Kreuzzug und Dschihad

51pdf der Druckfassung aus Sezession 51 / Dezember 2012

von Stefan Scheil

Aufgeregte Debatten über den Islam gehören mittlerweile zum Alltagsbild. Sie werden nicht nur von Thilo Sarrazin oder auf dem publikums­trächtigen Blog politically incorrect geführt.

 Gastbeitrag

Gastbeitrag

Der Publi­zist Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge (Autor der Sezes­si­on und der Jun­gen Frei­heit) hat über den Islam einen zuge­spitz­ten Band mit dem Titel Das Dschi­had-Sys­tem ver­öf­fent­licht, und der Autor die­ses Bei­trags hat in der Jun­gen Frei­heit auf die »Män­ner vom Arat« hin­ge­wie­sen, die im Trom­pe­ter von Säckin­gen bereits Mit­te des 19. Jahr­hun­derts zukunfts­ge­wiß ihr Glas auf ein Leben am Rhein geho­ben haben. Sie sei­en mitt­ler­wei­le im Land ange­kom­men und wür­den sich gegen­über der »Ger­ma­nen­po­li­zei« aggres­siv gebär­den, was sie gera­de bei einem Kul­tur­fest in Mann­heim getan hatten.

Allen die­sen Debat­ten lie­gen die Annah­me und die aktu­el­le Erfah­rung zugrun­de, Mos­lems bzw. die Völ­ker mos­le­mi­schen Glau­bens sei­en eine dyna­mi­sche, gewalt­tä­ti­ge Kraft und des­we­gen eine rea­le Bedro­hung. Sich über die­se Bedro­hung Gedan­ken zu machen, ist sowohl legi­tim wie not­wen­dig. Legi­tim und not­wen­dig ist es aber auch, sich zur Selbst­ver­ge­wis­se­rung ein paar Gedan­ken über die Ver­gan­gen­heit und die gegen­wär­ti­ge Außen­wir­kung des »auf­ge­klärt«, aber offi­zi­ell immer noch christ­li­chen Wes­tens auf die isla­mi­sche Welt zu machen. Was der eine oder ande­re über »Geschich­te« zu wis­sen glaubt, spielt ja immer eine Rol­le. Da hat sich das Bild ver­scho­ben. Noch vor weni­gen Jahr­zehn­ten galt die mos­le­mi­sche Welt im Wes­ten unbe­strit­ten als ein Sinn­bild von Ver­schla­fen­heit: intel­lek­tu­ell, poli­tisch, wirt­schaft­lich und selbst demo­gra­phisch. Es ist zum Bei­spiel noch kei­ne hun­dert Jah­re her, daß die libe­ra­le ita­lie­ni­sche Regie­rung Tei­le von Klein­asi­en, also der heu­ti­gen Tür­kei, for­der­te, um den ita­lie­ni­schen Bevöl­ke­rungs­über­schuß dort unterzubringen.

Auf sol­che Zusam­men­hän­ge gilt es hin­zu­wei­sen. Das Amt des His­to­ri­kers schließt zwar nicht den Ein­griff in aktu­el­le poli­ti­sche Debat­ten dar­über ein, »was wir tun sol­len«. Über die­se Fra­ge kön­nen His­to­ri­ker von Berufs wegen kei­nes­falls bes­ser urtei­len als ande­re. Es schließt aber sehr wohl die Ver­pflich­tung mit ein, gewag­te Ver­gan­gen­heits­deu­tun­gen in Zwei­fel zu zie­hen, die in aktu­el­len Debat­ten für poli­ti­sche Ziel­set­zun­gen ein­ge­setzt wer­den. An ers­ter Stel­le führt dies zu einer Erin­ne­rung dar­an, wie kom­plex Geschich­te immer ver­läuft. Gera­de anhand von viel­ge­nann­ten Punk­ten wie bei den isla­mi­schen Feld­zü­gen in Rich­tung Wien in der frü­hen Neu­zeit läßt sich das illustrieren.

Das mehr­fa­che Auf­tau­chen der Osma­nen vor der Resi­denz des Kai­sers läßt sich nicht als blo­ße Kon­se­quenz mos­le­mi­scher Erobe­rungs­sucht inter­pre­tie­ren. Sie folg­ten regel­mä­ßig einer Ein­la­dung des Königs von Frank­reich, der sich davon Unter­stüt­zung in sei­nen Dau­er­feld­zü­gen gegen die Habs­bur­ger und das Reich deut­scher Nati­on ver­sprach. Im 16. Jahr­hun­dert war es der geschei­ter­te fran­zö­si­sche Kai­ser­kan­di­dat Franz I., der sich »gegen die gesam­te Chris­ten­heit mit der Tür­kei ver­bün­de­te, weil die Inter­es­sen Frank­reichs dies und nichts ande­res ver­lang­ten«, wie man sich im fran­zö­si­schen Par­la­ment noch in den 1930ern stolz erin­ner­te. Auch »1683« wur­den zwar die Tür­ken geschla­gen. Als Preis für sein Still­hal­ten im Rücken der Kai­ser­li­chen ver­lang­te Son­nen­kö­nig Lud­wig XIV. aber unter ande­rem die Abtre­tung Straßburgs.

Mit Blick auf den Islam und über­haupt die neue­re Welt­ge­schich­te führt eine Ana­ly­se dann im wei­te­ren zu einer Ver­ge­wis­se­rung der eige­nen Stär­ke aus ver­gan­ge­nen Zei­ten. Die Ver­gan­gen­heit des christ­li­chen Abend­lands stellt eine gewal­ti­ge Erfolgs­ge­schich­te dar. Aus dem christ­li­chen Land­strei­fen, der auch nach »732«, dem Sieg über die mos­le­mi­schen Hee­re bei Poi­tiers, nur noch eine schma­le Dia­go­na­le von Irland über Frank­reich bis nach Grie­chen­land bil­de­te, wur­de eine erd­um­span­nen­de Glau­bens­ge­mein­schaft. Beglei­tet wur­de die gewal­ti­ge Erfolgs­ge­schich­te aller­dings von unzäh­li­gen gewalt­tä­ti­gen Erschei­nun­gen, die nun ihrer­seits die Grund­la­ge für eine anti­christ­li­che Pole­mik bil­den könn­ten, der wir hier ein­mal etwas Raum geben wollen.

Was also könn­te etwa ein Mos­lem dem Chris­ten­tum ent­ge­gen­hal­ten, oder anders gefragt: Wel­che Reli­gi­on will eigent­lich mit Gewalt die Welt erobern? Wer respek­tiert Ver­trä­ge mit – aus sei­ner Sicht – Un-Gläu­bi­gen nicht? Kön­nen Chris­ten und Libe­ral­de­mo­kra­ten mit Grund von ein­sei­ti­ger Gewalt auf mos­le­mi­scher Sei­te sprechen?

Grün­de für eine gegen­tei­li­ge Ansicht las­sen sich in locke­rer Aus­wahl aus der Geschich­te zie­hen. Es ist ein Ver­such, sich in die Gegen­sei­te hin­ein­zu­ver­set­zen, wie er spä­tes­tens seit Lich­ten­bergs »Der Ame­ri­ka­ner, der den Kolum­bus ent­deck­te, der mach­te eine schreck­li­che Ent­de­ckung« zu den Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten gehö­ren soll­te. Sei­en wir also der »Anwalt der Gegen­sei­te« und sagen fol­gen­des, auch mit Blick auf Deutsch­land und die Res­te Germaniens:

  • »Es war nicht der Islam, der als frem­de Reli­gi­on nach Deutsch­land und ins übri­ge ger­ma­ni­sche Euro­pa kam und erst mit Gewalt durch­ge­setzt wurde.
  • Nicht der Islam hat alle damals exis­tie­ren­den hei­li­gen Stät­ten und Arte­fak­te in Deutsch­land und Skan­di­na­vi­en zer­stört und/oder mit eige­nen Kult­plät­zen überbaut.
  • Nicht der Islam hat die Tei­le der säch­si­schen und ale­man­ni­schen Eli­ten (spä­ter wei­ter öst­lich auch sla­wi­sche) getö­tet, die sich die­ser Ent­wick­lung nicht beu­gen wollten.
  • Nicht der Islam hat jahr­hun­der­te­lang dafür gesorgt, daß das Gött­li­che in Deutsch­land offi­zi­ell nicht in der Lan­des­spra­che ange­spro­chen wer­den konnte.
  • Nicht der Islam hat in Deutsch­land und ganz Euro­pa Zehn­tau­sen­de Men­schen bei leben­di­gem Leib ver­brannt, die ihm reli­gi­ös ver­däch­tig schienen.
  • Nicht der Islam hat in immer neu­en Kreuz­zü­gen nach außen und innen (etwa gegen die Katha­rer) jede reli­giö­se Abwei­chung blu­tig unterbunden.
  • Es war das Ober­haupt der Chris­ten, das im Ver­trag von Tor­des­il­las die gesam­te Welt – auch den damals noch unbe­kann­ten Teil – unter christ­li­chen Staa­ten auf­ge­teilt und viel­fach den Anspruch auf abso­lu­te Welt­herr­schaft erho­ben hat.
  • Es waren Chris­ten, die in den letz­ten Jahr­hun­der­ten mit Nord- und Süd­ame­ri­ka und Aus­tra­li­en gleich drei Kon­ti­nen­te durch Erobe­rung zu ihrer reli­giö­sen Sphä­re hin­zu­ge­fügt haben, unter kom­plet­ter Umvol­kung und weit­ge­hen­der Aus­rot­tung der bis dahin dort exis­tie­ren­den Völ­ker und Kulturen.
  • Kei­ne isla­mi­sche Bedro­hung hat die christ­li­chen Hee­re im 19. Jahr­hun­dert dazu gezwun­gen, in Zen­tral­asi­en, Nord-Ost­afri­ka und Indi­en ein­zu­rü­cken und dabei Hun­dert­tau­sen­de Mos­lems zu töten.
  • Nicht der Islam hat Euro­pa erobert und in kolo­nia­le Abhän­gig­keit gebracht, son­dern christ­li­che Staa­ten haben fast die gan­ze isla­mi­sche Welt erobert und vor knapp hun­dert Jah­ren nach Gut­dün­ken aufgeteilt.
  • Es sind vier christ­li­che, also mehr­heit­lich von Chris­ten bewohn­te und von Chris­ten regier­te Staa­ten und ein athe­is­ti­scher, die heu­te im Welt­si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Natio­nen den Anspruch erhe­ben, über dem inter­na­tio­na­len Recht zu ste­hen, kein moslemischer.
  • Ist es nicht so, daß der Kreuz­zug des Chris­ten­tums und der ›west­li­chen Wer­te‹ gegen den Rest der Welt seit 1400 Jah­ren jeden Tag sei­ne Opfer for­dert und kei­ne Gren­zen aner­kennt? Muß man nicht vom Kreuz­zugs-Sys­tem sprechen?«

Damit endet die­se Pole­mik eines mos­le­mi­schen »Anwalts der Gegen­sei­te«, die zuerst als Netz­bei­trag im Blog der Jun­gen Frei­heit erschie­nen ist. Obwohl eigent­lich klar aus­ge­spro­chen war, daß mei­ner Auf­fas­sung nach eine isla­mi­sche Gefahr real ist und es sich bei der vor­ge­tra­ge­nen Gegen­ar­gu­men­ta­ti­on a) nicht um einen objek­ti­ven, son­dern um einen par­tei­ischen Bei­trag han­del­te, der b) auch nicht mei­ne Mei­nung (und kei­ne Redak­ti­ons­mei­nung) wie­der­gab, son­dern die eines fik­ti­ven Mos­lems, hat der Krach sich dar­auf­hin brei­te Bahn gebro­chen. Neben etli­chen niveau­vol­len Bei­trä­gen war viel­fach ver­ba­le Inkon­ti­nenz inbe­grif­fen, ins­be­son­de­re auf poli­ti­cal­ly incor­rect, wo man dem Autor ziem­lich unver­blümt aller­hand kör­per­li­che Negativ­erfahrungen an den Hals wünsch­te. Ander­orts bezeich­ne­te man gar sei­ne Ermor­dung als wün­schens­wert. Das ist beson­ders apart in einer Sze­ne, die sich nicht genug über wirk­li­che und angeb­li­che isla­mi­sche Gewalt erei­fern kann.

Das Pro­blem scheint dar­in zu bestehen, daß die Islam­kri­tik sich zuse­hends in den klas­si­schen Mus­tern aus Angst, Halb­wis­sen und poli­ti­schem Wil­len ver­liert, wie man sie auch aus ganz ande­ren Zusam­men­hän­gen kennt. Da fällt etwa stän­dig das Stich­wort der isla­mi­schen taqi­y­ya. Das bedeu­tet, kurz gesagt, Mos­lems hät­ten angeb­lich die Erlaub­nis, Nicht­mos­lems zu belü­gen, zu berau­ben oder zu hin­ter­ge­hen, sich harm­los zu stel­len, solan­ge es ihnen nützt. Frem­de sind das also und blei­ben es auch, denen man nicht trau­en kann und bei denen jedes Wort gelo­gen sein kann. Gemeint sind prin­zi­pi­ell alle Moslems.

Das hat man in ande­rem Zusam­men­hang schon ein­mal gehört, von Berufs wegen. Es ist ja einer der Klas­si­ker der anti­jü­di­schen Agi­ta­ti­on seit dem Auf­kom­men der anti­se­mi­ti­schen Bewe­gung im 19. Jahr­hun­dert gewe­sen. Die Behaup­tung, daß »der Eid eines Juden« nichts wert sei, daß Juden sich als Teil ihrer Gemein­schaft gegen­über Chris­ten weder an Geset­ze noch an Ver­trä­ge noch an gege­be­ne Ehren­wör­ter hal­ten müß­ten, war eins ihrer zen­tra­len Ele­men­te. Damit hat man sich in einer damals über­schau­ba­ren und poli­tisch eher unwich­ti­gen Anti­se­mi­ten­sze­ne so schnell so erfolg­reich ver­rückt gemacht, daß schon vor 1900 der ers­te Ganz­schlaue die äußers­ten schein­lo­gi­schen Kon­se­quen­zen zog und »die völ­li­ge Abson­de­rung« oder »schließ­li­che Ver­nich­tung« der Juden öffent­lich for­der­te und dies auch dru­cken ließ. Sol­che Kon­se­quen­zen zie­hen immer nur extre­me Außen­sei­ter. Aller­dings muß offen­ge­legt wer­den, wohin bestimm­te Argu­men­ta­ti­ons­strän­ge letzt­lich füh­ren kön­nen. Wer dies ver­säumt, wird mög­li­cher­wei­se ent­we­der zur Unzeit von den Fana­ti­kern über­rannt oder von sei­nen Geg­nern zur Offen­le­gung gezwun­gen werden.

In der Islam­kri­ti­ker­sze­ne wird in abge­stuf­ten For­men zwar nicht die Aus­rot­tung der Mos­lems, viel­fach aber die Bekämp­fung und die »Befrei­ung« der Welt vom Islam als Gan­zes gefor­dert. Das ergibt sich auch aus der Sys­tem­lo­gik der vor­ge­brach­ten Argu­men­ta­ti­on. Man muß des­halb gar kein »noch nicht« dazu­set­zen, um abzu­se­hen, wohin auf die­ser Schie­ne die Rei­se gehen kann. Mehr als eine Mil­li­ar­de Men­schen ernst­haft von ihrer Kul­tur und ihrer Reli­gi­on »befrei­en« zu wol­len, bedeu­tet nicht weni­ger, als den Drit­ten Welt­krieg zu fordern.

Und zum zwei­ten: Befrei­ung, Kreuz­zug? Hat man so was nicht auch schon in ande­rem Zusam­men­hang gehört? Ja, eben­falls von Berufs wegen. Iro­ni­scher­wei­se lebt man selbst in einem Land, das erst Anfang des letz­ten Jahr­hun­derts Objekt eines vom Geg­ner als »Kreuz­zug« bezeich­ne­ten Krie­ges wur­de. Das deut­sche Volk – dem ein zweck­mä­ßig kon­stru­ier­ter Anti­ger­ma­nis­mus auch die übli­chen hin­ter­häl­ti­gen und unver­bes­ser­li­chen Eigen­schaf­ten andich­te­te – ver­lor dabei wesent­li­che Tei­le sei­nes Ter­ri­to­ri­ums, Mil­lio­nen Leben, sei­ne Sou­ve­rä­ni­tät, sein Natio­nal­ver­mö­gen, schließ­lich den Glau­ben an sich selbst und an sei­ne Zukunft. Das »Ger­ma­ny in 1950«, das agi­ta­to­ri­sche Flug­blät­ter als Schreck­ge­spenst eines ver­ein­ten deutsch-öster­rei­chisch-unga­ri­schen Staats­we­sens mit 250 Mil­lio­nen Ein­woh­nern an die Wand mal­ten, soll­te es nicht geben. Hier lief dem Anti­ger­ma­nis­mus ein wei­te­res Ele­ment zu, das auch heu­te wie­der kommt: die Angst vor demo­gra­phi­scher Über­wäl­ti­gung. Die Deut­schen waren damals im angel­säch­si­schen Raum nicht nur als hin­ter­häl­tig, aggres­siv und unver­bes­ser­lich ver­schrie­en, sie ver­mehr­ten sich schein­bar auch noch unaufhaltsam.

Der Kreuz­zug zur Ver­hin­de­rung die­ser, vor hun­dert Jah­ren zwar weit her­ge­hol­ten, aber durch­aus nicht irrea­len Opti­on eines 250-Mil­lio­nen-Staa­tes wur­de zwar unter der Flag­ge »Kreuz­zug für die Demo­kra­tie« geführt, aber vom ame­ri­ka­ni­schen Par­la­ment mit allen Ele­men­ten des Gebets gegen den angeb­li­chen Anti­christ in Ber­lin aus­ge­ru­fen und bis zur Kapi­tu­la­ti­on durch­ge­foch­ten. Er rich­te­te sich nicht gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus, son­dern gegen das kai­ser­li­che Deutsch­land des Jah­res 1917. Zwar goß spä­ter ein Unter­su­chungs­aus­schuß des US-Kon­gres­ses aller­hand Was­ser in die­sen Wein, als er fest­stell­te, die Kriegs­er­klä­rung von 1917 sei wesent­lich auf die Machen­schaf­ten der Rüs­tungs­in­dus­trie zurück­zu­füh­ren. Den­noch hat die­se reli­giö­se Kom­po­nen­te einen grö­ße­ren Ein­fluß aus­ge­übt, als das nor­ma­ler­wei­se in den Dar­stel­lun­gen zum Tra­gen kommt. Gestei­gert wur­de sie noch, als spä­ter tat­säch­lich der National­sozialismus regier­te. Als Stim­men in Eng­land eine voll­stän­di­ge Aus­rot­tung der Deut­schen for­der­ten, weil sie das Chris­ten­tum ver­leug­net hät­ten, nann­te der vati­ka­ni­sche Unter­staats­se­kre­tär Tar­di­ni dies »eine schö­ne christ­li­che Auf­fas­sung«. Nein, ver­setz­te Ernst von Weiz­sä­cker als deut­scher Ver­tre­ter beim Vati­kan, es sei »muham­me­da­ni­sche Logik«.

Die Islam­kri­tik von heu­te trägt also viel­fach alt­be­kann­te Züge. So nütz­lich es ist, sich bestimm­te Gefah­ren zu ver­ge­gen­wär­ti­gen, die durch eine igno­ran­te Zuwan­de­rungs­po­li­tik (und die eige­ne Gebur­ten­ver­wei­ge­rung) geför­dert wer­den, so schäd­lich kann es sein, sich in simp­len Gedan­ken­struk­tu­ren einer von allen Mos­lems dezen­tral getra­ge­nen isla­mi­schen Ver­schwö­rung gegen Euro­pa und die Welt zu ver­ren­nen. Die Welt kennt kei­ne Auto­ma­tis­men und von simp­len Prin­zi­pi­en getrie­be­nen mensch­li­chen Expan­si­ons­ro­bo­ter. Kreuz­zug und Dschi­had sind immer dort, wer­den dort aus­ge­ru­fen oder der Gegen­sei­te unter­stellt, wo man die Kom­ple­xi­tät nicht mehr sehen will.

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