Sezession
16. September 2013

Kerry Bolton: Revolution from Above

Gastbeitrag / 2 Kommentare

kerry bolton revolution-from-abovevon Manfred Kleine-Hartlage

Jeder, der einmal versucht oder auch nur theoretisch erwogen hat, einen größeren geistig-politischen Umschwung herbeizuführen - von einer Revolution ganz zu schweigen -, weiß, daß dazu vor allem eines erforderlich ist: Geld.

Geld bringt Journalisten dazu, bestimmte Themen hoch- oder niederzuschreiben, Geld veranlaßt Professoren, ihre Erkenntnisinteressen denen ihrer Drittmittelgeber anzupassen, Geld ermöglicht es, Zeitungen und Fernsehsender zu kaufen, mit Geld kann man Kurse für Agitatoren und solche, die es

werden wollen, bezahlen, mit Geld eine Infrastruktur von "Nichtregierungsorganisationen" unterhalten, und wenn all dies nicht reicht, kann man mit Geld Waffen kaufen.

Obwohl dies so offenkundig ist, daß man es schon banal nennen muß, ist es zugleich ein Tabuthema. Jeder weiß zwar, daß etwa die Bolschewiki eine Organisation von "Berufsrevolutionären" waren; und jeder, der darüber nachdenkt, könnte sich sagen, daß Berufsrevolutionäre - wie alle anderen Berufstätigen auch - auf Arbeitgeber oder Kunden angewiesen sind, die sie bezahlen. Und doch gilt die Oktoberrevolution bis heute als das Werk eines gewissen Lenin, nicht etwa als das seiner Geldgeber. Allenfalls gesteht man zu, daß die Millionensummen, die die deutsche Regierung während des Ersten Weltkriegs zur Verfügung stellte, eine gewisse Rolle gespielt haben mögen. Daß entsprechende Summen aber schon lange vor dem Ersten Weltkrieg an die Bolschewisten und andere revolutionäre Organisationen flossen, und daß sie keineswegs aus Deutschland stammten, sondern aus amerikanischen Finanzkreisen: Das ist zwar kein Geheimnis, sondern wohldokumentiert; im offiziösen Geschichtsbild kommt es aber nicht vor.

Dabei ist die Russische Revolution noch dasjenige Thema, bei dem der kausale Zusammenhang zwischen den Interessen schwerreicher Finanziers und der Entfesselung der Revolution am ehesten thematisiert werden kann. Wer dagegen fragt, warum 1789 wie auf Kommando in ganz Frankreich Agitatoren auftauchten, die ein gar nicht so unzufriedenes Volk aufzuhetzen verstanden, sieht sich schnell als "Verschwörungstheoretiker" abgestempelt, und erst recht gilt dies für den, der den ominösen "Zeitgeist" hinterfragt, der - man weiß nicht wie - seit rund hundert Jahren, spätestens aber seit dem Zweiten Weltkrieg, grundsätzlich nur von links zu wehen scheint.

Wiederum ist es nicht wirklich ein Geheimnis, daß dieser Zeitgeist keineswegs von selbst entstanden ist, und es ist auch kein Geheimnis, wer seine Entstehung organisiert und finanziert hat: Die verantwortlichen Akteure rühmen sich dessen sogar und geben in ihren Veröffentlichungen detailliert Auskunft darüber. Und doch haben diese allgemein zugänglichen Informationen kaum Eingang ins herrschende politische Bewußtsein gefunden.


 Gastbeitrag

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Kommentare (2)

Walter
17. September 2013 08:33

prägnanter und stichhaltiger Artikel. vielen dank für die ausgiebigen und konkreten Zusammenhänge über Kapitalismus und Sozialismus. so manchem würden solche aussagen im halse stecken bleiben, jedoch nur aufgrund ideologischer scheuklappen.

JeanJean
17. September 2013 10:07

Auch wenn ja gerade eine Kontroverse tobt, bei der Horowitz keine gute Figur abgibt und Horowitz natürlich ein Anhänger des Liberalismus ist, kann man das verlinkte video doch mit Gewinn ansehen. "The new Leviathan", Horowitz' Buch, befasst sich mit der Macht und Rolle der Stiftungen in der politischen Auseinandersetzung der USA.

https://www.youtube.com/watch?v=e6hMDtoMALk

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