Neues in Sachen Landsmannschaft Ostpreußen versus Institut für Staatspolitik

In die Auseinandersetzung scheint Bewegung zu kommen. Die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) hat die Pressemitteilung vom 8. Mai kommentarlos von ihrer Netzseite entfernt (und jetzt, ca. 16.00 Uhr, wieder eingesetzt) und die Bad Pyrmonter CDU unterstreicht gegenüber der Jungen Freiheit noch einmal ihre gutmenschlich-intolerante Anhnungslosigkeit. Ich darf noch auf den Kommentar von Dieter Stein, Chefredakteur der Jungen Freiheit, hinweisen, der darin klar Stellung bezieht.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Wenn man sich bei der LO-Füh­rung gedacht hat, daß man die Sache ein­fach aus­sit­zen kann, so hat man sich getäuscht. Uns errei­chen Schrei­ben wüten­der Mit­glie­der der LO, die mit dem Ein­kni­cken der LO-Füh­rung vor dem lin­ken Main­stream gar nicht ein­ver­stan­den sind. Daß die Uhren bei der LO frü­her anders tick­ten, zeigt die Bemer­kung des ehe­ma­li­gen Spre­chers Wil­helm von Gott­berg.

Abschlie­ßend ein bekann­tes Zitat eines gro­ßen Ost­preu­ßen, der mit “sei­ner” Lands­mann­schaft ganz sicher nicht ein­ver­stan­den wäre:

Faul­heit und Feig­heit sind die Ursa­chen, war­um ein so gro­ßer Teil der Men­schen, nach­dem sie die Natur längst von frem­der Lei­tung frei­ge­spro­chen, den­noch ger­ne zeit­le­bens unmün­dig blei­ben; und war­um es ande­ren so leicht wird, sich zu deren Vor­mün­dern auf­zu­wer­fen. Es ist so bequem, unmün­dig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Ver­stand hat, einen Seel­sor­ger, der für mich Gewis­sen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beur­teilt usw., so brau­che ich mich ja nicht selbst zu bemü­hen. Ich habe nicht nötig zu den­ken, wenn ich nur bezah­len kann; ande­re wer­den das ver­drieß­li­che Geschäft schon für mich über­neh­men. Daß der bei wei­tem größ­te Teil der Men­schen (dar­un­ter das gan­ze schö­ne Geschlecht) den Schritt zur Mün­dig­keit, außer dem daß er beschwer­lich ist, auch für sehr gefähr­lich hal­te, dafür sor­gen schon jene Vor­mün­der, die die Ober­auf­sicht über sie gütigst auf sich genom­men haben. Nach­dem sie ihr Haus­vieh zuerst dumm gemacht haben und sorg­fäl­tig ver­hü­te­ten, daß die­se ruhi­gen Geschöp­fe ja kei­nen Schritt außer dem Gän­gel­wa­gen, dar­in sie sie ein­sper­re­ten, wagen durf­ten, so zei­gen sie ihnen nach­her die Gefahr, die ihnen dro­het, wenn sie es ver­su­chen, allein zu gehen. Nun ist die­se Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie wür­den durch eini­ge­mal Fal­len wohl end­lich gehen ler­nen; allein ein Bei­spiel von der Art macht doch schüch­tern und schreckt gemei­nig­lich von allen fer­ne­ren Ver­su­chen ab.

PS: Der gan­ze Vor­gang wird noch merk­wür­di­ger (viel­leicht aber auch ver­ständ­li­cher), wenn man bedenkt, was dem Spre­cher der LO, Ste­phan Gri­gat, schon so alles vor­ge­wor­fen wur­de (Mel­dung vom 7.3. Mit­te oder ein­fach nach Gri­gat suchen).

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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