Sezession
23. September 2013

Päpste, Predigerinnen, Lebenschützer

Martin Lichtmesz / 35 Kommentare

HarharVia Spiegel Online wird mal wieder ein Rührstück über Papst Franziskus durch alle verfügbaren Kanäle gejagt, das so bizarr überspannt geraten ist, daß ich nun langsam wirklich wissen will, was für Gestalten das sind, die solche Prosa verfassen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Im Impressum nachgesehen, es ist ein Herr Marc Pitzke, Jahrgang 1963, der für die Prawda Deutschlands in New York hockt. Bekommt er auch von dort, etwa von der New York Times, seine Anweisungen oder saugt er sich all dies selber aus den Fingern? Der Text klingt jedenfalls verdächtig mehr nach dem Gebetsbuch der amerikanischen liberals als nach der Bibel.

Zunächst wird wieder die inzwischen medienobligate Schmonzette vom "demütigen" und "echt menschlichen" Papst gespielt. Dann bläst Pitzke in die "Also sprach Zarathustra" -Fanfaren, als wäre im Vatikan die Weltrevolution oder eine Regenbogenparade ausgebrochen. Dabei trägt er mit tropfend dickem Pinselstrich auf, Modell: "progressive Lichtgestalt" gegen "finstere, verknöcherte Hintermänner":

Der Papst rüttelt die Kirche auf... Franziskus, der Reformer: Mit einem sensationellen Interview sprengt der Papst die Verkrustungen der Kirche. Seine für den Vatikan beispiellos progressiven Gedanken zur Sexualmoral sind eine Kampfansage an die Fundamentalisten - und rühren abtrünnige Katholiken zu Tränen... Offene Kampfansage an die alte Garde des Vatikans...

Das ist genau die Art von Schlagzeilen, die all jene in rauschhafte Zustände versetzen, die selber ungläubig sind, und die sich daran stossen, daß die Lehrsätze der Kirche sich immer noch zu sehr von den idolisierten Glaubensartikeln des Zeitgeistes abheben. Dabei kümmert sie wohl weniger die "Verkrustung" der Kirche, als daß sie offenbar an einer Heiligsprechung ihrer eigenen Wertvorstellungen interessiert sind. Jedenfalls geraten sie mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Häuschen, wenn sich auch nur kleinste Anzeichen einer Aufweichung dieser letzten noch einigermaßen standhaften konservativen Traditionsbastei zeigen.

Vor allem gibt es diese Manie, die Kirche nun unbedingt zu Konzessionen zur "Sexualmoral" zu bewegen, die in der gesamten westlichen Gesellschaft ohnehin schon entfesselter ist als je zuvor in der ganzen Weltgeschichte, verbunden übrigens mit einem gleichzeitigen Sinken der Geburtenraten. Dabei wird so getan, als ob jeglicher echte oder vermeintliche Schritt in diese Richtung den Anbruch des Himmelreiches bedeute.

Und Pitzke nennt auch gleich die drei brennnendsten Themen der ungläubigen Christenheit, und alle haben sie mit dem "Tabuthema" (hüstel) Sex zu tun:  Schwule! Frauen!! Abtreibung!!!

Schwule, Frauen, Abtreibung: Offen und einfühlsam spricht er  (Franziskus) über Themen, die unter seinem Vorgänger Benedikt XVI. tabu waren oder mit fundamentalistischem Eifer totgepredigt wurden. Manche Gedanken - etwa über gleichgeschlechtliche Liebe - hat er schon mal angetestet, doch noch nie so ausführlich. Vor allem in Latein- und Südamerika, den Bastionen der Konservativen, dürfte das jetzt mit Donnerhall einschlagen.

 Sehen wir uns diese epochalen Paukenschläge mal an. Da wären zuerst die "Schwulen", die Lieblingsobsession par excellence der Linksliberalen. Das ist ihr erstes Ärgernis, daß nach katholischer Lehre praktizierte Homosexualität "immer noch" als "Sünde" gilt (ebenso wie außerehelicher Beischlaf).  Franziskus, der vor nicht allzu langer Zeit die Existenz einer Schwulen-Lobby im Vatikan bestätigte, sagte nun:

"In Buenos Aires habe ich Briefe von homosexuellen Personen erhalten, die 'soziale Wunden' sind, denn sie fühlten sich immer von der Kirche verurteilt. Aber das will die Kirche nicht. Wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der sie verurteilt. Einmal hat mich jemand provozierend gefragt, ob ich Homosexualität billige. Ich habe ihm mit einer anderen Frage geantwortet: 'Sag mir: Wenn Gott eine homosexuelle Person sieht, schaut er die Tatsache mit Liebe an oder verurteilt er sie und weist sie zurück?'"

Da fühlen sich nun Pitzke zufolge viele Schwule gestreichelt und vergießen heiße Tränen über soviel Zuwendung und haben wahre Erweckungserlebnisse.  Ich rotze auch gleich ganz bewegt in mein lila Spitzentaschentuch. Aber was hat denn Franziskus nun ernsthaft so Neuartiges gesagt, das dieser Aufregung wert wäre?

Die Kirche hat in ihrer ganzen Geschichte stets nur die Sünde, nicht den Sünder verdammt, und jeden Sünder aufgenommen, der reumütig war, also "guten Willen hat und Gott sucht", egal, wie schwer sein Vergehen war. Das ist ja ein bedeutendes Grundprinzip des Christentums. Wir erinnern uns vielleicht noch vage an die Szene mit der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein... Geh hin, und sündige nicht fortan nicht mehr." Das heißt aber nicht, daß nun der Ehebruch an sich nicht mehr als Sünde gelte.

Zweitens, die "Frauen". E gehört zu den blödsinnigsten und schädlichsten Falschmünzereien speziell der amerikanischen "Liberals", "die Frauen", mithin wohl in jedem beliebigen Land der Erde die halbe Bevölkerung, als einen diskriminierten Opfer- und Behindertenstamm neben sakralisierte Minderheitengruppen wie Homosexuelle, Transen, Juden, Schwarze und so weiter zu stellen.

Was sie an der Kirche insbesondere wurmt, ist, daß dort als eine der letzten patriarchalen Festungen immer noch nicht die alleinseligmachende "Geschlechtergleichstellung" praktiziert wird. Das ist das zweite Ärgernis. Immerhin ist ja sogar das Militär schon diesbezüglich weichgeklopft worden, nur bei den Genderquoten bei Bergarbeitern und Feuerwehrleuten schaut es noch schlecht aus.

Was sagt also der Papst zu den "Frauen"?

"Die Frauen stellen tiefe Fragen, denen wir uns stellen müssen. Die Kirche kann nicht sie selbst sein ohne Frauen und deren Rolle. Die Frau ist für die Kirche unabdingbar. Maria - eine Frau - ist wichtiger als die Bischöfe. Man muss daher die Vorstellung der Frau in der Kirche vertiefen. Man muss noch mehr über eine gründliche Theologie der Frau arbeiten. Der weibliche Genius ist nötig an den Stellen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden."

Was soll man dazu sagen? Ähnliches kann man auch, wenn sich noch einer an sie erinnert, bei einer frommen, konservativen Katholikin wie Ida Friederike Görres lesen, die indessen das Priesteramt für Frauen strikt ablehnte. Daß die Frau im Katholizismus stets eine gewichtige Rolle gespielt hat, weitaus mehr als in etwa im Judentum oder Islam, vergißt man heute auch gerne. Der Verweis auf die Jungfrau Maria, die über allen Bischöfen steht, ist sogar sehr schön.

Der Rest klingt in meinen Ohren allerdings eher schwammig und ein bißchen kitschig. Der Hinweis auf den "weiblichen Genius" kann auch symbolisch oder allegorisch gemeint sei. Daß feministisch gestimmte Linksliberale mit ihrem "positivem Sexismus" und ihrem rosaroten "Frauen-sind-die-besseren-Menschen"-Kult darauf anspringen, kann man nachvollziehen. Aber auch hier vermisse ich nun die Wendezeit-Fanfare.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (35)

quer
23. September 2013 15:31

Manche Journalisten sind schon merkwürdig. Immer wieder entdeckt ein solches Exemplar, daß der (ein) Papst - welch Wunder - tatsächlich katholisch ist. Dabei ist es doch ganz leicht: Man braucht Worte und Einlassungen des Papstes lediglich mit dem katholischen Katechismus zu vergleichen. Erst dann, wenn man zwischen beiden eine Lücke entdeckt, wäre dies Anlaß zu jubeln, aufzuschreien, oder sonstwas.

Recherche schadet aber dem Bestreben, Gläubige zu verunsichern. Das aber, ist der eigentliche Sinn und Zweck solchen Geschreibsels.

Inselbauer
23. September 2013 15:56

Evangelische Pfaffen-Weiber sind, das muss man offen sagen, Inkarnationen des katholischen Teufels. Mütter der Lüge und Mörder von Anbeginn, so leid mir das auch gegenüber den "konservativen" protestantischen Lesern hier tut. Mutti Merkel ist so eine: Die sanktioniert die Totalüberwachung, die Totalenteignung und die Einäscherung des deutschen Volkstums. Wer sonst würde so etwas lächelnd hinbekommen?
Als ich in einer schweren Stunde in einem Krankenhauszimmer bei meiner Frau war und uns die Eugenik drohte, betrat eine solche Vettel den Raum. Ich war im Moment davon überzeugt, dass von dieser Tante meinem ungeborenen Kind tödliche Gefahr drohte und scheuchte die Frau Pastor instinktiv wie ein gefährliches Tier aus dem Raum.

Luise Werner
23. September 2013 16:00

Die mediale Verzückung über Papst Franziskus und seine Bemerkungen haben vor allem den Grund, anzudeuten, dass sich niemand, auch die katholische Kirche nicht, dem Zeitgeist entziehen kann (und darf). Es ist den Damen und Herren Schreiberlingen völlig einerlei, ob sich in der Kirche substanziell etwas bzgl. Schwulen, Frauen, Abtreibung ändert. Die Hauptsache ist, man kann über "Bewegung in die richtige Richtung" berichten. Beim Spiegel-Leser bleibt nur diese Tendenz hängen. - Der Konsens muss allumfassend sein. Niemand kann sich entziehen. Alle machen mit. Es kann nicht falsch sein. Alles andere ist letztlich pathologisch - Glauben Sie mir, manchmal bin ich arg am zweifeln, was mich selbst betrifft.
Und was Sie über die Protestanten schreiben, kann ich nur unterschreiben, und es tut mir wahrlich weh.

Rumpelstilzchen
23. September 2013 16:50

Zunächst Danke, dass auf Sezession solche Themen stattfinden.
(Neudeutsch gesagt).
Nur, weil der Papst so lieb ausschaut, fast wie Stan Laurel, heißt das nicht, dass er für Abtreibung, Schwulenehe usw. ist.
Das verstehen so Leute wie der Piefke einfach falsch. Hier ist der Wunsch die Mutter des Gedankens.
Franziskus ist im besten Sinne katholisch und scheint liberale und konservative Positionen versöhnen zu wollen. (Die Erzählung von der Ehebrecherin ist modellhaft für seine Theologie:Seelsorge versus moralischen Rigorismus, aber entschiedene Wertvorgaben)
Die linken Kräfte in der katholischen Kirche wittern ihre Zeit gekommen und die konservativen Kräfte müssen jetzt voranschreiten, wenn sie nicht reaktionär werden wollen. Hier ist eine große "Integrationsleistung" gefordert. Zwischen Anpassung und Aufbruch.
Das mit dem weiblichen Genius ist auch ein alter Hut. Maria ist wichtiger als die Bischöfe. Diese Theologie der Frauen hat aber auch gar nichts mit feministischer Theologie zu tun!!!
Die ihrer Weiblichkeit und Mütterlichkeit bewußte Frau lächelt über den fetten oder schwuchteligen Bischof und strebt dessen Amt nicht an, ebenso wenig das Priestertum. Sie neidet den Herren nicht ihre Ämter.
Ihre Aufgabe ist eine andere.
Frauen, die dies nicht verstehen, rennen auf Kirchentagen bevorzugt mit Ersatzstolen in Form bunter Tücher herum und wollen ihren Sermon loswerden. So aber dient frau nicht Gott.
Es ist für einen Katholiken sehr amüsant zu sehen, wie die Liberalen sich für den Papst begeister.
Wetten, Claudia Roth macht auch noch ihren Bußgang nach Rom...

M.L.: Nach Carl Schmitt besteht das Wesen der römischen Kirche in der "complexio oppositorum". Wer weiß, vielleicht ist ja Franziskus ein Genie, das diese Kunst besonders gut beherrscht, und dem nun sogar die Spiegel-Fritzen auf den Leim gehen...

Biobrother
23. September 2013 18:01

Tatsächlich hat der nun amtierende Papst nichts wesentliches an der Lehre oder Beurteilung geändert, sondern lediglich die Schärfe der Verurteilung deutlich abgemildert. Da die Kirche in bestimmten Ländern immer noch eine "Meinungsmultiplikatorin" ersten Ranges ist, wird auch das aber eine gewisse Wirkung haben, sowohl an der Basis als auch bei den sonstigen Kirchenfürsten, denen nun eine Möglichkeit karrierefördernden Eiferertums entzogen ist.

Dazu auch noch ein paar Worte von David Berger, Thomismusexperte und seinerzeit Dozent an einer Katholischen Universität, sowie Herausgeber der konservativ-katholischen Monatsschrift "Theologisches", heute Chefredakteur eines schwulen Lifestylemagazins (ob man das nun für einen Abstieg oder eine späte Emanzipation hält, darf jeder für sich selbst entscheiden).

http://diefreiheitsliebe.de/religion/es-wird-nur-einen-mentalitaetswandel-geben-david-berger-zum-franziskus-interview#more-21724

Biobrother
23. September 2013 18:11

Ebenfalls zum Thema:
Bischof Stephan Ackermann besucht schwul-lesbisches Zentrum in Trier. Soweit ich weiß, ist er einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Ende des Jahres frei werdenden Erzbischofssitz in Köln. ;-)

http://www.newsplay.de/video/volksfreund/Rheinland-Pfalz/Kultur/video-Premiere-Bischof-besucht-schwul-lesbisches-Zentrum-Kirche-schmit-z-Trier-Ackermann-575232.html

Abronsius
23. September 2013 18:30

Der Artikel ist mir zu lang und zu zwanglos gegliedert, ich beziehe mich daher nur auf die erste Seite, die ich ganz gelesen habe:

Der wesentliche Punkt hinsichtlich der Schwulenpolitik ist offenbar nicht gesehen. Die Kirche nimmt den Sünder an, wenn er reuig ist. Das ist weder neu noch erstaunlich. Der wesentliche Punkt ist aber: Die Schwulen wollen nicht reuig sein und umkehren, sondern sie wollen weitersündigen: Sie wollen nicht Vergebung ihrer Sünden, sondern das Verdikt soll beseitigt werden. Und wenn Rom hier einknickt, dann ist das Lehramt der Kirche in der Tat überflüssig. Denn ich brauche niemanden, der mir predigt, daß man alles dürfe und der Mensch keine Bestimmung in der Schöpfung habe, außer sich geil zu fühlen.

Bei den Evangelischen ist das schon gelungen.

Wer den Wert der Katholischen Kirche begreifen will, findet das Wesentliche in der kleinen Schrift "Römischer Katholizismus und Politische Form" von Carl Schmitt. Man würde sich wünschen, daß mehr Katholiken - Laien, Priester, Päpste - diese Schrift lesen und beherzigen würden.

Couperinist
23. September 2013 18:34

Die Wahl hat diese Meldung verschluckt, aber in Pakistan sind am Wochenende um die 80 Christen nach einer Messe zermatscht worden (was dem Pontifex im Gegensatz zur "feministischen Theologie" übrigens keine Erwähnung wert ist). Aber klar, das progressive Menschheitsglück hängt davon ab, ob die Katholen weibliche Priester zulassen.

Biobrother
23. September 2013 20:34

Wobei noch anzumerken ist, dass die Kirche natürlich, wie bereits im Artikel gesagt, auch diverse andere Dinge aus dem Schlafgemach - z.B. Verhütung oder vorehelichen Sex - missbilligt. Wobei sich diese Punkte vom Thema Homosexualität aber dadurch fundamental unterscheiden, dass sie eine große Mehrheit betreffen und selbiger die Meinung der Kirche hier aus Eigeninteresse nahezu völlig schnuppe ist, sodass infolge dessen auch keinerlei gesellschaftliche Missbilligung zu erwarten ist, wenn z.B. ein unverheiratetes Paar in wilder Ehe zusammenlebt. Vielleicht wäre es ja eine gute Idee, dass sich entweder alle (zumindest alle Katholiken) an die kirchlichen Gebote halten (in diesem Fall fände ich dann auch eine kritische Betrachtung der Homosexualität akzeptabel), oder man alle Bereiche, in denen erwachsene Menschen frei für sich entscheiden, gleich indifferent behandelt.

Rumpelstilzchen
23. September 2013 21:06

Wer hätte das gedacht: der Papst ist katholisch

http://kath.net/news/42982

neocromagnon
23. September 2013 21:11

Verweiblichung (im negativen Sinne) zeigt sich in einem Wandel der Umgangsformen, der Hinwendung zum körperbetonten Hedonismus, der Überbewertung des Materiellen, einer Verhandelbarkeit von Prinzipien und Wahrheit, einem Wechsel der Entscheidungsbasis vom Prinzip zum Gefühl, dem Bedeutungsverlust von verbindlichen Zusagen und einer Kontroll- und Aufsichtsinflation bei gleichzeitigem Wirkungsverlust von Sanktionsmaßnahmen durch Milde und Inkonsequenz.
Die Wortwahl:

ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz

im Bezug auf die Abtreibung, ist mir auch schon in dem jf Artikel aufgefallen, ohne, daß ist da schon genau wusste warum. Jetzt sehe ich klarer.
Der sich nach Aussen liebevoll, tolerant, ganzheitlich, gerecht usw. gebende links/liberale Geist (den ich selber aus meinem Elternhaus in Reinform kenne), hat auch eine andere sehr sehr dunkle Seite, die hier durchscheint. Mit obigen Worten wird die Zerstückelung eines menschlichen Wesens umschrieben, das dem hedonistischen Eigeninteresse eines Vertreters dieses Geistes im Wege steht. Ein Akt beispiellosester Gewalt, lautlos und auf kleinstem Raum in zuckersüße Worte verpackt.

Ein Fremder aus Elea
23. September 2013 21:34

Es gibt noch eine andere Probleme mit Frauen, zum Beispiel ihre Unfähigkeit zu harten sachlichen Auseinandersetzungen, was langfristig, siehe Merkel, zu Absolutismus führt.

Stil-Blüte
23. September 2013 21:52

'...Bergarbeitern und Feuerwehrleuten...'

Um nicht zu vergessen: Rettungskräfte, Autobahn/-Straßenarbeiter, Schienenverleger, Müllmänner, Fensterputzer, Sargträger, Arbeiter auf Ölplattformen, (Hochhaus-)bauarbeiter, Maurer, Kanalarbeiter, Stahlgießer, Paketdienstler...
Piloten, Kapitäne, Traker, Taxi-, Eisenbahn-, Straßenbahnfahrer, Schlosser, Chirurgen, Automechaniker, Befreiungskämpfer, Straßenbaum-/Heckenbeschneider, Kranführer, Elektriker, Elektroniker... bestätigen die Ausnahme von der Regel. Seltsam, alle diese Berufe stehen Frauen offen, werden aber von ihnen nicht eingeklagt.

Pelagius
23. September 2013 22:32

Was die institutionelle Seite des Katholizismus betrifft, so ist diese angebliche "konservative Traditionsbastei" außerhalb Roms längst geschleift. Sie existiert im Grunde nur noch als ewiger Popanz in den Köpfen der Gegenseite. Die Journaille zeigt ihn herum, um auch noch die letzten Lebenszeichen im Keim zu ersticken, und zuletzt wird auch die dogmatische Engelsburg fallen.

Der ehemalige katholische Universitätsdozent und Publizist E. Michael Jones hat den Niedergang der Kirche in den USA dokumentiert - siehe das Fallbeispiel Notre Dame University:
www.culturewars.com/Reviews/NDad.html

Marvin Lederer
23. September 2013 22:53

Der Spiegel ist ein Magazin, das mit der Wirklichkeit zunehmend wenig am Hut hat. Es werden nur noch Ereignisse recherchiert, die sich im Sinne der liberalen Ideologie propagandistisch verwursten lassen. Mit kaum verhohlener Freude wird über entsetzliche Katastrophen berichtet, in deren Fahrwasser man die Lösung eines eingebildeten, unwichtigen oder gar nicht existierenden Problems erhofft: nach Fukushima faselte man vom Ende der Atomenergie, nach dem Amoklauf in Connecticut im letzten Jahr phantasierten die Spiegelinge von der nun sicher folgenden Verschärfung des US-amerikanischen Waffenrechtes und so weiter. Die früher durchaus interessanten Reportagen wurden zugunsten von Meinungsartikeln, deren Inhalt sich jeder Internetnutzer selbst zusammensuchen kann, langweiligen Interviews mit langweiligen Leuten und durchsichtigen Kampagnen für das liberale Lieblingsanliegen des Tages aufgegeben.

Marc Pitzke ist insofern der komplette Spiegel-Journalist, gewissermaßen der spiegeligste Redakteur von allen. Kaum einer beherrscht außerdem den widerlichen Jargon dieses Drecksblattes so perfekt wie er, oder vielleicht haben die anderen auch nur mehr Schamgefühl. Ich muß immer schon brechen, wenn ich nur Bruckstücke von dem Müll lese:
Schwule, Frauen, Abtreibung, aufrütteln, Reformer, Verkrustungen, progressiv, Offen und einfühlsam, tabu, fundamentalistischer Eifer, Wandel, katholischer Frühling, Weg in die moderne Welt usf.

Pit
24. September 2013 02:07

Wie wenn irgendetwas aus dieser langen Liste sonderlich relevant wäre...: relativ zu
-Bevölkerungsaustausch
-Finanzapokalypse

Beide Punkte sind schreiend abwesend in der Liste angeblich problematischer Dinge. Die Kunst der Desinformation.

Laß sie in diesen zwei Punkten sinnvolle Positionen vertreten, und der Rest der Liste soll mich schwerlich groß kümmern.
Mensch, werde wesentlich!

Kleist
24. September 2013 05:15

Tut mir leid, dass ich am Thema vorbeischreibe. Ich wollte jedoch an dieser Stelle gerne meinen Wunsch äußern, Herr Lichtmesz möge sich doch in absehbarer Zeit zum gestrigen Wahlausgang äußern – ich brenne geradezu darauf, vor allem da der letzte Beitrag zur AfD für reichlich Diskussionsstoff sorgte.
Ich bin auch der Meinung, dass eine offene Kommentarfunktion und eine rege Beteiligung an Kommentatoren dem Online-Auftritt der Sezession sehr gut bekommen. Weiter so!

Weltversteher
24. September 2013 09:48

Liebe Leute, allen voran der vorsprechende Herr Kleist:
Vergeßt bitte diese "Wahlen". Ihr seid hier in der Sezession; das scheint mir der selbstverständlichste Ort, um nicht über "Wahlen" zu sprechen. Womöglich noch Fußballwetten...

Rumpelstilzchen
24. September 2013 10:20

@ Herr Kleist
Bitte kein OT und bitte keine Endlosdiskussionen wie bei PI.
Laaangweilig. Es lebe der nichtvirtuelle Stammtisch !
Ich liebe es, wenn ML ganz apodiktisch den "Badeschluss" festlegt.
Absolutismus vom feinsten. Einer muss Frau Merkel ja Paroli bieten.

Wer sagt übrigens, dass Frauen nicht fähig zu harten Auseinandersetzungen seien, Fremder ?
So überlegt Kardinal Lehmann in WELT online vom 18.9., dass "niemand weiß, warum es Homosexualität gibt " .
Doch, frau weiß es. Die katholische Kirche hätte sonst massiven Personalmangel.
Nur hier kann diese Disposition kultiviert ausgelebt werden. Lieber eine Fronleichnamsprozession als der unsägliche CSD oder die Love Parade.
Es geht um Kultivierung des SEXUS, auch bei Heteros.
Welche andere Institution als die kath. Kirche könnte das leisten ?
Sagt an. Ha ha

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=lehmann%20bischof%20warum%20gibt%20es%20homosexualit%C3%A4t&source=newssearch&cd=1&ved=0CCsQqQIoADAA&url=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fpolitik%2Fdeutschland%2Farticle120137060%2FNiemand-weiss-warum-es-Homosexualitaet-gibt.html&ei=z0JBUr2-PMbpswbc4IDADw&usg=AFQjCNGpdUQAahWhLtl_azSD5CHDNwRvdA&bvm=bv.52434380,d.Yms

Carolus
24. September 2013 10:23

Die Traditionalisten finden das Papst-Interview gar nicht harmlos; sie sind entsetzt:
http://pius.info/lehramt/8298-das-papstinterview-die-glaubenslose-welt-jubelt (23.9.):

… Man muss nicht endlos über Moralfragen sprechen, aber wenn man gefragt wird, muss ein Katholik, noch mehr ein Priester und erst recht der Papst die Wahrheit sagen.
… „Es darf keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben." Vielleicht ist dies der schlimmste Satz im ganzen Interview. „Es darf keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben." Das ist die neuzeitliche Ideologie eines extremen Liberalismus, nach dem der Mensch ein kleiner Gott ist, der tun und lassen kann, was er will, solange er die kleinen Götter neben sich nicht behindert, ebenfalls zu tun und zu lassen, was sie wollen. …

M.L.: Da haben die Piusbrüder recht. Die "spirituelle Einmischung in das persönliche Leben" ist essenziell. Dafür ist der Glaube da. Gott muß sich "einmischen", und dann gibt es nichts, das ihn nichts angeht. C.S.Lewis hat einmal geschrieben, daß er sich gegen diesen Gedanken am allermeisten gesträubt hat, als sich seine Konversion anbahnte.

Martin Lichtmesz
24. September 2013 10:37

@ Kleist

Ist nicht soooo spannend, was ich dazu zu sagen habe. Daß die AfD auf Anhieb den Querstart schafft, war nicht wirklich zu erwarten, auch trotz der Heißluft-Blasebälge und der Voodoo-Wunschdenken-Beschwörungen, die von den Konservativen kamen. Ob sie mehr Erfolg gehabt hätte, wenn die Medien sie nicht in den Rechtspopulismus-"Frame" gepreßt hätten, dem zu entkommen sie sich redlich abgemüht haben (bei gleichzeitigem Fischen rechts von der CDU freilich)? Ich weiß es nicht. Weitaus mehr beschäftigt mich der massive, lemmingsartige Zulauf der "bürgerlichen Mitte" unter die Fittiche der Bundesmutti, die sie weiterhin aufessen wird. Aber letzten Endes sollte auch das nicht überraschen.

Ansonsten ist der interessanteste Kommentar wie immer von MKH:

http://korrektheiten.com/2013/09/23/afd-die-feigheit-und-ihr-preis/

Und nun zurück zum Thema!

Carsten
24. September 2013 11:42

Ich höre in der Bekanntschaft auch diesen Quark, "Hurrah, der Papst kippt endlich das Zölibat" etc. pp." Warum sollte ein Papst sich an den Wünschen westeuropäischer Kommunisten orientieren? Welchen Stellenwert hat die Kirche denn noch in diesen Ländern? Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Lateinamerika und Afrika. Dann kommt lange nichts und dann Asien und dann Süd- und Osteuropa. Und da ticken die Gläubigen ganz anders. Wieso sollte ein Papst so verrückt sein, sich um das Geschrei der Nichtgläubigen in Deutschland zu kümmern? Typisch linke Hybris.

ene
24. September 2013 12:10

@ Martin Lichtmesz

Gott muß sich einmischen

Kennen Sie diesen hinterhältigen kurzen Text von Nietzsche (zitiere aus dem Gedächtnis, aber recht genau):

Ein kleines Mädchen fragt: Stimmt es denn , daß der liebe Gott überall zugegen ist? -- Das finde ich aber unanständig.
Ein Wink für Philosophen!

Rumpelstilzchen
24. September 2013 12:16

Die traditionalistischen Pius-Brüder sind mir genauso fern wie linksliberalen Kirchenspalter. Rigoroser Moralismus ist keinen Deut besser als ethisch moralische Beliebigkeit.
Es geht darum, beide Engführungen zu überwinden, konstruktiv, entschieden im Glauben, weder relativistisch noch dogmatisch.
Es geht um nichts geringeres als die Einheit der Kirche.
Der Papst hat übrigens den australischen Priester Reynold exkommuniziert, der für Frauenordination und Homoehe eintrat.
Ist das jetzt in Ordnung für die Piusbrüder ? Haben sich die Linken zu früh gefreut.
"Es darf keine spirituelle Einmischung geben" heißt nicht Gleich-gültigkeit gegenüber Wertvorgaben, sondern, jeder Einzelne tritt vor den Herrn.
Nicht vor den Piusbruder und nicht vor den Vertreter der Kirche von unten.
Romano Guardini, der konservative Theologe mit dem Blick nach vorn, hat darüber Tiefes und Kluges geschrieben.
Auf ihn ging nach dem Krieg eine konservative Jugendbewegung zurück.
Seine Bücher gerieten nach dem Vat II in Vergessenheit.
Die linke Theologie behielt die Oberhand.
Der jetzige Papst hat viel über ihn gelesen.
Nur wo es Polarisierung gibt, ist Leben.

Luise Werner
24. September 2013 13:03

Es fällt mir schwer, dieser unterschwelligen Kritik am Papst zu folgen; oder jenen, die Gründe dafür suchen, dass Kritik am Papst wegen seiner Einlassungen unbegründet ist; die Kritik also generell als geboten, wenn auch im konkreten Fall als abwegig ansehen. Der Papst ist der Papst. Es ist das Amt des Papstes, welches öffentliche Kritik, die zumal noch wie aus der Pistole geschossen kommt, also zeitnah zu seinen Äußerungen, eigentlich verbietet. Für Katholiken sollte das so sein. Und alle Nichtkatholiken, nun ja, als Zaungäste dürfen sie natürlich kommentieren. Bitte korrigieren sie mich, falls ich damit falsch liege.

Moritz Haberland
24. September 2013 14:41

Zitat: "Wenn das nun der „weibliche Genius“ à la Franziskus sein soll, ..."

Nein, das soll er eben gerade nicht, wie der Papst bekundet.

Ich werde mich als ungetaufter Mitbürger nicht einmischen, doch habe ich mir gerade heute morgen im DLF um ca. 09:35 Uhr das nachgesprochene Interview angehört (kann man sicher irgendwo aufrufen), da hat er gesagt, daß er eben keine "Männer in Frauenkleidern" haben will und wohl genau diese Käßmänner und Konsorten gemeint.

Und je genauer man dem Inerview tatsächlich zugehört hat, desto weniger ist es begreifbar, daß die Journaille da einen Revoluzzer Franz in Rom feiert.

Julius
24. September 2013 15:12

Wer dieser Marc Pitzke ist, wissen wir aber noch immer nicht. Es gibt zwar einen Eintrag im Impressum und sogar bei wikipedia, aber der beantwortet nicht die eigentliche Frage, wie jemand so tief sinken kann. Ich gebe zu: Wir können es uns denken.
"Prawda Deutschlands" ist eigentlich zu vornehm. Mir fallen andere Hetzblätter ein. Ich habe mir einmal überlegt, einen kurzen "Leitfaden für Schweinjournalismus" zu verfassen. Es gibt ja schon „Schweinejournalismus – Wenn Medien hetzen, türken und linken“ von Dr. Thomas Mehnert. Die Recherche ist völlig nebensächlich. Im Zentrum stünde vielmehr der denunziatorische Jargon, den Marvin Lederer oben anspricht. Außerdem: Ins Lächerliche oder Obskure ziehen könnte man bekanntlich alles.

M.L.: Tucholsky soll gesagt haben: wenn du auf einen Journalisten triffst, hau ihm eine aus Maul - er wird schon wissen, warum.

Raskolnikow
24. September 2013 15:35

"... ooh,
this is huge, Captain!"

Eigentlich,

reagiere ich ja nicht auf langweilige Verlautbarungen, aber dieses Hotel, in dem ich momentan behaust bin, hat eine halal bestueckte "Bar" und der verwunderlicher Weise trotzdem vorhandene Bezahlfernsehkanal auf dem Zimmer oedet selbst einen unbeholfenen Suender wie mich nach gewisser Zeit an. Rumpelstilzchen und Frau Werner koennen also dem falschen Propheten und den wenig ambitionierten Schauspielerinnen des zweifelhaften cineastischen Meisterwerks "Stagnetti´s Revenge" danken, dass ich zu Ihrer Erleuchtung schreite!

Rumpelstilzchen,

Die traditionalistischen Pius-Brüder sind mir genauso fern wie linksliberalen Kirchenspalter. Rigoroser Moralismus ist keinen Deut besser als ethisch moralische Beliebigkeit. Es geht darum, beide Engführungen zu überwinden, konstruktiv, entschieden im Glauben, weder relativistisch noch dogmatisch. Es geht um nichts geringeres als die Einheit der Kirche.

Rigoroser Moralismus wird der Bruderschaft nur vom "Spiegel" und seinen Consorten vorgeworfen, oder von Katholiken, die ihren Glauben nicht kennen. Dabei giebt es keine groessere Freiheit als unter dem Dach Seiner Kirche! Wenn Sie die unveraenderliche Lehre, Seine Lehre, als "Engfuehrung" ueberwinden wollen, sind Sie auf dem so beruehmten Holzweg!

"Weder relativistisch noch dogmatisch" - meine Guete, ich dachte der typische Sezessionist, meidet solche Hohlstanzetten, die zweifelsohne den unteren geistigen Dunstbereichen entsprungen sind ...

Das Dogma ist die Garantie des Wirkens des Heiligen Geistes, waere das Dogma nicht, waere ich kein Katholik, gaebe es wahrscheinlich ueberhaupt keine Katholiken. Das Dogma weist mir mit felsenfester Sicherheit den Weg in die gefaehrlichen Himmel, die mich und jeden Sterblichen ueberfordern. Am Torbogen des Dogmas kann mein Denken beginnen! Was fuer ein Geschenk! Seien Sie nicht so aengstlich, nehmen Sie doch mal einen "Denzinger" in die Hand und lassen Sie sich mit nach oben reissen!

Und nein, es geht nicht um die Einheit der Kirche, es giebt nur eine Kirche! Unueberwindbar, unteilbar. Es gab und giebt Abspaltungen von der Kirche, mehr nicht! Die Einheit ist einer ihrer Wesenszuege! Außerdem ist es nicht Ihre oder meine oder Lichtmeszens Aufgabe fuer die Kirche zu sorgen - das tut ER schon, das lassen Sie mal Seine Sorge sein! Kuemmern Sie sich lieber um Ihr Seelenheil, das steht jeden Tag auf dem Spiel und damit sind Sie genug beschaeftigt!

Frau Werner!

Es fällt mir schwer, dieser unterschwelligen Kritik am Papst zu folgen;...Der Papst ist der Papst. Es ist das Amt des Papstes, welches öffentliche Kritik, die zumal noch wie aus der Pistole geschossen kommt, also zeitnah zu seinen Äußerungen, eigentlich verbietet. Für Katholiken sollte das so sein.

Das ist Unsinn! Der Schmerz, der uns Katholiken befaellt, wenn der Papst solche fuerchterlichen und falschen Dinge aeussert, sollte doch unseren Verstand nicht ausschalten. Der Papst ist nicht das Oberhaupt der Kirche sondern das Oberhaupt der katholischen Kirche ist Jesus Christus! Man sollte das nicht vergessen. Die Offenbarung ist mit dem Tode des letzten Juengers abgeschlossen, keiner darf da irgendetwas hinzufuegen. Die Lehre der Kirche ist unveraenderbar, da sich Gott nicht irrt! Kein Papst kann die Lehre der Kirche veraendern, oder "den Beduerfnissen der Menschen anpassen"! Das ist groessenwahnsinnig!

Im Grunde kann der Papst reden, was will. Denken Sie mal an die Medici-Paepste! Die haben gehurt und gesoffen, gemordet und betrogen, aber die Lehre der Kirche haben sie nicht gewagt anzuruehren, dazu muessen erst demuetige Menschenfreunde wie Kardinal Bergoglio daherkommen ... Er bleibt mein Papst, ich bete fuer ihn, aber ich folge ihm nicht!

So lange der Pontifex nicht "ex cathedra" spricht, muss ich ihm nicht folgen! Denn nur in diesem Falle wirkt der Heilige Geist! Ueberpruefen wir doch mal dieses Wirken anhand des unsaeglichen Johannes Paul II.: Dieser Papst hat permanent Unsinn sogar Haeresien von sich gegeben und oeffentliche Apostasien unternommen (Korankuss), aber er hat nur einmal "ex cathedra" verkuendet, dass Frauen von den Priesterweihen ausgeschlossen sind. Beeindruckend! Die Sedisvakantisten und die Liberalen haben diesen Unterschied nie begriffen und sausen geradewegs in ihre Haeresien ... Der Papst sollte anstatt so modern "auf Moral" zu machen lieber die Verkuendigung intensivieren, denn selbst die Katholiken kennen die katholische Lehre nicht mehr.

Uebrigens kann auch kein Papst die Entscheidungen seiner Vorgaenger zuruecknehmen. Frauenpriester wird es also niemals geben.

Es scheint, besonders nach diesem Interview, dass der von mir so geschaetzte Wiener (Ich habe eine Schwaeche fuer Sproesslinge dieser Stadt!) Wahnsinnige Hermes Phettberg mit seinem "Integrierten Gesamtjenseits" dieser offenbar zu konstruierenden "Kirche des neuen Advents" (JPII), die auch dem Franziskust vorschwebt, prophetenhaft nahe gekommen ist. Gnade uns Gott!

Salaam,

R.

PS: Die Tonspur von "Stagnetti´s Revenge" in meinem Ruecken traegt Schuld an der Laenge dieses Beitrags, ich bin geradezu befluegelt! Bitte verzeiht!

M.L.: Bin stolzer Besitzer eines handsignierten, mit Namenswidmung versehenen Buches von Phettberg.

Rumpelstilzchen
24. September 2013 17:18

Lieber Raskolnikow,
Seien Sie nicht päpstlicher als der Papst !
Ich habe als Kind noch vorkonziliare lateinische Hochämter erlebt, die sind mir unvergesslich. Ich dachte, ich sei schon im Himmel.
An die Suspendierung von Pfarrer Milch 1979 erinnere ich mich auch und wie entsetzt mein Vater damals war.
Und die Dogmatik durfte ich bei Walter Kasper und Peter Hünermann in Tübingen anhören. Es hat nichts geholfen. Walter Kasper guckte während seiner Vorlesungen immer in die obere linke ! Ecke des Hörsaals.
Vielleicht aus diesem Grund gehöre ich nunmehr zur "Kirche von außen".
So lebe ich in Sünde.
Mich tröstet der Schöpfer Ihres Pseudonyms.

"Wenn irgend jemand mir bewiese, daß Christus außerhalb der Wahrheit stand, und es wirklich so war, daß die Wahrheit außerhalb von Christus war, so würde ich lieber bei Christus bleiben als bei der Wahrheit."

Dostojevskij

Joseph von Sternberg
24. September 2013 17:49

@ Raskolnikov:

Stagnettis Revenge ??? Den wollte ich immer schon mal sehen!

http://www.youtube.com/watch?v=n5Zkme2k_QU

Wer diesen Trailer nicht erhaben findet - der hat keinen Geschmack!!!

Vielleicht kann Lichtmesz ja mal einen Beitrag dazu schreiben... :-)

Stil-Blüte
24. September 2013 18:04

@ Rumpelstilzchen
Doch 'frau' weiß es...'.
Bis zu Ihnen hat es sich noch nicht herumgesprochen, daß 'man' nicht von 'Mann' abstammt, sondern von 'manus', die Hand als Instrument des Menschen und seiner Menschwerdung. 'Man' ist ne-utral.
Wenn ich 'Hetero' höre, zieht sich bei mir alles schreckhaft zusammen, schlimmer noch das Neudeutsch' 'Hete'. Die Beliebigkeit des Inhalts beginnt mit der Beliebigkeit der Sprache.
Lehmann hat sich mit seiner Äußerung über 'Niemand weiß, warum es Homosexualität gibt' ein Armutszeugnis ausgestellt. Man weiß relativ viel, z. B. daß unter Zwangsbedingungen (Gefangene, Knabennternate,, Seeleute, Militär) Homosexualität gefördert wird, ebenso durch Verführung in einem Alter, in der sich die Geschlechtlichkeit noch ausprobiert. Auch haben Homosexuelle im Übermaß dominante (Affenliebe) oder kaltherzige (Rabenmütter) Mütter. Hatte die Weltgesundheitsorganisation bis Mitte der 70er Jahre Homosexualität nicht als Abweichung, wenn nicht gar als Krankheit ausgewiesen? Wie hat sie sich über Jahrzehnte von Ärzten und Wissenschaftlern so in die Irre führen lassen können?

Hartwig
24. September 2013 20:44

Ach ja, ich fände es bedeutend einfacher, wenn Homosexualität als eine Naturgegebenheit gesehen werden könnte, anstatt wie oben angedeutet (Rabenmutter, Internat, Seeleute etc.) als soziales Konstrukt. Ist aber OT ...

Inselbauer
24. September 2013 21:42

Ja, Phettberg hat ein paar gute Texte geschrieben, und zu mehr ist ein Dichter nicht verpflichtet. Wer allerdings die Grünen Dominas in seiner Umgebung gesehen hat, der sieht in ihm den wahren Peter Altenberg der Globalisierung.
Wenn wir schon bei der Moderne sind: Zu Tucholsky (die iOS-Korrektur erkennt ihn, den Ebräer) lässt sich sagen, dass alle, die ihn zitieren und die nicht Kulenkampff oder Kohl heissen, besser auf Kraus-Zitate umsteigen sollten. T.s "Intelligenz" ist so abstoßend und sein handwerkliches Geschick so korbflechterisch, dass es nicht mehr notwendig ist, ihn zu bemühen.
Alle, die den Papst verdächtigen, nicht Nachfolger Petri zu sein gehören verbrannt. Selbst Alexander VI war es, und damit basta.

Biobrother
24. September 2013 22:06

@ Hartwig

Danke, das sehe ich in der Tat genauso. Und wie schon tausendmal gesagt: Gäbe es so etwas wie eine unaufgeregte Akzeptanz einer naturgegebenen Abweichung könnte man sich alle Diskussionen um die "Homo-Ehe" sparen. Ob selbige zu größerer Akzeptanz führen wird? Vermutlich schon, die meisten Leute finden ja das gut oder zumindest akzeptabel, was auch vom Staat offiziell abgesegnet wird.

@ Julius

Haben wir schon mal anderenorts (in einer Politik-Simulation) miteinander diskutiert oder ist das eine zufällige Namensübereinstimmung? ;-)

Martin Lichtmesz
24. September 2013 22:07

Damit genug. Roma locuta, causa finita, gratia ad omnes.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.