Sezession
9. Dezember 2012

Heteronormatives in Schulbüchern

Ellen Kositza / 26 Kommentare

Ein EU-Ausschuß hat herausgefunden, daß die herkömmliche Darstellung von Männern und Frauen (vulgo: Gender-Stereotypen) in Schulbüchern das kindliche Verhalten beeinflussen, und zwar negativ. Dieser Einfluß eines "heimlichen Lehrplans" wirke sich schon in diesem Lebensabschnitt auf die Karrierechancen von Frauen aus.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Der Ausschuß möchte diesem Zustand entgegenwirken, indem spezielle pädagogische Programme und Lernmaterialien, im speziellen Schulbücher, eingeführt werden sollen, die nicht die "traditionellen Rollen" von Männern und Frauen aufzeigen.

Diese Meldung aus der Daily Mail (hier ein Nachklapp auf deutsch) weist noch nicht drauf hin, daß sämtliche Schulbücher, die per Bild oder Rechenaufgabe mit verdächtigen Mann-Frau-Stereotypen operieren, eingestampft werden. Wieso auch? Es hagelt zwar einerseits schon seit geraumer Zeit klagen über solche „Gender-Stereotypen“, es gibt akademische Schul- und Kinderbuchanalysen, die ein reaktionäres Geschlechterbild im Anschauungsmaterial für unsere Jüngsten nachweisen wollen, allein: Ich sehe nur das Gegenteil. Heißt: Die Sache regelt sich auch ohne staatlichen oder supranationalen Eingriff.

In den Kinderbüchern, nach denen meine Kinder in der Bücherei greifen, sind Jungs oft wahnsinnig ängstlich und dürfen auch weinen. Man denke nur an Christine Nöstlingers Klassiker, etwa an die dutzenden Franz-Geschichten von dem schmächtigen Knaben mit der Piepsstimme und der knallharten Gabi! Und wenn es im zeitgenössischen Bilderbuch um die „Baustelle“ geht, arbeiten auf dem Dach Frauen mit einer Quote von 80%, bei den Architekten sind sie knapp in der Überzahl, wohingegen die Putzkräfte, die für die wirklich schlüsselfertige Übergabe sorgen, halbe/halbe aus Männlein und Weiblein bestehen.

Wo „Genderstereotypen“ gescholten werden, ist der Vorwurf der „Heteronormativität“ nicht weit. Im Staatsfunk beklagten sie jüngst, es gäbe „viel zu wenige Kinderbücher“, die „Familienbilder jenseits des Vater-Mutter-Kind-Klischees“ zeigten. Ein „Klischee“ ist eine „überholte Vorstellung“, und wer sind dann wohl diejenigen auf der Überholspur? Klar, die Regenbogenfamilien, gleichgeschlechtliche Eltern.

Beklagt wurde im Beitrag die Resistenz der Verlage, die die Zielgruppe als zu klein einschätzten. Dabei gehörten doch 15 Millionen Kinder in Deutschland zur „Zielgruppe“! Die same-sex-Liebe sei ein „alternatives Lebensmodell für alle Kinder“!

Gesetzt, dem wäre so, dann können all diese Kinder auf der Suche nach sexuellen Alternativen, anders als die Autorin behauptet, sich durchaus einen stattlichen regenbogigen Bücherschrank zusammenstellen. Das allseits gelobte Kinderbuch König &König über ein schwules Prinzenpaar steht weißgott nicht allein. Man darf es bei Bedarf neben Eberhard, die schwule Sau, Zwei Papas für Tango, Luzie Libero und der süße Onkel, Komm, ich zeig dir meine Eltern (mit einem Vorwort von „Volks“musikstar Patrick Linder, Autor ist sein Verflossener) und dutzende andere (zum großen Teil von Müntes Tochter Mirjam Müntefering verfaßte) Werke stellen.

Was? Dennoch seien solche Bücher eine Minderheit? Schon. Weil sich Kinder normalerweise gar nicht schwerpunktmäßig für sexuelle Orientierungen interessieren. Wer allein nach Rollenbruch-Literatur für Kinder sucht, wird noch reicher beschenkt, oft tragen die Bücher die Botschaft bereits im Titel, Paul und die Puppen,  Ich hasse rosa usw.

Das moderne Kind im Buch ist fast zwangsläufig ein Rollenbrecher. Mädchen im „überholten Sinne“ sind kein Gegenstand der Kinderbuchliteratur, allenfalls reüssieren zickige, dauerverliebte, tendenziell leicht abgebrühte girls als Protagonistinnen. Die letzten wirklich reaktionären Mädchenbücher, deren ich habhaft wurde, war die Vorkriegs-Bände der Pucki-Reihe von Magda Trott (die bei wikipedia aus unerfindlichen Gründen als Frauenrechtlerin firmiert.)

Und wie sieht es bei den Schulbüchern aus, der Pflichtlektüre gewissermaßen? Da gemäß progressivem Lehrplan heute mit Kopiervorlagen und effizienten, kostenträchtigem Arbeitsheftmassen gelehrt wird, ist die letzte Fibel in unserem Haushalt reichlich angejahrt (2002). Dennoch ist bereits sie von allfälligen Stereotypen gesäubert: Oma hockt am PC, die Klasse ist kunterbunt und aus aller Welt, Mama kommt später heim, Papa kocht.

Im Lesebuch für die frühe Gymnasialstufe ist unter „Familie leben“ ein man of colour, so heißt es wohl korrekt, abgebildet, der am Herd fuhrwerkt, im Hintergrund seine weiße Frau, dazwischen zwei Kinder, klar, of light colour.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (26)

nino
9. Dezember 2012 23:37

Man könnte in der Tat im Biologie-Buch einmal darstellen, wie sich Franz und Peter fortpflanzen, was eine Schwangerschaft für Peter bedeutet und wie Hans ihn dabei unterstützt.
Abgesehen davon, sind ja Geschlechter und Rassen nur soziale Konstrukte. Solange mir also niemand beweisen kann, dass Rapunzel kein afrodeutscher Mann ist, der mit dem Prinzen eine gleichgeschlechtliche Liebe eingeht, wird die Geschichte auch weitererzählt.

Unke
10. Dezember 2012 00:27

Entschuldigung, aber ich konnte erst mal nicht weiterlesen. *ko***
Es ist ein Unterschied, ob man mal abstrakt liest (in der Jungen Freiheit etwa), dass Schulbücher u.ä. bestimmten "Klischees" nicht mehr entsprechen dürfen oder ob man die real existierenden Beispiele hautnah und detailliert beschrieben bekommt. Das ist ja Folter.

Antihunkebunk
10. Dezember 2012 00:51

Danke, liebe Ellen Kositza, für diese aufmerksame Durchsicht der Agitprop-Schulbücher.
Ich habe acht Jahre lang die Schulbücher eines Gymnasiums verwalten müssen und immer wieder (verständnislose) Kollegen (Gattung=maskulin) auf den einen oder anderen Neger oder Türken (verbitte mir die Unterstellung, ich wollte diskriminieren mit diesem Wort) als volkspädagogische Keule in den oft unnützen Illustrationen (Bild einer Klasse) hingewiesen. Es gibt n u r noch solche PC-Bilder, obwohl in m e i n e r Realität in 40 Dienstjahren nur ~zehn Neger (s.o.) vorkamen.
Danke nochmals und viel Erfolg! Ich bin müde.

quer
10. Dezember 2012 10:18

Agitprop findet parallel dazu auch immer öfter in Katalogen für Bekleidung statt: Keiner ohne 1-2 Models schwarzer Hautfarbe. Reaktion vieler Bekannter auf dergleichen: Was denen steht, muß nicht unbedingt an einem Autochonen gut aussehen. Besser also nicht kaufen. Erklärt man das einem Anbieter, setzt Schnappatmung ein. Wenn es aber alle täten - das Erklären nämlich - setzte womöglich auch Denken ein.

Martin
10. Dezember 2012 11:08

Ich weis nicht, ob es uns allen ein Trost sein darf, dass die geschilderten Bemühungen in jeder etwas größeren Stadt in ehem. West-BRDtl. sowie in Berlin dadurch vernichtend konterkariert werden, dass eine unbeugsame Migrantenschicht dafür gesorgt hat, dass das Wort "schwul" das andere, vormals so gern als Standard- Füllwort und -Phrase verwendete "Sch..." -Wort mehr oder weniger synonym ablöst und überhaupt "schwul" eine der Standard-Beleidigungen geworden ist ... gut, wenn sich die aufnehmende Kultur als genuin schwule, lesbische und "wer-weis-was-" Gesellschaft präsentiert, kann man es den hinzukommenden eigentlich gar nicht verübeln, wenn sie aus dieser Darstellung eine Verallgemeinerung macht ...

In jedem Fall ist der Ganze Gender-Kram wieder einmal nur ein Stöckchen, der nur den Autochthonen hingehalten wird, die anderen ignorieren es, wenn sie es überhaupt lesen können ...

rautenklause
10. Dezember 2012 11:17

Ja, das kennt man als betroffener Vater, Bibliomaner und sich nach wie vor sporadisch im Buchgeschäft Tätiger … Interessant ist vielleicht folgender Hinweis: der Thienemann Verlag brachte vor Jahren eine neue Buchreihe auf den Markt, ausdrücklich für Jungen geschrieben. Titel: „Für Mädchen verboten“. Ein Lektor des Verlages stellte die Reihe, für die er sich persönlich sehr eingesetzt hatte, bei einer Regionaltagung der „Katholischen Öffentlichen Büchereien“ vor und plauderte dabei aus dem Nähkästchen, wie stark der Buchhandel diese Reihe boykottierte und sich weigerte, die Bände vorrätig zu halten. Wobei die Geschichten wirklich nicht schlecht waren: sie schilderten die pubertären Probleme von Jungs mit all den Tücken und (gefühlten) Peinlichkeiten, charakterisierten Mädchen als „Zicken“, die doof und gleichzeitig irgendwie anziehend waren und versuchten, dem zeitgenössischen „Mann werden“ eine Jungenstimme zu geben. Der Lektor schilderte recht treffend, wie er selbst auf der Suche war nach Jugendbüchern, in denen „starke Jungs“ eine Rolle spielten: Fehlanzeige! „Starke Mädchen“: kein Problem! Von Pippi Langstrumpf über die Rote Zora undundund. Aber eben das lies die Reihe nur schwer verkäuflich werden – und der Buchhandel tat das seine dazu. Wer die Strukturen einigermaßen kennt weiß, daß Jugendbuchabteilungen eigentlich IMMER von Frauen geführt werden … und diese einschlägig sozialisiert wurden. Und die weigerten sich schlichtweg, die Reihe einzukaufen. Was wiederum bedeutete, daß die Bücher nicht im Regal standen, somit nicht „verfügbar“ waren und damit aus dem Programm aufgrund „schlechter Absatzzahlen“ genommen wurde. Ein, zwei Titel wurden bei anderen Verlagen untergebracht, sind aber auch dort nicht als Auflagenknüller in Erscheinung getreten. Merke: ein gutes Buch ist kein Selbstläufer, sondern muß beworben werden und „greifbar“ sein. Eine weitere Facette stellen die öffentlichen Bibliotheken dar, die über die „Einkaufszentrale der Bibliotheken“ (www.ekz.de) versorgt werden. Dort gab es immer Rezensionen der Neuerscheinung, auf A 6 Karteikarten gedruckt, anhand derer man sehr schnell erkennen konnte, was „gute“ und was „schlechte“ Bücher waren … wobei Bücher aus „bösen Verlagen“ grundsätzlich nicht besprochen wurden und somit quasi als „nicht erschienen“ ausgeblendet wurden … Ein weites Feld, das in „kritischer Aufarbeitung“ noch zu bestellen wäre. Ach ja: die EKZ sucht auf ihrer Webseite dringend Sachbuchrezensenten …

Unke
10. Dezember 2012 12:15

Man kann es Agitprop nennen.
Tatsächlich ist das eine Massenvergewaltigung von Kindern. Widerlich.
Es soll ja Leute geben, die finden Schulpflicht und staatliche Bildungsinstitutionen ganz supi. Nun... das kommt dabei heraus!

Hohenstaufer
10. Dezember 2012 12:58

Definitiv beeinflußt derlei Schundliteratur die Sozialisation heranwachsender Kinder und muß von "der Rechten" konzis als Angriff auf die normale, d.h. gesunde Familie und somit letztlich auf unser Volk demaskiert werden. Wenn dies sprachlich mit einer Brise Zynismus und Ironie gewürzt wird, umso besser: Danke Ellen Kositza!

Hierneben darf aber der Hinweis nicht fehlen, daß diese akademischen Initiativen der EUrokraten und Gender-Ideologen um die Hoheit über die Kinderköpfe stets an der Wirklichkeitkeit scheitern werden. Entgegen dieser oktroyierten Meinungsdiktatur orientieren sich Heranwachsende in der Realität nämlich an traditionellen Rollenbildern - und dies wird auch in 100, 1000 und 10000 Jahren noch der Fall sein!
Abgesehen davon hege ich überhaupt keine Aversion gegen den Wunsch von Frauen, auch in klassischen Männerberufen Fuß zu fassen. Entscheidend ist im Grunde nur der Erhalt der normalen Familie (Mann, Frau, Kinder), um das deutsche Volkstum in die Zukunft zu retten!

Andreas R.
10. Dezember 2012 15:52

Man weiss oft nicht ob man entsetzt sein, oder lachen soll. Ich musste erstmal googeln, um festzustellen, das es sich bei "Eberhard die schwule Sau" tatsächlich um ein reales Kinderbuch handelt, ich war mir nicht sicher ob es sich um eine satirische Überspitzung handelte.

Aber als Berliner ist man solchem Irrsinn ja täglich ausgesetzt. Ich hatte früher nie etwas gegen Schwule, aber dieser ständige ideologisch motivierte Schwulenkult geht mir immer stärker auf die Nerven und weckt negative Gefühle in mir. Schwulenpropaganda wohin man schaut. Auf riesigen Plakaten wird Werbung für HIV-Infizierte gemacht und darauf hingewiesen wie toll HIV-Infizierte sind und wie beliebt man bei allen wird, wenn man erstmal HIV hat. Was für eine Reaktion sollen solche Plakate hervorrufen? Ganz sicher werden sie beim jugendlichen Betrachter nicht den Gedanken auslösen das HIV bis heute eine gefährliche und unheilbare Krankheit ist, die man tunlichst VERMEIDEN sollte.

Auf riesigen Plakaten wurde vor einige Monaten für Pflegeltern geworben und dabei wurde auch explizit darauf hingewiesen und auf den Plakaten dargestellt, das auch Schwulen- und Lesbenpaare besonders erwünscht sind.

Es ist einfach nur noch haarsträubend was sich in diesem Lande (aber auch in anderen europäischen Ländern) abspielt.

Andreas
10. Dezember 2012 21:10

Hallo nach Sachsen-Anhalt,

dort wo man noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge hat. Ich kann mir gerade sehr gut vorstellen, wie E.K. in der Küche steht und 50 Kinderbücher darauf untersucht ob da ein Mohr abgebildet ist. Da steht natürlich der Untergang des Abendlandes direkt bevor. Dabei hätte sie gar nicht auf aktuelle Bücher zurückgreifen müssen. Schon 1858 (!), also lange bevor es einen deutschen Staat gab, erschienen Bücher in denen 10% (!!!) der Bilder schwarze Kinder zeigte. Das Machwerk hieß Struwwelpeter. Eine noch schlimmere "Agitpropgeschichte" findet sich in dem 1622 (!) erstmals aufgelegten Werk, des Alt-68ers Shakespeare. Dort geht es sogar richtig zur Sache. Stichwort: Affäre mit Desdemona (sie ist weiß!). Vermutlich wird das Hetzstück sogar heute noch im Unterricht gelesen (von Rot-Grün eingeführt?).

Aber schön zu wissen, dass die deutsche Rechte 2012 endlich einmal den wirklichen Problemen auf den Grund geht.

P.S.: Um sich ein Bild der Jugendspieler von ManUItd. zu machen genügt ein Blick auf deren Blog im "Weltnetz":

https://manunitedyouth.wordpress.com/players

Dies zugrunde gelegt, ist das Buch doch sehr realistisch.

Kommentar E.K: Ach, Andreas! Wenn Sie wüßten wieviel Zeit wir uns für die wirklich wichtigen Dingen nehmen! Von wegen,ichin der Küche stehend, 50 Schulbücher inspizierend! Sitzend tat ichs, am Spinnrad, drei Kinder an der Brust, gleichzeitig strickend, was denken Sie denn! Sämtliche 861 Bücher aus den Kinderzimmerregalen vor mir aufgeschichtet, vor Eifer geifernd und den Struwwelpeter glatt übersehend!

Schopi
10. Dezember 2012 22:33

Dank dem KommentatorIn "Nino" dieser Lacher neutralisiert wohltuend.
Als Vater kennt man sich etwas aus - vor allem, es gibt keine richtigen Schulbücher mehr - und dann das noch: heute war wieder so ein Zettel im Ranzen, es sollen Spitzer, Bleistifte, Radiergummi....für die "Tafel" gespendet werden....macdonnnelds wirds freuen, es werden wieder finanzielle Ressourcen frei.

Peter N.
11. Dezember 2012 05:16

Danke fuer die Anregung - Ihre Artikel sind stets gelungen. Nun eine Portion Galle von mir angesichts des von Ihnen aufgeworfenen Themas:
Es gibt eine einfache Loesung fuer all die Genderideologen: Sie alle sollten mindestens vier Kinder haben, dann wuerden sie schnell merken wie stark Biologie und wie schwach Genderideologie ist. Wenn die eine Kleine nach der Puppe schreit, der Bub nach dem Bagger und das dritte Balg gewickelt werden will, erlischt die Kraft Widernatuerliches zu tun, und man fuegt sich in biologischbedingtes Verhalten anstatt "Prinz kueszt Prinz" zu predigen, bei dem selbst Dreijaehrige nur muede angesichts der Absurditaet laecheln.
Als Anfang Dreiszigjaehriger setze ich viel Kraft darin, dasz meine eigenen Kinder (bisher zwei) nicht dieses BRD-Konforme erlernen, unabhaengige Freigeister dereinst werden. Sie werden hoffentlich einst so wie ich: Ideologiefreier als die Masse, offener fuer die Welt. Dann begreifen sie, dasz rechtsintellektuelles Denken wirklich freigeistig ist, solches Gendergehabe nichts weiter als intellektuelles Spieszbuergertum in engen Gedankenschranken darstellt.

alex
11. Dezember 2012 06:39

In nackter Verzweiflung habe ich dies Jahr die Notbremse gezogen.
Nachdem im abgelaufenen Schuljahr hier in Berlin- Wilmersdorf in der Tat in meiner Tochters Grund-Schule ipso dicto "same-sex-Liebe sei ein „alternatives Lebensmodell für alle Kinder“!" aktiv beworben wurde, mit unter anderem einen ominoesen Dr. Klocke und seinen Kompagnon Tom Schreiber - seines Zeichens "Queerpolitischer Sprecher (SPD)" ist bei mir der Ofen aus.
Ich habe meine Tochter nun mit Umzug - der Beruf gibt's Gottseidank her - in der deutschen Schule in Warschau eingeschult.
Die ganze Homo/Gender/Transen/Mihigrupropaganda ist dort 100 % absolut inexistent - statt dessen gibt es dort Leseabende literarischer Klassiker, Besuch in der Oper und Leistungssport im Verein.
Meine 10-jaehrige Tocher wird endlich nicht mehr mit dem verkackten/verkrachten Psychoschmutz indoktriniert, den die diese Gender-Femi/Homonazis-WhiteGuilt-Opfer aufgrund ihrer traumatischen Kindheitserlebnisse oderwasweisich, nun als Rache unbedingt auf die Seelen unserer Kinder draufschmutzen beduerfen wollen.

Unke
11. Dezember 2012 15:01

Lese gerade "im Bett mit Rockgöttern" von Pamela des Barres; und obwohl es vom Krabbeltisch mit den Remittenten ist (ich liebe diese Art von Trüffelsuche – kann auch an keinem Antiquariat vorübergehen) ist es ein sehr kurzweiliges Buch.
Die Autorin -einst selbst ein Groupie- porträtiert darin über 20 teils berühmte Rock Groupies und lässt sie zu Wort kommen; deren 'aktive Zeit' spannt sich von den Sechzigern bis zu den Achtzigern.
Man sollte meinen da wäre die Speerspitze der Emanzen zugange gewesen? Die heute Männermordend durch die Lande zieht?
I wo. Vielmehr war (und ist das, natürlich) knallharter Darwinismus: die coolsten (bestaussehendsten, einfallsreichsten, mutigsten) Mädchen schnappten sich die coolsten (erfolgreichsten, gutaussehenden) Rockstars. Was weiters auffällt:
- sämtliche Groupies waren noch Teenager, als sie anfingen herumzuv**eln. Häufig begannen sie damit im Alter von 13, 14 Jahren
- Überlegungen hinsichtlich Quoten im Besonderen („jetzt suche ich mir aber mal einen farbigen Rockstar / Roadie / Tour Manager“) oder politisch korrektem Verhalten im Allgemeinen fanden nicht statt. Was die Mädchen genossen war, nicht nur Teil von etwas („gemeinsam abhängen“) zu sein sondern etwas Besonderes bzw. Teil von etwas Besonderem zu sein.
Darwin also auch hier.

Resümee:
Die von Soziol-, Pädag- und sonstigen –ogen dekretierten Denk-, Gefühls- und Verhaltensvorschriften haben mit dem echten, wahren Leben (so man es denn lebt und nicht externe Skripte abarbeitet) so viel zu tun wie DDR-Produktionsstatistiken mit dem tatsächlichen BIP. Aus dem gleichen Milieu, dass sich ursprünglich (angeblich) zur Sprengung der überkommenden, "rigiden" Moralvorstellungen rekrutierte und bis Ende der 70er zum 'Normalmodell jugendlicher Einstellungen und Lebensweisen' (Matthias Horx, sinngemäß) avancierte erwuchs eine neue Orthodoxie, die sich wie Mehltau übers Land gelegt hat. Sichtbarer vorläufiger Höhepunkt ist der Vergewaltigungsvorfwurf gegen Julian Assange.
Dabei hat sich über die Zeiten hinweg nicht wirklich substantiell etwas geändert; beispielsweise haben attraktive Mädchen bessere Chancen, was ebenso die (gleichgeschlechtlichen) Neider auf den Plan ruft (inklusive deren Mütter - nicht der Neider, sondern der Mädchen).
Die dicke Social Engineering- Soße darüber –die den Rhein aufwärts fließen und das Wasser himmelwärts regnen lassen möchte– ist etwas für die schlichten, beeinflussbaren Gemüter.

Schnippedilderich
11. Dezember 2012 19:35

Sollten Sie, liebe deutsche Eltern, noch auf der Suche sein, ihren Kindlein ein feines weihnachtliches Lektüreerebnis zu bescheren, empfehle ich ein munteres Büchlein einer guten Bekannten, das ich erst kürzlich entdeckte.
In diesem Text ist die Welt noch heil und unterfränkisch, obwohl die Schrecken des Jahres 68 auch hier schon eingezogen sind. Das können sie den Kleinen dann im kommentierenden Nachgang verklickern, sofern sie es überhaupt bemerkt haben. Legen Sie also getrost Margarethe Bambecks längst vergriffenes Kleinkunstwerk "Wir drehen jedes Ding in Onkel Ambros 'wildem Garten" auf den Gabentisch. Es mischt sich Anarchie mit kleinbürgerlicher Behaglichkeit, grüner Protest mit örtlicher Autorität, Abenteuer mit Gelehrsamkeit; das ganze Programm. Sie werden sich wundern ... und 40 Jahre hat das Ganze auch schon auf dem Buckel.

neocromagnon
12. Dezember 2012 02:50

Ich kläre meine Kinder über die Indoktrinationsversuche des Staates auf. Dagegen haben selbst Armeen von Pädagogen keine Chance.

Frank
12. Dezember 2012 10:06

Ist ja ganz schön bedenklich, was da abgeht. Diese Gender-, Homo- und "Sexuelle Vielfalt"-Ideologie ist m.E. ein typisches Produkt links-depressiver Gemüter, die sich in die Scheinwelt ihrer Erlösungsphantasien flüchten, weil sie das wahre Leben nicht ertragen können.
Ich stimme Hohenstaufer und Unke zu: Viel wird davon nicht hängen bleiben. Irgendwann bestimmen die Hormone das Handeln der Jungs und Mädels. Würden diese Elfenbeinturm-Bewohner nur einmal einen Blick in die "Bravo Girl" werfen, sie würden vor lauter Verzweiflung in die Tischkante beißen.
Das ist das Tröstliche, dass alle Umerziehungs-, Gleichheits- und Erlösungsideologien stets an den Realitäten scheitern. Bei Kühnelt-Leddihn kann man nachlesen, dass die jahrzehntelange Indoktrination mit marxistischen Heilsbotschaften in der UdSSR ziemlich wirkungslos blieb. Bei seinem Besuch in Moskau 1963 begegnete er nur zwei überzeugten Kommunisten. Außerhalb des Kita-, Schul und Bibliotheken-Biotops wird man hierzulande und heutzutage wahrscheinlich auch kaum Anhänger der Genderideologie finden.

Rumpelstilzchen
12. Dezember 2012 15:38

Der "unheimliche Lehrplan" der Genderideologen führt m. E. zu grotesken Formen des Männlichen und Weiblichen. Wenn Männer und Frauen gleich gemacht werden, kann das Männliche und Weibliche nur noch als Karrikatur oder in entseelter Form dargestellt werden: Topmodelle, harte Fernsehkommissarinnen, schrille schwule Modedesigner, brustoperierte Prolltussen, in der Werbung gezeigte debile Männer, die sogar Wäsche aufhängen können, Transen, die Frauen Weiblichkeit erklären wollen, das Modell der alleinerziehenden Mutter nicht als Mangel, sondern als Programm,usw.
Man traut seinen Augen kaum, wenn man eine normale Familie sieht,
die soll es ja auch noch geben.

Biobrother
12. Dezember 2012 19:56

Hier wäre vielleicht auch noch folgendes prämierte Buch zu nennen (Vorsicht, langer und umständlicher Titel!): "Alles Familie!: Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten." Zu einer der Autorinnen hab ich sogar einen gewissen geographischen Bezug. Das Buch behandelt - so eine der begeisterten Rezensentinnen - "alle zeitgemäßen Familienformen" (Alleinerziehende, Patchworkfamilien in ihren verschiedenen Mixturen, Regenbogen- und Adoptivfamilien). Daneben sieht die herbrachte monokulturelle Mama-Papa-Kindfamilie aus erster Ehe direkt alt aus. Für alle, die den zeitgemäßen Rundumschlag suchen, gewissermaßen. ;-)

https://www.amazon.de/product-reviews/3941411292/ref=cm_cr_dp_synop?ie=UTF8&showViewpoints=0&sortBy=bySubmissionDateDescending#RKUMQ1PNQWZWR

Biobrother
12. Dezember 2012 19:58

Pardon, das war der Link zu den Rezensionen. Hier noch der zum Buch selbst:

https://www.amazon.de/Alles-Familie-Freundin-fr%C3%BCherer-Verwandten/dp/3941411292/ref=cm_cr_pr_pb_t

derherold
13. Dezember 2012 12:13

"... in die Scheinwelt ihrer Erlösungsphantasien ..."

Ich glaube, das ist zu viel hineinpsychologisiert. Man unterstellt da zu viel "Idealismus".

Wenn Kritiker aus den USA Recht haben, dann stellt sich die Sache so dar:
Das Regime hat sich auf eine Agenda geeinigt und "unten", in den (Schulbuch-)Verlagen, Schulbehörden und -leitungen gibt es eine Melange aus Anpassung und Machtausübung.

"... nur zwei überzeugten Kommunisten ... "
Man darf nicht vergessen, daß der Staatssozialismus weniger am eigenen Widerspruch, sondern an der mangelnden Leistungsfähigkeit einging.
Das Regime wird auch weiterhin ein großes Interesse daran haben, wenn irgendmöglich die tragenden "Mittelschichten" vor drastischen Folgen zu bewahren.

Biobrother
14. Dezember 2012 07:13

Hätte ich dabei schreiben müssen, dass mein vorheriger Beitrag teilweise ironisch gemeint war? Dass solche Prämien für alternative Kinderbücher politisch motiviert sind, liegt ja auf der Hand. Allerdings finde ich die Hysterie auf der konservativen Gegenseite nicht weniger absurd. Der Zerfall der klassischen Familie hat m.E. im Wesentlichen andere Gründe, insbesondere eine Arbeitswelt, die nicht mehr langfristig planbar ist und maximale Aufmerksamkeit und Flexibilität verlangt. Das bunte Treiben einiger Alternativer halte ich hier für nachrangig (es eignet sich aber natürlich herrlich zur Polemik und eventuell auch zur Rekrutierung neuer Mitstreiter).

Hans Hattenhausen
14. Dezember 2012 13:41

Da wird schonwieder und von den gleichen Typen mit Schmackes in den Hirnen fremder Leute rumgedoktort. Trotzdem wird es nicht laufen, wie sie es vorhaben; ein Blick in die Geschichte staatlicher Zwänge sollte genügen.
Die Eltern der einen so indoktrinierten werden es goutieren, die Eltern der anderen werden Sohn oder Tochter zu Hause ein reales Weltbild vermitteln. Natürlich zusammen mit Ermahnungen, wie man dem spitzelnden Lehrer entgeht a la Verhalten im sozialistischen Wettbewerb. Grundgütiger, wie haben wir die damals ausgetanzt!

Eher das Gegenteil vom erhofften Effekt wird eintreten: eigentlich sollten die Champagner-Linken aus eigener Erfahrung wissen, wie Menschen auf Bevormundung durch Obrigkeit reagieren. Sie hätten merken müssen, dass sie nicht mehr zu den aufbegehrenden underdogs zählen, sondern ihrer Idylle entwachsen sind und sich nun selbst in der Rolle der früher von ihnen gescholtenen Obrigkeit befinden. Eigentlich. Aber Hybris, eine gehörige Portion Arroganz des Schul- bzw. Studiumabbrechers (unsere unverstandenen Hochintelligenten) und das windelweiche Lechzen nach den Fleischtöpfen: das ist der linke Lehm. Was soll schon daraus werden?

Sixty
15. Dezember 2012 23:01

"Bei Kühnelt-Leddihn kann man nachlesen, dass die jahrzehntelange Indoktrination mit marxistischen Heilsbotschaften in der UdSSR ziemlich wirkungslos blieb. Bei seinem Besuch in Moskau 1963 begegnete er nur zwei überzeugten Kommunisten."

Also ein paar mehr werden es schon gewesen sein ;-)
Davon abgesehen ist mir nicht klar, was das jetzt hier im Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema bedeuten soll. Man muß den Kommunisten ja zu Recht vieles vorwerfen, aber ich glaube kaum, daß es 1963 in Moskau Fans des "Gender Mainstreaming" gab ... das war ja auch im Westen noch längst kein Thema, und eine "marxistische Heilsbotschaft" war es schon gar nicht :-)

Fahrnheit451
16. Dezember 2012 22:08

Ich finde die Empörung merkwürdig. Natürlich dient die marxistische Schule der Pervertierung der Werte, der geschlechtlichen und nationalen Entwurzelung und Vernichtung: das Gesunde wird pathologisiert, das Kranke gelobt. ´
Das ist seit 100 Jahren so. Und sogar jede Bäurin aus dem letzten Berg aus Anatolien, die nur Harz IV hierher treibt und nichts von dieser Geschichte seit 1917 weiß, nichtmal weiß, wer Lenin oder Kammerer oder Hirschfeld waren, begreift das, und immunisiert ihre Kinder entsprechend rasch und effektiv dagegen. Was genau hindert Euch daran, die gebotenen Schlüsse zu ziehen?
Identitäten, Rollen, Werte und Weltanschauungen werden ausschließlich über Elternhäuser vermittelt, die Schule ist dahingehend als Feind zu betrachten. Einzelne Geschichtelehrer widerlegen diese Regel nicht, sie belegen nur die Normalverteilungskurve, die berühmten edlen 5%.

Frank
20. Dezember 2012 09:03

Natürlich gab es 1963 in Moskau keine Gender-Mainstreaming-Fans, aber das habe ich auch nicht geschrieben. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass totalitäre Denkschulen zwar immer sehr viel Energie darauf verwenden, schon die Kinder in der Schule mit ihren jeweiligen Heilsbotschaften zu infiltrieren, damit aber nur begrenzt erfolgreich sind.
Natürlich ist mir auch klar, dass es damals in Moskau weit mehr überzeugte Kommunisten gab als die beiden, denen EKL damals begegnete. Aber selbst wenn es damals in ganz Moskau vielleicht 100.000 waren, sind selbst das noch weit weniger, als man aufgrund der Umstände erwarten konnte. Und darum alleine ging es mir.
Und natürlich ist GM keine marxistische Heilsbotschaft, aber zumindest meiner Auffassung nach dieser eng verwandt, ein Nachfolger im modernen Gewand. So, das musste ich noch loswerden.

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