Zwei oder drei Glas Bier

pdf der Druckfassung aus Sezession 51 / Dezember 2012

Der Prozeß setzt stets im Oktober ein: Für die sechs Hefte des...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

nächs­ten Sezes­si­on-Jahr­gangs sind The­men, Autoren und Titel­bil­der zu fin­den. Es gehört zur Arbeits­wei­se und zum Anspruch unse­rer Zeit­schrift, das kom­men­de Jahr zu über­bli­cken und den Lesern eine eben­so grund­sätz­lich vor­her­seh­ba­re wie im ein­zel­nen über­ra­schen­de publi­zis­ti­sche Beglei­tung in Aus­sicht zu stellen.

Wel­che Schwer­punk­te sind zu set­zen? Gibt es dafür Kri­te­ri­en jen­seits eines her­aus­ra­gen­den Jubi­lä­ums, wie es etwa Richard Wag­ners 200.Geburtstag ist (April-Heft)? Oder ist es nicht viel eher so, daß wir zwar auf etwas reagie­ren, das in der Luft zu lie­gen scheint, es aber durch unse­re Wahl und Set­zung eigent­lich erst zu einem The­ma für unse­re Leser machen? Nahe liegt der­zeit die Beschäf­ti­gung mit dem, was als »Iden­ti­tä­re Bewe­gung« zu einer patrio­tisch- gut­ge­laun­ten Frisch­zel­len­kur für uns alle wer­den könn­te. Aber ein Heft nur dar­über: das wäre zu wenig, zu sehr Maga­zin-Jour­na­lis­mus, zu weit weg von der in der Sezes­si­on-Autoren­schaft ver­sam­mel­ten Lebens- und Politikerfahrung.

»Iden­ti­tär«: Wer außer uns könn­te die­sen Inter­net-Tau­mel der Begeis­te­rung über ein neu­es Wort und einen unbe­las­te­ten Patrio­tis­mus in die Rei­he der vie­len Auf­brü­che, Mani­fest- Vor­stö­ße und idea­lis­ti­schen Anfän­ge seit der Wen­de ein­ord­nen? Wer, wenn nicht wir, weiß, daß die Hür­de auch für die­sen neu­en Ansatz dort auf­ge­stellt ist, wo der Sprung ins »Wir selbst« geleis­tet wer­den muß? »Wir selbst« – das ers­te The­men­heft des nächs­ten Jahr­gangs. Die bei­den ande­ren sind – wie stets – die publi­zis­ti­sche Essenz der bei­den gro­ßen Aka­de­mien des Insti­tuts für Staats­po­li­tik: »Reak­ti­on« im Juni, »Hei­mat­bo­den« im Okto­ber, also Gegen-Auf­klä­rung und Wider­stand auf der einen, Öko­lo­gie als kon­ser­va­ti­ves Kron­ju­wel und Hei­mat­schutz­auf­trag auf der ande­ren Sei­te. Das wer­den gute Hef­te, das sind The­men, in denen wir zu Hau­se sind!

Zwi­schen­durch, nach dem Wag­ner-Schwer­punkt im offe­nen April-Heft, machen wir zwei wei­te­re Sam­mel-Aus­ga­ben (August und Dezem­ber). Hier kann sich noch man­ches ver­schie­ben, das wis­sen wir, das ist immer so. Die Pla­nung steht und ist unse­re Richt­schnur: Ent­täuscht war bis­her kein Leser, wenn er ein Autoren­por­trait oder einen Essay ver­mis­sen muß­te, den er ange­kün­digt sah – der Ersatz, den wir anbie­ten, ent­schä­digt stets, und es sind immer gute Grün­de, die uns zu einer Ände­rung ver­an­las­sen. Schließ­lich rin­gen drei Dut­zend Stam­m­au­toren um rare sechs mal sech­zig Sei­ten im Jahr.

Ins­ge­samt sind Pla­nung, Tex­te, Satz, Papier und Druck über die Jah­re nicht bil­li­ger gewor­den, und wir haben uns des­halb nach zehn Jahr­gän­gen ent­schlos­sen, den Abon­nen­ten­preis um fünf Euro zu erhö­hen. Das sind für jeden Leser umge­rech­net zwei oder drei Glas Bier im Gast­hof (je nach Lage in der Münch­ner Innen­stadt oder im Zen­trum Schnell­ro­das). Für uns bedeu­tet es in der Sum­me, daß wir unse­re Autoren für ihre Schreib­stun­den bes­ser bezah­len kön­nen, viel­leicht in etwa so gut wie einen Klemp­ner, der eine Hei­zung repariert.

Blei­ben Sie uns gewo­gen! Der Jahr­gang 2013 wird gut, wird wie­der wech­sel­voll in der uns eige­nen Zusam­men­stel­lung aus aktu­el­ler Ana­ly­se und voll­kom­me­ner Unbe­irr­bar­keit in der Beschäf­ti­gung mit absei­ti­gen, abge­le­ge­nen, zeit­lo­sen, immer­gül­ti­gen, unan­greif­ba­ren Posi­tio­nen und The­men, Köp­fen und Begrif­fen. Und viel­leicht wird es für uns alle ein ent­schei­den­des Jahr: 1813 sprach der preu­ßi­sche König »An mein Volk«, und das Volk rang bei Leip­zig Napo­le­ons Trup­pen nie­der; 1913 ver­sam­mel­te sich die Blü­te der Jugend auf dem Hohen Meiß­ner, ahnend, daß die Jubel­fei­ern zum 100. Jah­res­tag der Völ­ker­schlacht ein Waf­fen­ge­klirr sei­en, das einen neu­en Gang ein­läu­ten könn­te. Wo ver­sam­melt sich 2013 wer, um wen wohin zu fegen? Wir wer­den nicht ver­säu­men, es Ihnen mitzuteilen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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