27. Februar 2013

Scheitert die Identitäre Bewegung in Deutschland?

von Götz Kubitschek / 56 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

IBDPrognose: Wenn nicht rasch ein personell entscheidender Schritt gelingt, kommt die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) an ihr Ende, bevor sie so recht mit ihrer Arbeit begonnen hat. Bereits jetzt ist die Welle des Anfangs ausgerollt, sie flutet zurück ins große Meer und hinterläßt am Strand nicht viel mehr als ein paar Pfützen. Dafür gibt es einen simplen Grund: Anders als in Österreich oder Frankreich hat die Identitäre Bewegung in Deutschland kein Gesicht.

Die Situation war vor fünf Monaten jene, die wir heute beim Blick auf die IBD immer noch vorfinden: Eine elektrisierende junge Bewegung, deren Wurzeln weit hinter das Geburtsjahr ihrer Protagonisten zurückreichen, wächst als Internet-Protest-Phänomen rasch auf tausende Sympathisanten und mögliche Unterstützer auf - und wird sofort von fünf Seiten in die Zange genommen:

1. Die IBD wird von den Medien NICHT als interessante, großstädtisch virulente Protestbewegung begrüßt und nach oben geschrieben (wie es dem chaotischen Haufen der Piraten widerfuhr), sondern sofort in eine rechtsradikale Ecke abgeschoben, medial geschlachtet und sozial bedroht.

2. Der Nationale Widerstand - in sich inhomogen vom orthodoxen Hitleristen bis zum nationalistischen Intellektuellen reichend - wittert in der IBD ein Auffangbecken und ein neues, unverbrauchtes Etikett für den alten Wein, den er anzubieten hat. Vor allem in den mitteldeutschen Bundesländern suchen Bewerber aus diesem verbrannten Milieu Kontakt zu den (vor allem virtuellen) Gruppen der IBD. Die IBD wehrt sich mit genauer Prüfung, Abgrenzung und rigider Teilnahmesperre.

3. Die IBD bringt keine Führungspersönlichkeiten hervor. Sie bestimmt sehr kompetentes Organisationspersonal, das in der Folgezeit vor allem eine Aufgabe zu schultern hat: die endlosen Internet-Debatten um Abgrenzung, Ausrichtung und eigener Autorität zu führen, zu präzisieren und wenigstens in den Griff zu bekommen. Getrieben wird diese immens fleißige Führungsgruppe von der berechtigten Sorge, daß in dieses Machtvakuum Kräfte und Manifeste vorstoßen könnten, die man nicht haben möchte. So geschehen ist das mit dem Büchlein eines Autors, der nicht zur Bewegung gehört, den Rummel um diese Idee aber für seine Autorenkarriere nutzt.

4. Unter anderem aufgrund dieser Hindernisse ist es der IBD bisher nicht gelungen, so etwas wie ein Zentrum der eigenen Idee auszubilden und eine Gestalt auszuprägen, die nicht mehr verloren gehen kann. In einer schnellebigen Zeit und vor dem Überangebot des Internets ist es tödlich, keine Haltepunkte und Bezugsgrößen anzubieten: Wer da war, hat Tage später schon neue Angebote bei facebook oder andernorts wahrgenommen und zieht weiter. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die IBD den Schwung der österreichischen Votivkirchen-Besetzung auf ihrer eigenen Internet-Präsenz nicht ausführlichst dargestellt, kommentiert und genutzt hat.

5. Über alledem hat die IBD bis heute nicht erklären können, was sie eigentlich unter "Identität" versteht. Dies ist auch nicht einfach: Wo Identität als selbstverständlicher Lebensanker verortet ist, muß man sie nicht metapolitisch aufrüsten; wo sie es nicht mehr ist (eben in den Großstädten, und nirgends anders gibt es Bedarf an einer IBD), muß sie es zeitgemäß, großstädtisch, modern formulieren - und vor allem vorleben. Daher rührt der Umstand, daß identitäre Bewegungen in Hausprojekten, also: Verortungen münden.


Diese fünf Punkte zusammengenommen, steht es schlecht um die Identitäre Bewegung in Deutschland. Das ist eine Katastrophe. Wir alle wissen, daß die IBD jedes historische Recht (um ein sehr großes Wort zu wählen!) auf ihrer Seite hat, sich zu einer widerständigen, das Eigene bewahrenden, nationalbewußten politischen Größe zu entwickeln.
+ Die jungen Deutschen, die sich in ihr sammeln möchten, leiden nicht an einem Phantomschmerz, sondern am tiefgreifenden, in den westdeutschen Großstädten täglich sichtbaren Umbau des Volkes und des Staates hin zu etwas, das ihre mehr als unerfreuliche Zukunft sein wird.
+ Die Gegnerschaft, die sich daraus ableitet, hat eine Richtung nach Außen und zugleich nach Innen: Nach außen gegen die Überfremdung (also: Überforderung des Eigenen), nach Innen gegen die Kaputtmacher und Kaputtprediger des Eigenen.
+ Jede junge Generation hat ihr Rügerecht und wird - egal wie radikal sie sich äußert - von den Wirkkräften des Alterns, Reifens, des Berufs und der Familie abgeschliffen. Vor allem dann, wenn eine Bewegung nicht aus Langeweile, sondern aus wahrnehm- und nachweisbarer Not entsteht, muß sie ehrlich beurteilt und ernstgenommen werden.

Historisches Recht aber ist nichts wert, wenn es nicht durchgesetzt wird. Wir haben in unserem Netz-Tagebuch oft genug über die Schwierigkeiten und Gefahren berichtet, denen ausgesetzt ist, wer gegen den Zeitgeist der Meinungsmacher angeht. Man muß das auch nicht komplizierter ausdrücken als es ist: Gäbe es wenigstens zwei Meinungsmilieus in Deutschland mit je eigenen, großen Blättern und Sendern, würde die IBD ähnlich geduldig und wirksam aufgepäppelt, wie es mit attac oder den Piraten geschah.

Aber es gibt dieses unterstützende Milieu nicht, sieht man von dem ab, was - grob vereinnahmend gesagt - als Neue Rechte bezeichnet wird. Aber genau dies, diese mögliche Unterstützung durch immerhin ein paar zigtausend Leser, Abonnenten, Förderer macht es einer Bewegung wie der IBD doch um vieles leichter als es für die bestehenden Projekte je war - Internetdenunziation und sozialer Druck hin oder her.

Das bedeutet: Noch steht die Tür für diese neue, von uns begrüßten Bewegung offen. Wo sind diejenigen, die ein Szenegefühl schaffen und ständig erneuern können? Keiner fand sich, um fürs ZDF vor die Kamera zu treten - auch das eine vertane Chance, ein Vakuum, das nun sicherlich nicht im Sinne der IBD gefüllt werden wird. Einer aus Österreich übernahm den Part? Wie peinlich für die Deutschen, wie mutlos dem eigenen Zukunftsprojekt gegenüber!

Die Tür schließt sich, wenn sich nicht bald ein Fuß findet, der sich dazwischenstellt. Wer ist das Gesicht zu diesem Fuß? Wo ist dieser Mann, sind diese Männer? Oder sind es Desperados? Deutlicher: Was ist schon der Verlust eines Jobs, wenn es immer Alternativen gibt - und vor allem die Chance, sich etwas Eigenes aufzubauen? Jedenfalls müssen Leute her, die keine Angst vor sieben dürren Jahren haben, sondern bereit sind, Konsequenzen für ein ganzes Leben zu ziehen - und zwar nicht, weil sie außer ihrer Gesinnungstreue nichts anzubieten haben, sondern OBWOHL sie auch eine ganz normale Karriere machen könnten.

Wenn es von dieser Sorte in diesem Volk kein halbes Dutzend mehr gibt, dann bedarf es auch keiner Identitären Bewegung mehr.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (56)

Marc Identitär
27. Februar 2013 10:27
Lieber Herr Kubitschek.

Was hindert sie denn daran sich an der IB zu beteiligen und mitzumachen? Kommen Sie zu uns ins Forum und diskutieren mit. Jeder kann Teil der IB werden, wenn er unsere Postionen eindeutig unterstützt. Es ist immer leicht von außen etwas (konstruktiv) kritisch zu betrachten, viel schwieriger ist es aber etwas von innen heraus ins Leben zu rufen.

Die meisten Mitglieder der IB sind politische Neulinge, engagiert und leidenschaftlich. Die IB ist erst am Anfang, überall entstehen Gruppierungen, man organisiert sich und plant kreative Aktionen.

Aber warum mit solch einer öffentlichen Diskussion unseren Gegnern in die Hände zu spielen? Alle hier anwesenden "Autoren", "Kommentatoren" und "Internetrebellen" können ihren eigenen Anteil leisten, damit die IB zum Erfolg wird. Sie müssen einfach NUR mitmachen. Ist ganz einfach und kann jeder. Nicht quatschen sondern machen. Das ist konstruktiv kritisch gemeint und bringt es auf den Punkt.

antwort kubitschek:
sagen Sie mal - rede ich spanisch? wenn überhaupt irgendetwas dem gegner in die hände spielt, dann die unfähigkeit der ibd, ein paar mutige leute hervorzubringen. eine bewegung, die aufkleberaktionen zur tat stilisiert und ansonsten nur virtuell existiert, macht nicht, sondern quatscht nur.
Marc Identitär
27. Februar 2013 10:42
Nein, sie schreiben in unserer wunderschönen deutschen Sprache.

Selbstverständlich muss die IB mittelfristig Gesicht zeigen. Ich denke Sie haben aber auch meine Anmerkung gelesen, dass die IB überwiegend aus politischen Neulingen besteht. In der jetzigen Phase ist es nicht einfach Menschen zu finden, die der identitären Idee verpflichtet und zugleich beruflich und sozial so autark sind, dass Sie sich dem Widerstand des politischen Gegners komplett aussetzen können.

Aber wie gesagt. Keiner hindert Sie sich in er IB zu betätigen und die IB von innen heraus zum Erfolg zu tragen, so wie andere Aktive dieses auch versuchen. Ganz im Gegenteil ich würde dieses sogar begrüßen.

antwort kubitschek:
ich spreche von den jungen leuten, die noch nicht eingebunden und ausgelastet sind, die unabhängig sind und aufbauen könnten.
K.
27. Februar 2013 11:05
Wie läuft es denn in den anderen Ländern, z.B. Frankreich?
Inselbauer
27. Februar 2013 11:06
Der identitäre Kamerad spricht schon einen wunden Punkt an: Moderne soziale Bewegungen funktionieren orthodox autoritär, und das geht nur mit fertigen Männern an der Spitze. Man sehe sich diese Exemplare an, von Grillo, der 1:1 auftritt wie der junge Mussolini bis hin zu den Spaßwählern in Tschechien, die einen alten österreichischen Aristokraten auf den Internet-Schild gehoben haben. Wie sollen das die jungen Deutschen schaffen, aus dem Nichts? Es erscheint mir verständlich, dass diese Leute jemanden haben wollen, der etwas erlebt und geleistet hat, eine Kultfigur ist usw. Herr Kubitschek, Sie selber polemisieren doch immer wieder gegen die Basisdemokratie, aber wo soll die Autorität herkommen? In den zwanziger Jahren hätte man da gesagt: In dem Milieu herrscht eine veraltete Vorstellung von Führung.
F451
27. Februar 2013 11:21
Man muß aber auch mal klar sagen, es gibt viel zu wenige deutsche Jugendliche die diesen tiefgreifenden Schmerz wirklich empfinden. Die sich fragen, warum sie fast alle aus Scheidungsfamilien stammen, während die türkische Großfamilie nebenan immer mehr zulegt. Warum es unter ihnen keinen Zusammenhalt gibt, auch da wo sie bereits in der Minderheit sind.
Selbst die "harten, deutschen Jungs" aus der Hooliganszene achten ja peinlich und ängstlich zugleich darauf, daß sie nicht als rechtspolitisch wahrgenommen werden. Quatschen was von Fußball ist Fußball und Politik ist Politik, zeitgleich übernimmt die antifa die Ultraszene.

Kaum einer von denen verfügt über eine eigene Meinung, alle rennen sie irgendwelchen vorgegebenen Sprechblasen nach und fühlen sich noch unheimlich schlau dabei. Echte Frustration entsteht erst, wenn der Kollege schon wieder ein neues Handy hat, man selbst aber noch nicht.

Was für eine Bewegung soll das also werden, die über kaum Personal verfügt? Der größte Teil der aktiv ist, wird schon vorher im NW verbrannt worden sein. Was ein paar tausend "I like" Freunde wert sind, darüber braucht man sich ja nicht zu unterhalten.
Marc Identitär
27. Februar 2013 11:44
Die IB Deutschland besteht seit Oktober. In diesen paar Monaten haben wir schon für ein ganz ordentliches Medienecho gesorgt. Angefangen von der ersten "Hardbass" Aktion in Frankfurt, bis hin zum identitären Flashmob vor dem Brandenburger Tor, einem recht professionellen Internetauftritt und einem eigenen kleinen Internetshop für Aktive.

Die IB ist eine außerparlamentarische Aktionsform, welche nur Bestand hat, wenn Menschen sich AKTIV beteiligen. Jeder kann mitmachen, egal ob jung oder alt.

Jeder der hier mitliest kann sich den regionalen IBs anschließen, oder falls noch keine vorhanden sind in Absprache mit uns eine eigene regionale IB gründen.

Je mehr Menschen sich einfinden, desto einfacher wird es auch Gesicht zu zeigen.
S. Pella
27. Februar 2013 11:58
Lieber Herr Kubitschek!

Für diese klaren Worte an die Identitäre Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland danke ich Ihnen vielmals.

Dieser scharfsinnigen Analyse der Lage ist nicht viel hinzuzufügen: ohne Führungspersonal, Charakterköpfe und schillernde Persönlichkeiten wird keine wie auch immer geartete Bewegung Erfolg haben können.

Hinzu tritt der in Deutschland viel Zeit und vor allem Energie kostende Versuch, zwanghaft eine Organisationsstruktur zu schaffen, die im Grunde überhaupt nicht notwendig wäre; eine einfache Hierarchie mit einem Führungskreis der wichtige Entscheidungen autoritär trifft, aber auf regionaler Ebene der "Auftragstaktik" Raum läßt, reicht aus (s. Frankreich und Italien).

Weiter müßten Aktionen fernab deutscher Ernsthaftigkeit initiiert werden; es ist geradezu symptomatisch, daß die lebnensfrohen Wiener hier eine provokative und ironisch konnontierte Besatzung durchführten. Ähnliches trifft auf die Tat der Franzosen und die den "Kult des Lebens" huldigenden Poundisten aus Italien zu:

http://www.youtube.com/watch?v=M0qCNfa7X1I
http://www.youtube.com/watch?v=tf1BzLhmdHs

Oder stecken etas die Identitären aus Deutschland hinter diesem Coup:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-marine-soldaten-fesseln-vorgesetzten-12096133.html

Dies wäre zumindest originell! :)
Yvonne
27. Februar 2013 12:12
@ Marc
Bitte nicht immer schreiben: Jeder kann mitmachen, jeder, der hier mitliest..., denn dem ist ja nun mal nicht so.
S. Pella
27. Februar 2013 12:18
Entschuldigen Sie, doch vergaß ich folgenden Verweis einzufügen, der trotz seiner Veröffentlichung auf indymedia höchst aufschlußreich über den Erfolg von Casa Pound Italia ist:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/74992

Nichtsdestotrotz (d.h. trotz meines Plädoyers für weniger Ernsthaftigkeit in konkreten Aktionen) muß der Ernst der Lage, der Ernstfall ständig thematisiert werden: "Der Tod zog durch das Land (...) Der Tod ließ sein Banner flattern über das Land", heißt bei Berndt Krauthoffs "Ich befehle. Kampf und Tragödie des Barons Ungern-Sternberg" (Bremen 1938, S. 9). Dies ist heute der Volkstod, die ethnische Unumkehrbarkeit für Deutschland!

Grüße aus Berlin!
Kurt Schumacher
27. Februar 2013 12:21
@ Marc Identitär

Tun Sie nicht den zweiten Schritt vor dem ersten? Warum sollte ich mich Ihnen anschließen, wenn Sie mir nicht plausibel Ihre Weltanschauung erklären können...? "Identität" ist ein großes Wort. Man könnte auch Eigenart oder Deutschheit sagen, da wir nun einmal Deutsche sind. Aber dagegen steht ja Ihre Angstparole "100 Prozent identitär, null Prozent Rassismus." - Bitte, ich wäre auch bereit, die Eigenart europäisch zu definieren - - allerdings ist Europa bereits eine Abstraktion, oder sagen wir es freundlicher, eine Zusammengesetztheit: Europa der Völker; denn "den" Europäer als solchen gibt es noch nicht. "Der" Europäer wird sich seiner selbst nur am Nicht-Europäischen bewußt. Zum Beispiel, wenn wir mit US-Amerikanern zu tun haben, dann stellen wir fest: "So sind wir nicht; so wollen wir auch nicht sein!" - Und das, obwohl die US-Amerikaner ursprünglich europäische Einwanderer waren; sogar germanische (horribile dictu): Engländer, Holländer, Deutsche, Schweden und so weiter. Aber ihre seelische Eigenart hat sich von unserer weg-entwickelt, und somit verbindet uns nichts mehr mit ihnen. Auch weiße Amerikaner sind keine Europäer (mehr). Und das war nur ein Beispiel.

Europa liegt in der Mitte der Welt, wie Deutschland in der Mitte Europas liegt. Unsere Deutschheit wird uns erst richtig bewußt im Kontakt mit Nicht-Deutschen. Hier gilt es meiner Meinung nach anzusetzen. "Null Prozent Rassismus" ist eine kontraproduktive Formel; ja, man muß sagen, eine direkt anti-deutsche Formel - - ohne daß ich selber Rassist wäre! Aber wer die Realität des Fremden leugnet, kann auch das Eigene nicht realisieren.

"Was heißt deutsch?" Diese Frage müssen Sie überzeugend beantworten.

zusatz kubitschek:
ich bitte darum, diese überzeugende antwort nicht innerhalb dieses diskussionsstrangs zu geben. der ist für andere fragestellungen und antworten da.
Inselbauer
27. Februar 2013 12:48
Als Österreicher sehe ich mit Entsetzen, dass diese Diskussion wieder einmal abseits jeder Einsicht in die eigenen Stärken der so genannten Bundesdeutschen geführt wird. Was um alles in der Welt soll der Italien-Käse mit der echten Lebensfreude? Wollt ihr jetzt dann auch noch die Lockerheit der Vorderasiaten übernehmen und damit deutsche Politik machen?! Ganz Europa erschauert (freilich versteckt hinter Sticheleien, aber das macht nichts) angesichts der deutschen Stärken, selbst wenn sie im Hosenanzug und von einer formlosen Unfruchtmutti vorgetragen werden. Warum nicht verklemmt auftreten? Warum nicht zum eigenen Kommunikationsstil stehen? Wer schreibt euch vor, witzig zu sein? Ihr handelt euch immer wieder Minderwertigkeitsgefühle ein, und das ist das genaue Gegenteil von Identität und Überzeugung.
Toni Roidl
27. Februar 2013 13:23
Ich finde es falsch, die Identitären schon wieder abzuschreiben. Lasst ihnen noch Zeit. Sie können ja nochmal durchstarten, mit dem Sommer kommen auch neue Aktionen. Ich finde auch nicht, dass dazu (jetzt schon) identifizierbare Gesichter nötig sind, eher noch mehr Aufmerksamkeit. Und die Frage, was Identität ist, muss auch nicht gleich in Stein gemeißelt werden, wenn die Beteiligten wenigstens diffus fühlen, dass es um Herkunft, Heimat, Tradition, Geschichte geht.
Lasst den Jungs ihren Hardbass-Techno, ihre Masken und ihren Spaß. Wenn es sich dabei sowieso nur - wie es hier letztens hieß - um ein wirkungsloses Paddeln gegen den mächtigen Strom handelt, entspricht man wenigstens Kubitscheks Lieblingsmotto etiam si omnes...
Ich habe aber die Hoffnung, dass es eine Rückkopplung aus der virtuellen Welt in die Realität gibt.
bernardo
27. Februar 2013 13:47
Was läßt sich hier debattieren? Eigentlich nichts. Natürlich hat Kubitschek Recht: Ohne Gesicht(er) geht es nicht.

Lese übrigens gerade in der FAZ Christian Hartmanns Besprechung der "Stalingrad-Protokolle", also von Aussagen sowjetischer Soldaten über die Schlacht. Darin schreibt er zu den Lobhudeleien des Herausgebers der Protokolle:

"Natürlich war der sowjetische Sieg im „Großen Vaterländischen Krieg“ immer auch das Produkt von Idealismus, Patriotismus und einer schier grenzenlosen Opferbereitschaft. Aber das darf doch nicht den Blick auf die Abgründe des stalinistischen Regimes verstellen!"

Wie wahr. Dazu eine Prognose: Wenn nicht "Idealismus, Patriotismus und eine schier grenzenlose Opferbereitschaft" auf der deutschen Seite auch während der berühmt-berüchtigten 12 Jahre gewürdigt werden, statt sich in immer neuen Spiralen davon zu distanzieren, wird es keine deutsche Identität geben können.
Vulture
27. Februar 2013 14:34
Hat die Antifa irgendwelche spezifischen"Gesichter" denen die Leute folgen?
Bitte nicht mit Polit-Gurus des linken Establishments antworten. Wenn ich 18 Jahre alt waere und fuer eine bessere Welt Randale machen moechte, wuerde ich das nicht fuer die Claudia Roth oder irgendwelche Graukappen a la Trittin machen.
Zwischenruf
27. Februar 2013 14:34
Ich stimme Herrn Kubitschek zu. In Österreich hatte man die Situation, dass es unter der Oberfläche des politischen Mainstreams schon gekocht hat und es schien, als hätte man nur auf "das Identitäre" gewartet. Nur ein Impuls brachte das Fass zum Überlaufen und hob die bereits vorhandene Avantgarde an die Spitze, welche bereits ein spezifisch identitäres Bewusstsein hatte. Und das Wichtige: "diese OPFERTEN sich nicht, weil sie außer ihrer Gesinnungstreue nichts anzubieten haben, sondern OBWOHL sie auch eine ganz normale Karriere machen könnten" (und zT. machen).

In Österreich stand darum trotz der modern lockeren und humorvollen Außenwirkung von Beginn an ein ernster politischer Wille dahinter, welcher formt und strukturiert. Man beschränkt sich nicht auf demonstrieren, sondern schafft auch etwas, das demonstriert werden kann. Die Aktionen werden als das gesehen was sie sind: Werbung für den Inhalt und nicht der Inhalt. Der Inhalt ist theoretische Weiterbildung, kulturelles- und geselliges Leben - eine Gemeinschaft.

In der BRD wirkt vieles verspielt und zu heterogen. Es braucht darum autoritäre Führungspersonen mit Charisma, welche die IBD von einer Sammelbewegung zu "etwas neuem" machen. Diese müssen nicht nur das theoretische Wissen haben, sondern auch gewillt sein, dieses in der Welt zu manifestieren und umzusetzen. Es gilt nicht möglichst viele Leute dort zu sammeln wo sie sind, sondern sie unter einem neuen Mythos, unter einer neuen Fahne zu vereinen - auch innerlich. Das Potential ist auch in der IBD da - aber es scheint als würden diese Personen noch im Winterschlaf ausharren. Und es bleibt zu hoffen, dass sie mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings auch ihren "Willen zur Macht" entwickeln.
Rumpelstilzchen
27. Februar 2013 15:08
"Die Tugend der Tapferkeit hat nichts zu tun mit einem rein vitalen, blinden Draufgängertum. Nicht der ist schon tapfer, der sich unbesehen und unterschiedslos irgendeiner Gefahr aussetzt;....Nicht irgendein Sich-Einsetzen für irgendwas macht das Wesen der Tapferkeit aus, sondern nur eine Selbsthingabe, die der Vernunft, und das heißt: dem wahren Wesen und Wert der wirklichen Dinge, entspricht". (Josef Pieper, Vom Sinn der Tapferkeit)
Nur der Kluge kann tapfer sein. In der Reihe der Kardinaltugenden geht die Klugheit der Tapferkeit voraus. Ich denke, dass es eher an Klugkeit mangelt als an Tapferkeit.
Um es kurz zu machen: Es gibt Gelegenheiten, Gesicht zu zeigen, für Männer und Frauen, Junge und Alte ,gegen den Feind von außen und gegen die Kaputtmacher:
als Jonny K. Zu Tode getreten wurde, als zwei minderjährige in München brutal vergewaltigt wurden. Usw.
Es braucht dazu nicht einmal Mut, etwas Zivilcourage vielleicht und Empathie, keinen Idealismus, keine Opferbereitschaft :
nur ein starkes Nein zur Realität des Bösen.
Landser
27. Februar 2013 15:19
M.E. ist, zumindest vorerst, "ein personell entscheidender Schritt" gar nicht so wichtig. Woran es mangelt, sind Aufsehen erregende Aktionen, über die zu berichten auch die sog. Mainstream-Medien nicht vorbeikommen und die die IB auch für Sympathisanten interessant macht. Dies war m. M. nach auch ein Problem der KSA: ein paar gute Aktionen mit all zu viel Leerlauf zwischen durch und dann nichts mehr. Wer auf sich aufmerksam machen will, muß dies beständig tun, muß am Ball bleiben. Das ist wie in der Werbung. Eine Annonce, ein TV-Spot allein tut's da auch nicht. Da muß auch unablässig geworben werden. Ein paar Beispiele gefällig? Da gibt es in diesem Land ein Altenheim, das demnächst zu einer Asylunterkunft umgewidmet wird und eine Kirche, die zur Moschee werden soll. Warum nicht dem französischen Vorbild nacheifern (nur etwas länger vielleicht!?)?
Als letztes: Das es nur in den Großstädten einen Bedarf an einer IBD gibt, "und nirgends anders", kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach sieht es auf dem platten Land, was Identität angeht (die über eine "Lokalidentität" hinausgeht), auch nicht gut aus.
Ungern von Sternberg
27. Februar 2013 15:37
Hallo - das mit dem Hausprojekt habe ich nicht verstanden...

Geht es dabei um so etwas wie die Casa Pound?

Was ich komisch finde ist folgendes: ich glaube alle starken kohäsiven Gruppen brauchen eine Grundlage von der aus sie opperieren können. Ich meine die Mafia sind ja auch immer Sizilianer - Murder Inc. waren Juden. Dann gibt es noch diese Neger- und Mestizenbanden die sich in Kalifornien bekämpfen.

Jetzt könnte man sagen: hei wir sind ja alle Deutsche. Aber ich glaube diesen Zusammenhang gibt es nicht - Deutsche sind zuerst Individuen und dann Deutsche - im Gegensatz zu andren Ethnien - so zumindest steht es in der aktuellen Ausgabe Ihrer Zeitschrift. Ich glaube nicht wirklich, daß das über Facebook gelingen wird: hei wir gründen jetzt eine Spaßguerilla - gegen eine öffentlichkeit, die bei so etwas überhaupt KEINEN Spaß versteht. Ich glaube, daß so etwas eines vorpolitischen Raumes bedarf, der eine solche Kultur hervorbringt. Die amrikanische Gegenkultur hatte als Kern die red-diaper babies, die bolschewistische Partei die Schtetls (so zumindest eine nachvolziehbare Argumentation).

Nun - in diesem Zusammenhang lebe ich eigentlich in dem optimalsten vorpolitischen Raum: ich bin im CC korporiert, lebe einen vorkonziliaren Katholizismus und kenne viele Evangelikale. Wenn ich nun in diesen Milieus irgendwas mit IBD aufbauen wollte - so würde ich wie Elvis enden: als "ein Mann Revolution" (John Lennon). So sieht es aus... Ich konnte nicht einmal meinen Bund dazu bringen, neben dem Spiegel die JF zu abonnieren. Der einzige Mensch, den ich kenne, der die Sezession abonniert hat, den ich kenne, bin ich selbst.
Aus diesem Grund folgende Frage des Anfangs: was hat es mit dem Hausprojekt auf sich? Ist damit gemeint, diese ethnische Grundlage herzustellen? Ein identitäres Milieu aufzubauen? Wäre das die Idee, bevor man mit der Spaßguerilla startet eine Bruderschaft auzubauen, einen Männerbund?

Übrigens: das einzige Bild, das ich von den Identitären in Frankreich im Kopf habe ist das von ihrem Camp – und nicht die Aktion:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=tbp2udNhOnU

Im übrigen habe ich vor kurzem folgendes im Netz gefunden:

http://www.jack-donovan.com/axis/2013/01/how-to-start-a-gang-the-co-op-gym/

Die Idee, man solle erst mal einen Sportclub gemeinsam Gründen, eine Wohnung mieten. Die Gebühr auf die Mitglieder umlegen. Sich dann gemeinsam körperlich ertüchtigen. Und wenn es beliebt (in unsrem Fall der eigentliche Sinn) Ideologie einfließen lassen.

Sollten wir vielleicht dies als ersten Schritt machen?...

Abschließend hier noch eine amerikanische Spaßguerilla puritanischer Herkunft: die können ihren Feinden mit einem frechen Lächeln begegnen. Weil sie schon seit über 50 Jahren nicht nur durch das Band eines starken Glaubens, sondern auch durch Verwandtschaftsverhältnisse miteinander verbunden sind:

http://www.signmovies.com/

Tatsächlich macht die Westboro Babtist Church sogar in hippen Late Nightshows eine gute Figur:

http://www.youtube.com/watch?v=OBA6qlHW8po
Markus
27. Februar 2013 15:55
Auch wir Identitäre müssen später Geld verdienen. Von Idealismus kann ich meine Miete nicht bezahlen. Ich verfolge da eine ganz andere Taktik. Es ist doch viel sinnvoller, wenn man sein Studium erfolgreich beendet, und dann in Positionen kommt, in denen man selbst andere Menschen beeinflussen kann. Es geht darum, später selbst am Schalter zu sitzen, anstatt es denen "da Oben" zu erklären, wie sie es machen sollen! Auf dem Weg dahin lerne ich ihre Sprache zu sprechen, ihre Gedankengänge nachzuvollziehen, ich lasse mich tief in ihr komplexes System saugen, um zu verstehen wie es funktioniert.
Waldgänger
27. Februar 2013 16:13
@ Marc Identitär

Lasst euch nicht entmutigen! Glück und Unterstützung! Was schnell wächt, welkt oder bricht auch wieder schnell.
Was groß und stark werden soll, das wächst gewöhnlich langsam und braucht dafür seine Zeit.

Ich verstehe ja Ihre Sorge, Herr Kubitschek, dass es nicht schnell genug gehen könnte. Würde es aber schnell gehen, so wäre das daraus Erwachsene schwach. Zu schwach. Wäre womöglich nur eine Mode der Saison. Geben wir dem Neuen Zeit - auch wenn das quälend viel Geduld erfordert. Das Neue muss aus solidem Fundament heraus wachsen, darf nicht nur eine isolierte neue Strömung sein.
Und tut es das nicht, wächst es nicht aus immer breiterem festerem Fundament heraus - so hätte es eh´keine Chance.

Denn es muss uns auch klar sein, WIE massiv der Gegenwind der Etablierten sein wird, wenn die Identitären denn tatsächlich in die Breite und in die Höhe zu wachsen beginnen. Dagegen dürfte der bisherige Gegenwind ein laues Lüftchen sein. Ich glaube, dass sich hier manche gar keine rechte Vorstellung davon machen, mit welcher Härte, welchen Tricks und vielleicht auch mit welcher offenen Gewalt das etablierte linksliberale System das Entstehen und Anwachsen einer starken und identitären Strömung bekämpfen wird bzw. würde.

Da muss man vorbereitet darauf. Das geht nicht in ein paar Monaten. Oder wie ich schon mal an anderer Stelle schrieb: Die Identitären sollten sich in methodischer und organisatorischer Hinsicht an den Grünalternativen der späten 1970er orientieren. Sie sollten sich allmählich entwickeln und festigen, sollen auch ruhig streiten und um Orientierung ringen. Das darf Jahre dauern, solange dabei insgesamt ein Wachstum stattfindet.

Dass letztlich auch Führungsgestalten und Köpfe dabei sein müssen, das stimmt natürlich. Aber die werden sich schon zeigen ... und sicherlich könnten es auch Leute sein, die schon heute einen gewissen Bekanntheitsgrad haben. Doch sollten es welche sein, die nicht zu angreifbar sind durch frühere Handlungen oder Worte.

antwort kubitschek
war das jetzt das wort zum sonntag? ein harmonisierungsversuch? was soll das? was ist das für eine vorstellung, daß etwas "jahre dauern" darf und daß das, was schnell wächst, kein fundament habe? wir betrachten hier nicht eine reifende jugendliebe, die in eine ehe münden soll, sondern eine politische bewegung, deren kennzeichen dynamik, schneid, aggressivität, reconquista sind und deren zeit jetzt da ist, deren symbol, name und struktur jetzt brachliegen und in nicht allzu ferner zeit okkupiert werden, wenn man den acker nicht bestellt.
Waldgänger
28. Februar 2013 11:10
Wenn Sie glauben, dass es anders, schneller gehen könnte als ich eben beschrieben habe - und wenn dieser Glauben auf mehr beruht als auf Ihrem Hoffen und Wollen - dann skizzieren Sie doch bitte mal, wie Sie sich das konkret vorstellen.

Dass dabei Führungspersönlichkeiten eine Rolle spiele, ist schon klar.
Aber bitte etwas genauer.

..........

P.S. Es gibt Lebensweisheiten, die schon ihren wahren Kern haben.

antwort kubitschek:
die lebensweisheit spreche ich Ihnen nicht ab. dennoch ist es so: manchmal gibt es phasen der konsolidierung, des ruhigen planens und des ausreifens guter ideen (ist bei mir in verlag und zeitschrift nicht anders); manchmal aber muß es rasch gehen, müssen claims abgesteckt, autoren erobert, leser gewonnen, kampfzonen ausgeweitet werden (ist bei mir in verlag und zeitschrift manchmal ganz unversehens so). es wechselt, es ist alternierend - und wo (das war die frage) steht die ibd derzeit? muß sie ihren claim ratzfatz abstecken, bevors ein anderer tut? oder kann sie debattieren, sich zurechtdistanzieren und ihre lauteren absichten betonen? ich meine: ersteres.
Rumpelstilzchen
27. Februar 2013 16:52
Jede junge Generation hat ihr Rügerecht, verdammt noch mal. Es geht um den eigenen Anstand , den die politische Klasse nicht mehr hat.
Wenn ein junger Mensch schon jetzt an die Miete denkt, die er später einmal zahlen muss, dann soll er einen Bausparvertrag abschließen.
In heutigen Zeiten rate ich das nicht mal mehr meinen eigenen Kindern. Redet bitte nicht von Taktik, wenn ihr in jungen Jahren schon keine Ideen mehr habt.
eulenfurz
27. Februar 2013 17:24
Warum eine asymmetrische Basisbewegung Führungsköpfe, also hierarchische Strukturen benötigt, ist auch nach Lektüre obigen Artikels nicht nachvollziehbar. Diese ergeben sich möglicherweise von allein, wenn die Zeit reif ist; der Fußtritt in den Hintern eines vermuteten Apologeten, damit dieser ins Rampenlicht stolpere, ist sicherlich nicht hilfreich.

Man kann, wie hier, über die IB debattieren, ohne die Schulterstücke, einen Mitgliedsausweis und die Bescheinigung des Kassenwarts für den Monatsbeitrag vorweisen zu müssen. Gehören wir nicht alle irgendwie zur identitären Bewegung?
Hubschrauberpilot
27. Februar 2013 18:04
Hier zeigt sich wieder mal die ganze alte Misere: Die Lage ist ernst, aber noch nicht ernst genug. Wer diffus fühlt, in noch intakten Restbeständen zu hausen, wer bürgerlichen Besitz, bürgerliche Reputation und Freundeskreise zu haben meint, war gar Familie hat, der riskiert nichts, solange ihm nicht permanent in den eigenen Vorgarten geschissen wird, solange ihm keiner direkt und immer wieder in die Eier tritt. Und für die meist bürglichen Flaumbärte, die den Ernst der Gesamtlage erkannt haben, gilt das gleiche prospektiv: Man meint, selbst noch was erreichen, im System für sich retten zu können. Deshalb wird nichts passieren, deswegen wird aus den "identitären" Mini-Happenings auch keine "Bewegung". Wer die Deckung verläßt, wird noch immer von den Kollaborateuren niedergemäht; wer wie Markus sich "ins System saugen läßt", verändert sich und wird Teil des Systems. So war's und so ist es halt nun einmal. Wenn der EU-Bettel wirklich zusammenbricht, kann's allerdings ganz schnell gehen. Dann ist der im Vorteil, der kämpfen kann, Ressourcen hat und seinesgleichen kennt. Hierfür könnten die Ansätze der "identitären" Hopser und Kuschelbären, weniger harmlos, auch ganz gute Vorübungen sein. In diese Richtung zielt wohl auch der Spruch vom "Hausprojekt". Mehr ist, glaub ich, derzeit objektiv nicht drin.
Angela Brüning
27. Februar 2013 18:10
Die Identitären in Österreich und Deutschland sind meiner bescheidenen Meinung nach wohlstandsverwahrloste Kids Anfang 20 und großteils illiterat (was nicht bedeuten muss, dass sie glauben in der Lektüre von Moeller van den Bruck den Stein der Weisen gefunden zu haben). Kurz gesagt: Alles Leute, die im Grunde ihres Herzens dem Sozialstaatsmodell der 70er Jahre nachtrauern und nicht begreifen wollen, dass es für sie nicht mehr reicht. Ein Beispiel: Der Vorschlag Pensionen zu kürzen, die Jungen gegen die Alten zu mobilisieren, in einer Sprache, die deutlich macht, dass sich die Jungen nicht mehr in ein Pyramidenspiel einlassen, dass sie nach Strich und Faden als Betrogene zurücklässt, wird mit "du bist aber asozial, menschenfeindlich, kapitalistisch" quittiert. Es ist kein Vertrauen an die Selbsterhaltungsfähigkeit der Deutschen außerhalb eines Sozialstaatskorsetts denkbar. Eine Synthese aus Libertarismus und aus identitären Positionen, die den Geist der Freiheit atmet, ist undenkbar mit diesen Leuten. Was es bräuchte wäre ein libertärer Dutschke, einen Voluntaristen, der qua charismatischer Persönlichkeit und intellektuellem Format die Jungen für sich einnimmt. Ich halte wenig von symbolische Großtaten wie Kirchenbesetzungen. Ich bin bescheiden geworden. Es täte wirklich gut, wenn es jene Leute, die das Abendland untergehen sehen und die Dominanz von 68ern und ihren Epigonen im Unibetrieb beklagen, endlich mal in Lehrveranstaltungen den Mund öffnen würden und das tun würden, wozu es der Muße, des Bildungseifers und profunder Sachkenntnis bedarf, nämlich: widersprechen. Feigheit - und darum geht es ja im Artikel von Kubitschek- beruht in hohem Maße am Mangel an Bildung.
Inselbauer
27. Februar 2013 18:26
Das Problem ist, dass die im Ansatz Rechten heute gegenüber jeder Art von autoritärer Tendenz viel kritischer sind als es die Linken jemals waren. Leute wie Joschka Fischer, Schröder oder der ausgefressene Webshop-Held Grillo hatten und haben da nicht die geringsten Bedenken. Die trauen es sich sogar, Frauen zu übergehen (...) Wenn die Linken Kritiker der Bewegung wüssten, was das für brave und anständige junge Leute sind.
Leider wird es sich nicht vermeiden lassen, über kurz oder lang die "knallharten" Themen wie Führertum, die berühmten Schulterstücke, ein wenig "Rassismus" als rhetorische Steigbügel usw. ins Treffen zu führen. Ich missbrauche im Dienst der Linken seit Jahrzehnten alles, was es so an "Themen" gibt. 10 Prozent dieser Skrupellosigkeit auf der Rechten, und wir hätten, politischer Druck hin oder her, in Deutschland eine erfolgreiche rechte Partei.Vielleicht brauchen die Jungen eben noch ein paar Jahre, um sich endlich zur Gemeinheit durchzuringen.
Luise Werner
27. Februar 2013 18:27
Was soll die IB sein ? Die Exekutive der intellektuellen Rechten? Oder eine junge Bewegung mit allem Drum und Dran, samt allen Irrwegen?
Was der IB jetzt noch nicht zwingend fehlt, sind Köpfe, die bei 3sat Stellung beziehen. Was ihr am meisten fehlt ist Masse. In meiner Stadt gibt es eine starke linksautonome Szene. Im weiten Umkreis ist fast jeder Laternenmast mit Infomaterial beklebt; Aufrufe zu Demos, Einladungen zu Vorträgen und nicht zuletzt einfache linke Symbole als Reviermarkierung. Aus dem scheinbaren Nichts ziehen 100 bis 200 Leute blockierend durch eine Strasse. Die rechtfertigen sich für gar nichts, sind einfach präsent und sorgen so für einen Gewöhnungseffekt. Die Köpfe dieser Bewegung sitzen in Stadtparlamenten, in Unis oder in Parteibüros.
Soweit ist die IB aber nicht! Was die IB braucht ist Stadtguerilla, so dass nicht NUR die Wahlplakate von Union und FDP beschmiert werden, sondern auch die der Grünen. Es braucht viel öfter eine Spontandemo, die sich gegen den politischen Gegner richtet, weniger gegen eine Moschee. Es gilt, den dämmernden Michel zu wecken und zu zeigen, dass es noch andere als die Linke gibt. Aktion. Und die braucht Mitmacher. Erst wenn man an der IB nicht mehr vorbei kommt und nahezu jeder schon mal den Begriff gehört hat, erst wenn viele zuhören, dann lohnt der Auftritt in den Medien. Spätestens dann braucht es die vorzeigbaren Köpfe. Aber zunächst geht es um Dreckarbeit.
Erkenbrand
27. Februar 2013 18:47
Von GREENPEACE lernen heißt siegen lernen. Man stelle sich vor, die Umweltaktivisten (die meisten davon natürlich verkappte Linke) hätten sich mit dem Drucken und Verteilen von Aufklebern zufrieden gegeben. Solch kämpferische Begeisterung wie bei der Blockade von Walfangschiffen täte der IDB gut.
Warum nicht mal die Zentrale der GRÜNEN in Berlin besetzen und besetzt halten? Warum sich nicht am Eingangstor der GEZ-Zentrale anketten und die Abschaffung des Zwangsgebühren-Propagandafernsehens fordern? Warum nicht eine Live-Talkshow der ARD zur besten Sendezeit stürmen? Warum nicht die Bühne der nächsten "Wetten-Daß"-Sendung entern und nicht wieder abziehen, bis einen Identitäre Erklärung live verlesen wurde? Warum nicht von der Bundestagstribüne Handzettel schmeißen und vielleicht noch kopierte Euro-Scheine, um auf den Wahnsinn der vermeintlichen Euro-rettung aufmerksam zu machen. Warum nicht die nächste Bundespresse-Konferenz stürmen?
Angst vor Konsequenzen? Wie Lenin schon sagte: Die Deutschen lösen bei einer Revolution erst eine Bahnsteigkarte, bevor sie den Bahnhof stürmen...
Albin Glanthaler
27. Februar 2013 18:52
"Das ist eine Katastrophe" - "..historisches Recht..." - Was für Worte!!! Was ich schon für hochtrabende Ausdrucksweisen gelesen habe im Zusammenhang mit der sog. "Identitären Bewegung"! Allein schon diese Bezeichnung ist eine Peinlichkeit. Auf angebliche Rechte zu pochen, die man nicht durchsetzen kann im natürlichen politischen Machtkampf, ist einfach erbärmlich. - Übrigens hat (zu meinem damaligen positiven Erstaunen) Herr Kubitschek bereits im Editorial der Sezession Nr. 46 wie folgt geurteilt: "Wer in den letzten fünf Jahren die für Volk und Nation entscheidenden Parameter im Auge behalten hat, weiß, dass die Lage hoffnungslos ist: Geburtenschwund, Überfremdung und Bildungsverfall haben unser Land todkrank gemacht." Eine klare Einsicht - was sollen dann also die ganzen Aufregungen!
- Alles Leben, alles Geniale, Große wird geboren kraft eines Schicksals und stirbt, alle Völker, Rassen, Künste, alle Arten von Leben und Kultur. Der Held zeichnet sich dadurch aus, daß er das heroisch trägt, dass er im Tod kein Elend sieht. Schwächlinge können sich mit dem Gedanken nicht abfinden, dass eine Kultur vergeht. Wie sie ihr Leben, das ach so unnütze, mit Pillen und Operationen verlängern, nicht vertiefen möchten, so wollen sie die Kultur "verlängern".
Schicksal ist schon, wo, wann und als was man geboren wird: in welchem Jahrhundert, welchem Volk, welcher Schicht: aber auch der Körper der Seele, wenn er krank, schwach krüppelhaft ist, gehört zum Schicksal. Die Tragödien der Einzelnen liegen in dem Widerspruch dieser inneren und der äußeren Schicksale. Die Art, wie jeder damit fertig wird, kennzeichnet seinen Rang.
Es ist feige, an die willkürliche Verlängerung des Lebens zu glauben, von einzelnen Völkern, Kulturen. Das ist ein Ausweichen vor der Tatsache der Voll-endung (nur für sich will man sie nicht gelten lassen).
Es ist feige, vom Entstehen und Vergehen das zweite zu negieren, zu unterschlagen. Alles Lebendige vergeht, weil es entstanden ist. Der Wille kann es nicht "verlängern". Wer das nicht versteht oder es verschweigt, ist minderwertig.
Asenkrieger
27. Februar 2013 19:00
Lieber Herr Kubitschek,

sind Sie nicht ein wenig zu streng mit den jungen Leuten?

Geben Sie ihnen doch noch bis Ende des Jahres. Wenn nichts Entscheidendes passiert, sind sie eben auch nicht besser als die Masse von uns Lesern, die ebenfalls nichts tut.
Zwischenruf
27. Februar 2013 19:09
"Warum eine asymmetrische Basisbewegung Führungsköpfe, also hierarchische Strukturen benötigt, ist auch nach Lektüre obigen Artikels nicht nachvollziehbar."

Weil es keine Bewegung per se gibt. Es ist immer nur das Wirken von Wenigen, welche es zum Lebensprojekt machen. 90 Prozent orientieren sich an diesen im Glauben, dass die Führungskopfe wissen, was sie tun. Also ohne Führung keine Bewegung - alles andere ist nur ein Wunschdenken. Momentan zerrt die "Bewegung" in Deutschland an denjenigen, welche sich im Hintergrund aufopfern, den großen Sprung ins kalte Wasser aber noch scheuen.
Zwischenruf
27. Februar 2013 19:11
Sollte sich nicht bald eine passende Person mit genügend Autorität finden, dann wird die IBD sich entweder an den trivialsten Gegensätzen zerreiben oder Maulhelden werden sie an die Wand fahren.
M. M.
27. Februar 2013 19:44
@S. Pella

> Oder stecken etas die Identitären aus Deutschland hinter diesem Coup:
> faz.net: deutsche-marine-soldaten-fesseln-vorgesetzten
> Dies wäre zumindest originell! :)

etwas OT: Mit Verlaub, könnten wir es nicht türkischen oder sonstigen schlecht integrierten Migranten überlassen, gut integrierte solche wie den in der FAZ erwähnten Bootsmann thailändischer Herkunft zu quälen oder umzubringen?
Fahrnheit451
27. Februar 2013 19:44
Naja, es scheitert mE bereits daran, dass jemand der sich dem Regime mit "0% Rassismus" unterworfen hat, irgendwie nicht authentisch als emanzipatorisch oder gar rebellisch rüberkommt.

Wenn mir (oder einem meiner Jungen, oder meinem Vatern, ist egal) einer so aufschlägt, dann ist die erste kritische Frage: "Wie meinst denn das?"

Und wenn da nicht als Hauptstossrichtung ein deutliches Verurteilen des antiweißen Rassismus (setzt die Existenz einer weißen Rasse voraus, gegen die rassistisch agitiert wird), kein ein deutliches Verurteilen germanophober Hetze (vulgo Schuldkult, hier ist die Hauptkampflinie, wieder nach vorn, dort wird gefeuert!) daherkommt, dann kann mann das nicht ernstnehmen. Sorry, aber neue Autoritäten müssen mehr können als sich linken regimetreuen Prämissen und religiösen Dogmen zu unterwerfen.
Wenn ich einen auf Biedermeier-Spaßguerilla machen wollte, wäre ich beim CC.
Volker Faust
27. Februar 2013 19:53
Das Problem ist so alt, wie die nach '45er Rechte selbst. Man will viel erreichen, aber nichts riskieren. Insbesondere nicht die bürgerliche Zukunft. Man versteckt sich hinter Floskeln, äußert Wünsche, ist aber nicht bereit dafür zu sterben; weder gesellschaftlich noch tatsächlich. Mithin, was erwartet man also? Und ich möchte mich hier gar nicht ausschließen. Ich selber habe nie den Mut gefunden meine bürgerliche Existenz und Zukunft für... ja für wen? ... aufs Spiel zu setzen. Für "die Deutschen", die heute mehrheitlich der Linken und Internationalen zugewandt sind und jeden Abbruch am Deutschsein feiern? Oder jene "Deutsche", die sich schämen, Deutsch zu sein? Oder...Ich könnte die Liste fortsetzen. Ich verstehe gegenwärtig, was Nietzsche meinte, als er in Ecco Homo schrieb, er sei kein Deutscher und verachte den deutschen, feigen Wesenszug. Und wie es der Teufelskreis will, werde ich nicht jener verachtenswerte Deutsche sein, der zuerst den Kreis durchbricht und sich für "diese Deutschen" opfert, die dieses Opfer überhaupt nicht wollen.

Was ist also mein Fazit: Die IBD ist genau wie all die Bewegungen vorher zwar begrüßenswert und bringen ein wenig Licht in die Dunkelheit der Zeit. Aber objektiv gesehen wird es wieder nur ein kleines Streichholz sein, dass schnell verglimmt und dann verlöscht.
Wir werden also darauf warten müssen, bis eben niemand mehr eine bürgerliche Existenz verlieren kann, weil es so etwas nicht mehr gibt als Menschen zweiter oder dritter Klasse im eigenen Land. Und erst dann wird es eine Revolution geben, hier und in Europa. Bis dahin wird aber der Feind auf eine Zahl angewachsen sein, dass wir unsere Chancen zu bestehen gegen Null laufen.

Seien wir also Realistisch. Wir werden nicht untergehen, wir sind bereits untergegangen. Optimismus ist Feigheit. Mithin, gute Nacht und lasst uns unseren Untergang beobachten.
niekisch
27. Februar 2013 20:04
"Natürlich hat Kubitschek Recht: Ohne Gesicht(er) geht es nicht."

@bernardo:

Wie ist da die Realität z.B. Im Ruhrgebiet? Sobald einer mit offenem Visier auftritt, wird er geknippst, wird ein "Steckbrief" erstellt, wird die Nachbarschaft des identitären Verbrechers mit diesen aufgeklärt, wird seine Schule informiert oder der Arbeitgeber angerufen, eine Demo vor seiner Wohnung organisiert pp. Dann kann er erst einmal garnichts mehr bewirken, ist nur noch mit seiner Reputation beschäftigt.

Es sollte also zweigleisig gearbeitet und zeitverzögert gearbeitet werden: Eine längere Zeit ohne Gesicht, Interviews auch ohne Gesicht mit Hinweis auf die verbrecherische Antifa, partiell und sukzessive bei passender Gelegenheit Gesicht zeigen. Es sind genug junge Menschen seit den 60iger Jahren für identitäre Bestrebungen verheizt worden. Und die Großstädte sind eben nicht der Thüringer Wald.

@Kurt Schumacher:

Identität, deutsch, Volk? Lesen Sie bitte einfach das Grundgesetz und zusätzlich Karl Albrecht Schachtschneider " die Souveränität Deutschlands", Kopp Verlag 2012, S. 38 und 39, dann wissen Sie es.

Wenn Sie es ganz simpel haben wollen: W i r und die A n d e r e n.
Martin
27. Februar 2013 20:33
Der richtige "kick ass" zum richtigen Zeitpunkt. Der Weckruf war notwendig, nur habe ich, wie andere hier wohl auch (eulenfurz - hab ich Sie da richtig verstanden?), diese Bewegung bislang eher als bewusst dezentrale Graswurzelbewegung angesehen. Wenn sich davon mehr Nester bilden, als bisher, werden sich auch zwangsläufig eine ganze Handvoll an "Führern" ergeben - und die müssen dann sehn, wie sie mit diesem Schicksal umgehen. Uns Älteren bleibt nur eine Art von Förderung - dafür gäbe es viele Möglichkeiten (muss ja jetzt nicht ausdiskutiert werden).

antwort kubitschek:
vielleicht habe ich einen ganz guten einblick in die ibd - und da muß ich sagen: wenns eine graswurzelbewegung sein soll, dann nur zu! ist aber nicht so: die ibd hat sich eine struktur gegeben, hat aufgaben zentralisiert und führt seither verzweifelte abwehrkämpfe gegen falsche ideologen, falsche freunde, falsche behauptungen usf.. und diesen kampf kann sie mittels debatte und basisdemokratie nicht gewinnen, nur durch führunganspruch und -beweis.
Ann Newton
27. Februar 2013 20:39
@ Yvonne
Bitte nicht immer schreiben: Jeder kann mitmachen, jeder, der hier mitliest…, denn dem ist ja nun mal nicht so.

Wie ist das denn gemeint?Interessiert mich wirklich.
Zwischenruf
27. Februar 2013 20:52
"Wie ist da die Realität z.B. Im Ruhrgebiet? Sobald einer mit offenem Visier auftritt, wird er geknippst, wird ein „Steckbrief“ erstellt, wird die Nachbarschaft des identitären Verbrechers mit diesen aufgeklärt, wird seine Schule informiert oder der Arbeitgeber angerufen, eine Demo vor seiner Wohnung organisiert pp"

Na und? Unsere Vorfahren wurden für ihre Überzeugung und für uns hingerichtet. Da werden wir ein bisschen soziale Ausgrenzung wohl aushalten.

"Dann kann er erst einmal garnichts mehr bewirken, ist nur noch mit seiner Reputation beschäftigt."

Blödsinn! Eben dadurch kann man was erreichen. Weil es DER Beweis ist, dass man seine Anhänger auch nicht im Stich lässt, wenns hart auf hart kommt.
Angela Brüning
27. Februar 2013 21:19
Was den Identitären im Wesentlichen fehlt, ist die Fähigkeit das aus linker Sicht Hässliche (Elitebewusstsein,Härte gegen sich selbst und andere, IQ- Selektion, Sozialstaats- Ekel, Harmoniegreuel, etc.) auszudrücken. Man muss mit diesen Leuten nur über den sog. Manchesterliberalismus reden (von dem sie nur das Zerrbild der Linken widergeben können), um zu erkennen wie kuschelig sie es sich noch gedanklich trotz der fatalen Lage Deutschlands eingerichtet haben. Ihnen fehlt das, was man Ernst Nolte oft vorgeworfen hat, nämlich Herzenskälte. In Diskussionen mit Libertären fällt oft das Wort, es bräuchte einen, der "richtig dreinschlägt", nicht in einem primitiven Sinne, sondern der mit einer Freiheitsideologie dafür sorgt, dass die Sklaven (das sind heute die 25 % der Leistungsträger, die die ganze Umverteilungsmaschinerie schultern) das sozialische Joch abschütteln: einen neuen Spartacus.
Klaus Peter
27. Februar 2013 21:58
Eine Bewegung, die sich mit dem Spruch „0% Rassismus“ bereitwillig den Kategorien der Linken unterwirft, muß zwangsläufig scheitern.
Mit wortreichen Statements versucht man zu beteuern, daß man doch gar kein pöser Naziladen ist.
Es kann nur funktionieren wenn sie klipp und klar zu verstehen geben:
Wir scheren uns einen Dreck darum, wofür ihr uns haltet!
Wir distanzieren uns von überhaupt nichts und niemandem!
Wir haben von bekifften Stalinisten keinerlei Maßregelungen entgegenzunehmen!
Die Medien besitzen nicht auch nur die geringste moralische Legitimation, über uns den Stab zu brechen!
Wir verteidigen uns nicht, wir klagen an!
Denn wenn sie dauernd den ertappten Sünder geben, wird das nie was.
Kurt Schumacher
27. Februar 2013 22:07
@ Niekisch

Der Kopp-Verlag, naja, tut mir leid, ist nicht so mein Ding. Ihren Namensvetter Niekisch habe ich aber gelesen (weil Ernst Jünger mit ihm befreundet war). Zum Grundgesetz: das ist ja seit 1990 nicht mehr aktuell. Damals hätte man eine neue Verfassung in freier Volksabstimmung wählen müssen, so stand es übrigens im alten Grundgesetz auch drin! Eigentlich hat sich das GG selbst "sedisvakantiert" bei der Wiedervereinigung, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Aber das sprengt hier vielleicht ein bißchen den Rahmen.

Außerdem ging es mir nicht um eine juristische Debatte, sondern um eine weltanschauliche.
Damon
28. Februar 2013 03:36
Mit seiner Antwort im vorvorangegangenen Kommentar hat Herr Kubitschek meine anfängliche Skepsis bzw. kritische Haltung zu seinen Ausführungen dann letztendlich doch noch geklärt, sodass ich nunmehr mit seiner Einschätzung d'accord bin.

"wenns eine graswurzelbewegung sein soll, dann nur zu! ist aber nicht so: die ibd hat sich eine struktur gegeben, hat aufgaben zentralisiert und führt seither verzweifelte abwehrkämpfe gegen falsche ideologen, falsche freunde, falsche behauptungen usf.. und diesen kampf kann sie mittels debatte und basisdemokratie nicht gewinnen, nur durch führunganspruch und -beweis"


Das ist der Kasus Knaxus! Wir befinden uns in keiner theoretischen Vorbereitungsphase, in der wir auf dem Reissbrett die unterschiedlichsten Strategiekonzepte entwerfen können. Die IBD ist bereits den ersten Schritt gegangen und hat damit bereits einen Weg eingeschlagen, der das weitere Vorgehen vielleicht nicht grundsätzlich determiniert, aber zumindest die Optionen im strategischen Handeln für die Zukunft ein Stückweit eingrenzt.
Nun gibt es kein Zurück mehr, sondern nur noch die Wahl zwischen einem entschlossenen Vorwärts auf dem eingeschlagenen Pfad oder dem Scheitern. Dadurch dass die IBD gewisse organisatorische Strukturen und Hierarchien herausgebildet hat, muss sie dem nun auch gerecht werden und den Faden konsequent zu Ende stricken.
Ich selbst weiss bis heute noch nicht, wer denn überhaupt für die zentrale Koordination, Strukturierung, Administration, politisch-inhaltliche Leitfunktion, usw. in concreto zuständig und verantwortlich ist oder sein soll... Das ist in der Tat ein Problem, das die IBD schnellstmöglich lösen muss.
Meiner Meinung nach hätte man das Ganze ruhig noch eine Zeitlang unstrukturiert "gären" lassen sollen. Ganz unverbindlich, diffus und frei. Wichtiger als exponierte Köpfe für die Aussendarstellung, sind meines Erachtens Führungspersönlichkeiten innerhalb der einzelnen Gruppen.
Isabel
28. Februar 2013 08:18
Es ist ganz einfach: eine "Bewegung", die von vornherein derart viele Menschen ausgrenzt, wie es die Identitäre Bewegung in Deutschland tut, wird nie von Erfolg gekrönt sein.
S. Pella
28. Februar 2013 08:40
"Klaus Peters" Ausführungen treffen den Nagel auf den Kopf: entschuldigen Sie bitte die derbe Wortwahl, doch mir wird schlicht und einfach schlecht, wenn ich die permanenten Richtigstellungen und Erklärungen lese, die dann so peinlich wie die aktuelle enden: http://identitaere-bewegung.de/?p=1554

Ein beliebtes französisches Sprichwort besagt, "qui s'excuse, s'accuse", d.h. wer sich entschuldigt (oder erklärt), klagt sich selbst an beziehungsweise erweist seine schwache Position.
Deshalb danke ich "Klaus Peter", der dies wunderbar auf den Punkt brachte.
bernardo
28. Februar 2013 08:48
@niekisch "Es sind genug junge Menschen seit den 60iger Jahren für identitäre Bestrebungen verheizt worden."

Das ist wohl die ungeklärte Frage: Ist an den Identitären tatsächlich etwas neu? Sind sie die "Guten", wie sie lauthals sagen, die sich von allen anderen Vorläufern (?) distanzieren können, die nur wollen, "was vor 50 Jahren Standard war", demokratisch, verfassungsgemäß, antirassistisch?

Wenn das so ist, dann muß das jemand glaubwürdig verkörpern können und dann läuft auch der linksextremistische Schlägermob ins Leere.

Aber diese Position scheint mir - von außen (übrigens nicht von Thüringer Bergen) betrachtet - ungeklärt zu sein, weshalb sich dann eben niemand findet, der sich für kamerafähig hält und zu sagen traut, was er eigentlich will.

P.S. Pessimismus ist Feigheit....
Wahr-Sager
28. Februar 2013 09:00
Ich muss dem, was Volker Faust geschrieben hat, (leider) zustimmen. Die bzw. wir Deutschen sind i. A. ein Haufen von Feiglingen und Opportunisten. Und die, die was bewegen wollen, bleiben entweder auf sich allein gestellt oder machen es sich anonym vor dem Monitor bequem mit ganz tollen Tips und dem äußerst hilfreichen Ratschlag "Macht ihr mal!". Da übt sich so mancher Rechter dann auch noch in Distanzeritis, um ja nicht als "Nazi" oder "Rechtsextremer" gebrandmarkt zu werden (dazu gehört übrigens auch die Floskel "0% Rassismus"), während es für antideutsche Gruppen wie Egotronic überhaupt kein Problem darstellt, ihre Gesinnung bundesweit zu verbreiten - man ist damit schließlich auf sicherer (und opportunistischer) Seite.

Nein, so wird das nichts. Wer sich distanziert, hat schon verloren und kniet vor antideutschen Bewegungen, anstatt ihnen solidarisch Paroli zu bieten.
Unsere größten Feinde sind die ideologisch beeinflussten Medien, weil diese die größte Macht ausüben und das Verhalten der Bevölkerung lenken. Diesen Medien muss entgegengewirkt werden, um deren Einflüsse zu schwächen.
Aber wie bitte kann man als identitäre Bewegung Portale wie "Politically Incorrect" mit einbinden, wie ich hier kürzlich las (und dazu auch was schrieb, allerdings wurden meine zwei Kommentare nicht veröffentlicht), wenn man damit usraelische Interessen stärkt?
Yvonne
28. Februar 2013 09:02
@ Ann Newton
Es lesen hier eben nicht nur Neu-Rechte. Ich wollte es jetzt eigentlich nicht wiederholen, aber m.E. wäre die IBD nur als Sammlungsbewegung gegen Überfremdung im weitesten Sinne erfolgreich. Es ist legitim und notwendig, sich von bestimmten Inhalten abzugrenzen, nicht aber von Personen per se! Wie man sieht (z.B. Tagesthemen vom 20.2.), es nutzt ja nichts und der Kampf gegen dagegen verschlingt offenbar Ressourcen. Souverän sein, Parolen ausgeben...
Es stimmt, es fehlt der Führer... ;)
M.H. Ffm
28. Februar 2013 09:44
Von den Identitären sprechen aber mehr als von den Sezessionisten....

antwort kubitschek:
deswegen wünsche ich dieser bewegung ja auch den erfolg und trage meinen teil dazu bei. denn über die sezession spricht man schon viel länger, und wieder verschwinden wird sie auch nicht, gell?
Guy Montag
28. Februar 2013 10:08
Das Problem ist, dass die IB jetzt schon irgendwie ausgebrannt wirkt. Bestes Beispiel ist die Facebookseite der IBD. Vor den ganzen Distanzierungsalbernheiten über 5000 „Freunde“, heute magere 3000, trotz medialen Präsens.

Außerdem sind bei FB mehr IB-Gruppen außerhalb der bisherigen Führung organisiert, als in IB-Strukturen. Hier wendet sich der Versuch, eine asymetrische Bewegung in deutsche Dackelclubsstrukturen zu zwängen, gegen die Aktiven.

Man sieht bisher zu wenig von der IB. Plakate, Kleber, 3Mann-Aktionen = Langweiiiilig!

Ich werde die IB weiterhin positiv begleiten, aber jetzt heißt es anpacken!
Ein Fremder aus Elea
28. Februar 2013 10:25
5. Über alledem hat die IBD bis heute nicht erklären können, was sie eigentlich unter „Identität“ versteht. Dies ist auch nicht einfach: Wo Identität als selbstverständlicher Lebensanker verortet ist, muß man sie nicht metapolitisch aufrüsten; wo sie es nicht mehr ist (eben in den Großstädten, und nirgends anders gibt es Bedarf an einer IBD), muß sie es zeitgemäß, großstädtisch, modern formulieren – und vor allem vorleben. Daher rührt der Umstand, daß identitäre Bewegungen in Hausprojekten, also: Verortungen münden.

Wenn das ein Verweis auf Casa Pound ist, warum wurde das nicht von Anfang an deutlicher gemacht?

Sie haben ja Recht, es gäbe Städte genug, in welchen ein solches Vorgehen angemessen wäre, aber es läßt sich nicht so einfach installieren. Und darüber bin ich sogar froh, ließe sich alles installieren, wäre der Mensch nicht mehr als ein Nutztier.

Grundsätzlich ist Hausbesetzung natürlich eher ein linkes Unterfangen, aber wie gesagt, vor dem Hintergrund des Rückzugs der Staatsgewalt aus Stadtvierteln gäbe es selbstverständlich ein Recht der Rechten dergleichen auch zu tun.

Aber die Weigerung das zu tun ist der springende Punkt, nicht? Denn, täte das jemand, dann hätte die Bewegung selbstverständlich auch ein Gesicht. Die Leute wären ja zu greifen und müßten sich der Öffentlichkeit stellen.

Es sieht a bisserl so aus, als wollte man das Pferd vom Schwanz her aufzäumen.
Götz Kubitschek
28. Februar 2013 11:38
diskussion trennt, tat verbindet!
dank an alle. gk
Damon
28. Februar 2013 11:00
@ Guy Montag: Dass sich diverse Gruppen als Teil der "Identitären Bewegung" verstehen und auch so bezeichnen, jedoch (noch?) nicht unter dem organisatorischen Dach der IBD stehen, zeigt doch, dass man sich (zumindest vorerst) vielerorts lieber frei, dezentral und autonom organisieren möchte und sich mehr als eine diffuse, heterogene Bewegung von "Brüdern im Geiste" denn als zentralistisch strukturierte Einheitsfront. Was ist daran verkehrt? Ist das nicht vielmehr der eigentliche Vorteil und der Kern des erfrischenden, neuen Windes, den die Identitäre Bewegung mit sich gebracht hat? Nationale/ patriotische/identitäre Gruppen, Grüppchen, Parteien, Vereine, "Bewegungen" entstehen und vergehen auf der Rechten doch wie die Fliegen. Warum? Weil es meist alter Wein in neuen Schläuchen ist - nicht nur inhaltlich, sondern vor allem organisatorisch und auch oft personell. Mit jeder neu entstehenden Gruppierung keimt bei vielen die Hoffnung auf, nun endlich doch noch vielleicht die Geburt einer Organisation miterleben zu dürfen, die das Heft hierzulande in die Hand nimmt und das Ruder rumreißt. Doch meist weicht diese Hoffnung wieder sehr schnell der blanken Ernüchterung.
Mit wirklicher "Bewegung" hat das alles nicht das Geringste zu tun. Das in deutscher Gründlichkeit selbst geschneiderte Korsett macht statisch und lähmt die Handlungsfähigkeit. Für "Bewegung" ist kein Spielraum mehr. Bewegung setzt aber eine gewisse Freiheit voraus, innerhalb derer sie sich entfalten kann.
Was wäre so schlimm daran, wenn das Gespenst der Identitären Bewegung noch einige Zeit lang durch die Lande und Städte, die Medien und soziale Netzwerke geistert, ohne dass sie eine mehr oder weniger konkrete organisatorische Form angenommen hätte? Nur weil die ARD gerne ein Gesicht zu den neuerlichen Umtrieben der "Nazis" präsentieren möchte, muss man ihnen doch nicht zwanghaft eines bieten. Sollen Bürger, Medienlandschaft, Politik und Sicherheitsorgane doch ruhig weiter rätseln, wer genau eigentlich hinter der IB steckt.
Guy Montag
28. Februar 2013 15:14
Diskussion geschlossen?
yes
DeMo
31. Juli 2013 10:18
Ich lese hier viele gute Kommentare, doch folgender Kommentar trifft die Situation um gerade die jüngere deutsche Generation bestens!

F451 Mittwoch, 27. Februar 2013, 11:21 (URL) | Kurz-URL
DeutschPositiv
20. Dezember 2013 08:55
Der Slogan "0% Rassismus, 100% Identität" muss weg.

"Rassismus" ist die Terminologie des Gegners. Die IB denkt vielleicht sie wäre nicht "Rassistisch", sie ist es aber wann immer sogenannte "Anti-Rassisten" es sagen. Denn Anti-Rassismus ist nur ein Codewort für Anti-Weiss. Genau so wie ein "Ketzer" nicht bestimmen kann ob er "Ketzer" ist oder nicht, das bestimmt die Kirche.

Wir müssen bestimmen wer Anti-Deutsch ist. Das ist z.b. jemand der von "Rassismus" redet wenn sich Deutsche das Gesicht schwarz anmalen aber nicht von "Rassismus" redet wenn ein Deutscher totgeschlagen wird weil er Deutscher ist.

Das die Presse die IB als "rechtsradikal" bezeichnet ist zu erwarten. Die Presse ist nunmal Anti-Deutsch.

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