6. Dezember 2012

Niederlande: Marokkaner als kriminogene Minderheit

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Nachdem vor wenigen Tagen in den Niederlanden ein Linienrichter von einer Gruppe Jugendlicher bei einem Fußballspiel getötet worden war, berichteten deutsche Medien zwar über den Vorfall, unterschlugen aber meist, daß es sich bei den Tätern um Marokkaner handelte. Ebenso selten fanden sich Hinweise darauf, daß der Vorfall nur einer von vielen in den Niederlanden ist:

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Marokkaner sind als Täter in den niederländischen Kriminalitätsstatistiken stark überrepräsentiert. Offenbar sorgt man sich in deutschen Redaktionen, daß deutsche Leser unerwünschte Schlußfolgerungen aus vollständigen Informationen ziehen könnten.

Für ethnische Gruppen, deren Mitglieder überproportional häufig kriminell auffällig sind, schuf ein ehemaliger französischer Innenminister den Begriff der "kriminogenen Minderheiten". In den Niederlanden stellen Marokkaner eine solche Gruppe dar. In der bislang einzigen Meldung deutscher Medien, die auf den ethnischen Hintergrund der Täter im erwähnten Fall verweist, wird auch auf das allgemeine Kriminalitätsverhalten junger männlicher Marokkaner in den Niederlanden hingewiesen:

Nach einem Bericht des Innenministeriums vom November 2011 wurden 40 Prozent aller marokkanischen Einwanderer im Alter zwischen 12 und 24 Jahren innerhalb der letzten fünf Jahre wegen Verbrechen in den Niederlanden verhaftet, verurteilt oder angeklagt. In Stadtvierteln mit mehrheitlich marokkanischstämmigen Einwohnern erreiche die Jugendkriminalität bereits 50 Prozent. Es stand schon mal besser um das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen.

Die Studie, auf die sich die Meldung beruft, findet sich hier. Sie wurde durch die Erasmus-Universität Rotterdam auf Grundlage von Daten der Polizei erstellt. Die Dunkelziffer, die dadurch entsteht, daß die Polizei bestimmte Stadtviertel auch in den Niederlanden bereits aufgegeben hat und von Banden einschüchterte Niederländer Staftaten nicht mehr anzeigen oder keine Verdächtigen ermittelt werden können, wurde nicht berücksichtigt. In Amsterdam würden Behörden inoffiziell davon ausgehen, daß tatsächlich bis zu 70% der entsprechenden Jugendlichen und jungen Männer bereits in kriminellen Zusammenhängen aktiv geworden oder polizeilich auffällig geworden sind.

Aus der Studie geht auch hervor, daß die meisten jugendlichen kriminellen Marokkaner in den Niederlanden geboren wurden, was unterstreicht, daß Integrationserfolge jenseits des Erlernens der Landessprache bei dieser Gruppe trotz umfangreicher Sozialprogramme weitgehend ausgeblieben sind.

Eine Studie der Universität Utrecht ergab sogar, daß marokkanische Jugendliche umso häufiger durch Straftaten auffällig würden, je besser sie sprachlich und hinsichtlich ihrer Bildungsabschlüsse integriert sind.

Viele der Väter sind selbst bereits als Kriminelle in Erscheinung getreten und würden entsprechende Verhaltensweisen an ihre Söhne weitergeben. Man blicke allgemein auf Niederländer herab, die man als kulturell minderwertig verachte, was sich auch in Übergriffen auf niederländische Frauen äußere, die verbreitet als "Huren" wahrgenommen würden. Die Polizei berichtet von marokkanischen und auch türkischen Vergewaltigerbanden in den Niederlanden, die vor diesem Hintergrund gezielt jüngere niederländische Mädchen vergewaltigen und anschließend zur Prostitution zwingen.

In ganz Europa ist zu beobachten, daß sich männliche Jugendliche nahöstlicher Herkunft in Banden organisieren und aufgrund ihrer zahlenmäßigen Stärke und Aggressivität die Fähigkeiten der Polizei überfordern. Nach Angaben der niederländischen Polizei ist dies auch bei marokkanischen Jugendlichen in den Niederlanden der Fall, deren Banden Stadtteile mit hohem Migrantenanteil zunehmend kontrollieren würden. Diese Banden betonen zum Teil ihre islamische Identität, und es wurden Fälle gemeldet, in denen solche Banden  Weihnachtsveranstaltungen angriffen oder ihre Mitglieder sich militant-islamistischen Gruppierungen anschlossen.

Ähnlich wie in Deutschland reagieren Politik, Medien und Wissenschaft in den Niederlanden auf diese Probleme verbreitet entweder durch Verschweigen und Leugnung oder durch Relativierungen, die jedoch einer näheren Überprüfung meist nicht standhalten. Ein 2010 in der niederländischen Fachzeitschrift "Tijdschrift voor Criminologie" erschienener Beitrag hatte etwa die in der niederländischen Diskussion verbreitete Behauptung widerlegt, daß die kriminelle Auffälligkeit marokkanischer Jugendlicher eine Folge von Diskriminierung durch die Polizei sei, die ausländische Jugendliche häufiger verdächtige als Niederländer, diese Jugendlichen aber nicht häufiger Straftaten verüben würden als andere. Tatsächlich jedoch hätten 50% der männlichen marokkanischen Jugendlichen mindestens eine Straftat begangen, bevor sie 22 Jahre alt würden. Bei einem Drittel der Täter handele es sich um Mehrfachtäter. Junge marokkanische Frauen würden weniger Straftaten verüben, seien aber immer noch dreimal so häufig kriminell wie niederländische Frauen.

In Folge dieser Probleme wächst in den traditionell liberalen Niederlanden die ethnische Polarisierung zwischen den Bevölkerungsgruppen. 74% der Niederländer erklärten in einer Umfrage 2011 in Abkehr von früheren Positionen, daß Ausländer sich stärker anpassen sollten. 2006 erklärten 63% der Befragen, daß der Islam inkompatibel mit niederländischen Werten sei. Unter dem Druck der auch durch das Problem der Ausländerkriminalität zustandegekommenen Wahlerfolge des liberalen Islamkritikers Geert Wilders gab die niederländische Regierung 2011 das Leitbild der multikulturellen Gesellschaft offiziell auf kündigte an, Anpassungsforderungen an Ausländer wieder in den Vordergrund stellen zu wollen. So soll etwa der Druck zum Erlernen der niederländischen Sprache verstärkt werden.

Da bereits nachgewiesen wurde, daß Sprachfähigkeiten keinen reduzierenden Einfluß auf die Kriminalitätsneigung marokkanischer Migranten haben, ist der Erfolg dieser Maßnahmen jedoch sehr fraglich. In Frankreich oder Großbritannien, wo algerische oder pakistanische Migranten die Landesssprache meist beherrschen, sind bei diesen Gruppen zudem ähnliche Probleme zu beobachten wie bei Marokkanern in den Niederlanden.

Auch die Ansätze des bei deutschen Islamkritikern beliebten Geert Wilders, der sich auf die nur einen Teilaspekt des Problemkomplexes darstellende Islamfrage konzentriert, zur Bekämpfung von Ausländerkriminalität wirkungslose Kopftuchsteuern und Koranverbote fordert und andere Aspekte der Zuwanderungsproblematik weitgehend ausblendet, sind kaum dazu geeignet, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Die in Folge des Verhaltens vieler Marokkaner stetig zunehmende ethnische Polarisierung in den Niederlanden dürfte ihren Höhepunkt daher noch nicht erreicht haben.


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