Votivkirche Wien besetzt – ein Gespräch mit der “Identitären Bewegung Österreich”

SEZESSION: Ihr habt die Wiener Votivkirche besetzt, die eigentlich von Asylbewerbern besetzt ist, welche wiederum nur...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Spiel­mas­se in der Hand lin­ker Lob­by­grup­pen sind. Wir kamt Ihr auf die Idee der Gegen-Besetzung?

IDENTITÄRE BEWEGUNG ÖSTERREICH: Im Grun­de war eine Reak­ti­on von uns längst über­fäl­lig. Wir waren ja ange­tre­ten, dem unwil­li­gen Stamm­tisch­ge­mur­mel des patrio­ti­schen Öster­reichs end­lich eine kla­re, unüber­hör­ba­re Stim­me zu geben. Eine Gegen­stim­me, die dort wider­spricht, wo die genann­ten Lob­by­grup­pen seit Jahr­zehn­ten unge­hin­dert ihre Wühl­ar­beit leis­ten. Uns erreich­ten Auf­for­de­run­gen, doch “end­lich etwas dage­gen zu tun”. Unse­re spon­ta­ne Tanz­ak­ti­on vor der Kir­che – Anfang Janu­ar – erschien uns dann auch als zu zahn­los. Da woll­ten wir eins draufsetzen!

SEZESSION: Das ist Euch ohne Zwei­fel gelun­gen – die Pres­se­re­ak­tio­nen sind über­ra­schend ambi­va­lent, kei­nes­falls wer­det Ihr ein­hel­lig ver­teu­felt. Wie ist die Reak­ti­on hin­ter den Kulis­sen? Zulauf?

IBÖ: Mas­sen­haft! Wir kom­men kaum nach mit dem Beant­wor­ten der Inter­view­an­fra­gen, der Ver­wal­tung der Unter­stüt­zungs- und Spen­den­an­ge­bo­te. Unse­ren loka­len Grup­pen in ganz Öster­reich steht ein explo­si­ves Wachs­tum bevor. Ein Asyl-Camp in der Votiv­kir­che auf­zu­bau­en ist der­art haar­sträu­bend und unnö­tig, die Orga­ni­sa­ti­on durch links­ex­tre­me No-Bor­der-Spin­ner und der Miß­brauch der Asy­lan­ten der­art offen­kun­dig, daß die öffent­li­che Mei­nung klar gegen die­se Beset­zung ist.
Das brach­te natür­lich mas­si­ve Sym­pa­thie für unse­re Beset­zung der Beset­zung. Wie man weiß, ist die­sel­be Asyl-Show der­sel­ben links­ex­tre­men Grup­pen bereits in eini­gen ande­ren euro­päi­schen Län­dern abge­zo­gen wor­den. Immer von Unmut und Wut der Bür­ger beglei­tet, aber unwi­der­spro­chen und uner­wi­dert. Aber in Wien soll­te es anders werden.

SEZESSION: Was war im Innern der Kir­che los? War­um habt Ihr eigent­lich so rasch abgebrochen?

IBÖ: Als wir nach der Sonn­tags­mes­se um 12 Uhr unser Lager im Sei­ten­schiff auf­ge­schla­gen hat­ten, began­nen bald zähe Ver­hand­lun­gen mit der Cari­tas. Inzwi­schen sam­mel­te sich drau­ßen ein links­ex­tre­mer Mob, der unse­re Sym­pa­thi­san­ten und Akti­vis­ten atta­ckier­te. An den Git­tern wur­de gerüt­telt, vom Gegrö­le dröhn­te die gan­ze Kir­che. Es war eine ech­te Bela­ge­rungs­stim­mung. Wir waren fest ent­schlos­sen, vor­erst dort zu blei­ben und stell­ten einen Antrag auf Asyl für unse­ren staa­ten­lo­sen Stei­rer, Sepp Unter­rai­ner, an die Erz­diö­ze­se. Unser Ziel war im Grun­de eine Räu­mung des Camps. Kei­nes­falls hat­ten wir vor, hier ein Matra­zen­la­ger in emp­find­li­cher Nähe zum Taber­na­kel ein­zu­rich­ten (die Asy­lan­ten beleg­ten das Vor­der­schiff der Kir­che). Die­se Art von “sit­zen­dem Pro­test” liegt uns auch eigent­lich nicht.
Die Cari­tas woll­te unse­re Akti­on ins Lee­re lau­fen las­sen und klein hal­ten. Sie haben aus ihrem Medi­en­de­ba­kel bei unse­rer “Tanz die Recon­quis­ta” Akti­on gelernt. Sie woll­ten uns iso­lie­ren und zur frei­wil­li­gen Auf­ga­be bewe­gen, was uns, gegen unse­ren eigent­li­chen Plan, sogar ansporn­te, dau­er­haft zu blei­ben. Dem mach­te dann aber der Pfar­rer einen Strich durch die Rech­nung, indem er sein Haus­recht gel­ten­de mach­te und uns mehr oder weni­ger raus­wer­fen woll­te. Wir hat­ten also nur die Wahl, dar­auf ein­zu­ge­hen oder eben auf die Poli­zei zu war­ten. Direkt raus zu gehen, wäre mitt­ler­wei­le ohne­hin ziem­lich gefähr­lich gewe­sen, da dort der links­ex­tre­me Mob wütete.
Wir woll­ten mit unse­rer Akti­on eben nicht den Pfar­rer gegen uns auf­brin­gen. Als wir uns näher mit ihm unter­hiel­ten, merk­ten wir, wie sehr er unter der gan­zen Situa­ti­on litt (er muss­te die Christ­met­te unter Poli­zei­schutz fei­ern), und daß er ehr­lich dar­um besorgt war, daß es zu einer Pro­fa­ni­sie­rung der sakra­len Plät­ze kom­men könn­te. Wir woll­ten ihm nicht noch mehr Ärger berei­ten, vor allem, weil wir uns in einem län­ge­ren Gespräch mit ihm gut ver­stan­den. Mitt­ler­wei­le war die Sache auch medi­al ins Lau­fen gera­ten, und die Iden­ti­tä­ren lie­fen in allen Kanä­len. Da wir also kei­ne sofor­ti­ge Räu­mung des Lagers erwir­ken konn­ten und mit unse­rer Akti­on nicht den sym­pa­thi­schen Pfar­rer der Kir­che tref­fen woll­ten, folg­ten wir also sei­ner nach­drück­li­chen Bitte.

SEZESSION: Und nun? Mir scheint, Eure “Pro­vo­ka­ti­on” geht weit über eine sym­bo­li­sche Ges­te hin­aus. Was kommt als nächs­tes? Hof­fent­lich kei­ne Vereinsgründung …

provokation

IBÖ: Wir haben tau­sen­de Ideen. Die Mul­ti­kul­tis füh­len sich ja unglaub­lich sicher und sou­ve­rän auf ihren Ver­an­stal­tun­gen, auf denen sie sich und ihre Ideo­lo­gie abfei­ern. Sie sind es nicht gewohnt, daß man ihnen Paro­li bie­tet und unge­be­ten her­ein­platzt. Es rei­chen hier schon weni­ge Leu­te und klei­ne geziel­te Aktio­nen, um das gan­ze Getrie­be zum Sto­cken zu brin­gen. Vor uns öff­nen sich zahl­rei­che, unge­schütz­te Ein­falls­to­re in den herr­schen­den, poli­tisch kor­rek­ten Zei­geist. Wir wol­len und wer­den sei­ne Heu­che­lei und sein Schei­tern bloß­stel­len wo wir kön­nen. Die Pla­nung von neu­en Aktio­nen läuft im gan­zen Land. Und wir legen uns die Lat­te selbst­be­wußt immer höher. Daß wir dabei immer gewalt­frei und oft mit einem selbst­iro­ni­schem Effet auf­tre­ten, macht es unse­ren Geg­ner teuf­lisch schwer, uns mit den übli­chen Ver­dik­ten zu belegen.
Gera­de weil wir es immer wie­der schaf­fen, die Ansich­ten der schwei­gen­den Mehr­heit aus­zu­drü­cken und uns eine über­wält­ti­gen­de Sym­pa­thie aus wei­ten Bevöl­ke­rungs­tei­len ent­ge­gen­kommt, sind unse­re Pro­vo­ka­tio­nen, so glau­ben wir, mehr als blo­ße Ges­ten. Sie haben eine befrei­en­de, auf­rüt­teln­de und eini­gen­de Wir­kung, für die ewi­gen Raun­zer und Nörg­ler, die sich ein bes­se­res Öster­reich wün­schen. Wir zei­gen, daß es auch anders geht, daß man etwas tun kann, daß wir eigent­lich in der Mehr­heit sind. Gera­de weil sich so vie­le Tat­be­rei­te bei uns mel­den, wol­len wir län­ger­fris­tig die­sem Bewußt­sein über ech­te Flashmobs und ech­te Mit­mach-Mas­sen­ak­tio­nen zum Durch­burch ver­hel­fen. Die Patrio­ten müs­sen weg vom Stamm­tisch und raus auf die Straße!

SEZESSION: Hal­tet Ihr sol­che Aktio­nen und der­ar­ti­gen Zuspruch auch in Deutsch­land für mög­lich? Immer­hin wird hier­zu­lan­de alles etwas hei­ßer gekocht …

IBÖ: Auf jeden Fall! Die Situa­ti­on in Deutsch­land ist natür­lich sehr ver­schie­den von der in Öster­reich. Bei Euch sind die Fron­ten sind kla­rer und die rech­ten Zusam­men­hän­ge klei­ner und radi­ka­ler – in jeder Hin­sicht. Auch der media­le Druck gegen alles, was nicht links ist, sowie die Aggres­si­on der Links­ex­tre­mis­ten  ist in Deutsch­land noch einen Tick höher.
Doch gera­de weil in Deutsch­land eine gro­ße, rech­te Sam­mel­par­tei wie die FPÖ fehlt, liegt ein gewal­ti­ges Unmuts­po­ten­ti­al brach. Hier könn­te man mit den rich­ti­gen Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten und guten Ideen groß­ar­ti­ge Aktio­nen setz­ten, die rich­tig Furo­re machen wür­den. Das Poten­ti­al ist da, und wir set­zen gro­ße Hoff­nun­gen in die iden­ti­tä­re Bewe­gung in Deutsch­land. Wich­tig ist, die Aktio­nen so zu gestal­ten, daß sie die Leu­te in ihrem patrio­tischn Grund­ge­fühl packen, mit­rei­ßen und auf ein iden­ti­tä­res Bewußt­sein heben. Sie brau­chen star­ke Bil­der, offe­nes Auf­tre­ten und immer eine Pri­se Humor oder eine künst­le­ri­sche Insze­nie­rung. Sie müs­sen so gut und so ver­blüf­fend sein, daß sich kei­ner leis­ten kann, nicht über sie zu berich­ten. Die Leu­te sind schon da, die Ideen auch und die Macher wer­den sich sicher bald fin­den. Wenn auch viel­leicht – typisch deutsch- etwas spä­ter als anderswo.

 

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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