Sezession
3. Juni 2013

„Rechtsextremismusforschung“ einst und jetzt

Gastbeitrag / 16 Kommentare

studievon Manfred Kleine-Hartlage

Im Jahr 1981 veröffentlichte das SINUS-Institut eine im Auftrag der Bundesregierung erstellte Studie zur Verbreitung rechtsextremer Einstellungen in der BRD, die damals großes Aufsehen erregte, weil sie zu dem Schluß kam, 13 Prozent aller Wähler in der Bundesrepublik verfügten über ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild (Martin Greiffenhagen/SINUS-Institut: 5 Millionen Deutsche: "Wir sollten wieder einen Führer haben ...". Reinbek 1981).
Obwohl die problematischen Seiten dieser Art von Forschung auch damals schon deutlich hervortraten, wirkt sie auf den Leser, der das Buch im Jahr 2013 wieder in die Hand nimmt, wie ein Muster an reflektierender, differenzierender und objektiver Wissenschaft, verglichen mit heutigen Elaboraten der "Rechtsextremismusforschung". Wer den Absturz ermessen will, den die deutschen Sozialwissenschaften in den letzten gut dreißig Jahren erfahren haben, dem sei das Büchlein zur nostalgischen Lektüre empfohlen.

Heutige "Rechtsextremismusforscher" legen ihre Studien bekanntlich systematisch so an, daß bereits derjenige als "rechtsextrem" oder gar "menschenfeindlich", zumindest aber als verdächtig gilt, der sich nicht für Masseneinwanderung erwärmen kann und sich mit den Zielen des politischen Establishments und den Interessen von Minderheiten aller Art nicht vorbehaltlos identifizieren will.

Solche "Forschung", in deren trübem Licht der Rechtsextremismus schon deshalb immer bedrohlichere Dimensionen annehmen muss, weil die Definition stetig und willkürlich ausgeweitet wird - mittlerweile steht bereits die politische Mitte unter Extremismusverdacht - zielt erkennbar darauf ab, im fadenscheinigen Gewande von "Wissenschaftlichkeit" jeglicher nichtlinken Ideologie ein pejoratives Etikett aufzukleben. Sie verrät damit ein Wissenschaftsverständnis, das sich nicht von dem der Gesellschaftswissenschaften der DDR unterscheidet, die ganz offiziell einen politischen Kampfauftrag hatten, sich seiner Erfüllung bei jeder Gelegenheit rühmten und in ihrer klebrigen Servilität gegenüber der Obrigkeit erst von heutigen bundesdeutschen Rechtsextremismusforschern übertroffen worden sind.

Die Stärke der damaligen Studie war ihr empirischer Ansatz: Statt vorab eine rein ideologisch deduzierte Meßlatte zu definieren, der zu entsprechen hat, wer als unverdächtig gelten will, erhoben die Forscher zunächst die Einstellungen von Menschen, die unzweifelhaft tatsächlich der extremen Rechten angehörten, verglichen diese Einstellungen mit denen einer zufällig ausgewählten Kontrollgruppe, filterten daraus Einstellungen, die als Syndrom, d.h. in ihrer Gesamtheit Rechtsextremisten trennscharf vom Rest der Gesellschaft unterschieden, und begannen erst dann, also nachdem sie ihre Skala empirisch validiert hatten, die Verbreitung dieses Syndroms in der Gesamtbevölkerung zu messen.

Jede Methode hat ihre Schwächen, auch diese: Politische Ideologien sind immer zugleich eine spezifische Art, Wirklichkeit zu beschreiben. Forschungen, wie die beschriebenen fassen ideologische Einstellungen implizit als Eigenschaften der Personen auf, die diese Einstellungen haben, nicht aber als Spiegel und Resultat gesellschaftlicher Realitäten. Gerade in der Extremismusforschung wäre zu fragen, welche gesellschaftlichen Entwicklungen bestimmte Formen ihrer ideologischen Rezeption plausibel wirken lassen, d.h. in welchem Verhältnis die Ideologie zur Wirklichkeit steht.

Den Bezug zur gesellschaftlichen Realität stellte auch die SINUS-Studie nur in beschränktem Umfang her, indem zum Beispiel Statusängste, Arbeitslosigkeit und ähnliche sozio-ökonomische Faktoren als denkbare Erklärungsvariablen für die Entstehung von Rechtsextremismus aufgeführt wurden. Die Studie wies, mit anderen Worten, einen deutlichen Hang zu marxistisch inspirierten Erklärungsmustern auf. Außerdem griffen die Autoren, obwohl sie ihre Distanz zur "Faschismusforschung" in der Tradition der Frankfurter Schule betonten, gelegentlich auf deren psychoanalytische Erklärungsmuster zurück, ohne deren Tragfähigkeit hinreichend zu prüfen, und spickten ihre Ausführungen mit moralischen Wertungen, die in einem sozialwissenschaftlichen Text nichts zu suchen haben.


 Gastbeitrag

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Kommentare (16)

Julius
3. Juni 2013 10:06

Die linke Sicht auf die Rechte(n) ist voller Widersprüche. Wie Günter Maschke pointiert formuliert hat: Der Gegner ist häßlich, dumm, widerlegt, lächerlich, aber gleichzeitig ungemein gefährlich. Da man ihn nicht versteht ist er "irrational".

Ein Grund für den hier aufgezeigten Wandel der Einstellung gegenüber Konservativen (Burschenschaften) usw. dürfte im psychoanalytischen (freudomarxistischen) Ansatz liegen: Der Beobachter erkennt und weiß besser, was der Beobachtete denkt und will, als dieser selbst. Wenn also ein Liberalkonservativer (zB Burschenschafter) erklärt, er sei der FdGO verbunden, so ist dies für den Linken entweder eine taktische Lüge oder zumindest eine Fehleinschätzung.

Die linke Revolte und ihr Freudianismus und Marxismus war - vor allem am Beginn - auch der mehr oder weniger getarnte Angriff einer sich als neue Elite verstehenden Generation von Intellektuellen (zB Frankfurter Schule) gegen eine alte. (An Vilfredo Paretos Kreislaufs der Eliten und an Gaetano Mosca sei erinnert.)

Heute haben die 68er den Marsch durch die Institutionen erfolgreich abgeschlossen, da muß sich ihr geistiges Gefolge sich nicht mehr besonders anstrengen. Bekanntlich haben die linken Denker, von Marx angefangen, für den real existierenden Proletarier wenig mehr als Verachtung übrig gehabt. Wenn der Unterschichtler dann noch dazu politisch unpassende Ansichten vertritt, wird schnell in gehässiger Art über vermeintliche oder tatsächliche sozioökonomische Unzulänglichkeiten wie "Dumpfheit" und "Verlierertum" am „Stammtisch“ hergezogen, die doch eigentlich Qualifikationen als Liebesobjekte der Linken darstellen sollten.

Daß Meinungsfreiheit natürlich nur für Linke gilt (weil "Faschismus" bekanntlich keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist) und Gewalt gegen "Faschisten" hochmoralische Zivilcourage ist, wissen wir ja schon lange. Solche Studien dienen dazu, möglichst autoritativ festzulegen, wer und was "faschistisch" ist.

Interessant wäre mal eine Studie über die "Verbreitung rechtsextremer Einstellungen" bei MenschInnen mit Migrationshintergrund. Kommt natürlich nicht, weil sogar die Linken wissen, was dabei herauskäme.

John Haase
3. Juni 2013 11:03

Einen ähnliches Gefühl des geistigen Verfalles beschleicht mich immer, wenn ich das Spiegel-Interview mit Ernst Jünger anfang der Achtziger lese.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14347117.html

Die Fragesteller sind dem Jünger gegenüber keinesfalls positiv eingestellt und nehmen ihn ganz schön in die Mangel (natürlich erfolglos).
Man merkt aber, daß sie sich ernsthaft mit den Schriften Jüngers beschäftigt haben, sie sind in der Lage dazu Fragen zu stellen, auf die Jünger interessante Antworten geben kann.

Ein solches Interview wäre im heutigen Spiegel völlig undenkbar. Erstens würde man so jemanden wie Jünger heute gar nicht mehr auf diese Weise zu Wort kommen lassen und zweitens kann man sich nur schwer vorstellen, daß der typische Journalist von heute überhaupt in der Lage wäre so ein Interview zu führen.

Die herrschende Elite in Deutschland, diese Melange aus Journalisten, Politikern, Professoren, Lehrern usw, hat geistig abgewirtschaftet. Spätestens seit Mitte der neunziger Jahre ist der Bankrott offensichtlich, was wir heute sehen ist nur noch Konkursverschleppung. Man sieht das auch daran, wie mit Kritikern von innerhalb umgegangen wird: eigentlich müßte man froh über jemanden wie Sarrazin sein, sind sie doch so etwas wie die letzte Chance des Systems sich aus sich selbst heraus zu erneuern. Stattdessen schlägt man ihn öffentlich ans Kreuz und diffamiert ihn als rechts. Lächerlich.

Nur in diesem Zusammenhang sind armseelige Gestalten wie die zeitgenössischen Rechtsextremismus-Experten überhaupt denkbar. Schon das Wort spottet jeder Beschreibung.

Luise Werner
3. Juni 2013 11:23

"Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" kontere ich mit
"Eine Meinung als Verbrechen zu bezeichnen ist Faschismus".

[Vielen Dank, das merke ich mir für passende Gelegenheiten. M.K.-H.]

Irrlicht
3. Juni 2013 11:31

Nach welcher Methode wurden in der SINUS-Studie diejenigen Personen ausgewählt, die "unzweifelhaft tatsächlich der extremen Rechten" angehörten? [Sie gehörten Organisationen wie der NPD oder der Wiking-Jugend an. Im Falle eines Irrtums, das heißt wenn diese Organisationen nicht rechtsextrem (gewesen) wären, wäre die Konsequenz, dass es so etwas wie "Rechtsextremismus" überhaupt nicht gibt. M.K.-H.] Ohne eine vorgängige und wegen der Vagheit des Begriffs ideologisch präformierten Definition von "rechtsextrem" wird auch diese Studie nicht ausgekommen sein. Hier beißt sich die Schlange in den Schwanz. Und wie läßt sich "wissenschaftlich" aus dem Vergleich der Überzeugungen der Gruppe der "Rechtsextremen" mit einer zufällig (eine Zufallsstichprobe im Sinne der math. Statistik?) gewählten Kontrollgruppe ein System von Überzeugungen gewinnen, das in seiner Gesamtheit trennscharf "Rechtsextreme" von Normalos unterscheidet? Objektiv erscheint das kaum möglich. Methodisch besser als heutige Studien scheint auch die damalige SINUS-Studie nicht gewesen zu sein, eher schlechter, weil sie die zugrunde gelegte Definition von "rechtsextrem" nicht offenlegt.

Martin
3. Juni 2013 12:09

Damals (1981) waren konservative und auch rechte Positionen ja auch durchaus noch in breiten Kreisen gesellschaftsfähig. Wenn man sich nur einmal an die CSU von damals erinnert, dann hat die heutige Partei damit nur noch recht wenig zu tun (selbiges dürfte für die CDU auch gelten).

Die damaligen Studienersteller konnten an diesen Fakten daher auch nicht vorbei schreiben oder bei ihren Maßstäben darüber hinweg bügeln, sonst hätte es deutlichen Ärger gegeben.

Ein schöner Satz aus der oben zitierten Studie ist dieser:

In schroffem Kontrast zu Rechtsextremen betrachten Konservative Menschenrechte, Gewissensfreiheit, Rechtsstaat usw. als „Errungenschaften der großen westlichen Revolutionen“, die es zu bewahren gilt. Rassismus ist der konservativen Vorstellungswelt ebenfalls fremd.

Mit der mehr oder weniger Eliminierung des rechten und konservativen Denkens aus der gesellschaftlichen Diskussion gingen aber leider auch auf rechter/konservativer Seite die oben zitierten Ansichten teilweise zurück - auf den linken Druck erfolgte zum großen Teil eine "Anpassung" und eine gewisse Form der Radikalisierung des verbliebenen Restes, insbesondere bei den neu sich dafür interessierenden bzw. so fühlenden Jüngeren, die diese "alte Zeit" nicht kennen und auch nicht kennen können.

Nordländer
3. Juni 2013 13:53

"Heutige „Rechtsextremismusforscher“ legen ihre Studien bekanntlich systematisch so an, daß bereits derjenige als „rechtsextrem“ oder gar „menschenfeindlich“, zumindest aber als verdächtig gilt, der sich nicht für Masseneinwanderung erwärmen kann ..."

Da hat jemand also nicht alle über sieben Millarden Menschen ganz dolli lieb.
Z.B. die Menschen aus der CSU oder die Menschen, die Bänker sind oder all jene Menschen, die hier zu viele außereuropäische Menschen in unsere Länder gelassen haben.

M.E. ist das Potential, Menschen gegenüber feindlich gesinnt sein zu können, ein gutes Zeichen, daß der Betroffene noch am Leben ist und einen gesunden Selbsterhaltungstrieb besitzt.

@ Luise Werner

„Eine Meinung als Verbrechen zu bezeichnen ist Faschismus“.

Und was ist Faschismus?

Mal ketzerisch und ein wenig zugespitzt gefragt: Heißt (Rechts-)Knservativsein nicht vor allem, immer brav zu apportieren, wenn die Feinde unseres Europas - die Globalisten und deren nützliche Idioten, die Linken - einen semantischen Dreckklumpen geworfen haben?

Um diesen dann auf die Rechtsextremisten zu werfen?

Gibt es überhaupt viele echte Antirassisten, aus wirklich allerinnerster Überzeugung, die es gruselig fänden, wenn Ihre Kinder und Enkelkinder wieder so langweilig hellhäutig würden oder gar noch blondhaarig, wie man selber leider schon ist, wenn man in den Spiegel schaut?

Nihil
3. Juni 2013 15:20

@Luise Werner: Und ich dachte immer - Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Versprechen.

Der BRD-Gott FDGO ist tot. Und die Linke hat ihn getötet. Jetzt wird weiterhin die linksliberalistische Willkür regieren, bis jemand eine neue Ordnung etabliert. Bis dahin ist keine Milde, aber auch wirklich gar keine von den Etablierten zu erwarten. Ein echtes Zurück zur konsensualistischen FDGO (jenseits von geduldigem Papier) ist in Anbetracht der Gesamtlage nicht mehr möglich, dazu wurde zu viel zerstört. Bitte dies auch den "Bürgerlichen" auszurichten.

eulenfurz
3. Juni 2013 16:43

...ein Wissenschaftsverständnis, das sich nicht von dem der Gesellschaftswissenschaften der DDR unterscheidet, die ganz offiziell einen politischen Kampfauftrag hatten...

Soviel Verschwörung muß man hier noch nicht einmal wittern. Es geht der Rechtsextremismus-Alarmindustrie zunächst um handfeste monetäre Gründe: Je größer die Angst der Masse bzw. der potentiellen Geldgeber vor einem aufgeblasenen Nazi-Gespinst, desto sicherer die Alimentierung hunderter Posten und Pöstchen aus Steuergeldern.

Und so ist es auch naheliegend, daß bspw. Rechtsextremismus-Experten wie Toralf Staud plötzlich zu Klima-Experten mutieren, wenn das Geschäft mit der Angst dort gerade einträglicher erscheint.

Gustav Grambauer
3. Juni 2013 16:49

Sehr geehrter Herr Haase,

"Die herrschende Elite in Deutschland, diese Melange aus Journalisten, Politikern, Professoren, Lehrern usw, hat geistig abgewirtschaftet."

... und nach dem Abwirtschaften werden Myriaden von rechtsintellektuellen Lichtgestalten aus ihren physischen und virtuellen Gefängniszellen befreit und bringen Deutschland in drei Monaten wieder in Form.

Falls Sie so träumen sollten, und es klingt so, träumen Sie weiter ...

Jedes Volk bekommt die herrschende Elite, die es verdient; sie ist sein Spiegel.

"Woran liegt die desolate Lage der intellektuellen Rechten in Deutschland?

Maschke: Die Rechte ist ein rein mikroskopisches Phänomen, man muß sich sogar fragen, ob es überhaupt noch eine Rechte gibt. Ich glaube, Ernst Jünger hat einmal gesagt, daß es seit der Affäre Dreyfus keine Rechte mehr gibt. Auch die Rechte glaubt heute an die Volkssouveränität und sie ist sogar vulgär-rousseauistisch: das Volk ist gut. Bei ihr ist aber nicht der Kapitalismus schuld, sondern die Vergangenheitsbewältigungsindustrie oder die Alliierten oder das korrupte Fernsehen. Doch muß man wohl zugeben, daß das deutsche Volk seelisch und intellektuell völlig verkrüppelt und heruntergekommen ist; es ist um keinen Deut in einem besseren Zustand als die politische Klasse. Das wagt die Rechte auch nicht zu sagen. Viele Dinge, die als rechts gelten, sind es keineswegs – man denke nur an die seltsame Liebe vieler Rechter zu unserem Grundgesetz, an die Fata Morgana eines rechten Verfassungspatriotismus! Die Rechte bei uns spricht gerne über Metapolitik, landet aber nur in einer sehr kurzatmigen Bildungshuberei. Man begnügt sich mit einer Collage des rechten und konservativen Bildungsgutes der Vergangenheit – aber zu Discountpreisen. Drei Seiten hierüber, zwei Seiten darüber, da ist eine wirkliche rechte Häppchenkultur entstanden. Man sieht nicht den Sinn ambitiöser, strenger theoretischer Arbeit, man will rasch zu Potte kommen und wird es nicht, weil keine Ausmessung der Krise, der wahrhaft furchtbaren seelischen und spirituellen Situation des modernen Menschen geleistet wird, die alles Politische übersteigt."

Ein altes Interview, das ich neulich aufgestöbert habe, insgesamt äußerst lesenswert.

https://www.jungefreiheit.de/Archiv.611.0.html?jf-archiv.de/archiv/45aa5.htm

Mit freundlichen Grüßen

- G. G.

PB
3. Juni 2013 17:01

Solange Michael Klonovsky noch für den FOCUS arbeiten darf, besteht weiterhin Hoffnung für die Meinungs- und Pressefreiheit.

https://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/archaisches_machotum_ehrpusselig_dummstolz_arbeitsunwillig_bildungsverachte

Gustav Grambauer
3. Juni 2013 17:09

Post Scriptum ad Herrn Haase

... und mir komme bitte niemand mit dem Ganztagsschulen-Sozi Sarrazin, dessen Erfolg bei Bertelsmann nur damit zu erklären ist, daß die "Elite" den Kalergi-Plan ("Integration") aufgrund der sich als undekadentierbar erwiesenen Ehrbegriffe der Moslems als gescheitert ansieht und deshalb ziemlich genau in der Zeit in Richtung Huntington zu arbeiten begonnen hat.

- G. G.

D. Kadent
3. Juni 2013 19:42

Ich gebe eulenfurz Recht. Diese "Rechtsextremismusexperten" sind MINT-ferne Soziologie-Studenten, die nichts anderes gelernt haben, als heiße Luft zu emissieren. Das ist eine riesige Industrie, die wollen alle ernährt werden. Ich kenne genug von den Typen. Die werden in ihren Studien niemals feststellen, dass echter Rechtsextremismus marginal ist, weil sie sonst schlicht überflüssig wären. Je weniger echte Rechtsextremisten es gibt, desto mehr muss der Begriff eben ausgedehnt werden, sonst verdienen sie keine Brötchen mehr.

Interessant ist, dass in solchen Studien der Rechtsextremismus türkischer "Grauer Wölfe" nie vorkommt.

Nihil
3. Juni 2013 20:52

Die Betroffenheitsindustrie ist sicherlich auch monetär induziert, aber eben nicht nur. Da gibt es durchaus eine Überzeugungstäterschaft in Tateinheit mit gewöhnlicher Korruption. Sonst bräuchten wir ja gar keine Metapolitik, sondern bloß die Geldquellen dichtmachen. Etwas dass sich sogar mit Parteipolitik lösen ließe. Leider ist es nicht so einfach. Aber die "Überzeugung" der Meisten (wie immer!) korreliert sicherlich mehr oder minder mit der Einkunftshöhe. Wenn dann aber noch das Wertesystem zu Ungunsten derartiger Tätigkeiten verschoben wird, bleibt so gut wie keiner mehr übrig (insbesondere bei den ach so konformistischen Deutschen). Was und wer dann noch übrig bleibt, das kann man an der politischen Rechten sehen. Hier arbeiten nur noch jene die soziale Ächtung ertragen und Geld auf selbstbestimmte Weise verdienen können.

Maschke hat recht. Und genau hier müsste man gnadenlos gegen jede P.C. von "rechts" angehen - die es leider genau so gibt. So unschöne Tatsachen anzusprechen, da laufen die meisten Konservativen ja schon davon - stört irgendwie das ideal zusammengezimmerte Weltbild.

Zadok Allen
3. Juni 2013 21:04

Aus tiefster Überzeugung lehne ich die Links-Rechts-Gesäßgeographie ob ihrer himmelschreienden Obsoletheit ab, bin mir freilich der Tatsache bewußt, daß sie zu vielen interessierten Seiten zum Köcheln der eigenen Süppchen dient, als daß mit ihrer Überwindung in absehbarer Zeit zu rechnen wäre.

Ich halte es jedoch für ein fatales Symptom, daß die europäischen Völker angesichts völlig veränderter sozialer und geostrategischer Realitäten nach wie vor mit einer politischen Begrifflichkeit operieren, die vielleicht zuletzt vor 150 Jahren noch einigermaßen trennscharf die Wirklichkeit abzubilden vermochte.

Darin bekundet sich nichts anderes als die schlimme Realität, daß die Völker Europas in den vergangenen einhundert Jahren von Subjekten zu Objekten der Weltgeschichte geworden sind. Wer keine realen Möglichkeiten hat, noch Einfluß auf die politische Wirklichkeit zu nehmen, benötigt eben auch keine sachorientierte politische Fachsprache mehr.

Eine besondere Delikatesse stellt allerdings, worauf Nordländer richtig hinwies, der zeitgeistige Verzweiflungsbegriff der "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" dar. Als ob es nicht ein Wesensmerkmal des Menschen wäre, soziokulturell definierten Gruppen der eigenen Spezies gegenüber feindlich (und freundlich) eingestellt sein zu können, im Gegensatz zum Tierreich, welches allenfalls in Rudelstrukturen Rudimente vergleichbarer sozialer Ordnungen aufzuweisen hat.

"Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit": Ein Begriff, der sich in sich selbst verschlingt, denn kaum gebraucht man ihn als "Vorwurf" an eine bestimmte Gruppe (die pöhsen Nazies), so wird er sogleich auch als "Vorwurf" dem "Kläger" gegenüber wirksam. Es würde mich zudem einmal interessieren, was die Wortführer des "Vorwurfs" eigentlich mit den "gruppenbezogen Menschenfeindlichen" zu tun gedächten.

Ich gehe wohl nicht ganz falsch in der Annahme, denjenigen, die den "Vorwurf" erheben, den Wunsch zu unterstellen, den so Inkriminierten die Gattungszugehörigkeit abzusprechen. (Vielleicht kommen diese ja noch zum Zuge, wenn demnächst den Primaten "Menschenrechte" zuerkannt werden.)

John Haase
4. Juni 2013 00:28

@ Grambauer
1. Niemand hat behauptet besagte Eliten hätten politisch abgewirtschaftet, geistig ja, politisch noch nicht.
2. Eben weil Sarrazin ein Sozi ist (wie er natürlich selbst weiß) hätten ihm die "Eliten" um den Hals fallen müssen. Da sie aber völlig bescheuert sind, haben sie ihn stattdessen exorziert,
3. Eine rechte Bewegung wird zwangsläufig scheitern, sei sie nun intellektuell oder nicht. Die Zersplitterung des Volkes in Fokusgruppen wie Christen, Arbeiter, Beamte, junge Großstadtfrauen, Bauern etc. wird ja nicht deswegen betrieben weil alle diese Milieus so besonders gegensächliche Interessen hätten sondern weil es den noch immer herrschenden Eliten hilft, die recht willkürlich definierten Gruppen gegeneinander auszuspielen und sich dann als deren Vertreter zu präsentieren. Diese Eliten segeln dabei aus guten Gründen nicht unter dem Begriff "links" auch wenn historisch einiges dafür spricht sie so zu nennen. Eine Gegenbewegung muß versuchen, das gesamte Volk einzubinden und es nicht von vornherein aufzuspalten. Die Rechte kann dies nicht, weder die klassische noch die moderne.

Götz Kubitschek
4. Juni 2013 10:28

so, jetzt ist wieder gut!
dank und gruß, gk.

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