Sezession
18. März 2013

Daniel S., Kirchweyhe und drei kleine Nebenkriegsschauplätze

Götz Kubitschek

Ich komme erst jetzt dazu, drei Dinge aufzuschreiben, die ich während der letzten Tage registriert habe: 1. ein bißchen Zensur, 2. einen kleinen Aussetzer, 3. einen kurzen Anruf.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

1. Die Berichterstattung über den Mord an Daniel S. in Kirchweyhe war für unsere Verhältnisse ausgesprochen erfolgreich: sezession.de ist über facebook und andere Netzwerke so oft empfohlen worden, daß wir an zwei Tagen hintereinander den Zugriffsrekord seit Bestehen unserer Seite brachen. Nicht, daß wir stets auf Quantität Wert legten - aber in diesem Fall war das doch ein Indiz dafür, daß etliche neue Leser auf der Suche nach einer Interpretation der Ereignisse bei uns fündig wurden und ihren Fund mit anderen teilen wollten.
Am ersten Tag erhielten wir binnen zweier Stunden anderthalb Tausend Zugriffe über die Suchfunktion "Google News". Danach wurden unsere neuen Beiträge jeweils nach einer knappen halben Stunde nicht mehr "aufgefunden".
Die Botschaft lautet: Es gibt keine nennenswerte Gegenöffentlichkeit.

2. Ich gebe auf die Seiten-Zähler und -Ranglisten nicht viel, aber ein bißchen etwas doch: alexa.com beispielsweise ist ein ganz guter Indikator dafür, wie intensiv man wahrgenommen wird. Ich kann die Werte mittlerweile sehr sicher voraussagen - nach den zugriffsstarken Tagen seit Mittwoch müßten wir derzeit knapp hinter der JF rangieren. Indes: alexa.com hat die Zählung für die für uns entscheidenden Tage ausgesetzt, oder besser: nicht ausgesetzt, aber oberhalb eines durchschnittlichen Levels gekappt.
Die Botschaft lautet: Das Interesse an konservativen, rechten Inhalten hat nicht zugenommen.

3. Am Freitag Vormittag klingelte das Telefon, ein Herr Müller war dran und fragte, ob es wirklich nötig sei, Öl ins Feuer zu gießen. Es sei seine Aufgabe (und die seiner Kollegen), dahin zu wirken, daß Leute wie ich keine falschen Schlüsse aus unglücklichen Vorfällen zögen. Die Verantwortung für den sozialen Frieden sei groß, ich solle aufhören.
Die Botschaft lautet: Wir haben Euch im Auge.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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