GEZ-Freuden im ZDF-Videotext

von Lion Edler

Gestern abend nach dem Klausur-Stress und sonstigem Stress ausnahmsweise mal vor der Glotze erholt - Krimis im Staatsfernsehen geguckt, also ARD/ZDF.

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.

Eine Tran­se kam pflicht­ge­mäß vor. Auch ein Ara­ber, sowie die dazu­ge­hö­ri­ge Kri­tik einer Frau an der Frau­en­rechts-Situa­ti­on im isla­mi­schen Raum, ande­rer­seits aber auch Kri­tik des Ara­bers an Isra­el. Gro­ße Schei­ße sei das, was der Netan­ja­hu dort mache. Teil­wei­se sehr skur­ri­le Hand­lung, ich konn­te ihr in einem der Kri­mis über­haupt nicht fol­gen. Dazu eine völ­lig wir­re Kame­ra­füh­rung und eine ganz selt­sa­me Musik im Hintergrund.

Im ZDF-Video­text prang­ten indes­sen auf der Start­sei­te (=Sei­te 100) fol­gen­de vier Schlagzeilen:

1.) „Pfer­de­fleisch für Arme: Empörung”
2.) „Polit­ba­ro­me­ter: Streiks in Ordnung”
3.) „Gauck: kein deut­sches Dik­tat in EU”
4.) „Bri­ten-Kar­di­nal: Zöli­bat soll weg”.

Merkt hier eigent­lich noch jemand, was das für Gehirn­wä­sche ist? Die Schlag­zei­len Num­mer 2, 3 und 4 bil­den letzt­lich die Gehirn­wä­sche-Tages­ra­tio­nen für die drei Grund­pfei­ler der poli­tisch kor­rek­ten Staats­re­li­gi­on, nämlich:

1.) Schlag­zei­le 2: Anti-Kapi­ta­lis­mus / Klas­sen­kampf-Ideo­lo­gie, stän­di­ge Neid­kam­pa­gnen gegen die „Rei­chen“ und dau­ern­de Betrof­fen­heit über das schlim­me Schick­sal der „Armen“ hierzulande.

2.) Schlag­zei­le 3: Anti-National(stolz), Pro-Inter­na­tio­na­lis­mus und EU-Besof­fen­heit. Wobei: Natür­lich führt die Ableh­nung eines „deut­schen Dik­tats” in der EU noch nicht per se zu sol­chen Schluß­fol­ge­run­gen, aber die dau­ern­de Kon­di­tio­nie­rung in die­se Rich­tung und auch die Sug­ges­ti­on, daß so etwas wie ein „deut­sches Dik­tat” über­haupt eine ernst­zu­neh­men­de Gefahr sei, führt im End­ef­fekt in eine sol­che ideo­lo­gi­sche Richtung.

3.) Schlag­zei­le 4 bil­det die pro­pan­gan­dis­ti­sche Tages­ra­ti­on für den drit­ten Grund­pfei­ler der poli­tisch kor­rek­ten Staats­re­li­gi­on: Kri­tik an jeg­li­cher Ein­zäu­nung sexu­el­ler Trie­be. Im End­ef­fekt heißt das: pro „Freie Lie­be” und völ­li­ge Ver­lu­de­rung und Ver­fer­ke­lung der Sexu­al­mo­ral – wie gesagt: im End­ef­fekt. Das heißt ja nicht, daß das Zöli­bat nicht zu kri­ti­sie­ren wäre. Mir schei­nen sol­che Rege­lun­gen auch ziem­lich über­flüs­sig – hier wäre in der Tat mei­nes Erach­tens ein wenig Moder­ni­sie­rung des Kon­ser­va­tis­mus nötig, doch das ist ein ande­res The­ma. Aber: Auch hier ist die dau­ern­de Kon­di­tio­nie­rung auf Empö­rung über repres­si­ve Sexu­al­mo­ral völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig und das Erwäh­nen die­ser Nach­richt mit Blick auf ihren Bedeu­tungs­grad völ­lig unan­ge­mes­sen. Wen inter­es­siert es denn in einer ohne­hin athe­is­ti­schen Gesell­schaft, ob die katho­li­sche Kir­che am Zöli­bat fest­hält? Und wie rele­vant ist es, was irgend­wein Kar­di­nal (also nicht einer der unse­ren) dazu von sich gibt?

Aber auch die Schlag­zei­le Num­mer 1 ist selbst­ver­ständ­lich ein Fall von durch­sich­ti­ger neo­lin­ker Pro­pa­gan­da, und wohl nicht ohne Grund hat man die­se Nach­richt mit eben­falls sekun­dä­rer und ter­tiä­rer Bedeu­tung aus­ge­wählt. Ganz klar die­nen sowohl Schlag­zei­le (1), als auch Schlag­zei­le (2) der neo­lin­ken Neid-Pro­pa­gan­da gegen „die da oben” und die Rei­chen (1) bzw. gegen Unter­neh­mer (2).

Dazu paßt bes­tens, was der ehe­ma­li­ge Bun­des­bil­dungs­mi­nis­ter Rai­ner Ort­leb (FDP) bereits im Jahr 2009 im Inter­view mit der Jun­gen Frei­heit feststellte:

Wie in der DDR geht es auch heu­te um Macht und nicht um Frei­heit. Statt von einer Demo­kra­tie soll­ten wir ehr­li­cher von einer Medio­kra­tie spre­chen: Ich mei­ne damit, daß nicht Volk und Frei­heit herr­schen, son­dern die soge­nann­ten „Mei­nungs­ma­cher“. Als Bun­des­mi­nis­ter war ich ein­mal zu Besuch beim ZDF in Mainz und habe dort mit Ernüch­te­rung erlebt, wie auf einer Sit­zung der „Heute“-Nachrichtenredaktion unter den tau­send Mel­dun­gen, die dort damals täg­lich ein­gin­gen, ganz offen die­je­ni­gen aus­ge­wählt wur­den, die der Redak­ti­on am bes­ten paß­ten, um einen bestimm­ten Tenor zu erzeu­gen. Das heißt, das grund­ge­setz­li­che Recht auf Mei­nungs­frei­heit ist zwar de jure in Kraft, fällt aber de fac­to Mei­nungs­mo­no­po­lis­ten zum Opfer.

Dies kam auch am gest­ri­gen Abend beim Blick in den ZDF-Video­text voll zur Gel­tung. Allein schon die­se Gehirn­wä­sche per Video­text ist mehr als Grund genug, sich im März an den bun­des­wei­ten Demons­tra­tio­nen gegen die dreis­te GEZ-Abzo­cke zu beteiligen.

 

 

 

 Gastbeitrag

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Kommentare (27)

Rosbo

23. Februar 2013 22:51

Eine sehr treffende Analyse - herzlichen Dank. Ich beteilige mich seit Wochen an der Anti-GEZ-Protestaktion.

Hintergrund: Zum ersten Mal soll ich - ohne Geräte
zu unterhalten (habe nur PC) - zahlen. Als ich auf der Facebook-Seite der ARD mehrmals opponierte und folgenden Text immer leicht variiert einstellte:

>>Warum soll ich für etwas zahlen, das ich nicht nutze? Bitte testet euer Programm am Markt und verschlüsselt es. Wer den ÖRR dann sehen will, soll zahlen. Ich will nicht. Euere "Nachrichten" sind ohnehin politisch korrekt gefärbt und ich verzichte darauf mir von Gerster, Will und Maischberger die Welt erklären zu lassen oder simulierte "Kontroversen" zu erleben, die keine sind, weil hier nur die herrschende Meinung zementiert werden soll. Nachrichten gibt es von Russia Today (RT) und Al Jazeera inkl. guten Filmmaterials aus dem Auge des Geschehens gratis im Netz. Bitte kommt mir nicht mit Putin oder Katar. Ihr steuert noch wesentlich dreister und verlogener - die vorgenannten Sender sind ehrlicher, da sie auf eine lächerliche Objektivitäts-Maskerade verzichten, zudem lassen sie keine TV-Steuer eintreiben<<

Das Ergebnis war, dass ich schon bald gesperrt worden bin. Bis heute kann ich weder Beiträge als "gefällt mir" empfehlen, noch kommentieren - und zwar auf allen ARD-FB-Seiten. Das ging wohl vielen anderen Kritikern ebenso. Die ÖRR-Propaganda ist mittlerweile so stumpf und so platt, dass man sich an den Kopf fasst. Neulich parlierte Sigmar Gabriel im Maßanzug über seinen "Nazi-Vater" - eine medienaffine, peinliche Abrechnung. Was hat das jetzt für einen Sinn? Es sekundierte Wagenknecht, die Granddame des anderen Totalitarismus, völlig unangefochten. Gerade in einer Zeit, in der Kumpel und Parteichef Gysi wegen ekelhaften Mandantenverrats als Botenjunge und Gehilfe der Stasi auffliegt. Über IM Notar/Gregor klärte der ÖRR Rundfunk vor Jahren in einem 45-Minutenbeitrag auf - ein Beitrag!!! Gysi ist Bundestagsabgeordneter. Die durch 7,5 Milliarden Euro alimentierte Mediokratie, das Medienestablishment, ist in sich so geschlossen, dass man hier tatsächlich von einem (Macht-)Apparat reden muss. Den muss man publizistisch angreifen - und zwar über die Infragestellung der TV-Steuer, da ziehen viele mit.
Schließlich sind über 200 Euro/Jahr Grund genug, kritisch nachzudenken.

Karl

24. Februar 2013 10:58

Je ernster die Probleme, umso größer die Zahl
der Unfähigen, die die Demokratie zu ihrer
Lösung aufruft.

Davila

Andreas R.

24. Februar 2013 11:19

Das Internet hat mittlerweile die Rolle übernommen, die früher das "Westfernsehen" in der ehemaligen "DDR" hatte. Das einstmals vertrauenswürdige Bundesdeutsche Fernsehen hat sich im Laufe der Zeit auf eine gruselige Weise in eine orwellsche Propagandamaschine verwandelt. Gelegentliche Lichtblitze, in der Form von Sendungen, die mal zaghaft und andeutungsweise kontroverse Meinungen darstellen, findet man immer seltener.

Nicht nur im Fernsehen, auch im alltäglichen Leben wird die Propagandaberieselung immer deutlicher. Besonders hier in Berlin. Riesige Propagandatafeln die uns Schuldgefühle gegenüber der gesamten Welt eintrichtern wollen. Ständig hört man wie gut es uns angeblich geht und es wird suggeriert, das es uns nur deshalb gut geht, weil es den anderen schlecht geht. Dazu kommt die ständige Propagierung und Glorifizierung nichtheterosexueller Beziehungen.

Es wird stets propagiert, als wenn alle, die sich gegen den selbstzerstörerischen Fürsorgestaat wenden, so eine Art "hartherziger Scrooge" wären. Das Gegenteil ist der Fall. Ich komme selbst aus ärmlichen Verhältnissen und weiss deshalb sehr genau, das man es nur schafft sich daraus zu befreien indem man die Sache selbst in die Hand nimmt und daran arbeitet. Alle anderen Wege führen in eine Sackgasse.

Warum geht es uns in Deutschland materiell gesehen relativ gut? Als ich ein kleines Kind war, schaute ich mir gerne die "Kleine Enyklopädie Technik" an, die mein Vater im Bücherregal zu stehen hatte. Viele interessante Bilder über technische Wunderwerke waren dort zu sehen. Als ich in das Namenverzeichnis der Techniker und Erfinder schaute, fiel mir schon als Kind etwas ganz deutlich auf: fast alles deutsche Namen! Englische, amerikanische und auch einige französische Namen waren dabei. Schaut man sich heute um, so sind das auch genau die Länder, denen es heute relativ gut geht. Schon als Kind begriff ich die Wahrheit: Es ist die harte und tüchtige Arbeit unserer Vorfahren, denen wir es verdanken das es uns heute gut geht, und nichts anderes!

Es ist eine bekannte Weisheit, das man die schwachen nicht stärken kann, indem man die Starken schwächt. Ephraim Kishon schrieb mal in seinen Reisegeschichten: "Ich habe viele Länder bereist, aber dort, wo es keine 'bösen Reichen' gibt, sind seltsamerweise ALLE so arm wie die Kirchenmäuse.."

Auch die Autoren des Klassikers "Lexikon der populären Irrtümer" haben sich dieser Frage gewidmet. Es wird ja oft kritisiert, das die "reichen" Länder so viel vom Wohlstand verbrauchen. Die Autoren merken richtig an das die Weltwirtschaft kein Nullsummenspiel ist. Die reichen Länder verbrauchen den meisten Wohlstand, weil sie ihn auch produzieren. Die armen Länder haben nichts, weil sie auch nichts zu diesem Wohlstand beitragen. Mit weltweiter Alimentierung wird man dieses Problem nicht lösen können. Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber hier nur kurz eine Buchempfehlung zum Thema und damit soll es erstmal reichen: Linda Polman - Die Mitleidsindustrie - hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen

antifa ist profa

24. Februar 2013 12:25

Erschreckend!

Mich würde aber mal interessieren, wie konkret sieht den eine Demokratie, in der Volksfreiheit und nicht Medienfreiheit herrschen aus?

So weit ich das überblicken kann leben wir in einer Zeit in der sich solche Dinge wieder zuspitzen aber grundsätzlich alte Probleme wie noch vor 150 Jahren sind! Das eben Politik und Medien die Meinung vorgeben.

Und dann kommt noch hinzu das viele Menschen mindestens jeden Tag 9 Stunden a 5 oder 6 Tage die Woche arbeiten und den Rest ihrer Zeit mit Familie oder anderen Dingen verbringen- was kann da also bleiben, von einem verfestigtem Willen der Volksfreiheit??

Hugo89

24. Februar 2013 13:00

Da fragt man immer , wie das 'damals' möglich war, daß alle 'mitgemacht' haben, wenn man heute bei den Staatsmedien mitansieht, wie Leute für allerdings schwindelerregende Gehälter und zusätzlich hohe Pensionen aus Zwangsabgaben ihre Gesinnung, ihren Stolz und ihre Ehre verkaufen. Ich sehe die auch immer, muß ich ja, aber für mich ist das Realsatire, Pferdefleisch in der Lasagne, 'die Schere zwischen arm und reich öffnet sich immer weiter' im Regierungsauftrag zur Vorbereitung der Vermögensabgabe, die Hetze gegen Mehrverdienende, nie etwas über die, die evtl. mehr oder überhaupt etwas leisten, die Indoktrination über die Mordgesellen im Maghreb und vorzugsweis in Syrien, die Kungelei mit den Gewerkschaften usw. Bis auf die Wettervorhersage glaube ich denen überhaupt nichts mehr.

eulenfurz

24. Februar 2013 13:18

Danke für den exemplarischen Einblick und vor allem das Zitat des ehemaligen Bundesbildungsministers. Wir haben die "Schwarmintelligenz" des Internets genutzt und Argumente Pro und Contra zur Haushaltsabzocke aus dem Diskussionsforum der Online-Petition „Keine Zwangsfinanzierung von Medienkonzernen“, zusammengetragen, erweitert und sinnvoll geordnet: hier.

Ob sie etwas bewirken wird, ist unklar, aber direkt zur Online-Petition mit derzeit 100.000 Unterschriften geht es hier.

Martin

24. Februar 2013 13:48

Die GEZ Sache hätte das Zeug zu einem großen politischen aber auch journalistischen Thema. Die Aufregung/ Der Unmut in der Bevölkerung, die/der in der öffentlichen Wahrnehmung noch unterdrückt ist (wird), ist meiner Meinung nach Riesengroß.

Die Partei, die hier konsequent dagegen halten würde, könnte nicht unerheblich Stimmen sammeln - vielleicht wäre das ja die letzte Chance für die zur Zeit absaufenden Piraten, die werden ja wohl auch deshalb vom ÖR konsequent runter gemacht (ich will denen aber jetzt keine Dolchstoßlegende konstruieren).

Auch die Printmedien könnten hieran deutlich zeigen, dass sie noch nicht tot sein müssen (obwohl es hier ja kaum noch eine echte Marktvielfalt gibt - Erst Monopolisieren, dann die Läden zumachen oder zur regionalen Vereinsfest- und Festwochenzeitung machen, ist hier ja die Devise).

Aber was geschieht: Niemand will sich mit dieser Krake des ÖR anlegen.

Ich wünsche den Protestbewegungen daher großen Zulauf und finde es schade, dass es bislang in nur so wenigen Städten entsprechende Demos gibt.

Regor

24. Februar 2013 14:42

Ich denke, dass die Proteste gegen die GEZ-Reform (man beachte die Propagandarhetorik "Beitragsservice" und "Demokratieabgabe" - dagegen wirkt Orwell blass und einfallslos) eines zeigen: Dass Abkassieren gerät nun ins Blickfeld. Bei sinkenden Reallöhnen und dem Offenbarwerden des ÖRR-Gehaltsgefüges (300.000/p.a. für TV-Fürstin Piel vom WDR; über 1 Mio für 30x Jauchs Gequatsche) bringt die Normalbevölkerung immer weniger Zahlungsmoral auf. Die Tendenz des ÖRR ist zweitrangig. Hier eröffnet sich die Möglichkeit, diesen Protestansatz - völlig unpolitisch - auf andere Bereiche zu übertragen. Hinter der viel bejammerten "Entsolidarisierung" und "Marktradikalität" steckt nämlich die berechtigte Angst der linken Gesellschaftsingenieure nicht mehr genug Knete für ihr Klientel und Ideologie-Projekte zu haben. Genauso wie eine Abschaffung oder Kürzung des ÖRR-Beitrags, den linken TV-Schwachsinn eindampfen lässt, bedeutet auch eine steuerliche Entlastung das Ende vieler "Projekte". Denn Regieren heißt immer auch: sorglos geldausgeben.

Spengler

24. Februar 2013 14:56

GEZ Meinungsmonopolisten
was Ortlep vor 4 Jahren gesagt hat hat an inhaltlicher Dominaz zugenommen, so dass mir als politisch sehr Interessierten sowohl Tagesschau als auch heute vergällt wurden. Auf der Suche nach etwas ausgewogeneren Nachrichtensendungen fällt auch das österreichische Fernsehen weg, weil hier die gleiche rotgrüne Gutmenschenoligarchie die Meinung diktiert wie in Deutschland. Bleibt das Internet mit vielen Ecken und Windungen, auch im Komnmentarbereich - als alter Zwischendenzeilenleser freut man sich über jeden unabhängigen Gedanken

Inselbauer

24. Februar 2013 16:16

Für mich ist das bis auf die Molekularstruktur zermantschte, ultrahocherhitzte und totgewürzte alte Pferdefleisch aus der Walachei eine schöne Metapher für den Dreck, der aus dem Staatsfunk und aus den staatssubventionierten Medien kommt. Das Freibankzeug, verseucht mit Hormonen und Giften, rührt mich fast zu Tränen, weil es so unschuldig ist gegen das, was wir da erleben.
Mein Fernsehabend gestern, gottseidank auch eine Seltenheit, aber gestern war ein merkwürdiger Tag, hat mit einer demagogischen Tagesschau (angeblich habe das Bundesverfassungsgericht die Gleichstellung der Homoehe auf allen Ebenen "gefordert", dann Syrien und das Pferdefleisch, zudem Merkel mit einer lancierten Botschaft zu den EU- Verhandlungen mit der Türkei) angefangen und ist mit einem Double-Feature geendet (zwei Krimis mit Fritz Wepper). In diesen Krimis wurden Drehbücher verarbeitet, die sehr schlecht waren, ja gegen die elementarsten Regeln jeder Narration verstießen (die Leiche wird obduziert, aber der Held findet die Schwanderschaft erst später selber raus usw.). Man musste schon für sein eigenes Wohl vor der Glotze sorgen...
Es liegt alles in den letzten Zügen, wie es aussieht. So etwas dauert nicht ewig, das werden mir auch die Leute mit der abgeklärten, konservativen Attitüde nicht so leicht ausreden.

ene

24. Februar 2013 16:27

Ich lebe "fernsehfrei" seit Beginn meines Studiums. Ich dachte, ich brauche die Zeit für die Lektüre. Wenn ich jetzt (z.B. in Ferienwohnungen) mal in den "Genuß" des derzeitigen Programms komme, bin ich schier entsetzt über diesen ganzen Blödsinn, der einem da zugemutet wird.

Für jahrzehntelange Fernsehfreiheit soll ich jetzt eine Zwangsabgabe zahlen.
Ich bin bestimmt bei der Demo in Berlin dabei.

Toni Roidl

24. Februar 2013 16:53

"Das Internet hat mittlerweile die Rolle übernommen, die früher das „Westfernsehen“ in der ehemaligen „DDR“ hatte. "

Besser kann man's nicht sagen.
Zur Hölle mit der »Aktuellen Kamera« der ÖR!

Biobrother

24. Februar 2013 21:30

Da der Autor dieses grenzgenialen Artikels offenbar noch nicht so ganz in der bundesrepublikanischen Realität des 21. Jahrhunderts angekommen ist, hier eine kleine Handreichung:

https://www.focus.de/focustv/faszination-leben/faszination-leben-am-24-februar-2013-ca-23-30-uhr-bei-rtl_aid_924669.html

Dr. Schneider

25. Februar 2013 01:52

Mit der Auslegung von Punkt 1 durch Herrn Edler bin ich überhaupt nicht einverstanden.

Anders gesagt: Leider gehört die Verteufelung von Anti-Kaptialismus, und sei es Anti-Finanzkapitalismus, mittlerweile zu den Kerndogmen der neurechten Oppositionsideologie, die in diesem Punkt nicht besser ist als die Staatsideologie.

Im übrigen heißt Politbarometer = Umfrage. Also findet die Mehrheit der Deutschen Streiks für Lohnerhöhungen diffus gut, weil die Mehrheit der Deutschen zu recht irgendwie das Gefühl hat, daß die aktuelle Politik ihrem Interesse schadet.
Insofern manifestiert sich in dieser Meldung ein kümmerlicher Rest von demokratischer Medienkultur. In anderen Bereichen wird Volkes Meinung leider nicht mehr abgebildet.
Es käme nun darauf an, der Unzufriedenheit des Volkes Form und Richtung zu geben, anstatt die Armen zu verteufeln. Arm im Sinne von "ausgebeutet durch die Finanzoligarchie" ist in diesem Lande mittlerweile die überwiegende Mehrheit.

Aber nein, so will man es nicht sehen, denn in neurechten Kreisen fühlt man sich - ob zurecht oder zu unrecht - gerne irgendwie geldadelig, so daß man die Nase über streikende Arbeiter rümpft. Dieses elitäre und bisweilen eskapistische Gehabe ist sehr unproduktiv und, wenn es einen sogar so weit bringt, daß man sich im Zweifel eher auf der Seite der internationalen Ausbeuter aus der Finanzindustrie sieht, ist es auch unpatriotisch.
Daß Gewerkschaften viel Unfug, Asyllobbyismus z.B., treiben wissen wir, aber Streiken gehört zu ihren Kernaufgaben. Würden sie sich doch nur auf ihr Kerngeschäft beschränken!

Ach, wo ist das Land, in dem National-Sein nicht gleich heißt, am liebsten auf streikende Arbeiter schießen lassen zu wollen? Südamerika, du hast es - in dieser Hinsicht - besser!

Yvonne

25. Februar 2013 09:36

Dr. Schneider, sie haben vollkommen Recht!

Dr. Schneider

25. Februar 2013 12:36

Es führt zwar vom Thema ab, aber dieses ständige Herumgehacke auf der Unterschicht bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten - ich erinnere nur an diesen unseligen Artikel über die Hartz IV-Empfängerin mit ihren 3 Kinderwägen -, das ist im Grunde auch nur eine weitere Erosionserscheinung unseres Gemeinwesens neben Migrantenkriminalität und Asylschwemme. Das Volk hält nicht mehr zusammen.

Natürlich sind unkultivierte Menschen mit ihrem ganzen Gebaren unangenehm. Aber das Problem ist, daß sie unkultiviert sind, nicht daß sie Hartz IV bekommen. Wenn sie arbeiten müßten, würde das Problem nicht gelöst. Siehe die Auswüchse der Populärkultur in den USA!

Nein, die JF und Sezession sind hier wirklich blind. Immer wieder wird - völlig an der Realität vorbei - der dekadente Konsum unserer Tage angeprangert. Die Miete (= der Kapitalzins) frißt immer mehr vom Lohn weg, die Lebensmittelpreise explodieren, Autos können sich nur noch Spitzenverdiener wirklich leisten, aber man tut so, also würden wir alle in diesem Land in einer maßlosen und immer noch anschwellenden Konsumorgie dahinleben.

In Wahrheit ist eine Massenverarmung historischen Ausmaßes im Gang. Wenn sie irgendwie aufgehalten werden soll, müßte es gelingen, das zusammenzudenken, was bisher nicht zusammengedacht werden darf:

Kritik an Niedriglöhnen UND Kritik an Asylmißbrauch, Kritik an der Finanzoligarichie UND Kritik an Migrationspolitik. Die Kritik der Eurorrettung muß mit der Kritik am Sozialabbau einhergehen. Das wäre konsequent, mehrheitsfähig, treffend und also wirklich gefährlich für die, die Politik gegen uns machen.

Mit Seitenhieben gegen die Armen wie in diesem Beitrag hier verhindern JF und Sezzesion von ihrer Seite aus aber, daß dies geschieht.
Nichts anderes machen die Mainstreammedien von ihrer Seite, indem sie Sozialpolitik mit einer Befürwortung von Asylmißbrauch und antinationaler Gesinnung verbinden.
So sind wir schön zwischen den Fronten verkeilt.

Theosebeios

25. Februar 2013 18:02

Also Herr Schneider, ich habe keine Zeit für eine ausführliche Antwort, die überdies dann sehr an dem Ausgangsartikel vorbeiginge. Sie scheinen mir die Mehrheitsverhältnisse hier und im JF-Forum doch sehr zu verkennen. Das "elitäre Gehabe" der Konservativen, das wir Ephesier auch ganz gerne pflegen, zeigt doch eher die Minderheit. Insofern hat mir der Artikel mit den drei Kinderwagen, den ich gleich meinen Söhnen schickte (anderes aus dem Forum kann ich ihnen kaum zumuten, weil sie etwas linksliberal sind), voll aus der Seele gesprochen. Man kann vergleichbare Beobachtungen machen, wenn man mit offenen Augen durch den urbanen Lebensraum spaziert.

Und, mit Verlaub, "die Massenverarmung historischen Ausmaßes", auch hier gerne nachgesprochen, ist ein linksparteilich gezeugter und gehegter Mythos. Ohne den kommt die Linke nicht aus, SPD und GRÜNE hängen sich zielstrebig dran. Ich habe die 50er und 60er-Jahre als Kind erlebt und kannte bzw. kenne immer noch Leute, die die 20er, 30er, 40er erlebten. Hören Sie denen zu, dann ahnen Sie vielleicht was eine Massenverarmung historischen Ausmaßes sein könnte.

Sugus

25. Februar 2013 20:08

@ Theosebeios
Und in Stalingrad haben wir Pferdehufe ausgekocht...
Armut ist immer relativ. Wenn es heute keine Armen in Deutschland gibt,
dann hat es auch 1932 keine Armen in Deutschland gegeben. 1932 liefen die deutschen Kinder schließlich nicht mit Biafra-Bäuchen rum, und Hungertote gab es ebenfalls nicht, dank Suppenküchen.

jak

25. Februar 2013 20:33

@ Dr.Schneider

„...Verteufelung von Anti-Kaptialismus, und sei es Anti-Finanzkapitalismus, mittlerweile zu den Kerndogmen der neurechten Oppositionsideologie...“

Allein schon der Titel von de Benoists neustem Buch spricht nicht für diese These. Und dieser Text ist ein Gastbeitrag von Lion Edler (den ich bisher nur von eigentümlich frei her kannte, die ja eher das sind was man in den USA libertarian nennt). Die meisten Ihrer Kritikpunkte kann ich aber gut nachvollziehen (auch wenn ich glaube, dass Sie die Glosse von Frau Kositza etwas zu harsch beurteilen)...

eulenfurz

26. Februar 2013 10:31

@Dr. Schneider
"Das Volk hält nicht mehr zusammen."

Welches Volk? Meinen Sie diese geschichts- und gesichtslos gewordene Masse?

"Kritik am Sozialabbau"

Im Gegenteil, wir brauchen einen rigrosen und totalen Sozialabbau, um die (Selbst-)Verantwortung des Einzelnen zu stärken. Es ist ein Dilemma, daß seit dem Beginn des Massenzeitalters mit ihren Demokratismen und Ideologismen die Verantwortungsoigkeit und das Schmarotzertum kulturell bzw. genetisch derart hochgepäppelt wurde, daß deren Träger mittlerweile die Mehrheit stellen und - da sie alimentiert werden - immer stärker und stärker werden, bis der hohl gewordene Baum (Volk-Staat) zusammenbricht.

Die Steuerabgabe für den Staatsfunk paßt zu einem sozialistischen Wirtschaftssystem und hat mit Wahlfreiheit von Dienstleistungen nicht zu tun.

Yvonne

26. Februar 2013 14:04

@eulenfurz
Es gibt große und kleine Schmarotzer, und solange wir uns nicht um die großen kümmern, brauchen wir uns über die kleinen wohl kaum beschweren. Es ist zu billig, sie vorzuführen.

Vulture

26. Februar 2013 16:34

Yvonne und Herr Dr. Schneider,

ich glaube nicht dass die Sezessionisten die Abschaffung des Sozialstaates per se fordern. Es geht auf dieser Ebene vielleicht um Modalitaeten. Das " Herumgehacke" ist zunaechst mal (besonders im Falle der Frau Kositza) eine Wiedergabe von tatsaechlich gemachten Beobachtungen. Mehr nicht. Die Konsequenzen sind noch nicht abschliessend ausgesprochen/niedergeschrieben sondern duerfen noch eruiert werden.
Hinweis zum weiteren Nachdenken: Gibt es vielleicht einen Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Auftreten von "kleinen Schmarotzern" und der zunehmenden Dreistigkeit und Reichweite der "grossen Schmarotzer" ? Werden die Letzteren oder deren Statthalter in der Politik nicht irgendwie von den Ersteren demokratisch gewaehlt? Und bedenken Sie auch die darauffolgende Rueckkopplung (Waehlergeschenke, Volksverdummung im weitesten Sinne). Eine Regierung/Elite von Dieben wird nicht dadurch besser oder schlechter, dass Teile des Volkes vom planmaessigen Empfang von Hehlerware leben und umgekehrt. Das hat was von einem geschlossenen Kreislauf.
Es sind ja gerade nicht die Hartzler die man aendern muesste/koennte. Es ist die Verwaltung dieser Pseudoarmut, die Millionen unproduktiven Verwaltungsangestellten ein Auskommen beschert. Bei denen kommt nicht nur der Strom aus der Steckdose, sondern es faellt auch das Geld planmaessig in gleichen monatlichen Raten vom Himmel. Gestern abend las ich einen Artikel in der JF ueber die Umwidmung eines Altenheims in ein Asylantenheim. Ich habe dabei gelernt, dass der staatlich finanzierte Betreiber des Gebaeudes (AWO) an den Asylanten mehr verdient als an Rentnern. Jetzt verstehe ich auch warum sich die Caritas fuer die Scheinasylanten in der Wiener Votivkirche so ins Zeug legt. Der oeffentliche Dienst ist der groesste Arbeitgeber in Deutschland. Caritas und Diakonie sind die groessten "privaten" Arbeitgeber in Deutschland.
Meinen Sie, die ARD/ZDF-von Schnitzlers sind die Einzigen, die begriffen haben was im einzelnen zu tun ist um ihren jeweiligen Staatsladen am laufen zu halten?

Die von Ihnen angesprochenen Probleme der Finanzoligarchie moechte ich nicht leugnen. Aber die waeren vergleichsweise einfach durch Zinserhoehungen und Durchsetzung geltender Vertraege und Gesetze durch die Regierenden in den Griff zu bekommen. Es beduerfte eigentlich mehr der konsequenten Unterlassungen (von Hilfszahlungen), als irgendwelcher Handlungen. Damit muss sich nicht die Sezession beschaeftigen. Warum wir allerdings eine Regierung haben die das eben nicht unterlaesst, das ist doch die interessantere Frage. Und die kann man nicht von einem umverteilungsabhaengigen Volk isoliert betrachten.

P.S. Ich war letztens wieder mal ein paar Tage in Deutschland. Ich weiss nicht wer da arm sein soll. Vor allem, - mein Eindruck, sind alle von kompletter Senilitaet befallen. Denken in absoluten und existenziellen Kategorien von "ist" oder " ist nicht", "geleistet" oder "nicht geleistet", "koennen" oder "nicht koennen" voellige Fehlanzeige. Alles ist irgendwie da. Wenigstens theoretisch. Man hat ein Recht darauf. Eigentlich auf alles. Und es gibt ja schliesslich auch entsprechende Institutionen die dafuer zustaendig sind. So. Wo ist das Problem?

Konservativer

26. Februar 2013 18:06

eulenfurz vertritt eine klassisch liberale Position, will möglicherweise in die Zeit vor Bismarcks Sozialreformen zurück.
Wie er mit der Forderung eines totalen Sozialabbaus in der politischen Arena "einen Blumentopf" für die politische Rechte gewinnen will, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.
Einheimische, die, oftmals nach einer langjährigen Berufstätigkeit, unverschuldet zu Alg1 und Alg2 Empfängern geworden sind generell als "Schmarotzer" zu bezeichnen, ist unzulässig.

Das es einen Mißbrauch unserer Sozialsysteme gibt ist unbestritten. Vor einem Totalabbau sind jedoch andere Maßnahmen zu ergreifen. Welche das sein könnten, darüber sollten wir uns Gedanken machen. Dies allerdings unter der Prämisse "nationale Solidargemeinschaft".

Zunächst einmal sinnvolle Maßnahmen wären beispielsweise a) das Unterbinden der laufenden Einwanderung in unsere Sozialsysteme (einschließlich der Rückführung von Altfällen) und b) das Ergreifen wirkungsvoller Maßnahmen gegen den Mißbrauch der Sozialsysteme durch Einheimische.

Ich habe mir vor ca. 3 Jahren in Bremen verschiedene Jobcenter angesehen, mein Eindruck war, daß 70-80% der dort anwesenden "Kunden" Migranten waren.

Ich beende meinen Kommentar mit einem Zitat von Manfred Kleine-Hartlage, es findet sich in dem Interview, das die serbischen Zeitschrift “Geopolitika” mit ihm führte:

"...
Wie stark ist die linke Szene in unser Gesellschaft präsent (Politik, Familie, Bildungssystem etc..)? Einmal haben Sie gesagt: „Linke Ideologie ist nichts anderes als eine säkularisierte Religion“. Sind die Linken eigentlich nicht die Träger eines gerechten sozialen Staates?

Wenn sie das wären, hätte sich der Kapitalismus ihre ideologische Dominanz in Politik, Medien und Wissenschaft kaum bieten lassen. Der Sozialstaat kann auf die Dauer nur als nationale Solidargemeinschaft existieren. Als solcher ist er – zumindest in Deutschland – gegründet worden. Solidargemeinschaften brechen aber zusammen, wenn Trittbrettfahrer ihnen praktisch nach Belieben beitreten können. Eine antinationale Linke, die zugleich den Sozialstaat unterstützt, macht ihn zum Magneten für genau die Masseneinwanderung, die ihm am Ende durch finanzielle Überforderung den Garaus machen wird. Politisch ist das für die Linken ein gutes Geschäft: Sie profitieren von den Stimmen der Einwanderer und zugleich von denen von sozial schwachen Einheimischen, die Konkurrenz durch billige Arbeitskräfte bekommen; das drückt auf die Löhne und die gewerkschaftliche Verhandlungsmacht. Je weniger die einheimischen Arbeiter von ihrer eigenen Arbeit leben können, desto mehr sind sie auf den Sozialstaat angewiesen und müssen erst recht links wählen. ..."
Quelle: https://korrektheiten.com/2013/02/10/neue-weltordnung-interview-mit-geopolitika/

Dr.Schneider

26. Februar 2013 23:27

@ eulenfurz

Also ich würde nicht in einem Gemeinwesen ohne Sozialsystem leben wollen, und zwar nicht, weil ich darauf spekuliere zu schmarotzen, sondern weil den Einzelnen Schicksalsschläge treffen können, die er allein einfach nicht bewältigen kann.
Es ist eine große Versicherung des Volkes. Deshalb darf es auch nicht in die Hände der Banken.
Aus den Ideen Ihres radikalen Sozialabbaus sind die feuchten Träume der Finanzindustrie.

Es hat auch etwas mit wohlverstandenem Humanismus zu tun, daß man den Schwachen im Gemeinwesen hilft. Unser Sozialsystem wurde nicht ohne Grund von Menschen entwickelt, die, als sie jung waren, das sinnlose Schlachten der Weltkriege erleben mußten.

All das hat nun aber gar nichts mit der neuen Rundfunksteuer zu tun. Das Problem liegt hier weniger in der Steuer als darin, daß die Sender einseitiges Programm machen. Wären die öffentlich-rechtlichen Sender tatsächlich demokratische Plattformen, die auch konservativen und rechten Positionen in ausgeglichener und neutraler Weise Raum geben würden und so ihren Bildungsauftrag wirklich erfüllen würden, statt immer nur zu indoktrinieren, würde ich diese Steuer gerne bezahlen, sehr gerne sogar.

Dr. Rottlersheim

27. Februar 2013 08:29

Vor mich hinträumend unternahm ich letzte Woche einen gemütlichen Spaziergang im angenehmeren Stadtviertel. Plötzlich wurde ich durch einen Sperrmüllberg vor einer Villa aus meinem Traum gerissen. In einem alten Sekretär fand ich in einer Schublade Kontoauszüge einer Schweizer Bank mit ausgewiesenen Guthaben in 7-stelliger Höhe. Adressiert waren diese Auszüge an einen dort wohnenden Unternehmer. Es ist noch nicht einmal ein Jahr vergangen, als gerade dieser Unternehmer in den Schlagzeilen der Lokalpresse zu finden war. Um eine drohende Insolvenz abzuwenden und natürlich um Arbeitsplätze zu retten, wurde diesem Unternehmer mit einem nicht näher genannten Betrag aus Steuermitteln unter die Arme gegriffen. Ich legte die Kontoauszüge wieder zurück, sie waren schmierig und feucht, rochen schlecht, und ich schlenderte weiter, wieder ganz in meinen Träumen versunken...

eulenfurz

27. Februar 2013 16:01

@Konservativer
„Wie er mit der Forderung eines totalen Sozialabbaus in der politischen Arena „einen Blumentopf“ für die politische Rechte gewinnen will, entzieht sich meiner Vorstellungskraft.“

Nicht jeder ist davon abhängig, Blumentöpfe für Rechte oder Linke oder sonstwen gewinnen zu müssen. Damit können sich andere beglücken. Wer auf Sozialforderungen aufsatteln zu meinen glaubt, weil diese in einer Massendemokratie zwangsläufig nach dem Geschmack der Masse sind und demnach temporär johlende Zustimmung verschaffen, soll dies machen. Das ändert aber nichts daran, daß die grundlegenden Probleme, welche gerade auch Konservative gern beweinen, mit den Auswirkungen der Entbindung von persönlicher Verantwortung verschärft werden.

@Dr. Schneider
„Also ich würde nicht in einem Gemeinwesen ohne Sozialsystem leben wollen.“

Darauf wird es aber nach dem Zusammenbruch wieder hinauslaufen: daß sich in Familienverbänden oder Gemeinschaften, in denen jeder jeden kennt und einschätzen kann, gegenseitig geholfen wird.

Alle tatsächliche Werte Schaffenden können sich ausrechnen, wenn sie keine Steuern oder Zwangsversicherungen oder Rundfunk- bzw. anderweitige Abfallgebühren zahlen müßten, inwieweit Faulpelze und Dilettanten mangels Alimentierung zu Höchstleistungen auffahren, produktiv werden und Werte schaffen; inwieweit allen abgabenentbundenen Schaffenden plötzlich Mittel zur Verfügung stünden, wirklich Bedürftigen zu helfen, den Eltern die Rente zu zahlen und Kindern die Bildung in einer unter Selbstverwaltung stehenden Gemeinschaftsschule; weiterhin - etwa am Beispiel Krankenversicherung - sich auf wirklich nötige Arztbesuche zu beschränken und mit der eigenen Gesundheit als kostbares Gut umzugehen, und nicht Skiunfälle, Raucherlungen, Trinkerlebern oder Aidsafrikaner auf anonyme Gemeinschaftskosten zu sanieren usw.

„Es ist eine große Versicherung des Volkes.“

Versicherungen sind wie Lottospielen: Man zahlt kontinuierlich ein und kann bei gut Glück etwas abstauben; die Hälfte der Einzahlungen bleibt aber im Verwaltungsapparat hängen. Daß gerade die Ebene „Volk“, die in vielen kulturellen Dingen durchaus Berechtigung haben mag, für eine Sozialstruktur herangezogen wird, ist nicht nachvollziehbar - sie ist hier genauso anonym, wie die Ebene „Kontinent“ oder „Menschheit“. Nein, Sozialismus funktioniert nur in Bereichen, in denen jeder jeden kennt, in denen es auch eine soziale Kontrolle gibt.

Daß der Massenstaat das nicht leisten kann und will, weil der eine Teil der Masse davon profitiert und der andere Teil sich an die horrenden Abgaben gewöhnt hat und gar keine Alternativen denken kann, ist das ausweglose Dilemma dieser Zivilisationsgesellschaft, deren Kulturreste nur durch ihren Zusammenbruch in Fragmenten noch zu retten wären, was aber für Niemanden ein lohnenswertes Ziel darstellt, erst Recht nicht für Blumentopfgewinner.

F451

2. März 2013 00:03

Ich kann gar nicht verstehen, daß man für so hervorragende, linksradikale Propaganda nichts bezahlen will?

https://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1840146/VICE-Reports-Europas-frustrierte-Jugend?setTime=3.446#/beitrag/video/1840146/VICE-Reports-Europas-frustrierte-Jugend

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