Bündische Reformschule? – eine Projektbeschreibung

von Heino Bosselmann

Was würde geschehen, jemand hätte das Zeug und die Gefährten dazu,...

 Gastbeitrag

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eine Schu­le in frei­er Trä­ger­schaft anzu­mel­den, die sich den Idea­len der bün­di­schen Jugend ver­pflich­tet sieht? Vor Jah­ren schlug ein jun­ger Mann aus dem Frei­bund genau das vor. Ich ver­such­te damals, hier anzu­set­zen, aber mir fehl­ten schließ­lich die Mit­tel, die Lob­by, die Mit­strei­ter. Es blieb beim Kon­junk­tiv irrealis:

Wenn wir eine Schu­le grün­de­ten, die zum einen die brach­lie­gen­de Tra­di­ti­ons­li­nie von Her­mann Lietz und Gus­tav Wyne­ken auf­nimmt, zum ande­ren mit den ver­lo­ge­nen Euphe­mis­men und Non­sens­be­grif­fen ver­meint­lich moder­ner Päd­ago­gik offen­siv bricht, um Jugend wie­der an den Inhal­ten selbst zu moti­vie­ren – mit Lust an Tief­grün­dig­keit und der Inspi­ra­ti­on eige­nen selbst­tra­gen­den Inter­es­ses. Neue Wach­heit, neue Emp­fin­dungs­stär­ke, neue Erre­gung! Kein Kon­ven­tio­na­lis­mus, kein retro­spek­ti­ver Blick, aber das Bewußt­sein ursprüng­li­cher Anlie­gen, mobi­li­siert im Sin­ne von neu­er Avantgarde.

Und nicht nur dies: Eine Schu­le, die über­haupt erst die Fähig­keit zur Hal­tung und Form aus­bil­de­te, im Sport und auf Fahr­ten Selbst­er­fah­run­gen ermög­lich­te und Selbst­über­win­dung erle­ben lie­ße. Der Jugend fehlt neben vie­lem ande­ren vor allem dies: Erleb­nis, Bewäh­rung, Ver­ant­wor­tung. – Ja, es gibt die Land­er­zie­hungs­hei­me noch, und sie mögen red­li­cher arbei­ten als all die rein unter­neh­me­ri­schen Pri­vat­schu­len, deren Eli­te-Begriff sich bei genau­er Betrach­tung auf die Höhe der finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen durch die Eltern­häu­ser beschränkt. Die LEH-Bewe­gung fir­miert nach allen Wen­dun­gen und Skan­da­len unter neu­em Namen und hat sich ihren Ursprungs­idea­len stark entfremdet.

Wäre ein neu­er Impuls denk­bar, ähn­lich gemein­schaft­lich finan­ziert viel­leicht wie die neue Biblio­thek des Kon­ser­va­tis­mus in Ber­lin? Was sag­ten Eltern wohl dazu, wür­de ihnen schon im Infor­ma­ti­ons­ge­spräch erläu­tert, daß sich eine sol­che Schu­le nicht dazu instru­men­ta­li­sie­ren lie­ße, Kar­rie­re­plä­ne zu garan­tie­ren, wohl aber ihr Ziel dar­in erkennt, Steh­ver­mö­gen, Mut und kri­ti­sche Urteils­kraft aus­zu­bil­den, auf daß der jun­ge Erwach­se­ne sei­nen Ort selbst fin­den wer­de, von dem aus er enga­giert han­deln kann, ohne sich zu ver­bie­gen und durch­aus zuguns­ten der All­ge­mein­heit? Mit einer inne­ren Stär­ke, die ihn selbst wid­ri­ge gesell­schaft­li­che Umstän­de bestehen lie­ße, und mit der Cou­ra­ge, für deren Ver­än­de­rung einzutreten?

Wei­ter im Kon­junk­tiv: Gäbe es eine Kli­en­tel, die es ver­trü­ge, daß Bewer­tun­gen und Noten ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Infla­tio­nie­rung wie­der rea­lis­tisch erfolg­ten und die „Schnit­te“ daher bis­wei­len sogar schlech­ter aus­fie­len als an den staat­li­chen Durch­rei­che- und pri­va­ten Dienst­leis­tungs­gym­na­si­en, dafür aber zu erwar­ten wäre, daß jemand aus die­ser Schu­le mit einer Drei tat­säch­lich garan­tiert befrie­di­gen­de und mit einer Vier aus­rei­chen­de Leis­tun­gen bräch­te und dazu laut dif­fe­ren­zier­ter Beur­tei­lung noch aller­lei genau­er bestimm­ba­re Stär­ken und Talen­te vor­wie­se, die sich in einer Zen­sur, einer Zif­fer allein, nicht widerspiegeln?

Wür­de eine Schu­le akzep­tiert, die den übli­chen Eti­ket­ten­schwin­del und die Lächel­ge­sich­ter-Pro­spek­te bewußt ver­mie­de, dafür jedoch ehr­li­che Ver­ein­ba­run­gen schlös­se, eine Schu­le, der man Bil­dung im Sin­ne per­sön­li­cher Rei­fe ver­dan­ken, an deren Anfor­de­run­gen man wach­sen, aber selbst­ver­ständ­lich auch schei­tern könn­te, wenn das intel­lek­tu­el­le und cha­rak­ter­lich-men­ta­le Ver­mö­gen trotz aller Trai­nings- und För­der­mög­lich­kei­ten nicht aus­reich­te? Der Geschei­ter­te ist kein Ver­wor­fe­ner; er bedarf ledig­lich eines ande­ren, für ihn aus­kömm­li­chen Ortes.

Es gin­ge mit einer sol­chen Schu­le um den Ver­such einer neu­en Ver­bind­lich­keit, die woan­ders zuguns­ten der gro­ßen Bequem­lich­keit des Durch­brin­gens von all und jedem aus poli­ti­schen Grün­den im Akt eines fata­len Selbst­be­tru­ges längst auf­ge­ge­ben wur­de. Man stel­le sich das vor: neben Mathe­ma­tik und Natur­wis­sen­schaf­ten die deut­sche Spra­che im Mit­tel­punkt, weil ihr Beherr­schen mehr als alles ande­re Indi­vi­dua­li­tät, Argu­men­ta­ti­ons­ver­mö­gen und ein brei­tes Spek­trum an Anschau­ung von Welt, Mensch und Gesell­schaft ermög­licht. Dazu ein intern zusam­men­ge­stell­ter Kanon an natio­na­ler und Welt­li­te­ra­tur, der nicht starr sein müß­te, son­dern stets neu revi­diert wer­den könnte.

Fer­ner ein Umfeld, das Natur­er­leb­nis, Arbeit, Tech­nik­erfah­rung und den Umgang mit Bedürf­ti­gen ermög­licht, Soli­dar­prin­zi­pi­en folgt, die im bes­ten Sin­ne den Korps­geist eines Eli­te­den­kens her­aus­bil­den, der sich immer wie­der bewußt macht: Ein so hoher Anspruch will stets neu erar­bei­tet und ange­strengt zum Guns­ten aller erprobt wer­den. Wege zei­gen, nicht oktroy­ie­ren, Nach­denk­lich­keit ent­wi­ckeln, nicht mani­pu­lie­ren. Viel­leicht eine schlich­te Kluft, die mit den Jah­ren in Benut­zung ver­dient aus­bleicht, aber kei­ne Uni­for­mie­run­gen. Wider­spruch dul­den, und doch: In der Dis­zi­plin dort eng füh­ren, wo sie noch nicht vor­han­den ist. Was dies­be­züg­lich zähl­te, wäre – in Kor­re­spon­denz – die Fähig­keit zur Selbst­dis­zi­plin bei den Schü­lern und die sich nur in Ergeb­nis bio­gra­phi­scher Arbeit ein­stel­len­de natür­li­che Auto­ri­tät der Lehrenden.

Das Leis­tungs­den­ken bezö­ge sich an einem sol­chen Ort nicht allein prag­ma­tisch auf künf­ti­ge Markt­fä­hig­keit, also nicht auf die strom­li­ni­en­för­mi­ge Schü­ler­per­sön­lich­keit eines künf­ti­gen Kon­su­men­ten und beque­men Demo­kra­ten, son­dern wür­de das ange­streb­te Absol­ven­ten­bild im Citoy­en und kri­ti­schen Geist erken­nen, der um sein geschicht­li­ches Her­kom­men eben­so weiß wie um die Chan­cen und Gefah­ren, mit denen die Nati­on zu rech­nen hat. Eine sol­che Schu­le ver­mie­de zuguns­ten qua­li­ta­ti­ver Hoch­wer­tig­keit den Streß der Quan­ti­fi­zie­run­gen, hiel­te sich aus dem gro­ßen kul­tus­mi­nis­te­ri­el­len Aus­pro­bie­ren der päd­ago­gi­schen Moden weit­ge­hend her­aus und wüß­te, daß ohne Muße, Kon­tem­pla­ti­on und Aus­gleichs­trai­ning gar nichts fest­zu­hal­ten ist.

Alle gestell­ten Anfor­de­run­gen, alle Inhal­te, alle Ver­an­stal­tun­gen wären rigo­ros auf ihre Rele­vanz zu prü­fen, wobei die­se kei­nes­falls nach dem rein prak­ti­schen Wert oder ideo­lo­gi­schen Gehor­sam – einer­lei wem gegen­über – bemes­sen wer­den dürf­te. Nur ein Mar­ke­ting: Offen­heit, Ver­tei­di­gung des Ansin­nens, beschei­de­nes Her­zei­gen des Voll­brach­ten. Ver­zicht auf „Prä­sen­ta­ti­on“, Prio­ri­tät der Tat.

Man stel­le sich eine Schu­le, idea­ler­wei­se ein Inter­nat, vor, das bewußt Gegen­po­si­tio­nen zu einem Bil­dungs­sys­tem auf­ruft, des­sen Begrif­fe und Zei­chen seman­tisch längst nicht mehr klar sind. Eine sol­che Alter­na­ti­ve wäre ent­ge­gen zu erwar­ten­der Reflex-Vor­wür­fe nicht staats­feind­lich, sie ver­such­te viel­mehr, einen Bil­dungs­auf­trag zu erfül­len, des­sen Ziel­stel­lun­gen durch minis­te­ri­el­le Rhe­to­rik und müdes büro­kra­ti­sches Dau­er­la­vie­ren sowie zau­dern­des, immer neue Zuge­ständ­nis­se und Kul­tur­ver­lus­te hin­neh­men­des Impro­vi­sie­ren hin­ter den Phra­sen kaum mehr zu erken­nen sind.

Was für ein neu­er All­tag: Gemein­sa­mer Früh­sport, um erfrischt zu sein und auf Puls zu kom­men, ein Unter­richt, der sich per­ma­nent sei­nes Anlie­gens zu ver­ge­wis­sern hat, hohe Anfor­de­run­gen, getra­gen aber von einem päd­ago­gi­schen Ethos, das nie­man­den zurück­läßt, der noch ehr­lich wil­lens ist, sich zu über­win­den und Kräf­te zu mobi­li­sie­ren, eine Leben­dig­keit, die von den indi­vi­du­el­len Eigen­hei­ten und dazu benö­tig­ten Frei­räu­men jedes ein­zel­nen bestimmt wird und die aller bedarf. Mut zur Beson­der­heit, zur Eigen­wil­lig­keit, ja mit­un­ter zur Eigen­bröt­le­rei, aber den­noch die Über­zeu­gung, daß es die gesam­te Trup­pe braucht, um gro­ße Auf­ga­ben anzugehen.

Durch­aus ein aske­ti­scher Zug: Ver­mei­dung von Ver­schwen­dung, ein­fa­che, aber gesun­de Kost, Ritua­le und Sym­bo­le, die für den inter­nen Bereich der bil­li­gen Ora­li­tät von Kon­su­mis­mus und Öko­no­mis­mus absa­gen, Pfle­ge ver­ges­se­ner bür­ger­li­cher Tugen­den wie der Spar­sam­keit gegen­über und der Wert­schät­zung von Res­sour­cen, Wür­di­gung der ein­fa­chen Arbei­ten: Sau­ber­ma­chen, Diens­te, Gar­ten, Hand­werk. Lebens­art statt Life­style. Fer­ner: Fern­se­hen frü­hes­tens ab 19.00 Uhr, nur aus­ge­wähl­te Sen­dun­gen, Inter­net zwar zeit­lich por­tio­niert, inner­halb die­ser Pha­sen aber zur Ori­en­tie­rung und Kor­re­spon­denz aus­rei­chend zugäng­lich, die Biblio­thek stets offen, die wich­tigs­ten Tages­zei­tun­gen immer aus­lie­gend, Por­to zur Pfle­ge der Brief­kul­tur vom Haus gestellt.

In einer sol­chen Schu­le wären Pro­jek­te kei­ne Insze­nie­run­gen hin­ter Glas, son­der­ten wen­de­ten sich der Pra­xis, etwa dem Öko­lo­gi­schen, vor allem dem Aus­pro­bie­ren in den Küns­ten zu. Man leb­te nicht im Klos­ter, son­dern such­te in der Umge­bung, wo zu hel­fen und dabei zu ler­nen wäre: Feu­er­wehr, gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tun­gen, die unent­gelt­li­che Hil­fe bräuch­ten und schätz­ten, Ret­tungs­schwim­mer­aus­bil­dung, Teil­nah­me an Rena­tu­rie­run­gen, Arbeit mit Kin­dern, bas­telnd und sport­lich, Feste.

Mag sein, das klingt roman­tisch, aber die­se Vor­stel­lun­gen wären zu ver­wirk­li­chen und gestalt­bar. Das Hohn­la­chen erstür­be schnell, sähe man die jun­gen Men­schen nicht künst­lich ani­miert und unter­hal­ten, son­dern selbst­tä­tig am Werk. Die Eigen­stän­dig­keit einer sol­chen Schu­le fie­le auf, weil Idea­lis­mus über lan­ge Jahr­zehn­te eben­so lächer­lich gemacht wur­de wie Natio­na­lis­mus als poli­tisch unmög­lich gilt. Mut zum Beson­de­ren, auch zur Abgren­zung: Das eine machen wir, das ande­re nicht, bei­des ziem­lich prin­zi­pi­ell. Leit­be­grif­fe wie Lie­be und Kampf bräuch­ten nicht umschrie­ben, son­dern dürf­ten aus­ge­spro­chen wer­den. Die­se Schu­le wäre kein Ort des Sub­ver­si­ven und der heim­li­chen „Deutsch­tü­me­lei“; sie stün­de mit­ten im Bestre­ben des Grund­ge­set­zes, ver­mut­lich fes­ter als all die ver­zet­tel­ten Vor­ha­ben und Kam­pa­gnen, die der Bil­dungs­be­reich inner­halb der letz­ten drei­ßig Jah­re durchlitt.

Mag sein, das geru­fen wird: Napo­la! Bestimmt sogar. Das müß­te man aus­hal­ten. Die Wal­dorf-Schu­len etwa ver­dan­ken ihr päd­ago­gi­sches Kon­zept Rudolf Stei­ners Anthro­po­so­phie, also einer rei­nen Eso­te­rik und „Geheim­wis­sen­schaft“. Wes­halb demons­triert kei­ner vor deren Toren? Wes­halb brüllt kei­ner: Sek­te! Weil sich die Stei­ner-Schu­len einen beson­de­ren Ruf erar­bei­tet haben und sie eine schul­ge­schicht­li­che Bilanz vor­le­gen, die beweist, wie erfolg­reich sie im Sin­ne ech­ter Mensch­lich­keit wirk­ten. Bei allem, was man von Anthro­po­so­phie hal­ten mag – und ein­ge­denk des­sen, daß es die­se Schu­len nicht dar­auf anle­gen, zwangs­läu­fig beken­nen­de Anthro­po­so­phen zu ent­las­sen, son­dern reg­sa­me und mit ihren eige­nen Bega­bun­gen ver­trau­te jun­ge Men­schen. Auch dies eines der vie­len posi­ti­ven und berei­chern­den Ergeb­nis­se der Reform­be­we­gung um 1900.

Kaum je aber waren Refor­men so gefor­dert wie jetzt, hun­dert Jah­re danach, denn das Vater­land däm­mert in einem fau­len Ein­ver­neh­men dahin; es funk­tio­niert, ja, aber es weiß nicht wei­ter, ideell schon gar nicht. Jedes Ange­bot, das aus der Lethar­gie befrei­te, wür­de von auf­merk­sa­men Men­schen ange­nom­men. Eine Schu­le, bün­disch inspi­riert, gehör­te sicher dazu.

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Kommentare (20)

Weltversteher

4. Dezember 2012 10:17

Ein wunderbarer Beitrag, der eine der wichtigsten Gegenwartsfragen aufgreift! So mancher wird sich sofort angesprochen fühlen, etwas dafür zu tun. Jedoch: Die meisten von uns werden nach Ausbildung und Biographie an andere Dinge gebunden sein.
Also zwei Herausforderungen: Die Erwachsenen, die diese Schule tragen, nicht nur die Erzieher, sondern auch die vielen im Hintergrund, die unterstützen und bezahlen - was müßten das für Kerle ohne Schwächen sein! So edel mancher Gedanke in unserer Sphäre gelebt wird, so häufig sind Eigensinn und Eitelkeit.
Und dann die staatliche Verwaltung: Die wird ein solches Unternehmen hassen. Und wie sie schon viel harmlosere Schulprojekte verhindert oder im Wachstum gebrochen hat, so täte sie es gewiß auch hier.

Weltversteher

4. Dezember 2012 11:41

Am einfachsten wäre es noch, wenn so eine Schule, die sicherlich hauptsächlich und zunächst eine Oberschule wäre, sich mit dem Bereich beschäftigte, der über die Schulpflicht hinausgeht. Das sind leider heute bloß noch die Klassen 11 und 12. Aber immerhin.

Ein Abitur durchzuführen, wäre idealerweise entbehrlich. Weil man sich damit an etwas vollkommen wertlos gewordenem messen müßte, und die sämtlichen Anforderungen der Schulbehörde auf dem Hals hätte. Auch einsichtige Eltern dürften sich finden lassen, die abwägen können zwischen solcher bildenden Erziehung in einem wichtigen Alter und so einem Berechtigungsschein, den man (auch später noch) an jeder Ecke kriegt.

Der Berechtigungsschein ist leider für viele Betroffene heute das Entscheidende. Auch wenn man ohne ihn mindestens ebenso ein sinnvolles Leben führen kann. Wobei doch gerade die Zeit reif sein dürfte, anderen Abschlüssen mehr Anerkennung zu gönnen.
Die besagten Waldorfschulen sind dabei, ihren Waldorfabschluß als etwas eigenständiges, anerkennbares zu qualifizieren. Natürlich haben die allerhand vorzuweisen, was dieses Ansinnen bei den in Frage kommenden Anerkennern stützt.

OJ

4. Dezember 2012 12:49

Eine Kontigentierung des Internetzugangs halte ich in Zeiten von Smartphones u.ä. für relativ utopisch. Oder sind die dann auch verboten?

Lars

4. Dezember 2012 13:02

Genaugenommen wäre das DIE richtige Ergänzung zum Institut für Staatspolitik, der Bibliothek des Konservatismus oder Projekten wie der BN. Dazukommen könnten noch Kindergärten und Vereine. Ich wäre jedenfalls bereit, meine Kinder da hinzuschicken. Grundlage wäre wahrscheinlich eine Stiftung. Dafür würde ich spenden.

SL

4. Dezember 2012 15:26

Ich war selbst Jesuitenzöglin in St. Blasien und habe dieser Schule viel zu verdanken. Mit Bedauern muss ich feststellen, dass mein Internat in den letzten 10 Jahren zunehmende "versalement". Katholische Erziehung weicht zugunsten marktwirtschaftlicher Profilbildung. Diese Schule hat durch ihre Geschichte, durch die Person von Pater Alfred Delp SJ und allein aus dem katholischen Glauben heraus eigentlich mehrere Anknüpfmöglichkeiten, um eine kritische Haltung zur Gegenwart einzunehmen. Leider hält auch hier die von Ihnen beschriebene Linienförmigkeit immer mehr Einzug.

Zwar habe ich noch die Hoffnung das St.Blasien noch die Wende schafft, dennoch ist das von Ihnen beschriebene Projekt sehr interessant. Und ich schließe mich meinen Vorredner an, wenn er schreibt, dass eine solche Schule eine perfekte Ergänzung der Szene darstellen würde.

Ich habe in den letzten Jahren häufiger darüber nachgedacht, ob Waldorfschulen eine lohnende Alternative darstellen würde. Da gibt es ja auch solche und solche. Ergänzt durch eine solide katholische oä Betreuung innerhalb der Kirchengemeinde und einen privatorganisiertem, zusätzlichen Schultag am Samstag, mit einem Schwerpunkt beispielsweise auf Literatur oder Geschichte, könnte man eine Erziehung durch eine Waldorfschule entsprechen aufmotzen. Doch der jetzige Gedanken, eine Schule "einfach" selbst ins Leben zu rufen, beigeistert mich sehr. So sehr, dass ich nach zweieinhalb Jahre als Leser dieses Blogs, zum ersten Mal einen Kommentar verfasse. Wer nach der Lektüre dieses Artikels sich lediglich die Frage nach dem Smartphonegebrauch stellt, sollte ihn nochmals lesen. Abgesehen davon, dass dies im Internatsalltag ein lösbares Problem darstellt. Wir durften beispielsweise bis zur Oberprima unser Handy nur zwischen Mittagessen und Studium (16Uhr) und am Abend benutzen. Dazwischen kam es in ein Kästchen im Erzieherzimmer.

Wenn Sie, Herr Bosselmann, vielleicht noch auf die folgenden zwei Fragen eingehen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar:

1) Wie stellen Sie sich die religiöse Erziehung und den Religionsunterricht vor?

2) Können Sie für einen Ausstehenden erklären, was die Kernmerkmale bündischer Erziehung im Vergleich zu anderen Erziehungsmodellen (Katholisch, Waldorf, staatlich, etc) sind?

Kurt Schumacher

4. Dezember 2012 16:26

In Amerika ist ja "home schooling" erlaubt, das heißt, Eltern dürfen ihre Kinder zuhause erziehen. Es gibt extra Bücher für das "home schooling", aber auch die sind freiwillig. Sie dienen sozusagen als "Pergola" (Rankhilfe) für die Bildung der Kinder. Natürlich muß man "Bildung" in den USA immer in Anführungszeichen setzen und-so-weiter; aber die Idee der Hausschule als solche, und ihre (Wieder-)Legalisierung finde ich auch für uns interessant. Noch im 19. Jahrhundert wurden viele Menschen in Deutschland zuhause gebildet! Wer es sich leisten konnte, hatte seinen Hauslehrer. Und damals gab es (soweit ich weiß), auch keinen sich "allein seligmachend" dünkenden Schnüffelschäuble, der ins Fenster gelugt hätte, ob denn die Eltern und ihre Kinder auch fein das "Tagebuch der Anne auf Green Gables" lesen!

Was ich sagen will, ist: Elternhäuser sind deutlich billiger als Landschulheime, und vielleicht als erster Schritt oder ergänzende Option hilfreich. Die Wieder-Legalisierung des Familienunterrichts könnte sogar vollkommen im Rahmen des Grundgesetzes erfolgen. Juristen an die Front! Irgendeine Begründung, die in Karlsruhe geschluckt wird, wird sich schon finden. Wenn es in Amerika erlaubt ist, muß es auch hier gehen.

Aber Vorsicht: Kinder sind sehr genaue Beobachter. Wer sich nicht zutraut, selber ein Vorbild zu sein, sollte lieber vorher nochmal nachdenken.

Heino Bosselmann

4. Dezember 2012 16:39

Sehr geehrter "SL",
zum einen: Nach meiner unmaßgeblichen Auffassung sollten Schüler frei zwischen den Fächern Religion und Philosophie wählen oder beide parallel belegen können. – Für konfessionell gebundene Schüler müßte die Seelsorge erfolgen. Zum anderen: Es gibt keine expliziten Kernmerkmale bündischer Erziehung. Eine solche neu inspirierte Pädagogik müßte konzeptionell erst aus dem breiten Spektrum und reichen Erbe der bündischen Jugendbewegung hergeleitet werden – vielleicht in kritischer Revision der ursprünglichen Ansätze des LEH-Gedankens.
Darüber hinaus: Bedenken Sie hinsichtlich der Waldorfschulen die sie leitende Anthroposophie Rudolf Steiners. Nach meiner Erfahrung setzen sich Eltern damit kaum auseinander, bevor sie ihre Kinder zur Waldorfschule geben. Dieser Einwand wendet sich keinesfalls gegen die Schulen. Mich wundert nur, daß die meisten die Schlüsselwerke Steiners gar nicht kennen, wenn sie sich für die Waldorfpädagogik entscheiden.

Heino Bosselmann

4. Dezember 2012 16:42

Sehr geehrter OJ, es ginge nicht um Verbote, sondern um die Einschränkung eines hirnrissigen Dauergebrauchs. Ich habe nichts gegen die neuen Medien, im Gegenteil; nur könnten Heranwachsende gehalten zu sein, diese gerichtet als Werzeuge denn pauschal als Fetische zu nutzen.

LK

4. Dezember 2012 16:50

Als Angehöriger des Lehrkörpers einer kleinen, einzügigen privaten Grundschule, bin ich direkt betroffen von den Auswüchsen sogenannter Schulreformen usw. Angeregt durch Beiträge aus unterschiedlichen Richtungen, die sich kritisch mit den Folgen aktueller Bildungspolitik auseinandersetzen, blicke ich immer besorgter auf aktuelle Entwicklungen im Schulwesen.
Gerade die Artikel von Herrn Bosselmann sprechen mir hier aus der Seele. Die von ihm hier skizzierte Schule wäre wahrlich eine erfrischende Alternative zu staatlichen Einrichtungen.

Heino Bosselmann

4. Dezember 2012 17:06

Lieber LK, lieber Kollege, ich danke für Zuspruch, bin ich doch mitunter schon skeptisch, ob ich die Zustände allzu verbiestert sehe. Aber etwa seit Beginn der vorigen Jahrzehnts bemerkte ich als in Vollzeit unterrichtender Lehrer und Mentor in einem Internat, daß klare Vereinbarungen schwinden, in den meisten Fächern substantielle Inhalte zugunsten von "Methodenkompetenz" u. ä. reduziert werden und aus politischen Gründen eine Durchlaufabitur geschaffen wird, um der billigen Logik "Mehr Abi – mehr Jobs!" zu folgen. Diesem verhängnisvollen Trend schlossen sich die privaten Häuser "dienstleistend" an. Bitte gestatten Sie, daß ich Ihnen die ausführliche Begründung meiner Kündigung vertraulich an Ihre Mailadresse sende. Sie erkennen darin meine Argumentation gegenüber der Schulleitung, nachdem ich diesen Schritt über Jahre kritisch erwog.

CSM

4. Dezember 2012 17:11

Zwar soll diese Initiative nicht auf eine "Bündische Reformschule" hinauslaufen, ist aber zumindest ein interessanter Gegenentwurf zum status quo des Schulwesens:

https://frankfurterschulinitiative.jimdo.com/

Weltversteher

4. Dezember 2012 19:31

Womöglich wäre es gut und am ehesten machbar, wenn so eine Einrichtung aus einem kleinen Anfang wüchse.
Vielleicht kann man zunächst eine halb- oder einjährige Schule einrichten, die von geeigneten Schulabgängern "aller Art" bezogen wird. Zwar sehe ich es sehr kritisch, in den Reifejahren noch eine Schulbank nach der anderen folgen zu lassen. Man sieht immerhin, daß mit FÖ(S)J oder dem ehemaligen Wehrdienst in dem Bereich durchaus Platz wäre.
Aus der Andeutung des Bündischen (und aus der pädagogischen Notwendigkeit) erahne ich, daß es es auch nicht hauptsächlich um ein reines Schulbank-Drücken und Bücher-Lesen ginge. Die von Bosselmann angesprochenen Aspekte des Leiblichen, des Sozialen, des Musischen usw. würden an der Seite guter Erzieher, schon eher Führer, sich mit schriftlich überliefertem Bildungsgut zu ganzheitlicher Bildung vereinen.
Nach dem NICHTS an Schulbildung, in dem heute nahezu alle Jungen veröden, wäre jeder noch so kleine Keim in diese Richtung ein Gewinn und Grundstein, wenn er nur anspruchsvoll, verbindlich und von gewisser Dauerhaftigkeit wäre.

Wir sollten diesen Gedanken in die Hand nehmen. Sollte sich eine Keimzelle entwickeln, wäre es schön, daran beitragen zu können.

Anna

5. Dezember 2012 09:19

Als Lehrerin würde ich (natürlich) liebend gern in einer solchen Institution unterrichten.
Ob ich allerdings meine Kinder in ein Internat schicken würde, weiß ich nicht.
Wir sind (allerdings nur bei einem Kind) mit unserer normalen staatlichen Schule hochzufrieden. 17 Schüler, kein (!) Problemkind, hohes Leistungsniveau.. Beim Anderen ist es nicht gut, aber noch im Rahmen und vom Elternhaus noch gut auszugleichen. Vielleicht ist das in den höheren Klassen dann problematischer

Inselbauer

5. Dezember 2012 15:03

Zwei von meinen Kindern kommen nächstes und übernächstes Jahr hier in Berlin in eine halb-staatliche Grundschule. Ich habe mich dafür entschieden, die zu erwartenden Gefahren und Nachteile mit einem Haufen Geld auszugleichen, komme was wolle. Nur so kann man hier (über den Wohnort, "Spenden", Zusatzgeschichten usw.) dem Ausländer- und Sozialwahnsinn begegnen, wie ich mir einbilde. Wie schaffen es die 7-fachen Familienväter im ländlichen Sachsen-Anhalt, den eigenen Kindern Musikunterricht zu geben und überhaupt als pädagogische Muskelmänner durchs Leben zu gehen? Diese Variante der nationalen Bewährung steht wohl noch bevor. Oder man macht einen auf Oberschicht, wie ich und lässt sich angstschlotternd in der Sezession als Broiler verspotten...

Albert

5. Dezember 2012 21:20

Eine gute Sache! Bosselmann würde ich das zutrauen.

Wolfgang

5. Dezember 2012 23:52

Naturerlebnis, Arbeit, Technikerfahrung, .. genau das, zusätzlich noch mit einem Schwerpunkt, den ich mit körperlicher Ertüchtigung, sportlichen Herausforderungen etc. umschreiben möchte: Sehr wichtig speziell für Jungen und junge Männer. Dient der Willensbildung, dem Selbstwertgefühl, aber auch der Selbstbehauptungsfähigkeit, insbesondere Letzterer, die heute eher unter öffentlichem Argwohn steht. Wenn dies noch in Verbindung steht mit musischer Erziehung, freiwilligem öffentlichen Dienst, und echtem - nicht vernebelten Wissen - auf allen bedeutsamen Gebieten, dann, ja dann hätten wir die ideale Schule. Aber würde oder könnte der sog. Gesetzgeber eine solche Schule überhaupt zulassen? Möglich wäre sie vielleicht außerhalb der Schulpflichtigkeit, d.h. für junge Leute frühestens nach dem 9. Pflichtschuljahr, also für Frühabgänger der Hauptschule oder Haupt- bzw. Realschüler nach dem 10. Pflichtschuljahr - oder Leuten vom Gymzweig nach der 10. Klasse (d.h. mit Realschulqualifikation). Diese Schule dürfte nicht mit dem Abi werben, weil dann wieder ministerielle Erlasse greifen. Es wäre also eine Art Lebensschule für alle diejenigen, die nach erfolgtem Schulabschluß eine andere Orientierung suchen und bereit sind, eine zusätzliche Phase der Bildung und Orientierung zu absolvieren.

Belsøe

10. Dezember 2012 08:42

Sehr interessant finde ich Ihre Erfahrungen mit Privatinternaten. Diese sind sicherlich hervorragende Bildungsstätten, die sich aber leider durch eine gewisse Verlogenheit disqualifizieren, anstatt einfach ehrlich das zu sein, was sie sind: eine geschlossene Veranstaltung.

Eine Erfahrung dazu aus meinem familiären Umfeld: Ich kenne drei junge Männer, zwei davon Brüder, die im Lebensalter von 12-13 Jahren alle grosse Probleme mit dem Selbstwert und der sozialen Einbindung bekamen, mit allen dazugehörigen Folgen. Schulisch standen vor der Misere alle ähnlich, nämlich im Mittelfeld, danach alle im schlechtesten Drittel. Während die an sich gebildeten, aber durch schlechte Lebensentscheidungen gescheiterten Eltern des ersten Jungen den Dingen hilflos ihren Lauf liessen, war die Arztfamilie der beiden anderen ganz selbstverständlich davon überzeugt, es müsse an der öffentlichen Schule liegen, wenn die Söhne nicht die Leistungen erbrächten die für ein Studium (das berufliche Minimum in dieser Familie) nötig sind.

Sie wurden also zu einem Test in einem der teureren Landerziehungsheime angemeldet, wo den ehemaligen Dreier- und aktuellen Viererschülern das Zeug zur intellektuellen Elite bescheinigt und ein Platz im Internat zugeteilt wurde. Der andere (übrigens der einzige freiwillige und regelmässige Leser der Drei) bekam einen solchen Test natürlich erst gar nicht zu Gesicht, sondern landete in einer Abwärtsspirale die über die Hauptschule in der totalen Orientierungslosigkeit landete, weil er mit seinen gründlich blockierten, im Grunde wohl eher geistigen Interessen keinerlei Perspektive in den ihm offen stehenden Berufswelten fand. Und selbst wenn er eine entsprechende Einstufungsprüfung hätte ablegen dürfen: ob er sich das benötigte Vollstipendium nicht doch mit sehr guten Ausgangsleistungen hätte erkämpfen müssen? Hätten seine Vieren auch für einen Platz ausgereicht, so wie die Vieren der Vollzahlerkinder? Er ist heute jedenfalls aus verschiedenen Gründen eine wirklich traurige Existenz - und liest trotzdem immer noch mehr und anspruchsvoller als die beiden Brüder.

Jene, die sich dann tatsächlich als würdig erwiesen, sind mittlerweile auf dem besten Wege in eine Unternehmensleitung bzw. die väterliche Praxis, dies soll ihnen anerkennend zugestanden werden. Die Qualität ihrer Beschulung dürfte ausser Zweifel stehen. Sogar ihre Zugehörigkeit zu einer Leistungselite kann in einer Gesellschaft, in der Leistungsgelegenheiten und -wahrnehmung zunehmend ungleich verteilt sind, faktisch verteidigt werden. Ob das beeindruckende Resultat aber tatsächlich einer überdurchschnittlichen Befähigung entspringt...oder doch eher der Ausschaltung ehrlicher Vergleiche auf gerechter Grundlage?

Eine Schule die die Befähigung sieht, die Gelegenheit zur Tat bietet, die auch aus dem Geringsten das ihm gemässe und möglichste herausspornt (warum zählt denn immer nur der angehende Chefarzt) - das wäre eine echte Eliteschule. Und zwar unabhängig davon, ob ihre Absolventen später mal Tischler oder DAX-Vorstand werden.

Weltversteher

10. Dezember 2012 20:09

Ich möchte nach dem Vorstehenden betonen, daß die Leistung der Nachkriegsgenerationen untrennbar mit ihrem politischen Versagen und ihrer Kinderarmut zu betrachten ist. Eine Erziehung im Sinne einer leistungsbetonten Schulbildung allein wäre daher für die Zukunft nicht unbedingt hilfreich.
Es wären, um bei der beruflichen Leistung zu bleiben, mindestens Ziele oder Visionen zu vermitteln, wofür man sich fürderhin aufreiben sollte. Wofür soll man denn angesichts einer offenbar zusammenstürzenden Welt Arzt, "Erfinder", "Künstler" usw. sein?

Andrenio

13. Dezember 2012 06:39

Auch für mich ist es der erste Blogeintrag in Jahren Abo der ersten Stunde. Von den Grundschuljahren in Doppelklassen auf dem Dorf abgesehen, war meine Restschulzeit eine Hölle von Langeweile und Mobbing. Für Personenschutz durch den Brutalsten ging mein ganzes Taschengeld drauf. Erschüttert erfuhr ich vor kurzem von meinem im Studium stehenden Sohn, dass ihm fast dasselbe passierte und er es verschwieg. Doch es gab Lichtblicke: Das Schicksal brachte mich in die Jungengruppe eines der Knabenliebe zugeneigten ehemaligen Führer der Bündnischen, der mit uns sang, diskutierte, wanderte, focht, im Winter in eisigen Bächen badete etc. Es eröffnete sich eine komplette Gegenwelt, die ich bis heute mit großer Dankbarkeit im Innern bewahre und von der ich träumen würde, wenn ein Enkel diese einmal erfahren könnte, denn bei meinen Söhnen ist der Zug wohl schon abgefahren. Ohne Schulabschluß? Sehr schwierig! Mit den deutschen Schulbehörden kämpfen müssen? Die Hölle! Warum nicht ins benachbarte europäische Ausland gehen und einen unverfänglichen Namen wie "Europäisches Gymnasium" oder ähnliches wählen? In Zeiten von Ryanair kann man vom Baltikum bis Spanien alles gut, schnell und günstig erreichen. Allein schon die Abwesenheit von linken Sensationsjournalisten und das Fehlen einer Faschismuskeule würde die Sache sehr erleichtern. Ach ja, zu sexuellen Übergriffen des ehemaligen Führers der Bündnischen kam es nie. Wir mussten sogar in der Sauna Badehosen tragen. Diesem herausragenden Menschen, der für den alternativen Nobelpreis vorgeschlagen war, wurde nach anfänglicher Genehmigung das Bundesverdienstkreuz verwehrt, da er als erklärter Gegner der Pöbeldemokratie nie zur Wahl gegangen war. Wenn ich also irgendwie unterstützend sein kann, Herr Bosselmann, gerne!

ein wandervogelfreund

9. Mai 2013 15:44

„Fide, sed cui, vide.“
Trau! schau! wem?

https://rechte-jugendbuende.de/?p=2015

eine bündische schule klingt aber dennoch sehr interessant
und ich beschäftige mich schon des längeren mit diesem thema.

mit freundlichem gruß
thorsten

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