Identitäre Bewegung: Lage, Herausforderungen, Perspektiven

Die seit einem knappen Vierteljahr bestehende Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) erfährt aufgrund ihrer...

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für man­che uner­war­tet star­ken Reso­nanz gegen­wär­tig beson­de­re Auf­merk­sam­keit durch Akti­vis­ten aus dem lin­ken Spek­trum und mit die­sen sym­pa­thi­sie­ren­de Jour­na­lis­ten. Man sieht in die­ser neu­en Jugend­be­we­gung offen­sicht­lich eine ernst­zu­neh­men­de Her­aus­for­de­rung, auf die man mit der glei­chen Rhe­to­rik und den­sel­ben Metho­den reagiert, mit denen man jedem nicht-lin­ken Her­aus­for­de­rer zu begeg­nen versucht.

Die IBD ent­stand im Okto­ber 2012, nach­dem eini­ge Stu­den­ten ein Video des fran­zö­si­schen “Bloc Iden­ti­taire” ins Deut­sche über­setzt und bei You­Tube ein­ge­stellt hat­ten. Auf einer dazu­ge­hö­ri­gen Face­book-Sei­te mel­de­ten sich dar­auf­hin inner­halb weni­ger Wochen meh­re­re tau­send Inter­es­sen­ten, aus denen mitt­ler­wei­le rund 35 loka­le Grup­pen mit rund 300 akti­ven Unter­stüt­zern her­vor­gin­gen. Eine for­mel­le Mit­glied­schaft oder fes­te Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren gibt es bis­lang nicht.  Die meis­ten Unter­stüt­zer sind zwi­schen 16 und 27 Jah­re alt, über­durch­schnitt­lich gebil­det, männ­lich und leben in west­deut­schen Groß­städ­ten. Zur Erklä­rung die­ser Zusam­men­set­zung wur­de ange­merkt, daß Iden­ti­täts­ver­lust für die Bewoh­ner länd­li­cher Regio­nen sowie des Ostens der Bun­des­re­pu­blik weni­ger stark im All­tag spür­bar sei bzw. dort ande­re Pro­ble­me als drin­gen­der erschienen.

Das erklär­te Ziel der IBD ist der Erhalt der eth­no­kul­tu­rel­len Iden­ti­tät Deutsch­lands und Euro­pas, die man durch Zer­stö­rung kul­tu­rel­ler Sub­stanz in Fol­ge des Wir­kens der 68er-Bewe­gung, die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung und Mas­sen­zu­wan­de­rung bedroht sieht. In vier Grund­satz­er­klä­run­gen hat die Bewe­gung ihre Posi­tio­nen erläutert.

Als wich­tigs­te Moti­va­ti­on unter den Akti­ven tre­ten neben Sor­gen über die Zukunft Deutsch­lands und Euro­pas auch Sor­gen über die eige­ne Zukunft her­vor. Eini­ge der Akti­ven erle­ben in ihrem Umfeld und in ihrer Alters­grup­pe Deut­sche bereits als demo­ra­li­sier­te Min­der­heit, die zuneh­mend von Zuwan­de­rer­grup­pen zurück­ge­drängt wird, die ihrer Iden­ti­tät deut­lich posi­ti­ver gegen­über­ste­hen und die­se mit Unter­stüt­zung von Staat und Zivil­ge­sell­schaft selbst­be­wußt bis aggres­siv arti­ku­lie­ren, wäh­rend von Deut­schen Anpas­sung ver­langt wird. Der gegen­wär­ti­ge Kurs der deut­schen Gesell­schaft, der für die jün­ge­re Genera­ti­on und deren Nach­kom­men nur eine Rol­le als ste­tig zurück­wei­chen­de Min­der­heit in der eige­nen Hei­mat vor­sieht, wel­che die Schul­den der Eltern­ge­nera­ti­on abzu­tra­gen und die Ansprü­che der Zuwan­de­rer zu erfül­len hat und dar­über­hin­aus die über­wie­gend nega­ti­ven Fol­gen die­ser Ent­wick­lung als Berei­che­rung ver­ste­hen soll, wird von den Iden­ti­tä­ren abgelehnt.

Der Groß­teil der Iden­ti­tä­ren macht dabei nicht in ers­ter Linie den in Iden­ti­täts­fra­gen beson­ders sicht­ba­ren Islam oder mus­li­mi­sche Zuwan­de­rer für die­se Ent­wick­lung ver­ant­wort­lich, son­dern die Deut­schen selbst. Pro­ble­ma­ti­sche Fol­gen von Zuwan­de­rung wer­den über­wie­gend als Fol­ge des Ver­sa­gens der Deut­schen ver­stan­den, Zuwan­de­rung und ande­re The­men im Inter­es­se künf­ti­ger Genera­tio­nen zu gestal­ten. In einem pro­gram­ma­ti­schen Text heißt es dem­entspre­chend: “Wenn ihr die wah­re Ursa­che von Deutsch­lands und Euro­pas Mise­re sehen wollt, dann schaut in den Spiegel!”

Akti­vi­tä­ten der Iden­ti­tä­ren rei­chen von „Flashmobs“ und über­ra­schen­den Auf­trit­ten bei mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen über Pla­ka­tier- und Auf­kle­ber­ak­tio­nen und Ver­brei­tung gra­phisch ori­en­tier­ter Bot­schaf­ten über Face­book bis zur Pro­duk­ti­on von Vide­os. Ziel der Aktio­nen ist es, iden­ti­tä­re Fra­gen durch Stö­rung des behaup­te­ten Kon­sen­ses und Kon­fron­ta­ti­on mit den rea­len Fol­gen des Iden­ti­täts­ver­lusts stär­ker sicht­bar wer­den zu lassen.

Chan­cen der Iden­ti­tä­ren Bewegung

Iden­ti­täts­de­bat­ten sind eine Kon­stan­te deut­scher Kul­tur, wie etwa Nietz­sche beobachtete:

 Es kenn­zeich­net die Deut­schen, daß bei ihnen die Fra­ge “was ist deutsch?” nie­mals ausstirbt.

Durch Zuwan­de­rung und Glo­ba­li­sie­rungs­druck haben Iden­ti­täts­fra­gen in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich an Bedeu­tung gewon­nen. Vor allem Iden­ti­täts­fra­gen mit Islam­be­zug prä­gen zuneh­mend poli­ti­sche Dis­kus­sio­nen, wenn auch nur recht ein­sei­tig in Form von Anpas­sungs­for­de­run­gen an die deut­sche Bevöl­ke­rung. Deut­sche reagie­ren dar­auf ver­stärkt mit der Ent­de­ckung, daß die eige­ne Iden­ti­tät und deren Rol­le in ihrer Hei­mat nicht selbst­ver­ständ­lich sind. Eine Umfra­ge der GfK Markt­for­schung zum Iden­ti­täts­the­ma ergab etwa, daß gera­de unter jün­ge­ren Deut­schen (die den Bevöl­ke­rungs­aus­tausch direk­ter erle­ben als ande­re Genera­tio­nen) stär­ke­re Bezü­ge zur deut­schen Iden­ti­tät zuneh­men wür­den. Über 70% aller Befrag­ten stimm­ten der Aus­sa­ge zu, daß Deut­sche “mehr Selbst­be­wußt­sein im Hin­blick auf ihre natio­na­le und kul­tu­rel­le Her­kunft zei­gen” sollten.

Die Erfah­run­gen der Deut­schen mit dem Bevöl­ke­rungs­aus­tausch und der Tabui­sie­rung der eige­nen Iden­ti­tät sind über­wie­gend nega­tiv und wer­den mit fort­schrei­ten­der Ent­wick­lung immer nega­ti­ver, was auch aus einer aktu­el­len Erhe­bung des Allens­bach-Insti­tuts her­vor­geht, der zufol­ge durch per­sön­li­che Erfah­run­gen mit Zuwan­de­rern posi­ti­ve Ein­stel­lun­gen gegen­über Zuwan­de­rung abneh­men wür­den. Zuneh­men wür­den hin­ge­gen For­de­run­gen von Deut­schen nach einer Leit­kul­tur, die auf ihrer kol­lek­ti­ven Iden­ti­tät auf­baut und die­se gegen Ver­drän­gung schützt.

Wer­be­stra­te­gen haben den zuneh­men­den Wunsch nach Iden­ti­tät längst erkannt und ver­mark­ten Pro­duk­te seit eini­ger Zeit durch Anspra­che ent­spre­chen­der Bedürf­nis­se mit regio­na­len Iden­ti­täts­be­zü­gen, wäh­rend Land­lust-Maga­zi­ne hohe Auf­la­gen errei­chen und deut­sche Nach­rich­ten­ma­ga­zi­ne sich an ver­mehrt auf­tau­chen­den “bezopf­ten Mädels in Bio­strick­mo­de” stören.

Die Iden­ti­tä­ren sto­ßen mit ihrem The­ma in eine Lücke vor, die zu beset­zen kein rele­van­ter Akteur in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gewagt hat­te. Dabei ver­mei­den die Iden­ti­tä­ren bis­lang zu enge Defi­ni­tio­nen des­sen, was deut­sche Iden­ti­tät für sie aus­macht. Iden­ti­tät wird von ihnen nicht als Kata­log klar abgrenz­ba­rer Eigen­schaf­ten defi­niert, son­dern als leben­di­ge Erfah­rung ver­stan­den. Daß sie damit einen Nerv getrof­fen haben, zei­gen neben den vie­len Inter­es­sen­ten, die inner­halb weni­ger Wochen den Kon­takt zu ihnen such­ten, auch die Reak­tio­nen ihrer Gegner.

Her­aus­for­de­run­gen für die Iden­ti­tä­re Bewegung

Die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für die Iden­ti­tä­ren sind die Kam­pa­gnen ihrer Geg­ner, die von Tei­len der Medi­en unter­stützt wer­den; sowie der Man­gel an Lei­tung und Struk­tu­ren inner­halb der IBD. Wei­te­re Her­aus­for­de­run­gen sind offe­ne Fra­gen, inwie­fern Distan­zie­run­gen im Vor­der­grund der öffent­li­chen Dar­stel­lung ste­hen soll­ten, und wel­che Akti­ons­for­men iden­ti­tä­re Zie­le am bes­ten ver­mit­teln kön­nen. Auch der Umgang mit dem The­ma Islam­kri­tik stellt eine offe­ne Fra­ge dar.

  • Die IBD ist sowohl sei­tens NS-naher Akti­vis­ten als auch sei­tens diver­ser Anti­fa-Initia­ti­ven und mit ihnen ver­bun­de­nen akti­vis­ti­schen Jour­na­lis­ten Anfein­dun­gen aus­ge­setzt. Bereits kurz nach der Ent­ste­hung der IBD star­te­te das „Netz gegen Nazis” einen ers­ten Angriff, in dem Ali­ce Lanz­ke der IBD „Nazi-Inhal­te“ unter­stell­te. Auch der für Anti­fa-Pro­jek­te wie „Stö­rungs­mel­der“ und „Publi­ka­ti­ve“ schrei­ben­de Akti­vist Roland Sie­ber behaup­te­te zunächst, die IBD ver­tre­te „brau­ne Ideo­lo­gie“. Dies emp­fand auch Sie­ber selbst offen­sicht­lich als über­zo­gen, so daß  er kurz danach zurück­ru­der­te und in einem wei­te­ren Bei­trag Ansät­ze zu einer inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit der IBD zeig­te, deren Posi­tio­nen er nun sprach­lich leicht ent­schärft als „ras­sis­tisch“ bewer­te­te. Robert Scholz gelang in einem sach­li­chen Bei­trag bei „End­sta­ti­on Rechts“ eine in man­cher Hin­sicht zutref­fen­de Ana­ly­se der IBD, die jedoch eine Aus­nah­me blieb. Zuletzt kehr­ten Akti­vis­ten und mit ihnen ver­bun­de­ne Medi­en wie­der zur Stra­te­gie der aggres­si­ven Denun­zia­ti­on zurück, wie etwa Timo Brü­cken von „Spie­gel Online” oder das ZDF, wo diver­se als unab­hän­gi­ge Exper­ten vor­ge­stell­te Akti­vis­ten die IBD wegen der Ver­wen­dung von Begrif­fen wie „Hei­mat­lie­be“ als „rechts­ex­trem“ und „ras­sis­tisch“ zu ent­lar­ven ver­such­ten. Die Angrif­fe aus dem NS-nahen Spek­trum kri­ti­sie­ren hin­ge­gen gera­de, daß das Iden­ti­täts­ver­ständ­nis der IBD sich nicht hin­rei­chend auf den Fak­tor Ras­se stüt­ze. Gleich­zei­tig fin­den aus die­sem Lager Ver­su­che statt, iden­ti­tä­re Sym­bo­lik zu über­neh­men und mit eige­nen Inhal­ten zu ver­se­hen. Die Posi­tio­nie­rung der NS-nahen Kräf­te unter­streicht dabei die Distanz der IBD zur NS-Ideo­lo­gie deut­li­cher und glaub­wür­di­ger, als es jede Distan­zie­rung könn­te, was der IBD nützt. Die auf Ein­schüch­te­rung und Dele­gi­ti­ma­ti­on zie­len­den Angrif­fe durch akti­vis­ti­sche Medi­en haben hin­ge­gen das Poten­ti­al, der IB dau­er­haft Scha­den zuzu­fü­gen. Aus Rück­mel­dun­gen an die IBD geht zwar her­vor, daß die­se Anfein­dun­gen vie­len als so über­zo­gen erschei­nen, daß sie oft eher gegen­tei­li­ge Wir­kung haben und Inter­es­se für die IB schaf­fen. Mit­tel­fris­tig jedoch kann media­les und akti­vis­ti­sches Dau­er­feu­er die­ser Art die ent­hal­te­nen Unter­stel­lun­gen und Zuschrei­bun­gen in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung ver­an­kern und Inter­es­sier­te davon abhal­ten, sich in der IBD zu engagieren.
  • Inner­halb der eher spon­tan ent­stan­de­nen IBD war man ver­brei­tet über­rascht über die Stär­ke der posi­ti­ven Reso­nanz, die auf das ers­te Auf­tre­ten im Okto­ber 2012 folg­te. Struk­tu­ren, die dies hät­ten auf­fan­gen kön­nen, gab es zunächst nicht. Zwar tra­ten aus den sich bil­den­den Grup­pen nach und nach ein­zel­ne Per­so­nen her­vor, die orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­ga­ben über­nah­men, aber es gibt bis heu­te nie­man­den, der inner­halb der IBD lei­tend in Erschei­nung tritt und ihr ein Gesicht nach außen ver­leiht. Zudem bringt die über­wie­gen­de Mehr­heit der Akti­ven kei­ne Erfah­run­gen aus frü­he­ren ver­gleich­ba­ren Akti­vi­tä­ten mit. Dies trägt dazu bei, daß es den Iden­ti­tä­ren bis­lang nicht gelun­gen ist, den Kam­pa­gnen gegen sie sicht­ba­rer zu begeg­nen. Das feh­len­de per­sön­li­che Gesicht nach außen dürf­te auch die Reso­nanz redu­zie­ren, die noch grö­ßer sein könn­te, wenn man die Iden­ti­tä­ren mit Namen und Gesich­tern ver­bin­den könn­te. Inner­halb der IBD ver­hin­dert der Man­gel an Struk­tu­ren zudem, daß Vor­ha­ben koor­di­niert ange­gan­gen wer­den können.
  • Die IBD setz­te von Beginn an einen der Schwer­punk­te ihres Auf­tre­tens auf die Distan­zie­rung von jenen NS-nahen Posi­tio­nen, mit denen sie Akti­vis­ten spä­ter in Ver­bin­dung zu brin­gen ver­such­ten. Die Ent­schei­dung zur Distan­zie­rung war eine Schluß­fol­ge­rung aus der Beob­ach­tung, daß fast jede Kam­pa­gne gegen nicht-lin­ke Akteu­re in Deutsch­land mit sol­chen Zuschrei­bun­gen arbei­tet. Inner­halb der IBD gab es jedoch Kri­tik, daß man durch Distan­zie­rung nega­ti­ve Bot­schaf­ten in den Vor­der­grund stel­le und sich zudem auf die Spiel­re­geln des Geg­ners ein­las­se, des­sen Anspruch auf Defi­ni­ti­ons­ho­heit man dadurch stär­ke. Man akzep­tie­re und för­de­re nicht nur des­sen Macht­an­spruch, son­dern neh­me auch des­sen Zuschrei­bun­gen teil­wei­se an, indem man sich auf sie bezie­he. Der Geg­ner ver­zich­te ohne­hin nicht auf unsach­li­che Angrif­fe, wes­halb Distan­zie­run­gen davor nicht schüt­zen wür­den. Anstatt Distan­zie­rungs­for­de­run­gen nach­zu­ge­ben, sol­le man den Geg­ner stär­ker unter Recht­fer­ti­gungs­druck zu set­zen, etwa durch Her­aus­stel­lung der für Deutsch­land und Euro­pa schäd­li­chen Fol­gen sei­nes Han­delns und sei­ner Weltanschauung.
  • Kri­tik an Aktio­nen kon­zen­triert sich dar­auf, daß die gewähl­te Hard­bass-Ästhe­tik Iden­ti­tät nur unzu­rei­chend aus­drü­cke. Bis­lang wur­den zudem kei­ne Akti­ons­for­men gefun­den, die so sicht­bar sind, daß sie nicht igno­riert wer­den kön­nen, und die so deut­lich für sich spre­chen, daß man ihre Aus­sa­gen nicht miß­ver­ste­hen oder falsch dar­stel­len kann.
  • Iden­ti­tä­re leh­nen meist jene For­men der Islam­kri­tik ab, die nicht auf der Ver­tei­di­gung eige­ner Iden­ti­tät beru­hen. Der Islam wird nicht pau­schal als Bedro­hung betrach­tet, da er nicht in jeder sei­ner Erschei­nungs­for­men als Aus­druck einer auf Ver­drän­gung zie­len­den Gegen­iden­ti­tät auf­tritt. Für ein­zel­ne Akti­ve spielt die direk­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Islamthe­men jedoch eine wich­ti­ge­re Rol­le, was zu kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen inner­halb der IBD führte.

Per­spek­ti­ven der Iden­ti­tä­ren Bewegung

Der Druck der Iden­ti­tä­ren könn­te mit­tel­fris­tig dazu bei­tra­gen, daß auch ande­re poli­ti­sche Kräf­te es sich nicht mehr erlau­ben kön­nen, das The­ma brach­lie­gen zu las­sen. Die Lin­ke hat die Ver­tei­di­gung der eige­nen eth­no­kul­tu­rel­len Iden­ti­tät nicht immer ande­ren über­las­sen. Ein­zel­ne Lin­ke haben auf­grund der von ihnen nega­tiv wahr­ge­nom­men Ver­än­de­rung ihrer Hei­mat bereits vor­sich­tig damit begon­nen, Iden­ti­täts­fra­gen wie­der auf­zu­grei­fen, auch wenn sie sich dabei wie Wolf­gang Thier­se oder Chris­ti­an Strö­be­le nicht an die eigent­li­chen Pro­ble­me heranwagten.

In jedem Fall muß die Iden­ti­tä­re Bewe­gung wei­ter­hin mit har­tem Gegen­wind rech­nen, der noch zuneh­men wird, wenn ihre Wahr­neh­mung durch die Öffent­lich­keit zunimmt. Ihre Geg­ner wis­sen, daß tat­säch­li­che Viel­falt und ech­ter Plu­ra­lis­mus, die durch eine neue, alter­na­ti­ve Jugend­be­we­gung ent­ste­hen könn­ten, ihnen die Mög­lich­keit rau­ben wür­den, ihre Posi­tio­nen wei­ter­hin durch die Behaup­tung eines Kon­sen­ses durch­zu­set­zen. Sie müß­ten sich dann Dis­kus­sio­nen stel­len, die sie eben­so ver­lie­ren wür­den wie kurz dar­auf ihre Macht und ihren Zugriff auf staat­lich finan­zier­te Stel­len und Zugriff auf staat­li­che Mit­tel. Ange­sichts die­ser exis­ten­ti­el­len Bedro­hung wird ver­bis­sen und auch mit schmut­zi­gen Mit­teln gekämpft werden.

Die Iden­ti­tä­ren haben dabei jedoch die all­ge­mei­ne Ent­wick­lung auf ihrer Sei­te, die dazu füh­ren wird, daß Iden­ti­täts­fra­gen unter Deut­schen um so stär­ker an Bedeu­tung gewin­nen wer­den, je mehr ihre Iden­ti­tät her­aus­ge­for­dert wird und unter Druck gerät. Auto­ri­tä­re Ver­su­che, die­se Ant­wort zu unter­drü­cken, kön­nen dabei nur vor­über­ge­hen­den Erfolg haben. In der Sar­ra­zin-Dis­kus­si­on, in der es auch um iden­ti­tä­re The­men ging, gelang es trotz Extre­mis­mus­vor­wür­fen und Ver­su­chen zur Ver­nich­tung beruf­li­cher Exis­ten­zen erst­mals nicht mehr, die Dis­kus­si­on wie beab­sich­tigt abzubrechen.

Das Zeit­fens­ter, in dem ein Auf­hal­ten oder eine Umkehr der vie­len Ver­falls­ten­den­zen noch mit rea­lis­ti­schen Mit­teln mög­lich ist, schließt sich inner­halb den kom­men­den zwan­zig Jah­re. In einem Video der Iden­ti­tä­ren heißt es: “Wir sind die letz­te Genera­ti­on, die noch etwas ver­än­dern kann.” Die Iden­ti­tä­ren und ande­re um die Zukunft Deutsch­lands und Euro­pas besorg­te Kräf­te befin­den sich in einem Wett­lauf mit der Zeit, in dem den Iden­ti­tä­ren immer­hin einen beacht­li­cher Start gelun­gen ist.

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Kommentare (15)

Waldgänger

8. Februar 2013 10:31

Danke, Torsten, für diesen gut lesbaren(!), differenziert-vielschichtigen und informationsreichen Text!

Für einen Erfolg der Identitären sehe ich kaum eine Alternative zu jenem langen Entwicklungsweg, den die grün-alternative Bewegung von etwa 1978 bis 1985 gegangen ist.
Von den Grünen lernen.

Wie nannte man das damals? "Graswurzelbewegung".
Erst später kam es dann auf Landesebene zum allmählichen Zusammenschluss der diversen Initiativen und Grüppchen.
Das dauerte natürlich so einige Jahre ...
Jahre, die heute angesichts jenes "Zeitfensters" knapp sind.
Dennoch - wie sollte es sonst gehen?

Auch die komplett ablehnende Haltung des Establishments stellt eine Parallele zu damals dar. Es ist ja so, dass auch nach Gründung der TAZ die ganz große Mehrheit der etablierten Zeitungen und Sender die damalige Alternativbewegung kritisierte.

Die ablehnende Haltung der Eliten dürfte jedoch heute stärker sein, weil die Brüsseler EU-Behörden und die Vertreter der globalisierten Wirtschaft
als Gegner hinzukommen bzw. stärker sind als vor 30 Jahren.

Gottfried

8. Februar 2013 11:21

Nach meiner Diagnose ist JEDER, der etwas für unser Deutschland tun will und damit eine Gegenposition gegen Entwicklungen einnehmen muß, die er für schädlich hält, nach BUNT-Sprechterminologie "rechts" und nach der Lehre der "Scharnierfunktion" damit dann auch ein Natzieh. Siehe als Beispiel die betuliche Herman, die sich - selber Kämpferin gegen Rechts - dereinst für den Kinderschutz und die Familien eingesetzt hatte und den Schauprozeß, der dann gegen sie erfolgt ist.

Für den Erhalt unserer deutschen Sprache, für Buben und Maderln statt "gender"hauptverströmter junger "Menschen", für eine gesunde Volkswirtschaft statt ESM, für Volksherrschaft (Demokratie, "alle Macht geht vom Volke aus) statt Räten und Kommissaren der EU uvm.

Und an der Dekonstruktion des "racism" (Buchveröffentlichung von Magnus Hirschfeld, 1938), seiner Enttarnung als ein Kodewort für antiweißen Rassismus führt kein Weg vorbei.

Die "Ethnie", in linken und antideutschen Kreisen sehr beliebter Begriff ist nicht operationstauglich, da er etwas sehr Unterschiedliches zwecks der Verschleierung summiert, dessen getrennte Betrachtung sich lohnte: a) die biologische Grundlage der Erbverwandschaft, b) das Teilen einer Kultur
Kultur nun wiederum ist ein Begriff, der endlich mal entweder definiert oder gänzlich verboten werden sollte.
In den VSA bedeutet "culture" nicht mehr, als die Segnungen der Zivilisation zu konsumieren. In einen "Drive-In" zu fahren, um sich dort ein Hackfleischbrötchen und eine Coke einzuverleiben.
Die Erbanlagen sind die notwendige körperliche Bedingung einer Kultur.

Wenn die Identitären die Spielregeln inklusive der Sprache des Feindes und den Kampf gegen Rechtes brav und bieder übernehmen, dann sind sie bestenfalls ein vorübergehendes Einstiegspodium, schlimmsten Falles systemstabilisierende Pseudoopposition.

Streitereien mit tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen NASOS (nationalen Sozialisten) sollten besser intern geführt werden.

Toni Roidl

8. Februar 2013 13:22

Gute, sehr sachliche Analyse.

Lose Gedanken:
1. Jeder, der nicht für »Buntheit, Vielfalt und Toleranz« ist, kriegt den Naßieh-Stempel. Drum sind Distanzierungen unwirksam. Im Gegenteil: Vernetzung ist das A und O. Lokal, regional, national. Man kann mal wieder dagegen sagen, was man will, aber die PI-Gruppen vor Ort sind ein gutes Konzept.

2. Die Identitären sollten, statt sich von »Rassismus« zu distanzieren, klarmachen, dass man gegen JEDEN Rassismus (also auch anti-weißen) und gegen JEDEN Sozialismus ist (also braunen und roten).
Der Angriffspunkt bei den Linken ist doch, dass ihr ganzer Humanismus asymetrisch und damit falsch ist, weil er nur selektiv gilt. DAS könnten die Identitären plakativ herausstellen, weil es so einfach belegbar und begreifbar ist.

Yvonne

8. Februar 2013 14:24

Es sollte unterschieden werden zwischen NS-nahen Personen und NS-nahen Positionen. Daß letztere nicht von den Identitären vertreten werden, ist nachvollziehbar, daß erstere per se ausgeschlossen werden, allerdings ein Fehler und vermutlich nur der – sinnlosen - Anbiederung an das System geschuldet bzw. der Angst vor Stigmatisierung. Niedlich auch die Erklärung, warum die Bewegung hauptsächlich von westdeutschen Großstädtern getragen wird...
Mit den Grünen ist es nicht vergleichbar, denn sie haben als vornehmlich linke Gruppierung von Anfang an einflussreiche Unterstützung von verschiedensten Seiten erfahren und waren bereits zeitgeistkompatibel.
Statt eiliger Distanzierungen wäre es jetzt besser gewesen zu sagen: „Wir Rechten“ haben so viele verschiedene Auffassungen und Stoßrichtungen, aber der Kampf gegen die Überfremdung in unserem Land und allgemein gegen die Erosion der nationalstaatlichen Ordnungen soll uns einen. Unter diesem Oberziel wollen wir uns gemeinsam einfinden und unsere anderen Belange soweit zurückstellen, denn die Zeit läuft uns davon...

Rumpelstilzchen

8. Februar 2013 15:03

Ich kann die Motive, aus denen sich die jungen Männer zusammenschließen, um sich zu be-haupten, absolut nachvollziehen.
Ich sehe die Not-wendigkeit und die Berechtigung einer neuen Jugendbwegung Europas (im Sinne eines Europas der Vaterländer).
Aber: Als Angehörige der Elterngeneration tut es mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie junge "unschuldige", ja unsichere Männer ins Messer von abgefuckten, gewieften, zynischen Altlinken laufen. So überdurchschnittlich gebildet und kampferprobt sind die Männer der IBD dann doch nicht oder werden sie instrumentalisiert und wenn ja, von wem?
Ein paar Fragen:
1. Warum formuliert man das Recht auf Herkunft und Zukunft, das Normalste der Welt, als ideologische Frage? Identitär ist nicht Identität.
2. Wozu verwendet man eine Symbolik, die an kommunistische und NS-Symbolik erinnert? (aufgehende Sonne , Hand in sowjetischem Realismus, Lambdazeichen). Für was steht das alles?
3. Warum erfolgt von Anfang an eine Distanzierung, statt selbstbewußt aufzutreten?
4.warum wird eine theoretische Identitätsdebatte geführt, statt der lebendigen Erfahrung zu vertrauen und daraus seine Schlüsse zu ziehen.

Wenig Selbstbewußtsein ist genauso ungesund wie übersteigertes Selbstbewußtsein.

Tut mir leid, nichts konstruktiveres beitragen zu können, vielleicht das Lied von Sophie Hunger, dem größten Popexport der Schweiz, mit dem selbstbewußten und realitätsdichten Lied: DAS NEUE
Guckst du gugel.

Gorch Fock

8. Februar 2013 15:58

Danke für den ausführlichen Bericht, ebenso für den Kommentar von Waldgänger. Volle Zustimmung. Besonders für diesen Satz:

"wie sollte es sonst gehen?"

Ich wüsste aktuell auch keinen anderen Weg. Jedenfalls ist in den letzten Jahren vom etablierten, konservativem Spektrum kein Ansatz aufgezeigt worden. Alles beschränkte sich auf Bestandsaufnahmen und den guten Glauben an die parlamentarische Demokratie innerhalb der BRD bzw. Europas (nicht der EU). Das der Feind ebendiese schon angefressen bzw. ausgehöhlt hat, wollte man scheinbar nicht wahrnehmen.

Die Distanzierungen der IB müssen sein. Da es in den aktuellen Diskussionen eben genau darum geht. Hier braucht man, um argumentativ beim "Erstvowurf" (der kommt ja in jeder Diskussion) standhaft bleiben zu können, eine Referenz auf die man sich beziehen kann. Und die einfachste Methode ist hier nunmal das Schema: "Du bist aber ein doofer Neo-Nationalsozialist" - "Nein bin ich nicht, ich habe es hier sogar schwarz auf weiß und bekenne mich dazu".
Ein Fehler wäre es, dies jedes mal aufs Neue argumentativ auseinander setzen zu wollen.

Ein Fremder aus Elea

8. Februar 2013 17:00

Deutsch: "The Taming Power of Small".

Siehe: https://theabysmal.wordpress.com/2006/10/23/i-ching-hexagram-9/

Nun ja, ein Aspekt. Wettmachen der Ohnmacht durch Andienen.

Unlust, Verantwortung zu tragen, ausweichen auf Bereitstellungsaufgaben. Gute Christen, sozusagen.

In den falschen Händen desaströs. Gerade deswegen auch besser für alle in den eigenen Händen und auf die eigene Art.

Biobrother

8. Februar 2013 17:05

Zitat aus dem Video der „Génération identitaire“ (Übersetzung):

"Wir glauben nicht mehr daran, dass Mehmet jemals unser Bruder wird ..."

Sehr interessantes Video, trotz seiner etwas dystopischen und jugendlich heroisierenden Stimmung. Da es die benannten Probleme alle gibt, sicher auch nicht unverständlich. Da "Mehmet" bereits >20% der jungen Generation ausmacht, kommt man wohl nicht mehr darum herum - falls man nicht gerade Liebhaber von Bürgerkriegen ist - sich irgendwie mit "Mehmet" zusammenzuraufen. Das kann man aber natürlich nur, wenn man noch so etwas wie eine eigene, über die drei großen Fs hinausgehende Identität hat. Insofern ein interessanter Ansatz, insbesondere, wenn er den Schwerpunkt auf die Stärkung des Eigenen statt auf die Verächtlichmachung des Anderen bzw. Fremden legt.

Wobei hier im Hinblick auf die drei Fs unbedingt noch der US-Politiker Zbigniew Brzeziński (Leuten mit nicht aussprechbaren Namen ist grundsätzlich zu misstrauen) und das von ihm propagierte "Tittytainment" zu nennen ist. Zitat aus seinem Wikipedia-Eintrag: "Von ihm soll auch der Begriff des "Tittytainment" stammen, welcher besagt, dass in Zukunft 80 Prozent der - dann arbeitslosen - Weltbevölkerung durch eine moderne Form von Brot und Spielen bei Laune gehalten werden müssen."

Gorch Fock

8. Februar 2013 17:40

Danke für den ausführlichen Bericht, ebenso für den Kommentar von Waldgänger. Volle Zustimmung. Besonders für diesen Satz:

"wie sollte es sonst gehen?"

Ich wüsste aktuell auch keinen anderen Weg. Jedenfalls ist in den letzten Jahren vom etablierten, konservativem Spektrum kein Ansatz aufgezeigt worden. Alles beschränkte sich auf Bestandsaufnahmen und den guten Glauben an die parlamentarische Demokratie innerhalb der BRD bzw. Europas (nicht der EU). Das der Feind ebendiese schon angefressen bzw. ausgehöhlt hat, wollte man scheinbar nicht wahrnehmen.

Die Distanzierungen der IB müssen sein. Da es in den aktuellen Diskussionen eben genau darum geht. Hier braucht man, um argumentativ beim "Erstvowurf" (der kommt ja in jeder Diskussion) standhaft bleiben zu können, eine Referenz auf die man sich beziehen kann. Und die einfachste Methode ist hier nunmal das Schema: "Du bist aber ein doofer Neo-Nationalsozialist" - "Nein bin ich nicht, ich habe es hier sogar schwarz auf weiß und bekenne mich dazu".
Ein Fehler wäre es, dies jedes mal aufs Neue argumentativ auseinander setzen zu wollen.

Hohenstaufer

9. Februar 2013 08:38

Vorweg: den Ansatz, die Symbolik sowie gerade die Nicht-Organisation in gewohnten (deutschen) Bahnen der Identitären halte ich für richtungsweisend und erfolgversprechend.

Doch wer die Deutungshoheit über den Begriff innehat, hängt doch zwangsläufig mit der Mobilisierungskraft zusammen. So beanspruchte das nationalistische (hier oftmals zu Unrecht als ns-nah titulierte) Pendant zur Sezession, das Magazin "hier&jetzt" bereits vor dem Aufkommen der Identitären für sich, die "identitäre Rechte" darzustellen und zu repräsentieren.
Wenn ich mir einen Vergleich aus dem Januar erlauben darf: während eine Aktion der "Identitären" in Rüdesheim 40 Personen vereint, marschierten im Rahmen des "Gedenkmarsches in Magdeburg" 1.200 Nationalisten. Dies bedeutet im Umkehrschluß, daß der in der NPD parteipolitisch organisierte und mit freien Kräften koopierende Nationalismus doch durchaus ein Anrecht darauf hätte, für sich den Begriff "identitäre Rechte" zu reklamieren.

Abgesehen davon ist die Abgrenzung gegenüber rassisch-völkischen Grundlagen absoluter Schwachsinn. Man lese einfach einmal die seriösen Publikationen von Andreas Vonderach (der Artikel in der aktuellen Sezession, "Wir selbst - anthropologisch" als Einstieg) und dürfte somit bemerken, daß selbst bei den Sezessionisten (im Gegensatz zu den Identitären) ein Bewußtsein dafür gibt,

"daß es zwischen den Völkern, Rassen und Kulturen Unterschiede gibt, die alles andere als trivial sind"

(A. Vonderach, ebd. S. 4)

Oder mit Götz Kubitschek (im Gespräch mit dem Rotfunk aus Berlin-Brandenburg) gesprochen:

„Natürlich gibt es eine ethnische Kontinuität in Deutschland und die ist deutsch.“

„Dass es ethnische Kontinuität gibt und dass die ethnische Kontinuität an sich etwas ist, was nicht ohne Not aufgegeben werden sollte.“

Und Karlheinz Weißmann äußerte diesbezüglich in der Jungen Freiheit:

"Die entscheidenden Bruchlinien innerhalb der Gesellschaft sind weder sozialer noch kultureller Natur, sondern ethnischer – völkischer, nationaler, rassischer -, und Segregation – also Apartheid, mehr oder weniger freiwillige – ist unsere Zukunft, hinzuzufügen wäre: bis die Noch-Mehrheits-Ethnie endgültig den Stab abgibt.“

Asenkrieger

9. Februar 2013 11:49

Mir erscheint es hier so, daß wieder alles zerredet wird, anstatt über Aktionsmöglichkeiten und die konkreten Formen der Reconquista zu sprechen. Wichtig ist doch, was man tut - und wer mitmacht. Der entscheidende Satz: In 20 Jahren schließt sich das Zeitfenster!

RexSalvator

9. Februar 2013 12:53

Mein Kurzbeitrag zur Debatte: "Identitäre Bewegung: Lage, Herausforderungen, Perspektiven".

Ich denke, daß es sich bei der Identitären Bewegung überwiegend um Aktivitäten von anspruchsvollen Studenten und Schülern handelt. Diese haben erkannt, daß die eigene Identität an der Basis, z.B durch Bürgerinitivativen, neu geschaffen werden muß. Der größte Identitätsverlust entsteht durch die Folgen einer raschen wirtschaftlichen Globalisierung, davon bleiben die ländlichen Gebiete und Regionen nicht verschont. Auf dem Lande wird die gemeinsame Identität weniger durch Einwanderung bedroht, sondern vielmehr durch den Verzicht auf die eigenen Traditionen und einer Amerikanisierung der eigenen Lebensweise. Betroffen sind Konsumgewohnheiten, durch Medienkonsum, Supermärkte, Fast-Food-Läden, American Diner´s und -Lifestyle. Identitätsverlust kann auch durch moderne Neubauten entstehen, die nicht in die jeweilige Landschaft und in das Stadtbild gehören. Fachwerkhäuser und Bauten der großen Gründerzeit sind zu erhalten. Die Identitäre Bewegung hat ihr Thema nicht annähernd und vollständig ausgeschöpft, da ist noch viel Luft nach oben. Dazu gehören, was unsere französischen Freunde stärker ansprechen, die Identitäten der deutschen und europäischen Regionen, das Verständnis der Sprache als Identität, die Bedeutung der Skulptur in der kulturellen Identität, der christlich Glaube als Sinn und Identität.

Waldgänger

9. Februar 2013 13:02

An @ Yvonne

Mit den Grünen ist es nicht vergleichbar, denn sie haben als vornehmlich linke Gruppierung von Anfang an einflussreiche Unterstützung von verschiedensten Seiten erfahren und waren bereits zeitgeistkompatibel.

Ich verglich nicht die Inhalte miteinander, sondern die Vorgehensweise, die mögliche Art des Aufstiegs.

Eine Unterstützung, die die Grünen Ihrer Meinung nach von Anfang an von verschiedensten Seiten erfahren haben, sehe ich nicht.
Und ich kann mich recht gut an diese Jahre zurückerinnern.

Es gab damals noch nicht so viele linke Profs oder Journalisten wie heute.
Im Gegenteil, die grünalternative Bewegung wurde um 1980 sogar auch von den noch marxistisch-fortschrittsfixierten 68er-Linken recht misstrauisch beäugt.
Und die Etablierten standen sowieso woanders.

Welche andere Art des Erfolgs sehen Sie denn sonst für die Identitären?

Götz Kubitschek

10. Februar 2013 20:00

Diskussion ist zu Ende.
Gruß! Kubitschek

Vogtland

11. Februar 2013 18:46

Sehr guter Text!

Wir im ländlich geprägten Mitteldeutschland (Thüringen) haben nicht die Probleme wie die westdeutsche Großstadt-Jugend. Ich spreche aus Erfahrung von vielen Arbeitsreisen. Im Westen der Republik steht die Problematik des Bevölkerungsaustausches an erster bzw. höchster Stelle. Wir in Mitteldeutschland haben mit Bevölkerungsabwanderung und kompletter Vergreißung ganzer Landstriche zu kämpfen. Hier müsste das Augenmerk mehr auf Heimat und Tradition sowie stolz und Verbundenheit gelegt werden. Naturlich sollte die gesamtdeutsche Problematik nicht ausser Acht gelassen werden.

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