Räume und Themen

Nachdem die FKBF vor einigen Wochen ihre Bibliothek des Konservatismus eröffnete und damit einen weiteren Normalisierungsgrundstein legte,...

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

konn­te das Insti­tut für Staats­po­li­tik am ver­gan­ge­nen Frei­tag sei­nen Ber­li­ner Sitz ein­wei­hen. Gemein­sam mit Freun­den und För­de­rern wur­de die­ses denk­wür­di­ge Ereig­nis fei­er­lich began­gen. Die neu­en Räum­lich­kei­ten bie­ten nicht nur Platz für das Büro mit den ent­spre­chen­den Arbeits­plät­zen, son­dern auch einen Ver­an­stal­tungs­raum, in dem regel­mä­ßig klei­ne­re Semi­na­re und Vor­trä­ge statt­fin­den wer­den. Hier ent­steht also ein neu­er Frei­raum, der in Ber­lin ja immer noch rar gesät ist (und, wenn es ihn gibt, nicht sel­ten skan­da­li­siert wird). Im Gruß­wort der Brand­bur­ger CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Saskia Lud­wig hieß es:

Ich habe gro­ßen Respekt vor dem bis­her Geleis­te­ten. Gera­de, weil Stand­haf­tig­keit die ein­zi­ge Mög­lich­keit ist, Posi­tio­nen, Mei­nun­gen und Argu­men­te nicht zu räu­men und so den­je­ni­gen die Deu­tungs­ho­heit zu über­las­sen, die sich nicht mehr mit Argu­men­ten son­dern nur noch mit der soge­nann­ten „Stand­ort­be­stim­mung“ befas­sen. Der öffent­li­che Dis­kurs, der zu den The­men der Staats­po­li­tik in den letz­ten Jah­ren in unse­rem Lan­de geführt wird, ist ein Bei­spiel dafür. Er scheint sich immer ein­sei­ti­ger zu ent­wi­ckeln. Zu vie­le Maß­nah­men und Ansich­ten wer­den als alter­na­tiv­los hin­ge­stellt, obwohl es doch fast immer Alter­na­ti­ven gibt, wenn man nur genug Mut zum Nach­den­ken ent­wi­ckelt. Des­halb ist es so wich­tig, dass im IfS ein Frei­heits­raum für das Nach­den­ken ver­tei­digt wird. Im ewig neu­en Rin­gen um Wahr­heit und Frei­heit kön­nen hier Ideen entstehen.

Die grö­ße­ren Ver­an­stal­tun­gen wer­den auch wei­ter­hin vor allem im Logen­haus statt­fin­den, wie unser 21. Ber­li­ner Kol­leg am letz­ten Wochen­en­de. Es war dem Bil­dungs­kol­laps in all sei­nen Facet­ten gewid­met. Kon­rad Adam, Gün­ter Scholdt und Karl­heinz Weiß­mann lie­fer­ten gründ­li­che und prä­zi­se Ana­ly­sen des Ver­falls. Die Fra­gen aus dem Publi­kum mach­ten deut­lich, wie groß alters­über­grei­fend das Bewußt­sein für die dra­ma­ti­sche Lage ist. Beson­ders gefreut haben wir uns, daß es sich Ernst Nol­te trotz sei­ner bald 90 Jah­re nicht neh­men ließ, an der Ver­an­stal­tung teilzunehmen.

Bei der Gele­gen­heit noch ein Hin­weis auf die bei­den neu­es­ten Stu­di­en. Die eine the­ma­ti­siert das ver­häng­nis­vol­le Wir­ken der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, das durch die Arbeit des IfS ein Kor­rek­tiv erfährt. Die ande­re nimmt die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Karl­heinz Weiß­mann, unse­rem Wis­sen­schaft­li­chen Lei­ter, und Micha­el Stür­zen­ber­ger, Akti­vist der Par­tei Die Frei­heit, auf dem zwi­schen­tag zum Anlaß und beant­wor­tet die Fra­ge: Ist der Islam unser Feind? Die Stu­die Schul­kol­laps ist ver­grif­fen, die zwei­te Auf­la­ge kommt aber in den nächs­ten Tagen aus der Druckerei.

Daß unse­re Stu­di­en nicht für den Tag geschrie­ben sind, son­dern aktu­ell blei­ben, mögen bei­spiel­haft zwei Fäl­le aus der letz­ten Zeit bele­gen. Jüngst ist wie­der ein­mal ein selbst­er­nann­tes Holo­caustop­fer ent­larvt wor­den. Die Hörig­keit, mit der man bis dahin an sei­nen Lip­pen hing, erklärt sich aus dem deut­schen Schuld­stolz, dem eine ent­spre­chen­de Stu­die gewid­met ist (dort fin­den sich auch wei­te­re Fäl­le doku­men­tiert). Eine mut­maß­li­che Ver­ge­wal­ti­gung in einer Kaser­ne der Bun­des­wehr hat sich als eine erfun­de­ne her­aus­ge­stellt. Die Mecha­nis­men, die hin­ter sol­chen Anschul­di­gun­gen ste­cken, hat die legen­dä­re Frau als Sol­dat-Stu­die sei­ner­zeit aufgedeckt.

 

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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