Sezession
27. Januar 2014

Akademikerball & Antifa: Gewohnter Konsens

Martin Lichtmesz / 49 Kommentare

BummstibolschiImmerhin: die linksradikalen Ausschreitungen am Wochenende haben den Betreibern und ihrem Milieu reichlich negative Publicity eingebracht. Sogar der FPÖ-feindliche Kurier konnte nicht umhin, drastisch von "Gewaltexzessen" zu sprechen. Freilich werden weiterhin genügend Eiertänze aufgeführt, um Ross und Reiter nicht allzu oft und allzu direkt beim Namen nennen zu müssen; und es bilden sich unerwartete Allianzen, wenn es darum geht, die volle Wahrheit zu verschleiern.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

"Chaoten" oder "Schwarzer Block" sind die meistgebrauchten Bezeichnungen für die Täter. Fensterscheiben von Geschäften, Restaurants und Autos "gehen zu Bruch", offenbar ganz von alleine, aus lauter Entsetzen über die undemokratische, faschistische Staatsgewalt.

Besonders winden mußte sich wieder der linksliberale Standard, der seiner vorwiegend bürgerlich-rotgrünen Leserschaft regelmäßig das blaue Feindbild serviert. Im ersten Resümée zu den Geschehnissen brachten es die Autoren fertig, mit keiner Silbe die politische Ausrichtung der Demonstranten zu erwähnen. Man müßte ja zugeben, daß Strache auch mal recht hat, wenn er von "Linken und Linksextremisten" redet.

Stattdessen wird von den eigentlichen Tätern fleißig abgelenkt, etwa "scharfe Kritik an der Polizei" geübt oder auf irgendwelche obskuren "Haßpostings" auf deren Facebook-Seite verwiesen, inklusive spannendem Live-Ticker, ob diese nun endlich gelöscht seien oder nicht. Die Gesinnungskläffer suchen krampfhaft nach Beinen, an die sie pinkeln können.  Die "Journalistengewerkschaft" interessiert sich mal wieder mehr für ihre hochwichtigen, dabei ohnehin bis ins Mark korrupten Rüssel und Privilegien als für den Schutz der Bürger vor Ausschreitungen:

Die Wiener Polizei muss seit einigen Tagen scharfe Kritik einstecken. Ihr Vorgehen im Vorfeld des Balls wird von Gegnern der Veranstaltung als "übertrieben" oder gar "bodenlose Frechheit" bezeichnet. Die Journalistengewerkschaft spricht von "Zensurmaßnahmen", da durch ein weiträumiges Platzverbot die Arbeit von Journalisten verhindert werde.

Ob dadurch eine aufrichtigere oder objektivere Berichterstattung gegeben wäre, als jetzt der Fall ist, mag man bezweifeln, wenn man sich etwa diesen Kommentar von Rubina Möhring ansieht, ihres Zeichens Präsidentin der Vereinigung „Reporter ohne Grenzen Österreich“:

War gestern Abend ein Staatsstreich angesagt? Nein. Angesagt waren lediglich Protestdemonstrationen, weil auch in diesem Jahr der FPÖ-nahe "Akademikerball" in der Hofburg walzte. Ein Minievent, der von den Sicherheitsbehörden schon im Vorfeld zur Mammutkrise aufgeschaukelt worden war. Journalisten wurden a priori als mögliche "Feinde" eingestuft. 2.000 Polizisten – wohl bemerkt aus allen Bundesländern - mussten frühmorgens die Fahrt antreten, um in Wien abends den Demonstranten gegenüberzustehen. Das Regierungsviertel war hermetisch abgeriegelt. Wie es scheint, probte der Sicherheitsapparat für einen imaginären staatlichen Notstand. Sehr viel Steuergeld wurde da verjuxt. Zurück bleibt ein demokratiepolitischer Scherbenhaufen.

Dröseln wir diesen exquisiten gehirnlichen clusterfuck einmal auf (man nennt solche Aussetzer heute "links und kritisch"): Wenn 8000 politisch radikale Demonstranten eingeflogen kommen, darunter ein erheblicher Anteil an eigens importierten, extra-militanten Raudauknochen aus Deutschland, beflaggt mit einem Meer von roten Fahnen und Parolen wie "Unseren Haß, den könnt ihr haben", "Fuck the State", "Nein, wir lieben dieses Land und seine Leute nicht", "No Nation, No Border", "Burschenschaften zerschlagen" usw., wenn diese Gruppierungen bereits im Vorjahr Sachbeschädigungen und Übergriffe auf Personen verschuldet haben, dann, ja dann ist natürlich nur ein rein "imaginärer" Notstand zu befürchten.

Der "demokratiepolitische Scherbenhaufen" ist in den Augen Möhrings nicht etwa das reale, von den Demonstranten gezielt verursachte Resultat (neben den 20 Verletzten ein Sachschaden von über einer Million Euro), sondern der Versuch, eben diesen Scherbenhaufen und schlimmeres zu verhindern. Denkt sie etwa, die Sache wäre weniger drastisch ausgegangen, wenn die Polizei zuhausegeblieben wäre?

"In dieser ansonsten kuscheligen Republik Österreich wirkte manches an diesem Abend gespenstisch, nahezu grotesk", schreibt sie. In der Tat: für Außenstehende oder gar Angegriffene wirken diese Demomobs mit ihrer Lynchpartielaune in der Tat "gespenstisch und grotesk", ob mit und ohne "Schwarzen Block". Aber wenn man perspektivisch mitten drinnen in der Suppe schwimmt, ist man unfähig, so etwas zu sehen.

Und apropos "Minievent": das ist der Akademikerball mit seinen etwa 2000 Gästen ja in der Tat. Zum "Mammutevent aufgeschaukelt" wird er indessen von der linken Szene und nicht etwa von der Polizei. Die Anzahl der Demonstranten übertrifft die Anzahl der Ballgäste zudem um das Vierfache (!). Aber derlei disproportionale Verhältnisse geben den sympathisierenden Journalisten, die sich ja sonst so gern als Rächer enterbter Minderheiten aufspielen, weder zu denken, noch hinterlassen sie bei ihnen, wie die Autorin schreibt, einen "bitteren Geschmack". Ja, Miss Möhring, was glauben Sie, wie bitter das alles erst von der anderen Seite schmeckt! Oder in Ihren eigenen Worten:

In welcher Welt leben wir hier? In der einer zunehmenden, demokratiepolitischen Verunsicherung?

Wie lustig, das frage ich mich angesichts dieses Irrsinns auch immer wieder. Noch so ein Beispiel für die typisch linke Denkungsart? Wieder aus dem Standard:

Auch Niki Kunrath vom Bündnis "Jetzt Zeichen setzen!" kritisierte gegenüber der APA die großräumige Platzsperre als Fehlentscheidung. Es sei zudem ein "Wahnsinn", dass es zu einem solchen Polizeieinsatz für gerade einmal 400 Ballbesucher gekommen sei. Bei der FPÖ wies man diese geringe Zahl als "Unfug" zurück. Es seien zwischen 1.500 und 2.000 gewesen, so ein Sprecher.

No sicher! no sicher! Was für ein absoluter "Wahnsinn", ein Klinkerlitzchen von 400 Ballbesuchern gegen eine in diesem Fall 20fache, aufgewiegelte Masse schützen zu wollen! Aber kleiner Tip: der Aufwand eines solchen Polizeieinsatzes bemißt sich nicht daran, wieviele Menschen zu schützen sind, sondern wieviele Menschen ihnen gegenüber stehen (was übrigens die Antwort der FPÖ etwas ulkig macht). Die Zeichensetzer und Preisdemokraten sollen sich mal folgendes Szenario vorstellen: 8000 Rechtsradikale und Sympathisanten kommen gegen ein grünes Straßenfest demonstrieren, natürlich nur "friedlich", und die Polizei entscheidet, daß bei den 400 Multikultideppen, die da rumhängen, der Aufwand eh nicht lohnt. Wie laut dann erst "Wahnsinn" geschrieen wird, mag sich jeder ausmalen.

Nebenbei gesagt: in der Regel haben die meisten Linken eh nur deshalb ein Problem mit der Staatsgewalt, weil diese nicht einseitig genug gegen die Gegenseite vorgeht. Ansonsten fänden sie den Polizeistaat wahrscheinlich ganz dufte. "Polizisten schützen Faschisten", krähen sie anklagend auf Demos, dabei sollten sie froh sein, wenn sie selber einmal in der umgekehrten Lage geschützt werden - in die sie freilich selten kommen. Analog schmeckt es wohl einer erklecklichen Anzahl von rotgrünen Journalisten durchaus süß, daß es auch nicht ganz saubere, aber dafür umso effektivere Möglichkeiten und Aussichten gibt, die politischen Gegner möglichst weit aus dem öffentlichen Raum zurückzudrängen.

Immer wieder hört man hier das Argument, daß es doch nicht anstünde, den Blaumiesen einen Raum in einem so staatsrepräsentativen Ort wie der Hofburg zu geben. Aus dem Munde von ausgewiesenen "Fuck the State"-Antifanten (so habe ich es selbst einmal gehört) ist das natürlich besonders witzig, und zudem bezweifle ich stark, dass Ruhe im Karton wäre, wenn der Ball nun woandershin verlegt würde. Aber es geht ja ganz klar um mehr als um vermeintlich illegitime Veranstaltungsorte. Es geht darum, die als "Nazis" klassifizierten "raus aus den Parlamenten" zu bugsieren, wie das die "Linkswende" so subtil formuliert.

Aus der Kronen-Zeitung vom 26. 1.:

Würde man den Linken mit einer Absage des Balls jetzt nachgeben, so Strache weiter, dann komme vielleicht als nächstes die Forderung, dass die FPÖ "aus dem Parlament verschwinden soll".

Und nicht nur das: am besten auch aus den Unis, den Hörsälen, den Stadträten, den Ballsälen, den Fußballplätzen... bald auch aus den Straßenbahnen, Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern...was weiß ich. Und das ist der eigentliche Impetus dieser ganzen Sache, weswegen es nicht wundert, wenn sich die rotgrüne Journaille so verrenkt, die nicht immer so offen ist, wie dieser Zeitgenosse des Berliner Tagesspiegels.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (49)

Wahr-Sager
27. Januar 2014 19:29

„Polizisten schützen Faschisten“... Richtig, diese feigen Ärsche werden von Polizisten geschützt. Sonst würden sie nämlich die Abreibung bekommen, die sie verdienen!
Dass wiederum eine Minderheit vor den Antifanten geschützt werden muss, versteht sich von selbst, denn diese erbärmliche Brut ist nur in Horden gegen Einzelne ganz "couragiert".

Im Mittelalter hätten "Anti"Faschisten eifrige Hexenjäger abgegeben.

Venator
27. Januar 2014 19:29

Aus der Stellungnahme der Jungen Grünen (auf einer von ihnen verantworteten Seite tauchte der Slogan "Unseren Hass könnt ihr haben" auf, der auch vom Schwarzen Block verwendet wurde):

"Der Slogan mag unglücklich gewählt sein, weil er unterschiedliche Wahrnehmungen hervorruft; er wird von uns aber anders gedeutet als im Sinne der bewussten Meinungsmache der FPÖ. Er soll ausdrücken, dass wir weit davon entfernt sind, Rassismus, Faschismus und Antisemitismus in der Wiener Hofburg zu tolerieren. „Unseren Hass könnt ihr haben“ bedeutet für uns, dass wir unseren nicht benötigen, um uns artikulieren zu können; die FPÖ und die Burschenschaften bauen jedoch ihre Politik und ihr Weltbild darauf auf.

Wer Antifaschist*innen, deren Grundsatz ohnehin Gewaltfreiheit ist, permanent dazu aufruft, sich von Gewalt zu distanzieren, delegitimiert den Protest. "

http://junge-gruene.at/blog/2014/01/25/stellungnahme-der-jungen-gruenen-zu-nowkr-at/

Stil-Blüte
27. Januar 2014 20:01

Zur gleichen Zeit fand in Davos der Weltwirtschaftsgipfel statt. Dort ging es friedlich zu. Keine Chaoten. Meine Frage: Ist der gezielte Angriff auf das Akademikertreffen vielleicht eine Kriegslist der Heeresleitung? Im wahrsten Sinne ein Ablenkungsmanöver?

Lichtmesz! Ihr (Lokal-)Patriotismus ist nachahmenswert. Warum fällt mir aber die Geschichte von David und Goliath ein? Ach ja: Berliner Zeitung 25./26. 1.14 Interview mit dem Kanadier Malcom Gladwell

'über die Kunst, Übermächtige zu besiegen, über Naivität, Widerspruchsgeist und die richtige Größe von Schulklassen'

Zu lesen ist, daß David nur siegt, weil er aus seiner Schwäche, die er erkennt, Kraft bezieht. Die Kraft der Distanz, der Entfernung. Von dort trifft er Goliath. Darüber lohnt es sich für mich, nachzudenken. Wie wäre dieser Mythos in dieses Wiener Zerrbild einzubinden, überhaupt in unserer Zeit wirkungsvoll anzuverwandeln?

Hätten sich die Wiener Akademiker auf den Mob besser vorbereiten sollen? Till Eulenspiegel, Possenreißer, Narren (nein, keine abgehalfterten Clownerie) als Verbündete? Selbst vermummt im Kapuzenpulli zum Akademikerball gehen? Wo ist der hochgelobte Wiener Schmäh? Das Amüsement beim 'Tauben-vergiften-im-Park?

M.L.: No, die Damen und Herren haben sich trotz der Unbill und der Belagerung doch eh glänzend amüsiert, und dabei auch weitaus besser ausgschaut als das Gesocks auf der Straße.

Ich geb zu: Ich hab' gut Reden!

M.L:: Aus der Nähe ist es nicht immer ganz so lustig.

Harald de Azania
27. Januar 2014 20:56

Ich habe nur eine Frage: Wieso hatte die Polizei nicht Schiessbefehl?

Hier in Sueafrika gibt's bei geringerem Krawall Hartgummimassgae und mehr ... der Polizeiminister flippt nicht aus, wenn es tote Radaubrueder gibt!

Und "waffenstudenten" haetten unter den 'obwaltendedn' Umsatenden jedes Recht, bewaffnet zu sein.

Harald Sitta

Harald de Azania
27. Januar 2014 21:10

Ach, ja nur als Anhang was unser Polizeiminister so meint:

In der Ttat, ein Schiessbefehl bei Radau ist keine "carte blanche " :-)

Happy, happy Africa!

SAPS force not excessive: Mthethwa

January 24 2014 at 09:25pm
By Reuters

Comment on this story
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INDEPENDENT NEWSPAPERS

Residents of Mothutlung, outside Brits, burnt tyres and barricaded roads after a fatal protest demanding water. File photo: Dumisani Sibeko

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Mthethwa: Let’s find the bad apples

JOHANNESBURG - Government has defended the embattled police service on Friday from rising criticisms that officers used excessive force, saying there was “no carte blanche” to kill innocent protesters.

Nearly 18 months after riot police shot dead 34 striking mine workers, the South African Police Service is under renewed pressure after 14 officers were implicated in the death of four people killed during demonstrations against a water shortage.

The incident has cast an unwelcome spotlight on President Jacob Zuma's ANC government as it prepares for elections expected around April amid charges it has largely not delivered on promises to better the lives of millions of poor blacks during 20 years in power.

Police minister Nathi Mthethwa denied there was a “prevalent culture of impunity within the police service”.

“We are a caring government and therefore there is no carte blanche that we give to our officers to kill innocent people who protest,” he told a news conference.

Mthethwa said six officers had already been suspended over the deaths in the North West settlement of Mothutlung, where some members of the public order policing unit last week used banned ammunition against protesters.

The South African Human Rights Commission says the force has not heeded recommendations to improve training and better equip officers deployed to manage protests.

And government critics, including expelled former ANC youth leader Julius Malema, say the ruling party has effectively turned South Africa into a police state to quell rising public anger over low wages and a lack of adequate housing, electricity and sanitation in poor black townships.

“Your hands have got the blood of innocent souls,” Malema said in an impromptu address to Mothutlung residents after leading a protest march to the local government offices.

Mthethwa said the police would continue to exercise its constitutional mandate of maintaining peace and order, and was keeping a close eye on striking workers at platinum mines that were the site of violent protests in late 2012.

“We want a peaceful strike. Police are not striking, mine workers are. Organizers have an obligation to ensure that there is peace,” he said.

Reuters

Unke
27. Januar 2014 21:58

Ich hab' immer noch nicht ganz verstanden gegen was denn unsere Brokdorf- Operndemonstranten "demonstriert" haben. Ich lese nur in einer Art Übersprungshandlung von "denen", dass die Polizei etc. schuld sei.
Traditionell will mir scheinen, dass sich hier eher ein (kollektives) Lebensgefühl verlorener Seelen äußert als dass mir jemand von denen das eigene Begehr konsistent und verständlich schildern könne. Es sei an die Familientagung vor kurzem in Leipzig erinnert, an dessen menschlichem (gewalttägigen) Eingangsspalier ein Plakat zu lesen war auf dem sinngemäß stand "nieder mit der Geborgenheit der Familie" etc. Man kann nur noch von Teufelsanbetung sprechen.

Martin
27. Januar 2014 22:03

Zur gleichen Zeit fand in Davos der Weltwirtschaftsgipfel statt. Dort ging es friedlich zu. Keine Chaoten.

Das ist ja auch die Schweiz. In der Schweiz sollte es mal einer wagen, ein bisschen Bambule zu machen. Das wäre den Damen und Herrn Antifanten dann doch zu wenig lustig.

Daraus lernen wir auch, dass immer mehre für so etwas dazugehören müssen, dass es funktioniert. Ein organisierter Mob und ein Staat, der so etwas insgeheim durch fehlendes Durchgreifen billigend oder zumindest grob fahrlässig in Kauf nimmt.

Das Problem: Für die "Gegner" des Linkspöbels entsteht durch diese staatlich "deeskalierte" Situation zukünftig eine Lose-Lose-Situation. Sie können in dieser Repressionsspirale immer weniger ungestört machen und sollte auch nur einem Einzelnen davon der Gaul dann einmal durchgehen (ich formuliere das jetzt bewusst nicht näher aus - ob Notwehr oder nicht interessiert in diesem Zusammenhang nicht näher), dann hätte der linkskorrekte Mob mit Staatsunterstützung seinen Grünspan, seine NSU 2.0. und dann wird durchgegriffen. Lose-Lose, da die "Rechte" oder die "Konservativen" in jedem Fall verlieren. Auch das Feld für Agents Provocteurs ist eröffnet ... Obacht also!

neocromagnon
28. Januar 2014 03:11

Ich hoffe, daß die fortgesetzten und auf immer weitere Kreise ausgedehnten Angriffe zu einem Bündnis und zu einer Härtung und inneren Radikalisierung führen werden. Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Volk. Sie ist ein Projekt der Eliten.
Ist die stete Eskalation wohl Menetekel eines bevorstehenden totalitären Staates, oder Zeichen der Schwäche einer Ordnung im Todeskampf?

Raskolnikow
28. Januar 2014 07:42

"Mut zur Unzeit haben,
heißt Wasser in einem Korbe tragen."

(H. Balzac)

Ich muss die Mädels,

vom, für mehr Buntheit demonstrierenden, Schwarzen Block mal verteidigen. Sie sind doch wahre Kinder des bewunderungswürdigen 20. Jahrhunderts, das uns so viele spaßige Ideen beschert hat. Ich mag sie und Ihr solltet das auch tun!

Schließlich: Wenn´s mal wieder anders kommt, kann man diese servilen Kameraden, die stets auf´s Neue ihr gefahrloses Engagement der "guten Sache" des herrschenden Regimes zur Verfügung stellen, und sozusagen das perfekte Untertanentum verkörpern, vielleicht gebrauchen. Dieses Kroppzeug hat es immer gegeben und es war alle Zeit eifrig am Werk.

Ich muss stets an Urfins Holzsoldaten denken, wenn ich die Fratzen und Silhouetten sehe ...

Die von Ihnen aufgeführten gutbürgerlichen Abenteuerstücke gehen immer gut aus, wie im Märchen. Und alle sind hochzufrieden, sogar die Angebrüllten und Verdroschenen. Die Polente wird stets verbleut, die Nazis müssen den heldenhaften Schlägen seitens der Leanders und Julians aus gutem Hause die Rücken hinhalten und die bourgoise Richterkarikatur wedelt allenfalls mahnend den Zeigefinger.

Psychologisch läuft da natürlich Spannendes ab, ich nenne es das Campino-Syndrom. Man befindet sich in vollstem Einklang mit den Herrschenden (bei Campino: Bundesverdienstkreuz, Auftritte mit Spitzenpolitikeren etc ...), kann sich aber trotzdem als Rebell fühlen. Muss ´ne angenehme Psychose sein ...

Sie sind Teil des kapitalistischen Weltimperiums, und sicher der naivste und belangloseste. (Das sehen selbst die echten Kommunisten so!) Aber das muss ja nicht so bleiben!

Also: doucement! (Oder wollt Ihr die Kanaillen, die jetzt noch in Redaktions- und Amtsstuben residieren, selbst aus der Stadt jagen?)

Wir müssen uns doch hier nicht dergestalt entrüsten, wie es die Spießer bei PI, ef, compact oder WfD tun. Wir sind keine kleinen Mädchen, die sich auf die Kommunion vorbereiten! Unsere Coolness ist doch mittlerweile ganz ordentlich gewitzt und unsere politische Jungfräulichkeit seit langem strassenläufig.

Sagen Sie mal Lichtmesz, kommen Sie sich nicht vor wie der widerlichste Schurke, der jemals europäischen Boden besudelte, wenn Sie Ihre regimetreuen Feuilletonkollegen lesen, die Einhörnern gleich in moralisch einwandfreie Himmel hinauftraben? Ich würde an Ihrer Stelle diesen tugendhaften Moraldrachen, die sich heimlich in finsteren Ecken herumdrücken, etwas an den Kopf werfen. Und wenn es das Wort "Heuchler!" sei ...

Aber wie gesagt: Wenn´s mal wieder anders kommt ...

RotFront,

R.

Schopi
28. Januar 2014 09:53

Von Interesse wäre hier auch die psychologische Komponente, vollkommen unabhängig, wie man sich politisch einordnet; links, rechts, oben oder unten.

Diese Form des Gewalttourismus als Event eines Ausdrucks von Dekadenz einer überversorgten fetten Wohlstandsgesellschaft zeigt auf dem Gebiet des Profifussßballs derzeit eine erstaunliche Parallele - was mich immer wieder erstaunt ist: woher nehmen Tausende die Zeit und Geld her, mal eben nach Stockholm oder Berlin zu fahren, normalerweise geht man doch arbeiten, oder?

drieu
28. Januar 2014 10:09

Also in der Schweiz wurde und wird zu bestimmten Anlässen genauso "Bambule" gemacht - Polizei und Medien reagieren nicht viel anders als hier.

Trotzdem ein m.E. sehr guter Artikel aus der NZZ. Geht zwar mehr um die "Rote Flora", aber diese Sachen laufen ja analog ab.

drieu
28. Januar 2014 10:10

Der Link noch nachgereicht:


http://tinyurl.com/nabx8ox

Thomas Wawerka
28. Januar 2014 10:48

@ Unke: Ich war auch auf der Familientagung und habe folgendes Plakat gesehen: "Eure Familie kotzt uns an!" - Ich hatte nicht den Eindruck, dass dieser Mob für oder gegen etwas demonstrierte. Aufgestaute Wut wurde da von linken Netzpropagandisten zielgerichtet kanalisiert und entladen, es war lediglich notwendig, vorher das pawlowsche Wörtchen "homophob" wie einen Knochen in die Meute zu werfen. Die grundsätzliche Gewaltbereitschaft hat mich erschreckt. Es wurde gespuckt und getreten, Fahrzeuge wurden beschädigt. Eine Frau musste ins Krankenhaus. Die Atmosphäre war am Kochen. Was, wenn sich einer der Teilnehmer auf die Provokationen eingelassen hätte? Einen "Demonstranten" weggestoßen hätte? Das wäre, schätze ich, kein "Handgemenge" geworden, sondern eine Straßenschlacht. Einen solchen Aufmarsch als "Demonstration" und gewaltbereite Randalierer als "Demonstranten" (auch immer schön: "Aktivisten") zu bezeichnen, ist sträfliche Verharmlosung. Die Polizei kam übrigens gemächliche 20 Minuten zu spät. - Kritik der Medien hinterher wie zu erwarten an den Teilnehmern und den Inhalten der Konferenz, nicht etwa an den Antifa-Helden (die Hausfriedensbruch begangen haben, weil sie sich nicht an den vorgeschriebenen Abstand von 300 Metern gehalten haben, die immerhin auch zwei Angehörige der Duma angegriffen haben).
Man sieht diese Leute und kann sich nur wundern. Allein sind sie gemütlich, man kann abends ein paar Bier mit ihnen trinken und über Gott und die Welt quatschen. Aber als Mob brandgefährlich. Man fragt sich, woher so viel Hass und Wut kommen. André Sikojev, orthodoxer Priester und Redner auf der Konferenz, konstatierte: "Das sind traumatisierte Leute." Leute aus kaputten Familien, Leute die Angst haben, selber kaputtzugehen. Und Leute, die diese Angst zu nutzen wissen. - Und das alles scheint mittlerweile "normal" zu sein.

nino
28. Januar 2014 12:11

Zur gleichen Zeit fand in Davos der Weltwirtschaftsgipfel statt. Dort ging es friedlich zu. Keine Chaoten. Meine Frage: Ist der gezielte Angriff auf das Akademikertreffen vielleicht eine Kriegslist der Heeresleitung? Im wahrsten Sinne ein Ablenkungsmanöver?

Wie hat es der schweizer Politiker Christoph Blocher, der die Ehre hatte zu einem Bilderberger Treffen eingeladen worden zu sein, einmal ausgedrückt: Bei den Bilderbergern hat es keine Presse, damit diese Leute auch einmal frei sprechen können, ohne dass sie gleich in der Zeitung kommen. In Davos werden ja nur Aussagen für die Gallerie gemacht.

Heisst zu deutsch: Bei den Bilderbergern wird Tachles geredet, in Davos wird eine Propagandaveranstaltung abgehalten.

Die paar verwirrten Hanseln die es jedes Jahr in die Bündnerberge zieht um zu demonstrieren, die geben der ganzen Propaganda-Show auch noch den Anstrich von etwas immens wichtigem. Ignoriert Davos, da verpasst ihr gar nichts... Nur das übliche Blabla für eine gerechte Globalisierung.

Rumpelstilzchen
28. Januar 2014 12:11

Antibü - Immerwährender Konsens

Ich schlage vor, die Antifanten in Antibürgerliche umzubenennen:
Antibüs

Antifa suggeriert eine moralisch überlegene Position,die nicht vorhanden ist!
Sie ist sogar dahin, wenn Deutschland nazifrei ist. In Dresden ist das Ziel bald erreicht. Siehe da:
http://www.dresden-nazifrei.com/
Wenn dann noch die NPD verboten wird, ist bald ganz Deutschland nazifrei.
Ich vermute deshalb, es geht gar nicht um Nazis.
Die Antibüs dagegen sind getrieben von einer unstillbaren Krisensehnsucht, einer Lust auf Revolution. Das hat mit Moral nichts zu tun.
Schon Friedrich Engels ( 1820-1895) , Sohn eines Textilfabrikanten und aus pietistischem Haushalt stammend, klagte über die "dauernde Langeweile der Prosperität"
Er schreibt an seinen Freund Karl:
"mir geht es übrigens wie Dir. Seitdem der Schwindel zusammenbrach in New York, hatte ich keine Ruhe mehr in Jersey, und ich fühle mich enorm fidel in diesem general downbreak. Der bürgerliche Dreck der letzten sieben Jahre hatte sich doch einigermaßen an mich gehängt. Jetzt wird er abgewaschen, ich werde wieder ein anderer Kerl. Die Krise wird mir körperlich ebenso wohltun, wie ein Seebad."
Die heutigen Antibüs pflegen ebenso das "luxuriöse Hobby von Privilegierten mit einem Übermaß an freier Zeit" ( Böckelmann)

"Sie sind nur deswegen auf die Straße gegangen, weil sie insgeheim den Rechtsstaat, die parlamentarische Demokratie und die soziale Marktwirtschaft idealisieren. ..Wenn sie Gewalt anwenden und zur Rede gestellt werden, rechtfertigen sie sich mit dem Recht auf Widerstand und den Menschenrechten, der Inbegriff ihrer Herkünfte ist das evangelische Pfarrhaus." Ebd.

Da schließt sich der Kreis. Siehe Engels.

P.S. Das Motto von Blockupy 14 in Frankfurt lautet heuer:
Europa grenzenlos - Demokratie von unten

Marcus Junge
28. Januar 2014 12:45

neocromagnon

Da diese Brut gezielt gezüchtet wurde, ist es nicht ein Zeichen der Schwäche der bestehenden Ordnung, sondern eine gewünschte Entwicklung, mit einer gezielt erschaffenen Schwäche, um weitere Entwicklungen zu befördern.

In den 60'ern trieb es die Schüler der Frankfurter Schule auf die Straßen, die sind erst Lehrer der Nachfolgegenerationen worden, dann staatliche Lenker, damit Umlenker von Finanzmitteln und die Verbieger der Normen und Regeln, der Bildungspläne, für alle.
Bei allen Stufen ihrer Entwicklung hatten sie Helfer, die Frankfurter Schule in den USA und dann zurück in der Westzone, durch die USA; dann kamen die Einflußmaßnahmen aus Moskau/Ostberlin dazu, als diese 89/90 endeten, erfanden die "durch die Instanzen Marschierer" den "Krampf gegen das Recht" und saßen dann auch bei den Treffen der Bilderberger / Atlantikbrücke.
All das ist ein verwobenes Geflecht, manches entstand durch Zufall, wurde durch unerwartete Einflüsse verändert und dann immer angepaßt, jedoch der Grundton war immer gleich. Gegen die bürgerliche Welt, gegen die Familie, gegen die Nationalstaaten, insbesondere gegen Deutschland (wozu Österreich hier zählt), hin zu einer globalen Dimension, der Weltbevölkerung und Weltregierung.
Das jetzt der Staat einen auf Schwächling macht, paßt dabei wunderbar, man braucht die Krisen, um die Entwicklung hin zum großen Endziel betreiben zu können. Nützliche Idioten nimmt man dabei gern als Helfer an, egal ob Antifa, Attac, Taliban und die Presse (Sender) ist sowieso eine rein abhängige, die schreiben wie ihnen befohlen wird, weshalb man diese auch ignorieren sollte, sofern man Information und nicht Desinformation/Propaganda sucht.
Sollten die Betreiber der NWO morgen zu dem Entschluß kommen, mit den Rechten erreichen wir unser Ziel schneller, dann ist übermorgen die Antifa (und ähnliches) der Feind, wird staatlich bekämpft, in den Medien verschrien und es heißt trotzdem noch: "Ihr streitet, wir herrschen". Der Mohr kann halt beliebig ausgetauscht werden, nur ist er zu dumm dies zu erkennen.

Demo Goge
28. Januar 2014 13:11

Rumpelstilzchen, Ich vermute deshalb, es geht gar nicht um Nazis.

(Dieses Böckelmann-Zitat versteh ich nicht, wer sollen ‚Sie‘ sein, die für den Rechtsstaat auf die Straße gehen ?)

Natürlich geht es nicht um 'Nazis'. Das ist lediglich das Etikett, daß die Oligarchie ihren politischen Gegnern aufklebt, damit die gelangweilten Polithooligans wissen auf wen sie straflos einkloppen dürfen; dasselbe Konzept, das die USA global anwenden, nur daß der 'Nazi' da 'Terrorist' heißt.
Insofern ist das, was sich in Deutschland/Österreich abspielt tatsächlich Bürgerkrieg, nur - noch - ohne Schußwaffen.

Es entbehrt auch nicht einer gewissen Raffinesse, wie die von unseren 'Freunden' - GB / Fr / USA / Ruß - ab und an gegen Dtld geschwungene Nazikeule vom Establishment durch Ablenkung auf die Opposition zur innenpolitischen Stabilisierung eingesetzt wird; gegen menschenrechtlich motivierte Kritik von außen an diesem undemokratischen Vorgehen ist man so immunisiert, da man ja nur den Kampf der Antihitlerkoalition fortsetzt und somit muster'demokratisch' ist.
Folge waren stabile Regierungen in den letzten 60 Jahren.

Das nennt man wohl, aus der Not eine Tugend machen.
Denn eins ist klar, aus machtpolitischer Perspektive können die USA kein Interesse an einem starken Europastaat haben.

Martin Lichtmesz
28. Januar 2014 15:11

Guter Kommentar auch hier:

http://www.youtube.com/watch?v=wH9MCsnnHr8

Rumpelstilzchen
28. Januar 2014 15:25

@Demogoge
Sie ( Antifa) gehen natürlich nicht für den Rechtsstaat auf die Straße. Aber sie können auf die Straße gehen, weil es den Rechtsstaat ( noch) gibt. Und das wissen sie auch und fordern ihn auf's Letzte heraus.
Wo wär der der Typus Antifa in einem Unrechtssystem zu finden???
Mich fragte unlängst einer dieser Spezies: was ist eigentlich ein totalitäres System ?

Hartwig
28. Januar 2014 15:53

"Man sieht diese Leute und kann sich nur wundern. Allein sind sie gemütlich, man kann abends ein paar Bier mit ihnen trinken und über Gott und die Welt quatschen."

@ Wawerka

Abgewöhnen! Auch wenn man mit diesen Leuten ein Bier trinken KANN, sollte man es dennoch NICHT TUN.
Ich war auch auf diesem Dampfer, bis vor kurzem noch. Ich könnte auch wie MKH erzählen, "...warum ich kein Linker mehr bin", sprich, dass ich ein Linker WAR. Und so hat man noch das Sendungsbewusstsein, die anderen vom linken Pfad runter zu holen und zu labern, wenn der Abend lang ist. Und dass nicht gleich alle den Tisch verlassen, wägt man seine Wortwahl ab und tastet sich vor ...
Ich kann nur empfehlen, das zu unterlassen. Ein deutliches "Mit Linken rede ich nicht über Politik ... (und auch sonst nicht)" wirkt besser als hundert Argumente.
Sonst fällt mir zu diesen Leuten nichts weiter ein. Psychose und Hysterie scheinen umso mehr um sich zu greifen, je weniger Sorgen man hat, je weniger wahre Härten man im Leben erlebt hat, je weniger Konsequenzen drohen. Das Kompensieren eines herausforderungslosen Lebens. Bei Frauen mag Mutterschaft helfen. Und bei diesen Simulationen von Männern braucht es gewiss keinen richtigen Krieg, um für volle Hosen zu sorgen. Klonovsky plädierte ja mal für die Wiedereinführung des Duells; ich würde sagen, ein wenig mehr russische Verhältnisse täten es auch.

Demo Goge
28. Januar 2014 16:35

Rumpelstilzchen,

Sie (Antifa) gehen natürlich nicht für den Rechtsstaat auf die Straße. Aber sie können auf die Straße gehen, weil es den Rechtsstaat (noch) gibt.

Nein, andersrum wird ein Schuh draus, die Ballakademiker können - noch - tanzen, weil es den Rechtsstaat gibt; denn Rechtsstaat ist ein Staat in dem das Recht gilt und nicht ein Staat, der Rechtsbrechern freie Hand läßt. 'Antifa' ist ein Symptom des Verfalls des Rechtsstaates.

Und das wissen sie auch und fordern ihn auf’s Letzte heraus.

Sie fordern den Rechtsstaat nicht heraus, sondern sie setzen auf dessen Schwäche, sie füllen das Macht-Vakuum das aus seinem Rückzug entsteht.
'Herausgefordert' wird der Rechtsstaat durch Akademikerbälle von politisch Andersdenkenden, denen man - noch - Schutz gewährt.

Wo wäre der Typus Antifa in einem Unrechtssystem zu finden???

Genau da, wo er jetzt ist. Randalierend vor Veranstaltungen Andersdenkender. Mit dem einen Unterschied, daß dann keine Polizei mehr da wäre um die Bürger vor dem Mob zu schützen.

Rumpelstilzchen
28. Januar 2014 16:57

@Martin Lichtmesz,
Danke für den Hinweis auf den Kommentar.
Ich fürchte, der junge Mann hat's getroffen.
Da Kommunismus , Marxismus und zuletzt der real-existierende Sozialismus gescheitert sind, die Linke sich das nach so vielen Jahren nicht eingestehen kann, sucht man sie fanatisch nach Sündenböcken bzw. Saboteuren.
So wie seinerzeit Stalin.
Zu erinnern ist an den Antisemitismus Stalins, der von 1937 an wieder auflebte und ebenfalls in Verfolgungen gipfelte. Man denke an das sog. Ärztekomplott 52/53. Eine angebliche Verschwörung von Medizinern jüdischer Herkunft gegen Stalin ( sog. Saboteurärzte ) war Anlass für brutale Judenverfolgung. Auch Karl Marx war Antisemit.

"Die Ursprünge des Marxismus in der antisemitischen Verschwörungstheorie können niemals ganz ausgelöscht werden. Welche Gestalt der Marxismus auch annehmen mag, er wird diesen Makel wie ein Kainszeichen bewahren, manchmal unter anderen Schichten verborgen, manchmal unverhohlen hervortretend."

( so schreibt der britische Historiker Paul Johnson 1984 in der Zeitschrift Kontinent )
Dieses Kainsmal führt zu Selbsthass, möglicherweise nach außen verlegt auf den Nazi.
Hier wären noch einige Quellen zu studieren.

"

Zalmoxis
28. Januar 2014 18:40

Es gibt offenbar auch eine "Sezession" innerhalb der Antifa-Linken. Beim Lesen des Beitrags "Der WKR-Ball, die Grünen und das Dilemma" musste ich zwangsläufig an MKH "Rebellion gegen die Lüge" (Sezession, 56) nachdenken. Gewollt oder ungewollt wird "Sezession" auch verstärkt im linken Spektrum gelesen.

Der zitierte Beitrag stammt von Efgani Dönmez (Die Grünen Öberösterreich).

"Das Dilemma der Linken, insbesondere der Grünen wird jedes Jahr rund um die Veranstaltung des WKR-Balles sehr deutlich, wenn man bestimmte Puzzleteile aneinanderfügt. Erinnern wir uns an den Sommer 2013 zurück, wo Pro-Erdogan Demonstranten in Wien demonstrieren gingen und ich dazu klar Stellung bezogen habe und mir manche der eigenen “ParteikollegInnen” in den Rücken gefallen sind, indem sie mir das Wort im Mund umgedreht haben, wie z.Bsp: Landessprecher der Wiener Grünen Georg Prack, welcher wortwörtlich gesagt hat: “PolitikerInnen können auch mal emotional sein und beim Thema Menschenrechte bin ich emotional.” oder die Aussage des Bundesgeschäftsführers Stefan Wallner: “…wir können nicht gleichzeitig Zwangsmaßnahmen für hier lebende Andersdenkende fordern … Meinungsfreiheit ist ein zentraler Wert einer Demokratie, den wir verteidigen…”
Offensichtlich werden diese nur jenen zuerkannt, ===> welche politisch opportun sind, national-islamistische Strömungen, welche auf Wiens Straßen, wir sind “Soldaten Erdogans” skandieren, fallen aus Grüner Sicht unter Meinungsfreiheit und Menschenrechte, <=== aber wenn Ball-Besucher mit einem deutschnationalen Weltbild und sonstigem rechten Gedankengut diesen besuchen, dann wird dagegen massiv gewettert und versucht dies mit (fast) allen Mitteln zu bekämpfen."

http://efganidoenmez.at/2014/01/27/der-wkr-ball-die-gruenen-und-das-dilemma/

Revolte
28. Januar 2014 18:43

Die Parolen der Friedensaktivisten und Weltverbesser sprechen für sich:


Auf die Glatzen bis sie platzen!

Nazischwein, Messer rein, Messer rot, Nazi tot!

Eine links, eine rechts, nieder mit der Nazipest!

Ich hatte einen Traum da hing ein Nazi an 'nem Baum.
Ich hab' so viele Träume aber nicht genügend Bäume.

Siehst du einen Nazi laufen, musst du dir ein Messer kaufen, siehst du ihn dann wieder, stich ihn nieder.

Der Grad der Entmenschlichung von sog. Nazis durch die Linksguten ist Faschismus pur.

Thomas Wawerka
28. Januar 2014 19:32

@ Rumpelstilzchen: Danke für den Buchtipp!!! "Jargon der Weltöffentlichkeit" ist genau das, was ich seit Jahren gesucht habe: das Äquivalent zu Klemperers "LTI" für unsere Zeit. Sehr instruktiv!

@ Martin Lichtmesz: Interessanter Vorschlag, den der junge Mann im YT-Video bringt. Klingt durchaus plausibel.
Dennoch ein Schritt zurück und zwei andere Aspekte:
1. Die Masse ist etwas, das schon immer leichter zu instrumentalisieren war als der Einzelne. Ich muss endlich Canettis "Masse und Macht" lesen! - Der Kommentator sucht die Gründe allein bei den "Demonstranten" (Enttäuschung, dass das Paradies nicht angebrochen ist). Ich denke, dass ihre Aggressionen aber auch zielgerichtet abgerufen werden. Dass es Agitatoren gibt, die sie bewusst instrumentalisieren.
2. Wir sollten nicht so tun, als gäbe es keine Gefahren von Seiten des Rechtsextremismus. Nach der Wende haben westdeutsche, österreichische und amerikanische Neonazis (allen voran die NSDAP-AO) massive Propaganda und Rekrutierung im Osten betrieben. Es war durchaus nicht klar, wie das alles ausgehen würde. 1992 dann die Tage von Lichtenhagen. Ist noch nicht so lange her, gerade mal 22 Jahre (die Antifa-"Demonstranten" sind allerdings zu jung, um das im Bewusstsein zu haben). Es wäre möglich, dass die "Demonstranten" in den Leuten, die zum Ball oder zur Familienkonferenz gingen, die "Strippenzieher" oder Förderer hinter den Ausschreitungen von Lichtenhagen oder anderswo sehen. Zur Instrumentalisierung käme also noch Täuschung.

Bin mal gespannt, wann die Antifa über die erste Kirche herfällt.

Nordlaender
28. Januar 2014 20:32

@ Revolte

"Der Grad der Entmenschlichung von sog. Nazis durch die Linksguten ist Faschismus pur."

Die Verlegerin Friede Springer ordnete ich allerdings nicht unbedingt als eine Linksgute ein.

In der BILD-Zeitung ist bereits ein öffentlicher Aufruf zum Mord an deutschen Bürgern erschienen, verfaßt von dem Chefkommentator Franz Josef Wagner, ohne daß das ein gerichtliches Nachtspiel hatte:

"Wir Bürger haben eine gemeinsame Pflicht. Wir müssen das Böse besiegen.
.Wir müssen die Nazis ausrotten aus unserem Leben Sie gehören nicht zu uns.
Nicht zu unserem Cappuccino, zu unserem Coffee to go, Schaufenster-Bummeln."

(BILD, Franz Josef Wagner, 13.11.2011, sic)

http://www.bild.de/news/standards/franz-josef-wagner/post-von-wagner-braunes-terror-pack-20982594.bild.html

Wenn Sie den Begriff "Faschismus" verwenden, so interessierte mich einmal Ihre Definition.

Nordlaender
28. Januar 2014 20:41

@ Hartwig

"Ich könnte auch wie MKH erzählen, „…warum ich kein Linker mehr bin“, sprich, dass ich ein Linker WAR."

Jammerschade finde ich es, daß sich ausgerechnet so ein brillianter Analytiker wie Kleine-Hartlage an den Linken (scheinbar Linken?) so festgebissen hat.

Legt man sich denn großartig mit dem Schmidtchen an, wenn unser Hauptfeind doch der Schmidt ist?

Dabei hat Kleine-Hartlage immerhin bereits eine gute Einführung vorgelegt in Sachen "Neue Weltordnung" (Antaios).
Wie wäre es mit viel mehr BlackRock und viel mehr Goldman Sachs und viel mehr weniger Ressentiment gegen das niederste Fußvolk der Wallstreet?

Martin Lichtmesz
28. Januar 2014 20:54

Nicht zu unserem Cappuccino, zu unserem Coffee to go, Schaufenster-Bummeln.

Schon allein dafür verdient er zehn Jahre Straflager in Nordkorea...

Hartwig
28. Januar 2014 21:21

@ Nordlaender

MKH weiss schon genau, warum er die sogenannte Linke aufs Korn nimmt. Sie ist der verlängerte Arm, der hier ins Land hinein reicht.
"No border, no nation", dieser Slogan stammt sinnentsprechend aus den Denkschulen der Herren Goldman, Sachs, Rockefeller, Rothschild, Warburg ... Kaum mehr als "no border, no nation" braucht es, um allen Widerstand gegen ihren Globalisierungswahnsinn zu brechen. Versuchen sie das mal, einem im Gammellook daherkommenden Jugendlichen zu erzählen, der exakt diesen Slogan auf seiner Jacke stehen hat, und meint, DER Widerständler gegen Wallstreet, Kapital und Globalisierung zu sein.
MKH versucht dies dennoch. Schwer genug.

Nordlaender
28. Januar 2014 21:38

@ Hartwig

Schon klar.

Aber versuchen Sie einmal, einem Politisch-Inkontinenten zu erzählen, daß nicht die "links-rot-grün-versiffte" (Jargon einer beliebten islamkritischen Seite im Weltnetz) CR unser Hauptfeind ist.

Wie kann man die Leute am besten betrügen? Immer nur die Wahrheit erzählen!
Die Massen werden empört sein. Hauptsache, die letzte Tür bleibt fest verschlossen.

Es kann eine Menge Befriedigung auslösen, aus dem Schlummer aufzuwachen, zu erkennen, was diese bösen Grünen ausmacht und sich zusammen mit einer großen Gemeinde in einer "Aufwachsimulationsstation" pudelwohl zu fühlen.

Nordlaender
28. Januar 2014 21:43

@ Martin Lichtmesz

"Schon allein dafür verdient er zehn Jahre Straflager in Nordkorea…"

Auch wenn ich persönlich niemals Kaffee aus Plastikbechern trinke, schon gar nicht auf der Straße und auch nicht aus Togo, ich bin nicht so hart wie Sie, Herr Lichtmesz, denn ich finde, daß Franz Josef Wagner sich so eine Art "Ilja-Ehrenburg-Preis" durchaus verdient hat.

Zumal er ja auch schon (in Sachen Rudolf Heß) sehr mutig mit unserer abendländischen Konvention der Achtung vor der Totenruhe gebrochen hat.

Nihil
28. Januar 2014 22:44

Wer die Ironie bei Franz Josef Wagner nicht findet ...

M.L.: Aber nur eine unfreiwillige...

Axel Wahlder
29. Januar 2014 03:53

@Der Grad der Entmenschlichung von sog. Nazis durch die Linksguten ist Faschismus pur:

Aber nur in DE, also, in DE nach 1945, also in jenem DE, wo es keine Nazis gibt. Jedenfalls, keine Expliziten, keine Legalen. Sie sind verboten wie die Schlagringe, sie dürfen nicht sein.

Und erst dann ermutigen sich die Hongweibings, gegen sie zu kämpfen. Mittel sei eben formell verboten, aber wen juckt det, wenn es um eine fiktive Größe handelt?

.. Randnotiz: in den USA gibt es keine Antifa. Und es gibt dort durchaus Fa, jedenfalls die Personen, welche sich mit den Hakenkreuzen ganz öffentlich schmucken. Merkwürdig, dass sich "unsere" buntesrepublikanische Özdemirjugend nicht im Traun erdreist, nach Amerika zu rücken um eben dortigen Glatzen proletarische Abreibung zu verpassen.

Rumpelstilzchen
29. Januar 2014 09:54

Ich finde keine Ironie bei Josef Wagner, allenfalls eine unfreiwillige Komik.

"Werter Herr Wagner, wie will man ohne Gott das Böse besiegen ?
Das Böse !!! Nicht Adolf, Uwe, nicht Leander. Nein, Nazi ist gemeint. Aber um welchen Nazi handelt es sich ? Ist es nicht jener Nazi in uns Allen ? "
Grüße von Ottilie

Julius
29. Januar 2014 09:55

Ich weiß nicht, wo Franz Josef Wagner Nazis sieht. Ich weiß aber, wen er meint. Ausgerechnet mit

Sie gehören nicht zu uns. Nicht zu unserem Cappuccino, zu unserem Coffee to go, Schaufenster-Bummeln.

hat er ja recht. Nicht nur unfreiwillige Ironie, sondern auch ein unfreiwilliges Kompliment.

Ich muß in letzter Zeit oft an die Stelle bei MKH denken, wonach sich (ergänze: subalterne) Linke beim Anblick eines "Rechten" so benehmen wie ein transsylvanischer Bauer beim Erscheinen des Grafen Dracula im Film.

M.L.: "Kompliment", that's it!

Stil-Blüte
29. Januar 2014 13:05

@ Raskolnikow
Erstaunlich, höchst erstaunlich die 'roten Fahnen' bei dem Krawall und diese Analyse in 'Die rote Fahne'.

@Rumpelstilzchen
Daß der Antisemitismus seit 1937 ein politisches Machtkalkül und dem Verfolgungswahn von Stalin geschuldet war, ist hinreichend belegt. Doch -war es nicht mehr als angemessen, diesen Diktator und Massenmörder umzubringen? Vielleicht hatten die Ärzte den Mut dazu. Warum sollten Juden Verächter eines Tyrannenmordes sein?

@Thomas Wawerka
'Masse und Macht' lesen. Nur zu! Auch deshalb, weil Canetti zwischen Masse und Rotte unterscheidet und beiden Formierungen nicht nur des menschlichen Daseins, sondern der Natur und Kultur an sich (Wald, Fahnen, Massengräber, Geldmassen, Getreide) ein Eigenleben zugesteht (wie e i n einziger Körper), was Canetti übrigens in Wien auf einer Massenkundgebung als Schlüsselerlebnis buchstäblich am eigenen Leib erfahren hat) zwar instrumentalisieren läßt, aber eben auch unvorhersehbar eine eigene Dynamik entfaltet, die sich dann, Gnade Euch Gott!, gegen die Anstifter richtet.

M.L.: "Masse und Macht" ist eines der wichtigsten Bücher überhaupt. Canetti hat einen eminent konservativen Zug, der leicht übersehen wird.

Rumpelstilzchen
29. Januar 2014 14:57

Liebe Stil-Blüte,
Drücke ich mich so unverständlich aus ? Wegen mir hätten die jüdischen Ärtze Stalin umbringen können, aber das war nicht das Thema.
Stalin hat die Juden verfolgen lassen, weil er jüdischen Ärzten zu Unrecht unterstellte, ihn umbringen zu wollen. Diese Unterstellung nahm er zum Verfolgungsanlass.
Die Frage, die uns beschäftigt, lautet: Woher kommt dieser Hass der "Antifa".
Da hat jeder wohl s(eine) Theorie. Ich persönlich finde den Kommentar des Identitären sehr dicht an der Sache ! Seine Erklärung kommt meiner Auffassung entgegen. Selbst der Zusammenbruch des real-existierenden Sozialismus konnte den ewigen Traum der Linken vom Paradies auf Erden nicht beseitigen. Er lebt heute fort in den spinnerten Träumen der Antibüs oder "Antifas" von einer weltoffenen, grenzenlosen Gesellschaft. Und statt mal endlich aus dem Traum aufzuwachen, macht man immer wieder neue Saboteure aus. Ad infinitum. Heute sind die Verhinderer der Utopie eben die Nazis.
Selbst der Nachweis, dass der Kommunismus das Kainsmal des Antisemitismus trägt, und zwar von Anfang an, bewirkt bei der "Antifa" kein Aufwachen. Was also, wenn alles Nazifrei ist. Wer ist der nächste Saboteur ?
Meine These ist deshalb: es gibt die Linken nur als Ideologie.
Die Rechte gibt es zwar auch als Ideologie , aber eben auch nicht ideologisch, sondern realitätsdichter und vielfältiger. Das ist aber ein anderes Thema.

Julius
29. Januar 2014 15:35

Schon allein dafür verdient er zehn Jahre Straflager in Nordkorea…

Ich finde, ein paar Jahre Durchschnittsleben in Nordkorea wären - zumal für einen westlichen Linken - bereits eine wirklich harte Strafe.
Wenn man jetzt bösartig wäre könnte man noch hinzufügen: Bei Günter Maschke haben zwei Jahre Kuba - vermutlich in eher privilegierter Stellung - zur Resozialisierung gereicht. Gut, der ist auch aus anderem Holz geschnitzt und wohl ungleich intelligenter.

Demo Goge
29. Januar 2014 17:50

Rumpelstilzchen,

Meine These ist deshalb: es gibt die Linken nur als Ideologie.
Die Rechte gibt es zwar auch als Ideologie , aber eben auch nicht ideologisch, sondern realitätsdichter und vielfältiger.

So ist es.
Allerdings würde ich sogar noch weiter gehen und behaupten, daß eine sog. rechte Ideologie in Wahrheit auch eine linke ist.

Es gibt eben immer vernünftige Leute und es gibt Spinner; und wenn die Spinner sich selbst als 'links' und die vernünftigen Leute als 'rechts' bezeichnen ändert sich daran nichts, sondern daß ist nur der Versuch diese Konfrontation als Alternative darzustellen.
Und da der Spinnereien viele sind - Klassismus, Rassismus, Psychismus, Agnostizismus, Physikalismus, Spiritualismus, Vitalismus, Transzendentalismus etc - ist es leicht Verwirrung zu stiften.

Grundsätzlich gemeinsam ist diesen Irrlehren die Vergötzung EINES Aspektes des Menschseins, bzw das nicht anerkennenwollen der conditio humana, also der Tatsache, daß der Mensch nicht ein Geschöpf seiner selbst ist.

Coriolan
29. Januar 2014 18:45

Sie gehören nicht zu uns. Nicht zu unserem Cappuccino, zu unserem Coffee to go, Schaufenster-Bummeln.

Er hätt's auch so ausdrücken können, der "Ober-Zsupán "Wagner:

Ja, das Schreiben und das Lesen,
Ist nie mein Fach gewesen,
Denn schon von Kindesbeinen
Befasst' ich mich mit Schweinen,
Auch war ich nie ein Dichter,
Potz Donnerwetter Parapluie!
Nur immer Schweinezüchter,
Poetisch war ich nie!
Ja -
Mein idealer Lebenszweck
Ist Borstenvieh, ist Schweinespeck.
Mein idealer Lebenszweck
Ist Borstenvieh, ist Schweinespeck.

Ja! auf das Schweinemästen
Versteh' ich mich am besten,
Auf meinem ganzen Lager
Ist auch nicht eines mager -
Fünftausend kerngesunde.
Hab' ich, hübsch kugelrunde,
So weit man suchet fern und nah',
Man keine schön'ren sah.
Wie ihr mich seht - im ganzen Land
Weit und breit bin ich wohl bekannt -
Schweinefürst werd' ich nur genannt!

Pat
29. Januar 2014 21:57

@Axel Wahlder

Natürlich gibt es auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine sogenannte "antifa". z.B http://rockymountainantifa.blogspot.de/
Ich kann ihnen ebenfalls versichern, daß es sich um die gleichen, traurigen Witzfiguren handelt wie in Europa.

Meier, Hans
30. Januar 2014 00:18

Schwach fand ich den Auftritt von Andreas Mölzer im Fernsehen. Er ließ sich von einer Grünen-Tante mit dem "Zuerst"-Heft in die Enge treiben, Tenor: "Hier sehen Sie alle, in welch bösem rechtsextremen Blatt für den WKR geworben wurden..." Darauf hatte Mölzer keine Antwort, er stopselte herum und verschränkte nur grantig die Arme.
Warum geht man nicht in die Offensive?
Vorschlag: "Sie haben hier gar nicht auf Moralapostel zu machen, Ihre Gesinnungsfreunde sind kommunistisch durchsetzt und unterstützen Massenmörder in Geschichte und Gegenwart."
Fertig.
Angriff ist die Devise.

Nordlaender
30. Januar 2014 01:06

@ Julius

"Nicht nur unfreiwillige Ironie, sondern auch ein unfreiwilliges Kompliment."

"Schaufenster-Bummeln" (Franz Josef Wagner)

Jetzt habe ich es endlich verstanden: Ein Natzieh ist also jeder, der sich dem "Schopping" oder so ähnlich, wie es heute auf Globalesisch heißt, als einer heiligen Handlung verweigert.

Cui bono? Wer erzielt Gewinne durch das "Schopping"?

Der Kampf gegen Links soll doch wohl ein Witz sein, oder?

Nordlaender
30. Januar 2014 02:02

@ Rumpelstilzchen

"Selbst der Nachweis, dass der Kommunismus das Kainsmal des Antisemitismus trägt"

Öhmm ... meinen?

Karl Marx? Sein geistiger Ziehvater, der Zionist und Humanist Moses Hess?
Jakob Schiff, der Lew Bronstein ("Trotzky") finanziert hat?

Hirsch Apfelbaum ("Zinoviev"):

"To overcome our enemies we must have our own socialist militarism. We must carry along with us 90 million out of the 100 million of Soviet Russia's population. As for the rest, we have nothing to say to them. They must be annihilated." (Apfelbaum, September 1918, Krasnaya Gazeta, 1.9.1918)

Unter Dschugashvili ("Stalin") wurde Antisemitismus übrigens mit der Todesstrafe sanktioniert. Und heruntergerissen von Lazar Moisejevich Kaganovich wurde die orthodox-christliche Kathedrale des Erlösers in Moskau - und nicht etwa eine Synagoge.

Rumpelstilzchen
30. Januar 2014 08:11

In Kürze
@Nordländer
Karl Marx, obwohl selbst Jude, pflegte einen Judenhass, der keiner Steigerung fähig ist. Quelle: Konrad Löw: MARXISMUS Quellenlexikon,
Auch Stalin verfolgte Juden.
Quelle: Paul Johnson: Marxismus und Judentum, es überrascht der Grad relativer Gemeinsamkeit in den Klischees u d Stereotypen sowohl des "rechten" wie des "linken" Antisemitismus.
Weshalb Demo goge recht hat. Rechte und linke Ideologien gleich sind.
Es sollten neue Bezeichnungen für ein altes Phänomen gefunden werden.
Auch Nikolai Berdjajew hat zum religiösen Schicksal des Judentums geschrieben. Quelle Kontinent:Ost west forum 1985
Dort Artikel " Christentum und Antisemitismus".
Unter diesem Aspekt kommen der Gedanke des Reiches und der Universalität neu in den Blick. Ein weites Feld.

Eigenes Thema.

M.L.: Eben, darum Bitte an das Kommentariat, das anderswo auszutragen.

Julius
30. Januar 2014 09:58

Der von ML verlinkte VlogIdentitaer bei YT "Woher der ganze Hass?" ist inhaltlich wirklich gut. Es ist ja eine bewährte Taktik der Linken, den "Rechten" das Schüren von Ängsten oder Haß vorzuwerfen, wenn diese die Aporien und Dysfunktionalitäten ihrer utopistischen Gesellschaftsexperimente und den darob im Volke entstandenen Unmut aufzeigen, ansprechen oder gar selbst artikulieren. Damit in Zusammenhang steht auch die Gewohnheit, diese völlig normalen Reaktionen auf bestimmte Erscheinungen zu psychischen Krankheiten (Xenophobie, Homophobie usw.) zu erklären.

ML hat ja in einem früheren Beitrag (Peter Weibel über die „Instabilität des Systems“) im Vorbeigehen den Standard-Kolumnisten Hans Rauscher durchschaut, in dem er in ihm den wahrscheinlich dümmsten lebenden Menschen erkannt hat. Dies deckt sich mit meiner auf jahrelange Beobachtung gestützten Einschätzung.
In seiner Kolumne vom 28. Jänner 2014 ( http://derstandard.at/1389858541285/Deutschnationalismus-hochoffiziell-legitimiert ) stellt Rauscher diese Alleinstellung einmal wieder eindrucksvoll unter Beweis mit Unsinnigkeiten, die Unlogik und historische Unbildung nicht vermissen lassen. Dabei entblödet er sich auch nicht, den einschlägig bekannten „Heribert Schiedel“ zu zitieren.
Näheres über diesen findet man hier: http://www.identitaere-generation.info/haters-front-strukturmerkmale-linker-mobilisierung/ Ich verliere kein Wort mehr.
Was Rauscher den Burschenschaften anzuhängen versucht, fällt auf ihn – stellvertretend für viele sich „intellektuell“ dünkende Linksliberale – zurück: Die mangelnde Abgrenzung vom gesellschafts-, nations- und staatsfeindlichen Extremismus.

@ Nordlaender
Ich kann Ihnen leider nicht folgen. Ist das jetzt wiederum von Ihnen ironisch gemeint oder verstehen Sie wirklich nicht, was ich meine?

Revolte
30. Januar 2014 12:46

@Nordlaender

Wenn Sie den Begriff „Faschismus“ verwenden, so interessierte mich einmal Ihre Definition.

Faschismus ist für mich jede Form von Gewaltherrschaft, die Andersdenkenden Rechte abspricht und/oder in letzter Konsequenz deren physische Vernichtung anstrebt.

Revolte
30. Januar 2014 12:53

Nachtrag:

@Nordlaender

Im Gegenzug gestatten Sie mir die Frage, was es mit Ihren Zionismus-Verstrickungen auf sich hat?
Warum diese ständige Kriminalisierung des Weltjudentums und die Darstellung von Ihnen so bezeichneter NationalZionisten (Nazis) als Inkarnation des Bösen?
Sie scheinen sich eine, mit Verlaub, ungesunde Welt zu konstruieren.

M.L.: Off-Topic, und das bitte anderswo zu diskutieren.

Martin Lichtmesz
30. Januar 2014 13:19

Wobei, ich denke, die Steppe wär fürs erste ohnehin abgegrast. Dank an alle!

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