Sezession
17. Februar 2014

Vorgestern sprach mich einer an,

Götz Kubitschek / 33 Kommentare

umschlag_58.inddauf einem Autobahnrastplatz. Ich war unterwegs zu einem wichtigen Gespräch, und vorn an der Windschutzscheibe lag die neue Sezession, das erste Heft des neuen, gelben Jahrgangs, das Heft zum Thema „1914“.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Der Mann hatte es liegen sehen, er tankte schräg vor mir; er hatte es liegen sehen und gleich erkannt (wie sollte man etwas Unverwechselbares auch nicht gleich erkennen), und er hatte gewartet, um zu sehen, wem das Auto gehörte.

Er sprach mich gleich mit meinem Namen an und stellte sich als Leser vor, und sein Name war mir bekannt, weil er nicht nur seit langem Abonnent ist, sondern auch schon Bücher bestellt hat. Nun also begegneten wir uns auf der Autobahnraststätte, und das schuf aus dem Stand die Atmosphäre einer Art ausschließenden Gemeinsamkeit, denn klar war: Auf der ganzen langen Autobahn, die ein Mal quer durch die halbe Republik führt, würde sich jetzt, in dieser Stunde, kein dritter Sezessionist finden lassen.

Ich schlug die Einladung zu einem Kaffee aus, ich hatte ja ein sehr besonderes Ziel und wollte vor der Dunkelheit eintreffen. Aber der Leser hatte sowieso schon in den ersten paar Sätzen, die er sprach, dies ausgesprochen, das die weitere Fahrt zu färben begann: „Der Einzelne verfehlt die Wahrheit“.

Ja, das stimmt ganz unbedingt, vor allem dann, wenn nicht der Geist regiert, sondern die Ratio - wenn also der Einzelne nicht nach dem lebendigen Geist sucht und um das Verständnis ringt, sondern den bösartigen Anspruch hat, unabhängig von Lage, Zeitpunkt und Aura etwas logisch (und damit blutleer) zu fixieren.

„Sezession“, sagte der Leser, „das ist nur eine Perspektive - und was für eine!“ - „Ja, das ist eine Setzung“, antwortete ich, „und somit eine Anmaßung. Schlimm?“ - „Gott bewahre,“ sagte der Leser, „was träte der Aufklärung entschiedener und lebendiger entgegen?“

Ich  fuhr weiter und betrat noch vor Einbruch der Dämmerung einen jener raren Bezirke wahren Geistes. Unterwegs war der seltsame Wunsch gereift, jeden der zwei-, dreitausend Leser der Sezession an einer Zapfsäule zu treffen: nur kurz, aber sehr präsent und klar. Wir wissen doch alle viel voneinander und müssen uns nicht annähern. Es treffend zu sagen oder es so ausgedrückt zu vernehmen - das ist meine Leidenschaft.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (33)

Ein Leser
17. Februar 2014 00:32

Lieber Götz Kubitschek,

ich verfolge Ihr Blog bereits seit geraumer Zeit, habe mich bisher aber noch nicht dazu hinreißen lassen, die Sezession bestellen. Sei das nun aus Scheu vor dem Zusteller, oder weil ich prinzipiell keine Print-Produkte mehr abonniere.

Was halten sie denn von dem Gedanken, die Sezession - so, wie es die JF auch macht - zukünftig als App anzubieten? Dann könnten aus den zwei-, dreitausend Lesern vielleicht einige mehr werden. Selbiges gilt für die Bücher aus der Edition Antonois.

Alexander
17. Februar 2014 09:19

Den Gedanken des Lesers unterstütze ich sehr. Ich böte auch meine unentgeltliche Hülfe an, um die Gedanken der Sezession, wie des Antaios endlich zu digitalisieren. Ihr kommt sowieso nicht darum herum, außer ihr stürbet.

OJ
17. Februar 2014 09:34

Dann könnte man auch gleich twittern.

Ein Fremder aus Elea
17. Februar 2014 10:39

Wenn Sie mir "Der einzelne verfehlt die Wahrheit." sagen würden, antwortete ich "Und die Gruppe trinkt Bier und schweigt."

Alles zu seiner Zeit und in seinem Rahmen.

Hartwig
17. Februar 2014 10:46

" ... aus Scheu vor dem Zusteller ..."
???
Dann ist es zur Sezession noch ein weiter Weg.
Im Übrigen kommt das Heft im A4-Umschlag und ohne eigene Werbebanner etc. Ihr Zusteller müßte schon 1) neugierig sein, wenn er herausschnüffelt, dass es die Sezession ist, 2) politisch auf der Höhe sein, dies kulturell und politisch zuzuordnen, 3) einer der abertausenden von Mistsäcken sein, wenn er versuchen würde, Ihnen dadurch irgendwie zu schaden.

Die Frage nach der Printausgabe stand für mich zunächst auch unbeantwortet im Raum, vor allem, weil Teile des Inhaltes gratis online gestellt werden. Letztlich muss man aber beantworten, wessen Arbeit man für umsonst (in jedwedem Sinne) annimmt, und wen man für seine Arbeit zu entlohnen hat.

Nihil
17. Februar 2014 10:55

Es ist immer wieder ein ermutigendes Erlebnis Personen unseres Geistes zu treffen, auch wenn sie sich über unterschiedliche Autoren, Bücher, Artikel der gemeinsamen Auffassung angenähert haben. Man weiß recht schnell, dass man sehr ähnlich tickt - ohne sich wirklich zu kennen. Immer wieder schön, denn von sowas ist man als unsereiner wahrlich nicht verwöhnt (und soll es letztlich auch nie werden).

Inselbauer
17. Februar 2014 11:49

Das könnte Ihnen an einer Tankstelle in Maryland genauso passieren, wenn Sie mal einen Familienausflug dorthin machen! Der unbekannte Analyst, ein provinzieller Angelsachse wie Snowden, erkennt Ihre Familie sofort an der Häufung blonder Zöpfe --- dann geht er in seine Abteilung, öffnet die mit einem Division-Antaios-Poster geschmückte Bürotür und schaut sich die in Wiesbaden schlampig abgescannte letzte Druckfassung der Sezession an. Denkbar ist, dass sich dort drüben, in weiter Ferne, wie immer im Überwachungsstaat, ganze Fanstrukturen bilden, und dass Sie auch dort geachtet sind. Immerhin hat der Analyst angenehme Vormittage, wenn er mit seinen 10 Mitarbeitern dem "Contemporary German Right Wing"- Fachauftrag nachgeht.
So viele werden es sicher sein für die deutsche Neue Rechte, wenn allein für den Extremismus in Bosnien 150 Leute bei der NSA tätig sind.
Und an und ab macht sich der Abteilungsleiter den Spaß und setzt einen Kommentar am Blog ab!

Raskolnikow
17. Februar 2014 13:05

"Die Sezession ist eine harte Mutter!"
(frei nach R.A.Heinlein)

Wie schön,

wenn man Brüder in der Finsternis trifft!

Durchhalten, Super tanken, RedBull trinken und die Fliegenklatsche bereithalten!

R.

PS: Liebe Rittergutsbesatzung; bitte sendet keine Feiglings-App in die Welt, für Leute, die Angst vor ihrer Postfrau haben! Den Halben keinen Bit!

Martin
17. Februar 2014 14:00

Die Sezession sollte es weiterhin vorrangig oder besser ausschließlich als gedrucktes Heft geben. Es ist - gänzlich unabhängig von den Inhalten - eine der am Besten "gemachten" Zeitschriften Deutschlands, eine bei der jedem, der sich mit Fragen von Layout, Schriftsetzung, Schriftarten etc. beschäftigt, das Herz aufgeht. Dies wurde mir von Freunden, die in dieser Branche beruflich tätig sind und politisch sicher anders stehen, als die meisten hier, immer wieder bestätigt. Auch ist der Zugang ein gänzlich anderer, wenn man auch haptisch etwas "erfassen" muss, nicht einfach "runter scrollen" kann etc., sondern in Druckform lesen muss.

Sezession online ist genug Zugeständnis an die heutige Welt. Es ist gerade ein Stück "Sezession", wenn man ein gut gemachtes Blatt heraus gibt.

Wie geschrieben, ich rede hier nicht über die Inhalte, nur vom handwerklichen der Zeitschrift. Eine Zeitschrift, die man dann auch deswegen nicht nach dem Durchblättern ins Altpapier gibt, sondern aufbewahrt. So wie ich - und sicher 99% der anderen Abonnenten auch - noch jedes Heft seit Nr. 1 aufbewahre.

Meyer
17. Februar 2014 14:18

Sehr geehrter Raskolnikow, wie konnten ausgerechnet! Sie sich in des Postscriptums Niederung verirren?

Finden sich denn die Halben lediglich unter den Postfraufürchtigen wieder? Oder nicht auch in annähernd jederman? Besitzt nicht jeder irgendwo in einem versteckten Viertel seine eigene Halbheit, die er wahrscheinlich gekonnt ignoriert?

Den in digitalisierter Form vergebrachten Vorwurf der Feigheit, ohne den Angesprochenen den bis ins 19. Jahrhundert persönlich geführten Gegenbeweis zu ermöglichen, könnte man selbst als "äußerst zeitgemäß" bezeichnen, nicht wahr?

Rumpelstilzchen
17. Februar 2014 14:39

Wo trifft die Sezessionistin ihre Schwester im Geiste ???
Jedenfalls nicht an der Tanke. Ich fürchte, sie lebt sehr einsam.
Eine von ihnen lebte im Herrenhaus Hoyerswort, einem Adelssitz auf Eiderstedt.

Anna Owena Hoyers (1584-1655) war eine Frau von unbeugsamem Selbstbewußtsein und fanatischer Wahrheitsliebe, eine Dichterin und Häretikerin.
Sie schloss sich den Wiedertäufern an. Und verfasste religiöse und politische Pamphlete.
In wirtschaftliche Not geraten, musste sie Hoyerswort verkaufen und starb verarmt in mystische Vorstellungen versunken in Schweden.

In Hoyerswort bin ich ihrem Geist begegnet.
Dort gibt es die wunderbarste Friesentorte. Tee statt RedBull. Und massenhaft Fliegen. Da hilft keine Klatsche.
Ach ja, diskrete Postzustellung kenne ich von Beate Uhse, auch eine Sezessionistin.
Aber so ' nen Schweinkram versendet die Rittergutbesatzung doch nicht ?

Gutmensch
17. Februar 2014 14:43

„Gott bewahre,“ sagte der Leser, „was träte der Aufklärung entschiedener und lebendiger entgegen?“

Also darum geht es? Der „Aufklärung entgegen zu treten“? Erledigt das nicht schon jemand anderes – ausgesprochen zuverlässig - anlässlich des Turmbaus zu Babel? Ich habe davon als Kind gelesen und empfand diese Form des göttlichen Strafens als noch niederträchtiger als Plagen und Sintflut zusammen. Außerdem war mir sonnenklar, dass unsere Religionslehrerin da begeistert drauf abfahren würde, wenn der Unterricht erstmal an diese Stelle kommt (ich hatte auf eigene Faust gelesen); dass ich wohl nicht mal fragen darf, ohne mich umgehend den schwersten und herablassendsten Vorwürfen von ihrer Seite auszusetzen. Also habe ich der Religionslehrerin und mir einen Gefallen getan, den Mund gehalten und bin ihrem Unterricht fortan ferngeblieben; war ja kein Pflichtbesuch. Tatsächlich hat mich die Hoffnung aber nie ganz verlassen, dass es einen anderen Weg geben möge … eine zweite Aufklärung sozusagen, die das Ganze wieder in Balance bringt. Aber das hab ich wohl geträumt, während sich andere - entscheiden.

Gruß,

der Gutmensch.

Rainer Gebhardt
17. Februar 2014 16:33

Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in corde.

Joseph von Sternberg
17. Februar 2014 17:38

Ich habe ein Abo - aber kein Auto...

Unke
17. Februar 2014 18:24

Schön! So muss es sein.
Vor Jahren, im Urlaub auf Lanzarote, unterhielt ich mich im Internetcafé (das gab's damals noch) mit dem Inhaber, einem Inder.
Es stellte sich heraus, dass er Fan von Nigel Farage (UKIP) war. Und schon hatten wir ein Gesprächsthema...

Hubschrauberpilot
17. Februar 2014 18:51

Leser an der Zapfsäule - das wird nur noch übertroffen vom Dynamo-Fanático an der Tanke beim Harbig-Stadion vorm Heimspiel: Bockwurst und Bier (nicht Red Bull). Oder bei Acki vor der Sportbar.

PS: Es lebe die folgenlose Anwandlung.

Jens
17. Februar 2014 19:51

Ich begrüße die Druckausgabe ebenfalls, auch wenn ich sie längst nicht seit der ersten Ausgabe lese. Wird freilich alles aufgehoben und mich erfreut der Gedanke, dass ich langsam gar nicht mehr weiss, wohin damit. Herr Kubitschek, hatten Sie nicht einmal eine Dame erwähnt, die die Hefte recht preisgünstig bindet? Das wäre vielleicht eine Option für mich, quasi als Archiv.

Fredy
17. Februar 2014 20:39

Wenn schon die wenige Handvoll Leser nicht begreift ...
Vielleicht doch etwas zuviel Sezession. Zum Schluß bleibt nur der Eine, mit dem was er für seine Wahrheit hält. Ein Sezessionist unter lauter Falschfahrern.

Von der Sezession zum Sektierertum sind es nur wenige Schritte. Und ab einer gewissen Phase ist jede Warnung, Kritik oder Widerspruch nur noch Bestätigung. Das Leben in der völligen Wahrheit.

Gunnar
17. Februar 2014 20:56

Ich hoffe, ich bin nicht der einzige Mensch hier, der von einer "App" rein gar nichts hält.
Ich möchte nicht zu jenen gehören, die in jeder freien Minute vor ihrem Mobilfunkapparillo kleben, um nur einen Aspekt zu benennen, der mir dabei in den Sinn kommt. Die Aesthetik...

ene
17. Februar 2014 22:59

Wo mag er sein, auf welcher Karte verzeichnet - "einer jener raren Bezirke wahren Geistes" ?

Wenn man einen solchen Bezirk leibhaftig betreten, ja sogar dorthin fahren kann, dann ist es auch nicht verwunderlich, daß einem "unbekannt-Vertraute" auf dem Weg dorthin begegnen...

Kiki
17. Februar 2014 23:36

Verehrter Leser,

Sie überschätzen Ihre ZeitgenossInnen maßlos. Kein Gegenwartsmensch dieser unglücklichen Breiten hat auch nur die leiseste Ahnung, was "erschröckliche" Bücher, Zeitschriften, Autoren usw. sind und sein könnten.

Die Leute interessieren sich überhaupt nicht für Dinge jenseits von elektrischen Spielgeräten, Schnäppchenangeboten bei Urlaubsreisen oder Modefummel. Soweit reicht deren Horizont einfach nicht.

So kommt es, daß ich seit Jahren lässig mit der JF von der Trafik nach Hause wandere, in Wartezimmern, auf Spielplätzbänken usw Carl Schmitt oder Armin Mohler lese oder eben die Sezession - in meinem Hochschulstädtchen, das sich auch Kulturstadt nennt, bin ich damit nie aufgefallen - weder in guter noch unguter Weise.

Am möglichen Argwohn Ihrer menschlichen Umgebung sollten Sie ein Sezession-Abonnement nicht scheitern lassen, denn - wie gesagt - der Massentypus der Gegenwart ist viel zu dumm und unbedarft, um argwöhnisch oder gar bösartig zu sein.

Außerdem: meinen Sie ernsthaft, Ihre Äpps, Twittereien und ähnliches Elektrogeflackere ließen sich von interessierten Kräften nicht bis zum Endkonsumenten aufdröseln? Dann hätte Sie ihr Zustellerproblem wieder an der Backe.

Meier, Hans
18. Februar 2014 00:19

Die Freude über die Begegnung kann ich teilen.
Doch schade, dass dabei wenig mehr als einige hölzerne Sätze herauskamen. Es fehlt die Wärme. Sie ist wichtig. Also lieber mal einen Kaffee zusammen trinken. Tun Patrioten sowieso zu wenig.

Fredy
18. Februar 2014 08:58

@Meier, Hans

Wärme, echte Freude, Zuneigung, Liebe, Menschlichkeit. Der Kitt, der alles zusammenhält. Er fehlt dort wo man mit Kälte und Härte kokettiert.

Urwinkel
18. Februar 2014 10:48

"Wo mag er sein, auf welcher Karte verzeichnet – „einer jener raren Bezirke wahren Geistes“ ?"

Das müssen Sie schon selbst rausfinden. Auf die Gefahr-hin, daß Ihnen die SEZESSION unter der Frontscheibe verfault oder ausbleicht. Angst vor den Postzustellern muß man keinenesfalls haben. Das ist ein Quatsch-Mythos.

Nicht warm, nicht kalt. Sondern abgebrüht. Also heiß und froh!

Inselbauer
18. Februar 2014 10:55

Wie immer bei der Neuen Rechten, sogar der alten deutschen Rechten, wird in der Abhandlung solcher menschelnden Themen der Peinlichkeitsfaktor nicht benannt. Wie peinlich ein solches Zusammentreffen auch wäre! Ich wüsste im ersten Moment gar nicht, wohin mit der vielen Wärme, Zuneigung usw. Der Vereinzelungskult und die gemeinsamen Schäden aus dem Special-Interest-Konsum - gern missverstanden als metaphysische Übereinstimmung - blamieren uns vor den Bolschewiken bei diesen Gelegenheiten dann durchwegs als Komplexler.
Es wäre eine gewaltige Herausforderung, solche Treffen außerhalb ritualisierter Zusammenhänge, an der Tankstelle, zu überstehen. Bei Jünger gibt es solche Gespräche, er schildert die Freude mancher Gesprächspartner, ihn trotz überbordender Verehrung schnell wieder los geworden zu sein (die Klette gibt es natürlich auch, aber das ist ein anderes Thema).

Steffen
18. Februar 2014 14:00

Angst vor dem Postzusteller? Da kommen wohl die Erinnerungen an die DDR als Phantomangst zurück.
Ich würde abseits jeglicher Ängste ein Abonnement in elektronischer Form bevorzugen. Die Druckdatei liegt doch ohnehin als .pdf vor - wieso also nicht den elektronischen Vertriebsweg auch für das digitale Heft nutzen. Ich würde selbstverständlich den gleichen Preis bezahlen, wie für einen Jahressatz gedruckter Exemplare - ihr solltet das wirklich als Option überdenken. An den zusätzlichen, weil nicht existenten, Kosten kann es bekanntlich nicht liegen.

Stil-Blüte
18. Februar 2014 14:39

Die 'Sezession's- Hefte sind zum Anfassen/Erfassen, zum Lesen/Belesen, zum Halten/Behalten bestens geeignet. Es ist jedesmal ein Gewinn zu erleben, wie das effiziente, preiswerte, jedoch eigentlich unbeliebte Standard-Druck-Format DIN-A-4 der 'Sezession' durch aparte und einheitliche Gestaltung Gestalt annimmt und sich ästhetisch bewahrt. Wahren: Ja! Nur, das Auf-Bewahren könnte durch kumulierende Bindung (lieferbare Ordner-Rücken, die pressen, klemmen zusammenhalten und stehen - Haltung einnehmen im Bücherregal) zu schönen Büchern mit Buchrücken hergestellt werden, was Gästen, die vor dem Bücherregal stehenbleiben, und später als Erbe Kindern und Kindeskindern ins Auge sticht, so daß diese nicht auf dem Scheiterhaufen, sprich Reißwolf, Müllsack oder Dämmung landen. Die Kapalakenbändchen haben es vorgemacht, ein Hindurchschlängeln durch 'vanitas'.

Irmgard Hanke
18. Februar 2014 15:27

Antwort auf Jens und Stil-Blüte

Seit Jahren binde ich für Sezessionisten die Sezession jahrgangsweise in einer von Herrn Kubitschek ausgesuchten Gestaltung in den jeweiligen Jahresfarben. Wer auch diesen ordentlichen und schönen Anblick in seinem Bücherregal wünscht, kann sich gerne an mich wenden:
Buchbinderei Hanke, Klaber Nr. 24, 18279 Langhagen, Tel. 038456/66494, irmgard-hanke@web.de

kommentar kubitschek:
wollte gerade auf die buchbinderei hanke hinweisen, nun hats die buchbinderin selbst gemacht.

karlmartell
18. Februar 2014 16:30

“ … aus Scheu vor dem Zusteller …“
???
Dann ist es zur Sezession noch ein weiter Weg.

....in der Tat.

Aber, nur Mut. Sonst wird das mit der Erkenntnis nichts, und Zusteller sind auch Menschen, die sehen, was falsch läuft.
Ausserdem kommt die Sezession in stilsicherem Umschlag.
Was ist gegen die einfach schön gestaltete und gut riechende Druckausgabe schon ein app....

Fenris
18. Februar 2014 19:16

Anfang 2013 erfolgte die Kündigung meines langjährigen Abonnements der JF, weil ich den Verantwortlichen nicht mehr zutraute, den Gedanken auch die Tat folgen zu lassen. Dieter Stein hat das Sofa dem Bordstein vorgezogen.

Ich gehe davon aus, daß mir das hier nicht passieren wird und habe also soeben abonniert. Überzeugt hat mich aber der Satz: "Unterwegs war der seltsame Wunsch gereift, jeden der zwei-, dreitausend Leser der Sezession [...] zu treffen".

Emotionen. Nichts ist machtvoller.

Außerdem lassen die äußeren Umstände gar nichts anderes mehr zu als die innere Radikalisierung. Der Postbote wird beim ersten scheelen Blick politisch umgedreht.

Urwinkel
18. Februar 2014 20:33

"Die Druckdatei liegt doch ohnehin als .pdf vor – wieso also nicht den elektronischen Vertriebsweg auch für das digitale Heft nutzen."

Wie ich aus den Debatten raushören konnte, verfügt nicht ein-jeder über das entsprechende Lesegerät. In diesem Fall geht es ja nicht nur um die Lektüre der Sezession, sondern auch um Vertriebswege anderer Zeitungen und Zeitschriften, die sich in neuen Formaten versuchen herauszubilden und ihren Bestand zu wahren. Kubitschek schrieb mal sinngemäß, daß man mit den gegebenen Mitteln auch vernünftig haushalten muß. Dazu gehört z.B. kein unnötiges Glanzpapier, das Sie sonst täglich aus dem Briefkasten müllen müssen.

Das hat nichts mit Kurzsichtigkeit zu tun. Auch die PDF`s könnten auf Befehl wieder verschwinden und wegsein. Das zugestellte Papier bleibt jedoch. Eine Brille und etwas archivarische Leidenschaft braucht man später sowieso. Bis dahin ist alles fein. Zweimonatlich.

Urwinkel
19. Februar 2014 03:34

"Zusteller sind auch Menschen, die sehen, was falsch läuft."

Zusteller stellen auch konsequent unerwünschte Briefe zu. Sollte an diesem langjährigen Gerücht über die Nichtzustellung von Sendungen was dran sein, so ist vermutlich nicht der einzelne Postbote schuld. Dem ist es piepegal, was er einwirft; Hauptsache die Sendung kommt in der Lasterhöhle an. Danach gäbe es einen Generalplan über die Austeilung von Druckzeug. Die Bösen sitzen dann weiter oben und dokumentieren vielleicht was man abonniert hat. Vorsicht: Leichtsinnige Verschwörungstheorie. Gedeckte Bankkonten sollen auch schon gesperrt worden sein. Wer dort Einblick hat sollte den Mut haben, jetzt den Vorhang aufzureißen. Bitte!

Der Fußballer Hitzlsperger; vor einigen Wochen noch fast unbekannt, hat sich auch ge-outet und wurde dafür beklatscht. Jedoch hat die mediale und non-mediale Öffentlichkeit diesen Ballkünstler schon wieder ausgespuckt und vergessen. Also: Ran!

Sascha
24. Februar 2014 16:17

Meine Antwort auf „Der einzelne verfehlt die Wahrheit.“ wäre: "Aber er sucht sie zumindest."

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