29. September 2012

Peer Steinbrück und die K-Frage, die es nie gab

Gastbeitrag / 40 Kommentare

von Manfred Kleine-Hartlage

Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie, und am besten ist eine, die einen vor Überraschungen bewahrt. Dies gilt zum Beispiel von der Theorie der Neuen Weltordnung, die unter anderem besagt, daß die Politik der wichtigsten westlichen Staaten, einschließlich der Besetzung ihrer politischen Spitzenämter, nicht von den offiziell dafür vorgesehenen Gremien bestimmt wird, etwa dem Deutschen Bundestag. Die wesentlichen Vorentscheidungen fallen auf einer ganz anderen Ebene, nämlich in den Netzwerken der internationalen Top-Eliten.

Wer die sogenannten Informationen deutscher Massenmedien und das Expertentum der dort viel zitierten "Parteienforscher" ernstnimmt, mußte bis Freitag mittag von der Existenz einer "K-Frage" ausgehen, also eines relativ offenen Rennens zwischen Peer Steinbrück, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier um die Kanzlerkandidatur der SPD. Wer stattdessen etwa die Korrektheiten las, wußte schon vor über einem Jahr, daß es diese K-Frage nie gegeben hat und Steinbrück der nächste Kanzlerkandidat der SPD und der nächste Bundeskanzler sein würde. Ich sage das nicht aus Eitelkeit, sondern um zu illustrieren, wie weit der kommt, der sich an einer guten Theorie orientiert, und wie sehr man in die Irre geführt wird, wenn man auf die Medien und das dort vermittelte Weltbild vertraut.

Daß Peer Steinbrück der nächste Bundeskanzler sein würde, stand spätestens seit dem Treffen der Bilderberger-Gruppe 2011 fest, zu dem er als einziger Politiker aus Deutschland geladen war. Die Bilderberger sind diejenige Gruppe,

die frappierenderweise immer schon einige Zeit im Voraus weiß, wer der nächste deutsche Kanzler oder amerikanische Präsident sein wird; die also zum Beispiel 1991 erstmals Bill Clinton einlud, der 1992 Präsident wurde, im Juni 2008 Barack Obama (gewählt im November 2008), im Mai 2005 Angela Merkel, die im November Kanzlerin wurde, 1980 Helmut Kohl (Kanzler ab 1982), 1973 Helmut Schmidt (Kanzler ab 1974) usw.
(...)
Wenn ein Politiker erst einmal die nötigen Umfragewerte hat, und die wird ihm eine freundliche Presse schon besorgen ... , dann wird die Partei ganz von alleine befinden, an ihm führe kein Weg vorbei.

Genau so ist es gekommen. Helmut Schmidt, nach wie vor in den internationalen Eliten bestens vernetzt, hat es übernommen, über den Spiegel und über sein Hausblatt Die Zeit, dazu noch mit einem Buch, uns Steinbrück als den optimalen - Angela Merkel würde sagen: "alternativlosen" - Kanzler schmackhaft zu machen. Wir können davon ausgehen, daß die deutschen Medien, die Springerpresse inbegriffen, ihn in den nächsten zwölf Monaten zur Lichtgestalt und zum Supermann aufblasen werden, bis sogar Stammwähler der Union ins Grübeln kommen werden, ob sie sich nicht am Vaterland versündigen, wenn sie diesem Messias ihre Stimme verweigern.

Steinbrück unterscheidet sich in keiner wesentlichen Frage von Angela Merkel, aber er kann als Sozialdemokrat Dinge durchsetzen, zu denen Merkel zuletzt die Kraft fehlte, etwa die Beteiligung an westlichen Militäreinsätzen in der islamischen Welt. Daß man es für nötig hält, eine neue Regierung mit frischer Autorität zu installieren, die einer noch lange Zeit geschwächten Opposition gegenübersteht, ist ein schlechtes Zeichen, eines, das auf bevorstehende unpopuläre Entscheidungen hindeutet. Wir gehen interessanten Zeiten entgegen.

Kommentare (40)

Ernstfall
29. September 2012 11:50

Mir fällt kein Grund aus der Perspektive der erwähnten Kreise dafür ein, warum man Frau Merkel ersetzen müßte. Für einen Einsatz in Libyen hätte man die Bundeswehr doch gar nicht gebraucht, und ein Einsatz in Syrien scheint für die Amerikaner momentan nicht mehr aktuell zu sein. Selbst wenn er es würde, würde man die Bundeswehr wohl eher für die Stabilisierungsphase benötigen, und dafür gäbe es wohl ein VN-Mandat, mit dem man der deutschen Bevölkerung fast jeden Einsatz verkaufen kann. Und wäre so ein Einsatz überhaupt von höherer Bedeutung für internationale Kreise als das, was Merkel für sie bzw. bestimmte Großbanken in der Eurofrage geleistet hat? Was müsste ein Sozialdemokrat hier denn noch durchsetzen, was die CDU bzw. Frau Merkel nicht längst schon geleistet hat?

Ich kann mir ja vorstellen, daß man es nicht ganz dem Zufall überlassen will wer Bundeskanzler wird, aber daß Steinbrück vorab durch diese Kreise geprüft und durch deren Netzwerk in der SPD auf den Schild gehoben wurde, halte ich eher für eine vorbeugende Maßnahme denn für den Ausdruck eines konkreten Plans. Es könnte ja z.B. sein, daß Frau Merkels Umfragewerte in den kommenden Monaten im Zuge einer Verschärfung der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich sinken werden und sich die Stimmung in der Bevölkerung v.a. gegenüber der Finanzwirtschaft weiter verschlechtert und man dann jemanden braucht, der in bestimmten Fragen für Kontinuität sorgt.

Markus
29. September 2012 11:54

Wie sieht es eigentlich beim Thema Einwanderung aus? Wenn die SPD tatsächlich den Kanzler stellt, würde sie wohl mit den Grünen koalieren. Eine katastrophale Einwanderungspolitik wäre die Konsequenz. Deutschland wird sich also noch schneller abschaffen.

Zadok Allen
29. September 2012 12:25

Herzlichen Dank für diesen Beitrag, Herr Kleine-Hartlage, dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen.

Was mich dennoch umtreibt ist die Frage, wie die immer häufiger vorkommenden und immer durchsichtiger choreographierten konzertierten Aktionen des massenmedialen Apparats gesteuert werden. Liegen vielleicht Ihnen hierzu konkrete Kenntnisse vor?

Wie geht das vor sich? Treffen sich die Chefredakteure der großen Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtensendungen in regelmäßigen Abständen? Telefoniert man bloß miteinander? Wie funktioniert die Befehlsweitergabe von oben nach unten? Und wie bringt man das Personal, das etwa besagte Chefredakteurssessel besetzen soll, auf Linie? (Daß die oft in prekarisierten Verhältnissen arbeitenden Journalisten unten jeden Lemmingzug mitmachen, verwundert mich nicht.)

Man kann nicht umhin, für die perfekte Hermetik des massenmedialen Systems und die (immer noch hohe) Güte seiner Normalitätssimulation Bewunderung zu empfinden.

virOblationis
29. September 2012 13:51

Der schneidige Steinbrück scheint ein besonders krasser Fall von Protektion zu sein: So weit ich sehe, hat er noch nie eine Wahl oder Abstimmung für sich entscheiden können, außer wenn er der einzige Kandidat war, so wie jetzt im Falle der Kanzlerkanddidatur innerhalb der SPD. Eigentlich paßt es gar nicht zu ihm, daß er sich gegen Konkurrenz durchzusetzen hat.

godeysen
29. September 2012 14:47

In sich ganz plausibel - aber verhält es sich mit der Neue-Weltordnung-Theorie nicht ähnlich wie mit der Weltwahrnehmung der Linken, welche sich, wie Sie es so treffend auf den Punkt gebracht haben, "in einem geschlossenen Gedankenuniversum" befindet, "das sich stets ausweglos in sich selbst zurückkrümmt"?
Gehört zu dieser Theorie eigentlich auch die Hypothese der "Chemtrails", der Chemo-Kondensstreifen, die die Amerikaner per Flugzeug an den Himmel malen, um das Klima zu schädigen?

Marcus Junge
29. September 2012 15:44

Markus

Die haben wir doch eh schon, oder haben die Schwarzen je was an den Maßnahmen zu Einwanderung und Staatsbürgerschaftsrecht verändert?

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 17:11

@ Ernstfall:

Allein die Eurokrise wird aus der Sicht besagter Eliten Maßnahmen erfordern, die jede Regierung verschleißen und deshalb schwerlich von einer bereits verschlissenen Regierung durchgesetzt werden können. Und was die Militäreinsätze angeht: Da können uns noch Überraschungen bevorstehen.

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 17:12

@ Markus: Schlimmer, als sie schon ist, kann die Einwanderungspolitik nicht mehr werden, nicht einmal unter Rotgrün.

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 17:13

@ Zadok Allen: Um die Frage zu beantworten, wie sie es genau machen, müsste man Insiderkenntnisse haben, die mir fehlen. Dass sie es machen, steht außer Frage.

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 17:14

@ godeysen:

Quatsch. Was dazu gehört und was nicht, können Sie in meinem Buch "Neue Weltordnung" nachlesen, das ich zu eben diesem Zweck verlinkt habe.

Markus
29. September 2012 17:57

Laut CDU-Parteipogramm wird die Einwanderung immer noch "restriktiv" gestaltet. Bei der SPD liest man "weltoffenen", "zukunftsorientiert", und "bereichernd".

Der Unterschied dürfte tatsächlich nicht sehr groß sein. Allerdings steht die FPD für Fachkräfteeinwanderung, die Grünen wollen hauptsächlich Einwanderer aus der Dritten Welt und das in enormen Mengen.

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 19:11

"Fachkräfteeinwanderung" ist nur das Etikett, das sicherstellen soll, dass Masseneinwanderung als solche gesellschaftlich akzeptiert wird, und das CDU-Parteiprogramm sollte heutzutage nur noch denjenigen hinters Licht führen, der hinters Licht geführt werden will.

Ernst Wald
29. September 2012 19:45

Peer Steinbrück ist exemplarisch für den neuen Typus des Spitzenpolitikers. Denn er hat im Prinzip innerparteilich keine demokratische Legitimation erfahren. In höhere Sphären der Politik gelangte Steinbrück erstmalig in NRW aufgrund seiner Funktion als `Persönlicher Referent´ von Johannes Rau. Obwohl er dann die Landtagswahl verlor, konnte er sich durch informelle Kumpanei auf der Führungsebene der SPD halten. Nicht zu vergessen ist auch sein schmieriges Mitmischen beim Sturz von Kurt Beck am „Schwielowsee“.

Und insbesondere sein technokratisches Auftreten beweist, wie wenig sozialdemokratischen Stallgeruch Steinbrück hat. Deshalb musste schließlich der abgehalfterte Helmut Schmidt mit dem einfallslosen Slogan „Er kann es“ als sein Mentor fungieren, um ihn dem Wähler irgendwie symphatisch zu machen.

Biobrother
29. September 2012 19:50

Interessante These, mir aber deutlich zu verschwörungstheoretisch. Ich glaube auch nicht, dass ein Interessenkandidat - selbst mit noch soviel Mediengetöse - komplett an der aktuell herrschenden Wählermeinung vorbei aufgebaut werden kann, bzw. die Wählermeinung ohne weiteres um 180° gedreht werden kann. Insofern denke ich eher, dass das eine wechselseitige Symbiose ist: Die sog. Elite erkennt irgendwann, welches Pferd das Rennen machen wird und hängt sich dann unterstützend an dieses dran, um das politische Feld zu bestellen und den zu erwartenden Sieger schon einmal für die eigenen Interessen gewogen zu machen (konnte man ja ganz gut bei Obama - sicher nicht von vorne herein der Favorit des Geldadels - sehen, nachdem Bush junior den konservativ-wirtschaftsliberalen Karren völlig vor die Wand gefahren hatte). Bei uns ist dieses Prinzip aber eher schwächer ausgeprägt, da unser Wahlkampf bei weitem nicht den kostspieligen Event-Charakter des amerikanischen hat.

Einen wirklich inhaltlichen Unterschied zwischen Merkel und Steinbrück sehe ich nicht, allerdings kann die SPD soziale Grausamkeiten durchsetzen, für die man jede schwarz-gelbe Regierung lynchen würde (insofern war die Agenda 2010 nur von einer SPD-geführten Regierung durchsetzbar).

Und was den Begriff der Fachkräfte anbelangt: Dieser ist wirklich äußerst dehnbar, offenbar scheint z.B. zukünftiges Altenpflegepersonal aus China auch schon darunter zu fallen. Wirkliche „High Potentials“ dürften Deutschland dagegen weitgehend links liegen lassen und gleich in die USA gehen (wofür man angesichts unseres rauen Klimas, unserer komplizierten Sprache, der hohen Steuerbelastung, des seltsamen Rentensystems und nicht unerheblicher Vorbehalte gegen ausländische Zuzügler m.E. auch Verständnis haben muss.)

Biobrother
29. September 2012 20:00

Hier der Link zu dem Artikel zu den Altenpflegefachkräften aus China, um die angeblich heftig geworben wird:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bundesagentur-fuer-arbeit-wirbt-altenpfleger-in-china-an-a-857583.html

Bei soviel Euro- und Bankenrettung sind höhere Gehälter für diesen Bereich offenbar nicht drin.

Manfred Kleine-Hartlage
29. September 2012 20:58

Interessante These, mir aber deutlich zu verschwörungstheoretisch.

Sagt ein Schaf zum anderen:
"Dieser Mann, der immer bei unserer Herde rumhängt, und dieser Hund - du, ich habe den Verdacht, dass die irgendwie zusammenarbeiten!"

Sagt das andere Schaf:
"Du Verschwörungsthoretiker!"

Aber im Ernst:

Die sog. Elite erkennt irgendwann, welches Pferd das Rennen machen wird und hängt sich dann unterstützend an dieses dran, um das politische Feld zu bestellen und den zu erwartenden Sieger schon einmal für die eigenen Interessen gewogen zu machen

Das mag bei Obama so gewesen sein, aber Steinbrück hätte in der SPD keine Chance gehabt, wohl aber bei den Wählern. Wenn Merkel wegsollte, musste Steinbrück antreten. Die Entscheidung fiel offenbar, nachdem Merkel - nicht aus Überzeugung, sondern aus politischer Schwäche - sich als unfähig erwiesen hatte, den Libyenfeldzug mit deutschen Truppen zu unterstützen.

Markus
29. September 2012 21:41

Ist es eigentlich möglich, dass HC Strache die Bilderberger überlistet, und nächstes Jahr Bundeskanzler in Österreich wird?

G. Schäfer
29. September 2012 22:33

Das Steinbrück zum Kanzler (-kandidat) bestimmt war und als solcher von der Presse hochgejubelt werden sollte, war schon seit dem Spiegeltitel und dem Auftritt bei Günther Jauch klar: Der „weise Vater“ Schmidt designiert den künftigen Kanzler.
Doch warum sollte es denn in erster Linie um Militäreinsetze gehen?
Ist es nicht wahrscheinlicher, dass es um bestimmte Entscheidungen im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise geht?
Zum Beispiel weitere Übertragungen von Souveränitätsrechten an die EU, höhere Bürgschaftsummen und Zahlungen aus dem deutschen Staatshaushalt, die Durchsetzung von Euro-Bonds?
Das alles dürfte mit SPD und Grünen noch leichter durchzusetzen sein! Er selbst hat doch vor mehr als einem Jahr im Spiegel erklärt: „Natürlich müssen die Deutschen zahlen“. Außerdem gilt Steinbrück als„Finanzexperte“. In der Presse wird deshalb in Kürze zu lesen sein, Steinbrück werde die Finanzmärkte „zähmen“ o.ä., und viele Leute werden es glauben. Wahrscheinlich wird er sogar auf Marktplätzen Bankenschelte betreiben! Die Regulierungen indes, die er durchsetzen wird, falls er zum Kanzler gewählt werden wird, dürfte er zuvor mit den maßgeblichen Leuten aus der Finanzindustrie und den Banken abgesprochen haben, denn auch diese sind an einer gewissen Stabilität und Minderung der Risiken interessiert.

Beste Grüße

Johannes P.
29. September 2012 22:53

Und wenn er nicht Kanzler wird, ist die Theorie damit falsifiziert? Oder läßt sich alles und auch sein Gegenteil in die Theorie einfügen?

Sixty
29. September 2012 23:00

"Das Zweite, was man sichtbar machen muß, ist, daß der Konsens, auf den sich die linke Vorherrschaft stützt, ein Scheinkonsens ist."

"Jeder muß Gesicht zeigen gegen links und ein Zeichen setzen für rechts."

http://www.sezession.de/33777/warum-ich-kein-linker-mehr-bin-fragen-an-manfred-kleine-hartlage.html

Und jetzt schreibt Herr Kleine-Hartlage:

"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie, und am besten ist eine, die einen vor Überraschungen bewahrt. Dies gilt zum Beispiel von der Theorie der Neuen Weltordnung, die unter anderem besagt, daß die Politik der wichtigsten westlichen Staaten, einschließlich der Besetzung ihrer politischen Spitzenämter, nicht von den offiziell dafür vorgesehenen Gremien bestimmt wird, etwa dem Deutschen Bundestag. Die wesentlichen Vorentscheidungen fallen auf einer ganz anderen Ebene, nämlich in den Netzwerken der internationalen Top-Eliten."

Da frage ich mich doch: ist diese Analyse wirklich "rechts" (wenn man mal das voraussetzt, was so allgemein mit diesen Begriffen verbunden wird)?
Solche oder ähnliche Kritik kommt doch eher von der "Linkspartei", so vermurkst sie sonst auch sein mag. Sie beschränkt sich allerdings mit ihrer Kritik auf reinen Sozialpopulismus, weil sie weder willig noch in der Lage ist, auch die "nationale Karte" zu spielen.

Und noch ein Zitat aus dem ersten verlinkten Artikel:

"Die Globalisierung geschieht nicht von allein, sie geschieht, weil die Geld- und Machteliten aller westlichen Länder – bestehend durchaus nicht aus Linken – entschlossen sind, sie voranzutreiben, und zwar gegen den Willen der Völker, mit denen sie nicht mehr gemeinsam haben als den Paß.
Die Linken sind nur die politische, ideologische und oft genug auch ganz handgreiflich physische Speerspitze dieser Eliten."

Das trifft doch nur auf einen Teil zu.
Und ist Peer Steinbrück ein "Linker"? Das fände ich doch wirklich eine abenteuerliche These. Interessant ist allerdings schon, daß er mit seinem in der Tat "linken" Bilderberger-Freund Trittin zusammengehen will.
Eine "rot-gelb-grüne" Ampelkoalition (anders ist doch ein Kanzler Steinbrück gar nicht vorstellbar) wäre jedoch auch nicht "linker" als schwarz-gelb.
Fazit: vorrangig ist, vor allem gegen die herrschenden Eliten vorzugehen und Alternativen zu ihrer antinationalen Politik aufzuzeigen. Ob die Begriffe "rechts" und "links" dabei sehr hilfreich sind, wage ich zu bezweifeln.
Daß die ideologisch verkorkste und heruntergekommene deutsche Linke und sowohl die linksliberalen Mainstream- als auch die meisten anderen linken Medien mit ihrer penetranten Political Correctness völlig verpeilt sind, ist in diesem Zusammenhang vollkommen unbestritten.

Marcus Junge
30. September 2012 00:59

Zadok Allen

Die Abstimmung der Massenmedien auf vereinte Aktionen, mit gleichem Endziel und fast schon gleichem Wortlaut. Man nehme dazu Leute mit richtig viel Geld, die sich die privaten Medienunternehmen kaufen (die angesprochene "Elite"). Die kann dann einfach den Unterlingen sagen, was gemacht werden soll und der Chefredakteur / Sendeleiter, gibt es dann dem Schreiberling / Nachrichtenschwätzer vor. Bei den GEZ'ler haben wir die Intendanten, die nach Jahrzehnen in solche Positionen kommen und daher politisch ausreichend zuverlässig sind. Die nehmen gern einen Wink von Mutti entgegen, wissen wohl auch wer bei den Privaten den Ton angibt und wo da die Futtertröge stehen. Man kennt sich halt ... . Und wenn es brennt, dann lädt Mutti ins Kanzleramt und gibt vor versammelter Pressemannschaft die Richtung vor, wie im Rahmen der Finanzkrise ja geschehen. Dann kommen noch Eigendynamiken dazu, die Masse der Journalisten istganz tief rot/grün lackiert und wenn da erstmal die Leitmedien die Richtung vorgeben, wer würde dann was anders schreiben wollen? Dann noch die den Parteien gehörenden Teile der Massenmedien und die Publikationen der Gewerkschaften zur Abrundung des eckigen Weltbildes. Ach und die NGO's, die verschleudern ja auch reichlich Mediendreck. Die sind praktisch alle der lange Arm der "Elite" und völlig ferngelenkt. An den Beispielen WWF und Amnesty International, wurde dies ja in letzter Zeit durchexerziert, wer da das Geld gibt und die Leute in die Vorstände setzt. Putin hat die Bande nicht grundlos angegangen.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 01:31

@ Markus: Ich kenne die Verhältnisse in Österreich nicht, aber prinzipiell ist dergleichen selbstverständlich möglich.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 01:34

@ Johannes P.:

Die Theorie, dass man versucht hat, ihn zu installieren, wäre damit nicht falsifiziert. Sie wäre es nur dann, wenn Steinbrück plötzlich massiven Gegenwind aus den Massenmedien bekommen würde.

Es ist auch nicht so, dass die genannten Top-Eliten einfach allmächtig wären; das habe ich nicht behauptet. Ich behaupte, dass sie versuchen, ihn durchzusetzen, und dass die Massenmedien dabei mitspielen werden. Natürlich mit Abstufungen; die FAZ wird Merkel die Stange halten, aber bereits die Springerpresse und die Öffentlich-rechtlichen werden Steinchen sehr freundlich beleuchten, und über die Zeit, den Spiegel und die Süddeutsche brauche ich in diesem Zusammenhang kein Wort zu verlieren.

Theoretisch ist die Wahl damit zwar noch nicht entschieden, wie die Erfahrungen von 2005 lehren, als plötzlich sämtliche Medien wie auf Kommando darangingen, Rot-grün kaputt- und Merkel herbeizuschreiben, allen voran der Spiegel und die Zeit, die plötzlich alles schlecht fanden, was sie vorher bejubelt hatten. (Ich war damals noch Anhänger von Rot-Grün und erinnere mich noch deutlich an meine Fassungslosigkeit, als der Spiegel und die Zeit, die ich damals bevorzugt las, urplötzlich aus allen Rohren gegen Rot-Grün feuerten.)

Schröder hat damals gezeigt, dass es möglich ist, auch gegen stärksten Gegenwind aus den Medien zumindest einen Achtungserfolg zu erzielen, und hat die Regierungsbeteiligung seiner Partei erzwungen. Um so etwas zu bewerkstelligen, muss man aber ein sehr starker Wahlkämpfer sein, wie Schröder es war. Merkel ist es nicht, und deshalb bleibe ich bei meiner Prognose, dass Steinbrück die Wahl gewinnt und Schwarz-gelb seine Mehrheit verliert. Dass er vielleicht gezwungen ist, die FDP mit ins Boot zu nehmen, halte ich für möglich, wäre aus seiner Sicht aber alles andere als ein Beinbruch.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 01:42

@ Sixty:

Da frage ich mich doch: ist diese Analyse wirklich „rechts“ (wenn man mal das voraussetzt, was so allgemein mit diesen Begriffen verbunden wird)?

Sie ist vor allem richtig, und nur darauf kommt es an.

Solche oder ähnliche Kritik kommt doch eher von der „Linkspartei“, so vermurkst sie sonst auch sein mag. Sie beschränkt sich allerdings mit ihrer Kritik auf reinen Sozialpopulismus, weil sie weder willig noch in der Lage ist, auch die „nationale Karte“ zu spielen.

Genau das ist der Punkt, an dem linke Ideologie sich selbst ad absurdum führt. Sie sind gegen Neoliberalismus und Kapitalismus, bekämpfen aber mit Völkern, Familien und Religionen, genau die solidaritätsstiftenden Strukturen, aus denen Widerstand erwachsen könnte.

Das trifft doch nur auf einen Teil zu.

Nein, das trifft auf die gesamte Linke zu, auch wenn man der Linkspartei wenigstens ihren Widerstand gegen den ESM und den Lissabonvertrag zugute halten möchte. Ansonsten gilt: "Gegen rechts", d.h. für Masseneinwanderung und Entnationaliserung, gegen Religion und für die Zerstörung der Familie sind sie alle. Dass einige von ihnen sich dabei noch als stahlharte Kämpfer gegen den Kapitalismus fühlen, dokumentiert nur die Inkonsistenz ihrer Positionen.

Und ist Peer Steinbrück ein „Linker“? Das fände ich doch wirklich eine abenteuerliche These.

... die ich auch nicht teile.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 02:15

Ach ja, und nur als kleine Anmerkung: Die Entscheidung, Neuwahlen herbeizuführen, gab Schröder damals unmittelbar nach der NRW-Landtagswahl am 22.05.2005 bekannt; da er sich das zweifellos gut überlegt hatte, muss er die Entscheidung für diesen Fall X aber schon vorher getroffen haben.

Schröder verkündete diese Entscheidung zwei Monate, nachdem der Spiegel mit seiner Titelgeschichte "Der lange Abschied von Rot-Grün" (Spiegel 12/2005, 21.03.2005) zum Halali auf seine Regierung geblasen hatte. Und zwei Wochen, nachdem er (Augenzeugen zufolge voll Zorn) - eine Bilderberg-Konferenz verlassen hatte (05.-08.05.2005). Und zwar genau diejenige Konferenz, bei der erstmals - Angela Merkel eingeladen war. Selbstverständlich ein reiner Zufall, dem nur eingefleischte Verschwörungstheoretiker irgendwelche Bedeutung beizumessen vermögen.

Hartmut Pilch
30. September 2012 07:49

Mich wundert, dass bei dem Raten über mögliche internationale Interessen an einem sozialdemokratischen Kanzler nicht die Eurokrise im Vordergrund steht. Merkel war doch zuletzt wegen ihrer Zögerlichkeit bei der Opferung des deutschen Volksvermögens für den Euro ein internationales Ärgernis. Rotgrün ist diesbezüglich doch deutlich mehr nach dem Geschmack nicht nur eines Soros, Krugman und Obama sondern überhaupt der gesamten weltweiten politischen Elite aufgestellt. Bei den Fragen der Weißwaschung illegaler Masseneinwanderung mithilfe von Asylrecht und anderen Menschenwürdigkeiten ist hingegen alles bereits gelaufen und nirgends ist eine Debatte in Sicht, die das eine oder andere Lager für jemanden schmackhafter machen könnte. Erst kürzlich beschloss der EUGH, dass die Polizei nicht einmal bei Ordnungswidrigkeiten illegale Einwanderer mehr als 4 Stunden zur Identifizierung festhalten darf, was Frankreich gerade per Gesetz auf 1 Tag auszuweiten versucht. "Menschenrechte" sind bei Abwägungen gegenüber dem Interesse von Nationalstaaten auf Wahrung ihrer Regeln turmhoch überlegen und es gibt nicht einmal eine marginalisierte Opposition, die dagegen explizit und zielgerecht etwas unternimmt. Das ist einfach nirgends ein Thema.

zentralwerkstatt
30. September 2012 10:57

Was will man sich von Mehrheiten sagen lassen, die den Unreim der Hitlerschen Welteroberungsverschwörungstheorie nicht nur unwidersprochen lassen, sondern ihn mit Inbrunst und Gewaltbereichtschaft in jeder Form nachbeten?

Jeder kann leicht sehen, daß die "schöne neue eine Welt"-Verschwörung jetzt schon viel Blutvergießen erfordert. Die Opfer werden hingenommen, weil wir das aushalten müssen für eine "weltoffene Zivilgesellschaft" und auch vor dem Hintergrund "unserer Vergangenheit".

Der Nebel, dem die Menschen im Geiste ausgesetzt sind, ist die Lüge, die sie auch für sich privat in aller Bequemlichkeit meinten, kultivieren zu können. Doch das war irrig, denn die Lüge bestimmt bald die Vernunft und nicht umgekehrt. Wenn Herr Physikprofessor Harald Lesch die Lüge im Verblödungsfernsehen als "sozialen Kitt" benennt und selbst lieber einmal mehr belogen sein möchte als von Mißtrauen verfolgt zu sein, dann weist das darauf hin, wie schlimm es gar um die Masse da draußen stehen muß.

In diesem Zusammenhang bin ich an Nutzer Schopi erinnert, der meine praxisnahen Ausführungen im Rahmen eines anderen Themas als "zu theoretisch" brandmarkte und im nächsten Satz schon den angeblichen Sozialstaat lobte, weil ohne ihn noch viel mehr Türkenmesser in deutschen Leibern zu beklagen wären.

Für Schopi zahlt der italienische Restaurantbesitzer wohl eine Versicherungsprämie an die Familia und nicht etwa einen erpreßten Anteil von seinem Verdienst.

Freilich ist das BRD-System ein Asozialstaat, es hält eine in ihrer Größe ständig wachsende Bürgerkriegsarmee in Sold, die aus solar über- und geistig unterbelichteten Barbaren besteht. Nach dem europäischen Bankrott wird der Sold ausbleiben....dann wird so mancher weltoffener und belämmerter Michel nichts weiter haben als Fersengeld zu geben.

Wenn man nicht anfängt, zumindest für sich selbst, die Dinge als das anszusprechen, was sie sind, wenn man also keinen Respekt vor der Wahrheit und Objektivierbarkeit hat, so ist die Gefahr immens, daß man auch anderweitig nicht klar sieht. Daß wir Sehenden (+ Hörenden) mitunter als Verschwörungsspinner diffamiert werden, ist noch harmlos, für mich wird es in dem Moment praxisnah problematisch, wo ich einem Wilden gegenüberstehe und es beim nackten Leben darum gehen wird, er oder ich....

In GB ist vor einigen Jahren die Massenimmigrations-Agenda der Sozialisten aufgedeckt worden, und es gibt immer noch Spinner, die weitere "Beweise" wollen, daß das, was man so ganz offenkundig sieht, auch wirklich geplant ist...irgendwie irre und vor allem sehr theorielastig. Die Praxis hingegen sind tausende einheimische Opfer durch importierte Gewaltfachkräfte.

Und auch auf Deutsch sprechen es doch offen an, man muß doch nur hinhören, nur ein kurzes Beispiel:

„Und in der Globalisierung brauchen wir übrigens andere Formen von internationaler Governance als der Nationalstaat.“
W. Schäuble

Und nun alle, Hacken zusammen und gerufen: Heil Globalisierung!

Ernstfall
30. September 2012 13:30

Vielleicht hilft es, wenn man auf die durchaus seriösen Hintergründe der Thesen von MKH hinweist, siehe u.a.
http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html

Dieser Hintergrund unterscheidet seine Thesen von der klassischen Verschwörungstheorie, die alles Geschehen in ein vorgegebenes Muster zwängt und nicht falsifizierbar ist. Der Diskussion der These sind andererseits Grenzen gesetzt, da das Geschehen naturgemäß nicht sehr transparent ist.

Zur Person Steinbrücks ist in diesem Zusammenhang seine Rolle bei der Liberalisierung des Finanzmarktes vor der Finanzkrise 2008 interessant, siehe u.a.
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/finanzkrise-die-heuchelei-des-peer-steinbrueck_aid_342330.html

Man hat sich hier also einen Kanzlerkandidaten ausgesucht, der bereits unter Beweis gestellt hat, dass er eher den Interessen der Großbanken und der von ihnen betreuten Investoren gegenüber loyal ist als gegenüber den Interessen des Volkes. Darauf hinzuweisen ist angesichts der dazu dokumentierten Fakten nicht einfach so als "Verschwörungstheorie" abzutun.

Midwicz
30. September 2012 14:39

Sehr geehrter Herr Kleine-Hartlage,

bei der Lektüre Ihrer Ausführungen fällt mir eine markante Parallele Ihrer "NWO"-Theorie zur Horkheimerschen "racket"-Theorie (1940; 1942,'43, mit F. Pollock) auf, die in den Exiljahren vom Frankfurter Institut für Sozialforschung vertreten wurde und von G. Schweppenhäuser wie folgt zusammengefasst wird (1996, S. 82f): "Die Rackettheorie begreift die gesellschaftliche Struktur der fortgeschrittenen Industrienationen als politisch totalitär und wirtschaftlich monopol- bzw. staatskapitalistisch. Gesellschaftliche Interessengruppen beschreibt sie als rivalisierende Banden (englisch: rackets). Sie gewähren ihren Mitgliedern Schutz, verlangen aber unbedingte Unterwerfung. In mehr oder minder offen brutal geführten Verteilungskämpfen ringen sie um Erhalt und Vermehrung ihrer Besitzstände sowie um soziale Vorherrschaft und teilen die gesellschaftliche Macht antagonistisch unter sich auf. Der einzelne könne sich in dieser Sozialstruktur überhaupt nur noch durch seine Zugehörigkeit zum jeweiligen "racket" erhalten - also tendenziell nur durch die Verleugnung seiner selbst als Individuum".
Gewiss ziehen Sie eine staatspolitische anstatt einer soziologischen Perspektive zu Rate, doch im zentralen Moment, der Instanziierung eines personalen Machtzentrums, kommen Sie überein. Gleichermaßen, so meine ich, sollten Sie sich mit der Kritik an der "racket"-Theorie auseinandersetzen, mit der sie durch das Frankfurter Institut für Sozialforschung in den 50ern konfrontiert wurde. So heißt es bei Schweppenhäuser weiter: "Ohne Zweifel hat die Rackettheorie physiognomisch die Züge nachliberalistischer Gesellschaften in den fortgeschrittenen Staaten dieses [des 20.] Jahrhunderts getroffen [...]. Aber die Problematik der Theorie liegt erstens in ihrer zu geringen Kraft, die einzelnen Gruppen angemessen zu differenzieren, und zweitens in ihren ökonomischen Voraussetzungen. Sie steht und fällt mit der Richtigkeit der Annahme, dass das 20. Jahrhundert das Zeitalter des Monopolkapitalismus ist, gleich ob er scheinbar demokratisch oder faschistisch organisiert oder durch Staatssozialismus ersetzt ist. Doch die Liquidation der Zirkulationssphäre, die Abschaffung der Konkurrenz und die Ersetzung der Anarchie der Warenproduktion durch Kommandowirtschaft hat in Wahrheit nie stattgefunden".
Adornos Schluss aus der empirischen Falsifizierung der "racket"-Theorie ist in seiner These von der verwalteten Welt skizziert (1956). Hierbei handelt es sich um eine deutliche Diffusion der malevolenten rackets zurück zu einer Kritik gesellschaftlicher Strukturen anstelle von Akteuren.
Rein emotional fällt es mir nicht schwer, Ihren Zweifel an den libertären Eliten nachzuvollziehen. Dennoch halte ich es für voreilig, von der Intransparenz der Machtverhältnisse auf gesellschaftlichen Totalitarismus kurruptibler Einzelner zu schließen.
Bitte grenzen Sie die Überlegungen zur NWO von der o. g. "racket"-Theorie ab.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 15:36

@ Midwicz: Ich denke überhaupt nicht daran, irgendetwas "abzugrenzen", nur weil irgendjemand mir ein Stöckchen hinhält. Ich bin doch hier nicht der Alleinunterhalter.

@ alle Verfasser gelöschter Kommentare:

Es ist sinnlos, mir Dinge in den Mund zu legen, die ich nicht geschrieben habe, Dinge zu ignorieren, die ich sehr wohl, und zwar in diesem Kommentarstrang geschrieben habe, und so zu tun, als hätte ich sie nicht geschrieben. Sinnlos ist das deshalb, weil solche Kommentare, die zu beantworten schon der Ungezogenheit ihrer Verfasser wegen eine Selbsterniedrigung wäre, niemals das Licht der Welt erblicken werden.

nino
30. September 2012 15:39

@Biobrother

"Die sog. Elite erkennt irgendwann, welches Pferd das Rennen machen wird und hängt sich dann unterstützend an dieses dran, um das politische Feld zu bestellen und den zu erwartenden Sieger schon einmal für die eigenen Interessen gewogen zu machen (konnte man ja ganz gut bei Obama – sicher nicht von vorne herein der Favorit des Geldadels – sehen, nachdem Bush junior den konservativ-wirtschaftsliberalen Karren völlig vor die Wand gefahren hatte)"

Es ist beruhigend zu wissen, dass das Volk seine Führer akklamiert und diese von der Elite erst dann korrumpiert werden. Allein, ich glaube nicht daran. Obama wurde systematisch aufgebaut. Auch schon Jahre vor der Präsidentschaftswahl. Hätte er sich als Senator nicht bewährt, wäre er wohl kaum zum Präsidenten aufgebaut worden.

zentralwerkstatt
30. September 2012 17:18

Vorweg die Bitte um Verzeihung meiner orthographischen und grammatikalischen Fehler im obigen Beitrag.

Meine Erfahrung ist tatsächlich, daß die Menschen lieber in einer Lüge leben als sich aktiv mit unbequemen Gegebenheiten zu konfrontieren. Der Überbringer der Katastrophennachrichten wird als Störfaktor im Rosawolkenkuckucksheim empfunden und geächtet. „So einfach ist die Welt nicht.“, einerseits „So komplex kann keine Verschwörung funktionieren ohne daß etwas durchsickert.“ andererseits - ich mach mir die Welt, widde, widde wie sie mir gefällt…

Wer schon einmal in die kalten Augen eines Macht-/Geldmenschen gesehen hat oder gar mit ihm zu interagieren / verhandeln hatte, der hegt keinen Zweifel an der Motivation der gegen uns alle (Einheimische und Einwanderer, Deutsche und Europäer, Iraner und Israelis…) verübten politischen Verbrechen: Es geht um Macht, das Instrument ist Geld, dessen allgemeiner „Verteilschlüssel“ das Teile und Herrsche ist, die Systemlehre ist die Angst, die Ablenkung ist der Trieb in jeder Ausprägung gemäß den "7 Todsünden".

Ich jedenfalls bin lieber einmal zuviel mißtrauisch, als daß ich mich auch nur einmal in einer Lüge einrichten würde. Und ich empfinde reichlich Lebensfreude dadurch, denn was ist edler als sich um die Wahrheit in und um sich zu bemühen, für einen Christen allemal? Ob ich mich im Besitz der reinen Wahrheit wähne? Natürlich nicht, daraus rührt ja auch mein sittliches Empfinden, anderen keine Vorschriften machen zu wollen und überhaupt zu können so wie auch andere nicht in mein Leben hineinzureden haben (eigentlich).

Und freilich ist der linke Peer links. Links heißt ja nicht von ungefähr links. Noch ist Merkel nicht „abgewählt“. Vielleicht ist der Peer auch nur als scheinbare Alternative für das Wahlvieh im alternativlosen Spiel ausgelobt. Nicht daß der Buntesbürge doch noch einmal auf die Idee kommt, Parteien außerhalb der NGO aus der Versenkung zu reißen…natürlich zählt der Zähler und nicht der Wähler, aber lieber möchte man nicht auf eine Zählerverschwörung zurückgreifen, falls der Peer auch durchfallen sollte in der Restwählergunst. Es ist müßig zu spekulieren, immerhin bindet das auch bei uns Kräfte, insofern sollte das Feld für den „Aktuelle Kamera“-Konsumenten allemal bestellt sein: „Mit dem Peer wird vielleicht doch alles wieder gut, er ist vielleicht das geringere Übel.“ …

Ernst Wald
30. September 2012 17:56

@Manfred Kleine-Hartlage: Wie kommt es eigentlich, dass so jemand wie Jürgen Trittin zur Bilderberger-Konferenz eingeladen wurde?

Martin
30. September 2012 18:20

Steinbrück war schon lange vor seinem Bilderberger Besuch 2011 ein überzeugter Jünger des Euros und der uneingeschränkten europäischen Solidarität mit bspw. Griechenland - Dafür Schulden machen und dass Deutschland zu zahlen hat, war und ist für ihn kein Problem, ich habe ihn bspw. dazu "live" anno 2010 in Berlin schon reden hören.

Ob da jetzt die "Bilderberger" etwas mit der Kanzlerkandidatur zu tun haben oder nicht - im Gegensatz zu Trittin hatte Steinbrück zumindest seine Positionen bereits vor dem Bilderberger Besuch 2011 und da hat sich auch nicht mehr viel daran geändert seit dem.

Der internationalen Hochfinanz kann es ja eigentlich egal sein, ob nun Merkel oder Steinbrück in Deutschland Kanzler ist, denn so viele Unterschiede sehe ich da nicht, außer, dass Frau Merkel doch tatsächlich irgendwie noch versucht, sich dahingehend einzulassen, dass mit dem Zahlen auch eine gewisse Art oder zumindest des Anscheins des "Anschaffens", getreu dem Motto, "wer zahlt, schafft an", verbunden sein sollte, sprich, es dazu auch noch entsprechende Regularien geben sollte.

Meiner Meinung nach wäre Steinbrück auch ohne Bilderberger Besuch in 2011 Kanzlerkandidat der SPD geworden, da er nur einen ernsthaften Konkurrenten gehabt hat (Steinmeier - wer in bisschen Einblick in die SPD in den letzten Jahren nehmen konnte, der weis, dass Gabriel nie ernsthafte Chancen und demzufolge auch keine ernsthaften Ambitionen entwickelt hatte), und der wollte schon länger nicht so richtig ... zumindest eben nicht für die anstehende Wahl in 2013, wo die Chancen für die SPD auf die Erringung der meisten Mandate schon seit langem eher gering sind.

Ich persönlich halte das Bilderberger Thema für absolut überbewertet und das kommt meines Erachtens daher, dass die Bilderberger Konferenz so schön Schlaglichtartig etwas darstellt, wovon der gemeine, politikferne Mensch, sonst eben nichts mitbekommt, was aber eher etwas normales im politischen Betrieb ist. Man kennt sich, man trifft sich, man bringt neue Leute dazu, Lobby hier, Lobby da, etc.

Bilderberg ist mit Sicherheit keine "geheime Weltregierung".

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 18:30

@ Ernst Wald:

Wenn man Steinbrück als Kanzler will, wäre es inkonsequent, nicht auch seinen designierten Koalitionspartner einzuladen.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 18:34

@ Martin:

Bilderberg ist mit Sicherheit keine „geheime Weltregierung“.

Das glaube ich auch nicht, dazu sind die Konferenzen zu kurz und auch nicht geheim genug. Es ist eine Art internes Plenum, bei dem die informell bereits getroffenen Vorentscheidungen dem Forum der wichtigsten Leute noch einmal zur Begutachtung und Akklamation vorgelegt werden.

Manfred Kleine-Hartlage
30. September 2012 18:43

@ Martin:

Der internationalen Hochfinanz kann es ja eigentlich egal sein, ob nun Merkel oder Steinbrück in Deutschland Kanzler ist, denn so viele Unterschiede sehe ich da nicht, außer, dass Frau Merkel doch tatsächlich irgendwie noch versucht, sich dahingehend einzulassen, dass mit dem Zahlen auch eine gewisse Art oder zumindest des Anscheins des „Anschaffens“, getreu dem Motto, „wer zahlt, schafft an“, verbunden sein sollte, sprich, es dazu auch noch entsprechende Regularien geben sollte.

Und das ist genau der Unterschied: Merkel war schon zu schwach, die Kriegsbeteiligung Deutschlands in Libyen durchzusetzen. Gerade weil jeder weiß, dass sie damit gegen ihre Überzeugung handelte, war dies ein Zeichen der Schwäche: Sie war gezwungen, auf die Meinung des Volkes Rücksicht zu nehmen. (Zwei Wochen nach diesem Beschluss verlor der zuständige Außenminister den FDP-Vorsitz, drei Monate danach war Steinbrück bei den Bilderbergern. Klar doch, alles Zufall.) Und auch in der Eurokrise muss sie - aus demselben Grund - wenigstens ein Feigenblatt bewahren, und bereits dies ist den EU- und Globaleliten schon zuviel, deshalb muss sie aus deren Sicht weg.

Ich verstehe übrigens, wenn jemand aus diesem Grund sagt: Na, dann lasst sie uns doch unterstützen, wenn unsere Gegner sie aus solchen Gründen weghaben wollen. Ich finde nur, dass wir auf die Dauer mit einer solchen Politik des kleineren Übels nicht weit kommen werden, und dass es wichtiger ist, Kante zu zeigen.

Martin
30. September 2012 19:18

@Manfred Kleine-Hartlage:

Ich wollte Frau Merkel mit meinen Ausführungen nicht irgendwie in Schutz nehmen oder sie gar als das "kleinere Übel" hinstellen.

Für mich ist Merkel/Steinbrück bei der kommenden BT Wahl eher eine Win-Win-Wahl für außerdeutsche Interessen ...

Wenn Ihre "Kante" doch hoffentlich einmal irgendwer ernsthaft zu spüren bekäme ... man steht heute doch irgendwie als Normalbürger nur noch wie bescheuert da - ist gezwungen, Maulaffen feil zu halten und kann allenfalls versuchen, sein Privates irgendwie notdürftig behelfsmäßig Sturmfest zu machen ...

zentralwerkstatt
30. September 2012 19:27

"Steinbrück war schon lange vor seinem Bilderberger Besuch 2011 ein überzeugter Jünger des Euros und der uneingeschränkten europäischen Solidarität mit bspw. Griechenland – Dafür Schulden machen und dass Deutschland zu zahlen hat, war und ist für ihn kein Problem, ich habe ihn bspw. dazu „live“ anno 2010 in Berlin schon reden hören."

Martin, beachten Sie Ihre Verwendung des Lügenwortes "Solidarität", die schon gar nicht mit Griechenland oder den Griechen, sondern einzig mit den Schuldnern besteht. Allerdings wäre zur Beschreibung des tatsächlichen Vorgangs das Wörtchen Ausbeutung richtig. Über "Griechenland" findet nur die Geldwäsche statt, denn es ist nichts anderes passiert als Vermögenswerte aus den produktiven Ländern zu rauben.

Entweder ist Steinbrück so dermaßen dumm, daß er das Finanzsystem, das die Parole "Die Bank gewinnt immer" abbildet, nicht durchschaut oder abgrundtief verkommen, weil er dafür wirbt, daß Europa in den Bankrott trudelt, der ihm über das monopolisierte Schuldgeldsystem alternativlos blüht.

Es kann KEINE RETTUNG aus den Schulden geben, das verbietet die Mathematik, entweder die Produktiven wehren sich oder aber werden zur Ader gelassen. Aufgrund der allgemeinen Begriffsstutzigkeit letzteres. Und wer meint, den Schuldnern ginge es darum, nicht nur für die nächsten Millionen Jahre materiell ausgesorgt zu haben, sondern für den doppelten Zeitraum, der irrt. Es geht um Macht, um die totale Macht. Festgeschnürt wird sie über das Schuldgeldsystem auf Basis des Dollars und einer "internationalen Governance" (Schäuble) durch sukzessive Auflösung der Nationalstaaten (Globalisierung). Es machen ja auch alle mit, die meisten jubeln noch dabei.

Unke
30. September 2012 20:16

@ Manfred Kleine-Hartlage 30.09. 2:15
Interessante Details... man vergißt ja so schnell!

Dass Merkel rausgekickt werden soll weil sie bzgl. Lybien nicht schnell genug gehorcht hat halte ich für übertrieben. Sie und Westerwelle haben sich doch danach (also nach der Weigerung Truppen zu entsenden) an Ergebenheitsadressen überboten...
M.E. handelt es sich bei Steinbrück vs. Merkel um Nuancen, ähnlich wie bei Gauck vs. Wulff. Deswegen interpretiere ich die Inthronisierung bzw. das Gutheißen von Steinbrück als Kandidaten durch NWO- Gewaltige nicht als Wunsch Merkel zu ersetzen sondern als Alternative einen 100% NWO- Kompatiblen zur Hand zu haben.

Zu Steinbrück noch 3 Dinge:

1. Bei einer Diskussion. ca. 2009 (gesendet auf Phoenix, wenn ich das richtig in Erinnerung habe), befragt nach den Ursachen der "Finanzkrise" sagte er schlicht; "das anglo-amerikanische Finanzsystem"; also einen Prozess, der auch als "Financialisation" (Herrschaft der Finanzsektors [Banken, Hedgefonds, Private Equity, PPP, ...] über alle übrigen Lebensbereiche) umschrieben wird. (Damals hat auch ein gewisser Roland Koch davon gesprochen man müsse aufpassen, dass die Finanzkrise nicht "wieder mal" den Juden in die Schuhe geschoben werde [muaha].)
Da hatte mal jemand ohne das übliche Wischiwaschi eine klare Aussage gemacht (und lag auch noch richtig). Er wird bei anderen Gelegenheiten seine Loyalität zum Finanzkapital ausreichend bewiesen haben.

2. Unvergessen auch S.'s Auftritt in Hamburg, als er vor der geladenen Hamburger (bürgerlichen) Nobilität ex Kathedra verkündete, dass sich die berühmten „breiten Schultern“ auf (weitere) Opfer einzustellen hätten.
Widerspruch?
Protestreaktionen?
NULL.
Wie ich diese Pfeffersäcke verachte!

3. Wie einige meiner Vorposter bin ich der Meinung, dass man die Causa Steinbrück nicht zu wichtig nehmen sollte. Wenn nicht er, würde sich problemlos ein anderer Verräter finden - Steinmeier stand ja z.B. bereit. (Wobei, es gibt durchaus graduelle Unterschiede; so ist m.E. durchaus nicht gleichgültig ob CDU oder Grüne bei der Einwanderung den Ton angeben - ich will das hier aber nicht weiter ausmalen.)
Steinbrück hat als lebenslanger Apparatschick und Parteibonze in seinem ganzen verpfuschten Leben nichts, aber auch gar nichts geleistet. Er ist ein typischer "empty suit", ein eitler Nullleister, der von der Systempresse (vorübergehend?) gehyped wird. Mitunter wird die Grenze zur Peinlichkeit überschritten; etwa wenn extra auf sein Schachspielen mit Schmidt verwiesen wird.
Steinbrück ist von durchschnittlicher Intelligenz mit einer Politiker-typischen Haltlosigkeit und Geltungsbedürfnis. Am Ende wird er Vizekanzler unter Merkel - so what.

Bin ja gespannt, ob FDP und Piraten es in den nächsten BuTa schaffen. Man fragt sich ja manchal -angesichts des orchestrierten Hoch- und Runterschreibens- ob die Systemmedien das Wahlergebnis wirklich derart "nach Wunsch" feinjustieren können? Oder wird da bei der Stimmenauszählung nachgeholfen...?

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