Sezession
15. April 2013

Die „Alternative für Deutschland“ (1): viel und wenig

Götz Kubitschek / 25 Kommentare

afdÜber die "Alternative für Deutschland" - jenes kometenhaft anrauschende neue Gebilde am Hoffnungshimmel - gibt es viel und wenig zu sagen: viel, weil dies (nach den Identitären) bereits der zweite mediale Aufruhr der vergangenen Monate ist, der nicht von links kommt, sondern so etwas wie den gesunden Menschenverstand, das Gute und die Mitte verkörpern will; wenig, weil man dies alles schlicht als Ansammlung derer bescheiben kann, die den Machterhalt-durch-Zugeständnis-Kurs der CDU nicht mittragen möchten.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Das ist viel, weil "Aufhalter" (Schmitts "Katechonten") per se sympathischer sind als hippe Großstädter; wenig bis nichts ist es, weil Konservative dieses Schlags nur langsamer verlieren, was eh verloren geht; aber das wäre schon viel: Zeit zu gewinnen, die (Währungs-)Uhr zurückzudrehen, die Budget-Souvernität zurückzugewinnen, dem Brüsseler Moloch ein Bein zu stellen und allein dadurch der Identität in Europa Raum zu verschaffen: In Zypern, in Griechenland, in Süditalien laufen die Uhren anders, und wer eine eigene Währung hat, gerät nicht unter den Druck, den der eine Euro, dieses Vergleichsmittel des Unvergleichlichen auszuüben vermag.

Indes: Wie gering wöge die Souveränität des Bundestags über unser eigenes Geld, wenn er mit seiner Entscheidungsfreiheit jenseits von ESM und Schuldengarantien wiederum nur eines ins Werk setzte: den "Gesellschaftsumbau", den ganzen Irrsinn und Wahn, gegen den unter anderem wir anschreiben (und dessen Gegner politisch erledigt wurden in den vergangenen Jahrzehnten - man denke nur an die "Republikaner" oder an den "Bund freier Bürger" oder an die PRO-Parteien).

Die "Alternative für Deutschland": Als Brückenkopf wäre sie im Nachhinein zu beschreiben, wenn sie sich um die existentiellen Fragen unserer Nation komplettierte; zum Ablenkungsmanöver wird sie, wenn sie die heißen Kartoffeln im Topf läßt. Ersteres wäre eine taktische Meisterleistung, letzteres nichts Überraschendes - zumal ersteres der verblüffende Beleg dafür wäre, daß es sich lohnen könnte, zuerst eine Karriere abzuschließen und dann zur Attacke zu blasen. Aber letzteres wäre das Normale, weil es eigentlich keine Leute gibt, die vierzig Jahre lang im Beruf stehend den Niedergang mitansehen, um dann als Rentner das Ruder herumzureißen.

Aber der Sog, das muß ich sagen, ist schon gewaltig: Ich sehe lauter Leute an mir vorbeirauschen - nach Bad Nauheim oder zu facebook. Werden sehen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (25)

Reichsvogt
15. April 2013 18:17

Allein der Name läßt ja reichlich Raum für weitere programmatische Entwicklungen, denn schließlich braucht es nicht nur für die Währungspolitik alternative Konzepte. Das vorläufige Programm läßt schon Ansätze erkennen: Bildungspolitik (Rückkehr zu Diplomstudiengängen) und die Forderung nach einem Zuwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Letzteres sicher ein Graus der Großkoalition aller Migrationsbejubler. Der Ansatz ist gut. Die Initialzündung ordentlich. Das ganze: Ausbaufähig. Außerdem: Wenn man die Kandidatenliste etwas durchschaut, dann sind es längst nicht nur Leute mit Schäfchen im Trockenen, die sich engagieren wollen.

Cicero
15. April 2013 18:46

Ich bin der Alternative für Deutschland jetzt beigetreten und werde mich auch im Wahlkampf für sie engagieren.

Die Partei kommt aus der Mitte der Gesellschaft und nur von dort können auch Veränderungen in unserem Sinne angestossen werden, jede Veränderung von rechts ist meines Erachtens ausgeschlossen. Die politischen Gegner versuchen jetzt wieder die bewährte Methode anzuwenden, eine nicht linke Opposition durch Diffamierung als "rechts" also per se "böse" auszuschalten, ein schwieriges Unterfangen angesichts der honorigen Parteigründer und -unterstützer. Die einzig erfolgreiche Gegenstrategie kann nur eine glaubwürdige und scharfe Abgrenzung gegen NPD und Co sein, wobei allerdings unbedingt darauf zu achten ist, nicht über jedes Stöckchen zu springen, das einem der Gegner hinhält.

In einem haben die insbesondere die Linken mit ihrer Feindspürigkeit allerdings vollkommen recht: Dadurch, das sich die Alternative für deutsche Interessen einsetzt und sei es nur für Interessen finanzieller Art und die grundsätzliche Souveränität, die eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können, vertritt sie in der Tat originär "rechte" Positionen. Ob sich nach einer erfolgreichen Teilnahme an der Bundestagswahl und einer gewissen Etablierung die AfD auch an andere Themen herantraut bzw. das überhaupt will, bleibt abzuwarten. Es kommen in der Partei ja verschiedene bürgerliche und alt-sozialdemokratische Strömungen zusammen, eine originär patriotisch-konservative Partei wird hier wohl kaum entstehen. Das muss - und darf - es aber auch nicht, wenn Veränderungen angestossen werden sollen. Es reichte schon die Fähigkeit zu einem Agenda-Setting, um neue Entwicklungen anzustossen und nicht immer nur auf das Agenda-Setting der Linken zu reagieren. Wenn man z. B. mal Licht in diesen rechtswidrigen Antifa-Sumpf brächte und dies in einer breiten Öffentlichkeit diskutierte, hätten wir schon einen Schritt in die richtige Richtung getan. Und da könnte bei der strategischen Vorbereitung vielleicht auch das Team von der Sezession behilflich sein :-)

Markus
15. April 2013 18:59

Parteichef Bernd Lucke sagte, dass er sich für "das strenge Asylrecht schäme". Dieser Satz ist mir in seiner Rede im Gedächnis geblieben. Wenngleich er damit auch gemeint hat, dass nur "ernsthaft politisch Verfolgte" in Deutschland Asyl bekommen können, und dass diese auch arbeiten dürfen sollten, so zeigte es sich, dass er am grundliegenden Problem, dem Bevölkerungsaustausch, nicht entgegensetzen will. Zuwanderung soll weiterhin erfolgen, nur nicht in die Sozialsysteme. Alles Negative sei bis jetzt mal dahingestellt. Wenn Deutschland aus der Euro-Zone austreten würde, wäre dies mittelfristig das Ende der Europäischen Union. Der Euro würde zusammenbrechen. Und mit ihm "Europa" (lies: EU), wie es Angela Merkel so schön auf dem Punkt bringt. Diese Partei kann eine Dynamik in Europa freisetzen. Wenn Deutschland wankt, dann bricht das politisch-korrekte System zusammen, was daraus erwächst, müssen wir entscheiden.

Areopagitos
15. April 2013 19:53

Besser als den Wahlzettel aus Protest durchzustreichen.

Martin
15. April 2013 20:45

Die AfD ist die zweite bis vierte Reihe des Establishments. Leute, die sich erst engagierten, als sie ihren Bimbes und ihre Pensionsrückstellungen flöten gehen sahen und leider nicht, als der eine oder andere deutsche Jugendliche tot getrampelt wurde. Das ist nachvollziehbar, da sie ja B- bis D-Establishment sind, dem derartiges "Straßen- bis Gossengetöse" in seinem Reihenhausviertel erst einmal nicht tangiert... . Idealisten und Vorzeige-Patrioten sind sie aber deshalb eher nicht.

Sollten Sie einen Wahlerfolg haben, wovon ich persönlich ausgehe, dann werden sie beim Ruf von Merkel (oder evtl. Steinbrück und Trittin?) "so, und jetzt müsst aber mit diesem Wählervotum auch schön Verantwortung übernehmen" mit stolz geschwellter Brust sich vereinnahmen lassen - sie können ja auch nicht anders! Menschen dieser Art nehmen "Verantwortung" für eine Art Gral, der man sich nicht entziehen kann. Ganz anders der linke, der sch... buchstäblich auf jede Verantwortung, wenn sie nicht mit echter Gestaltungsmacht in seinem Sinne verbunden ist, ist lieber Opposition und bohrt damit langfristig erfolgreicher die dicken Bretter der Macht.

Die AfD könnte - um ein mal den Begriff aus der populären Musik zu gebrauchen - ein one hit wonder werden, kommse rein kommse raus, eben ...

Dennoch: Was soll man denn bitte schön sonst wählen, wenn man überhaupt wählen gehen will?

John Haase
15. April 2013 21:32

Von neuen bürgerlichen Parteien erwarte ich nicht viel. Man verstehe mich nicht falsch: ich wünsche der AfD alles Gute, so wie ich jeder Anti-Euro-Partei in jedem Euro-Land alles Gute wünsche. Vielleicht schafft sie es sogar in den Bundestag, die Medien stehen ihr ja zumindest nicht allzu übelwollend gegenüber. Nur: selbst dann wird sie ihr Ziel nicht erreichen. Alle anderen Parteien sind ja für den Euro, andere Themen werden aber von der AfD aber praktisch nicht vertreten. Die AfD hat sich, indem sie sich auf reine Wirtschaftsthemen stützt, politisch gesehen selbst kastriert: entweder sie bleibt rein ökonomisch, dann wird außer einer Legislaturperiode für eine Handvoll Professoren nichts dabei herausspringen oder sie versucht den Übergang ins politisch-nationale, dann aber wird die verhältnismäßig neutrale Berichterstattung ganz schnell aufhören, und man wird dem Antifa-Zeckenzirkus Maulkorb und Halsband abnehmen. Dann fliegen Steine und Farbbeutel und wer einmal gesehen hat wie Professoren innerhalb der Universitäten gegenüber den Linksradikalen einknicken wird sich schwerlich vorzustellen vermögen, daß dies außerhalb derselben anders sein könnte.

Andererseits...wer weiß? Vielleicht geht es ja doch und außerdem: es wäre zu schön die CDU kriechen zu sehen, wenn die AfD es in den Bundestag schafft und es dann für Schwarz-Gelb nicht reicht. Dann müssen sie vor ihren durchaus konservativen Wählern und vielleicht sogar vor manchen eigenen Funktionären rechtfertigen warum sie mit der SPD koalieren. Insofern ist eine Stimme für die AfD ein Tritt in den Hoden für das CDU-Establishment. Ich glaube ich gehe mal wieder wählen...

Franz Schmidt
15. April 2013 21:40

Jemand hat hier richtigerweise schon darauf hingewiesen, daß die AfD für Einwanderung ist. Das kanadische Modell, so wurde ebenfalls geschrieben, sorgt gerade für die Masseneinwanderung ganz überwiegend Nichtweißer. Für mich ist das nicht akzeptabel.

Wenn die AfD sich bemüht, wie zuvor die REP, die PRO und die Freiheit, nicht im Verfassungsschutzbericht zu landen, ergeht es Ihnen doch wie diesen: Früher oder später ist man drin, sofern man auch nur ansatzweise deutsche Interessen vertritt.

Deshalb sind jetzt auch PI und Freiheit in Bayern unter VS-Beobachtung. Mitglieder dieser beiden, PI und Freiheit, dürfen jetzt bei der AfD keine Mitglieder mehr werden, da sie einer rechtsextremen Gruppierung angehören. Selbst Ex-REP-Mitglieder werden nur im Einzelfall, nach einer "Befragung" aufgenommen.

Wer will da noch mitmachen?

Franz Schmidt
15. April 2013 21:44

Nachtrag: Die AfD ist genau der Fall, den Alex Kurtagic in seinem ausgezeichneten Kaplakenbändchen "Warum Konservative immer verlieren" analysiert hat: Die AfD als Verzögerer, nicht als Verhinderer. Die falschen, die Pseudo-Konservativen.

Enickmar
15. April 2013 21:55

Ich hoffe ja noch, daß Luckes demonstrativen Sprüche bzgl. Asylrecht und den "großen europäischen Staatsmännern" (Euro- und Umvolkungs-Verbrecher Kohl !!) Wahlkampfschminke sind, die verhindern soll am "rechten Rand" diskreditiert zu werden.

Aber Ähnliches haben ich und andere früher auch schon mal von Gauck gedacht ...

Danach habe ich mir vorgenommen, daß er der letzte war auf den ich reingefallen bin ...

Meyer
15. April 2013 22:13

Derzeit ist die Sprache der Union so, daß man noch koalitionsfähig bliebe. Es wird kein Porzelan, sprich: Option, im Vorhinein zerdeppert. - Das fällt auf.

Ein Einzug ins Parlament würde, selbst wenn es sich um einen Fall der "kontrollierten Opposition" handelte, die bleierne Zeit beenden können. Die AfD könnte sogar den Part des kleinen Koalitionspartners übernehmen. Das würde zwar die Preisgabe selbst der kleinen, spießbürgerlichen, defensiven Zielchen bedeuten und ist eher unwahrscheinlich.
Immerhin: Es wäre ein Schritt in die reale innnenpolitische Lage. Die krampfhafte Restauration der Vorwendezeit ist nicht zu halten. Die AfD ist nicht die Veränderung selbst. Aber sie ist das Symbol, daß die Restauration sich überlebt hat.

Vom Feinde her judiziert: Aus Sicht einer Merkel wünschte ich mir eine solche Partei, mit deren Existenz ich im internationalen Geschacher ein neues Pfund zuzulegen hätte: "Wenn ihr solche Verhältnisse in Deutschland nicht wollt, dann ... "

Toni Roidl
15. April 2013 22:23

Es ist ja eine deutsche Tugend, nicht jedes Tamtam gedankenlos zu bejubeln, aber, liebe Leute, lasst sie doch erstmal "zu Potte kommen". Jetzt schon wieder alles zerreden, bemäkeln, die Haare in der Suppe suchen und 120 % zu wollen, das bringt auch nicht weiter. Ich finde, grundsätzlich ist jede Initiative gegen das zentralistische EU-System zu begrüßen. Ich war neulich auf einer AfD-Veranstaltung und mein Eindruck war sehr gut, so eine Aufbruchsstimmung habe ich noch nie erlebt. Dass die Blockparteien sichtlich nervös werden, spricht immerhin für die AfD.

Enickmar
15. April 2013 22:34

Die Frage ist vielleicht, was man von Leuten erwarten will, die es noch bis vor kurzem ausgehalten haben 33 Jahre lang in der CDU Mitglied zu sein oder, wie Götz neulich schon sinngemäß bemerkte, jahrzehntelang in der etablierten Presse geschrieben haben, ohne groß anzuecken.

Bei Gauck hätte man spätestens mißtrauisch werden müssen, als er einträchtig mit Trittin auf der Pressekonferenz saß. Nicht wegen Gaucks, sondern wegen Trittins Verhalten.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Meyer
15. April 2013 22:39

Kommentar zu den Kommentaren:

Erstens: Alle haben in ihrer Bewertung der AfD recht.

Zweitens: Jeder Satz war vorhersehbar.

Drittens: Es war vorhersehbar, daß alle die falschen Schlüsse ziehen.

Es kommt nicht darauf an, dieser Partei sein Herz zu schenken, sondern sie kühl und analytisch als Werkzeug zu begreifen. Als Werkzeug dazu, die Resignation der Masse zu beenden und Dynamik aufs Spielfeld zu bringen. Vor nichts fürchten sie die Beteiligten mehr, als davor. Zurecht. Dynamik ist per se kaum beherrschbar.

Und diesem Zwecke dient diese Partei wie keine andere. Diese Partei zu wählen, ist wie Lebetran zu schlucken. Jeder weiß, daß Lebetran direkt nichts nutzt und ekelhaft schmeckt. Aber wer die "Eier" zu der Selbstüberwindung besitzt, das Zeugs runterzuschlucken, der wird auch wieder gesund.

Nochmal zurück zu Nummer eins: Die Partei ist nichts. Und doch ist sie was: Nützlich.

Ohne Führerschein
15. April 2013 22:58

Die AfD trägt den Stallgeruch der Bonner Republik, das Parteiprogramm liest sich gefühlt wie von Union aus dem Jahr 1985.

Die Wiedereinführung der D-Mark dürfte eine Mogelpackung sein, ein Lockmittlel für den Wahlkampf und Druckmittel für die Nord-Süd-Euro Lösung, wie sie Henkel bereits seit Jahren propagiert.

Das Asylgesetz lockern zu wollen ist ein Schutzschild gegen Rechtsextremismusvorwürfe und wäre im Fall der Fälle wohl ein Nebeneffekt kontrollierter Arbeitsmigration.

Das eigentliche Potenzial besteht in der Veränderung der politischen Kräfteverteilung. Die FDP könnte es die den Wiedereinzug in den Bundestag kostet, die Union den aktuellen Koalitionspartner.

Die aktuelle Regierungskoalition war mMn ohnehin nur Merkels 2. Wahl, sie wollte 2009 eigentlich lieber weiter der SPD um durchregieren zu können. Die SPD selbst ist mittlerweile nur noch ein Schatten ihrer selbst, der für ihre Verhältnisse konservative Frontmann Steinbrück hat kaum Einfluß auf die Partei und muß Position vertreten die erkennbar nicht die seinen sind.

Die AfD als FDP-Ersatz halte ich für durchaus denkbar, die AfD-Granden sind zu sehr Teil des Establishments um ein solches Angebot per se abzulehnen. Die Frage wäre welche Punkte des AfD-Programms der Preis dafür wäre.

Ob gesellschaftliche Impulse von einem Erfolg der AfD ausgehen wagen ich zu bezweifeln, dafür scheinen sie mir doch zu bieder. Allerdings steht die Partei noch am Anfang, man wird sehen ob bzw. wie sich die Partei mit Leben füllt. Das dann aber frühestens nach der Bundestagswahl, bis dahin wird man den eingeschlagegen Weg fortsetzen, revolutionäre Änderungen im Parteiprogramm sind vorerst nicht zu erwarten.

OJ
15. April 2013 23:11

Tja, was ist denn die Alternative zur Alternative? Wahlzettel durchstreichen, groß "W." draufkleistern, wie man es sich als 16jähriger trotzig vorstellte? Wieder und wieder die tausendste Lagebeschreibung auf sezession.de lesen, darunter die Kommentare, die defätistisch Auswanderungspläne unters "Volk" - das ohnehin man verloren gibt - bringen?

Peter Niemann
16. April 2013 01:11

Die AfD ist ein trauriges Schauspiel: 24% der Bundesbuerger wuerden sie waehlen. Doch wieso eigentlich? Nur des schnoeden Wohlstandes, bzw. Angst vor dem Verlust des Wohlstandes wegen. Es ist ein alter FDP-Hut, der hier aufgetragen wird; die Karrieremenschen, die die AfD und jene Bewegung anfuehren, haben doch nur Angst vor dem Verlust des von Ihnen erarbeiteten. Unsaeglich traurig.
Doch fuer uns geht es um viel mehr, und wir sollten uns veraechtlich von der AfD abwenden. Unser Thema: Das Bewahren des Eigenen, das Staerken des Eigenen.

JeanJean
16. April 2013 02:39

Dieses ewige Gerede über Kanada. Dort haben sie den Familiennachzug eingeführt und nun haben sie die selben Probleme, wie alle anderen westlichen Länder auch! Und durch "resettlement" ist das Asylrecht bald obendrein in den Händen der EU/Islamlobby. Moslemische Afghanen und Somalier werden besonders gern verteilt .

Eine Schule in Kanada. Video anklicken!

https://www.cbc.ca/news/canada/toronto/story/2012/05/11/toronto-school-nutrition.html

@Enikmar,

Ja,mehr als beunruhigend und obendrein vollkommen sinnlos wenn es nur darum geht, sich beliebt zu machen.

Richard Vonderwahl
16. April 2013 06:47

Ich finde es sehr gut, dass diese Partei sich ausdrücklich von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit distanziert. Das versteht sich m. E. für eine rechte Partei, die auf die Wurzeln dieser Bewegung im 19. Jh. zurückgeht von selbst. Leider aber ist es genauso verfehlt, Politik allein von wirtschaftlichen Aspekten aus zu betreiben. Und so bringt auch diese Partei sicher keine neue Hoffnung für die traditionellen Rechten.

Rolf
16. April 2013 07:24

Die grosse Ratlosigkeit herrscht vor, was von der AfD zu halten sei.
Auch bei mir.

Wählen werde ich sie trotzdem.
Schlechter als die Einheitspartei UNION/SPD/FDP/GRÜNE kann sie kaum sein, und die Linke mag ich nicht.

Werde nach über 20 Jahren Abstinenz mal wählen gehen.

Waldgänger aus Schwaben
16. April 2013 08:59

Im Gegensatz zu den „Republikanern“ dem „Bund freier Bürger“ oder den PRO-Parteien hat die AfD alle Vorausetzungen zum Kristallisationskern eines rechten-christlich-konservativen Aufbruchs zu werden. Den oben genannten Parteien fehlte ein Kernthema das vielen Menschen wichtig ist. Islamkritik, Angst vor Überfremdung, Verlust der Souveränität, betrifft die meisten Menschen (noch) nicht unmittelbar. Aber wenn es um die Rente, das eigene Sparkonto, vielleicht sogar das Eigenheim, welches mit einer Zwangsanleihe quasi enteignet werden könnte, geht, dann sind die Menschen unmittelbar betroffen, Das (wirtschaftliche) Sein bestimmt das (politische) Bewusstsein :-)
Um den Kristallisationkern Euro-Ausstieg werden sich hoffentlich andere inhaltlich verwandte Themenfelder anlagern, wie z.B. Einwanderung in die Sozialsysteme, "demografischer Wandel", Verlust der deutschen Identität. Gerade zum Letzteren ist zu sagen, dass in den Jahren des Wirtschaftswunders und danach eine DM-Identität als neuer Kern der deutschen Identität entstand. "Wir Deutschen sind fleissig und erfinderisch, deshalb ist unser Geld hochangesehen in der ganzen Welt und wird gern genommen." Platt zwar, aber das gibt nach meiner Erinnerung das (west)deutsche Selbstbewusstsein, die deutsche Identität vor dem Euro wieder. Tja,
Das (wirtschaftliche) Sein bestimmt eben das (politische) Bewusstsein.

Konservativer
16. April 2013 09:25

Früher hieß es "die Revolution frißt ihre Kinder", heute muß es wohl heißen "der global agierende Moloch frißt seine Kinder". Ein "weiter so" getreu dem Motto "nach mir die Sintflut" ist nunmehr zumindest für einen Teil des (akademischen) Establishments keine gern genommene Option mehr. Vor allem für diejenigen unter ihnen, die Kinder haben, ist eine "Sintflut" alles in allem ein unerfreuliches Ereignis, das es zu verhindern gilt. Sie versuchen sich jetzt auch parteipolitisch als "Katechonten" (Götz Kubitschek nach Carl Schmitt), wollen dafür sorgen, das die Arbeiten mit der "Abrißbirne" eingestellt werden.
"Glück auf" kann ich da nur sagen und werde die AfD wählen, mehr Prozentpunkte als "Die Freiheit" mit 0,7 % in der Niedersachsenwahl (meine Stimme hatte sie) wird sie wohl bekommen.

Petra
16. April 2013 10:06

Wenn die AfD eine Chance hat, in den Bundestag gewählt zu werden, dann sollte sie von Konservativen auch gewählt werden! Und sei es nur, um Zeit zu gewinnen in der Euro-Frage. Wenn es die AfD in den Bundestag schafft, dann wird die CDU gezwungen sein, ihren euro-hörigen Kurs zu beenden. Dieser Euro- und EU-Wahn wird dann deutlich eingedämmt. Die Gesellschaftspolitik der AfD ist (noch) nicht das Gelbe vom Ei. Aber um Klassen besser, als die Gesellschaftspolitik aller bisher im Bundestag vertretenen Parteien.

Konservativer
16. April 2013 10:09

Um den Charakter der AfD als eine Art Katechon richtig einordnen zu können, erlaube ich mir ein Zitat von Günter Maschke (aus "Zuerst" März 2013) anzuführen:

"Vergessen Sie nicht: Unsere Politiker wollen die Auflösung Deutschlands in Europa. Natürlich wollen sie gleichzeitig ihre Privilegien behalten, was in Zukunft ein sehr interessanter Punkt werden dürfte. Aber ein solches Europa kann nicht funktionieren, weil wir Deutschen die einzigen sind, die sich das so vorstellen."

Zeitzoni
16. April 2013 11:08

Auch das Neue Forum war im Sommer 1989 unscharf und unfertig in den Zielen (Träume vom "demokratischen Sozialismus" usw.). Im Rückspiegel aber ein großartiger Aufbruch, genau zur richtigen Zeit! Jetzt begann ein ständig - vielfarbig sich entwickelndes tagespolitisches Feuerwerk. Das Ergebnis war: keinen Fußbreit mehr dem alten Parteiapparat! Also: alles kann sich inhaltlich formen, werden erst einmal die Dinge zum Fließen gebracht. Werden unsere Partei- und Funktionärskrusten in diesem Sommer aufgebrochen und wird ihnen dann keine Zeit gegeben, ihren Machtapparat wendehälsisch umzubauen, bleibt also die Dynamik erhalten, wird etwas anderes entstehen, als Alt- CDU- Nostalgie. Darum: keine Bange! Vorwärts! Die Zeichen stehen gut.

Götz Kubitschek
16. April 2013 11:13

diskussion geschlossen.
dank an alle. kubitschek

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