Deutschland, ein Bildungsmärchen: Fack ju Göhte!

von Heino Bosselmann

Deutschland – vor allem seine "Kids" – freut sich über einen neuen Kinofilm: „Fack ju Göhte“. Deutschland hat sich auch immer schon über Goethe gefreut, obwohl es ihn selten las und immer seltener liest oder vielmehr: kaum mehr lesen kann. Auch das vielleicht eine mindestens unbewußte Botschaft des Titels. Bewußt übercoloriert und ikonografisch dicht am Comic erzählt der neue Film Deutschland als Bildungsmärchen.

 Gastbeitrag

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Es spielt an einer die­ser Gesamt­schu­len mit des­ori­en­tier­ten Schü­lern, denen die Kuschel­päd­ago­gik ihrer über­for­der­ten Leh­rer längst nicht mehr gegen Ver­blö­dung und Ent­gren­zung hilft. Ja, obwohl sie alle Poten­ti­al haben oder min­des­tens Herz­chen sind. Der in den Sieb­zi­gern instal­lier­te Betrieb wird von einem schwa­chen sozi­al­päd­ago­gi­sches Kor­sett zwei­fel­haf­ter Anthro­po­lo­gie gera­de noch zusam­men­ge­hal­ten. Als Far­ce. Beglei­te­ter Verfall.

Frus­tra­ti­on auf bei­den Sei­ten: Die Leh­rer skur­ril bis ins Psy­cho­ti­sche oder aus­ge­brannt. Eher gleich bei­des. Die Schü­ler Macker und Tus­sen, deren Welt­bild sich auf das beschränkt, wor­über sie an sich selbst ver­fü­gen, ihren unsi­che­ren Nar­ziß­mus, fixiert auf den eige­nen Body und den der anderen.

Ret­tung naht von außen, gewis­ser­ma­ßen mit einem guten Wil­den: Zeki Mül­ler (Ely­as M’Barek), schwe­rer Jun­ge mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, kommt frisch aus dem Knast und will eigent­lich nur an den Zas­ter aus sei­nem letz­ten Bruch. Blö­der­wei­se ist aber über dem Ver­steck zwi­schen­durch eine Turn­hal­le gebaut wor­den. Also wird er Hilfs­leh­rer, um vor Ort zu sein. Put­zi­ge Mimi­kry. Der Rol­len­wech­sel fällt leicht, weil Zeki über die ange­sag­te Model-Ästhe­tik mit Wasch­brett­bauch und Tat­too ver­fügt und bei ihm sogar das Ket­ten­rau­chen dank blan­kem Gebiß apart aussieht.

Wäh­rend er nachts am Tun­nel gräbt, stellt er über Tage mit der Schul­ord­nung gleich noch die Moti­va­ti­on in der hor­ren­den 10 B sicher, die bis­her noch jeden Pau­ker abkoch­te. Er schaff­te das aller­dings nur mit sei­nen Metho­den: Ghet­to­spra­che, Body­check, Män­ner­vor­bild – ins­ge­samt nach der Art, wie sie sofort die Staats­an­walt­schaft auf den Plan rie­fe. Alles bra­chi­al – von Aus­drucks­wei­se bis Sturm­ge­wehr, und sei es auch nur eine Paintball-Wumme.

Der Film bie­tet eine gut insze­nier­te Koket­te­rie mit den Tabus der deut­schen Kul­tus­be­hör­den. Jeder weiß: Ja, die Zustän­de in den ver­wahr­los­ten Klas­sen- und des­il­lu­sio­nier­ten Leh­rer­zim­mern sind in etwa so wie dar­ge­stellt. Das ist das Tra­gi­sche. Eben­so klar: Es gibt kei­nen Ram­bo, der dort tes­to­ste­ron­über­schwemmt mit täto­wier­tem Ober­kör­per auf­taucht und das Rudel zur Räson bringt wie der neue Alpha-Wolf. Also liegt das Komi­sche, wie oft, in der Über­trei­bung, die den Zuschau­er den­ken läßt: Ach, wenn es nur so wäre. Wie erfrisch­te solch ein Rabau­ke die ver­öde­te Bildungslandschaft.

Immer­hin wird ein wesent­li­cher Kon­trast erleb­bar: Zeki Mül­lers Gegen­über ist die über­for­der­te Refe­ren­da­rin Lisi Schna­bels­tedt (Karo­li­ne Her­furth). Sie bil­det in Men­ta­li­tät wie Rede das gesam­te Spek­trum jener rea­li­täts­fer­nen Pro­fes­so­ren­päd­ago­gik ab, die nicht erst seit dem Rüt­li-Hil­fe­ruf grund­sätz­lich ver­sagt hat und die deut­sche Kul­tur­ge­sell­schaft seit bereits zwei, ja drei Genera­tio­nen unter­mi­niert. Die jun­ge Kol­le­gin Schna­bels­tedt ist selbst­ver­ständ­lich hoch­neu­ro­tisch – so wie sämt­li­che ihrer Kol­le­gen mit Aus­nah­me der auf Prag­ma­tis­mus redu­zier­ten Direk­to­rin (Kat­ja Rie­mann) – , aber ihr Charme macht sie zu der Prin­zes­sin, die der Held heim­füh­ren kann, nach­dem er die Schu­le vom fal­schen Zau­ber befreit hat und sie als hal­bes König­reich dazu­be­kommt, indem ihm die Che­fin glatt das Abi-Zeug­nis aus­druckt, was ihm fehlt. Eigent­lich ganz so, wie über­all ja ein­fach nur noch Zeug­nis­se aus­ge­druckt wer­den. Qua­si gratis.

Zu Hilfs­leh­rer Mül­lers Didak­tik gehört übri­gens eine Exkur­si­on. Ein­ge­lei­tet vom Genör­gel des reni­ten­ten Schü­lers Dan­ger (Max von der Gro­eben): “Nicht schon wie­der ins KZ!” – Nein, Zeki kon­fron­tiert mit einem kot­zen­den Hero­in­süch­ti­gen in des­sen ver­lot­ter­ter Woh­nung und mit dem Kli­schee-Milieu einer Hartz-IV-Fami­lie – sie Ex-Pro­sti­tu­ier­te, er Alko­ho­li­ker mit Wam­pe unterm übli­chen Fein­ripp­hemd. Sta­tik der Ver­kom­men­heit. Ein auf den Tep­pich kacken­der Hund. Der öde, den Tag ver­pen­nen­de Sohn unwei­ger­lich Nazi, den man bes­ser nicht wecken darf, zumal ja Migran­ten in der Aus­flugs­grup­pe sind. Zeki Mül­lers kathar­ti­scher Effekt: Wollt Ihr das? – Nö.

Der Ober­tus­se Chan­tal (Jel­la Haa­se) redet Zeki ein, sie wäre hoch­be­gabt, und prompt kommt sie in Schwung und gesellt sich zu den Nerds. Kein gro­ßes, aber sehens­wer­tes Kino. Man kann durch­aus lachen. Bit­ter. Der Witz liegt nicht allein in den Poin­ten, son­dern in der ambi­va­len­ten Ein­sicht: So ist es. – Und so ist es doch nicht. Es gibt in etwa die­se Schü­ler, aber es gibt nicht die­sen Ret­ter. Das Sys­tem wür­de ihn aus­schei­den. Er prak­ti­ziert eine Revo­lu­ti­on, die die deut­sche Bil­dungs­po­li­tik – selbst nur in neu­en, ver­bind­li­chen Regu­la­ri­en – über­haupt nicht will, obwohl allein eine sehr prin­zi­pi­el­le Ver­än­de­rung sie wie­der wahr­haf­tig wer­den ließe.

Nein, die Schü­ler wer­den wei­ter im Stich gelas­sen, weil ihnen die Vor­bil­der feh­len, die Ver­bind­lich­keit, der Schutz und die Füh­rung, die jeder Her­an­wach­sen­de braucht, um Ori­en­tie­rung und Anre­gung zu gewin­nen. Kaum mehr ein Päd­ago­ge ver­steht es, die Rele­vanz des­sen zu ver­mit­teln, was er da treibt, oder auch nur einen kom­mu­ni­ka­ti­ven Zustand her­zu­stel­len, der zu einem inspi­rier­ten Ver­lauf führt.

Zeki Mül­ler ver­treibt sich die ihm zufal­len­de Unter­richts­zeit zunächst mit DVDs, weil er ja nur Zeit tot­schla­gen will, ist dann aber in nur einem Schritt schon bei Schil­lers „Räu­bern“ (Sturm und Drang! Wie pas­send!) und Shake­speares „Romeo und Julia“ (Lie­be!). Prompt wird das Stück als Schü­ler­thea­ter – hand­lungs­ori­en­tiert! – auf­ge­führt. In pop­pig fluo­res­zie­ren­den Neon­far­ben und selbst­ver­ständ­lich in “Jugend­spra­che”, also gründ­lich ver­saut und ordi­när. So, wie man sich in Deutsch­land „Bil­dung“ vor­stellt. Ganz ein­fach: Alle dort abho­len, wo sie nun mal ste­hen­ge­blie­ben sind. Und dann bei ihnen blei­ben, auf dem gerings­ten Niveau.

Wäh­rend ich den Film zuschaue, freut sich neben mir eine Gym­na­si­al­klas­se. Wie ich erfah­re, eine sie­ben­te. Sie lachen herr­lich ab und mis­ten neben­her mit Pop­corn und all den Knis­ter­ver­pa­ckun­gen für Chips und Tacos die Sitz­rei­he voll. Auf die Fra­ge, wer das nun sau­ber­ma­chen wird, kommt sehr höf­lich die Ant­wort: Das machen nach­her die. – Wer? Die? – Na, die vom Kino!

Nichts gelernt also. Voll die 10 B aus dem Film vor ihrer gro­ßen Läu­te­rung. Als das Licht wie­der an ist, unter­hal­te ich mich mit dem Ser­vice­mann, der den Kino­saal betritt und die Rei­ni­gung beginnt. Mit einem Hand­fe­ger, obwohl er einen Indus­trie­staub­sauger bräuch­te. Sie haben einen schwe­ren Job, oder? – Ach, fra­gen Sie nicht! Die Kin­der­ver­an­stal­tun­gen sind die dreckigsten.

Ja, ich habe über­legt ein­zu­grei­fen. Und doch ver­zich­tet, Zeki Mül­ler zu spielen.

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Kommentare (16)

FFlecken

20. November 2013 00:15

Ich boykottiere schon seit geraumer Zeit sämtliche zeitgenössisch-bundesdeutsche ,,Komödien´´, von Bulli Herbig über Typen a la Mario Barth bis zu Till Schweiger. Die ganze infantile Mentalität die diesen Werken zugrunde liegt, ist mir nun wirklich vollkommen fremd. Humor ist für mich etwas anderes. Wie erwachsene Männer so etwas produzieren können, ich will est gar nicht verstehen. Und überhaupt, die relevanten Kinofilme (des Mainstreams, diverse Autorenfilme sind mir kaum bekannt) der letzten zehn Jahre kann man an einer Hand abzählen.

Anders sieht es im Spektrum der Serien aus - für mich das wahre Kino der letzten zehn Jahre. Ob die meist sehr kapitalintensiven Serien aus Übersee oder vom Kontinent (Sopranos, Breaking Bad, Game of Thrones, Boardwalk Empire, Mad Men, Borgen, Downton Abbey, Im Angesicht des Verbrechens...)

Noch einen Satz zum Filmtitel: Der ist nicht nur peinlich debil - er ist schlicht eine absolute Unverschämtheit.

P.S. Die supercoole Komödie hat schon knapp zwei Millionen Besucher.

yvonne

20. November 2013 00:22

Der Trailer war schlimm, habe ich mir gerade angeschaut. Soll dieser Kanacken-Macker etwa unser Retter sein? Der uns hier vorführen soll, uns schwächliche Deutsche? Dann sind wir ja bald über den Berg...

neocromagnon

20. November 2013 06:33

Das machen nachher die

Das ist in der Preiskalkulation inbegriffen.

Telumee

20. November 2013 12:43

Danke, Herr Bosselmann, für Ihren Text!

Ich habe mich scheckig gelacht im Kino, endlich mal wieder!
Und: Ich studiere: Grundschullehramt.

Das Notwendigste für gelingenden Unterricht war dabei:
Zielsetzungen (Auto und Co), Authentizität der Lehrperson,
Lebensweltbezug.

Die Aufregung über den "peinlich-debilen" Filmtitel?
Wer nicht merkt, dass hier die Regeln der neuen Rechtschreibung exakt angewendet sind und die Anglizismen der deutschen Schreibung angepasst werden, dem schlage ich vor, den Film aus Angst vor dem Titel umzubenennen in: "Der Film, dessen Name nicht genannt werden darf"....

Ein Märchen bleibt es: Graffiti sprühen zählt an wenigen Schulen zu den Tätigkeiten, die einen Pokal einbringen.
Warum eigentlich?
Warum gibt es den Grätschsprung über den Bock im Sportunterricht, aber nicht das Skaten?
Warum muss der Genetiv hochgehalten werden, wenn es der Dativ doch auch tut?

Ich wünsche noch vielen ZuschauerInnen des Filmes/vom Film viel Spaß!

Carsten

20. November 2013 12:45

Na, dazu passt ja die Meldung, dass in Berlin selbst Abiturienten zu einem Drittel am Deutschtest der Polizeibewerber scheitern.

Ich kann nicht rechnen. Ich bin in einem sozialdemokratisch regierten Bundesland aufgewachsen. Statt Grundrechenarten zu lernen, haben wir bunte Plättchen sortiert.

karlmartell

20. November 2013 13:30

"Die supercoole Komödie hat schon knapp zwei Millionen Besucher."

....eben !

Gewinnmaximierung geht so.

bolle

20. November 2013 16:38

telumee,
der genitiv ist ihnen egal?
ich hoffe sehr, sie repraesentieren nicht alle referendare ihrer schulform!
das waere der klassische bildungsabsturz - oder, um bosselmann zu zitieren
- nichts begriffen

bolle

Waldgänger

20. November 2013 16:46

Der Film zeigt eines ganz deutlich, etwas, was heute aber sehr selten geworden ist und von Seiten einer weltfernen Hochschuldidaktik und Buildungspolitik geradezu bekämpft wird:

Der Lehrer muss der Chef sein.
Der Boss!

Nur, wenn er das ist, wenn er sich diese Position irgendwie erringt, nur dann wird eine auch nur etwas ältere Klasse, d.h. ab Klasse 6, mit Erfolg zu unterrichten sein.
Das war natürlich früher auch schon so, doch war das eben ziemlich selbstverständlich.

Es klingt für manche jetzt zwar etwas hart, aber man sollte sich mal ein paar von jenen heute zahlreichen Sendungen über Hunde- oder Pferdeerziehung ansehen!
Alles eine Frage der Erziehung, des Wollens und des Willens, sich mit Beharrlichkeit und Konsequenz durchzusetzen.
So viel anders sind Kinder auch nicht.

Das Perfide ist nur, dass die Schulbehörden das sabotieren.

Heinrich Brück

20. November 2013 17:25

Ich sehe mir nur noch deutsche Filme an, in denen nicht englisch
gesungen wird; dieser hat sogar einen englischen Titel.
Englisch ist nur die Sprache des Geldes, wird in den Schulen nicht
der Bildung wegen gelehrt, und noch weniger gelernt, um etwa
Shakespeare lesen zu können.
Bildung und Intelligenz, und was die Klugheit daraus macht.
Immer wieder die Konfrontation mit der BRD-Identität, Substrat
und Mißhandlung in einem, und kaum zu ertragen. Die Situation in
diesem Land ist verrückt, aber noch ist nicht alles verloren - jedenfalls
ist der Krieg noch nicht verloren. Und deshalb bleibe ich in meiner
Kultur:
..."Weh dir, verruchter Mörder, du Fluch des Sängertums!
Umsonst sei all dein Ringen nach Kränzen blut'gen Ruhms!
Dein Name sei vergessen, in ew'ge Nacht getaucht,
sei wie ein letztes Röcheln in leere Luft verhaucht!"

Der Alte hat's gerufen, der Himmel hat's gehört.
Die Mauern liegen nieder, die Hallen sind zerstört;
noch eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht;
auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.

Und rings statt duft'ger Gärten ein ödes Heideland,
kein Baum verstreuet Schatten, kein Quell durchdringt den Sand,
des Königs Namen meldet kein Lied, kein Heldenbuch;
versunken und vergessen! Das ist des Sängers Fluch.
(Ludwig Uhland)
Die Deutschen können diesen Film aushalten, keine Bildungspanik
also; die Auslese findet ohnehin über Intelligenz und Klugheit
statt. Bildung ist nur ein Luxuskulturgut für die Unsterblichen.
Ob sie DES SÄNGERS FLUCH überleben werden, wer weiß, steht auf
einem Zukunftsblatt.
Bleibt bei eurer Struktur (Sezession), sie ist einmalig.
Für nächstes Jahr wünsche ich mir den Film: FUCK YOU USA.

Revolte

20. November 2013 18:27

Wieder ein Film, der versucht, diese katastrophalen Zustände in Humor zu verpacken. Auf die gleiche Tour machen sich seit Jahren auch Migranten über ihre Landsleute lustig. Kaya Yanars aggressiver Türsteher etwa mit seinem "Du kommst hier net rein!", der schon bei geringstem Anlass die Fäuste fliegen lässt. Das ist es also: prügelnde, gewaltbereite, marodierende Migranten als herzlicher Lacher für das "Snäcks und Popcorn" fressende Publikum.
Es ist doch auffällig, dass es keinen türkischen Comedian gibt, der nicht permanent seinen Migrationshintergrund in den Vordergrund stellt und angestrengt versucht, sich in Selbstironie zu üben, stets in der Hoffnung, beim Publikum einen Niedlichkeitsbonus einzufahren. Nach dem Motto: der arme Migrant muss seine Situation mit Humor nehmen, um diese spießige, rassistische Gesellschaft ertragen zu können.

Hochachtung übrigens, Herr Bosselmann, dafür, dass sie sich so einen Film mitsamt dem ihm frönenden Klientel antun. Sie scheinen ja zumindest ansatzweise bespaßt worden zu sein.

Heino Bosselmann

20. November 2013 19:10

Lieber "Revolte", ich wurde ja quasi in Lehrerzimmern groß. Die Blicke des Films dort hinein sind schon leider bitter realistisch.

Ohne Führerschein

20. November 2013 19:34

Schön dass der Film hier besprochen wird, in den Haupstrommedien wurde ich konsequent zensiert als ich darauf hinwies, dass der Titel ein "Goodie" bereithält. Das türkische Göt heisst auf Deutsch schlicht Arsch, göthe in etwas soviel wie für'n Arsch. Was nun "Fack ju Göthe" bedeutet kann man sich auch ohne Türkischkenntnisse zusammenreimen.

Wer sich also schon immer gefragt hat, warum Türken zu grinsen beginnen, wenn der deutsche Kulturmensch mit Goethe daherkommt, weiss nun warum.

Es ist unwahrscheinlich dass die Macher nicht um diese Bedeutung wussten, ich unterstelle vielmehr dass sie den Titel bewusst so gewählt haben, was bei einer Pennäler-Sause heutzutage eigentlich keinen wirklichen Skandal darstellt.

Überrascht war ich allerdings darüber, dass diese Information offenbar so anstössig ist, dass man sie nicht veröffentlichen wollte. Offenbar ist die deutsche Gesellschaft noch nicht soweit um zusammen mit Türken über derbe Wortwitze zu lachen... oder man traut es ihnen schlicht nicht zu, den intoleranten Rassisten.

Balbo

20. November 2013 20:05

Hr. Bosselmann,

wenn ihnen auf ihre Frage, was mit dem ganzen Dreck jetzt passiert, noch höflich geantwortet wurde, dann leben sie allerdings in einer seligen Gegend. Für diese Frage wären sie hier direkt mit den Fachkenntnissen unserer zukünftigen Facharbeiter konfrontiert worden. Womöglich Stammesangehörige des Hauptdarstellers, aber sicher die Mehrzahl in jeder hiesigen siebten Klasse. Übertrieben? Die Realität sagt etwas anderes.

FFlecken

21. November 2013 00:41

@yvonne

Den Trailer habe ich mir nun auch einmal angesehen. Schlimm trifft es ganz gut... Die Baukastensätze zur Herstellung dieser Filme sind ja mittlerweile bekannt.

@Telumee

Ich verbuche Ihr Einlassung einmal als missglückte Satire.

Falls dem nicht so ist: Mir geht es insbesondere um die Beschmutzung des Namen Goethe. In vielen anderen Ländern, wenn es sich um jeweilige Zentren eigener Kultur handelt, in der Form gottlob undenkbar. Das hier die betroffene Schule gemeint ist, ändert nichts am Sachverhalt.
Wenn man die abstruse Buchstabenakrbatik des Titels als innovative Angleichung an die neue Rechtschreibung abfeiern muss - dann bitte sehr. Angst macht mit das alles weniger, eher schon Ideen und Haltung des ein oder anderen angehenden Grundschullehrers.

@Ohne Führerschein

Das macht es nicht wirklich besser, im Gegenteil.

Götz Kubitschek

21. November 2013 09:31

feierabend.
gruß! kubitschek

Olaf Knolaf

24. November 2013 12:33

@FFlecken

"Ich boykottiere schon seit geraumer Zeit sämtliche zeitgenössisch-bundesdeutsche ,,Komödien´´, von Bulli Herbig über Typen a la Mario Barth bis zu Till Schweiger."

Bulli Herbig hat in der Tragikkomödie "Hotel Lux" exzellent gespielt. In dem Film geht es um das gleichnamige Hotel in Moskau, in dem während des 2. WK deutsche Kommunisten untergebracht, um nicht zu sagen interniert waren. Ein Großteil dieser Leute wurde an Stalins guten Freund Hitler zurückgeschickt, der Rest wurde später zur SED-Führung.

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