Sezession
16. Oktober 2013

Geist und Pampe oder Die Dämmwolle des Bösen (Fundstücke 18)

Martin Lichtmesz / 25 Kommentare

PappmatschgeisterIch weiß, wir leben angeblich im "Kali-Yuga", im finsteren Verfallszeitalter, in dem man sich über nichts mehr zu wundern braucht. Aber es gibt immer wieder neue Grade und Variationen an Demenz, die so verblüffend sind, daß selbst mir dazu nichts mehr einfällt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Heutige Folge: eine Reportage aus Deutschlandradio Kultur (sic), in dem sich multiple Bescheuertheiten zu einem derart exquisiten cluster-fuck ballen, daß mir richtig schwindlig wurde.

Darin geht es um eine Frau Ellen Vegelahn (57) und ihren namentlich ungenannten Mann, die sich in Lissendorf an der Eifel (Einwohnerzahl 1118) einer interessanten Beschäftigung widmen: nämlich der seriellen Buchvernichtung im großen Maßstab, das heißt "einige hundert Tonnen alter Bücher pro Jahr".

Wer jetzt einen Reflexschock verspürt und Bilder von brennenden Bücherbergen und deklamierenden Studenten in Uniform vor's innere Auge bekommt, sei beruhigt: die Arbeit dient allein ökologischen Zwecken, nämlich der Herstellung von "Ökowolle", die zum Dämmen von Häuserwänden verwendet wird.

Ganz versteckt, am Ortsrand von dem kleinen Eifeldörfchen Lissendorf, steht eine Holzlagerhalle. Das schwere Rolltor öffnet sich, nun tauchen Unmengen an Büchern auf - bis unter die Decke stapeln sich Berge von Lexika, Romanen, Ratgebern, Koch- und Kinderbüchern: Rund 300 Tonnen überzählige Exemplare aus den Buchverlagen landen hier pro Jahr. (...)

Eine Arbeit, die wie am Fließband abläuft:

Die drei Arbeiterinnen tragen Gummihandschuhe, denn sie nehmen hunderte von Ratgebern Abitur 2012 einzeln in die Hand, holen die DVDs heraus und brechen dann das Buch mit einem kräftigen Ruck auseinander. Der mit Folie überzogene Einband muss weg, der Rest landet in einem mannshohen Container.

Aus den

zerfledderten Büchern wird später Zellulose-Wolle gemacht. Ein Baustoff, der gern zum ökologischen Dämmen von Häusern verwendet wird, weil er den Energieverbrauch um 24 Prozent mindert.

Nachdem das Buch in der Papiermühle zerhäckselt und anschließend in Fasern aufgelöst wird, sieht das Endergebnis so aus:

Zum Schluss wird mein Buch mit insgesamt 14 Kilo Altpapier-Mikrofasern in einen Plastiksack geblasen und luftdicht verschweißt. Ellen Vegelahn übergibt mir - symbolisch - einen Schuhkarton voller warmer, flauschig weicher, gräulicher Zellulosedämmwolle. Aus meinem Liebesroman sind 220 Gramm Dobry-Ecovilla-Fasern geworden, was übersetzt Ökowolle bedeutet. Sieht aber eher aus wie der Inhalt eines Staubsaugerbeutels.

Welche Buchtitel das sind, die in Riesenauflagen als Ladenhüter liegengeblieben sind, wird auf Anweisung der Verlage aus Imagegründen geheimgehalten. Zwei Hinweise gibt es dennoch:

Hier ist - unter hohen Sicherheitsauflagen - vor ein paar Jahren Dieter Bohlens Erstauflage von "Hinter den Kulissen" vernichtet worden. Oder 30.000 Exemplare von Oskar Lafontaines Biografie "Mein Herz schlägt links".

Aber auch höherwertiger Literatur wird in Lissendorf die Ehre der Vernichtung erwiesen. Nicht umsonst trägt der Beitrag den Titel "Der Geist von Goethe in der Wand".

Ellen Vegelahn, die ihr Haus auch mit Buchflocken gedämmt hat, würde selber nie auch nur ein einziges Buch wegwerfen. Selbst ihre Kinderbücher hat sie noch. Sie kennt Kunden, die ihre Häuser nur mit Bücherflocken dämmen und meinen, den Geist von Goethe, Coelho oder Birgit Vanderbeke in den Wänden zu spüren.

"Die ersten Lieferungen, die wir gekriegt haben, da kam ich mir schon vor wie so ein Verbrecher, so ein Buchvernichter, bis man sich mit dem Gedanken angefreundet hat und gesagt hat: Viele Leute haben jetzt durch uns mehr Literatur in der Wand als an der Wand."

Man könnte nun meinen, das sei witzig gemeint, denn einleuchtenderweise findet sich in einem "warmen, flauschig weichen, gräulichen" Papierzellulosematsch nur mehr relativ wenig "Literatur", geschweige denn irgendeine Art von "Geist", sei es nun von Goethe oder Dan Brown. In einem zerschmolzenen Schallplattenvinyl spuken ja auch kein Bach, Sinatra oder Justin Bieber mehr.

Oder kann man sich in Lissendorf auch extra ein paar Kilo Schiller-, Kant- und Lessing-Wolle bestellen, mit Zertifikat, daß man hier garantiert keinen zerschnitzelten Simmel oder einen zernudelten Konsalik oder sonstige Minderware untergejubelt bekommen hat? Da kehrt er wieder, der bildungsbürgerliche Dünkel: "Ich dämme mein Haus nur mit Nobelpreisträgern und Weimarer Klassik!" Und gibt es für Ossis Sonderangebote aus Marx- und Engels-Papp und Rosa-Luxemburg-Schlamm? Und kostengünstige Sets mit Henning Mankell- und Donna Leon-Kleister für Krimifreunde?


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (25)

ene
16. Oktober 2013 17:51

Da kann ich mir noch ganz andere heikle Fälle vorstellen.
Thema: Organspende. - Die Krankenkassen werben ja jetzt dafür; und nun stellen Sie sich mal vor: es könnte ja ein Mensch mit bekannt "rechter" Gesinnung zu Tode kommen, welcher einen Organspende-Ausweis bei sich trägt...
Darf man in einem solchen Fall eine beispielweise Niere (oder gar ein Herz!) einem ahnungslosen Bürger implantieren -? Und wenn der das dann erfährt -? Unabsehbare Folgen -

M.L.: Jede Wette, soweit kommt es noch...

Axel Wahlder
16. Oktober 2013 18:29

Fatwa-Argument ist plausibel, noch plasusibler ist Vermutung, dass Koransverwendung der Staat verboten hat ..

alex
16. Oktober 2013 18:49

Der ganz normale Wahnsinn in "Schland" oder bereits der vorausfuehlende Gehorsam wegen der stets gezueckten Kampf-gegen-Rechts-Knute, ist hier die Frage.
Aber auch nur wenn's denn ueberhaupt noch irgendeinen interessiert - ich nehme mittlerweile diese Rituale irgendwie nur noch emotionlos wahr, wobei mich lediglich - wie Herrn Lichtmesz - die 360 Grad-Volten dieses Veitstanzes gelegentlich ueberraschen: Eben halt solche, wie "rechte" Buecher extra nicht zu schreddern, oder dass das Wiesenthal-Zentrum die fachgerechte Entsorgung von Priebkes Asche in Deutschland fordert, usw. usf.
Vielleicht ist es aber auch nur die gebotene Vorsicht, auf dass sich niemand an solchen Feinstaeuben noch mit einem Hitler infiziert und des morgens dann als Heydrich aufwacht....

Schon länger besorgt
16. Oktober 2013 19:14

Ich wußte nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Tränen habe ich in den Augen. Es ist aber doch mehr das Lachen, weil die Welt so irrsinnig komisch ist, wie man sie sich gar nicht ausdenken könnte. Danke für diesen Beitrag!

Inselbauer
16. Oktober 2013 19:45

Die Vision ist genial, Herr Lichtmesz: Heute Abend, bevor Sie schlafen gehen kommen Stürzenberger und Precht im Gleichschritt aus dem Kleiderschrank und nehmen Rache. Da nützt Ihnen alle Metaphysik nichts.

Martin
16. Oktober 2013 19:49

Dr. Oetker Koch- und Backbücher sind auch nicht mehr recyclingfähig ...

https://www.spiegel.de/wirtschaft/august-oetker-spricht-ueber-die-ns-vergangenheit-seines-vaters-a-928151.html

waldgänger aus Schwaben
16. Oktober 2013 20:45

Also hätte sich ein Satirkier so was ausgedacht, keiner hätte gelacht weil es total übertrieben anmutet.

Zur Entsorgung von zur Dämmung ungeeignter rechter Literatur hätte ich noch einen Vorschlag:

Das ganze rechte Zeugs muss dahin wo es garaniert keiner liest - in Schulbibliotheken.

@Carsten
Ein Bekannter redet von seiner Ex so: "Die Mutter meiner Kinder."

Fünf
16. Oktober 2013 21:37

Man lebt im Irrenhaus. Oder bin ich irre, und alle anderen normal? Dann lese ich sowas...

https://de.friatider.se/2013/10/grunes-licht-fur-weniger-deutsche.html

...und ich stelle mir die Frage nochmal. Immer wieder. Warum nimm ich das wahr, und die anderen nicht? Warum kann ich nicht wieder alles vergessen, und schön mitspielen?

So wird man schnell zum Denker. Das macht einen das Leben nicht leichter. Sondern manchmal zur Qual.

Erwalf
16. Oktober 2013 22:16

Wie heißt der Spruch? - Dort wo man mit Büchern dämmt, sind am Ende alle Dämme gegen den Irrsinn gebrochen und die Menschen dämmern geistlos dahin. - Kampf gegen Rechts heißt nun, alles rechte Schrifttum aufbewahren. Nur linke Bücher sind dämmenswert. Aber auch der Koran ist dämmensunwertes Gedrucktes. - Und ist es Unsinn, so hat es doch Methode.

Gustav Grambauer
16. Oktober 2013 22:35

Guido Knoop hat nicht nur einmal durch das Aussprechen des Namens der Bestie verunreinigtes Ektoplasma zubereitet. Bruno Ganz, Martin Wuttke und Helge Schneider haben das Phantom der Bestie sogar leibhaftig inkorporiert und geben somit ebenfalls dessen Astralsubstanz ab.

Ich schlage vor, täääse Pärrrsonän (oh???! ...) zum Schutz der Öffentlichkeit und zu ihrem eigenen Schutz nach den seuchenrechtlichen Bestimmungen in Quarantäne zu nehmen.

- G. G.

Nils Wegner
16. Oktober 2013 22:57

Es bleibt eigentlich nur festzuhalten, daß man sich auf vielerlei Weisen "warmhalten" kann. Anscheinend haben allmählich alle etwas mit Büchern zu tun.

benito mussorgsky
17. Oktober 2013 00:17

"Das Buch" mag wohl in jeder Hinsicht heilig sein. Die Bücher dagegen sind nur Materie. Kann nichts Anstößiges an derartiger Wiederverwertung finden. Das greift den Geist nicht an.
Manche Pergamenthandschrift diente weiter als Einband und wurde später dann als kostbarer erkannt als das Umhüllte. Unnütz gewordenes Gedruckte wurde vor zweihundert Jahren schon als Pfeffertüte genutzt.
Dumm fragenden Journalisten liefert man sich freilich aus sobald man den Rundfunk andreht.
Viel Bemerkenswerter: Für den neuen Kino-Schmarren aus der Hollywood-Alptraumfabrik "The Bookthief" (deutscher Kinostart am 13. Februar 2014 -sic!) wurden im Februar auf dem Görlitzer Untermarkt unter dem "Sieg Heil" Gebrüll von 300 deutschen und polnischen Statisten Ausgaben von Heinrich von Kleist, Richard Wagner et alera abgefackelt, peinlich genau beachtet beim Ordern der antiquarischen Ware, dass kein historisch verbürgter Brennstoff darunter sich birgt. Die Pointe dazu hebe ich mir noch auf... https://www.thebookthief.com/
----Gedichte gehören auswendig gelernt, nur so lebt das "Geheime Deutschland" Dann mögen die Bücher meinetwegen brennen und dämmen. Wir lesen sie uns aus dem Gedächtnis vor. We know it by heart, wie der Engländer sagt.

Rainer
17. Oktober 2013 06:33

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Frau Vegelahn von selbst behauptet hat, "rechte Literatur und Korane" als Shreddermaterial abzulehnen, kein normaler Mensch, zumindest solche, unter denen ich lebe, würde auf die Idee kommen, von sich aus solche Propagandafloskeln zu äußern, ohne irgendwie dazu gedrängt oder veranlaßt worden zu sein. Ich bin mir fast sicher, daß ihr eine diesbezügliche Frage von den Reportern gestellt wurde, aber in der Reportage die Fragestellung einfach weggelassen wurde, damit es so aussieht, als wäre sogar diese einfache "Frau aus dem Volk" eine linientreue, ideologisch gefestigte "Kämpferin gegen rechts", die die Abneigung gegen alles, was irgendwie rechts ist verinnerlicht hat und dies bei dieser Gelegenheit auch freimütig äußert. Den Reportern und Journalisten in den ÖR-Medien traue ich inzwischen alles zu, sogar solche Manipulationen.

Wie Herr Lichtmesz es schafft, sich immer wieder solche Sendungen anzuhören, ist mir ein Rätsel, für wäre das eine masochistische Quälerei.

gerdb
17. Oktober 2013 10:19

Ich möchte ja die Pointe nicht verderben, aber geht es nicht darum ,dass die Frau keine geschäftlichen Beziehungen welcher Art auch immer zu bestimmten Verlagen aufnimmt?
Diese Unsitte ist mittlerweile verbreitet. Man muss ja auch nicht beim linken Fleischer ins ND einwickeln lassen.

Ein Fremder aus Elea
17. Oktober 2013 11:16

Geht wohl um's Geld. Die bezahlen ja wahrscheinlich was für den Rohstoff. Würden sie rechte Literatur annehmen, förderten sie damit großzügigere Auflagen bei rechten Verlegern.

Würde das bekannt, wäre es geschäftsschädigend. Und ebenso wäre es geschäftsschädigend, wenn bekannt würde, daß sie Korane verarbeiteten.

Ein Unternehmer scheint immer so irrsinnig zu sein, wie es seine Kunden sind. Der Unterschied ist, daß sich der Irrsinn in den Kunden nicht in einer Person konzentriert.

Daher ja auch das Gebaren von Autoverkäufern und Versicherungsvertretern.

NasserFuchs
17. Oktober 2013 11:32

Aha! - Daher die exorbitanten Preise für grauen "Ökodämmstoff".- Die deutsche Buchpreisbindung ist also schuld...

NasserFuchs
17. Oktober 2013 11:33

Ebenso.
Guter Artikel!

NasserFuchs
17. Oktober 2013 12:51

Eine Anmerkung noch:
Hat die Öki-Jounaille da keinen Zahlendreher drin? Ist der Dämmwert tatsächlich 24%? Oder nicht eher 25, 26... oder gar 42... Oder sind es gar nur 2,4%? Und was ist mit möglichen zukünftigen Bauschäden an den Buden? Wie ich gehört habe, gibt 's noch gar keine Langzeit-Erfahrungen.

Wanderer
17. Oktober 2013 13:01

Danke, Herr Lichtmesz für das herzliche Lachen in der Mittagspause!

Stein
17. Oktober 2013 17:35

Nachdem ich eben nur kurz SPON und Zeit online überflogen habe, um mein tägliches Bedürfnis nach Abscheu zu befriedigen, fand ich diese Anekdote doch eher amüsant. State of Decay eben.

Rainer Gebhardt
17. Oktober 2013 17:49

So, ich habe mir eben mal das Stethoskop von meiner Frau ausgeliehen, höre jetzt die Wände ab und ja ... da ist was ..."Komm in den totgesagten Park..." das muss Stefan George sein...und hier "...dieses Baumes Blatt, der von Osten.." ahhh, der Dichterfürst...aber da wird er schon von Freiligrath gedämmt:"..."Prinz Eugen, der edle Ritter! Hei, das klang wie Ungewitter..." ... und jetzt auf einmal Tuli Kupferberg mit "... teach yourself fucking..." ... das ist ja der reinste Hip Hop...Moment mal, da tropft es aus der Wand...ach so, na klar: Die Feuchtgebiete von Charlotte...Seltsam, das reimt sich alles gar nicht, na ja, egal, Hauptsache es dämmt.

P.S. Eine Geschäftsidee für ganz Schnelle: Dämmstoff aus "Sein und Zeit" und "Götzendämmerung." Der ist natürlich erheblich teurer als der übliche Bestsellerschund.

Rucki
17. Oktober 2013 17:55

Achtung!

Beimischungen von Dämmschnippsel des Buches "Feuchtgebiete" neigen zu extremer Schimmelbildung.

Schnippedilderich
17. Oktober 2013 19:46

Ich dachte mir gleich, daß in den Werken von Grass, Habermas und Co. ein bislang unerkannter materieller Wert steckt, der den immateriellen um Längen überragt. Zeitgeistrecycling bedeutet hier nichts Geringeres als Konservierung des metaphysischen Mehrwerts. Die Linke macht sich erstmals wirklich nützlich.

eulenfurz
18. Oktober 2013 10:35

Prinzipiell ist es eine gute Idee, das Vielzuvielgeschriebene oder die unappetitlich-unästhetischen Ausgaben großartiger Literatur einem sinnvollen Zweck zuzuführen. Das ist zumindest besser, als das in ermordeten Bäumen gedruckte Gewäsch der Bohlens und Lafontaines auf einer Mülldeponie verfaulen zu lassen.

Die Angst vor Kontaminierung treibt derweil seltsame Blüten. Galt früher einmal, daß nur ein toter Nazi ein guter Nazi sei, so ist auch das spätestens seit dem Ableben Erich Priebkes hinfällig.

Riccardo Pacifici, Chef der Jüdischen Gemeinde Roms, begründet die Verweigerungshaltung, dem Toten eine Ruhestätte zuzuweisen, damit, daß da „nicht ein Mensch, sondern ein Lebewesen“ begraben werden müsse. Derartige Untermenschen dürften nicht den Boden der glücklichen Menschheit verseuchen.

Priebke überlegt bereits, sich in Argentinien bestatten zu lassen. Doch das argentinische Außenministerium erteilte ihm via Twitter umgehend eine Absage. Es sei ein „Affront gegen die Menschenwürde“, Charon, dem Fährmann, eine solch weite Reise zuzumuten.

Efraim Zuroff, Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums, gab nun den Befehl, Priebke wiederzubeleben. Es könne nicht sein, daß gefangene Faschisten sich die Freiheit herausnähmen, zu sterben, wann sie wollten, ohne vom Gericht dazu eine Erlaubnis erhalten zu haben. Schließlich lautete das Urteil auf „lebenslänglich“, und auch Erich Priebke könne sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen.

Die Wiederbelebung Priebkes hätte zudem den Vorteil, daß man ihn noch einmal vor ein Gericht stellen könnte wegen Störung der Lebendenruhe, die er mit seinem Unwillen hervorruft, sich endlich für eine unwürdige Grabstätte zu entscheiden.

Martin Lichtmesz
18. Oktober 2013 13:03

Badeschluß!

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