Sezession
1. Februar 2014

Das war’s. Diesmal mit Frontfrauen, sexuellem Psychostreß und sexuellen Identitäten als familiärem Gesprächsstoff

Ellen Kositza / 29 Kommentare

27.1. 2014

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Es gibt außer den Martenstein-Kolumnen noch einen Grund, warum ich die ZEIT durchblättere: Sie hatten in letzter Zeit ein paar geradezu unerhört kritische Artikel zum KiTa-Wahn. Manchmal ist es doch von Vorteil, eine reine West-Zeitung zu lesen, die den „Osten“ (die traditionelle Krippenlandschaft) nun dezidiert auf drei Seiten ausgelagert hat. Die aktuelle ZEIT titelt sehr traurig: „Denn du bist nur eine Frau“; man hört geradezu die Leserinnen mitseufzen. Große Portraits von Pionierinnen, die „die Geschlechterrollen sprengten“ sind durch das Heft gestreut worden. Wir erfahren, daß diese (allesamt bereits Himmel/Hölle bevölkernden) Frontfrauen alle – wenn überhaupt – schlechte Mütter waren. Unterton: who cares /so what? Sie hatten halt wichtigere Dinge vor. Beeindruckend fand ich das große Portrait von Gerda Taro, der linken Kriegsphotographin, die 1937 im Spanischen Bürgerkrieg von den Rädern eines republikanischen (!) Lasters überrollt wurde. Die Lektüre war für mich auch deshalb interessant, weil ich just am gleichen Tag in Leipzig durch die Tarostraße gerollt war. Tarostraße, Moment mal: In der ZEIT steht doch, Taro wurde nach ihrem Tod völlig vergessen? Warum? „Frau, Kommunistin, Jüdin“, steht da, dies sei ein „dreifaches Stigma und fast eine Garantie, von der Historie ausgeschlossen zu werden.“ Ich nehme mir vor, drüber nachzudenken.

Die ZEIT-Leute führen außerdem ein Interview mit Anke Domscheit-Berg, der „Frontfrau der digitalen Szene“.

ZEIT: „Sie bezeichnen sich selbst als Feministin, das machen ganz wenige.“ Domscheit-Berg: „Stimmt, viele haben geradezu Angst davor, aber das geht Frauen im ganzen Land so.“

Auch das macht mich nachdenklich. Scheint, als bräuchte unser Land noch viel mehr ZEIT.

28.1. 2014

Mein Sohn, frisch geweckt um fünf nach sechs, schüttelt sich ein bißchen, als sein Blick auf die Zeitung des Tages fällt. „Uaah, das ist nur ein Film, oder, Mama?“

Nein, es ist der kenianische Schriftsteller Binyavanga Wainaina. Für mich hat der Name, der in den vergangenen Tage so durch’s Radio echote, nun ein Gesicht. Der Mann, dem nun nicht sein sicher hochtalentiertes Schriftschaffen zu Popularität hierzulande verholfen hat, trägt ein rotgrün gefärbtes Haarbüschel auf dem Schädel. Ja, dieser Held könnte in einem „schrägem“ Gruselfilm spielen.

Es fühlt sich irgendwie dreckig an, das zu denken. Wäre hier ein weißhäutiger heterosexueller Punk abgebildet, man täte sich mit solchen Empfindungen leichter.

Wainaina hatte gerade sein öffentliches sexuelles Herauskommen, darum verdient er sich die Feuilleton-Titelseite. „Wir befinden uns mitten im afrikanischen Hurrikan. Es ist eine hervorragende Zeit, auf Angriff zu schalten“, sagt dieser etwas unheimlich wirkende Mensch. Seine afrikanischen Freunde, sagt er, „programmieren Apps und Websites, schreiben Essays für amerikanische Studenten.“ Hier überflügelt anscheinend gerade im Verborgenen der schwarze Kontinent einen weißen. Dennoch, so Wainaina, verliere Afrika die Kontrolle über seine junge Generation. Man sei „ gelangweilt“. Nun also ein Angriff „durch die Hintertür“, wow.


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (29)

Gustav Grambauer
1. Februar 2014 11:14

Etwas zum historischen oder sogar anthropologischen Grundverständnis der Homosexualität:

https://de.wikipedia.org/wiki/Neidingswerk

Dies bezog sich lediglich auf die Beschuldigung, die Handlung als solche galt als so ungeheuerlich, daß niemand gewagt hätte, sie auch nur näher in Betracht zu ziehen.
(...)
Mit altertümlichen Grüßen

- G. G.

Rumpelstilzchen
1. Februar 2014 14:22

Liebe Frau Kositza,
die Kolumne "Das war's" gefällt mir. Die ist noch nicht so alt oder habe ich was verpasst ? Ich bin grundsätzlich ein Freund von festen Rubriken und anderen Ritualen.
Ich blättere zwar nicht die ZEIT durch, aber ab und an im Café die linksliberale Fauenzeitschrift "BRIGITTE" , die nun auch an die Grenze der Selbstverwirklichung der Frau stößt. (4/14). Da darf Friederike Otto, wissenschaftliche Leiterin des Forschungsverbundes Familiengesundheit doch tatsächlich die politisch nicht gewünschte Äußerung tun: "Man möchte es nicht laut sagen, aber wir erleben zur Zeit auch die negativen Folgen der Emanzipation."
Und was eine Frontfrau ist, habe ich mal gegoogelt. Laut Duden eine
"Musikerin einer Band, die bei Auftritten, meist als Sängerin, im Vordergrund agiert. Eine solche Frontfrau ist also auch Judith Holofernes, die in der selben BRIGITTE verkündet: Kinderkriegen ist ein Realitycheck.
Und weiter:" Ich bin voller Liebe, möchte aber nicht den ganzen Tag Spielzeugautos hin- und herschieben. Ich habe ein Hirn."
Ich vermute, Frau Kositza, Sie leben im permanenten Realitätscheck, sind im oben genannten Sinne keine Frontfrau und haben sicher auch schon tagelang Autos geschoben oder Puppen angezogen.
Aber trotzdem würde ich sagen: Sie haben Hirn !

Meier, Hans
1. Februar 2014 14:32

Wie wäre es mit einem massenhaften Hetero-Outing?

Kositza: Hehe, ja, muß aber sagen, daß ich diesen Witz in den letzten Wochen schon 65 mal gehört hab... Nichts für ungut!

Th.R.
1. Februar 2014 17:11

"Die Lektüre war für mich auch deshalb interessant, weil ich just am gleichen Tag in Leipzig durch die Tarostraße gerollt war. Tarostraße, Moment mal: In der ZEIT steht doch, Taro wurde nach ihrem Tod völlig vergessen? Warum? „Frau, Kommunistin, Jüdin“, steht da, dies sei ein „dreifaches Stigma und fast eine Garantie, von der Historie ausgeschlossen zu werden.“

Frau Kositza, das Straßenverzeichnis von Leipzig allein spart den Ankauf eines teuren Namensverzeichnisses über das Who-is-who in der kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen vor 45, - und es bildet darum wohl auch so etwas wie ein kleines hebräisches Lexikon, nebenbei bemerkt.

Denn hier in Leipzig dürfte jeder rote Banden-Führer von damals mit einem eigenen Straßennamen vertreten sein (mit Ausnahme von Marx, der mußte nach 1989 notgedrungen weg, dafür kam aber Brandt).

Das Tröstliche (oder doch eher das Schändliche?) daran ist jedoch, dass von den Jüngeren so gut wie keiner mehr weiß, wer diese Typen eigentlich waren, und niemand denkt sich mehr etwas dabei, wenn er beispielsweise durch eine August-Bebel, Arthur-Hoffman, Kurt-Eisner oder Karl-Liebknecht-Strasse fährt. Heute ist alles gleich gleichgültig. Genauso gut könnte man diese Straßen nach, sagen wir, Armin Meiwes, Fritz Haarmann, Ted Bundy oder nach anderen Verbrecher und Kannibalen benennen. Auch das würde heute niemanden kümmer, so abgestumpft und gleichgültig sind die Leute heute.

Wir leben in einer Zeit des totalen Zusammenbruches, wo alles vor die Hunde geht und wo am Ende das Chaos steht.

In dieser Auffassung bestätigt hat mich heute der STERN, dieses leider immer noch nicht vom Markt verschwundene Bolschi-Blatt, wo Folgendes zu lesen ist:

https://www.stern.de/panorama/stern-kolumne-winnemuth-allein-zu-zwein-2085417.html

"Liebe Gemeinde, jüngst haben wir ja anhand des schönen Wortes "ungefickt" an dieser Stelle über die weitverbreitete Überzeugung gesprochen, dass eine Frau nur dann was wert ist, wenn sie das Gegenteil von ungefickt ist - ich möchte das nicht abermals im Detail ausführen, aber sobald sie Teil eines Paares ist und damit mutmaßliche Empfängerin einer hinreichenden Menge fachmännischer Penetration, scheint alles in Ordnung zu sein. Paar = gut, Single = schlecht."

Wenn selbst schon die Systemblätter beginnen, in der Sprache der Gosse zu schreiben, dann sollte das Ende eigentlich nicht mehr fern sein.

Waldgänger aus Schwaben
1. Februar 2014 20:57

Je mehr Bürger sich über die Zugehörigkeit zu einer Minderheit definieren um so besser für die Herrschenden. "Ich bin Schwuler." "Ich bin Migrant." "ich bin Karriere-Frau...." Alle diese die ihr Selbst über die Zugehörigheit zu einer Minderheit definieren, scheuen politische Veränderungen. Nur ein bisschen drohen mit dem Nazi-Gespenst und die Minderheiten kuschen und stützen die Nomenklatura.

Aber das Schwulenthema wird bald durch sein, dann wird der nächsten Minderheit hofiert.

Ein Fremder aus Elea
1. Februar 2014 23:42

Ich glaube, Sie irren sich da, Herr Grambauer.

Ich habe mich ja im vorigen Monat mit diesem Thema beschäftigt, und niidh ist erkennbar als Gegensatz zu niotan gemeint, und zwar genauer gesagt wie folgt:

Entweder jemand kann etwas genießen, entweder jemandem ist etwas genug, für das er lebt und Opfer bringt, oder ihm genügt nichts und alle seine Taten entspringen seinem Haß auf eine ungenügende Welt.

Tolkien hat diesen Gegensatz übrigens schön in Hobbits und Orks eingefangen. Und er ist wichtig, gesellschaftlich gesehen. Entweder ihre Armee besteht aus Hobbits oder aus Orks, Sie brauchen ja eine, Sie brauchen Kampfbereitschaft, welche Sie also entweder dadurch erreichen können, daß Sie jedem Hobbit sein Erdloch verpassen oder wie Morgoth Elben zu Orks verstümmeln.

Und vor diesem Hintergrund ist es völlig klar, was die passive Rolle im gleichgeschlechtlichen sexuellen Akt bedeutet, nämlich gerade diese Verstümmelung, einen Mann zu brechen, ihn für den Rest seines Lebens hassen zu lassen.

In Sparta wurde es systematisch gemacht. Um Orks für den Krieg zu züchten. Wohl nicht nur da, wie der isländische Bedeutungswandel für niidh belegt.

Also mitnichten ein Akt, der nicht vollzogen wurde, sondern ein Akt der so üblich war, daß er zum Synonym für den Haß auf die Welt wurde.

Nordlaender
2. Februar 2014 01:31

Wie verlaufen die Geldströme? Wem gehört was?

"Herausgeber sind gegenwärtig Altbundeskanzler Helmut Schmidt (seit 1983) und Josef Joffe."

Eintrag über die ZEIT (wikipedia, sic)

Der ehemalige BUNTE Kanzler Schmidt war mehrmaliger Gast im Bohemian Grove, pflegt rege Kontakte zu Heinz-Alfred Kissinger, Ehrenpreisträger der Atlantikbrücke, begründet von Eric M. Warburg, ist ein leidenschaftlicher EU-Hetzer und Antideutscher, der kürzlich sogar die Forderung unterbreitete, wir Deutschen sollten auf unsere eigene Muttersprache verzichten.

Josef Joffe ist wie Helmut Schmidt ein Bilderberger, engagiert beim Aspen Institute Berlin, der Atlantik-Brücke, der American Academy in Berlin.

Weiterhin Mitglied im Verwaltungsrat des Leo Baeck Institut (Neu York, VSA) und tätig an der Ben-Gurion-Universität des Negev.

Nordlaender
2. Februar 2014 01:36

@ Th.R.

"... niemand denkt sich mehr etwas dabei, wenn er beispielsweise durch eine August-Bebel, Arthur-Hoffman, Kurt-Eisner oder Karl-Liebknecht-Strasse fährt."

Finden an den Schulen eigentlich noch Reste von Geschichtsuntericht statt?
Wie viel Prozent der heutigen Studierenden können zu dem Namen "Kurt Eisner" (Novemberrevolution in München) überhaupt etwas sagen?

Tabubruch: Wenn ich diesen Namen "Eisner" gugle, dann regt sich bei mir beim Anblick der Photographie ein ganz enormer instinktiver, sinnlicher Widerstand.

Unke
2. Februar 2014 08:47

Entartete Weiber (ob in der ZEIT oder anderswo) zu kommentieren wäre zuviel der Ehre... zumal es dafür bereits die sog. Manosphäre gibt (deutsche Vertreter hier oder hier [hier befindet sich SiN im Blogroll!] oder, sehr lustig, hier).

Generell scheint mir die Geschlechterfrage bei Konservativen und Rechten unterbelichtet zu sein, gilt doch: Sozialismus ist weiblich!
Besonders hirnrissig finde ich PI, die "Beteiligung am Kampf gegen die Islamisierung" fordern und das mit westlichen "Errungenschaften" wie den Feminismus begründen... da hat jemand den Schuss nicht gehört.
Schon das Wahlrecht für Frauen spricht gegen die Demokratie.

Rumpelstilzchen
2. Februar 2014 11:09

@Unke
Hallo, Sie Feuerkröte !
Ihr Unkenspeichel (" entartete Weiber" ) erweckt die Natter in mir ( d.h. Die natürliche Feindin der Unke).
Das ist nicht etwa Ihr Ernst ? Ihre Weiberfeindlichkeit.
Dieser Beitrag einer wunderbaren Frau läßt einige Männer alt aussehen:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article124442866/Politiker-muessen-Muslimen-die-Grenzen-aufzeigen.html
Auch Oriana Fallaci war eine rechte Frontfrau.
Einen männerfeindlichen Spruch werde ich mir verkneifen.

Luise Werner
2. Februar 2014 11:35

Sehr geehrte Frau Kositza, ich beneide Sie nicht um Ihre Aufgabe. Mir ist diese "mediale Teilhabe am demokratischen Willensbildungsprozess" nicht mehr möglich. Printmedien nur noch im Vorbeigehen. Und so war oft das Radio mein letzter Zugang zum Mainstream, hier dann speziell Autoradio, Deutschlandfunk. Aber auch das überfordert mich immer mehr. Fernsehen: Eine Tagesschau unterscheidet sich in nichts mehr von der DDR-Aktuellen-Kamera. Die Ossis werden sie noch kennen.
Im Auto genügt dann ein Knopfdruck auf CD und ich springe von den pro-westlichen, pro-demokratischen, pro-EU, pro-, pro-, pro-Demonstranten in Kiew und einem bewegt und betroffen klingenden Korrespondenten weg und es erklingen Lieder der europäischen Renaissance. Eine Labsal. Auch eine Art der Sezession.

Schnippedilderich
2. Februar 2014 16:26

Frankfurts AfE Turm liegt seit heute früh in Trümmern. Der giftige Geist der
Zersetzung, den man über Jahrzehnte in ihm zelebrierte, leider nicht.

Eckesachs
2. Februar 2014 17:42

Der Begriff ,,hetero" stammt aus der Schwulenszene.

Ich bin nicht ,,hetero" sondern normal.

Ellen Kositza
2. Februar 2014 20:40

Danke und um Pardon für die nicht freigestellten Beiträge. Mir war der Zusammenhang nicht klar.

Gutmensch
2. Februar 2014 20:43

Ich frage mich, wie man es schafft, als mehrfache Mama so gelassen über den Deutschlandfunk-Beitrag zur "rationalen Familienplanung" zu schreiben ...? Ich muss gestehen, mich will jede Haltung verlassen angesichts soviel offentlich-rechtlich unterstütztem Pragmatismus der Bechermethodenliebhaber. Aber vermutlich sollte ich sie bedauern, diese Menschen, die sich in meinen subjektiven Ohren ungefähr so zynisch anhören, als wären sie nie "irrational" verliebt gewesen (in welches Geschlecht auch immer!), sondern würden unter einer hochgezogenen Augenbraue auf jeden herabsehen, der es seinerseits nicht über sein schwaches kleines Herz bringt, permanent trennscharf zwischen kompatiblem Sexualpartner einerseits und optimaler Fortpflanzung andererseits zu unterscheiden.

Der Gutmensch.

Unke
2. Februar 2014 20:49

@Rumpelstilzchen
Die "Weiberfeindlichkeit" phantasieren Sie in meinen Post hinein. Darüber hinaus zeigt es, dass Sie die verlinkten Seiten nicht gelesen haben.
Liebes Rumpelstilzchen, es ist das gute Recht des Lesers, meine Meinung nicht zu teilen; ja, sie nicht einmal zur Kenntnis zu nehmen. Wenn ich aber direkt angesprochen werde so darf ich erwarten -präziser: ist es eine Bringschuld des Diskutanten-, dass er auf mein Argument Bezug nimmt. Wenn man zu... bräsig dafür ist sollte man's denn besser sein lassen. Und nicht einen belanglosen Artikel einer belanglosen Autorin (wenn Sie dagegen auf eine Autorin wie diese hier verwiesen hätten, würde ich schon höheren Aufwand mit meiner Argumentation treiben müssen) anführen, nur weil er gerade im Kopf der Schreiberin herumpelstilzt ;-)
.
Nur mal zur Kausa Dummscheit-Berg, um das Diktum des "entarteten Weibes" zu illustrieren (wollte ich zwar nicht, aber shit happens).
Diese (...) hat nach der Wende an einem Lehrinstitut in Bad Homburg v.d.H. ein betriebswirtschaftliches Kolleg besucht und dann einige Jahre bei Microsoft in München gearbeitet. (Später) selbstverständlich, wie es so schön heißt, in "leitender Funktion". Meine Vermutung: die hat nicht eine Zeile programmiert, aber das müssen Frauen bei MS wohl auch nicht (diese idiotischen "Ribbons" sind das Werk von 2 Frauen, "Chefdesignerinnen" -als ich das erfahren hatte wurde mir so einiges klar :-)).
Wie auch immer, nach einiger Zeit hat sie offenbar festgestellt "ui - hier muss ich ja arbeiten!", und um diesem Zustand abzuhelfen ging sie in die Politik. Zu den GRÜNEN. Voll Powerfrau mit Technikkompetenz und so (zwischenzeitlich hatte sie auch geheiratet, einen Nerd namens Daniel Berg, bekannt geworden durch seinen Streit mit Julian Assange von WikiLeaks).
Bei den Grünen ging es ihr offenbar nicht schnell genug, also trat sich außerdem noch den Piraten bei (und blieb bei den Grünen, ist also Doppelmitglied), hat somit ihren Teil zur Zersetzung dieser jungen Partei beigetragen (Ziel erreicht: Piraten versenkt!).
Ach ja, die politischen Tickets, auf denen ADB in Partei und medial vorankommt: 1. Feminismus 2. Feminismus 3. Feminismus.
Legendär der Twitter-Dialog zwischen Grünem Volker Beck und Piratin ADB.
Kurz: diese Usch ist, wie ihr Umfeld (mit dem sie sich identfiziert) widerwärtig und meine Lebenszeit ist normalerweise zu kurz, mich mittels MSM (ZEIT z.B.) solchen charakterlichen Fehldrucken -gerne noch einmal nur fürs Rumpelstilzchen: entarteten Weibern- zu widmen.

Anmerkung Redaktion: bitte bei aller vielleicht gerechtfertigten Empörung doch ein bißchen auf den Ton achten.

Meyer
3. Februar 2014 10:36

Was -als Umkehrschluß - soll am Frauenwahlrecht "frauenfreundlich" sein, wenn in der Realität Jahrzehntausende Frauen in formellen Machtfragen nicht teilnahmen: Mitbestimmung war an die Waffenfähigkeit gebunden. Natürlich.

Auch heute ist die "Demokratie", also die Mitbestimmung, auf der Notwendigkeit der Wehrpflicht zu Zeiten der antinapoleonischen Kriege gewachsen.

Frau Fallaci war alles, aber gewiß nicht rechts:
"A former partisan during World War II, she had a long and successful journalistic career. Fallaci became famous worldwide for her coverage of war and revolution, ..."

"During World War II, despite her youth she joined the Italian anti-fascist resistance movement Giustizia e Libertà, part of Resistenza."

Linksliberal ist jetzt das neue rechts? Das klingt doch sehr nach der neuen Bildzeitung: PI.

Langer
3. Februar 2014 10:54

Und vor diesem Hintergrund ist es völlig klar, was die passive Rolle im gleichgeschlechtlichen sexuellen Akt bedeutet, nämlich gerade diese Verstümmelung, einen Mann zu brechen, ihn für den Rest seines Lebens hassen zu lassen.

Das ist eine interessante Formulierung, aber wie vertraegt sie sich mit dem intensiven Eindruck, dass ausserhalb von Gefaengnissen und Extremsituationen wie Krieg diese Art von Sexualitaet freiwillig ausgeuebt wird?

Nordlaender
3. Februar 2014 16:53

@ Rumpelstilzchen

"Dieser Beitrag einer wunderbaren Frau"

Gehören WELT und BILD nicht der Frau Friede Springer, die sich mit einer gewissen Frau Alice S. ("EMMA") recht gut versteht? Ich erinnere mich noch sehr deutlich an dieses Meuten von Eva Herman, der Sympathie mit der NSDAP unterstellt wurde.

Teile und herrsche! Vorsicht bei den pöhsen Moslems, her mit Millionen säkularen Orientalen. Marons Darlegungen bewegen sich sehr brav innerhalb der vorgegebenen Integrations-Matrix: Wir sollten die deutsche Bevölkerung nur austauschen gegen Nichteuropäer, die dem Standort "Deutschland" - warum heißt dieser Standort eigentlich nicht schon lange "Land der Möntschen"? - auch dienlich sein können.

(Bei aller Frauenfeindlichkeit: Einiges an Marons Schaffen als Schriftstellerin schätze ich durchaus sehr, habe auch schon eine Lesung mit ihr erlebt.)

Als Antiislamkritiker empföhle ich, mal zu überdenken, wer uns eigentlich das Integrations-Diktat aufgenötigt hat.

eulenfurz
3. Februar 2014 17:14

Ein Themenabend beim Staatsradio gleicht der Fahrt in einer Geisterbahn: NS-Aufarbeitung, Homodiskriminierung, Hitler, Genderstudies, NS-Verbrechen, neue Lebensmodelle, Neonazigefahr, Machtverhältnisse, NS-Aufarbeitung, Integration, Naziverbrechen ... Dieses Dauerfeuer auf den gesunden Menschenverstand führt längerfristig zu irreparablen seelischen und gesitigen Schäden.

Flankiert wird das Ganze vom Wissenschaftsbetrieb. Dieser liefert der Ideologie das notwendige Theoriegebäude, Beispiel: Dekonstruktion des Menschen.

Andreas Walter
3. Februar 2014 18:55

Na dann mal los. Jetzt geht's erstmal Frau Schwarzer an den Kragen, damit sie lernt wie sich Rufmord anfühlt, und Aufhebung der Unschuldsvermutung. Sie soll jetzt mal ernten, was sie seit Jahrzehnten in Deutschland gesät hat. Und danke für den interessanten Link zum Interview mit Camille Paglia. Sie hat mir bestätigt, was ich auch schon länger vermute. Sehr aufschlussreich.

https://www.change.org/schwarzer

ene
4. Februar 2014 00:07

@ Unke

Zur "Causa DB" - so ganz verstehe ich Ihre Erregung nicht. Grund: der Fall kommt viel zu häufig vor. Beinahe jeder kennt dergleichen, in Varianten. Nur heißen die "politischen Tickets", wie Sie sagen, dann aber nicht "Feminismus", sondern: Rotary-Club, "Netzwerke" jeglicher Art. (Denken Sie etwa an das Netzwerk, welches den Komplex "Odenwaldschule" umspannt.)
Einziger Unterschied zur Causa DB: fast immer handelt es sich dabei um Männer. - Macht das die Sache besser? -

Axel Wahlder
4. Februar 2014 04:06

Dieser staatlicher Homokult wird noch mit dem Islam, der zu diesem Lande gehoert, krachend kollidieren. Schade, dass "Stress ohne Grund" als Thema soweit ist. Die buntesrepublikanische "Elite" scheint etwas ganz wichtiges ueberhoert zu haben.

t.gygax
4. Februar 2014 11:20

Interview JF/WB im Sommer 1992 mit der Schriftstellerin Karin Struck, die wußte, wovon sie sprach, als sie folgenden Satz sagte: "Die Mutterschaft kaputtzumachen, war das Ziel des Feminismus".
Jetzt, viele Jahre später, ist noch etwas mehr kaputt in diesem Land.
Und wenn sich -man ist fast versucht, Hölderlin zu zitieren- noch zaghafte lebensbejahende Regungen offenbaren, wie am Samstag in Stuttgart, da sind alle gesellschaftlich anerkannten und zivilcouragierten Kreise sich einig in ihrem gebetsmühlenartig vorgetragenen Toleranz-Geschrei. Dabei soll nur verdeckt werden, dass es um Macht, Herrschaft und Unterwerfung geht. Man kann jedem jungen Menschen nur raten, rechtzeitig auszuwandern, leider.

Andrenio
4. Februar 2014 11:51

Hatte am Sonntag Anschauungsunterricht über die politische Polarisierung zwischen den Geschlechtern auf der Insel Ko Chang in Thailand. Gegenüber unserem Hotel in einem Fischerdorf abseits des Massentourismus war schon um 7 Uhr laute Musik und Lautsprecheransagen zu hören. Um 8:00 sahen wir eine Frau und mehrere Männer an den Wahltischen, gegenüber eine aufgebrachte Menge von Frauen verschiedenen Alters mit Plakaten. Glücklicherweise stand darauf auch "no vote". Gegen 9:00 stürmten dann die Frauen das Lokal, schlossen die Rolltüren, wobei eine zu Bruch ging, rissen das Plakat ab, auf dem wahrscheinlich ein Aufruf zur Wahl stand. Der einzige bewaffnete Polizist lächelte hilflos und rief in seinem Handy um Hilfe, denn Minuten später kamen weitere vier Polizisten. Auch die wagten es nicht die Frauen zu verdrängen. Erst als diese beschlossen zum nächsten Wahllokal gegenüber einem buddhistischen Kloster zu ziehen, machte das Lokal wieder auf. Wähler Haben wir keinen gesehen, die Männer hielten sich raus. Warum? Wenn ich Thai könnte, hätte ich danach gefragt. Ob ich eine Antwort bekommen hätte? Wer weiß....
Auf Deutschland umgemünzt: würde mich sehr interessieren, ob bei einer anonymen Abstimmung die Mehrheit der Frauen auf das Wahlrecht Wert legen würde? Habe von Schweizern gehört, dass man entsprechende Umfragen aus dem Kanton Uri unterdrückt hat, bevor das Wahlrecht für Frauen dann eingeführt wurde.
Meine akademisch gebildete ausländische Frau verzichtet übrigens freiwillig auf ihr kommunales Wahlrecht in Deutachland, obwohl sie wöchentlich das Amtsblatt ließt. "Politik ist schmutzig und lieber Männersache". Der große Vorteil: Innerfamiliär entfällt ein Thema zur möglichen Entzweiung.
Warum sie für Schwulen- oder Lesbenthematik nichts übrig hat und bei Erscheinen der neuen Verteidigungsministerin den Ausknopf drückt, das würde den Platz dieses Kommentars sprengen...

Hesperiolus
4. Februar 2014 16:16

Eine Trouvaille en miniature, OT allerdings, dafür anti-feministisch und anti-FAZistisch:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/abtreibungsdebatte-in-spanien-femen-aktivistinnen-attackieren-erzbischof-12782893.html

Man beachte die Bildunterschrift, ihre Diktion von "Brüdern" und "Gottesmännern". Vergleiche die Zeitangaben von Bildunterschrift und Text. Man vergleiche die "Flucht in den Limousinen" mit dem tatsächlichen Geschehen:

https://www.elmundo.es/espana/2014/02/02/52eea28c22601dec5e8b4578.html

Stellen Sie es rein oder nicht, besser machen Sie einen Skandal aus dieser FAZ.NET Blamage!

Letzter Anlaß mein FAZ-Druck-Abo zu kündigen. Direkt von den FEMEN-Satanisten in die FAZ-Redaktion hineindiktiert.

Hesperiolus
4. Februar 2014 16:54

FAZ hat die Bildunterschrift geändert. Dummerweise hatte ich bei online Redaktion antelefoniert. Vorher stand unter dem APF-Foto:

Schreck in der Morgenstunde. Der Madrider Erzbischof Varela (links) und seine Brüder sind am Donnerstag von Femen-Aktivistinnen angegriffen worden. Die entsetzten Gottesmänner flüchteten sich in ihre Limousinen, die Demonstrantinnen zogen unter dem Beifall einiger früher Passanten ab."

Auf die zugesagte Mail aus der Redaktion mit Erklärung des Wortlautes bin ich gespannt. Konnte das leider technisch nicht fixieren. Hat sich also erledigt.

Biobrother
7. Februar 2014 17:33

Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, aber zu Frau Paglias steilen Thesen würde ich doch ganz gerne noch etwas sagen: Auch wenn es noch so verständlich ist, dass man sich begierig auf entgegenkommende Aussagen des „gegnerischen Lagers“ stürzt, sollte vielleicht bedacht werden, dass Frau Paglia weder Ärztin noch Psychologin (sondern Kulturhistorikerin) ist und hier in erster Linie ihre subjektive Privatmeinung vertritt. Interessant finde ich ihre Bezüge zum Katholizismus, sicher aus der eigenen Biographie als Tochter italienischer (und vermutlich konservativer und gut katholischer) Einwanderer erklärlich, sodass es m.E. nicht abwegig erscheint, das ambivalente Verhältnis zu ihrer eigenen Homosexualität ein Stück weit mit dieser Konfliktsituation zu erklären. Wobei das wohl der letztlich erfolglose Versuch ist, diese beiden stark konträren Positionen zu einer konsistenten Meinung zusammenzuführen. Ihre These, ein als Identifikationsmodell fehlender, abwesender oder zu autoritärer Vater und eine übermäßig enge oder sehr vertraute Bindung zur Mutter sei möglicherweise ein entscheidender Grund für männliche Homosexualität, wirkt auf den ersten Blick bestechend logisch. Nur: Ist das nicht gerade früher fast so etwas wie der Regelfall gewesen, wenn der Vater als Alleinverdiener und die Mutter als herausragende Bezugsperson fungiert? Wäre es dann nicht sogar so, dass das Idealmodell rechts-konservativer Familienkonstellationen am Ende selber die Gefahr der Erzeugung von Homosexualität in sich birgt?

Götz Kubitschek
7. Februar 2014 23:40

Schluß!

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