Sezession
4. Dezember 2012

Identitäre Basisarbeit (6): Eine erste Zusammenkunft

Felix Menzel / 7 Kommentare

Die Identitäre Bewegung hat inzwischen eine Internetseite, es gibt bei „Der freie Blick“ auf einer Karte eine Übersicht fast aller Ortsgruppen, und nun haben sich die Initiatoren am vergangenen Wochenende mit 50 Aktivisten aus ganz Deutschland persönlich getroffen.

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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Neben einer kleinen Aktion in bekanntem Stil haben sich die Identitären Gedanken über ihre Strukturen gemacht. Der Bericht darüber liest sich deshalb auch eher wie ein Protokoll einer langweiligen Vereinssitzung, auf der mit deutscher Gründlichkeit eine Tagesordnung abgearbeitet wurde:

Die Organisation klappte dank der Pünktlichkeit aller Teilnehmer hervorragend, und ganz ohne Störungen und Zwischenfällen konnten wir uns dem Grund widmen, für den wir zusammen gekommen waren: der Organisation und Einigung der identitären Kräfte in Deutschland.

Einstimmig wurde auf dem Treffen ein Antrag zur bundesweiten Strukturierung der IB angenommen und aus den Versammelten wurden 4 Verantwortliche für Pressearbeit, IT, Finanzen und eine Leitung gewählt.

Endlich gibt es also eine eigene Presseabteilung! Endlich ist der Kassenwart gewählt. Hoffentlich ist damit jetzt auch die bürokratische Arbeit zum Start der Bewegung abgeschlossen, damit sich die Gruppen dem widmen können, was sie sich vorgenommen haben.

Denn Bürokratie paßt weder zu einer Bewegung noch zu den Identitären, die ich bisher kenne und von denen ich aus anderen Städten gehört habe. Bei diesen Identitären der Basis beeindruckt mich, daß es sich um völlig neue Leute handelt, die bisher in rechten Kreisen (Vertriebenenverbände, Burschenschaften, Publikationen, intellektuelle Projekte, Parteikreise, „Nationaler Widerstand“) nicht anzutreffen waren:

  • Die Identitären sind im Schnitt allerhöchstens Anfang 20.
  • Sie verfügen über keine intellektuelle Vorbildung. Die Gymnasiasten und Studenten sind in der Unterzahl.
  • Ihr politisches Interesse wurde in vielen Fällen erst in den letzten Monaten geweckt.
  • Erfahrungen im politischen Haifischbecken sind Mangelware.
  • Der Schritt von der Virtualität in die Realität ist für diese Generation keine Selbstverständlichkeit, sondern bedarf der Überwindung.

Wer für sich entschieden hat, aktiv zu werden, wirkt viel entschlossener und angriffslustiger als die üblichen Konservativen und Rechten. Aus diesem Grund gestaltet sich auch ein Aufeinandertreffen von belesenen Neuen Rechten und tatendurstigen Identitären als sehr spannend. Der Identitäre interessiert sich nicht für die theoretische Herleitung eines legitimen Widerstands. Er fragt direkt nach der praktischen Relevanz des neurechten Denkens:

  1. Welchen Problemen müssen wir uns als Identitäre annehmen?
  2. Was können wir hier vor Ort tun?
  3. Wie sollen wir es ganz konkret angehen?
  4. Wer macht mit?

Wenn die Neue Rechte beweisen will, daß ihr Denken keine „intellektuelle Selbstbefriedigung“ ist, muß sie diese Fragen mit jeweils einem Satz beantworten können.


Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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Kommentare (7)

niekisch
4. Dezember 2012 21:28

Danke für diesen Bericht! Darf ich ihn ein wenig ergänzen?

https://diskuswerfer.wordpress.com/2012/12/04/identitarer-tanz-am-falschen-ort/

godeysen
5. Dezember 2012 01:05

Ich sach mal: Mit Kapuzenshirtbubis, die so Christian Kracht irgendwie voll endscool finden und gerne Deutsch-Rap hören, ist keine konservative Revolution zu machen.
Was bedeutet Identität in einem politischen Sinn? Diese Frage muss erst einmal bewusst gemacht und zu Ende gedacht werden. Bei der Beantwortung kommen wir an den Fundamenten unserer abendländischen Kultur nicht vorbei.
Ich denke, die Identitären brauchen jetzt vor allem eine Ü30-Gruppe...

Martin
5. Dezember 2012 11:06

Ein Schelm wer nun denkt dass diese Bewegung gerade PRO-fessionell unterwandert wird.

Es wurde bereits angeregt keine aktiven oder auch ehemaligen Mitglieder politischer Organisationen einzubeziehen, zumindest nicht in der Gründungsphase.

Das "Problem" ist unvermeidbar, da gerade im rechten Bereich es viele Leute gibt, die sich bereits auch "woanders" engagiert haben und die gerne zu erfolgversprechenderen Projekten wechseln möchten.

So lange da keine gezielte, abgesprochene "feindliche Übernahme" vorliegt, ist das meiner Meinung nach auch nichts schlimmes, im Gegenteil, man darf sich hier das Recht zu sagen, "der oder die" ist bei uns, nicht von anderen diktieren lassen und vor allem nicht der Argumentation verfallen, "omg - der war womöglich schon mal bei der NPD".

Genau das will doch der Gegner - eine Bewegung kaputt machen, in dem man Leute wegen eines Vorengagements an den Pranger stellt, um so die ganze neue Organisation zu "verbrennen".

Das wird noch wirklich lustig werden, wenn demnächst die NPD verboten werden wird. Was glaubt Ihr, werden deren "Realo"- Mitglieder machen? Ihr politischen Engagement einstellen? Mit Sicherheit nicht ...

Ich für meinen Teil bin auch der Ansicht, dass das ein Teil der VS- Strategie im Projekt NPD ist. Solange es ein politisch erfolgloser Haufen war, war er recht, weil dann alle beieinander waren, die man dann problemlos beobachten und steuern konnte.

Jetzt, wo der "Rechtspopulismus" auch in Deutschland quasi in der Luft liegt, sich neue, evtl. noch erfolgreichere Organisationen bilden könnten und die NPD auch noch in 2 Länderparlamenten mehr als nur die Rolle der Eintagsfliege gibt, liegt es doch quasi auf der Hand, dass man diese Blase von mehreren tausend Personen platzen lässt, damit diese dann die anderen Bewegungen Streubombenartig "verseuchen" können, wenn sie dahin wechseln möchten, sprich, man immer dann auf diese anderen Organisation mit dem Finger deuten kann "da sind ja Ex-NPDler" dabei, ergo Nachfolgeorganisation, Nazis etc.

Dem kann man nur dadurch begegnen, in dem man von Anfang klar erklärt, auch Menschen mit einer solchen Vergangenheit dürfen mitmachen, wir kümmern uns nicht um das Personaldiktat des Gegners, wie schauen jeden Fall individuell an, wir bestimmen, nicht ihr, basta.

Denn dass es dazu kommen wird, dass urplötzlich dann auf einmal Leute mit kameradschaftlichem Hintergrund oder NPD- Hintergrund in der identitären Bewegung zum richtigen Zeitpunkt, wenn dem ganzen evtl. Erfolg zukommen sollte, "auftauchen" oder "enttarnt" werden, dürfte so sicher sein, wie das Amen in der Kirche - wer eine reine, jungfräuliche Bewegung will, der sollte einen Kindergarten kidnappen und in 15- 18 Jahren dann mit dessen Mitgliedern den politischen Versuch wagen - wundert Euch dann aber nicht, wenn der Vorwurf kommt, dessen Vater/Mutter war aber ...

So läuft das Geschäft in der BR Deutschland schon seit Jahren und so wird es auch in Zukunft laufen und die identitäre Bewegung wird damit mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auch schon recht bald zu tun bekommen. Denn eine wirklich sichere "Zulassungskontrolle" ist doch für eine solche Bewegung gar nicht möglich. Ich bin mir sicher, dass bereits jetzt schon entsprechende Personen mit dem Potential "der war doch Nazi" mit dabei sind, von daher sind alle Abgrenzungsversuche der hilflose und untaugliche Versuch, sich einen Persilschein im Voraus auszustellen, den aber dann, wenn es zu so einer Enttarnung kommt, keinen und schon gar nicht unsere heutigen Medienmacher und den Gegner interessieren wird ...

Dem kann man nur damit kontern, in dem man den Wind aus den Segeln nimmt und sich gar nicht darauf einlässt ... Das Motto muss lauten: "Wer bei uns ist, bestimmen wir - nicht ihr".

"Gut, dann bin ich eben ein Nazi" (sinngem. nach Lars v.Trier)

In diesem Sinne: Viel Erfolg!

Kurt Schumacher
5. Dezember 2012 13:22

@ Martin

Es ist schon seltsam, wie sie über die NPD und den VS reden, aber über PI und PRO schweigen. Sie sind doch nicht etwa ein klammheimlicher Fan von Henryk M. Broder?

"100 Prozent identitär, null Prozent Rassismus" - das ist zumindest mißverständlich. Vielleicht ist es aber auch ein Trojanisches Pferd der Multikulti?

Irgendeine Identität hat nämlich jeder! Denken Sie an den peinlichen TV-Film "Roots Germania" (ich glaube, so hieß das Machwerk) der schwarzen Moderatorin Mo Asumang. Wie sie in ihrem Film "herumgeeiert" ist um die Frage der Identität, um sie schließlich doch im BRD-Sinne zu beantworten! (Ihre Mutter ist, laut Wikipedia, eine Weiße aus Hessen, ihr Vater Afrikaner, also ähnlich wie bei Obama.) Ein Vorbild?

Mit anderen Worten, während wir naiven, konservativen Deutschen noch meinen, "identitär" heiße "deutsch" oder vielleicht "europäisch" - - haben "die Herren in der Schloßallee" klammheimlich die Spielregeln geändert, und "identitär" heißt plötzlich ganz simpel "NWO-linientreu" (ohne Rücksicht auf Aussehen, Rasse oder Herkunft, fast wie aus dem Grundgesetz abgeschrieben, nicht wahr?) Wenn das Fell mal ein bißchen juckt, darf man den Ghetto-Blaster einschalten und tanzen. "Der Karneval der Kulturen" steht bereit. Die jungen Iden Rebellion...? "Multikulti wegbassen"...? Oder plötzlich genau das Gegenteil?!

Templarii
5. Dezember 2012 19:49

Toll das es so etwas gibt, aber bitte hört auf euch gleich zu distanzieren! Noch nie was von Alpha und Beta Verhalten gehört? Bitte lernt aus der pick-up Bewegung, hört auf euch zu distanzieren! Hört auf euch zu erklären. Hört auf so zu tun als würdet ihr irgendjemanden fragen, ob ihr das dürft was ihr wollt. Ihr dürft! Es ist erlaubt! Es ist ein menschliches Naturrecht, seine eigene Kultur zu leben und zu lieben.
Hört auf mit "wir sind nicht rassistisch". Die Gegner sind rassistisch und sie nutzen die Angst davor Rassistisch zu sein knallhart aus. Sie schicken euch notfalls Rassisten in die Truppe, filmen sie, und Ihr seid dann am herumdistanzieren. Ihr dürft existieren! https://recognoscere.wordpress.com/2012/12/02/1837/. Fragt die Leute in Osteuropa wie es ausschaut. Fragt, wie sie 90 Jahre Unterdrückung durch den Kommunismus durchgehalten haben. Als einfache und normale Menschen.

niekisch
5. Dezember 2012 21:41

@Martin und Templarii:

Meine Hochachtung für diese deutlichen Worte, die ich mir noch ein ganz klein wenig zu ergänzen erlaube:

Bitte schlicht das Eigene lieben und dieser Liebe allen Widerständen zum Trotz in solidarischer Gemeinsamkeit mit positiven Begriffen und gutem Verhalten Ausdruck geben. Das genügt und ist zugleich sehr viel.

Asenkrieger
9. Dezember 2012 20:03

Auf den Netzseiten von alternativeright.com sind zwei Berichte zu den Identitären, die viele Fragen beantworten, die man sich hier stellt (ein aktuelles Interview und und ein Bericht vom zentralen Treffen).

Was mich interessieren würde, wäre zu erfahren, welche Unterschiede es zwischen der Partei "Block Identitär", den "Identitären" an sich und der "Generation Identitär" gibt.

Mir scheinen die Franzosen deutlich konkreter und radikaler zu sein, als es bisher von den deutschen Nachahmern bekannt ist.

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