deutscheopfer.de: Die Bewußtlosen

Wir wissen nur zu einem Bruchteil, was in Deutschland Tag für Tag geschieht. Wir sind bestens geübt im Wegschauen, Verharmlosen und Verschleiern. Solange es uns persönlich nicht trifft, ist jedes Problem weit weg. Und sobald es uns betrifft, sind wir damit beschäftigt, Schleichwege zu erkunden, um uns nicht wehren zu müssen.

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Das Schlimms­te ist, daß unser Staat von die­ser Krank­heit auch befal­len ist. Die Poli­zei Dort­mund hat bei­spiels­wei­se ges­tern eine Pres­se­mit­tei­lung kom­plett auf Tür­kisch ver­öf­fent­licht. In BILD erfah­ren wir, wel­chen Grund das hat: Die Poli­zei will ver­mehrt tür­kisch­stäm­mi­ge Ein­wan­de­rer auf Strei­fe schi­cken. Ein Kom­mis­sar betont:

Wir haben in Dort­mund eine hohe Zahl an tür­ki­schen Mit­be­woh­nern; hier erschei­nen tür­ki­sche Zei­tun­gen. Wir ver­ste­hen das als eine Art Service.

Bemer­kens­wert an die­ser Äuße­rung ist ins­be­son­de­re der Zusam­men­hang zwi­schen tür­ki­schen Zei­tun­gen, tür­ki­schen Poli­zis­ten und dem angeb­li­chen „Service“-Auftrag. Die Poli­zei Dort­mund erweckt hier den Ein­druck, es gin­ge dar­um, daß die neu ange­wor­be­nen Strei­fen­po­li­zis­ten den Ein­kaufs­korb alter Frau­en nach Hau­se tra­gen und mit ihnen dabei einen net­ten Plausch auf Tür­kisch hal­ten soll­ten. Sozu­sa­gen als Erwei­te­rung des Dienst­leis­tungs­an­ge­bots der Polizei.

Ein Blick nach Essen belehrt uns aber viel­leicht über die wah­re Motiv­la­ge der Ord­nungs­hü­ter. Wie­der­um BILD berich­te­te ges­tern über die 14-jäh­ri­ge Nadia. Das liba­ne­sisch-stäm­mi­ge Mäd­chen wur­de in Essen gebo­ren und wuchs in einem Pro­blem­vier­tel auf. Mit 11 Jah­ren fand sie nach dem Tod ihres Vaters in einer Ban­de neu­en Halt, die sich auf den Dieb­stahl von Han­dys spe­zia­li­siert hatte.

Ich bin mor­gens früh weg, als wür­de ich zur Schu­le gehen. In der ers­ten Stra­ßen­bahn such­ten wir uns Opfer. Wer falsch guck­te, war dran.

In zwei Jah­ren über­fiel Nadia zir­ka 1000 „Opfer“. Die meis­ten haben sich nicht gewehrt und auch kei­ne Anzei­ge erstat­tet. Doch so ein Fall wür­de nicht in der Pres­se lan­den, gäbe es kein gutes Ende. Nach einem Anti-Aggres­si­ons-Trai­ning und der Für­sor­ge einer Sozi­al­ar­bei­te­rin namens Bahia Led­hem (31) ist Nadia auf dem Weg der Besserung.

Als Rand­no­tiz lese ich der­weil, daß Murat K. (25), der Mes­ser­ste­cher und Geg­ner der Pro NRW-Demo von letz­ter Woche, Hart­zIV bezog. Jetzt sitzt er im Gefäng­nis. Schon mor­gen ist der Fall für die meis­ten ver­ges­sen. Der Mann stellt ja kei­ne Gefahr mehr dar.

Das gilt auch für Selam A. (34) aus Sieg­burg. Er steht der­zeit wegen ver­such­ten Tot­schlags sowie meh­re­ren gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zun­gen vor Gericht. Am 6. Febru­ar 2011 soll er den damals 17-jäh­ri­gen Azu­bi Lukas bewußt­los geschla­gen haben. Der Jugend­li­che hat­te zunächst in einer Dis­ko­thek einen Streit geschlich­tet. Danach ging Selam A. auf ihn los und schlug ihm mehr­mals auf sein Ohr, so daß sein Trom­mel­fell platz­te und er bewußt­los lie­gen­blieb. Die Mut­ter von Lukas erstat­te­te danach Anzei­ge. Er selbst äußert sich vor Gericht nur zag­haft zu dem Angriff, weil er Angst habe.

Die meis­ten Opfer ver­hal­ten sich so wie Lukas. Sie wis­sen, daß sie in die­ser Gesell­schaft kei­ne Hil­fe von irgend­wem erwar­ten kön­nen: nicht vom Staat, nicht von den Medi­en, nicht von ihren Lands­leu­ten und nicht von irgend­ei­ner Stif­tung, die sich um die Opfer küm­mern und über Aus­län­der­ge­walt auf­klä­ren müßte.

In Ber­lin liegt der­zeit ein 53-jäh­ri­ger Mann mit schwe­ren Kopf­ver­let­zun­gen auf der Inten­siv­sta­ti­on im Kran­ken­haus. Er ist noch immer nicht ansprech­bar. Vor zwei Tagen misch­te er sich mutig ein, als zwei Süd­län­der (25) zwei jun­ge Frau­en beläs­tig­ten. Die Täter schlu­gen den cou­ra­gier­ten Mann zusam­men, nach­dem zwei wei­te­re Zeu­gen die Flucht ergrif­fen hat­ten, weil sie von den Süd­län­dern ange­spuckt wor­den sind.

Wei­te­re Fäl­le von Aus­län­der­ge­walt und Deut­schen­feind­lich­keit gibt es auf www.deutscheopfer.de!

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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