Sezession
17. Juni 2013

Stadt Karben gegen Andreas Lichert – Teil 2

Gastbeitrag

karbenvon Wiggo Mann

Die Gründungsveranstaltung des Bürgerbündnisses gegen rechts respektive gegen die Projektwerkstatt von Andreas Lichert ging am Abend des 13. Juni über die Bühne. Stadtrat von Leonhardi setzte bereits vor der Beginn der Veranstaltung das Hausrecht durch und verwehrte etlichen Konservativen um Andreas Lichert den Einlaß.

In einführenden Worten verlieh er seiner Betroffenheit Ausdruck und verkündete, in Karben sei kein Platz für die rechte Szene. Leonhardi zeichnete ein Bild, wonach die Projektwerkstatt Karben die „Freiheit infragestellen“ würde und er „von überall“ Zuspruch erhalte.

Fakt hingegen ist, daß das Projekt gerade für die freiheitliche Diskussionskultur und das Recht auf freie Meinungsäußerung eintritt.  Um die eigene Auffassung bestätigt zu sehen, wurden jedoch einschlägig bekannte „Experten“ aufgefahren, die dem Umfeld der Projektwerkstatt das Attribut „rechtsextrem“ zuordnen und die akute Gefahr dieser Institution aufzeigen sollten.

Zunächst sprach Professor Dr. Benno Hafeneger (Marburg), der mitteilte, es existiere seit der Gründung der BRD eine rechtsextremistische politische Kultur, die ein Dauerphänomen darstelle und organisatorisch und strukturell in der NPD und der freien Kameradschaftsszene verwurzelt sei. Über Neue Medien würden diese auf die Jugend eine besonders hohe Attraktivität ausüben.

Hiervon ausgehend schlug er einen Bogen von der NPD über die neonazistische Szene bis zu den Identitären und konstruierte eine inhaltliche sowie personelle Verbindung, die nicht existiert. Die ideologischen Intentionen Hafenegers liegen in der von linken Akademikern stets beschworenen Schimäre, wonach der Rechtsextremismus aus der Mitte der Gesellschaft komme und somit der „Kampf gegen rechts“ auf allen Ebenen und bereits gegen jedwede konservative Position zu führen sei, um dem latenten Alltagsrassismus in Deutschland zu begegnen. Die hieraus resultierende Ausgrenzung unliebsamer Personen und Organisationen wird nun auch auf Karben angewandt, indem kritische Geister zum Schweigen gebracht werden sollen.

Dies vertiefte Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau, in seinem Vortrag über „Die Situation in der Region“. Hierin verstieg er sich zu der hanebüchenen Aussage, das Institut für Staatspolitik fungiere als Schnittstelle von „rechtskonservativen und neonazistischen“ Einstellungen und das von der Projektwerkstatt verlautbarte Bekenntnis zum Grundgesetz sei nur taktische Mimikry, um die wahren rechtsextremen Überzeugungen zu verschleiern. Ebenso versuchte er, eine Verbindung von neonazistischen Strukturen in der Region mit der Identitären Bewegung herzustellen, was jedoch bei Mutmaßungen bleiben mußte.

Besonders perfide war der Versuch, neonazistische Objekte in Mittelhessen auf eine Stufe mit der dezidiert konservativen Projektwerkstatt Karben zu setzen und dem überwiegend bürgerlichen Publikum ein realitätsfernes Schreckensszenario auszumalen.


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