Sezession
13. Mai 2013

Hiwis, Täter, Schuldige

Gastbeitrag / 31 Kommentare

BT-11von Heino Bosselmann

Seitdem das Landgericht München den ukrainischen „Hilfswilligen“ Demjanjuk (1920 – 2012) wegen Beihilfe zum Mord an 28.060 Menschen (!) schuldig sprach, können KZ-Aufseher oder –Bedienstete verurteilt werden, ohne daß sich eine Individualschuld nachweisen läßt.

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Gerade weil ich kein Jurist bin, wiederhole ich den Sachverhalt: Ohne daß eine Individualschuld nachgewiesen wird! – Weil Auschwitz und andere Lager explizit zur Vernichtung von Menschen errichtet waren, reicht es, als Angehöriger der Mannschaften dort gewesen zu sein. Das ist allgemein nachvollziehbar, sicher. Ist es das aber ebenso im Individuellen? Grundsätzlich?

Jedenfalls sieht die Zentrale Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg nun den Weg frei, fünfzig KZ-Aufseher durch Staatsanwaltschaften vor Gericht zu stellen und zu verurteilen. Einer davon ist der wegen angeblicher Fluchtgefahr bereits festgenommene 93jährige Hans Lipschis – Altersgenosse Demjanjuks, Litauer, vom Herbst 1941 bis zum Frühjahr 1945 in Auschwitz eingesetzt. Beide Männer waren damals etwa zwanzig Jahre alt, aufgewachsen und konfrontiert mit der bolschewistischen Revolution und dem stalinistischen Terror. Biographisch ein „kausaler Nexus“ der besonderen Art. Zur Ukraine ist einem das meiste klar, zum dramatischen Schicksal Litauens zwischen Unabhängigkeitserklärung 1918 und Resowjetisierung 1940 belese man sich.

Solche Anmerkungen sollen „Hilfswillige“ und „Überzeugungstäter“ nicht von Schuld freisprechen. Aber selbst dieser Satz mutet unsinnig an, wenn zur juristischen Verurteilung neuerdings nicht mal mehr der Nachweis von Individualschuld notwendig ist. Lag genau darin nicht ein wichtiger Rechtsfortschritt der Aufklärung?

Nein, mir geht es hier gerade nicht um Geschichtsrevision und um schlimme Vergleiche des „Unvergleichlichen“, sondern um eine Prognose in eigener Sache:

Von 1982 bis 1985 war ich als „Unteroffizier auf Zeit“ Angehöriger der Grenztruppen der DDR. Abgesehen von einer halbjährigen Ausbildung diente ich diese Jahre in einer grenzsichernden Einheit an der Elbe ab. Ich war dort unmittelbar mit der Sicherstellung des Grenzdienstes und insbesondere mit der Realisierung stabiler Funk- und Fernmeldeverbindungen befaßt. Mindestens systemisch bedingte Beihilfe zum Mord?

Während wir dem Westen als „Honeckers grüne SS“ galten, sammelte ich während dieser extremen Jahre meine wichtigsten Erfahrungen in Konfliktsituationen. Zu berichten, wie die Kameraden, die mir nahestanden und mit denen ich an der ehemaligen „Staatsgrenze“ eingesetzt war, ihr persönliches Engagement darauf verwandten, den „Schießbefehl“ zu umgehen oder zu sabotieren, anstatt ihm gehorsam oder blöde nachzukommen, wäre eine eigene Darstellung wert. Wichtig für uns: Wir hielten durch, a) einerseits ohne individuell an der Verletzung von Leib und Leben anderer schuldig und b) andererseits ohne vom Militärstaatsanwalt zu Knast im Militärgefängnis Schwedt verknackt zu werden.

Wir waren dabei nicht immer vorbildlich – nicht gegenüber dem „Vater Staat“, der Geschichte gegenüber aber schon gar nicht. Ich nehme an, daß der durchschnittsgebildete Sozialkunde- oder Geschichtslehrer – insbesondere jener ab Geburtsjahrgang 1970 – „Honeckers grüne SS“ für einen handhabbaren und treffenden Begriff halten würde. Vielleicht sogar die überwältigende Mehrzahl der Vereinigungsdeutschen, die nie irgendwo in entscheidende Konflikte mit irgendeiner Staatsräson gerieten. (Man führe sich dabei vor Augen, was heute noch so Staatsräson ist.)

Mir ist gut vorstellbar, daß solche wie ich neben der ohnehin üblichen Pauschalverurteilung irgendwann auch juristisch „zur Verantwortung gezogen werden“ könnten, waren wir Mitte der Sechziger in die DDR Hineingeborenen doch Teil des Unrechtsregimes, ja des „Todesstreifens“, der das „Gefängnis DDR“ im Kalten Krieg abschloß, während drüben ja wohl Demokratie und Freiheit blühten. Unser entscheidender Makel: Wir waren nicht im Widerstand. Wir gehörten nicht zu den politisch Verfolgten, vielmehr gelten wir – alle – als Täter. Historisch Hinübergehende: Kaum hatte man uns vom Eisernen Vorhang entlassen, ging der schon auf.

So groß die Unterschiede zu SS-Hilfswilligen im Quantitativen auch sein mögen; rein qualitativ dürften sie für die Rechtssprechung so erheblich nicht sein – insbesondere zukünftig dann nicht, wenn die achtziger Jahre, wie heute die vierziger, in eine sich verdunkelnde Vergangenheit entrückt sind, von der aber alle Nachgeborenen mit Über-Sicht alles ziemlich genau zu kennen und zu wissen meinen, abgesehen von den paar alten Männern, die aus jenen bösen Jahren noch übrig sein werden.


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Kommentare (31)

Karl Eduard
13. Mai 2013 11:00

Nun, das zeichnet doch einen Rechtsstaat aus, daß er individuelle Schuld nachweist. Dem Beschuldigten müssen seine Taten bewiesen werden. Da wir gerade darüber reden, warum, muß der Assad eigentlich gestürzt werden?

Besonders lustig an solchen Prozessen ist aber, Leute, die sich nicht daran erinnern können, was sie vor einer Woche zum Frühstück hatten oder wie das Wetter um 10.00 Uhr war, erkennen nach 60 Jahren ihre Henker oder die Helfer der Henker oder die Helfer der Helfer der Helfer der Henker. Diesen außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten im hohen Greisenalter sollten Wissenschaftler einmal nachspüren. Noch interessanter wäre es aber, die Richter zu exhumieren, die solche Sprüche erlassen, um nachzuschauen, welch absonderliche Wucherungen im Gehirn dafür verantwortlich sind. Und ob es eher die Normalität ist, für die Abart Mensch, oder eine Verirrung der Natur. Vielleicht liegt es auch an Schadstoffen in den Roben. Zuviel DDT oder so.

Sebastian
13. Mai 2013 11:31

Egal wie man zu dem Thema steht, Berichte wie hier von Heino Bosselmann machen für mich sezession.de immer wieder interessant.

Luise Werner
13. Mai 2013 12:28

Zu Ihren Befürchtungen im Schlussabschnitt:
Ungeachtet irgendwelcher eventueller Schuld: Seien Sie unbesorgt und lesen Sie bei M.Kleine-Hartlage nach, der eindrucksvoll in seinem Büchlein über die "Neue Weltordnung" darlegt, dass der heutige Zeitgeist und die Justiz eine deutliche Unterscheidung machen, ob man im Namen einer nationalistischen (NS) oder im Namen einer internationalistischen (Kommunismus) Idee gewirkt und gefehlt hat. Demnach standen Sie nämlich auf der richtigen Seite.

Aber grundsätzlich und ernsthaft Herr Bosselmann: Ich komme auch aus Ostdeutschland und bin auch etwa Ihr Jahrgang. Ich weiss, wovon Sie sprechen. Und vielleicht kommt "unser" 1968 auch noch irgendwann, wenn wir uns (berechtigte?!) Vorwürfe und neunmalkluge Fragen nach Widerstand anhören müssen. Und vielleicht ist das dann die ersehnte Wende ...

albert
13. Mai 2013 13:08

Ja, das finde ich auch: Bosselmann ist immer lesenswert - auch das Gedicht in dem neuen Möllnitz-Band über die Priegnitz ist klasse. Ich wüsste nicht, wo man sonst noch solche Sachen lesen kann...

Inselbauer
13. Mai 2013 13:30

Wenn ich mir vorstelle, dass jemand aus der linken Reichshälfte, mit einem piekfeinen antifaschistischen Gewissen diesen Artikel liest und zur Kenntnis nehmen muss, dass ein "Rechter" sich auf feinfühlige Weise Gedanken um die eigene Verstrickung in kommunistische Verbrechen macht, kommen mir die Tränen. -- Ich habe vor Jahren einmal ein juristisches Diplom erworben, aber das Handwerkszeug, das man damals beigebracht bekommen hat, erkenne ich in der aktuellen Rechtskultur nicht wieder. Neulich äußerte sich die Bundesanwaltschaft in der NSU-Sache öffentlich derart, dass man bei Zschäpe eine Mittäterschaft feststellen wolle, durchaus aber nicht für die eigentlichen Straftaten eine volle Verpflichtung verspüre, einen Nachweis zu führen. Dann die Bemerkung, man habe keine Hinweise darauf, dass staatliche Stellen verstrickt seien, und überhaupt sei es nicht die Aufgabe, die Rolle staatlicher Stellen zu untersuchen (...) Ich komme da nicht mehr mit.
Auch den Juristen im Apparat geht es so. Mittlerweile geht man ja dazu über, wie beim alten Wyschinski für die Gerichte keine Juristen mehr sondern einfach nur noch Geisteswissenschaftler anzuwerben. Die kennen da gar nichts, und auch in den von Herrn Bosselmann genannten Fällen scheinen eher Geisteswissenschaftler am Werk gewesen zu sein.

Sara Tempel
13. Mai 2013 14:55

Da deutsche Gesetze auf römischen Recht basieren, gilt auch die römische Regel „Nulla poena sine lege“, keine Strafe ohne Gesetz! Dass gibt dem Bürger die Rechtssicherheit, dass er niemals aufgrund von Verordnungen bestraft werden kann, die erst nach der Tat erlassen werden. Analog muss dieser Grundsatz auch für staatliche Organisationen gelten, wie für die SS, die zur Zeit der Verbrechen legal war. Hier sehe ich, als Laie, im Fall des Demjanjuk das erste Problem, wie schon bei den Nürnberger Prozessen.
Noch gravierender aber ist die Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord in 28.060 Fällen, ohne dass dem Verurteilten eine konkrete Tat individuell zugeschrieben werden konnte, was Sie, Herr Bosselmann, mit letzter Konsequenz darstellen. - Wenn der anfangs durch die deutsche Wehrmacht gefangene Ukrainer, danach als als einer der vielen Hilfswilligen zum Personal im KZ zählte, ist es zudem reine Willkür, gerade ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Dazu kommt die Fadenscheinigkeit von Beweisen nach über 60 Jahren, wie bereits im erste Fehlurteil der Isrealis von 1986. Erst 1993 wurde dieses Urteil vom israelischen Berufungsgericht aufgehoben, weil Demjanjuk verwechselt worden war, und er kehrte in die USA zurück. Dann mussten die Deutschen 2011 (im LG München) den USA und Israel beweisen, wie gehorsam sie deren Vorgaben annehmen.
Mit solch´ vorauseilendem Gehorsam macht sich unsere Justiz lächerlich, wie aktuell im Schauprozess gegen Beate Zschäpe und der NSU. Solche Schauprozesse, die man aus ausgewachsenen Diktaturen kennt, zeichnen sich durch Vorverurteilungen aus und dadurch, dass wirkliche Aufklärung unerwünscht ist! Alleine das Gerangel um Presseplätze war einer unabhängigen Justiz unwürdig und unterhöhlt faktisch unsere Gewaltenteilung.
Was geschieht mit unseren Richtern, denen einerseits immer stärker durch die Einmischung der EU die Hände gebunden sind, die andererseits aber bei Gewaltverbrechen durch Migranten maßlose Milde walten lassen?
Wir dürfen vor allem nicht die, von der Berliner Justiz verschleierten, Todesumstände ihrer "Richterin Gnadenlos" vergessen, der engagierten Kirsten Heisig! In all diesen Beispielen zeigt sich ernste Gefahr für unseren Rechtsstaat!

gerdb
13. Mai 2013 16:01

Naja, nun musste man nicht zu den Trawnikis, man musste nicht zu den Totenkopfverbänden.
Man musste sich nicht 3 Jahre verplichten , zu den Grenztruppen gehen oder FDJ Sekretärin werden.
Es geht also auch um Eigeninitiative.

Unke
13. Mai 2013 16:29

Konfliktsituationen. [...] den „Schießbefehl“ zu umgehen oder zu sabotieren [...]

Dann plaudern Sie doch mal aus dem Nähkästchen, Herr Bosselmann!
Gerade wenn's spannend wird brechen Sie ab ;-)

Martin
13. Mai 2013 16:47

Es geht also auch um Eigeninitiative

Die man bei kleinen Mitläufern auch als die lässliche Sünde des Alltagsoppurtunismus bezeichnen kann und auch hier gilt: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Das unsere "Rechtskultur" mittlerweile bedenkliche Züge angenommen hat, ist neben der Tatsache, dass eine Staatsanwaltschaft im Fall Jonny K. nicht auf Mord plädiert, wie es sich gehört hätte, auch daran zu erkennen, dass man über neunzigjährige Greise wegen "Fluchtgefahr" in Haft nimmt, gestützt auf eben jener "Demjanjuk"- Rechtsprechung, die noch nicht einmal durch den BGH abgesegnet werden konnte, da die Revision durch den Tod von Demjanjuk nicht mehr möglich war.

Das Gefühl für Rechtsstaatlichkeit und seine Grundsätze geht verloren, der Jurist ist nur der Handwerker, der Rechtstechniker, der in jedem System dienen kann und zwar völlig unabhängig davon, was "Recht" ist, wie es schon H.St. Chamberlain in seinen Grundlagen des 19.Jhdts. treffend festgestellt hatte.

Aber Herr Bosselmann, was nun wirklich nicht geht, ist der ansatzsweise Vergleich Ihrer Gefängniswärterzeit mit der "Singularität" der Verbrechen des Nationalsozialismus ... da könnte ein "tüchtiger" Staatsanwalt mittlerweile schon die "Ohren" spitzen ...

Realist
13. Mai 2013 22:15

Schwere Frage, in der Tat. Letztlich läuft es ja auf folgende Zuspitzung hinaus: Muß ich den eigenen Tod oder zumindest schwerste Repressalien bis hin zur Folter auf mich nehmen, wenn dies der einzige Weg ist, mich nicht an Unrecht beteiligen?

Meine Antwort: Nö, muß ich nicht. Niemand kann von mir verlangen, mein Leben für einen abstrakten Wert wie z.B. "Mitmenschlichkeit" zu opfern.

Wenn es um die Frage geht, ob ich hinterher aber auch das Recht auf Straffreiheit für mich in Anspruch nehmen kann, so steht hier für mich ein ebenso klares Nein. Ich muß damit rechnen, daß mein Verhalten, so nachvollziehbar es ist, im nachhinein geächtet wird.

Um es einmal flapsig auszudrücken - wer sich tatsächlich ohne eigenes Zutun auf dem Wachturm eines KZ's wiederfindet, der hat halt mal die A-Karte. Entweder Heldentod oder Leben als feiger Wegducker. Ich wünsche keinem diese Entscheidung an den Hals, aber wer hat behauptet, das Leben sei fair?

Ohne Führerschein
13. Mai 2013 23:04

@Unke

Denken wir doch einmal andersherum: Vielleicht wird es Zukunft gefährlicher sein einst die DDR sabotiert als ihr gedient zu haben.

Vergleicht man '45 mit der Wende sind wir in Sachen Vergangenheitsbewältigung grob im Jahr 1969. Nun kombiniere man das noch mit der vielfach geäusserten Theorie in Wahrheit hätte die DDR die BRD übernommen ("Einheitsfront der Mitte", EUdSSR, "System Merkel" usw.) - markiert nicht die Wende auch die Machtübernahme des Gutmenschentums?

Ich würde nicht völlig ausschliessen dass 2057 - in 44 Jahren - derlei nicht theoretisch justiziabel sein könnte. Die Geschichtsverrenkung bzgl. der Vorgängerdiktatur sind hier die Meßlatte fur weitere Gedankenexperimente. Vielleicht ist 2057 der Kapitalismus überwunden und man hat die historische Ungerechtigkeit von 1989 erkannt? Hat nicht der olle Marx gesagt dass der Sozialismus erst nach dem Kapitalismus kommt? Passt doch alles...

Sind dann Identitäre & AfD die neuen 68'er?

gerdb
13. Mai 2013 23:39

@Martin

ja der Alltagsopportunismus.
Schreiben Sie das doch ans Kanzleramt!

neocromagnon
14. Mai 2013 02:47

Eigentlich kann man zu so etwas nicht viel sagen, jedem natürlichen Menschen ist sofort klar, wo hier Recht und wo Unrecht liegen.
Ich stelle einmal mehr fest, daß mich innerlich nicht mehr viel mit dieser staatlichen Ordnung verbindet. Möge sie vergehen.

Karl Eduard
14. Mai 2013 07:02

@gerdb

Man musste sich nicht 3 Jahre verplichten , zu den Grenztruppen gehen oder FDJ Sekretärin werden.

Nein, natürlich mußte man nicht, aber das Kunststück, mit welchen Argumenten der "Nichtmüsser" die Ehre ablehnen sollte, auf "Wacht für Frieden und Sozialismus" zu stehen, "für den Schutz der Arbeiter und Bauernmacht" , das Kunststück kennen nur die Nichtbetroffenen. Und bitte, erklär mal einem heutigen Gymnasiasten, warum die These von der menschengemachten Erderwärmung Humbug ist oder warum Multi - Kulti schlecht für ihn ist. Bestenfalls läßt er Dich nur stehen.

ceterum censeo
14. Mai 2013 08:47

Erst mal Danke für die Richtigstellung der dauernd unter weinerlicher zonaler Empörung vorgebrachten Lüge. "Wir mußten doch schießen"!
Nein, man konnte eben auch danebenschießen, und die meisten, die einen Grenzverletzer"VERNICHTET" haben, so der offizielle Jargon, haben´s gemacht, um mal ungestraft einen Menschen in den Rücken zu schießen.
Und um gerdb zu ergänzen, meiner Erinnerung nach waren Uffze aber auch sowas von verhasst...,aber vielleicht hätte man ja sonst nicht studieren können? Die Zeiten ändern sich eben nie. Einer meiner Bekannten leistet noch nicht mal eine Unterstützungsunterschrift für die AfD, da er nicht "politisch verbrannt" sein will, und eventuell mal als kleiner Lokalreporter arbeiten will, hahaha, der hätte bestimmt für´n Zweizeiler abgedrückt.
Um auf die Demjanjuks zurückzukommen: selbstverständlich wird hier der Rechtsstaat ausgehebelt, jedoch ist es mir bei der Betrachtung des viehischen Verhaltens sämtlicher Balten den Juden gegenüber irgendwie auch wieder Wurst. Von denen hat man mit Sicherheit die wenigsten gezwungen, Frauen und Kinder abzuschlachten. Schauen Sie sich mal alte Dokumente an, widerlich!

Heino Bosselmann
14. Mai 2013 09:04

Es geht mir hier nicht um den inkriminierten Vergleich irgendeines X mit Auschwitz, noch weniger um die schlüssige Erklärung der eigenen Vergangenheit, sondern um die Thematisierung von Fällen juristischer und geschichtlicher „Aufarbeitung“, mithin um die Frage nach deren Eignung für bzw. deren Angemessenheit im sachlichen und Rechtsverständnis gegenüber etwas. Wer unbedingt über die DDR reden möchte, weil das leichtfällt und sie als Material offenliegt: Der größte Teil meiner Generation nahm es hin, dort geboren zu sein und zu leben. Wie denn anders? Selbstverständlich setzte kritisches Denken ein, aber naturgemäß nicht aus der Perspektive von außen, sondern mitten drin. Dies kritisch zu schildern wäre unter anderer Thematik möglich, und zwar kurz und thesenhaft.

Heino Bosselmann
14. Mai 2013 09:44

@centrum censeo: Zu Zeile 1-4: Über die ehemalige innerdeutsche Grenze zu reden ist mittlerweile schwierig. Die dort waren, sprechen eher unter sich; die nicht dort waren, wissen aus Dokumentationen, meinen sie, genauestens Bescheid. Der Dienst dort war vor allem militärisch stressiger Alltag. Die Truppen vorn versuchten bei hoher physischer und psychischer Belastung laufend, Kompromisse hinzubekommen zwischen der Konfrontation mit eventuellen "Grenzverletzern" einerseits und dem Druck durch Offiziere und Militärjustiz andererseits. Unteroffiziere und Soldaten dienten vorn eng zusammen; eine Differenz zwischen diesen Dienstgradgruppen gab es kaum, denn es ging nicht ums Ausbildungsexzerzieren, sondern darum, gemeinsam eineinhalb oder drei Jahre durchzustehen. Meine unmaßgebliche Erfahrung: Mancher hätte befehlsgemäß geschossen, ja, die allermeisten versuchten das, was Menschen in solchen Momenten eben tun: Zu wem kann ich in dieser Extremsituation offen sein? Mit wem spreche ich mich ab? Hauptthema: Wie verhalten wir uns, stets zu zweit, gemeinsam im Konfliktfall? Erste Abklärung: Könnte mir der andere in den Rücken schießen, weil anders sein Weg nach drüben nicht frei ist? Zweite Abklärung: Wie handeln wir, wenn "Bruno" (Jargon für den Flüchtling) kommt? Bedenken Sie: Die häufigsten Fahndungsmeldungen bezogen sich nicht auf den "politischen Flüchtling" – der kam, wie er kam –, sondern auf Angehörige der Sowjetarmee und NVA-Angehörige, die tatsächlich oder mutmaßlich fahnenflüchtig waren, und auf flüchtige Kriminelle. – Zwischen den allermeisten Angehörigen der GT war Konsens: Wir vermeiden den Todesschuß, weil wir uns den Tod von Flüchtlingen nicht aufs Gewissen laden. Allerdings sind die Einzelfälle und die Lagen an dieser ehemaligen Grenze von der Lübecker Bucht bis Bayern und in Berlin hochverschieden. Ich selbst kam – wie die allermeisten anderen – nie in die Situation, mit einem "Grenzdurchbruch" konfrontiert zu sein. Am leichtesten sprich es sich über die Thematik, folgt man den Darstellungen der nachgereichten "politischen Bildung"; aufschlußreich, aber anstrengend wird's im genauen Detail, das sich kaum jemand zumuten mag. Wichtig noch: Die Grenztruppen waren keine Eliteeinheit – nicht physisch, auch nicht ideologisch. Es gingen Tausende da hindurch, die dem Staat aus verschiedenen Erwägungen heraus als "sicher" galten. Dennoch dürften die meisten "Fluchten" aus den Reihen der Truppe selbst erfolgt sein – einge gefährliche Angelegenheit, wenn sich die zwei obligatorisch zusammen aufgestellten Posten im Ansinnen abzuhauen nicht einig waren … Unteroffziere als "Kommandeure Sicherungsabschnitt" waren achtzehn bis einundzwanzig Jahre alt. Sie hatten auf den "Führungsstellen" eine immense Verantwortung – nicht nur im Verständnis der DDR, sondern ganz existentiell.

Karl Eduard
14. Mai 2013 11:29

@Heino Bosselmann

Herzlichen Dank für Ihre erklärenden Worte. Der "normale" Wehrdienstleistende, Unteroffizier oder Offizier der NVA außerhalb der Grenztruppen, ist ja nie in solche Lagen gekommen, kann sich da auch beim besten Willen nicht hineinversetzen. Wie sollen das dann Zivilisten begreifen, die dann auch noch außerhalb der DDR lebten.

Wie kommen Nachgeborenen überhaupt auf den Hochmut, frühere Generationen zu verurteilen? Jetzt, unter völlig anderen Umständen.

Zalmoxis
14. Mai 2013 15:40

Heino Bosselmann skizziert ein konservatives Thema an: das Naturrecht das Eigene ("Heimat", „Region“, "Vaterland", „Nation“) zu verteidigen. Der Eiserne Vorhang diente aber auch zur politischen Legitimation der feinen und wohlhabenden Bundesrepublik. Das sprichwörtliche Böse wohnte im Osten, die Schönen, die Reichen und die Weisen lebten im „kollektiven Freizeitpark“. Der Eiserne Vorhang war zugleich auch eine Wohlstandsmauer. Es gibt nicht wenige im Westen und im Osten, welche diese Mauer wiederaufgebaut haben wollen.

ceterum censeo
14. Mai 2013 19:14

@Zalmoxis

Ich weiß nun nicht ganz genau, an welcher Stelle Sie in den Ausführungen Herrn Bosselanns das konservative Thema des Naturrechts der Verteidigung des Vaterlands zu erkennen glauben. Im Job des KZ-Aufsehers etwa? Oder meinen Sie etwa, Herr Bosselmann war der Meinung, an der Zonengrenze seine Heimat vor denen zu schützen, die nichts sehnlicher wünschten, als diese unbeschadet zu verlassen?
Die im Osten oder Westen die Mauer (ernstlich) wiederhaben wollen, die haben sich jedenfalls gesucht und gefunden. Es gibt halt Bescheuerte und auch Bekloppte!

ceterum censeo
14. Mai 2013 20:00

@Karl Eduard

Musterungsgespräch anno 1984: Drei Witzfiguren, die leider die Staatsmacht innehaben, zwei davon in Furzfängerhosen und augenscheinlich Alkoholiker, der dritte in Zivil, alle zusammen hinter einem Resopaltisch mit drübergehangener Zonenflagge, welcher allen Ernstes auf zwei Paletten steht, um sich über den kleinen verunsicherten Schüler hoch zu erheben, stellen die einfache Frage:" Können sie sich vorstellen, auf einen Menschen zu schießen?", einfache Antwort:"Nein".
Die drei Stooges:" Dann können wir sie halt nicht zu den Grenztruppen ziehen".
War das jetzt etwa schon Zivlcourage?

Sara Tempel
14. Mai 2013 20:15

@Zalmoxis
Warum nur strebte die Masse der DDR-Bürger zu keinem höheren Ziel als dem „kollektiven Freizeitpark“ der BRD?
Ein dialektischer Materialismus führt zu oberflächlich materiellen Werten und kann nicht echte Spiritualität ersetzen! Die rein rational konstruierte Moral und Ethik des Sozialismus (10 Gebote des Ulbricht) hat uns noch mehr linke Protestanten beschert. Heuchlerische Gutmenschen, seither in ganz Deutschland im Aufwind, bestimmen gar die Politik.
Ihr Ex-DDR Früchtchen solltet die Werte der christlich-abendländischen Tradition nicht vergessen!

Carabus violaceus
14. Mai 2013 22:26

@ Sara Tempel

ich bin auch aus dem Osten, "heuchlerische Gutmenschen" gibts hier in der tiefsten Provinz kaum. Ganz im Gegenteil, viele erkennen die Probleme die z.B. durch den Import "fremder Ethnien" verursacht werden sehr genau.

Da spreche ich aus Erfahrung, ich kenne ja schließlich meine Umgebung.

Die "heuchlerischen Gutmenschen" scheints dafür zuhauf in westdeutschen Großstädten zu geben. Schauen Sie doch bitte mal genau auf die Startseite von Deutscheopfer.de...

ceterum censeo
14. Mai 2013 22:32

@Sara Tempel

Als olles Zonenfrüchtchen bin ich mir nicht ganz sicher, ob Ihre Einschätzung des Herrn Zalmoxis unbedingt richtig ist. Wenn Sie richtig liegen, handelt es sich wohl um einen Mitbürger mit der sagenumwobenen DDR-Identität, die man, so sie denn existiert, lieber nicht näher kennen will (wobei das Gutmenschentum heute noch viel ekeliger ist).
Sollte ich aber Recht haben, handelt es sich bei ihm um einen typischen Vertreter eben dieses kollektiven Freizeitparks, in dem die meisten Menschen heute bis ins Greisenalter bei Mama wohnen, übersättigt vom Wohlstand den Sozialismus für eine tolle Idee halten, und zu allem Überfluß noch die armen Schweine verspotten wollen, die die tolle Zone auch mal gegen einen Freizeitpark tauschen wollten, (und dafür auch noch auf die Straße gingen)!

Sara Tempel
15. Mai 2013 10:02

@Carabus violaceus
Da ich die Menschen, die m Osten geblieben sind, eigentlich kaum kenne - außer gelegentlichem Urlaub an der Ostsee und einem Besuch der wunderbar nostalgisch wirkenden Stadt Weimar- kann ich mich über Ihre Aufklärung nur freuen! Offenbar sind Eure "Gutmenschen", die z.B. evangelische Theologie studierten, wie opportunistische Pfarrerstöchter, alle zu uns herübergekommen. Nochmals haben Sie recht: Hier in Köln wimmelt es von linken Heuchlern, die sich damit profilieren, durch „fremde Ethnien“ ihre eigene Identität abzuschaffen!

@ceterum censeo
Wenn Herr Zalmoxis sich selbst als typischen, auf Konsum dressierten Vertreter des Freizeitparks entlarvt hat, dann verdient er dafür wohl Respekt! - Ob übersättigte Wohlstandslinke, verblödete Grüne, HartzIV-Empfänger oder ausgebeutete Sklaven der Zeitarbeit, wir könnten uns vielleicht darauf einigen, dass wir heute alle - im Osten wie in Westen Deutschlands - arme, durch Medien manipulierte Schweine sind!

Sara Tempel
15. Mai 2013 13:17

@Zalmoxis
Sofern ich etwas in den falschen Hals bekam, bitte ich Sie, mir meine überdrehte Reaktion nicht übel zu nehmen!

Zamolxis
15. Mai 2013 16:29

@ceterum censeo Ich bezog mich ausschliesslich auf die „DDR-Identität“ des Herrn Bosselmann. Identität ist ein konservatives Merkmal. Heino Bosselmann bekennt sich ganz offen zur seiner DDR-Identität. Diese Identität hat nun viele Facetten. Eine Facette war der Dienst an der Waffe. Die gegenwärtige Identität ist die verlegerische Tätigkeit. Beide Facetten gehören aber zur persönlichen Identität. Die DDR bessaß ein dezidiert nationales Selbstbewusstsein. Der 7. Oktober wurde entsprechend gefeiert. Und zur Verteidigung dieses Staates hat die DDR die Mauer gebaut. Folglich hat die SED Führung im August 1963 strictu sensu konservativ gehandelt. Die Verteidigung des Eigenen, die Selbstverteidung, die militärische Verteidigung gehört nunmal zu den Kernaufgaben eines rationalen Staates. Die Bundesrepublik besaß keine explizite nationale Identität. Der Nationalfeiertag der BRD war nur ein Gedenktag an einem antikommunistischen Protest, welches aber nicht auf dem Territorium der BRD stattfand. Der 17. Juni wurde nach der Wiedervereinigung ersatzlos gestrichen. Die gegenwärtige Bundesrepublik tut sich sehr schwer einen nationalen Feiertag entsprechend zu gestalten. Der 3. Oktober wird im Rotationsverfahren in den jeweiligen Bundesländern gefeiert. Er finden keine Militärparaden statt, es finden keine öffentlichen Gedenkveranstaltungen für Maueropfer statt. Es gibt auch keinen antikommunistischen Gedenktag. Weder der 9. November, noch der 20. Juli, noch der 23. Mai, noch ein anderer geschichtsrelevanten Tag wird entsprechend gefeiert. Ungarn besitzt gleich drei Nationalfeiertage: 15 März (Märzrevolution 1848), 20. August (Staatsgründung durch den Heiligen Stefan), 23. Oktober (Volksaufstand 1956). Dieser Trias markiert das konservative Grundwesen Ungarns: antikommunistisch, national und christlich. An welchen nationalen Koordinaten bewegt sich Deutschland heutzutage?

ceterum censeo
15. Mai 2013 20:33

@Sara Tempel

Menschen mit Ihrer gesunden Einstellung müssen doch in Köln ungefähr so ein furchtbares Leben führen, wie Will Smith in "I´m legend".
Halten Sie durch und bleiben Sie am Leben!

ceterum censeo
15. Mai 2013 20:45

@ Zamolxis

Seltsame Landesverteidigung, bei der die Angreifer stets in den Rücken getroffen werden und die Abweiser am Grenzzaun nach innen gerichtet sind.
Begreifen Sie es nicht oder sind Sie wirklich ein Altkader?: Der Staat muß sich selbstverständlich verteidigen (etwas, wozu wir heute übrigens nicht mehr in der Lage sind), und er hat gefälligst jeden, der es möchte, ziehen zu lassen! Ansonsten ist es ein Lumpenstaat, und genau das war die verdammte Zone.

Zamolxis
16. Mai 2013 16:20

@ceterum censeo Die DDR und die BRD waren wie Kain und Abel. Die Grenze war die Styx zwischen Gut und Böse, die Trennstelle zwischen Hass und Liebe. Die DDR war für die BRD der „Katechon“ (Schmitt). Eine Gesellschaft, eine soziale Gemeinschaft muss sich organisieren. Aus Gründen der Staatsräson hat die SED Führung die innerdeutsche Grenze hochgerüstet. Der Schiessbefehl war für die DDR, für den anderen deutschen Staat die „ab integro nascitur ordo“- Formel. Der Schiessbefehl, die Grenze waren sinnstiftende Gründungsmerkmale der DDR. Der Schiessbefehl war auch Symbol politischer Entscheidungsprozesse. Der Schiessbefehl symbolisierte die unmittelbare Staatsgewalt der DDR. Der Schiessbefehl war gefühlte Macht.
Der Republikflüchtling war der staatliche „Feind“ (hostis). „Der Feind ist eine Frage der Gestalt“ (Schmitt). Der Republikflüchtling stellte mit seiner Flucht das gesamte real-sozialistische System der DDR in Frage. Die Republikflucht delegitimierte die sozialistische Staatsordnung. Folglich musste der Republikflüchtling auch physisch vernichtet werden. Die physische Vernichtung des Systemgegners ist keine Erfindung der DDR. Die Vernichtung des politischen Feindes im Namen der „Freiheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit“ wurde während der Französischen Revolution ausgiebig ausgeübt. Im Spanischen Bürgerkrieg wurden Fussballstadien als Freilüftgefägnisse umfunktioniert und das Exekutionskommando erschiesste kommunistische Partisanen im Stundentakt.
Der Republikflüchtling ist laut Julien Freund ein Opfer der Demokratie. “Welcher Historiker wird eines Tages die auch nur schätzungsweise Aufzählung der Opfer der Demokratie geben? Sie bestehen aus zwei Arten: Denjenigen, die sich für die Demokratie geopfert haben und denjenigen, die durch die Demokratie gestorben sind. Die ersten sind freilich eher die direkten Opfer der Tyrannei, während die Anderen sind während der tyrannischen Deformierung der Demokratie zum Opfer gefallen.” (Julien Freund)
Anhand der Republikflucht projeziert sich die Grundkonstellation des Konfliktes zwischen Kain und Abel. „Wen kann ich überhaupt als meinen Feind anerkennen? Offenbar nur den, der mich in Frage stellen kann. Indem ich ihn als Feind anerkenne, erkenne ich an, daß er mich in Frage stellen kann. Und wer kann mich wirklich in Frage stellen? Nur ich mich selbst. Oder mein Bruder. Das ist es. Der Andere ist mein Bruder. Der Andere erweist sich als mein Bruder, und der Bruder erweist sich als mein Feind.“ Carl Schmitt, „Ex Captivitate Salus“.
Die DDR hat aufgehört zu existieren, als der Trias „Staat-Staatspartei-Staatsvolk“ implodiert worden ist. Es ist aber vermessen von einem Überlegenheitsmerkmal des westlichen Systems zu sprechen. Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise offenbart sich als eine dauerhafte Systemkrise.
Der andere deutsche Staat beinhaltete auch strukturkonservative Inhalte: Leistung, Disziplin, Ordnung, Hierarchie, Führung, Eliten. Am Scheitern und Untergang der DDR sollte man auch das Scheitern von konservativen Parametern innerhalb eines politischen Systems analysieren.
Zum Schluss erlaube ich mir eine weitere finale Feststellung. Eine konservative Reconquista kann nur gelingen, wenn Institutionen mit konservative Positionen und Eliten wiedererobert werden. Eine gefühlte konservative Reconquista findet gerade in Ungarn statt. Orbans konservative Restauration widerlegt Kurtagics These dass an der Wahlurne Konservative verlieren.

Sara Tempel
16. Mai 2013 20:04

@ceterum censeo
Danke für Ihr Mitgefühl!

@Zamolxis
Ihren Ausführungen zum Schießbefehl kann ich folgen und würde das Problem so ähnlich sehen: Bei der Konkurrenz der DDR zur BRD hatte diese den Nachteil ihren Bürgern weniger Wohlstand und Freiheit bieten zu können. Daher nutzte sie ihre Macht mit allen Mitteln die Grenze zu sichern. - Man kann ihr das als inhuman ankreiden, aber Sie sehen unser westliches System nicht alleine wegen der zeitweise größeren Freiheit als überlegen an. Bis hierhin stimme ich Ihnen zu: Es gab drüben wohl "strukturkonservative Inhalte: Leistung, Disziplin, Ordnung, Hierarchie, Führung, Eliten"!

Gerade die letzten drei halte ich persönlich nicht für besonders positiv, eher unvermeidlich in rechten wie linken Staatsorganisationen. Zudem standen alle Werte hinter dem Vorrang der Gleichheit im Kollektiv zurück und die christliche Tradition wurde gering geschätzt!

Durch den verlorenen Krieg, ohne Friedensabkommen, war die BRD von den Siegern und vor allem von den USA abhängig. Bis heute fehlt die staatliche Souveränität. Aber auch die DDR musste der UdSSR gehorchen! Das wurde durch die EU noch verschärft und führt zu folgendem Manko:
Als eines der größten Probleme unserer heutigen BRD, innerhalb der EU, sehe ich die offenen Grenzen an. Nur durch kontrollierte Landesgrenzen können wir, Bürger, vor kriminellen Einwanderern geschützt werden!

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