Sezession
11. Juli 2012

Nachtrag am Ende des heutigen Tages – Marie Ketteler, Gretel Bergmann, Berlin 1936

Götz Kubitschek / 26 Kommentare

Ab 20.15 Uhr Versuch, den Spielfilm "Berlin 1936" in voller Länge erst zu sehen, dann zu ertragen, dann durchzuhalten. Um 21.00 Uhr war das Maß voll: Was für ein eindimensionaler Scheißdreck, den sich laut Erhebung mindestens 4,4 Millionen Deutsche bis zum Boden des Tellers in den Hals schaufelten. In den Hauptrollen: eine tolle Jüdin, ein gutherziger Intersexueller und drei dutzend deutsche Arschlöcher.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Der Inhalt: Die Amerikaner drohen mit Boykott der Berliner Spiele von 1936, wenn die deutsche Olympiamannschaft nicht auch für Juden offen sein sollte. Die Hochspringerin Gretel Bergmann, mosaischen Glaubens, wird zum Politikum. Sie trainiert mit den anderen deutschen Athleten, springt den Wettkampf letztlich aber nicht mit. Den arischen Gegenpart spielte eine Mannfrau, im Film Marie Ketteler, in Wirklichkeit Dora Ratjen, die 2008 als Mann verstarb. Ein Täuschungsversuch lag damals, 1936, nicht vor: Dora war noch Dora. Im Film wird daraus der groß angelegte Versuch der Nazis, die Jüdin mit einem Halbmann aus dem Feld zu schlagen.

Im Spielfilm, der "auf einer wahren Geschichte beruht" zeigt
+ weltoffene, schicke, moderne, schlanke Engländer in Superstimmung an Pub-Abenden;
+ fette, deutsche Fressen, die vom Stammtisch direkt in Funktionärsposten gespült wurden;
+ die nette, gebildete, hübsche Jüdin, die allen mit Sporttips und Techniknachhilfe über die Latte helfen will, Tagebuch schreibt und feinere Seife benutzt als die
+ deutschen Ilse-Koch-Weiber, die hämisch, böse, hinterfotzig und mit Kernseife ausgerüstet KZ-Stimmung verbreiten.
+ Die Deutschen machen kadavergehorsam alles, was der Kasernenhofton-Trainer sagt;
+ Die Jüdin regt zum Nachdenken, Selbstdenken, Mitdenken, Weiterdenken, Vorahnen, Widerstehen an und verkörpert alles Gute, während
+ die Deutschen willige Vollstrecker sind - bis auf die kleine intersexuelle Randgruppe, die am Ende sozusagen Hand in Hand mit der großen jüdischen Randgruppe springen wird.

Hier und hier kann man nachlesen, daß das alles ganz anders war. Man kann das nachlesen, aber Gegenbilder zur besten Sendezeit wirds nicht geben. Was sackt tiefer ein in die Seele unserer in ihrem Selbstwertgefühl schon mehr als unsicheren Landsleute - Argument oder Bild? Blöde Frage: Tritt mal mit einem Flugblatt gegen einen Film an, bau mal aus Papier eine Brücke über den Graben, der die dreißigjährigen Widerstandsgemüter von heute von den dreißigjährigen Alltagstätern von damals trennt. "Bild" titelt: "Zeitsprung in die Finsternis".

Der deutsche Film nach 1945: besetztes Gelände.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (26)

Otto
11. Juli 2012 21:58

Herr Kubitschek, Sie sind nicht allein in Ihrem Leiden. Ich fühle auch diese ohnmächtige Wut.
Ich danke Ihnen für Ihr Schreiben und Ihre sonstige Tätigkeit. Kampf gegen Windmühlen. Aber wer weiß, ob er nicht doch, hier und da, etwas bewirkt.

Alex
11. Juli 2012 22:13

Ein grossartiger Tag mal wieder, Herr Kubitschek.
Kenn ich bestens, dieser Alltagshorror kumuliert sich aergerlicherweise immer an bestimmten Tagen. Dabei ist noch nicht einmal Freitag der 13. dieses Monats erreicht...
Deswegen habe ich a) die FAZ bereits vor 3 Jahren gekuendigt, b) den Fernseher schon lange vorher verschenkt und c) auf meinem Schreibtisch neben dem Rechner eine Flasche harten Schnaps stehen. Ausser dem "Waldgang" faellt mir auch nichts mehr ein, um mal kurzfristig zu entkommen.
Gruss

Oliver
11. Juli 2012 22:24

Ich bin des Fernsehens auch schon lange überdrüssig. Mir reichen die Bibel, dann lange nichts und gute Bücher aus dem frühen 20. Jahrhundert und davor.
P.S.: Ich dachte, daß es im Hause Kubitschek gar keinen Fernseher gäbe ... Aber manchmal muß man am eigenen Leibe erfahren, was man nicht vermißt.
kubitschek:
waren für eine halbe stunde bei der mieterin.

Martin
11. Juli 2012 22:40

Der Film wurde ja sogar vom Spiegel kritisch hinterfragt ....

https://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4960/skandal_um_dora.html

Es ist diese ewige schwarz-weiß Malerei, die immer wieder so "ergreifend" dargestellt wird, dass das öffentliche rechtliche Fernsehen mit "Bildungsauftrag" natürlich nicht darum kommen kann, es zur prime time zu senden - für den "Filmschaffenden" wars sicher kein Karrierehindernis.

Biobrother
11. Juli 2012 23:29

Ruhmreich war das Verhalten des NS-Sportgrößen (zumindest der politisch-behördlichen) ja wohl auch in Wirklichkeit nicht, wenngleich es auch offenbar kein Versuch war, die Jüdin mittels getarntem Mannweib auszubooten und die deutschen Sportkameradinnen Frau Bergmanns eigenem Bericht zufolge nett waren (siehe zweiter Link: "Wir waren Freundinnen, die an jedem Samstag in eine andere Stadt zu den Sportfesten fuhren. Wir hatten die beste Zeit unseres Lebens.") Und dass Deutsche in solchen Filmen als quasi ausnahmslos tumb-braune Arschlöcher erster Güte dargestellt werden, ist ja auch nichts wirklich Neues (Na gut, dass ein deutscher Regisseur Ami-Regisseuren diesbezüglich jetzt bereits die Arbeit abnimmt, ist natürlich schon eine andere Qualität).

Ansonsten gab es wohl diverse Dramen rund um die berühmt-berüchtigten olympischen Spiele 1936. Ich war vor wenigen Tagen für eine Woche in Berlin und hab mir auch das Olympiastadion abgesehen, wobei wir auf eine Steinplatte hingewiesen wurden, in die die Namen der damaligen Sieger eingraviert waren, von Jesse Owens, dem Hitler angeblich den Handschlag verweigert haben soll (wohl auch eine recht umstrittene Geschichte) bis hin zu Kitei Son, der als gebürtiger Koreaner für die damalige Besatzungsmacht Japan antreten musste und zum wohl traurigsten Sieger der Spiele wurde. Später hatte ein begeisterter Koreaner sich sogar aufs Gelände geschmuggelt und die Nationalität Japan durch Korea ersetzt, was später dann aber wieder rückgängig gemacht wurde.

siehe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Son_Kitei
https://de.wikipedia.org/wiki/Korea_unter_japanischer_Herrschaft

Martin Höfer
11. Juli 2012 23:52

Heute mal positiv: Ist doch gut! Die Propaganda wird immer platter, folglich wird sie auch immer weniger überzeugend. Diejenigen, die sich das wirklich noch gläubig anschauen, gucken auch "Wanderhure" und "Päpstin" mit glasig-leerem Blick und offenem Mund. Sie haben Recht, gegen bewegte Bilder kommt man mit Handzetteln nicht an. Aber bei solchen Meldungen kommt mir manchmal der Gedanke, daß gerade ob der unaufhörlichen Tiefschlagserien gegen die Kollektivseele die Zahl derer steigt, die für Lob, Mutmachen und Stolz auf das Eigene empfänglich werden. Jenen ein "Du bist deutsch, und Du hast allen Grund, stolz darauf zu sein" entgegenzubringen, fiele vielleicht gerade wegen der andauernden Erniedrigung endlich auf fruchtbaren Boden.

T-Bone
12. Juli 2012 00:02

Das Fernsehen in Deutschland ist schon seit Ewigkeiten zum pädagogischen Volkserziehungsinstrument verkommen. Das wird natürlich insbesondere dann deutlich, wenn es sich um Spielfilme handelt, die von Ereignissen während des Dritten Reiches erzählen. Fernsehen in Deutschland ist nur noch Unterschichtenfernsehen bzw. Tittytainment oder eben Volkspädagogik. Sogar in eigentlich unverdächtigen Naturdokumentationen finden sich mittlerweile regelmäßig Winke mit dem Zaunpfahl, hinsichtlich einer als wünschenswert dargestellt politisch-gesellschaftlichen Agenda.

Einfach zum Abschalten.

Toni Roidl
12. Juli 2012 09:38

Warum tun Sie sich das an? Da weiß man doch vorher, was kommt.
Das Gute: Das Fernsehen in seiner jetzigen Form ist als Massenmedium fertig. Die Breitenwirkung solcher Beiträge versendet sich. Wer sowas glotzt und glaubt, denkt eh schon so. Die anderen gucken lieber Dschungelcamp. Dasselbe gilt auch für Radio (DLF unerträglich!) und Zeitungen.
Also nicht ärgern und die Schlagzahl der Sezession erhöhen.
Na gut, jetzt haben Sie mich: Ich hab' noch nicht abonniert.
Ich gehe nochmal in mich...

drauf und drann
12. Juli 2012 09:59

Kein Tag ohne Addi,
ich selbst schau mir so was nur noch ab und zu an, aber dann auch nur noch um zu sehen in wieweit die Propaganda schon fortgeschritten ist.
Habe auch den Eindruck das mit zunehmender Eurokrise der Addi immer öfter aus der Mottenkiste geholt wird,
in punkto Sendezeit stellt er alle in den Schatten, selbst den wahrhaftigen Teufel, dessen Platz er ja offensichtlich einnehmen soll.

Gäbs den Addi nicht, man müsste ihn glatt erfinden. ;-)

Petra
12. Juli 2012 10:39

Man kann nur hoffen, daß die Einschaltquote niedrig war.

Lucki
12. Juli 2012 10:56

Also ich verdamme das Fernsehen keineswegs, obwohl ich mich über deutschfeindlich eingestellte Filme ärgere, nicht weil ich sie sehe, sondern weil sie unnötig Sendeplatz blockieren und die Auswahl an Sendern dadurch geringer wird. Es gibt ja noch Ratgeber-, Natur- und andere unpolitische Sendungen die man durchaus sehen kann. Es kommt auf das Thema an. Beim erwähnten Film sah ich innerhalb von Sekunden, dass er mich aufregen würde und er deshalb übergangen wurde. Und hier im Artikel gab es ja die Bestätigung, dass ich richtig lag.

Marcus Junge
12. Juli 2012 11:28

"Ab 20.15 Uhr Versuch, den Spielfilm „Berlin 1936″ in voller Länge erst zu sehen, dann zu ertragen, dann durchzuhalten. Um 21.00 Uhr war das Maß voll"

Gratulation, bei mir war das Maß voll, als der Vorspann mit der einleitenden Historie vorbei war. Ich hatte allerdings noch Guido Knopp erwartet, der jenen dann mit treuherzigem Dackelblick erzählt, aber zumindest dies blieb uns ja erspart.
Unendlich viel besser als jedes "Bewältigungsmachwerk" der BRD, ist der Olympia-Film von der Leni. Da ist die Propaganda wenigstens "subtil".

Unke
12. Juli 2012 11:43

Das fällt unter die Rubrik "Zersetzung" und kann tagtäglich in unterschiedlichsten Variationen erlebt werden.
Wenn ich mich allerdings über jede Propagandasendung des Reichsrundfunks aufregen oder kulturpolitische Betrachtungen anstellen würde wäre ich längst gemütskrank oder käme mit dem Schreiben nicht nach.
Deswegen meide ich jegliche Tagesschau / Heute- Sendung (besonders perfide diesen Dreck in den Halbzeitpausen der EM zu bringen) oder die Krimis (Tatort etc... unglaublich, diese Massenproduktion: wer sieht denn diesen handlungsmäßigen und schauspielerischen Schrott?!? Werden damit immobile Altenheimbewohner sadistisch gequält, auf dass die Betten früher frei werden...?).
Es ist immerhin im Ausland (BBC als extrem widerlicher Fall) oder bei anderen Medien (wehe es verstößt jemand im Filmbusiness gegen das Hollywood- Diktat --obwohl: mit ACTA sind die Brüder zur Abwechslung auf die Schnauze gefallen, hehe) nicht besser. Propaganda, Globalismus und Rotlichtbestrahlung allerorten.
.
Und richtig, Herr Kubitschek: Die Zersetzung hat eine Generalstoßrichtung: weiß + christlich. Das Deutschenbashing ist insofern von besonderer Qualität, als „man“ hier ganz ungeniert in die Vollen gehen kann. Es ist ja das Wesen der Zersetzung „hinterfotzig“ (a.k.a subtil) daherzukommen; zusätzlich dürfen sich Deutschenhasser ganz ungeniert ausleben. In jeder Facette und mit jedem Mittel (Medium) – der hassgetriebene Einfallsreichtum ist unerschöpflich: es ist erlaubt, seine ungelösten persönlichen Probleme am deutschen Kollektiv abzureagieren.
Wenn einflussreiche Publizisten sich „politisch inkorrekt“ gebärden führt das folgerichtig zu Jubelstürmen, auch wenn es sich um falsche Freunde handelt und sich das angeblich so „Inkorrekte“ doch wieder als die übliche deutschenfeindliche Soße entpuppt. Zum Beispiel das Interview mit Götz Aly im Schweizermonat (leider mittlerweile nicht mehr kostenfrei abrufbar), in dem er uns sinngemäß mitteilt, dass die Deutschen traditionell (sozusagen genetisch) faul, bildungsfern/dumm und immobil waren. Das wäre doch mal was für eine Rezension in der Sezession, oder?
.
Die „Debatte“ (der –Habermas'sche?- „Diskurs im öffentlichen Raum“) findet ohne die Betroffenen statt. „Wir“ dürfen ehrfurchtsvoll den Ausführungen der (durchweg neomarxistisch intellektualisierten) Kulturelite lauschen – und dabei kommen dann halt solche „Doku-Dramen“ heraus wie das von Kubitschek beschriebene.
Nochmal: es ist müßig sich darüber aufzuregen – die FAZ beispielsweise treibt in ihren Leserkommentaren eine derart rigide Zensur, dass es verschwendete Energie ist, sich daran beteiligen zu wollen. Das kann ja auch, bei Lichte betrachtet, gar nicht anders sein: denn die zur Staatsraison erhobene Gender-Doktrin etwa lässt sich nur in einem sozialistischen, krypto-autokratischen Feminat umsetzen – unter freiheitlichen Bedingungen hätte sie keine Chance.
Mit der Umweltdoktrin (Klimalüge und CO2- Schwindel, „Energiewende“ etc.) ist es nicht anders.
Kein Wunder also, dass auch die multimedialen Kulturerzeugnisse dem DDR 2.0- Standard (DDR 1.0 + NWO-Globalismus + Deutschenfeindlichkeit als solche ) entsprechen.

Sixty
12. Juli 2012 11:48

Ganz ohne Zweifel hat die linksliberale und antinationale "Political Correctness" mit ihren einseitig-moralisierenden Plattheiten in den letzten Jahren auch im Fernsehen immer mehr zugenommen, gerade zur "besten Sendezeit". Das ist Fakt.
Einzelne Ausnahmen gibt's dennoch (vor einiger Zeit Sarrazin zweimal im TV, einmal sogar mit Jauch allein).
Und auf "Nischensendern" wie phoenix oder 3sat kann man hin und wieder mal einzelne, relativ wenig "mainstreamige" Sendungen finden ... man muß aber schon sehr genau im Programmhaft suchen ;-)
Auch der "Fall" Dora Rathjen wurde vor einigen Monaten in einem "Sportclub"-Special des NDR (natürlich erst Sonntag abends)
vergleichsweise sachlich dargestellt, ahnlich wie in den beiden hier verlinkten SPIEGEL-Artikeln.
Den Film gestern habe ich mir jedoch gar nicht erst angeschaut, da war schon zu befürchten. daß das ein Hollywood-artiger, klischeehafter und platt antideutscher Film sein würde.

Theosebeios
12. Juli 2012 13:57

Als es aus familiären Gründen (vor 10 Jahren) möglich war, habe ich das Fernsehen abgeschafft. Im Radio bevorzuge ich die Wettermeldungen. 24 Jahre hatte ich die hiesige Tageszeitung im Abo, davon 12 Jahre, nachdem die alte Redakteursgilde abgetreten war, unter nahezu täglichen Qualen. Ein Journalist, der diese Zeitung aus dem FF kennt, kommentierte lakonisch: "Selbst dran schuld!" Mit der Kündigung vor zwei Jahren - ausführlich den Machern begründet, aber natürlich vollständig ignoriert; selbst der Zeitungsträger, mit einem Fuffi getröstet und verabschiedet, wollte von meiner Begründung nichts wissen - habe ich mich allerdings auch von den lokalen Informationen meines großstädtischen Lebensraumes abgeschnitten.
In Hotels schaue ich gelegentlich fern und bin dann richtig erstaunt, jenseits des Politischen auf gute Sendungen zu stoßen. Man sollte sich also die Art seiner "Sezession" gut überlegen. Wichtig ist, dass es Leute gibt, die unsere Medienprodukte aushalten und hier berichten. Das ist sozusagen Dienstpflicht für die dazu Befähigten und keineswegs eine Vergeudung von Zeit und Kraft. Aber man muss sich das auch zutrauen können.

christian schulz
12. Juli 2012 14:50

worüber wird hier geredet...? wer sich vornimmt so etwas anzusehen, muss ja tatsächlich damit gerechnet haben, das es hätte auch anders laufen können...nicht nachvollziehbar...

zentralwerkstatt
12. Juli 2012 15:02

Unaussprechliche sind toll. Wir hingegen sind erbschuldig und müssen auch unseren Kindern diese Schuldigkeit einimpfen, das „größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte“ geht auf unsere Kappe, und das kostet eben Geld. Ein Hinweis auf die Nichtanerkennung als Genozid des eigentlich 'größeren' Holodomor durch die Unesco kann nur Gegenstand revisionistischer, den Holocaust verharmlosender und antisemitischer Diskussionen sein.

https://ukraine-nachrichten.de/unesco-wird-golodomor-holodomor-nicht-genozid-ukrainischen-volk-anerkennen_224_politik

Und am NKWD damals war ja nun auch nicht alles schlecht, zumindest eine Hälfte nicht.

Ein Dank an dieser Stelle für das Ersinnen der Psychoanalyse, des Sozialismus oder des Kommunismus. Ich leugne nicht, wie sehr diese vielleicht für einen drögen Deutschen in der Theorie ein wenig „freakig“ erscheinenden Kopfgeburten die Welt verändert haben. Auch Multikulti ist eine offiziell anerkannt tolle Sache, diese Idee der bunten Brüderlichkeit sollte vorangetrieben werden, wer will hier führen?

https://www.youtube.com/watch?v=wxSJ7FWj4ns

Ich habe ihn zwar nicht angeschaut, will aber auch nicht leugnen, daß ich den Film gestern gut fand. So muß es ja sein. Für den Fall, daß mich ein neuer Rechter oder „Nazi aus der Mitte der Gesellschaft“ kadavergehorsam schimpft, möchte ich schon einmal erwidern, daß ich mich nicht auf revisionistische, den Holocaust relativierende, antisemitische Diskussionen einlasse. Ich durchschaue alles, ich kenne diese Tricks nämlich von den ganzen Nazis überall, ja, ich bin auf Zack.

Wir leben in einer Trottelrepublik mit Leuten, die machen und denen, die es mit sich machen lassen und solchen, die es mit sich machen lassen, gegen die zu machen, die es mit sich machen lassen - gewissermaßen ist hier ein Pyramidenprinzip verwirklicht.

Es gibt jedenfalls keinen Grund sich (selbst) zu ärgern, nachher lacht sich noch jemand ins Fäustchen.

blixa
12. Juli 2012 15:25

Um das Ganze noch zu steigern: Ab nächstem Jahr müssen wir, d.h. jeder Haushalt, für den öffentl.-rechtl. Müll auch noch pro Monat 18 € abdrücken, und zwar ganz unabhängig davon, ob wir ein Empfangsgerät bereithalten oder nicht. Wer damit die Hoffnung verbindet, dass dann wenigstens der Schnüffelapparat der GEZ wegfällt, irrt übrigens. Dieser bleibt erhalten - für Schnüffler gibt es im totalen Multi- Kulti-Staat schließlich immer etwas zu tun.

Ein Fremder aus Elea
12. Juli 2012 15:30

Ich verdamme das Fernsehen schon, ganz allgemein.

Was den deutschen Film angeht, ärgere ich mich eher darüber, daß die Gelegenheit, interessante Filme zu drehen, nicht genutzt wird.

Da gibt es zum einen die 33-45 Filme. Es sind zu viele und kaum einer ist gut, Napola wohl der beste von ihnen. Und dann gibt es all diese Filme, welche versuchen, Deutschland ein bestimmtes Image im Ausland zu geben. Von denen ist kein einziger gut.

Es hat schon seine Gründe, warum die Otto Filme und der Schuh des Manitu die größten Erfolge waren.

Ich habe ja diese Vorstellung, daß "In Stahlgewittern" mal verfilmt werden sollte, und für den deutschen Film wäre das ein Riesenfortschritt. Oliver Pocher als Ernst Jünger würde ziemlich gut passen, so vom Typ her, aber vom Talent her wohl eher nicht. Nun ja, die Franzosen haben mir diesen Wunsch ja teilweise mit "Eine sehr lange Verlobung" erfüllt, da gibt es einige ausgezeichnete Bilder und die Grundstimmung geht zumindest in eine ähnliche Richtung.

Aber es gibt doch wirklich so viele interessante Stoffe, so jetzt mal aus dem Ärmel geschüttelt, eine zeitgenössische Version von "Die Brüder Karamasow" wäre doch nicht schlecht. Könnte man in Berlin im studentischen Millieu ansiedeln, halt mit einem Unikum, das aus der Zeit fällt, um die religiöse Schiene zu fahren. Könnte phantastisch sein.

Und man kann ja auch zu etlichen Kapiteln der Geschichte interessante Filme drehen. Naja, das wissen Sie selbst. Seltsam doch, daß nicht ein einziger deutscher Filmmacher das Bewußtsein hat, daß seine Lebensumstände ihm die einmalige Chance geben, ein Dokument von bleibendem Wert zu schaffen.

Lilo Müller
12. Juli 2012 15:44

Solche Filme sind ein typisch deutsches Ritual. Und dazu sagt die Ritualforschung: Je starrer und sinnentleerter Rituale im Lauf der Zeit werden (das ist bei unserem Thema im echten Leben schon ganz lange der Fall), desto weniger werden sie ernstgenommen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie von den Teilnehmern und dem Publikum als überlebt erfahren werden und kippen. Solch ein Prozess wohnt allen Ritualen inne; je mehr die Interpretationsmächtigen sich dagegen wehren, desto schneller zerfällt ein Ritual.

Also: Lasst sie weiter ihren Mist über das deutsche Fernsehen auskippen, je mehr, desto besser! Schließlich ist der Aus-Knopf nur eine Armlänge entfernt ;-)

Toni München
12. Juli 2012 15:47

Wie gut, dass es die Fernbedienung gibt. - Oder auch nicht!?

Ich gehöre leider zu den Sensiblen im Lande. Und ohne diese sesseltaugliche Notwehrtastatur hätte ich bestimmt schon Magengeschwüre bekommen oder ich hätte mittlerweile den Fernseher aus dem Fenster geworfen.

Ich brauchte übrigens keine zwei Minuten, um die von Ihnen angesprochene eindimensionale Dreckscheiße "Berlin 1936" als solche an dem gegen Deutschland anstinkenden Umerziehungsgeruch sofort zu erkennen. Ekelhaft, dieser lizensierte bzw. vorauseilend gehorsame Beabsichtigungsschwall, der ätzend aus der Glotze quoll.

Man fühlt die Absicht und möchte Kotzen. - Aber zapp! zapp! schon war ich weg auf einem anderen Kanal. Fernsehglotzen ist oft die reinste Flucht durch das Programm.

Georg Mogel
12. Juli 2012 16:49

Die Dummköpfe unterteilen sich in zwei Klassen:
die "wie die anderen sein möchten"
die "nicht wie die anderen sein möchten".
Gomez Davila

Die mediale schwarz-weiß - Propaganda in der "BRD" dreht leer.

Ein leichter Druck wird eines Tages genügen,
daß dieser Unrat einstürzt.
Gomez Davila

eulenfurz
12. Juli 2012 17:24

Ob nun 4 Millionen Dummglotzer oder 40 Millionen - eine Addition von Nullen ergibt keinen Wert!

Im Durchschnitt hängt ein BRD-Mensch 4 Stunden am Tag vor der Glotze, dementsprechend verwahrlost sehen unsere ehemalige Kulturlandschaft und die einst so schmucken Städte aus. Plump, öde und eintönig. Kalte, graue Masse!

Schmeißt BRD-Rundfunk und BRD-Presse dorthin, wo sie hingehören: Auf den Müll! Kümmert euch um eure Familien, um eure sozialen Netzwerke, um eure Städte und Dörfer, betätigt euch handwerklich und musisch, habt Zeit füreinander!

godeysen
12. Juli 2012 21:40

Film nicht gesehen - aber Ihren Ärger kann ich aus einschlägigen Erfahrungen gut nachvollziehen.
Etwas "off-topic" (neudeutsch) eine Anmerkung: Ist Ihnen und den sezession-Lesern auch schon aufgefallen, dass heute im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fast keine deutschen UFA-Spielfilme mehr gezeigt werden? Rühmann, Söhnker, Ilse Werner, Hans Moser... von der Bildfläche verschwunden. In meiner Kindheit in den 70er und frühen 80er Jahren kam fast wöchentlich in ARD, ZDF oder den Dritten ein alter Schwarzweißfilm, mal rührselig, mal allzu klamottig, aus der goldenen Zeit des deutschen Films, und die war eben vor 1945. Diese Filme durften wir Kinder anschauen, weil kein Sex und keine Gewalt drin vorkam - und wir haben diese Filme geliebt, obwohl sie schon damals altmodisch waren. Das Argument, so etwas würde den Publikumsgeschmack nicht bedienen, halte ich für konstuiert. Ich glaube, die Sender bedienen hier ein politisches Gebot. Man will kein positives Bild der Gesellschaft vor der Stunde Null zeigen. Diese Zeit soll nur aufbereitet, aus modernem Blickwinkel verarbeitet vorgeführt werden.

Uwe Wiedemann
12. Juli 2012 21:41

Treffend analysiert, Hr. Kubitschek, danke!

Auch wenn´s die Masse draußen leider nicht interessieren wird.
Die Wahrheit ja leider schon gar nicht.

Der neue Trainer erinnerte mit seiner Frisur ja dann auch eher an einen mitteldeutschen Neonazi mit Fast-Glatze; daß diese Frisur damals fast ein "No-go"- gewesen wäre, wissen die meisten eh nicht..... naja, gewollte Assoziationen, wie Sie sie schon treffend dargestellt haben.

Der letzte gute dt. Film war für mich persönlich "Das Boot".

eulenfurz
12. Juli 2012 23:52

@Lucki

Es gibt ja noch Ratgeber-, Natur- und andere unpolitische Sendungen die man durchaus sehen kann.

Es gibt mittlerweile auch Internet, in welchem man nach spannenden Dingen, die man gerade wissen will, einfach recherchieren kann. Thema und Zeitpunkt kann man selbst auswählen und verschiedene Ansichten abwägen.

Überläßt man diese Entscheidungen den Medienfürsten, dann macht man sich zu ihrem Psychosklaven. Man schafft es gar nicht, allen übermittelten Behauptungen und Empfindungen nachzurecherchieren und diese zu durchdenken.

Man erschlafft geistig vor dem Geflimmer und überläßt sich irgendwann den eingetrichterten Meinungen und Empfindungen. Selbst, wenn man sich wehrt: Irgend etwas bleibt immer haften, und wenn es nur ein unangenehmer Mensch ist, der - von einem geschulten Moderator gehätschelt oder einem Regisseur irreal positiv dargestellt wird - plötzlich via Glotze in der Wohnstube hockt und uns an seine Anwesenheit gewöhnen soll.

Ja, natürlich, die Entziehungskur ist hart!

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