolut fern, das Vorgehen der Siegermächte des 1. Weltkrieges und den Versailler "Friedensvertrag" zu rechtfertigen. Die Ablehnung dieses ungerechten Diktatfriedens erstreckte sich in Deutschland bekanntlich bis hin zur SPD und zur KPD, also bis weit in das linke Lager hinein.
Leider sind linksnationale Positionen im Sinne von Otto Strasser, Ernst Niekisch, aber auch Kurt Schumacher und Sebastian Haffner in Deutschland inzwischen kaum noch existent.
Juergen
09. Mai 2012 06:57
Herr Kubitschek,

ich zumindest kann Ihre Gedanken in keinster Weise nachvollziehen. Das Geschehene zeigt doch eindeutig, dass selbst radikale Muslime mittlerweile integriert und in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.

Wann immer die rechten Parias irgendwo in Deutschland öffentlich auftreten/demonstrieren findet sich doch sofort eine Überzahl "Gegendemonstranten" ein, die dies meist auch mit gewaltsamen Mitteln zu unterbinden sucht. Versammlungsfreiheit und Demonstrationsrecht gelten in der BRD nunmal nicht für Rechte - das ist schon fast eine Tradition. DIe Salafisten haben nun mal das getan, was ihnen von den engagierten Antifaschisten seit jeher vorgelebt wird. Wie kann man da noch zweifeln, dass der Islam nicht zu Deitschland gehört.

Und die Frage danach was passiert wäre wenn die Polizeikette nicht gehalten hätte, was soll das? Die deutschen Polizisten stehen jedes Jahr zwischen den Fronten, das einzige was diesmal neu war: Der Salfist geht auch mal zum Nahkampf mit Messer über während der Antifaschist üblicherweise Wurfgeschosse nutzt.

Was soll also die Aufregung?
Juergen
09. Mai 2012 07:02
Im Übrigen muss ich mal loswerden, dass mich das Islam-bashing, das leider auch bei der Sezession Einzug gehalten hat (und Grund für die Kündigung meines Abos war) ziemlich ankotzt.

Eigentlich alle Muslime die ich kenne sind in erster Linie damit beschäftigt ihre Familien zu ernähren, ihre Kinder zu erziehen und was Menschen sonst so seit Jahrtausenden unabhängig von ihrem Glaubensbekenntnis so machen. Religion und die damit verbunden Rituale helfen den Alltag zu strukturieren. Das ist in jeder Religion so. Also komm mir doch bitte keiner mit der üblichen Masche, die Muslime wären aufgrund der "besonderen Verfasstheit des Korans" or whatever anders als andere Menschen und strebten - durch die Lektüre ihres heiligen Buchs brainwashed in Zombies verwandelt - nichts anderes als die Weltherrschaft des Islams an. Das ist lächerlich.
Gottfried
09. Mai 2012 09:17
@ Martin

"Insofern bejahe ich den legalen (!) Aktionismus von pro-NRW, die man aber nicht mit der NPD in einen Topf werfen kann ..."

Vorweg angemerkt: Wenn ich einen Elektromarkt aufsuche, dann bezahle ich grundsätzlich und immer die Waren, die ich mir dort ausgesuche.

Um nicht zu ungnädig mit Ihnen umzugehen: Es kann ja durchaus möglich sein, wenn Sie hier so eine Art kecken Vertreter des linken Flügels der Jungen Union abgeben, daß gar nicht Sie bewußt den Braunen Peter spielen, sondern daß lediglich der tägliche Schnäuz aus Ihnen heraus spricht.

In der verfallenden Ex-Moderne neigt man ja dazu, dem Konstrukt des unabhängigen sogenannten "Individuums" zu folgen, dem man bewußte Denkabläufe als Grundlage seiner Entscheidungen und Handlungen unterstellt.
In Wirklichkeit steuert in kleineren Gruppen wie auch in ganzen Stämmen und größeren Volkgemeinschaften immer die Mimikry in ganz hohem Maße die Sicherheit des Umgangs miteinander.
So dürfte die Ungeheuerlichkeit des täglichen Additainments im Wesentllichen unbewußt geschehen. Wer hat z.B. Herman denn schon wirklich für eine Sympathisantin von Sozialisten gesehen, die Millionen ermordet haben?
Es dürfte sich hier wohl eher um reflexhaftes Nachahmen des Nächsten gehandelt haben.

Was meinen Sie: Ein nicht unbedeutender NDP-Abgeordneter behauptet, daß Hamburg an der Elbe liege und daß es über die biologischen Besonderheiten der Art und Weise der Blasenentlehrung oder der körperlichen Sonderbegabung der Frauen, gebären zu können, hinaus sehr bedeutende Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe.

a) An welchem Strom liegt Hamburg nun wirklich?
b) Ist die weitere Beförderung des Programmes "Gender Mainstreaming" nicht ein guter Schritt im Kampf gegen die NPD?
Raskolnikow
09. Mai 2012 10:10
Ach C. Kane!

Woher nur immer der Drang zur Kategorie? Geisteswissenschaftler? Keineswegs!

Und was soll das mit dem Lachen? Das Quantum meines Grimms ist kein geringes und als profunder Choleriker hilft mir oft nur der Wutmarsch der Badenweilerschen ... Denn: "Die Wut des Zeitalters ist tief!"

Kurz, sehr kurz sogar: Sie schätzen mich im speziellen und uns beiseite stehende Beter im allgemeinen falsch ein.

Lieber Martin!

Sie und all Ihre Aktions-Kameraden mit dem Verlangen ganz kommod Posto zu beziehen, egal welchen, müssen mir mal eine Frage beantworten:

Wo hört Ihr Generalpardon für die "Aktion an sich" denn auf? Die Piratenpartei zerstört das System doch auch irgendwie, die RAF schien ganz gehörig gegen die Herrschenden zu exzedieren und der Schwarze Block auf der Revolutionären-Mai-Demo hält "die Systemknechte" ebenfalls auf Trab ... Unterstützen Sie auch die, weil sie wenigstens "was" machen?

Dass Sie Lenin zitieren, scheint mir geradezu feierliches Eingeständnis. Diese unausgeglichene Aktionssucht schien mir immer der Linken endemisch innert, scheinbar fällt mir da eine weitere Paralelle zwischen Rechten und Linken auf ...

Aktion und Einheit sind wohl die ultimativen Götzen, denen man huldigen muss - auf Inhalte und Substanz wird allgemein geschissen. Nun ja.

Ihnen und Ihren Truppen möchte ich nur in Erinnerung rufen, dass "die Massen" in der Geschichte noch nichts zum Guten gewirkt haben. Das Gute trat stets nur durch die Wenigen in Erscheinung.

R.
S. Pella
09. Mai 2012 10:30
Adressiert an an "Sixty":
Die Terminologie "Deutsches Reich" war vollkommen korrekt. Bereits das Kaiserreich verfolgte eine weitgehend autonome Politik und war den Gralshütern einer weltweiten Freihandelsideologie schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Dorn im Auge. Deshalb die seit 1900 verfolgte antideutsche Politik der angelsächsischen Welt, als deren Konsequenz die gegen das Reich geführten Kriege initiiert wurden.
Daneben stellen Sie in Bezug auf deutsche und westliche Kultur fest,
"Da gibt es, wie ich finde, keinen grundsätzlichen Unterschied"
. Dies mag - und dies legte ein Vorredner ja bereits dar - heute weitgehend zutreffen, doch im Kern ist dies ein entscheidender und essentieller Unterschied für eine nationalorientierte Politik.
Aus taktischen sowie strategischen Gründen sollte jedoch eine Kooperation stattfinden!
Gottfried
09. Mai 2012 15:54
@ Juergen

"Also komm mir doch bitte keiner mit der üblichen Masche, die Muslime wären aufgrund der „besonderen Verfasstheit des Korans“ or whatever anders als andere Menschen und strebten – durch die Lektüre ihres heiligen Buchs brainwashed in Zombies verwandelt – nichts anderes als die Weltherrschaft des Islams an. Das ist lächerlich."

Sie beschreiben EINEN Aspekt des gesamten DIE!-Versity-Szenarios im Westen, den ich so ähnlich sehe wie Sie. Habe unter den Mohammedanern zum Teil sehr sympathische Kunden. (Zum Teil auch nicht.)
Die Mohammedaner sind nicht so entartet wie die Humanist_innen im Westen, denn sie diskriminieren - wie die Heilige Schrift auch in der Genesis - zwischen Mann und Frau. Nur durch das Diskriminieren ("Erkennen") ist Bewußtsein und Wahrnehmung allgemein und natürlich auch das geschlechtliche Begehren und damit die Zeugung von Kindern erst möglich. (Das Nicht(mehr-)unterscheiden nach den Dogmen des Genozidprogrammes der UN/USA/EU und Co. ("Anti-discrimination") ist hingegen nur ein Euphemismus für den Adel des freiwilligen - "toleranten" - Sterbens.)

Der andere Aspekt ist der, daß z.B. auch die NSDAP und deren Wähler und Sympathisanten alles andere als eine einheitliche ("homogene") Gruppe waren. Es gab Hunderttausende von netten und hilfbereiten Wählern der Fachkraft aus Österreich mit Migräne.

Mit anderen Worten: Ein politisches Subjekt (ob nun der Islam oder der nationale Sozialismus) ist ein System, daß sich aus viel mehr zusammensetzt als der Summe seiner Mitglieder. Ein Einzelner oder eine winzige Clique können Geschichte schreiben, eine beliebige gesellschaftliche Ordnung - man denke nur an die Invasion weniger Kommunisten bei den Grünen in der Gründungsphase oder die Unterwanderung der evangelischen Kirche durch den humanistischen Antichristen - kann von einer kleinen Führungsmannschaft auf Kurs gebracht werden, auf einen guten Weg oder gegen den Eisberg, je nach Bedarf.
Nur aus Zeitgründen hier zunächst keine weiteren Exkursionen in die Massenpsychologie. Wer die "Schweigespirale" von Noelle-Neumann nicht kennt, dem sei die Lektüre dringend ans Herz gelegt. Auch Tocqueville ist ein guter Einstieg und zeitlos gültig.

Daß Sie den bereits über 1300 Jahre andauernden Dschihad und die Verheerung einer Unzahl von Staaten, die gerade jetzt z.B. im Sudan, auf den Malediven oder in Nigeria stattfindet, so nonchalant nicht erwähnen, möchte ich nicht weiter kommentieren, sondern lediglich konstatieren.
Andreas Lehmann
09. Mai 2012 16:09
@ Azo

Es wäre dann hier die Frage zu stellen in welchem Stadium sich diese westliche Zivilisation gerade befindet. Und ob wir nicht längst in einer Ära angekommen sind, in dem der (abermalige) Zusammenbruch des aufgeklärten Staatsmodells absehbar ist, und demzufolge es eine Sünde wäre, nicht jetzt schon an einer Änderung des Weges zu arbeiten.

Ob die Aussage zutrifft das die Ausbreitung des Islams unseren Ist-Zustand generell verschlechtern wird, wage ich zu bezweifeln. So kann man eigentlich nur denken, wenn man mit dem westlichen Gesellschaftsmodell weitestgehend zufrieden ist, und lediglich an den Stellschrauben etwas ändern will. Was nun Kultur und Barbarei angeht, im Angesicht der Vielfalt der Völker mit islamischem Bekenntnis, im Angesicht der immer deutlicher zutage tretenden Einfalt der Völker im westlichen Verbund: der Islam symbolisiert die Barbarei und der Westen die Kultur? Diesen Standpunkt wollen Sie sich zueigen machen?
Ich jubele dem Islam nicht zu, sondern ich betrachte ihn als eine Partei die ich in erster Linie nicht als Feind betrachte. Es ist vielmehr die Gegenseite, die ihn verdammt, und die die Maßlosigkeit an den Tag legt, die Sie mit dem Ausdruck "zujubeln" wohl suggerieren wollten.

Ich bin kein Romantiker, und in irgendeiner Form die Vergangenheit herbeizusehnen wäre sicherlich falsch. Sehr wohl aber kann die Vergangenheit, können die Erfahrungen der Vergangenheit uns den Weg in die Zukunft weisen. In diesem Sinne schrieb ich auch das die Werte der Aufklärung gänzlich zu verschwinden hätten, sondern das sie sich den, durch die Tradition bewahrheiteten Wahrheiten des Abendlandes unterzuordnen haben. Nicht zuletzt wissen wir ja, das sich auch in den modernen, abstrakten -Ismengebäuden Versatzstücke dieser konkreten Erfahrungswerte finden. Insofern ist meine Aussage zu verstehen, und ich halte diese keineswegs für romantisch oder gar utopisch.

Davon abgesehen zeichnet sich doch gerade die moderne Ideologie durch das beständige Verweisen auf die griechisch-demokratische Antike aus - gleichwohl die damaligen Zustände, denken wir an die Sklavenhaltung oder das äußerst eingeschränkte Wahlrecht - nun wirklich gar nichts mehr mit dem heutigen, mit Verlaub, Geschwafel über die Demokratie gemein hat. Romantisch, im schlechtesten Sinne, sind doch gerade die Vertreter der Aufklärung, die beständig und durch Erfahrungen unbelehrbar, ein aufs andere Mal das Hohelied ihres eigenen Modells singen. Oder was genau will man sich da auf die Fahnen schreiben?

@ Vulture

Ich will nichts herbeitheoretisieren, ich denke das es nie eine einheitliche Rechte gab. Ich gehe sogar soweit und behaupte das Gruppierungen wie Pro NRW, Personen wie Geert Wilders, die republikanisch-laizistische "Rechte" überhaupt nicht zur Rechten gehören. Es sind eiserne Verteidiger linker Werte, und ich sehe keinerlei Grund mich ihnen anzubiedern. Im Gegenteil, es ist falsch im Sinne der Staatspolitik, unsittlich im Sinne dessen das man die Muslime ebenfalls verhausschweinen will,

Den Mut spreche ich diesen Leuten nicht ab. Aber das würde ich auch bei Bolschewiki, den anderen Linken vom nationalen Widerstand, oder islamischen Terroristen nicht tun. Mut bleibt Mut, egal für welches Ziel er eingesetzt wird. Und mutiger als eine Drohne zu kommandieren ist auch sicherlich sich selbst in die Luft zu sprengen - wenn wir nun schon von Mut sprechen wollen.

Ich verdamme nicht die Aktivisten von ProNRW, sondern das dahinterstehende Gedankengut. Ebenso wie es für mich im Falle der NPD und ihrer Aktivisten gilt. Ich glaube auch keineswegs das es sich bei ihnen um verdammenswerte Menschen handelt. Aber ihr Handeln halte ich eben für absolut kontraproduktiv.
Allerdings, ist das fehlgeleitete Handeln der Salafisten nicht einerseits dem gleichen Frust zuzuschreiben, der auch die erstgenannten Aktivisten umtreibt, und wird der radikale salafistische Wille zum Guten (von dem diese Leute ja sicherlich überzeugt sind) nicht im Kern durch Gottesfurcht gespeist? Will sagen, gibt es bei diesen Leuten nicht genauso viele Gründe dafür, das man sie als Personen mit Mitleid betrachtet?

Was die Einbindung in einen Reichsgedanken angeht: ich interpretiere Ihren Hinweis als frei von Polemik. Klar, offensichtlich ist, das der aktuelle Staat eben nichts zusammenführen kann. Vielmehr ist er gezwungen andersdenkende Gruppen zur Assimilation zu zwingen. Und täuschen Sie sich nicht, die Damen und Herren von Pro NRW wird dieses Schicksal ebenso ereilen wie die islamischen Traditionalisten! Wir Deutsche haben unsere eigene Kultur und Religion weitestgehend verloren, und nun geht es darum den Muslimen das gleiche Los zuteil werden zu lassen. Am Ende steht eine breiartige Masse, ohne metaphysischen oder sozialen Rückhalt, zur freien Verfügung für jeden Gewalthaber; nämlich genau das was sich der westliche Intellektuelle immer herbeigesehnt hat. Am Ende stehen die Lauwarmen, von denen Christus nicht umsonst gesagt hat das er sie aus seinem Munde wieder ausspeien würde.
Dagegen steht das Reichsmodell, unser ureigenes Modell, kein Modell unserer Besieger, welches möglicherweise im Mittelalter seine Blüte hatte, aber dessen Umsetzung ebenso gut in der Neuzeit funktionieren würde. Es ist überhaupt das Staatsmodell der Vielfalt, in dem verschiedene Volksgruppen, verschiedene Ansichten und verschiedene Religionen nebeneinander koexistieren können. Die Voraussetzung dafür wäre lediglich das es einen gewissen, bei allen Gruppen akzeptierten, durchgesetzten Rechtsüberbau gäbe, und eine Zentralgewalt die zur Not Konflikte lösen und die Ordnung wiederherstellen kann. Noch hätten wir Deutsche die Macht alle anderen Kleingruppen in diesen Überbau zu zwingen, und es wäre sowohl für uns als auch für diese auf lange Sicht ein wahrer Segen.
Ist das utopisch? Nein ist es nicht, es hat sich schon mehrfach als praxistauglich erweisen, zuletzt bis 1918. Würde es bedeuten das es quasi islamisch regierte Gebiete in Deutschland gäbe? Mit Sicherheit.
Letztlich dreht es sich doch auch um die Frage ob es uns wichtiger ist nur ja diese laizistische, immer mehr zum Zentralismus neigende Republik zu bewahren, welche selbstredend keine andere Ordnung dulden wird, und unter der wir doch selbst alle unglücklich sind. Oder ob es uns darum geht irgendwann wieder die Möglichkeit zu haben, unsere Traditionen, unser Volkstum zu leben (was in kleinteiliger Vielfalt immer am besten funktioniert hat) - und ob es uns dann wirklich so sehr stört wenn in Duisburg zum Gott der Muslime gebetet wird.

Noch kurz zu Ihren letzten beiden Absätzen:
Glauben Sie das orientalische Christen in Punkto Sauberkeit besser einzuschätzen sind als orientalische Muslime? Ich kann dazu keine Erfahrungswerte schildern, aber ich würde es erstmal bezweifeln. Sauberkeit ist ein hohes Gut, aber ich mache mir die Wahl eines geeigneten Staatsmodells nicht davon abhängig. In jedem Fall würde aber ein Reichsmodell eine sehr dezentrale Ordnung beinhalten, in welchem die einzelnen Einheiten in der Regel kleiner und unabhängiger wären (gerade auch in Punkto Selbstverwaltung). Für Ordnung und Sauberkeit ist immer noch am besten gesorgt wenn die Menschen gewahr werden das es im weiteren Sinne ihr Eigentum ist, das sie verschmutzen (wofür die Schweiz als mein zweiter Lebensstandort hervorragend als Vergleich zum immer weiter ausgreifenden deutschen Zentralismus dienen kann). Eine solchermaßen auf Eigenverantwortung aufgebaute Ordnung würde auch bei den Muslimen diese Anreize setzen.

Und als kleiner Einschub: hier trifft sich die sogenannte libertäre Ideologie von den kleinen, gut und selbst verwaltbaren Einheiten, sehr gut mit der Vorstellung des Reiches.

Was das heranzüchten angeht:
1. Ja, das deutsche Volk wurde in zwei Kriegen brutal verheizt. Und ebenfalls ja, wir sind gewiss nicht die Alleinschuldigen an diesen Kriegen - manchmal könnte man sogar das Gegenteil denken. Und ein drittes Ja, man hat uns vollumfänglich indoktriniert. Von letzterem spreche ich doch die ganze Zeit, denn nur deswegen konnte doch dieses westliche Modell überhaupt erst seinen Siegeszug vollführen. Dazu gehört ja auch die Demokratie, die doch in keinster Weise ein unsriges Staatsmodell war. Wir hatten ein Kaiserreich, in dem die Rechte des einfachen Volkes als vorbildlich vorhanden zu bezeichnen waren, aber wir sind den nächsten gefährlichen Schritt nicht gegangen.
2. Unsere Großväter, ihre militärische Leistung und ihre Opfer in allen Ehren, haben sich betrügen lassen. So wie wir uns jetzt durch unsere derzeitige Führung ebenfalls wieder betrügen lassen. Aber der Mensch hat einen freien Willen, und eine Verantwortung zum Denken. Ich finde es daher vollkommen inakzeptabel in dieser Hinsicht das Volk als unschuldig darzustellen. Wer auf ignorante und törichte Art und Weise über Jahrzehnte seine Henker immer wieder an der Wahlurne bestätigt, wer als Eltern seine Kinder ebenso beständig im falschen Geiste erzieht, wer nicht aufbegehrt gegen die schleichende Zerstörung seiner Sitten und Gebräuche, der trägt dafür Verantwortung.

Ein Grund dafür das wir uns in geistiger Hinsicht nicht befreien können, liegt aus meiner Sicht diesem, sagen wir volkstümelnden Duktus zu Grunde; weil wir von dem modernen Dogma, das Volk sei eigentlich gut, nur seine Eliten seien es nicht, nicht lassen können, verrennen wir uns. Wir fordern die "wahre Volksherrschaft", typischer Sprech der Revolution, dann würden sich die Verhältnisse zum besseren wenden, so als ob das Volk nicht schon von Anfang an die Weichen gestellt hätte. Es ist dies grundsätzlich die gleiche Unbelehrbarkeit, die gleiche Resistenz gegen Erfahrungswerte, wie es eigentlich typisch für die Linken ist.
Ich bin dem Volk gegenüber nicht hochnäsig eingestellt, aber ich meine das eben nicht alle gleichermaßen geeignet sind zur aktiven Kursbestimmung des Staates - viele stehen bereits in der Familie vor undurchschaubaren Aufgaben. Und auch insofern war mir beispielsweise das preussische Dreiklassenwahlrecht wesentlich sympathischer als das heutige egalitäre.
Ein Fremder aus Elea
09. Mai 2012 16:29
Es ist illusorisch zu glauben, daß man die Entwicklung so weiter laufen lassen könnte wie bisher, um dann später gründlich aufzuräumen.

Diese Betrachtung läßt die Langsamkeit dieses Prozesses und seine Natur, nämlich die gezielte Veränderung einer Generation nach der anderen hin zum gewünschten Ziel völlig außer Acht.

Die Rechte 1950 war etwas anderes als die Rechte 1970 und jene eine andere als die Rechte 1990 und jene eine andere als die Rechte heute.

Jeder Aufbau braucht einerseits jemanden, welcher aufbauen kann und will und andererseits Material dazu.

ProNRW hat sehr klug gehandelt. Maximalphantasien helfen nicht weiter. Man muß sich nach der Decke strecken.

Sozialismus ist ein großes Übel. Ein Vielvölkerstaat ist - jedenfalls für gewöhnlich - ein großes Übel. Den Preis für unsere vergangenen Verfehlungen bezahlen wir so oder so, wenig hilft es, weitere hinzuzufügen.
Martin
09. Mai 2012 16:54
@Fremder aus Elea:

Danke für Ihren Beitrag!

Der Intellektualitäts-Onanie kann man nur ein Handeln mit einem Schuss Pragmatismus entgegensetzen ...

Jeder nach seinen Möglichkeiten und in seinem Bereich sowie konsequentes Wahlverhalten und die Sache sähe bereits jetzt schon ganz anders aus.
bulko
09. Mai 2012 17:49
Zitat von Andreas Lehmann:"Glauben Sie das orientalische Christen in Punkto Sauberkeit besser einzuschätzen sind als orientalische Muslime? Ich kann dazu keine Erfahrungswerte schildern, aber ich bezweifle es."Wenn Sie Sauberkeit durch Benehmen ersetzen,scheint die Religion keinen Unterschied zu machen.

Bei einem Besuch in Pforzheim erfuhr ich,dass sich im dortigen Stadtbad folgender Zwischenfall ereignet hat:Eine Gruppe irakischer Jungs belästigte handgreiflich badende Mädchen,griffen unter die Badeteile.Der Bademeister verwies die Kerle aus dem Schwimmbad.Die Jungs beschwerten sich,woraufhin sich der OB(SPD), die Grünen und offizielle Stellen einmischten mit dem Ausgang: Der Bademeister wurde gerüffelt, die Jugendlichen Unholde erhielten Freikarten;beim nächsten Besuch machten sie wieder genau dasselbe.In der Pforzheimer Zeitung wurde daraufhin um Verständnis für die armen Jungen geworben,ein Kulturschock sei es , mit spärlich bekleideten Mädchen im Wasser, die schwere Kindheit,traumatische Kriegserlebnisse,usw.Hintergrund:Die Stadt Pforzheim hat Tausende irakischer Christen aufgenommen,um sie vor der Bedrohung durch Muslime im Irak zu retten.
Gottfried
09. Mai 2012 18:21
@ Andreas Lehmann

"Romantisch, im schlechtesten Sinne, sind doch gerade die Vertreter der Aufklärung, die beständig und durch Erfahrungen unbelehrbar, ein aufs andere Mal das Hohelied ihres eigenen Modells singen."

Ja. Nein ....

Wir leben in einem Zeitalter der finstersten Aufklärung. Ich nenne diese Erscheinung der (Nicht-)Aufklärung häufiger die "Totale Aufklärung". Sie sieht ihre eigene häßliche Fratze im Spiegel nicht, ist blind für sich selber.
Es handelt sich hier in Wirklichkeit wohl eher um einen sehr gefährlichen "zivilreligiösen" Fundamentalismus, der unter vielen Atheisten, Humanisten, auch und gerade unter den humanistischen Antichristen in den Kirchen, grassiert, der militanteste Flügel dieser Fundamentalisten tritt dabei immer zorniger auf, es gibt hier sehr deutliche Überschneidungen mit dem militanten Flügel der Spaßguerilla.

Das ist auch verständlich und konsequent, weil in der vollkommen durchlässigen ("entorteten") ModÄrne das Wegfallen aller Schranken und Tabus sonst den Einzelnen mit seinen ureigenen Unzulänglichkeiten konfrontierte, was dann aber nur sehr besondere und starke Charaktere aushielten. Also müssen noch bestehende Hindernisse konstruiert werden, wie gegen die täglich zu befürchtende Machtergreifung Schickelgrubers muß auch die unmittelbar drohende Inquisition ständig zivilcouragiert abgewehrt werden. Die Totalaufgeklärten wie auch die infantilsierte Spaßguerilla können nicht vaterlos ("grenzenlos") existieren. Wenn alles schiefläuft, dann werden sie erst vom Edlen Wilden, dem Mohammedaner, von ihrem Höllenspaß, ihren endlosen Qualen erlöst werden oder die Mutter Natur mit ihrem Mangel an unbegrenzter Ressource wird ein Erbarmen zeigen.

Nö, hat mit Aufklärung eigentlich überhaupt nichts zu tun.
Unser großer Königsberger fiele heute doch von einer Ohnmacht in die Nächste, müßte er diese geistige Not im BUNTEN Lande 2012 noch miterleben. Die Totale Aufklärung lehnt jede Auseinandersetzung mit der Erkenntnistheorie bzw. Wissenschaftstheorie oder auch der philosophischen Lehre des Konstruktivismus ab, wiewohl man bereits mit mittelprächtiger Intelligenz sich die Grenzen einer jeden rationalen Erkenntnis im Grunde bereits durch einen leidlichen Volkshochschulkurs in zwei Stunden erarbeiten könnte.
Der Totalaufgeklärte führt sich etwa so auf, als kämpfte ein Christ dagegen, in Hamburg Geld für Elbfähren beizusteuern und zu verschwenden, weil doch die Heilige Schrift lehrt, daß ein Gang über das Wasser auch anders und kostengünstiger vonstatten gehen kann.
Dummheit ist doch nie etwas anderes, als die Reichweite des eigenen weltanschaulichen Systemes noch nicht einmal ansatzweise überdenken zu können.

Damit Sie mich nicht falsch verstehen, 90 Prozent Ihrer sonstigen Aussagen kann ich nur unterschreiben, es geht wohl darum, der Aufklärung einen angemessenen Platz in der abendländischen Kultur zuzuweisen.
M.E. müssten wir dazu im ersten Schritt überhaupt erst einmal zum Boden der Aufklärung - also auf Zeiten vor der Großen Kulturrevolution zurückgreifend - zurückkehren.
Martin
09. Mai 2012 18:23
bulko,

in den Medien wurde der Pforzheimer Fall zumeist so dargestellt, dass es sich hier um Jesiden gehandelt haben soll, die in sehr starker Zahl nach Pforzheim eingewandert sind und von denen sich einige Jugendliche so daneben benommen haben - also keine Christen (aber auch keine Moslems. Jesiden eben - Die, die auch die Ehrenmorde recht häufig begehen).

Wenn Sie andere Informationen/Quellen haben, nennen Sie diese bitte.
Gottfried
09. Mai 2012 18:30
@ Martin

"Jeder nach seinen Möglichkeiten und in seinem Bereich sowie konsequentes Wahlverhalten und die Sache sähe bereits jetzt schon ganz anders aus."

Ihnen hier grundsätzlich zustimmend, gebe ich indes noch zu bedenken, sich einmal der Frage zu stellen, warum im Rahmen einer zutiefst kriminellen supranationalen Diktatur - das Stichwort des Aufbaus des ESM-Gebäudes
sollte zunächst schon reichen - eigentlich implizite und hoffnungsvolle Rückschlüsse auf das Verhalten bei der Abgabe der Stimmen auf eine Änderung der Politik in einer Provinz der EU schließen läßt.
Die Stimmabgabe endet spätestens um 18 Uhr. Dann müssen bekanntlich die Stimmen ja noch ausgezählt werden.
Vulture
09. Mai 2012 20:30
Herr Lehmann,

1. ja ja, sie haben in Vielem ja recht.

2. Was unsere Einschaetzung der Muslime angeht, da kommen wir nicht zusammen. Ich meinte Sie verstehen das von mir gegebene kurze Beispiel in dem von mir gedachten Sinne, als symbolisches Beispiel. Ein Kurzzeichen fuer die tiefe Unterschiedlichkeit in allem und jedem, vom jenem genannten einfachsten angefangen. Haben Sie aber nicht. Es ist auch nicht auf die Muslime begrenzt. Sei's drum.

3. Es gibt da draussen in der Welt einen grossen Antriebsmechanismus den Sie (Ihren Idealismus in Ehren) ausblenden: Haben wollen. Das Haben wollen geht leider bei 90% der Menschen auf diesem Globus weit ueber das Schaffen koennen hinaus. (In meiner Technokratensprache: Konsum-/Besitzwille>>Produktivitaet). Wird dem Haben wollen staendig noch das tatsaechliche Haben Anderer vorgezeigt, steigert es sich nicht nur, es sinken auch die Hemmschwellen was amoralische Beschaffungsmethoden angeht. Sie koennen sich die Dreistigkeit mit der man Einkommen schlicht erpresserisch einfordern kann, die Radikalitaet und Simplizitaet der Methoden nicht vorstellen. Sowas stand (bis jetzt) nicht in deutschen Zeitungen. Am meisten muss ich immer Lachen wenn ich die Forderungen der Libertaeren (EF und Co.) von wegen "man braeuchte keinen Staat, Sicherheit kann durch private Vertraege (z.Bsp. durch Sicherheitsdienstleister) hinreichend gewaehrleistet werden" lese. Raub und Klau ist auch ein moeglicher Buergerkriegsgrund. Oder auch nicht, wenn man einfach klein beigeben muss weil man nichts ausreichendes mehr entgegenzusetzen hat. Was denken Sie was ein muslimisches Gebiet auf deutschem Boden macht? Fleissig kreativ arbeiten, exportieren und sich schleunigst dem Bruttosozialprodukt Bayerns annaehern? Hallo, die wollen doch BMW fahren, was hat denn das bitte mit Arbeiten zu tun? Dass es da einen Zusammenhang zum eigenen Schaffen gibt ist den Meisten schlicht nicht vermittelbar. Da gibt es doch andere Moeglichkeiten. Nicht was Sie denken, nicht diese ganze verdeckt-heimliche Kleingaunerei von Einbruch bis Menschenhandel, was halt so geht jetzt in Deutschland. Nein, wenn man Viele und organisiert ist, hat man ganz andere, offene und einfachere Moeglichkeiten. Diese Occupy-Wallstreet-Trottel haben das exakt falsch gemacht. Statt vor Institutionen herum zu lungern wo Ihre physische Anwesenheit den elektronischen Fluss der materiellen Werte noch nicht einmal kratzt, haetten sie mal lieber ein paar industriell wichtige Autobahnen militant blockieren sollen. Ich weiss wohl dass in den USA der Staat stark genug waere sowas sofort zu beseitigen (nur um Belehrungen vorzubeugen). Stellen sie sich mal vor er ist es nicht. Ich kann mir das vorstellen weil ich es regelmaessig in anderen Zusammenhaengen erlebe.

Um auf ProNRW zurueck zu kommen: Lassen wir die Muslime einfach mal beiseite, dann bleibt zumindest, dass sie dem SPD-Innenminister mitten im Wahlkampf ordentlich ans Bein gepinkelt haben. Damit haben die Roten nicht gerechnet. Allein das ist doch geil. (...ja ich bin von einfachem Gemuet)
Ein Fremder aus Elea
09. Mai 2012 21:24
Gern geschehen, Martin.

Übrigens, bevor ich es vergesse, Jörg Uckermann ist der Richtige.

http://www.youtube.com/watch?v=gbRYKUGmeP8

Man braucht zwei Dinge in der politischen Diskussion:

1. Eine in sich stimmige Position (Manfred Kleine-Hartlage ist diesbezüglich meiner Ansicht nach die beste Quelle, aber es gibt schon auch noch andere, keineswegs zu verachtende damit Beschäftigte, ich denke da an kewil).

2. Jemanden, der in der Lage ist, diese Position auch angesichts der übelsten Anfeindungen überlegen zu vertreten. Und ich kenne niemanden, der es auch nur annähernd so gut könnte wie Jörg Uckermann.

Vielleicht verwundern all diese Äußerungen ein wenig aus meinem Munde, aus verschiedenen Gründen, aber ich bin durchaus konsequent, wenn vielleicht auch etwas kompliziert.
Asenkrieger
09. Mai 2012 22:20
Vorweg: Den Mut der PROler muß man anerkennen, ihre teilweise dubiosen, z.b. prozionistischen Ziele allerdings auch kritisch hinterfragen.

Was mich hier - wie immer - stört, ist das Zerreden eines jeden aktivistischen Ansatzes von Leuten, die auch noch darauf stolz sind - nichts (!) zu tun. Wenn das keine Dekadenz ist...

Wer daran zweifelt, daß wir mit der ganzen weißen westlichen Welt, einschließlich USA in einem Boot sitzen, sollte einmal die Internetseiten u.a. von Occidental Observer, Counter Currents Publishing oder der Alternative Right ansehen. Für Leser, die ausschließlich deutsche Texte mögen, sei "As der Schwerter" empfohlen. Da dürfte jedem deutlich werden, wo sich Freund und Feind befinden. Dort wird genauso um das Überleben gerungen, wie bei uns. Die sind aber in der Analyse und Theorie schon viel weiter und bieten zumindest erste konkrete Lösungen an: Von der Northwest Republic über die Bildung diverser ähnlicher ethnischer Widerstandszentren bis hin zu metapolitischen Projekten.

Bemerkenswert: Dort sprießen mittlerweile Bücher und Gedanken wie Pilze aus der Erde, sei es im Bereich der Evolutionsbiologie, der Rassenkunde oder der proweißen Literatur. Und das trotz immer noch ähnlicher Diskussionen wie bei uns, über Religion, Strategie, persönliche Animositäten, usw., die nebenher laufen.

Doch die TUN was. Wie die PROler und andere hier geschmähte Aktivisten. Wer nur schwätzen will, sollte sich aus der Politik zurückziehen. Unsere Zeit läuft ab. Was haben wir noch zu verlieren?
Früher haben wir vergeblich auf Barbarossa gewartet. Vielleicht kommt statt dessen ein neuer Karl Martell?
Azo
09. Mai 2012 22:49
@Andreas Lehmann

Wie gesagt, auch ich bin nicht zufrieden mit dem gegenwärtigen Zustand unserer Nation/ Zivilisation. Nur bin ich eben auch Realist und glaube, dass es einen Phoenix aus der Asche in der Weltgeschichte nicht gibt. Und der Islam wird keinen Beethoven oder Goethe zurückholen, er wird stattdessen eher den Kölner Dom abreißen.

Wir werden auch keinen Beethoven und Goethe mehr hervorbringen. Aber Rewe ist dennoch besser als der Basar in Kirkuk, Hamburg wird besser verwaltet als Rabat oder Rawalpindi und auch unsere pornographische Überladung hat weniger fatale Ursachen als die durch abnormale Geschlechtertrennung hervorgerufene Pornographisierung der islamischen Welt.

Und das Entscheidende, für mich, ist ohnehin schlicht und einfach, dass es UNSER dekadentes Volk ist und der Islam zum Orient und nicht zu uns gehört. Das reicht mir schon. Mit dem Islam im Orient können wir sogar wieder fast Freunde werden.
Gottfried
09. Mai 2012 23:18
@ Asenkrieger

"Den Mut der PROler muß man anerkennen, ihre teilweise dubiosen, z.b. prozionistischen Ziele allerdings auch kritisch hinterfragen."

Unbedingt! Habe eine sehr große Achtung vor dieser Initiative. Ziehe jeden Tag meinen Hut.

Allerdings schon grotesk, wie der größte Teil des Unmutes über den internationalistischen "diversity"-Terror zum Erliegen kommt auf halber Strecke.
Da haben dann bestimmte Seiten im weltweiten Netz - die populärste/"populistische" von ihnen hier einmal nicht nennend - einen ganz enormen Zulauf, und man merkt doch sehr schnell, daß dort BILD-mäßig der Unmut über den Straßenhändler ausgespuckt werden soll, während man sich dort doch sehr unbeliebt macht, wenn die wichtigere Frage nach dem Paten gestellt wird, der den ganzen Rauschgifthandel organisiert.

Gleiches gilt für Intelligente, die als wohldotierte und gerngesehene Clowns in unserer BUNTEN, von der OECD- bzw. BERTELSMANN-Bildung auf Seeräuberniveau heruntergewirtschafteten Spaßrepublik, sehr viel über die Mohammedaner sagen dürfen und auch können und als internationalistische Libertäre über die Große Kulturrevolution spotten dürfen - aufgrund einer bestimmten Sonderrolle, die sie aufgrund der deutschen Geschichte spielen - um an dieser Stelle dann zu verharren und somit die Matrix des aggressiven Internationalismus nur noch weiter zu stabilisieren.
Martin
10. Mai 2012 10:08
Azo,

UNSER dekadentes Volk ist


ist ein schöner Begriff. Man muss manche Gegebenheiten auch einmal annehmen, wie sie sind, um so von einem positiven Standpunkt aus die notwendige Abgrenzung bzw. Grenzziehung überhaupt vermitteln zu können.

Ich verabschiede mich aus dieser Diskussion mit einem Satz aus Ernst Jüngers abenteuerlichem Herzen (erste Fassung), der mir auch für diese Debatte als Nachdenkenswert in Erinnerung kommt:

"Es gibt keine Gemeinschaft der Unzufriedenen, und jede Unzufriedenheit ist genau so viel wert, wie das, worauf sie sich bezieht."

Gruß,
Martin
Gottfried
10. Mai 2012 12:18
@ Martin

Sie appelieren hier zurecht an ein frisches, frommes und fröhliches Voranschreiten in die Zukunft, denn unter Griesegrämigkeit läßt sich nun einmal nichts Neues anpacken. Eine grundsätzliche Haltung, die in Kreisen der ewigheutigen Internationalisten auch "The power of positive thinking" genannt wird.

Kann Ihnen als Anhänger der Aufklärung dahingehend zustimmen, daß es eine sinnvolle Politik ohne die ungetrübte Wahrnehmung der Gegebenheiten nicht geben kann. Wer den Freund nicht von dem Feind, die Tatsachen nicht von den frei erfundenen Geschichten diskriminieren kann, die durch die Medien geistern, der wird strategischen Schiffbruch erleiden müssen.

An dieser Stelle möchte ich noch an Papst Benedikt erinnern, der erst kürzlich vor dem Positivismus - ein ganz anderes, nämlich in diesem Beitrag bereits drittes Thema! - wieder einmal gewarnt hat, vor der "normativen Kraft des Faktischen". Das, was ist, ist niemals Kultur oder Zivilisation, denn erträgliche Gemeinschaften bilden, erhalten, reformieren und tradieren sich nur über die Zukunft des Werdens. (auch:"Sollens").

Möchte mich bei Ihnen für diese anregende Diskussion mit einem Lied eines nicht ganz unbedeutenden Schreibers aus den Vereinigten Staaten von Amerika bedanken:

http://www.youtube.com/watch?v=oTsYPbev3nM&feature=player_detailpage

Gruß!
Gottfried
Agricola
10. Mai 2012 12:19
Nur so viel: Der Islam ist ein vorgeschobener Feind. Der Feind hinter dem Feind - dieser ist modern im Denken und auserwählt in Glauben - ist der wahre Feind!!
Ein Fremder aus Elea
10. Mai 2012 16:52
"Es gibt keine Gemeinschaft der Unzufriedenen"

Nun, es gab durchaus schon Sklavenaufstände.
Andreas Lehmann
10. Mai 2012 19:04
Sehr geehrter Vulture,

vom "haben wollen" als Antrieb sprach ich ja im Grunde auch - ich sehe diesen Antrieb allerdings ebenso als Ventil für rechtmäßiges, also auf freiem Tausch basierendem Handeln. Und zwar insofern, als das der Anreiz sich produktiv (Sparverhalten > Konsum) zu verhalten in kleinen, und sich möglichst selbst verwaltenden Einheiten, wesentlich höher ist, als in großen, von außen verwalteteten Einheiten. Das ist eine wie ich finde simple ökonomische Weisheit, die generell alle Völker, unabhängig von deren religiöser Überzeugung, betrifft (ich bin mir bei weiteren Überlegungen natürlich darüber bewusst das die dann wichtigen Fähigkeiten bei den Völkern verschieden verteilt sind). Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich Sie hier richtig verstehe, aber ich sehe keinen Grund warum islamische Kalifate oder Sultanate (um direkt über die krassest vorstellbare Option eines muslimischen Landes in Deutschland zu sprechen) bei eigener Verwaltung und Gerichtsbarkeit (von einem gewissen, für alle Bürger Deutschlands geltenden Rechtsüberbau sprach ich ja bereits) einen kriminelleren Weg einschlagen sollten, als ihn die derzeit dort lebende Bevölkerung unter dem jetzigen System bereits vollführt. Im Gegenteil, vertrauend auf meine Einschätzung der menschlichen Natur, kombiniert mit meinen "Studien" nationalökonomischer bzw. "rechter" Literatur, ginge ich davon aus, das diese Leute sich in einem "eigenen" Staat, der größtenteils auf ihren Überzeugungen basiert, sich a) rechtschaffener, b) gesetzestreuer, und c) fleissiger verhalten würden. Aus persönlich Anschauung kenne ich die Türkei sehr gut (abseits von Club Robinson Urlauben), und ich sehe da meine Einschätzung eigentlich bestätigt. Ein Orientale hat natürlich eine andere Mentalität als ein Germane (nicht zuletzt wird ersterer staatlicherseits angebotene Wohltaten viel schneller und "skruepelloser" nutzen), aber ihm Anstand, Gesetzestreue oder Friedfertigkeit in einem solchen Maße abzusprechen, als das er zur gelungenen Staatlichkeit nicht fähig wäre, das würde ich gewiß nicht tun.

Was nun die Kontrolle solcher Einheiten (z.B. hinsichtlich übergreifender Kriminalität oder Separatismus) durch die zentrale,
letztinstanzliche Staatsmacht angeht: ich sehe hier keine unüberwindbaren Schwierigkeiten, sowohl was den rechtlichen Aspekt, noch was den eventuell darauf folgenden Aspekt der staatlichen Gewaltausübung angeht. Russland, nach dem Zerfall der SU am Ende seiner Kräfte, hat im schlimmsten Moment, die im Sinne des Separatismus gefährlichste Einheit Tschetschenien "befriedet", und damit ein solch riesiges und dünn bevölkertes Vielvölker-Reich gerettet, das wir das in unserem Mini-Land im Ernstfall ebenfalls geschaukelt bekommen sollten.

Zu Ihrem Punkt 2.
Unterschiede sind generell selbstverständlich da. Ich sehe aber vielleicht auch mehr Gemeinsamkeiten als Sie. Ich jedenfalls habe mich in Gesellschaft von Orientalen (ob völkisch gesehen Slawen, Araber oder Türken, oder religiös Orthodoxe oder Muslime) immer sehr heimisch gefühlt, und ich kann sagen das ich da glaube ich nicht der Einzige bin (ich könnte aus allen Zeiten und Etappen meines bisherigen Lebens sicherlich einige Deutsche nennen). Oftmals bekommt man dann zu hören man sei ja im Grunde wie diese selbst, also gar nicht "deutsch". Und da ich mich selbst natürlich sehr gut kenne, weil ich andererseits von gewissen anderen Deutschen nicht allzuselten schon mit dem üblichen anti-rechten, anti-religiösen Vokabular belegt wurde, weil ich sehr wohl sehr "deutsch" sein kann, wissen Sie was ich da denke? Das die eigentliche Trennscheide sehr, sehr oft nicht zwischen Deutschen und Orientalen liegt, sondern zwischen dem, für mich äußerst abstossenden BRD-Gartenzwerg (für den der typische Orientale natürlich keinen Respekt empfinden kann), und anderen Deutschen mit einem Restgefühl von Stolz, Ehre, Gottesfürchtigkeit, und all den anderen bösen Eigenschaften die man jetzt noch nennen könnte. Man könnte über diese Thematik noch viel mehr schreiben, aber ich glaube Sie verstehen was ich meine.

@ Azo

Nun gut, auch von mir noch abschliessende Worte.

- Phoenix aus der Asche nicht, aber ein lebenswerteres, würdevolleres Leben als jetzt in diesem Schweinestall-Staat ist sicherlich möglich. Davon abgesehen ist der Deutsche einfach zu allem fähig, auch zu den sehr guten und in der Welt überragenden Dingen.

- Das islamische Verständnis von Mann und Frau, von dem man selbstverständlich immer nur die Schlechte Dinge vorgesetzt bekommt, ist mir weniger unsympathisch als das westliche gender mainstreaming und der Feminismus. Gerade hier zeigt sich der Todestrieb des Westens.

- Die Kirchtürme zu schleifen weil sie nicht dem egalitären Weltbild entsprachen war übrigens eine der famosen Ideen der französischen Jakobiner - und ich würde in vollem Ernst fragen ob nicht die verrückten Aufklärer nicht ein ebenso großes Interesse daran haben solche Bauwerke verschwinden zu lassen, wie ein fanatisierter Muslim (mit dem Unterschied allerdings das erstere an den Schaltstellen der Macht sitzen, und letztere dazu in weit, weit absehbarer Zeit niemals sein würden). Mag sein das sehr gläubige Muslime solche christlichen Bauten ebenfalls als störend empfinden, aber wer sagt denn das wir das zulassen müssen? Bedeutet die freie Religionsausübung der Muslime das wir unsererseits wie wehrlose Schafe in der Landschaft umherirren? Ich glaube das nicht, und ich denke das im Gegenteil die Existenz dieser Leute für uns eher ein Ansporn und ein Beispiel wäre, anstatt einem Grund zur Furcht. Es leben derzeit 5-7 Mio. Muslime in Deutschland (dürfte so ungefähr stimmen), und etwa 75-80 Mio. Deutsche. In Russland sind von 140 Mio. Einwohnern gerade mal 100 Mio. ethnische Slawen. Ist deswegen derzeit das Russentum oder die Orthodoxie bedroht? Nein, der Patriotismus ist gross, und die Religion gewinnt (wieder) immer mehr an Einfluß. Gleichzeitig aber haben auch die Muslime jegliches Recht ihre Religion zu leben, und ihre entsprechenden Bauten zu bauen. Natürlich, das Land ist ungleich grösser, aber das Prinzip ist das gleiche. Es geht darum das wir uns an der eigenen Nase fassen.

- Für mich steht nicht unser dekadentes Volk gegen den Islam, also als ob man sich für eines von beidem entscheiden müsste, sondern die (hausgemachte) Dekadenz gegen die Religion und das Volkstum an sich. Und von einer anderen Seite betrachtet ist mir der dekadente Deutsche nicht zwangsläufiger näher als der "glaubensfeste" Orientale. Das Volk, das Deutschtum ist auch für mich ein Wert an sich, aber eine völkische fokussierte Weltanschuung ist nicht meine. Ich kann in einem anderen Bereich auch niemals verstehen wie in Deutschland eine national-katholische Bewegung entstehen konnte (wieder so eine modernistische, sicherlich vom Nationalismus gespeiste Irrlehre; von den deutschen Christen im anderen Lager einmal ganz zu schweigen). Die Kirche ist eben in Rom, und ihr hat man als Katholik die Treue zu halten.
Ein Fremder aus Elea
10. Mai 2012 21:10
Andreas Lehmann,

Fragt sich nur, wo Sie in Deutschland dann Ihr Dagestan, ihr Ufa usw. einrichten werden.

Es geht nicht in erster Linie um die Größe des Landes, sondern darum, daß ein Dagestaner schon weiß, wo seine Heimat ist und wo nicht.

Was sollte Rußland auch sonst tun? Nach dem Ende der Sowjetunion plötzlich fanatisch missionieren?

Ich meine, das ist natürlich Quatsch. Und da denken Sie jetzt, daß man deswegen in Deutschland... mit wurzellosen... sich im Fluß befindlichen Menschen... also, daß man denen jetzt sozusagen Stadtteile abtritt und dann ein Minirußland nachbauen könnte?

Ne, ne, das ist Käse.

Auch Rußland leidet unter diesen Gegensätzen und zahlt ihnen Tribut, die ganze politische Steuerungsfähigkeit leidet darunter. Aber bei uns käme halt noch hinzu, daß sie, um den Neuen irgendwas einzuräumen, es den Alten erst einmal wegnehmen müßten. Und das wird den Alten vielleicht irgendwann einmal zu bunt.
Vulture
10. Mai 2012 23:28
Herr Lehmann,
auch ich liebe meine zweite Heimat Transylvanien mit all ihren Verrueckten darinnen. Das ist aber kein politischer Masstab.
Sie sagen es doch selber: die Russen haben Tschetschenien befriedet. Mit T80 Panzern und Mig27 Erdkampflugzeugen.

Wir haben heute Mittag wieder mal unseren Arbeitspunkt befrieden lassen muessen. Mit ueber einem Dutzend schwarz uniformierten Traegern von (ich glaube) Steyr Sturmgewehren.

Soviel zu Theorie und Praxis.

Das o.g. will ich einfach nicht zu Hause in Deutschland. Punkt.
Azo
10. Mai 2012 23:31
@Andreas Lehmann,
Le Roi revenant au château, après sa visite à l'assemblée, est acclamé par la foule - le 15 juillet 1789 - Aquatinte de Janinet
Martino Taverniere
19. Mai 2012 02:32
Eine ganz hervorragende Lagebeschreibung, vielen Dank!

Besonders diese Punkte können gar nicht deutlich genug immer wieder unterstrichen werden:

"Mit ihnen ist nicht zu diskutieren.
Aber genau dies versucht die postmoderne, nicht mehr gläubige, nicht mehr geistig visionäre deutsche Gesellschaft,
+ die nicht begreift, welche Kraft und welche kompromislose Einsatzbereitschaft von Gläubigkeit und Vision herrühren können,
+ die aus sich heraus keine Widerstandskraft mehr zu formulieren in der Lage ist gegen eine Kraft, die vor-aufklärerisch, das heißt: ungebrochen, simpel, barbarisch, voller rücksichtloser Beseelung ist und
+ die nur noch eine Mauer innerhalb der Mauern hat: eine Polizeimacht, die auch am Samstag in Bonn wieder in der Lage war, die Ordnung zu erzwingen."

Besser kann man es nicht sagen, herzlichsten Dank. Erlauben Sie mir außerdem, auf eine Parallele hinzuweisen, weil man aus den Erfahrungen anderer lernen sollte:

"Was ist von der Darstellung zu halten, ProNRW habe diese Ausschreitungen provoziert und damit das Leben und die Gesundheit der Polizisten gefährdet? Ist nicht vielmehr die Provokation ein zulässiges Mittel politischer Meinungsbekundung, Gewalt indes nie?"

Sehr richtig. Es ist dieselbe Logik, die auch Ariel Scharons Spaziergang auf den Tempelberg für die Gewalttätigkeiten verantwortlich macht, die dadurch ausgelöst wurden.

Aus Wikipedia: " Am 28. September 2000 besuchte Scharon in Begleitung von rund 1000 Journalisten, Polizisten, Militärs und Politikern, den sowohl von Muslimen als auch von Juden und Christen als heilig deklarierten Tempelberg in Jerusalem, um zu verdeutlichen, dass der Tempelberg auch den Juden gehört. Er wollte damit auch deutlich machen, dass Israel die Kontrolle über ein vereinigtes Jerusalem an jedem Ort behalten müsse. Dieser Auftritt stand im Gegensatz zu Dayans Entscheidung bei der Eroberung Ostjerusalems 1967, keine israelischen Flaggen auf dem Tempelberg zu hissen, der darin eine überflüssige Provokation der Palästinenser gesehen hatte. Bei seinem Besuch, begleitet von zahlreichen bewaffneten Sicherheitskräften, sagte Scharon, er sei mit einer Friedensbotschaft gekommen: „Ich bin überzeugt, dass wir mit den Palästinensern zusammenleben können.“
Obwohl der Besuch mit der moslemischen Verwaltung des Tempelbergs abgestimmt war, kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen; bei Demonstrationen im Anschluss wurde auch mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen und etliche verletzt und getötet. Der Tempelbergbesuch Scharons fällt zeitlich mit dem Beginn der Zweiten Intifada zusammen, welche nach arabischer Lesart durch diesen ausgelöst wurde. Die Palästinenser bezeichnen die zweite Intifada auch als „Al-Aqsa“-Intifada, benannt nach der gleichnamigen Moschee auf dem Tempelberg."
Martino Taverniere
19. Mai 2012 16:33
Noch eine Bemerkung zum Thema Ethnische Bruchlinien in den Worten eines Mannes, der damit - wie Mendelssohn - seine Erfahrungen in nach-aufklärerischer Zeit machte:

"Nur der verwandte Schmerz entlockt die Träne." Heinrich Heine
Martino Taverniere
20. Mai 2012 01:30
Dubceks "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" traf auf Sympathie. Berlinguers "Kommunismus mit menschlichem Antlitz" traf auf Sympathie. Warum sollte "Nationalsozialismus mit menschlichem Antlitz" nicht auf Sympathie stoßen?
Martino Taverniere
28. Mai 2012 21:10
1970 schrieb der sizilianische Schriftsteller Leonardo Sciascia dieses Gedicht.


Der Dichter Abu-Hatem es Segestani
- aus Persien, oder Sizilien (darüber
konnte man sich bisher nicht einigen) -
schrieb ein langes Loblied auf die Palme:
Baum,
von Gottes Hand geformt,
Abbild des Menschen,
so wie der Mensch Abbild Gottes ist.
Vortrefflicher Baum,
der dem Schritt des Islam folgt,
denn er ist dem Gläubigen eine Gabe,
und im Paradies wird er milden Schatten
spenden den Jungfrauen mit schwarzen, keuschen Augen,
deren Nacktheit in den Händen des wahren Gläubigen
fließen wird.

Die Wissenschaftler
sagen, dass die Palmenlinie
nichts mit dem Vormarsch des Islam zu tun hat,
aber sie verschiebt sich jedes Jahr 500 Meter
nach Norden.
Ich persönlich
würde nicht darauf schwören,
dass diese Verschiebung nichts mit dem Islam
zu tun hat, und dass die Palmenlinie jedes Jahr
nur 500 Meter nach Norden rückt.
Wahrscheinlich sind es mehr.
Mal bleibt sie eine Zeit lang stehen...
mal kommt wieder ein Schub...

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