Sezession
25. Juni 2013

Schlägerei mit Todesfolge – Die radikale Linke in Frankreich formiert sich neu

Benedikt Kaiser / 20 Kommentare

headerNachtrag, 25. 06.:

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Plötzliche Wende im Fall Méric: Wie die französische Tageszeitung Le Figaro heute berichtet, stürzt die Mord-These antifaschistischer Kreise nach wenigen Tagen in sich zusammen.

Ein nun erst gesichtetes Video einer Überwachungskamera zeigt nach Ansicht von Polizeiexperten, wie ein aggressiver Clément Méric dem Skinhead Esteban M. von hinten in den Rücken fällt und versucht, ihn auf den Kopf zu schlagen. Der Anhänger des mittlerweile aufgelösten Troisième Voie dreht sich danach um, schlägt zurück, trifft Méric frontal im Gesicht, woraufhin dieser zu Boden fällt und sein Bewußtsein verliert. Später erliegt er den hierbei zugezogenen Verletzungen. RTL Frankreich: "Die Bilder schließen die Lynch-Hypothese aus, sie zeigen einen provokativen Clément Méric und stärken die These des Richters, der von einem Unfalltod infolge erlittener Schläge ausgeht."

21. 06.:

Am 6. Juni erlag mit Clément Méric ein Antifa-Aktivist und Politikstudent in Paris seinen Verletzungen, nachdem er in einer brutalen Prügelei schlußendlich tödliche Schläge erhalten hatte. Mit mehreren Genossen hielt er sich tags zuvor in einem Bekleidungsgeschäft auf, als eine kurzhaarige Gruppe des entgegengesetzten Spektrums den Ort des Geschehens betrat.

Die Antifaschisten erkannten ihre Opponenten, bedrohten sie und versprachen ihnen, wie selbst die Jungle World einräumen muß, ein Stelldichein nach Verlassen des Ladens. Allerdings traf alsbald Verstärkung aufseiten der Skinheads ein.
Das weitere Geschehen, kurzgefaßt: Schlägerei, Koma Mérics, Tod Mérics.

Nun könnte man aus dieser sinnlosen Auseinandersetzung mit schrecklichem Ergebnis das Fazit ziehen, daß Gewalt Gegengewalt erzeugt. Man könnte auch feststellen, daß es zutiefst irrational ist, politische Gegner zu attackieren, nur weil sie zur selben Zeit ähnliche Kleidungsstücke erwerben möchten. Man könnte desgleichen einwerfen, daß sich die politischen Zustände Frankreichs weiter zuspitzen und daß es für das Paris des Jahres 2013 bezeichnend ist, wenn radikale Rechte und Linke selbst beim alltäglichen Einkaufen meinen, sich bewaffnen (der Täter hat laut Zeugenaussagen einen Schlagring verwendet) zu müssen.

Man kann aber auch, wie Nils Minkmar in der FAZ, ein etwas anderes Fazit treffen:

Es rächt sich, dass Präsident Hollande, anders als Mitterrand, die extreme Linke nicht in seine Regierung eingebunden hat, denn Mélenchon und Genossen machen nun ordentlich Druck. Und darauf warten, davon leben die Rechten. Unverkennbar ist das Aufblühen, die wachsende Militanz der extremen Rechten.

Man stellt irritiert fest: Weil sich eine Handvoll extreme Linke* und extreme Rechte** eine brutale Schlägerei lieferten, empfiehlt Minkmar die Regierungseinbindung der extremen Linken. Minkmar kritisiert zudem Marine Le Pen, die sich weigert, eine pauschale Distanzierung von rechten Gruppierungen abseits des Front National vorzunehmen, während er aber gleichzeitig implizit die Regierungseinbindung radikaler Gruppen der Linken empfiehlt, um die Rechte zu bekämpfen.

Minkmar vernachlässigt in seiner Beurteilung desweiteren beflissentlich, daß selbst der sozialistische Innenminister Manuel Valls – der Kumpelei mit rechtsorientierten Strömungen wohl unverdächtiger als jeder andere Politiker – kundtat, das Opfer sei „militanter Linksextremist“ gewesen.

Das rechtfertigt freilich unter keinen Umständen den gewaltsamen Tod eines 18jährigen, aber in Kombination mit Zeugenaussagen, die besagen, daß die Konfrontation ihren Ursprung auf der Linken nahm, bevor sie ihren verhängnisvollen Verlauf nahm, gerät die auf diesem Vorkommnis aufbauende Forderung nach einer Einheitsfront gegen rechts zur Farce.

Für den morgigen Sonntag ist nun ein frankreichweiter Aktionstag linker und linksradikaler Gruppen geplant. Es scheint, als ob sich die französische Linke nach ihrer monatelangen Ohnmacht angesichts konservativer Massenproteste neu formiert. Daß ihr Gründungsmythos auf einer tragischen Abfolge von vermeidbaren Dummheiten beiderseits basiert, wird nur die Wenigsten stören. Der junge Clément Méric wird davon jedenfalls nicht wieder lebendig.

 

* Méric (18) war Aktivist der Action Antifasciste Paris-Banlieu und in den letzten Wochen als Teilnehmer mehrfach – teils vermummt – auf Gegendemonstrationen zur „Manif pour tous“ konservativer Kreise.
** Der inhaftierte verdächtige Haupttäter (20) ist Skinhead und mutmaßlicher Anhänger des „Troisième Voie“ („Dritter Weg“), einer „solidaristischen“, radikal nationalrevolutionären Splittergruppe mit weniger als 150 Anhängern, deren ca. 40 Aktivisten befremdlich - uniformiert (mit schwarzen Alpha-Jacken und kurzgeschorenem Haar) wie martialisch („Kämpfen und gehorchen“-Aufnäher auf dem Unterärmel im Weltkriegs-Stil) - auftreten und in Serge Ayoub, einem französischen Nationalisten mit zum Teil christlich-libanesischen Wurzeln, ihre unumstrittene Führungsfigur besitzen. Die Gruppe soll infolge der Tat voraussichtlich am 26. Juni verboten werden.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (20)

Prolet
22. Juni 2013 11:32

Die radikale "Rechte" in Frankreich scheint ziemlich aufgesplittet in diverse Kleinstgruppen. In deutschen Medien sind das alles natürlich alles Neonazis, was kompletter Blödsinn ist. Ich schreib das "Rechte" deshalb in Anführungszeichen weil gerade die Troisieme Voie einen ziemlichen Querfrontansatz vertritt. Gregor Strasser lässt grüßen. Was die "Troisieme Voie" von hiesigen deutschen Neonazis unterscheidet, ist auch, dass der Rassismus nicht so ausgeprägt ist. Sprich, es sind z.B. auch Skinheads südostasiatischer Herkunft dabei. Bei ostdeutschen Kameradschaftsgruppen oder der NPD undenkbar. Serge Ayoub ist ja auch kein "reinrassiger" Franzose. Im Prinzip aber eine unbedeutende Splittergruppe.

JeanJean
22. Juni 2013 11:36

Was fordern linke Extremisten - offenen Grenzen für einen Überschuss an Billigarbeitern, Abschaffung der Nationalstaaten, Waffenstillstandsabkommen mit dem Islam und scheibchenweise Einführung der Scharia, einseitige Entwaffnung, gruppenbezogene soziale Rechte, Einheitsbildung, Politisierung des Alltags und der Wirtschaft, Räte "Demokratie" und das Mundtot machen jeder Opposition gegen diesen Strauß der Zumutungen.

Linksextremisten sind nützliche Schlägertruppen auf dem Weg zum Weltstaat und das weiß auch die FAZ. Linksextreme in eine Regierung einzubinden gibt dem gewünschten Auflösungsprozess der Nation Schwung, sorgt für die Monopolisierung in der Wirtschaft durch Korporatismus, festigt also die Einheitsfront und stärkt die Projekte der global governance. Josef Fischer und Barack Obama sind die besten Beispiele.

Konservative, im Gegensatz zu den globalistischen Eliten Vertretern, die sich nur konservativ nennen, stehen all diesen Projekten kritisch bis Ablehnend gegenüber und sind daher aus dem Diskurs, der ja nur durch die Agenda gefilterte, also affirmative Meinungen zulässt, auszuschließen.

Die Transformation westlicher Gesellschaften, die ja auch zur Unterstreichung der natürlichen Zwangsläufigkeit "Evolution" genannt wird, ist unter Einbindung marxistischer, islamischer wie gerade auch der Interessen der Wirtschaftseliten beschlossen worden und wird nur aus unterschiedlichen Perspektiven, mit unterschiedlichen Mitteln vorangetrieben und exekutiert.

Verwerfungen innerhalb dieses Bündnisses sind nur Herausforderungen, die dem Prozess der diskursiven Problemlösung zugeführt werden. Fundamentale Kritik ist da nicht hilfreich.Der Diskursrahmen ist geschlossen.

FAZens Inklusion der extremen Linken unter Exklusion rechter Positionen ist daher völlig stimmig.

Kint
22. Juni 2013 17:10

Rechts gegen links... kaum einer weiß noch, was sich (heute) dahinter verbirgt.
Blutige Kämpfe gab´s da schon mal, 68 und später.
Heute taucht "rechte Gewalt" wieder auf, so sinnlos und hirnverbrannt wie Gewalt im Sinne des Totschlagens eben ist.
Die 68er sind vorbei. Eine dritte Gewalt ist hinzugetreten, Tottreten der Marke 6 gegen 1. Auch in D., Stampfen mit dem Fuß auf den Kopf, "wie auf einen Spaten", nennt´s der Zeuge in einem Fall. Soll sich unangenehm angehört haben, sagt er. In der frz Variante springen anscheinend menschliche Wesen auf den Kopf eines Niedergeschlagenen, auf Video zu bewundern. Leider ohne Ton. In England wird der Kopf abgeschnitten. Aus Skandinavien hört man nur von üblicher Kriminalität, ganz normaler Gewalt, Knüppeln, mit Messern, Steinen, brennenden Autos, Vergewaltigungen, Angriffe auf Schwangere und Babies und sowas - vllt auch nur ein Informationsdefizit. Oder: Wird schon noch, die Transformation geht ja weiter. Und auch diese 3. Gewalt rührt, wie kann es anders sein, aus einem größeren 3. Umfeld.
So ändern sich die Zeiten. Ist nur die Frage, wie man politisch damit umgeht.
Die Integration der (extrem) Linken in die Regierung wäre ja schon mal stimmig.
Denn die trägt mit, was Hollande umsetzt.
Das wird bestimmt von globalen Finanzkräften, die keiner beim Namen nennen mag, heute wie weiland Präs. Wilson.
Der Linken ihrerseits sollte wenigstens die Merkwürdigkeit auffallen, dass ihre Ziele deckungsgleich sind. Solange ihre Intellektuellen das nicht selbst diskutieren, bleibt allerdings die Frage nach dem Intellekt (offen). Oder ist auch schon beantwortet.
Also was haben wir bislang? Die Internationale des Kapitals.
Das schließt real Konservative aus, natürlich. Die sind Opposition nur in Bauch oder Kopf, spielen in der Politik keine Rolle. Selbst schuld, wählen gar nicht oder eine Partei mit dem gleichen Namen wie früher. Ist allerdings neuer Einheitswein in vielen alten Schläuchen. Tröstlich: Auch anderswo haben sie die Michelmütze auf.
Aber wo bleibt die Integration der 3. Kraft, meine Herren Hollande und Minkmar, was ist mit der? Nicht, weil´s die Ehrlichkeit erforderte, die spielt keine Rolle. Aber Sie werden auf Dauer, rein faktisch, nicht drumrumkommen, sich der Frage zu widmen, denn wer immer die Demografie ermöglicht, kann sie nicht verleugnen. Wann immer es unumgänglich werden wird: Je mehr Zeit vergeht, desto unangenehmer die Antwort. Und die lautet? ... Glückwunsch, 100 Punkte.
Solange hinter linken und rechten Namensschildern die gleiche Politik betrieben wird, brauchen wir uns über Zusammensetzungen von Regierungen keine grundlegenden Gedanken zu machen. Scheingefechte. Austauschbare Politikkasper öffnen alle Grenzen und Schleusen, Bürger schweigen, selbst wenn mal einer für sie das Wort ergreift und dafür fertiggemacht wird. Eine schaurige gesellschaftliche Entwicklung, nein: Teilung und Zersplitterung, geht weiter. Der Bürger wird´s auszulöffeln und irgendwie zu regeln haben. Egal, ob bis dahin die globalen Strukturen platzen oder nicht.
Wird schwer. Aber auch Noah wird gedacht haben: Nochmal gutgegangen.

Franz Schmidt
22. Juni 2013 17:29

Hier ein Hintergrundartikel von Dr. Kerry Bolton:

https://www.counter-currents.com/2013/06/leftist-humbuggery-in-france-the-death-of-clement-meric/

ingres
22. Juni 2013 17:36

Also Minkmar hat vielleicht mal was von politischer Diplomatie oder so gehört. Natürlich kann es manchmal opportun sein, politische Gruppen oder Individuen einzubinden. Das ist politische Kunst und politisches Fingerspitzengefühl. Die Geschichte kennt sicher viele Beispiel dafür.

Minkmar und seine Gesinnungsgenossen kennen halt keine Geschichte, bzw. sie haben keine Vorstellung darüber welche Bedeutung die Kenntnis von Geschichte hat, (Hatte ich in der Schule ja auch noch nicht) insbesondere für die Vorstellungen von der möglichen Zukunft.

Nun muß Politik die diplomatische Einbindung von bestimmten Gruppen in den politischen Prozeß je nach Lage entscheiden. Für Minkmar sind solche Forderungen halt nur ein Reflex hinsichtlich einer bestimmten Klientel.

Deshalb tut man ihm möglicherweise zu viel der Ehre an, wenn man meint, er vernachlässige etwas. Denn das würde ja unterstellen, dass man Minkmar auf diese Vernachlässigung hinweisen könnte und er u. U. seine Position anpaßt.

Nun kenne ich Minkmar nicht genug, ob es hier angebracht ist ein Pauschalurteil abzugeben. Aber Minkmars Reflex ist so unangemessen, dass man Schlimmes befürchten muß.

Wahr-Sager
22. Juni 2013 17:42

Er war Teil einer kriminellen Bewegung, die aus nützlichen Idioten bestehend nur in einer deutlichen Mehrheit Überlegenheit demonstriert und von Wahrheit rein gar nichts hält, sondern die Lüge braucht, um seine eigene Existenz zu sichern.
Gab es irgendwelche Beileidsbekundungen dieser Seite, als Anfang der 90er der Republikaner Gerhard Kaindl von einer Antifa-Bande ermordet wurde? Oder als 2008 Jörg Haider einen angeblichen Unfall mit Todesfolge erlitt? Nein, im Gegenteil: Da diese Personen die „falsche“ Ideologie hatten, wurden und werden sie von Buntdemokraten bzw. Gutmenschen in selbstherrlicher Weise verhöhnt, dass die Schwarte kracht. Dass hier der Tatbestand der Menschenverachtung nicht zum Tragen kommt, ist der Deutungshoheit der einzig wahren Demokraten gezollt, die ja auch schließlich bestimmen, wer „rechtsextrem“ und „Nazi“ sei.

Ich bin vor gut 1 1/2 Jahren auf einen jungen Mann aufmerksam geworden, der sich das Leben nahm, weil er seitens Justiz und Presse in den Tod getrieben wurde. Sein älterer Bruder hat ihm zu Ehren eine Homepage errichtet, die ich auf seine Bitte hin aber nicht nennen werde, weil er kein Aufsehen erregen möchte, welches ihm in beruflicher Hinsicht schaden könnte. Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass er mir in einer E-Mail schrieb, wie oft er seinen in den Tod getriebenen Bruder dafür bewunderte, wie weit er gegangen ist, er selbst aber nicht so weit gehen kann und will wie er.
Die besagte Person hatte zahllose Flugblattaktionen durchgeführt, bei denen es um geschichtliche Themen wie Vertreibung, den Holocaust und Kriegsverbrechen beider Seiten ging und in deren Rahmen der Mann auch auf einen mittlerweile sehr alten Literaturkritiker verwies... Nun, Ausschlag gebend für die Zerstörung seiner beruflichen Existenz war der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, er wäre für jene „antisemitischen“ Schmierereien verantwortlich gewesen, die in einer bestimmten Stadt und Umgebung auftauchten. Die Anklage war - viele werden es schon ahnen - „Volksverhetzung“. Ich brauche wohl nicht weiter betonen, dass der Vorwurf bis zuletzt unbewiesen, es kein Geständnis und keinen einzigen direkten Zeugen gab, der den Mann hätte belasten können. Auch waren seine politischen Aktionen stets gewaltfrei.

Wie groß wird wohl die Dunkelziffer jener sein, die sich aufgrund so einer Hetze selbst töteten, weil sie gesellschaftlich isoliert, deren berufliche Existenz zerstört wurde/n? Werden die Medien tatsächlich über Überfälle auf Rechte berichten und diese wahrheitsgemäß wiedergeben - ausgerechnet in der BRD, in der lt. Angabe von Eva Herman weit über 80% der Redakteure und Journalisten eine rot-grüne Einstellung hegen und somit auch „anti“faschistisch agieren oder zumindest sympathisieren?

Linksextremisten sind keine Opfer - und auch nie gewesen. Mir ist wirklich nichts Hasserfüllteres und Verlogeneres untergekommen als diese Subjekte, welche von unserem Staat geschützt und gefördert werden. Ich könnte jetzt unzählige Beispiele anhand von überaus hässlichen Kommentaren aus YouTube nennen, die ich mir und euch an dieser Stelle aber erspare. Sie geben jedoch ein beispielloses Zeugnis darüber ab, wer hier die wahren Tyrannen sind, die dafür eingesetzt wurden und werden, den politischen Status Quo zu erhalten.

Theosebeios
22. Juni 2013 20:34

Ich bin echt überrascht! Jugendliche grünschnabelige französische Braun- und Rotextremisten lieben das selbe Hemd (vielleicht sogar die gleiche Farbe: allez les bleus, les yeux dans les bleus?) der Marke Fred Perry, offenbar ein Engländer. Da müssen die doch bei Sonderverkäufen schon öfter aneinander geraten sein, oder?

Herr Minkmar deutet das Ereignis z.N. von Monsieur Hollande. Wir deuten Minkmars Deutung z.N. der Urteilsfähigkeit von Minkmar (und der FAZ).

Das sind interessante Mitteilungen; das sage ich ganz unironisch. Aber: was haben wir mit der "Jeunesses Nationalistes Revolutionnaires" zu tun, von der ich auch nach dem Link zu "Counter-Currents Publishing" (vielen Dank, Herr Schmidt, kannte ich noch nicht) noch nicht weiß, ob die mehr ins rechte oder doch mehr ins linke Spektrum gehören!

Franz Schmidt
22. Juni 2013 21:21

@ Wahr-Sager

Kennen Sie das Buch "Pascal Ormunait" von Björn Clemens? Es basiert auf Erlebtem und Fakten. Hier wird beschrieben, wie es einem jungen Mann ergehen kann, der in das Räderwerk der Justiz gerät und sich immer mehr politisiert.

Carl Sand
23. Juni 2013 11:45

@Theosebeios

Was das mit uns zu tun hat?

Absolut das Gleiche, wie Breivik (halber Pidiot und halber NWO-Sektierer), die rächte NSU (V-Schutzmord), der rächte Lebkuchenmanichlmessermann und der rächte Ersäufer vom Sebnitzsee mit uns zu tun hat.

Oder vielmehr: ganz persönlich mit Ihnen.

Das wird was ganz persönlich mit Ihnen zu tun haben, wenn man den Kampf gegen rächts sich gegen Sie wieder einmal ausweitet. Vielleicht noch nicht diesmal, aber bald.

Glauben Sie mir, man hat Sie längst.

Ihre IP-Adresse, ihre Urlaubsfotos, ihre Jahrgangsweinbestellung. Und man wird Sie nicht mehr wie bisher in Ruhe lassen. Wird man keinen. Und da können Sie so strukturkonservativ wie Lieschen Müller verblüfft wettern, was das Ganze denn ausgerechnet mit Ihnen zu tun hat:

Sie sind rächsts (rechts allerdings eigentlich nicht...).

Carl Sand
23. Juni 2013 12:09

Leider wird auch der öffentliche Abschwur uns nicht retten.

Als Kämpfer für Demokratie, Rechtsstaat und den Erhalt der Völker bin ich leider einfach viel zu radikal dazu. Und wenn man schon die Seele des Andreas Molau nicht retten konnte, um wieviel weniger dann einen vielfachen Kommentator vieler rächter Rächstforen?

Wahr-Sager
23. Juni 2013 16:20

@Franz Schmidt:

Bis jetzt nicht - danke für den Tip! Ich habe mich über dieses Buch gerade auf Amazon informiert - scheint sehr lesenswert zu sein.

Grau
23. Juni 2013 21:55

An Carl Sand: Auch wenn Sie sich die Jacke "radikal sonstwas zu sein" so schön überstreifen, erinnert Ihr Gerede arg an das sonst am linken Ufer übliche Geschwätz von der bevorstehenden Machtergreifung des politischen Gottseibeiuns nebst bereits greifender Totalrepression.
Sehr dramatisch, reichlich hohl tönend.

Benedikt Kaiser
24. Juni 2013 11:29

Abschließender Nachtrag:
Mindestens 6000 Linke demonstrierten gestern in Paris. Es kam zu Ausschreitungen und 14 vorläufigen Festnahmen.
Berichte im Figaro
https://www.lefigaro.fr/actualite-france/2013/06/23/01016-20130623ARTFIG00193-des-vitrines-brisees-en-marge-d-une-manifestation-antifasciste.php
und hier:
https://www.lavoixdunord.fr/france-monde/manifestation-antifasciste-a-paris-14-interpellations-ia0b0n1355508?xtor=RSS-2

Aufgrund der neuen Erkenntnisse vorübergehend wieder für Kommentare geöffnet.

Wahr-Sager
25. Juni 2013 16:47

Warum wundern mich diese neuen Erkenntnisse kein bisschen? Linksextremisten werden immer als friedliche Schäfchen dargestellt, die niemandem etwas zuleide tun würden. Da solche Typen auch bei den Medien tätig sind, verwundert eine verlogene Berichterstattung nicht - man schützt sich gegenseitig.

Ein Fremder aus Elea
25. Juni 2013 17:47

Dieser Méric ist die Präpotenz in Person. War. Mal angenommen, das Konzept der Antifa wäre an und für sich begründet, wäre es dann die Aufgabe von 19 Jährigen mit Milchbubengesichtern die faschistische Bedrohung abzuwehren?

Die beiden größten Fraktionen in diesem Verein sind.

1. Gymnasiasten, die ihren Freundinnen beweisen wollen, daß sie auch ihre harte Seite haben.
2. Irgendwas innerhalb des Dreiecks: Punk-Rocker-Alkoholiker.

Für erstere ist es keine gute Schule und für letztere keine gute Bleibe.

Und für den vemeintlichen Zweck ein eher ungeeignetes Werkzeug, alleine schon deswegen, weil diese Truppe nicht im engeren Sinne politisch verfaßt ist.

Ehrlich gesagt, ihr Verhalten ist ärgerlich, aber sie selbst sind erbärmlich. Nur ein Fetzen im Wind. Dekor des modernen Europas.

Steffen
25. Juni 2013 18:07

Wer eine kurze Videoaufnahme [Quelle ist Russia Today] von der Demonstration sehen möchte:

Ein weiteres Video, dieses mal aus Schweden zeigt sog. Antifaschisten bei einem Hausbesuch eines Mitglieds der "Förbundet Nationell Ungdom"

Wahr-Sager
25. Juni 2013 18:15

Unfassbar, aber nicht überraschend, wie die Linksextremisten von Indymedia den Tod des "Anti"Faschisten Méric darstellen:

In Paris, nahe des Bahnhofs Saint Lazare, wurde am frühen Abend des 5. Juni der Antifaschist Clément Méric von mehreren Nazis angegriffen und umgebracht. Er verließ gerade in einer kleineren Gruppe ein Geschäft, als eine Gruppe rechter Skinheads sie gezielt attackierte. ...

Wenn die Angaben der faschistischen Plattform stimmen, konnten über 16.000 Personen in mehreren französischen Städten mobilisiert werden, um (Zitat)

„ihre Solidarität mit Clément als anarchistischen Antifaschisten in teils ergreifender Weise zu äußern, denn es geht um mehr als diesen einen Fall. Schuld ist nicht nur der Hauptangeklagte, schuld ist die Politik, die solche Taten ermöglicht, schuld ist eine Gesellschaft, in der Hunderttausende gegen Homosexualität demonstrieren und die Teile der Bevölkerung rassistischer Gewalt aussetzt. Der Mord an Clément ist nur ein Beispiel für Gewalt gegen Menschen, die von der Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert werden und durch Polizei, Staat und wütende Bürger_innen verfolgt, diskriminiert, angegriffen und umgebracht werden, jeden Tag.“

Was aber hat dieser Fall mit den Demonstrationen gegen eine Gleichstellung der Homosexualität mit der traditionellen Ehe zu tun? Was ist mit Rechten, die von der Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert werden - wird diese Minderheit etwa geschützt? Natürlich nicht, da Rechte dämonisiert werden und als vogelfrei gelten. In aller Häme sprechen Linksextremisten ihnen ab, Opfer zu sein, so dass der 1992 tatsächlich ermordete Republikaner Gerhard Kaindl infolge dieser schizophrenen Einstellung wohl selbst schuld an seinem Tod war... Interessanterweise schreibt Wikipedia hier von einer „tödlichen Verletzung“ im Rahmen eines „politisch motivierten Angriffs“, so dass der Eindruck erweckt werden soll, dass sein Tod aufgrund einer Rangelei erfolgte und nicht einer heimtückischen Messerattacke.

In der aktuellen Ausgabe des COMPACT-Magazins geht es in einem Dossier übrigens um rechte Gewalt und Ausländergewalt.

Wahr-Sager
25. Juni 2013 18:40

Nachtrag: Auf dieser Seite steht ganz oben als Verfasser unter der Überschrift "[Lyon] 500 Antifas auf der Straße f. Clément":

Cornelsen Verlag.

Nun ist es ja (für uns) nichts Neues, dass diverse Institutionen in die linksextreme Szene eingebunden sind, aber es ist eher die Ausnahme, dass man sich so deutlich wie hier zu erkennen gibt. Vielleicht könnte ja die Sezession-Redaktion mal nachhaken und bei diesem Schulbuchverlag anfragen, ob dieser wirklich hinter der "anti"faschistischen Ideologie steht?

Zamolxis
25. Juni 2013 18:55

"...echte Feindschaft ist nur zwischen Menschen möglich. Die politische Freund-Feind-Unterscheidung ist um eben soviel tiefer als alle im Tierreich bestehenden Gegensätzlichkeiten, wie der Mensch als geistig existierendes Wesen über dem Tier steht", Carl Schmitt, "Begriff des Politischen", S. 43, Hamburg, 1933.

Benedikt Kaiser
26. Juni 2013 09:18

Das ist dann das Schlußwort.

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