Urlaub und Alltag

Elf Tage ohne Tageszeitung, ohne Internet, Radio und TV. Dafür: Tagestemperaturen um 16 Grad, Dauerwind & gelegentlich Regen (und das mit Afrika in Sichtweite!), ...

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

… immer wie­der neue Erkennt­nis­se über den spa­ni­schen Katho­li­zis­mus (es war immer­hin die sieb­te Spa­ni­en­rei­se) und jeden Tag Tobe-Stun­de im stür­mi­schen Atlan­tik: Da waren außer uns Ale­má­nes nur ein paar Sur­fer in Neo­pren-Anzü­gen, und ganz klei­ne Haie, die wir abends fang­frisch verzehrten.

Schön wars. Für den Miet­wa­gen hat­ten wir eine ein­zi­ge CD dabei, eine Vival­di-Arie gab die Melo­die die­ses Urlaubs. Es dürf­te wie mit jenen Déjà­vu-Erleb­nis­sen sein, die Gerü­che in uns zu ver­ur­sa­chen pfle­gen: Wenn unse­re Kin­der in zwan­zig Jah­ren ein­mal jene Stim­me und Musik hören, wer­den sie Anda­lu­si­en vor Augen haben – und halt nicht Vene­dig… Heu­te wur­de aus­ge­packt. 47 Bücher waren im Gepäck. Klingt groß­kot­zig als Urlaubs­lek­tü­re für nicht mal zwei Wochen? Nicht, wenn man in Rech­nung stellt, daß sie­ben Kin­der dabei waren und eine gute Hand­voll Pixi-Bücher ein­ge­rech­net sind.

Kubit­schek arbei­te­te sich Tag für Tag in frei­en Halb­stun­den an Nichol­son Bakers viel­hun­dert­sei­ti­gem Men­schen­rauch ab. Ich selbst hat­te neben einem Wör­ter­buch und Rei­se­füh­rern sechs Bücher im Ruck­sack – sie sind aus­ge­le­sen, und das ist komisch: Rück­bli­ckend sehe ich mich nur spie­lend, schwim­mend, wein­trin­kend, fisch­essend und auf Prozessions-Besuch.

Den­noch: eine her­vor­ra­gen­de Lek­tü­re waren Chris­toph Heins Von allem Anfang an und Gun­nar Deckers neue Franz-Füh­mann-Bio­gra­phie. Immer­hin instruk­tiv, erkennt­nis­reich und für abend­li­chen Gesprächs­stoff sor­gend waren Lud­wig von Mises neu her­aus­ge­ge­be­ne Vor­le­sun­gen Vom Wert der bes­se­ren Ideen und ein leicht bejahr­tes Buch von Ruth Hof­mann über jun­ge Frau­en in der „Rech­ten Sze­ne” Weil die ohne Wei­ber gar nicht kön­nen.

Als Fund­gru­be erwies sich der von Rei­ner Wild in drit­ter Auf­la­ge her­aus­ge­ge­be­ne Wäl­zer Geschich­te der deut­schen Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur- davon hab ich zuge­ge­ben­er­wei­se nur ein­zel­ne Kapi­tel gele­sen. Minus­lek­tü­re (sagen wir: Note drei minus) war ein­zig das von A. Schwar­zer her­aus­ge­ge­be­ne, von A. Mer­kel mit einem Vor­wort ver­se­he­ne Buch Damen­wahl mit 18 Poli­ti­ke­rin­nen-Por­träts. Dazu, zu Füh­mann, von Mises und Baker mehr in der nächs­ten Sezes­si­on. Jetzt: Re-Inter­gra­ti­on in den Alltag.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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