Reaktion – Salon und Akademie

Am letzten Freitag fand in Berlin der erste Staatspolitische Salon statt. Der äußerst gelungene Auftakt läßt hoffen,...

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

daß wir so etwas wie die Geburt einer Insti­tu­ti­on beob­ach­ten konn­ten. Für den Erfolg aus­schlag­ge­bend sind neben dem The­ma und der Atmo­sphä­re vor allem die Teil­neh­mer, von denen so eine Ver­an­stal­tung pro­fi­tiert und als fort­set­zungs­wür­dig emp­fun­den wird.

„20 Jah­re Anschwel­len­der Bocks­ge­sang“ war ein The­ma zu dem wir knapp vier­zig Besu­cher begrü­ßen konn­ten. Eine Lesung von Aus­zü­gen des Tex­tes sowie die Erläu­te­rung von Kon­text und Wir­kung des Tex­tes mach­te auch den zahl­rei­chen jün­ge­ren Teil­neh­mern klar, daß es sich um einen epo­che­ma­chen­den Text han­deln muß­te. In den anschlie­ßen­den Gesprä­chen wur­de deut­lich, daß es neben den kul­tur­kri­ti­schen Anmer­kun­gen vor allem die For­de­rung von Strauß nach der Stär­kung des “Geson­der­ten” ist, die die Aktua­li­tät sei­nes Tex­tes ausmacht.

Dies Geson­der­te bedarf nicht nur der Ermah­nung, son­dern auch der Räu­me, in denen es sich stär­ken kann. Das ist regel­mä­ßig auf den Aka­de­mien der Fall, die, anders als der Salon, sich an ein jun­ges Publi­kum wen­den, daß nicht nur zum Ler­nen zusam­men­kommt, son­dern eben auch für das Stär­ken des Geson­der­ten in der Gemein­schaft. Jeder, der sich, viel­leicht nur unbe­wußt, dazu zählt, weiß, wie wich­tig es ist, den Aus­tausch in einer Atmo­sphä­re zu pfle­gen, die ihn nicht zu etwas stem­pelt, was er womög­lich gar nicht ist – die das Geson­der­te nicht als Aus­sät­zi­ges zu dif­fa­mie­ren trachtet.

Das The­ma der nächs­ten Aka­de­mie ist ein schö­nes Bei­spiel für die Not­wen­dig­keit des Geson­der­ten. Wer die Schat­ten­sei­ten von Eman­zi­pa­ti­on und Fort­schritt hin­ter­fragt, kann sehr schnell sehr ein­sam sein. Das dama­li­ge Medi­en­echo auf Strauß‘ Text ist ein Beleg dafür. Sei­ne Kri­tik bezog sich nicht zuletzt auf die Gegen­wär­tig­keit, die alles Ver­gan­ge­ne als vor­de­mo­kra­tisch und damit unwahr denun­ziert. „Reak­ti­on“ ist daher eine not­wen­di­ge Infra­ge­stel­lung des­sen, was uns umgibt – nicht aus Neue­rungs­sucht, son­dern aus Respekt vor dem, was ein­mal war und aus Sor­ge um den Bestand, der sich vernutzt.

In die­sem Sin­ne sind auch die Vor­trä­ge der nächs­ten Aka­de­mie ange­legt: Harald Seu­bert spricht über reak­tio­nä­res Den­ken als para­dig­mai­ti­schen Ansatz, Karl­heinz Weiß­mann zeigt pou­lä­re Reak­tio­nen wie den Auf­stand in der Ven­dée auf, Felix Dirsch setzt sich mit den Theo­re­ti­kern der Gegen­re­vo­lu­ti­on aus­ein­an­der, Joa­chim Volk­mann und ich wer­den den Mon­ar­chis­mus in Frank­reich und Deutsch­land vor­stel­len, Bene­dikt Kai­ser fragt nach dem reak­tio­nä­ren Gehalt in der Phi­lo­so­phie Rous­se­aus und zwei Patres der Pius-Bru­der­schaft wer­den uns erklä­ren, wie man sich eine Ree­van­ge­li­sie­rung Euro­pas vor­zu­stel­len haben wird. Ergänzt wird das Gan­ze durch einen sport­li­chen Nach­mit­tag und einen Filmabend.

Da wir eini­ge Absa­gen von ange­mel­de­ten Teil­neh­mer bekom­men und zudem eini­ge Plät­ze mehr als sonst zu ver­ge­ben haben, gibt es noch Gele­gen­heit sich anzu­mel­den! Die 13. Win­ter­aka­de­mie fin­det vom 22. bis 24. Febru­ar 2013 in Bad Pyr­mont statt. Die Hörer­bei­trä­ge sind nicht hoch, wer Geld ver­dient, bezahlt für zwei Über­nach­tun­gen, Voll­pen­si­on und alle Vor­trä­ge 80,00 €, alle ande­ren bezah­len 35,00 €. Nähe­re Infor­ma­tio­nen hier oder ePost an mich: institut[a]staatspolitik.de. PS: Hier der Film zu den Geson­der­ten.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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