Sezession
14. Juni 2013

Wir lieben Tiere

Ellen Kositza / 23 Kommentare

antispeziesDaß unser Garten in dieser Woche geradezu schlagartig von gelb auf violett gewechselt hat, ist fraglos schön. Es blühen: Nachtviole, Akelei, Lavendel, Salbei, Enzianbäumchen. Eine lila Pracht, die einzigen gelben Farbtupfer liefern noch die mächtigen Rosenbüsche (uralte, heimische Sorte, dermaßen stachelig, daß man an den Notarzt denkt, wenn das ein oder andere Kind mal reinfällt), die duftmäßig mit den Nachtviolen konkurrieren sowie die blutjungen Entenküken (28) und Hühnerküken (2, leider bloß).

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Wermutstropfen: Das Geschrei während der Mahlzeiten. Nicht, daß die Sonne uns über die Maßen aggressiv machte, nein, wir müssen nur die Fliegen übertönen, falls wir uns beim Essen unterhalten wollen. Was nicht unbedingt ratsam ist. Die Biester fliegen auch mal in einen zum Sprechen kurz geöffneten Mund.

Unsere Haustiere wohnen ziemlich weit von der Küche entfernt, und weil unser Kühlschrank  Ende April auch wieder angestellt wurde, kann es an rumstehenden Lebensmitteln nicht liegen. Scheint einfach ein Fliegenjahr zu sein. Andere Jahre waren Mäusejahre, Schneckenjahre, Schnakenjahre, diesmal also die Stubenfliege als Extremplage.

Diese Klebestreifen zum Fliegenfang kannte ich bis zu meinem 28. Lebensjahr nur von Besuchen im ländlichen Schlesien, und da hatte ich immer wahnsinniges Mitleid mit den Menschen, die so ein Zeug in ihre Stube hängen müssen. Wir haben vorgestern ein halbes Dutzend dieser häßlichen Leimbänder in der Küche aufgehängt. Da waren sie noch braunbeige. Heute sind sie allesamt schwarz. Also Nachschub! Im Netz stoße ich statt auf Kauftips auf ethische Bedenken. Elektrische Fliegenklatschen gelten als zeitgemäß, die bescherten einen schmerzlosen Tod - falls das überhaupt sein müsse. Fliegen tun doch keinem weh! (Ich rechne kurz hoch und sehe mich dreieinhalb Stunden täglich mit einer elektrischen Klatsche durch die Küche wedeln.) Eine sogenannte userin stört sich

immer ein bisschen daran, wenn man das "Lebensrecht" eines Tieres davon abhängig macht, wie nützlich es für Menschen ist. Fliegen haben auch ihren Sinn, die Frage, ob etwas "Ungeziefer" ist oder "Unkraut", betrifft doch nur die Wahrnehmung des Menschen, wie gerne er etwas um sich hat. Finde ich als Maßstab denkbar ungeeignet. Für meinen Geschmack sind diese Klebedinger schon widerlich - und ich finde es auch nicht so schön, wenn sich die Tiere daran zu Tode quälen.

Nein, wer fände das auch wirklich „schön“? Wenn sich eine Fliege am Leimband gerade zu Tode quält – und das tun sie in unserer Küche eigentlich laufend – ist das in der Tat markerschütternd. Schrillster Ton! Nur, was tun, wenn die Entscheidung für diese Fallstricke schon mal gefallen ist? Raufklettern in Deckennähe? Das arme Lebewesen entfernen? Ihm, da es aller Wahrscheinlichkeit den Rest seines Lebens als Schwerbehinderte/r mit Klebfüßchen verbringen müßte, einen raschen Tod bereiten? Wie eigentlich? Zudrücken, dabei selbst klebenbleiben? Es möglichst zärtlich entfernen und ein abgeschirmtes Hospiz für davongekommene Leimbandopfer errichten?

Oder Frösche halten, um einen natürlichen Kreislauf herzustellen? Genau, hab ich versucht. Ehrlich gesagt: nein, es ging mir nur um den pädagogischen Effekt. Ich habe nämlich eine Handvoll Kaulquappen aus dem Löschteich entnommen, grob geschätzt ein Millionstel des Bestands. Kenn ich selbst noch aus dem Kindergarten, da stand im Frühsommer oft so ein kleines Aquarium mit Kaulquappen rum. Die bekamen irgendwann Beinchen, und noch später, als kleine Frösche, durften wir sie aussetzen. Nun hatten wir hier wieder Kaulquappen in einer Babybadewanne. Entwickelten sich gut, aber womit füttern, damit es auch artgerecht ist? Das Internet kennt die Antwort: gar nicht, und wer auch nur fragt, der hat kein Herz und keine Sensibilität.

Seit 1980 ist die Entnahme von Amphibien in jeder Lebensform – sei es als ausgewachsenes Tier, sei es als Kaulquappe – gesetzlich untersagt und kann sogar als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen geahndet werden.

Logisch haben wir die Quappen sofort zurückgesiedelt. Das Töchterchen patschte bei der Befreiungsaktion mit den Gummistiefeln knöcheltief ins Wasser. Ihre Spuren hinterließen mindestens zehn Tote, unschöner Anblick. Es fielen harte Worte, es gab Tränen. Zum Glück war kein Kamerateam dabei und keine Polizei. Hätte teuer kommen können!

Ja, es beschämt mich letztlich immer sehr, wenn ich ratsuchend in tierischen Belangen nach Hilfe im Netz suche, was sommers häufiger der Fall ist.

Jungvogel orientierungslos auf der Landstraße aufgelesen, ein monströses Tierchen, leicht verwundet. Ein verflogener Albatros meine ich, oder wenigstens ein Geier. Kornweihe, urteilt der Mann. Die Bildersuche ergibt keinen Aufschluß, also was füttern? Körner, Würmer, Ei? Einschlägige Vogelforen müssen solche Anfragen laufend beantworten. Typische Antwort: Bring den Vogel zu einer Vogelaufzuchtsstation in deiner Nähe. Entgegnet ein Ratsuchender, die nächste Jungvogelstation sei 65 km entfernt, dann ist das exakt die falsche Antwort. Ob 65 km wohl zu viel sind, um ein Leben zu retten? Das müsse man dann schon mit seinem Gewissen vereinbaren, das könne man gut & gerne Unterlassene Hilfeleistung nennen.

Der Ton ist meist der gleiche. Ich bin eine geprüfte Tierforenleserin: Was, deine Ziege hat ihre erste Geburt, du bist unsicher und rufst nur deshalb nicht um professionelle Hilfe, weil Wochenende ist und kurz vor Mitternacht?! Du solltest keine Tiere halten! -- Wie, du willst deinen krebskranken Hund nicht operieren lassen, nur weil er schon 16 Jahre alt ist und dir 600 Euro zu viel sind?!Bin gespannt, wie das bei deinem Lebensende sein wird!!!

Undsoweiter. Wir Deutschen sind extrem tierfreundlich. Eigentlich ein hübscher Zug. Anläßlich der Fliegenplage und dem im Raum stehenden Quälereivorwurfs hab ich mal nachgeschaut, wie es wäre, wenn sich ein anderes Lebewesen breitmachen würde, das nicht gewünscht wäre, nämlich ein menschliches.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (23)

Carsten
14. Juni 2013 09:02

Passt doch perfekt zum asymetrischen Humanismus der Linken: Buchstäblich »keiner Fliege etwas zuleide tun« können (außer, wenn Moslems Schafe schächten wollen), aber »No tears for Krauts« brüllen. Linke Ideologie ist nun mal menschenverachtend.

Gustav Grambauer
14. Juni 2013 09:25

Sehr geehrte Frau Kositza,

manche könnten meinen, die Kampfzone der "Political Correctness" würde nach und nach auf das Tierreich ausgeweitet werden. Aber sie war vonvornherein konzeptuell darauf angelegt.

Die besondere Tierliebe der Deutschen trifft sich sowieso mit einer besonderen "Liebe" zur Ideologie. Welche Ideologie ist das in dem Fall? Es ist dieselbe, die auch der herkömmlichen PC zugrunde liegt: die spirituelle Weltkonzeption des "Integralismus" (dessen Gerinnungsprodukt ja letztlich z. B. die "Integrations-" und immer mehr "Inklusions"-Industrie als solche ist). Auch die abgedroschenen Phrasen, mit denen man tagtäglich unsere Selbstachtung und unseren Intellekt beleidigt, wie "holistisch" / "ganzheitlich", "nachhaltig" usw. wurzeln letztlich in dieser Konzeption, ebenso beispielsweise die Zumutung der sogenannten - und immer mehr sich institutionalisierenden - "Gewaltfreien Kommunikation" (GfK) nach Rosenberg

htp://d.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation

und bis hin zu den allseits bekannten "postmodernen" Auswüchsen des Völkerrechts.

Zur selben Zeit als in Paris sich das niedere jakobinische "Lumpenproletariat" (Definition Marx) à la Cohn-Bendit auf den Barrkiaden austobte, während in West-Berlin Mischa Wolf (ergo die HVA ergo die Moskauer Dscherschinski-Tradition) Ohnesorg für die nach Provokationen gierende Babyboomer-Massenseele "opferte", während die "Kleinzüchter"* der Frankfurter Schule ihre Schreber-Parzellen in der "Kulturindustrie" annektierten (und deren Aufblähung ins Unermeßliche einleiteten), während ganze Herden der "Diederich Heßlings von der linken Couleur" ihre "Ochsentour" "durch die Institutionen" antraten usw. - steckten die "Großzüchter"* z. B. in Big Sur

htp://d.wikipedia.org/wiki/Esalen

fast unbemerkt von der breiteren Öffentlichkeit die Strategie für das ganz große, für das 21. Jahrhundert konzipierte Umerziehungsprogramm ab: die "flächendeckende", möglichst frühkindliche Initiation in den Kult Luzifers, der keine Seele auf diesem Planeten entkommen darf. Geostrategisch handelt es sich dabei nicht zuletzt um einen Zangengriff auf das mitteleuropäische Wesen, von Asien (und dabei insbesondere Indien) und Nordamerika her. Die Werke Alice Baileys oder die Google-Suche nach dem Meditationsraum im UN-Hauptquartier oder Benjamin Creme bringen einigen Aufschluß darüber, der grassierende Yoga-Eifer im Westen zeugt davon, aber die m. E. interessantesten "Multiplikatoren" (um den Jargon aufzugreifen) dafür sind insbesondere unter Natur- und "Grenz"-wissenschaftlern im Spektrum Capra - Wilber - Sheldrake zu finden.

htp://d.wikipedia.org/wiki/Fritjof_Capra
htp://d.wikipedia.org/wiki/Ken_Wilber
htp://d.wikipedia.org/wiki/Rupert_Sheldrake

Ich habe noch nie gehört, daß irgendjemand aus diesem Dunstkreis jemals auch nur ein leises Wort in Richtung Lebensschutz, zumal für weiße Ungeborene, gesagt hätte, obwohl Sheldrakes Untersuchungen des sogenannten "morphogenetischen Feldes" sofort die ganzen Abgründe aufzeigen würden. Aber dies würde bei der Durchsetzung der eigentlichen Ziele in praktischer Hinsicht stören. An kleiner anderen Stelle tritt die ganze Heuchelei so offen zutage.

Hier ein Zitat von Wilber:

"Das Weltumfangende und seine pluralistische Weltförderation können nur von den Einzelnen gesehen, verstanden und mit Inhalt gefüllt werden, die bereits eine universale Schau-Logik entwickelt haben und erkennen, daß die neue Ressourcenknappheit nicht nur den materiell-ökonomischen Bereich betrifft, sondern die Ressource eines Lebenssinns, der nicht mehr in Ich oder im Stamm, in Rasse oder Nation zu finden ist, sondern als seinen Kontext und Zielpunkt eine Weltkultur hat, in der das Blut der Einen Menschheit strömt und das Herz eines sehr kleinen Planeten schlägt, der jetzt um sein Überleben ringt und seiner eigenen Erlösung zu einem tiefen und wahren Morgen harrt."
(...)
- G. G.

Dieser seinem Wesen nach okkulte Krieg ist von unserer Seite NIEMALS allein mit ressentimentgeladener Abwehr der PC, mit verfeinerteren philosophischen Reflexionen über diese auf allein auf metapolitischer Ebene oder mit "identitärem" Aktionismus ohne konsequente eigene spirituelle Vertiefung, gern auch beispielsweise auf Grundlage des Germanischen Alt- oder Neuheidentums, zu gewinnen.

Rumpelstilzchen
14. Juni 2013 10:00

Zuerst, auch mein Garten hat diese Woche schlagartig auf violett gewechselt, vor allem durch die vielen Fingerhüte.

Ja, wir Deutschen sind extrem tierfreundlich.
Sogar die Bundestagsabgeordneten wollen ihre Köter laut BILD jetzt mit in den Reichstag nehmen. Über die Hunderasse ( oh je ,Rasse) kann dann Wahlkampf gemacht werden. Der schwule grüne Abgeordnete hat ein süßes Hundili, der kernige CSU-ler einen Rottweiler, usw.)
Erreicht man damit aber die muslimischen Wähler, die Allah sei Dank, Kinder noch mehr mögen als Hunde ?
Da wäre auch noch der vegane Mann meiner linken Freundin. Hat keine Probleme mit der Abtreibung oder der Halal-Schächtung, aber mag auch nicht die Leim-Fliegenfänger. Tierquälerei.
Was mir damals als Bundesbürger positiv in der DDR auffiel, war, dass es kaum Hunde gab. Dafür aber mehr Kinder bei jungen Eltern.
Das mit den wenigen Hunden lag wohl am fehlenden Hundefutter. In Dosen gab es das ja gar nicht. Nach der Wende schnellte dann die Anzahl der Hunde in die Höhe, die Kinderanzahl sank auf Tiefststand.
Ich vermute übrigens, daß auch die Tierfreundlichkeit bei der Rechten ein Lackmustest für die eher nihilistische, heidnische, christliche, germanische oder sonstige Gesinnungsnuance ist.
Sag mir, welches Tier Du hast, und ich sage Dir, wo Du stehst.

Ansonsten: "laßt uns Tauben vergiften im Park"

Antwort Kositza: Volle Zustimmung! Ich erinnere mich an eine Reportage von Christoph Dieckmann, deren Tenor ungefähr so war: Bald nach der Wende kam ein Chappi-Vertreter in den dörflichen tante-Emma-Laden. Die Tante Emma zeigte ihm einen Vogel. "Bei uns essen die Hunde nichts aus Dosen. Die kriegen Fleischreste und was vom Essen so übrigbleibt. Kein Mensch würde bei uns Hundefutterdosen kaufen, das könnse glatt vergessen." Nur Monate später verweigereten dort im Dorf und überall in der Ex-"Zone" allenfalls rückständigste Barbaren ihren Viechern die Dosennahrung...

Zamolxis
14. Juni 2013 10:29

Eine gesunde Fledermaus sollte das Fliegen-Problem lösen müssen.

https://www.meinnaturgarten.de/naturnah/ge-fressen.html

Luise Werner
14. Juni 2013 11:00

Großstadt. Vier Kinder. Der Kampf ums Haustier ist zäh und dauerhaft. Bisher halte ich die Stellung, also: Haustiere: null .
"Tierisches" gibt es dann immer bei den Großeltern.

Vielen Dank an Ellen Kositza für diesen Beitrag. Obwohl eigentlich beschwingt und froh geschrieben, so erzürnt er mich nicht viel weniger, als die allermeisten Beiträge, die ich hier lese. Ist schon manchmal hart, in einer völligen politischen "Diaspora" zu leben.

Saejerlaenner
14. Juni 2013 11:19

Alles eine Frage der Perspektive.

Biete hier zum Lesen einen netten Aufsatz über die Verteidigung des Federgeistchens an: https://tinyurl.com/macv2f4 ;)

Antwort Kositza: Sehr kluger Aufsatz. Und ein hochsympathisches Tier, das Federgeistchen! Hat meine Solidarität.

Biobrother
14. Juni 2013 12:23

Ein (halbwegs naturbelassener) Garten ist wohl zurecht ein Symbol des Lebens. Leider hab ich in meiner Stadtwohnung keinen, aber bei Besuchen im Elternhaus sitzen wir, wenn es das Wetter eben zulässt, auf der Terrasse und erfreuen uns an den zahlreichen Pflanzen, derzeit v.a. an einem etwas verwilderten Rosenbeet und einem alten Kirschbaum, der offenbar reich tragen wird. Und natürlich an den zahlreichen Tieren, die immer wieder zu Besuch kommen: Amseln, ein paar Tauben, zwei Elstern, allerlei Kleinvögeln, Meisen, Buchfinken, Rotkehlchen, einem Zaunkönig, der unmittelbar an der Terrasse sein Nest in einem Wacholderstrauch gebaut hat, abendlichen Igelbesuchen und jüngst sogar dem Auftauchen einer Schleiereule, die wie ein Geist durch den Garten huschte. Außerdem einem inzwischen recht zutraulichen Eichhörnchen, dem mein Vater (nachdem er sich, gehackte Kerne und Nüsse verteilend, bereits mit diversen Kleinvögeln angefreundet hat) nun immer Haselnusskerne zuwirft, was auf große Gegenliebe stößt. Offenbar wohl auch ein Ersatz für die bislang vorenthaltenen Enkelkinder.

waldgänger aus Schwaben
14. Juni 2013 12:38

Letzte Woche beim Tierarzt:
Eine junge, hübsche, blonde Frau unterhält sich mit einer älteren Dame über die Krankheiten ihrer Katzen. Die Katzen der jungen Frau sind alle schwer kran bzw. behindert.
"Sind halt meine Kinder", sagt sie, "nur billiger als richtige Kinder."
Mir fiel keine angemessene Antwort ein.
Das ist etwas ganz tief drin kaputt in unserer Gesellschaft.

Bundschuh
14. Juni 2013 13:22

Liebe Frau Kositza,
wie kann es anders sein, in einer Gesellschaft in der die Parlamentarier "Toleranz" als Wert vor "Familie" setzen? https://change-centre.org/media/2011/11/CCF_Wertestudie-2011_Ergebnisbericht.pdf
Es gibt auch noch eine andere interessante Studie (habe ich gerade nicht zu Hand, suche ich noch), in der die "Bevölkerung" Verhaltensweisen als moralisch verwerflich einordnen soll. Abtreibung wird dabei ganz unten und als viel weniger schlimm eingeordnet als beispielsweise das Plagiat einer wissenschaftlichen Arbeit oder der Verstoß gegen ein Parkverbot.

PS: Hat sich der Verdacht, dass es sich bei dem gefundenen Vogel um eine Kornweihe gehandelt hat bestätigt? Das wäre eine ornithologische Sensation, da die Art im Deutschen Binnenland um die Wendejahre herum komplett ausgestorben ist. M. E. wird es bei einem großem Vogel in Sachsen-Anhalt ein Rotmilan (weltweiter Verbreitungschwerpunkt) sein.

Antwort Kositza:
Ja, die Rotmilane, sicher die erhabensten unter den Raubvögeln, haben exakt hier, nämlich auf der "Querfurter Platte" ihr Paradies. Manchmal sind es gleich drei, vier, die über unserm Garten kreisen und dafür sorgen, daß sich die Glucken zu gigantischen Ungeheuern aufpulstern.
Doch nein, es darf gelacht werden, der zauselige Jungvogel war nur eine Taube. Ein Nachbar, der Tauben hält und zu der Zeit Jungtauben hatte, hat sie in seine Voliere aufgenommen. Wurde leider gleich in der ersten Nacht von den Artgenossen totgemobbt.

Karl Eduard
14. Juni 2013 13:24

Bei der Oma hieß es noch: "Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz." Und da hat sich der Enkel daran gehalten. Er weiß aber auch, daß er an der Spitze der Nahrungskette steht und lieber ein Tier isst, um weiter zu existieren, als sich von Tieren essen zu lassen. Oder ihr Wohl vor seines zu stellen. Irgendwann muß in den letzten 20 Jahren eine Degeneration in den Hirnen Deutscher stattgefunden haben. Kosmische Strahlung? Zusatzstoffe in der Nahrung?

Der Enkel kann sich das nicht erklären. Und wenn er es sich erklären sollte, dann nur, daß es ein staatliches Programm gibt, das zielgerichtet auf dieses Ergebnis hingearbeitet hat.

Der, der nicht Genannt werden darf, weil er ein Verbrechen als singuläres Ereignis beging, hat nach Amtsantritt die gesamte Medien und Bildungspolitik darauf ausgerichtet, daß der Mann wieder Mann sei und die Frau wieder Frau und Kinder zu bekommen, eine patriotische Pflicht. Das heißt, Kinder zu gebären wurde vom Staat propagiert.

Weswegen man die Haltung, Katzen als Kinderersatz zu nehmen oder unbekümmert abzutreiben, auch als gelebten Antifaschismus bezeichnen könnte.

Alternativ zum klebrigen Fliegefänger empfiehlt der Kenner: Mückentötolin.

https://www.youtube.com/watch?v=A7rZYwoPMPw

Biobrother
14. Juni 2013 14:09

Hoppla, es muss hier natürlich "zu Recht" heißen, Verzeihung.

Was unserer Verhältnis zu Tieren angeht, las ich jüngst einen ganz interessanten Artikel im Greenpeace Magazin, das ich als linksrandiges Relikt aus Studententagen immer noch mit mir herumschleppe (manchmal stehen aber doch ganz gute Artikel drin). Darin ging es v.a. um die oft willkürlich gezogenen Grenzen zwischen Nützling und Schädling, zwischen Nahrungs- und Kuscheltier, verbunden mit der damit zwingend einhergehenden Verdinglichung bzw. Vermenschlichung. Besonders gut am Beispiel des Kaninchens zu sehen, das situationsabhängig alle möglichen Rollen einnehmen kann: Kuscheltier für Kinder, Comicfigur (Bugs Bunny), Landwirtschaftschädling, Versuchstier, Pelztier und Osterbraten.

Dass Tiere in einer Singlegesellschaft zunehmend die Rolle des Kindersatzes einnehmen und dabei zuweilen zu Tode geliebt werden, ist ebenso offenkundig, wie die Werbung für Luxustierfutter, das auf edlem Porzellan mit Petersiliensträußchen und Mozartsonaten serviert wird, beweist. In Hamburg, wo ich vor einiger Zeit ein Seminar besuchte, wurde bei einer Stadttour sogar auf einen Schlemmertempel für Haustiere (Nobel-Lebensmittelgeschäft plus Tier-Restaurant) verwiesen, von dem Stadtführer mit kesser Lippe unter den Begriff "Kötering" subsumiert.

Steffen
14. Juni 2013 14:13

Dass es Paare oder auch allein stehende Frauen gibt die ihre Haustiere als Kinder bezeichnen, und dies dauerhaft und mit Routine kann ich ebenfalls bestätigen.

Inselbauer
14. Juni 2013 14:31

Wie haben eine schwer erbkranke Tochter. Bei den darauffolgenden zwei Schwangerschaften war die Chance, dass das Kind die gleich Belastung erbt, jeweils "25 %". Während dieser Schwangerschaften, insbesondere vor dem 6. Monat, war ein Kommen und Gehen der linken Verwandtschaft und unserer linken "Freunde" mit dem durchsichtigen Ziel, zum Abbruch zu ermutigen. Wie der Schatten des Todes trat da die linke Tante zur Tür herein und ließ sich eine Kaffee servieren. Sämtliche "Psychologen" und anderen Repräsentanten der dreckigen Ordnung engagierten sich in der Beeinflussung meiner Frau, nur erwies sie sich als unwillig. In dieser Zeit ist mein linkes Weltbild endgültig zusammengebrochen. Leute, die Genuntersuchungen von ungeborenen Kindern fordern und Mütter unter Selektionsdruck setzen, können mir mitsamt ihrer Ideologie gestohlen bleiben, meine Frau sah das auch sofort so.
Wie es im Leben ist, hatten wir "Glück" und die beiden Kinder waren gesund.
Wenn man so etwas erlebt hat, erkennt man auch ohne entsprechende Sozialisation, dass mit den Linken etwas nicht stimmen kann. Kinder nach genetischen Eigenschaften, noch dazu im Mutterleib, zu markieren und zu selektieren und dann nach eingehender Prüfung zu töten, das können wir auf den Bereich der Erinnerung an bestimmte Auswüchse des Nationalsozialismus beschränken.

waldgänger aus Schwaben
14. Juni 2013 17:00

@Inselbauer
habe ich auch erlebt. Der Druck ein Kind, das möglicherweise behindert sein könnte, im Mutterleib zu töten, war enorm. Von Seiten der Ärzte und des perönlichen Umfeldes. Hätte ich nie geglaubt, dass so was möglich ist.
Da mussten wir beide mehrmals sehr deutlich sagen, dass dies nicht in Frage kommt.
Das Kind ist dann im Mutterleib gestorben. Kommentar eines "mitfühlenden" Arztes dazu: "Da war die Natur gnädiger!" Man beachte den Komparativ! Gnädiger als wir, die Eltern die das Kind nicht töten wollten, sondern ihm eine Chance zum Leben geben wollten.

Inselbauer
14. Juni 2013 22:36

@Waldgänger aus Schwaben
Das war so recht das Brutalste, das ich je erlebt habe. Seither ist mir klar, dass der so genannte Rassismus und die Eugenik alles andere als rechte Domänen sind. Gnädig wäre ich mit solchen "Ärzten" nicht, das muss ich ganz offen sagen. Meine Frau ist durch diesen Terror krank geworden und sie wird in diesem Leben nicht mehr gesund.

Distelherz
15. Juni 2013 08:32

Ich finde es schade, daß hier zum wiederholten Male versucht wird, Kinderliebe und Tierliebe in einen (unsinnigen) Gegensatz zu stellen.

Würde es Abtreibungen verhindern, wenn wir ab sofort alle Hunde und Katzen vergiften würden? Oder wenigstens mit Kreisler die Tauben, wie es "Rumpelstilzchen" empfiehlt? Und selbst wenn es das würde, könnte an so einer Tat die Gesellschaft gesunden? Das ist doch ein völlig absurder Gedanke.

Die Empathie gegenüber dem Tier - jenseits einer krankhaften Vermenschlichung, die durchaus nichts mit Tierliebe zu tun hat - hat in unserem Kulturkreis Tradition, worauf wir stolz sein können.

Man mag die in Text und Kommentaren beispielhaft genannten befremdlichen Auswüchse falscher Tierliebe zurecht anprangern, sind sie doch Ausdruck einer orientierungslosen und im Kern verfaulten Gesellschaft. Andererseits gab es zu allen Zeiten den Hang im Menschen, sich Fetische aus seinem Kompensationsbedürfnis heraus zuzulegen. An solchen Verirrungen wird ein Mangel sichtbar. In primitivem Umkehrschluß das glatte Gegenteil davon für gesund zu halten, ist aber ebenso Ausdruck von Verirrung.

Ignoranz gegenüber dem Mitgeschöpf ist für eine Gesellschaft weder erstrebenswert noch förderlich. Es ist nicht verkehrt, das ethischen Niveau einer Kultur auch daran zu bemessen, wie in ihr Tier und Umwelt behandelt werden.

KW
15. Juni 2013 13:07

Naja, ich bin auch lieber für eine sanfte Tötung der Tiere. Vielleicht bin ich ein bisserl spinnert, Brummer finden den Weg von allein ins Freie, Fliegen sind dumm und kreisen um die Lampe, daher gibt es hin und wieder auch bei uns Massaker. Spinnen fange ich ein und setze sie raus, Läuse auf Pflanzen sprühe ich mit Brennesselsud ein, Ameisen gehen, wenn man Zimt streut. 2x habe ich versucht, eine aus der Hausspalte herausgefallene Babyfledermaus aufzupäppeln, was mir aber nicht gelang. Für einen Jung-Igel kurz vor Wintereinbrauch fuhr ich schon mal 50 km, den Bruder, der verletzt auf dem Weg in meiner Straße lag, fuhr ich zum TA, Kieferbruch, eingeschläfert. Ich liebe Tiere aller Art, halte 2 Hunde, verweichliche sie aber nicht. Vor paar Monaten hörte ich es im Gebüsch 2x quietschen, beide kamen mit einem Babyhasen heraus, die waren mausetot, also durften sie sie auffressen, was soll man machen?
Ich habe 2 Kinder. Abtreibungen sind in der heutigen Zeit widerwärtig, sie fördern die Verantwortungslosigkeit, etwas, was den Linken entgegenkommt.

Ignis
15. Juni 2013 13:11

Ich kenne ein kinderloses Ehepaar, das seine Schildkröten als seine Kinder bezeichnet! Das Paar will übrigens keine Kinder. Ich finde das fast schon pervers. Wenn man dann bedenkt, wie wenig die Arbeit der Mütter bei uns gewürdigt wird!

Distelherz
15. Juni 2013 13:49

Ich kenne ein kinderloses Ehepaar, das seine Schildkröten als seine Kinder bezeichnet! Das Paar will übrigens keine Kinder. Ich finde das fast schon pervers.

Ich kenne auch ein kinderloses Ehepaar, das seinen Hund als sein "Wunschkind" bezeichnet. Der Hund wird aber durchaus artgerecht gehalten und keineswegs vermenschlicht.

Dieses Ehepaar, übrigens, um das Klischee zu komplettieren, typische Vertreter grünalternativer Bionade-Bourgeoisie, aber dabei furchtbar nett, sympathisch und mit uns befreundet, KANN allerdings aus biologischen Gründen keine eigenen Kinder bekommen. Soll ich jetzt den Stab über sie brechen?

Mir wird in solchen Diskussionen ohnehin immer zu vorschnell geurteilt. Auf allen Seiten. Aus der Hüfte schießen ist wohlfeil, aber unklug.

Rumpelstilzchen
15. Juni 2013 17:15

@Distelherz
Ich denke, es geht nicht darum, Tierliebe und Kinderliebe in einen unsinnigen Gegensatz zu stellen. Ich habe durchaus Empathie für Tiere, aber ich habe was gegen die Vermenschlichung von Tieren.
Das mit den Tauben war nicht so ernst gemeint, fiel mir nur so ein.
Ob so ein Lied heute noch denkbar wäre ?
Habe mit meinen Kindern auch schon halbtote Vögel eingesammelt und hochgepäppelt oder eingehen lassen.
Haben eine zugelaufene halb verhungerte Katze behalten. Mit dieser Katze war ich das erste Mal in meinem Leben beim Tierart. Ein Schlüsselerlebnis:
Im Wartezimmer war es fast wie beim Kinderarzt. Nur roch es anders. Auf einem Aushang wurden interessierte Hundeeltern für einen Welpenspielkreis gesucht.
Wie ein Krabbelkreis für Kinder, dachte ich. Ich wurde ständig angesprochen: Was hat Ihr Kätzchen denn ?
Der einzige Unterschied zum Kinderarzt. Sofort bar zahlen und zwar nicht zu knapp.
Der Hammer war für mich:
Am nächsten Tag rief mich die Tierärztin an und fragte, wie es der Katze denn gehe ? Ich war dermaßen unangenehm überrascht über diese m.E. überzogene Anteilnahme, dass ich entgegnete:
"Danke gut, aber mich hat noch nie ein Kinderarzt nach einem Besuch angerufen und gefragt, wie es denn meinem Kind geht."
Gehen Sie mit einem kleinen Kind und einem kleinen Hund spazieren und ich wette, 80 Prozent der Leute stürzen auf den kleinen Hund zu und nehmen das Kind überhaupt nicht war .

krause
15. Juni 2013 18:19

Alles für den Dackel, alles für den Club. Unser Leben für den Hund.
Ordnung muß sein!

ene
15. Juni 2013 18:48

Hätten die Leute Kinder und hätten die Kinder die Schildkröten - dann hätten alle was davon!

Fred
15. Juni 2013 20:03

Tatort??? Sicher nicht. Mein Hund lebt im Zwinger. Die Kinder sitzen auf der Coach. Und jetzt schnell wieder den Löschknopf drücken. Servus.

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