Niederlande: Marokkaner als kriminogene Minderheit

Nachdem vor wenigen Tagen in den Niederlanden ein Linienrichter von einer Gruppe Jugendlicher bei einem Fußballspiel getötet worden war,...

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berich­te­ten deut­sche Medi­en zwar über den Vor­fall, unter­schlu­gen aber meist, daß es sich bei den Tätern um Marok­ka­ner han­del­te. Eben­so sel­ten fan­den sich Hin­wei­se dar­auf, daß der Vor­fall nur einer von vie­len in den Nie­der­lan­den ist:

Marok­ka­ner sind als Täter in den nie­der­län­di­schen Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken stark über­re­prä­sen­tiert. Offen­bar sorgt man sich in deut­schen Redak­tio­nen, daß deut­sche Leser uner­wünsch­te Schluß­fol­ge­run­gen aus voll­stän­di­gen Infor­ma­tio­nen zie­hen könnten.

Für eth­ni­sche Grup­pen, deren Mit­glie­der über­pro­por­tio­nal häu­fig kri­mi­nell auf­fäl­lig sind, schuf ein ehe­ma­li­ger fran­zö­si­scher Innen­mi­nis­ter den Begriff der “kri­mi­no­ge­nen Min­der­hei­ten”. In den Nie­der­lan­den stel­len Marok­ka­ner eine sol­che Grup­pe dar. In der bis­lang ein­zi­gen Mel­dung deut­scher Medi­en, die auf den eth­ni­schen Hin­ter­grund der Täter im erwähn­ten Fall ver­weist, wird auch auf das all­ge­mei­ne Kri­mi­na­li­täts­ver­hal­ten jun­ger männ­li­cher Marok­ka­ner in den Nie­der­lan­den hin­ge­wie­sen:

Nach einem Bericht des Innen­mi­nis­te­ri­ums vom Novem­ber 2011 wur­den 40 Pro­zent aller marok­ka­ni­schen Ein­wan­de­rer im Alter zwi­schen 12 und 24 Jah­ren inner­halb der letz­ten fünf Jah­re wegen Ver­bre­chen in den Nie­der­lan­den ver­haf­tet, ver­ur­teilt oder ange­klagt. In Stadt­vier­teln mit mehr­heit­lich marok­ka­nisch­stäm­mi­gen Ein­woh­nern errei­che die Jugend­kri­mi­na­li­tät bereits 50 Pro­zent. Es stand schon mal bes­ser um das Zusam­men­le­ben der ver­schie­de­nen Kulturen.

Die Stu­die wur­de durch die Eras­mus-Uni­ver­si­tät Rot­ter­dam auf Grund­la­ge von Daten der Poli­zei erstellt. Die Dun­kel­zif­fer, die dadurch ent­steht, daß die Poli­zei bestimm­te Stadt­vier­tel auch in den Nie­der­lan­den bereits auf­ge­ge­ben hat und von Ban­den ein­schüch­ter­te Nie­der­län­der Staf­ta­ten nicht mehr anzei­gen oder kei­ne Ver­däch­ti­gen ermit­telt wer­den kön­nen, wur­de nicht berück­sich­tigt. In Ams­ter­dam wür­den Behör­den inof­fi­zi­ell davon aus­ge­hen, daß tat­säch­lich bis zu 70% der ent­spre­chen­den Jugend­li­chen und jun­gen Män­ner bereits in kri­mi­nel­len Zusam­men­hän­gen aktiv gewor­den oder poli­zei­lich auf­fäl­lig gewor­den sind.

Aus der Stu­die geht auch her­vor, daß die meis­ten jugend­li­chen kri­mi­nel­len Marok­ka­ner in den Nie­der­lan­den gebo­ren wur­den, was unter­streicht, daß Inte­gra­ti­ons­er­fol­ge jen­seits des Erler­nens der Lan­des­spra­che bei die­ser Grup­pe trotz umfang­rei­cher Sozi­al­pro­gram­me weit­ge­hend aus­ge­blie­ben sind.

Eine Stu­die der Uni­ver­si­tät Utrecht ergab sogar, daß marok­ka­ni­sche Jugend­li­che umso häu­fi­ger durch Straf­ta­ten auf­fäl­lig wür­den, je bes­ser sie sprach­lich und hin­sicht­lich ihrer Bil­dungs­ab­schlüs­se inte­griert sind.

Vie­le der Väter sind selbst bereits als Kri­mi­nel­le in Erschei­nung getre­ten und wür­den ent­spre­chen­de Ver­hal­tens­wei­sen an ihre Söh­ne wei­ter­ge­ben. Man bli­cke all­ge­mein auf Nie­der­län­der her­ab, die man als kul­tu­rell min­der­wer­tig ver­ach­te, was sich auch in Über­grif­fen auf nie­der­län­di­sche Frau­en äuße­re, die ver­brei­tet als “Huren” wahr­ge­nom­men wür­den. Die Poli­zei berich­tet von marok­ka­ni­schen und auch tür­ki­schen Ver­ge­wal­ti­ger­ban­den in den Nie­der­lan­den, die vor die­sem Hin­ter­grund gezielt jün­ge­re nie­der­län­di­sche Mäd­chen ver­ge­wal­ti­gen und anschlie­ßend zur Pro­sti­tu­ti­on zwin­gen.

In ganz Euro­pa ist zu beob­ach­ten, daß sich männ­li­che Jugend­li­che nah­öst­li­cher Her­kunft in Ban­den orga­ni­sie­ren und auf­grund ihrer zah­len­mä­ßi­gen Stär­ke und Aggres­si­vi­tät die Fähig­kei­ten der Poli­zei über­for­dern. Nach Anga­ben der nie­der­län­di­schen Poli­zei ist dies auch bei marok­ka­ni­schen Jugend­li­chen in den Nie­der­lan­den der Fall, deren Ban­den Stadt­tei­le mit hohem Migran­ten­an­teil zuneh­mend kon­trol­lie­ren wür­den. Die­se Ban­den beto­nen zum Teil ihre isla­mi­sche Iden­ti­tät, und es wur­den Fäl­le gemel­det, in denen sol­che Ban­den  Weih­nachts­ver­an­stal­tun­gen angrif­fen oder ihre Mit­glie­der sich mili­tant-isla­mis­ti­schen Grup­pie­run­gen anschlossen.

Ähn­lich wie in Deutsch­land reagie­ren Poli­tik, Medi­en und Wis­sen­schaft in den Nie­der­lan­den auf die­se Pro­ble­me ver­brei­tet ent­we­der durch Ver­schwei­gen und Leug­nung oder durch Rela­ti­vie­run­gen, die jedoch einer nähe­ren Über­prü­fung meist nicht stand­hal­ten. Ein 2010 in der nie­der­län­di­schen Fach­zeit­schrift “Tijdschrift voor Cri­mi­no­lo­gie” erschie­ne­ner Bei­trag hat­te etwa die in der nie­der­län­di­schen Dis­kus­si­on ver­brei­te­te Behaup­tung wider­legt, daß die kri­mi­nel­le Auf­fäl­lig­keit marok­ka­ni­scher Jugend­li­cher eine Fol­ge von Dis­kri­mi­nie­rung durch die Poli­zei sei, die aus­län­di­sche Jugend­li­che häu­fi­ger ver­däch­ti­ge als Nie­der­län­der, die­se Jugend­li­chen aber nicht häu­fi­ger Straf­ta­ten ver­üben wür­den als ande­re. Tat­säch­lich jedoch hät­ten 50% der männ­li­chen marok­ka­ni­schen Jugend­li­chen min­des­tens eine Straf­tat began­gen, bevor sie 22 Jah­re alt wür­den. Bei einem Drit­tel der Täter han­de­le es sich um Mehr­fach­tä­ter. Jun­ge marok­ka­ni­sche Frau­en wür­den weni­ger Straf­ta­ten ver­üben, sei­en aber immer noch drei­mal so häu­fig kri­mi­nell wie nie­der­län­di­sche Frauen.

In Fol­ge die­ser Pro­ble­me wächst in den tra­di­tio­nell libe­ra­len Nie­der­lan­den die eth­ni­sche Pola­ri­sie­rung zwi­schen den Bevöl­ke­rungs­grup­pen. 74% der Nie­der­län­der erklär­ten in einer Umfra­ge 2011 in Abkehr von frü­he­ren Posi­tio­nen, daß Aus­län­der sich stär­ker anpas­sen soll­ten. 2006 erklär­ten 63% der Befra­gen, daß der Islam inkom­pa­ti­bel mit nie­der­län­di­schen Wer­ten sei. Unter dem Druck der auch durch das Pro­blem der Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät zustan­de­ge­kom­me­nen Wahl­er­fol­ge des libe­ra­len Islam­kri­ti­kers Geert Wil­ders gab die nie­der­län­di­sche Regie­rung 2011 das Leit­bild der mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­schaft offi­zi­ell auf kün­dig­te an, Anpas­sungs­for­de­run­gen an Aus­län­der wie­der in den Vor­der­grund stel­len zu wol­len. So soll etwa der Druck zum Erler­nen der nie­der­län­di­schen Spra­che ver­stärkt werden.

Da bereits nach­ge­wie­sen wur­de, daß Sprach­fä­hig­kei­ten kei­nen redu­zie­ren­den Ein­fluß auf die Kri­mi­na­li­täts­nei­gung marok­ka­ni­scher Migran­ten haben, ist der Erfolg die­ser Maß­nah­men jedoch sehr frag­lich. In Frank­reich oder Groß­bri­tan­ni­en, wo alge­ri­sche oder paki­sta­ni­sche Migran­ten die Lan­des­s­spra­che meist beherr­schen, sind bei die­sen Grup­pen zudem ähn­li­che Pro­ble­me zu beob­ach­ten wie bei Marok­ka­nern in den Niederlanden.

Auch die Ansät­ze des bei deut­schen Islam­kri­ti­kern belieb­ten Geert Wil­ders, der sich auf die nur einen Teil­aspekt des Pro­blem­kom­ple­xes dar­stel­len­de Islam­fra­ge kon­zen­triert, zur Bekämp­fung von Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät wir­kungs­lo­se Kopf­tuch­steu­ern und Koran­ver­bo­te for­dert und ande­re Aspek­te der Zuwan­de­rungs­pro­ble­ma­tik weit­ge­hend aus­blen­det, sind kaum dazu geeig­net, die Situa­ti­on unter Kon­trol­le zu bekom­men. Die in Fol­ge des Ver­hal­tens vie­ler Marok­ka­ner ste­tig zuneh­men­de eth­ni­sche Pola­ri­sie­rung in den Nie­der­lan­den dürf­te ihren Höhe­punkt daher noch nicht erreicht haben.

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