Sezession
31. März 2014

Das war’s. Diesmal mit: Kulturvermittlung

Ellen Kositza / 20 Kommentare

28.3.2014

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Schüleraustausch ist grundsätzlich eine feine Sache. Die Tochter, die sich gerade mit einer niederländischen Schülerin austauscht, berichtet (ich hab's nicht verifizieren können), daß es in den Niederlanden gar keine Klassenfahrten im herkömmlichen Sinne mehr gebe, sondern nur Austausche mit Schülern anderer Herren Länder. Das fügt sich natürlich in die globalistische Auslandsaufenthaltsmode:

Waren es zu meiner Schulzeit drei, vier Schülerinnen eines Jahrgangs, die ein Jahr im Ausland (immer Übersee) verbrachten, scheinen diese Bildungsausflüge heute deutlich weiter verbreitet zu sein. Erst recht im Studium: Nur Sesselhocker, so scheint's mir, studieren heute rein inländisch.

Dazu paßt auch, daß die Kinder (falls sie nicht schon im Kindergarten fremdsprachig instruiert wurden) bereits zu Beginn, wenn die Muttersprache oft noch nicht recht sitzt, mit der ersten Fremdsprache traktiert werden. Mit Pestalozzis Menschenbildung in konzentrischen Kreisen hat das nichts mehr zu tun. Bevor die ersten Kreise (nicht nur die familiäre Unterweisung, sondern auch der geographische Nahraum) erschlossen werden, wird der Fokus auf die Ferne gerichtet. Es geht nicht mehr um Wurzeln, es geht um „Perspektiven“.

Sei's drum, Schüleraustausch ist fein. Im Winter hatten wir ein französisches Mädchen bei uns, die in einem der europaweit strengsten Internate beschult wird. Sie haben dort keine Zimmer, sondern Schlafsäle, und sie sind die Woche über kaserniert und dürfen die Mauern nicht verlassen. Das Fräulein war bestens erzogen und interessierte sich sehr für unsere Bücherregale: Ah, Raspail! Kennt in Frankreich natürlich jeder! Und Millet! Klar!

Nun also erwarten wir eine Niederländerin. Die Tochter war schon dort im Nachbarland und hat gestaunt, daß dort alle Schüler bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Schule kommen, auch wenn es zehn Kilometer sind, auch wenn Winter ist, auch wenn Austauschschüler dabei sind. Die Niederländer erschienen ihr ziemlich zäh in dieser Hinsicht.

Wohin aber werden die Austauschschüler während ihres Mitteldeutschlandaufenthalts geführt? Zur größten Burganlage der Region, einen Katzensprung von der Schule entfernt? Immerhin. Nach Merseburg, zur deutschlandweit allerschönsten Schloßanlage? Nein, dorthin schon nicht mehr. Ich hätte noch zehn, elf weitere Ausflugstips parat, wir bewegen uns auf historisch illustrem Gelände.

Jedoch: Es geht an einem Tag ins Spaßbad, am anderen ins Beatlesmuseum. Ins was? Ja, ins Beatlesmuseum nach Halle. Wohlgemerkt: Zielgruppe sind nicht nostalgische Sechzigjährige, sondern Schüler des Jahrgangs 1999. Aus der Eigenwerbung des Ausflugziels:

Auch am eigenen Standort wird erkannt, dass das Thema „Beatles“ weltweit ein Begriff ist, mit dem gepunktet werden kann. „Beatles Museum“ ist positiv besetzt, wird international verstanden und braucht nicht erklärt zu werden. Die Beatlesmusik ist der Soundtrack eines ganz speziellen Lebensgefühls. Viele Besucher und Besucherinnen lassen sich gerne in eine Zeit zurückversetzen, die sie mitunter selbst miterlebt haben und die heute schon ein wichtiger Teil der Kulturgeschichte ist. Das Beatles Museum trägt sich selbst, weil es eine kaufmännisch geführte Kultureinrichtung ist: Es verfügt über einen eigenen Shop und Versandhandel mit dem größten Angebot zum Thema weltweit: CDs & Schallplatten, DVDs & Videos, Bücher & Hefte, Souvenirs & Spielzeug, T-Shirts & Hemden, Postkarten & Aufkleber und und und.

Gut. Sie sollen ja unser Land kennenlernen, die Buben und Mädchen aus den Niederlanden. Also die Bundesrepublik und nicht irgendwelchen ollen Kram.

29.3.2014

Auf, hebt unsre Fahnen
In den frischen Morgenwind,
Laßt sie weh'n und mahnen
Die, die müßig sind!
|: Wo Mauern fallen,
Bau'n sich andre vor uns auf,
Doch sie weichen alle
Unserem Siegeslauf. :|

Es gibt im politischen Gefilde offensichtlich unterschiedliche Arten, mit einem Triumph umzugehen. In England und Wales (wo Homosexuelle sich bereits seit neun Jahren amtlich verpartnern dürfen und die gleichen Rechte wie konventionell-altmodische Paarungen haben), wurde das neuetablierte Ehegesetz, das nur formell eine Neuerung ist, jubelnd und mit staatlicher Fahnenschwenkerei gefeiert. Die FAZ berichtet:

„Der britische Premierminister David Cameron sprach von einem „wichtigen Moment für unser Land“. Als Zeichen der neuen vollen Gleichberechtigung wehte die Regenbogenfahne, das Symbol der Homosexuellen-Bewegung, über Regierungsgebäuden in London. Cameron erklärte, es spiele von nun an in Großbritannien „keine Rolle mehr, ob man heterosexuell oder homosexuell ist“, der Staat sehe alle Beziehungen als gleichberechtigt an. Das sei auch eine „starke Botschaft“ an junge Menschen, die sich über ihre Sexualität noch nicht klar seien.“


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (20)

nino
31. März 2014 10:14

Nun können sie zwei Pässe behalten...

Das ist eine feine Sache. Wenn man einen Pass verliert (bspw. in den Ferien), ist man trotzdem nicht staatenlos und hat immer noch eine Heimat.

Carsten
31. März 2014 12:51

Norwegens Armee hat laut wiki 7.500 Soldaten. Und die retten das Weltklima, indem sie einmal in der Woche Gemüse fressen. Haha! LOL!

"es spiele von nun an in Großbritannien „keine Rolle mehr, ob man heterosexuell oder homosexuell ist“"
Mal sehen, was der Imam beim Freitagsgebet dazu sagt. Und die Hools von der Westham InterCity Firm.

Belsøe
31. März 2014 13:46

Besonders interessant die Erfahrungen meiner deutlich jüngeren Cousinen: in den Studienstädten der beiden (eine in Deutschland, eine in Skandinavien) war in einigen Studentenwohnheimen ein deutliches Zimmerontingent von bis zu 50% Erasmus-Austauschern vorbehalten. Da diese in der Mehrheit ein fachlich nicht sehr anspruchsvolles Bereicherungssemester zu absolvieren hatten (mit Ausnahmen, die hier explizit nicht vergessen sein sollen!), waren die entsprechenden Häuser ein Hort primär südeuropäischer Feierlaune. Wegen der kurzen Verweildauer war indes das Verantwortungsgefühl gegenüber der praktisch kosten- und damit wohl wertlosen Sause nicht besonders ausgeprägt. Resultat: ein unvergleichlicher Dreckstall mit massivster Lärmbelästigung an allen Wochentagen bis in den frühen Morgen. Natürlich auch in den Prüfungswochen der mit Normalpensum studierenden Dauerbewohner.

Für ernsthaft arbeitende junge Leute, fatalerweise zumal jene mit weniger Geld, die auf einen zügigen Abschluss angewiesen sind und sich in vielen Städten nur die günstigen Wohnheime leisten können, waren also ausgerechnet diese Wohnheime bald kein tragbarer Wohn- und Lernort mehr - sie wurden von den Kurzbewohnern effektiv auf den freien Wohnungsmarkt getrieben.

Gegenbeispiele persönlicher Neugier und Initiative erfreuen mein altes Herz - bei für obligatorisch erklärten und vororganisierten Massenveranstaltungen scheint mir gerade der wahre Austausch auf der Strecke zu bleiben. Er ist vielleicht grundsätzlich nur für das entdeckungsfreudige Individuum möglich?

Martin
31. März 2014 15:21

Lärmbelästigung an allen Wochentagen bis in den frühen Morgen. Natürlich auch in den Prüfungswochen der mit Normalpensum studierenden Dauerbewohner.

Eine runde Mitleid. Das war bei uns Anfang der 90er auch schon so im sog. "internationalen Studentenwohnheim". Ich habe mich an deutsche Primärtugenden erinnert und 2 besoffenen Tommies (gibt´s die auch in nüchtern?) aufs Maul gegeben, als sie unverschämt wurden, dann war Ruhe im Schiff bzw. wurde ich präventiv zu jeder weiteren Party vorab eingeladen (heutzutage würde ich vermutlich sofort exmatrikuliert werden - die heutige Jugend tut mir in diesem Punkt mehr als Leid, früher wurde so etwas überhaupt nicht hochgekocht).

Heutigen Studenten empfehle ich den Gang zu einer Verbindung (habe ich damals leider versäumt - wurde ja auf einem linksorientierten Gymnasium entsprechend geimpft und die eigenen Eltern hatte keinen Dunst vom Studententum, da selber keine Akademiker, woher sollte man es daher also wissen?), da muss man dann nicht zwingend in solchen Milbenboxen hausen, wie sie damals üblich waren (bspw. 10- 12 Mann für 1 Dusche etc. - vgl. damaliges Wohnheim Agnesstr. München etc.).

Unabhängig davon ist die Austausch-Sache schon sehr horizonterweiternd. Ich bin leider erst nach dem Studium dazu gekommen, private Kontakte einschließlich privater Unterkunft in Europa haben zu können und was mir dabei aufgefallen war, ist, wie gänzlich Literaturfern die Masse der dortigen Akademiker ist. Insbesondere in vormals protestantischen Ländern wie NL, DK, SE etc. findet man oft kein einziges Buch in den Wohnungen, dafür hatten die schon wesentlich früher riesige Flat-Screens im Wohnzimmer als bei uns in Dtl. Überhaupt sind die deutschen Jung-Akademiker finanziell die absoluten armen Kirchenmäuse. Wie junge Akademikerpärchen Ende 20 Anfang 30 in NL oder DK/SE wohnen/leben, wage ich gar nicht erst zu beschreiben ... (gut, vieles davon ist auch auf Pump gekauft - aber die bekommen immerhin Kredite ...).

Stevanovic
31. März 2014 15:42

Der Doppelpass ist weder für die Integration förderlich, noch hinderlich. Er wird Menschen, denen das Land egal ist, nicht zu Bürgern machen. Genauso wird seine Verweigerung nicht die Ängste vor einem Loyalitätskonflikt der Migranten beheben.
Wer mir nicht traut, weil ich zugezogen bin, traut mir auch mit Pass nicht und ich muss zugeben, dass ich mich noch bei keiner Entscheidung habe von meinem Pass beraten lassen. In der Regel treffe ich Entscheidungen, weil ich sie für richtig halte.
Kein Doppelpass ist auch keine Lösung, umgekehrt gilt das gleiche. Das wissen alle, deswegen freut sich auch keiner, jeder will es gewusst haben, wenn am Ende nichts dabei herum kommt. Es ist eine politische Nebelkerze, ähnlich dem Mindestlohn oder der Vermögensabgabe. Höchste Symbolik bei minimalster Wirkung.

Belsøe
31. März 2014 16:48

Und weil das bei Ihnen auch schon so war, verdient das eine hämische Runde "Mitleid"? Keine Ahnung was Sie studiert haben und ob das zeitlich so stramm vorgegeben war wie heutige Studienverläufe (die dafür inhaltlich gelitten haben). Es bleibt ein Problem, besonders für arbeitsintensive Ausbildungen. Wer zum Beispiel für die große Pathologieprüfung lernen oder Baupläne zeichnen muss, der kann an einer derart chaotischen Unterkunft schlichtweg scheitern.

Schopi
31. März 2014 18:12

Die Tochter war schon dort im Nachbarland und hat gestaunt, daß dort alle Schüler bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Schule kommen, auch wenn es zehn Kilometer sind, auch wenn Winter ist, auch wenn Austauschschüler dabei sind. Die Niederländer erschienen ihr ziemlich zäh in dieser Hinsicht.

Holland ist ein Radfahrerparadies - man kann dort auch 10 km fahren ohne mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen. Bei uns ist das meist leider viel zu gefährlich - nicht nur für Kinder -

Ausnahmen sind die Radwege welche überall zum touristischen Inventar gehören, die werden dann mit Auto und "E-Bike" huckepack angefahren und führen nicht zur Schule, eher mal zum Biergarten.

Martin
31. März 2014 20:37

Belsoe,
bitte nicht persönlich nehmen - was ich zum Ausdruck bringen wollte war, dass es eben diese Widrigkeiten schon immer gab und man damit umgehen lernen muss - später auf Arbeit hat man es mit ganz anderen Ar...l...ern als lärmenden Nachbarn zu tun (und denen man nicht mal eben eine ... kann, um seine Arbeit in Ruhe machen zu können). Die Söhnchen und Töchterchen, denen die Eltern ein Apartment als Abschreibungsobjekt gekauft haben, die hatten es auch damals schon wesentlich einfacher als Leute wie ich, die nur mit BAföG und subventioniertem Wohnraum (dafür danke ich übrigens der SPD heute noch) sowie mit reichlich Maloche in den Semesterferien (ja - ich habe, wie viele andere auch, diese lange "vorlesungsfreie Zeit" existenziell gebraucht) studieren konnten (übrigens ein Fach mit einer der höchsten Durchfallquoten, so viel Angeberei möge man mir verzeihen).

Ich persönlich finde die stärker gewordene "internationale" Ausrichtung auch in der Breite der Schüler- und Studentenschaft durchaus gut. Solange man weiß, wo die Wurzeln sind, weiß man manches evtl. dadurch sogar besser zu schätzen - aber, wie geschrieben, dazu gehört dann auch eine entsprechende Verwurzelung und da habe ich doch so meine kleinen Zweifel, ob die heutzutage noch gefördert und überhaupt gewünscht wird (was aber eigentlich der Fall sein sollte, denn sonst wandern zu viele ab).

Kiki
31. März 2014 21:05

Doppel-, Drei- und xfachpasslerInnen lassen sich ohne viel juristisches Tratra ausbürgen, abschieben usw., wenn es die Rechtslage in bestimmten historischen Situationen gestattet bzw. gebietet.

Die Polen/Tschechen/Russen/Jugoslawen/Allierten haben dazu 1945ff in Mitteleuropa einen hochinteressanten und lehrreichen Präzedenzfall geschaffen.

Und dies ganz unabhängig von demographischen Zahlenspielereien oder Mehrheitsverhältnissen in ganzen Regionen.

Daher kann man nur sagen: sollnse doch mit ihren Plastiklappen herumwerfen wie mit Konfetti - das 20. Jahrhundert ist noch nicht vorbei!

Waldgänger aus Schwaben
31. März 2014 21:41

@Kiki

So krass wie Sie würde ich das nicht formulieren. Aber der Doppelpass hat sicher den Vorteil, dass ohne das Völkerrecht zu berühren, einem Doppelstaatler die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt werden kann und er in das andere Land abgeschoben werden kann.
Das wäre eine rein innere Angelegenheit des souveränen Staats Deutschlands.

Bei einem Nur-Deutschen ist es zwar möglich die deutsche Staatsbürgerschaft abzuerkennen, aber kein anderes Land kann gezwungen werden einen Staatenlosen aufzunehmen oder ihm eine Staatsbürgerschaft zu verleihen.

Heinrich Brück
31. März 2014 21:52

18000 Plätzchen sind nicht so schlimm wie 88000 Plätzchen. Haben
die Plätzchen auch einen Schnurrbart? Der Unterschied ist wichtig,
sonst würde die Wirkung höchst zweifelhaft ausfallen.
Die Vergangenheitsbewältigung gehört zum verlogensten Kapitel
der Weltgeschichte; wer auch immer sich diese Art der Bewältigung
ausgedacht, gehört zum schlechtesten Abschaum
der Menschheitsgeschichte.
Die deutsche Seele muß nicht mehr geheiligt werden, sondern
exorziert. Zumindest zeigt der Machterhalt solcher Typen
säkulardemokratischer Prägung den konservativen Demokraten
im Spiegel ihrer schwachen Moral, die unter der Moral eines
schmierigen Bordellbetreibers rangiert. Aber auch die Linken
brauchen einen Gott, auch wenn es ein böser Gott ist. Wieso kommt
mir das Ganze wie eine satanische Hostienschändung vor; eine
postmoderne Zweckentfremdung in Wahnsinnszeiten? Wer braucht
solche Heilsbringer?
https://www.youtube.com/watch?v=I66DRbmzkak

Markus Willinger
1. April 2014 10:51

"das 20. Jahrhundert ist noch nicht vorbei!"

Doch das ist es.

Thomas Wawerka
1. April 2014 11:34

Ich habe sieben Jahre an ein- und derselben Fakultät studiert, weil ich Familie hatte. Im Nachhinein, bei Bewerbungsgesprächen beispielsweise, bin ich immer wieder mit einer Art Erstaunen gefragt worden: "Und Sie haben wirklich nie gewechselt?" - Das ist immer als Nachteil angesehen worden.

Ein Fremder aus Elea
1. April 2014 12:17

So hart sind die Holländer auch nicht.

1. gibt's keine Winter in Holland.
2. ist das Land so flach, daß man nie bergauf muß.
3. haben sie überall Wind- und Regenschutz Dächer und Wände über und neben den Fahrradwegen gebaut.

Naja... Kulturvermittlung... läuft größtenteils biologisch via sexueller Selektion. Es geht immer nur darum, dem Strom ein Flußbett zu geben - oder jedenfalls sollte man die Sache so ansehen.

"Das Ewig Weibliche zieht uns hinan!":

https://bereitschaftsfront.blogspot.com/2014/04/tafel-der-menschgewordenen-ideen-2.html

F451
1. April 2014 12:56

@Heinrich Brück
Sie vergessen wohl, das die 18 in diesem Land genauso kontaminiert ist, wie die 88. Eigentlich passt die 18 sogar besser zum WK 1, da war er ja bloß einfacher Gefreiter, geheilt wurde erst später...

Luise Werner
1. April 2014 15:57

@ Thomas Wawerka
Auslandsstudium ist etwas anderes. Wenn ich es richtig verstehe, geht es hier aber um Schüler und Schüleraustausch; meist, aber nicht immer, im Rahmen des Sprachunterrichts.
Ich kenne das auch von meinen Kindern. Brachte sprachlich bei meiner Tochter konkret gar nichts. Aber eine wohl recht angenehme Woche in der Bretagne am Meer mit anstrengender Busfahrt.
Bei uns dann eine kleine Französin, die trotz Deutschunterrichts so gut wie nichts verstand oder sprach; und ich des Französischen nicht mächtig. Was blieb war englisch.
Tja, was hätte man alles machen können im Dezember 2012 in der Nähe von Leipzig? Z.B. auf den Spuren der Völkerschlacht hätte man wandeln können. Die Stadt befand sich in der Vorbereitung auf den 200sten Jahrestag. Die Schule kam jedenfalls nicht auf die Idee. Die Kinder jedenfalls zeigten ihren französischen Freunden zur allgemeinen Freude ausgiebig "ihr" Lokalkolorit, in Form der hiesigen Weihnachtsmärkte, wobei die Gruppenbildung ziemlich exakt entlang der Sprachgrenzen verlief.

Kiki
1. April 2014 18:40

@M.Willinger

Werfen Sie einen eingehenden Blick - freilich jenseits der offiziellen Lehrpläne und Hauptstromsinrenen - auf die Frontlinien und Kriegsparteien und Sie werden sehen, daß das große Rennen noch längst
nicht vorbei ist.

Deutschland mag zwar momentan kaltgestellt sein, aber die "schwarze Bestie" weiter östlich haben sie noch nicht kleingekriegt.

Sascha
1. April 2014 20:12

Ach, Doppelpass, für die Verweigerung des Doppelpasses braucht es immer noch zwei Seiten, wenn die andere Seite nicht wirklich mitmacht, gibt man den Pass der anderen Seite kurz mal ab, um den deutschen Pass zu bekommen oder behalten zu dürfen, und beantragt ihn danach wieder neu. Und so ist die Zahl der Doppelpassinhaber deutlich größer als dies der deutschen Bürokratie bekannt ist.

Walter Kowalski
2. April 2014 22:48

In Holland sollen Kinder schon Besuche im Puff machen damit die KInder kapieren das es ein ganz normaler Beruf ist...die Eltern dort sind schon so "Liberal" das es sie nicht stöer wenn ihre 12 Jährige Tochter ihren 18-20 Jährigen "Freund" mit nach Hause bringt der sich dann oft als "Loverboy"(googeln)entpuppt.

Beklagt wird die Zumutung, daß Kinder mit Migrationshintergrund gezwungen seien, „ständig Belege einzureichen“, wann sie in Deutschland waren und wie lange; daß sie in Deutschland zur Schule gegangen sind.

Ja das is wirklich schlimm...Deutsche aus dem Osten mussten nachdem sie Jahrzentelang im Westen waren bei der Heirat nachweisen das sie wirklich Deutsche sind(ein Ausweis ist nur eine Vermutung-keinBeweis)und seit man die Aussiedler Gesetze verschärfte(ich glaube unter unseren Rot Grünen Multikulti Freunden)muss man Deutsch von den Eltern gelernt haben sonst wird man nicht anerkannt auch wenn beide Eltern ethnische Deutsche sind und in D. anerkannt wurden.Da fällt mir ein was ist eigtl. mit Ausländern die erst in der Schule Deutsch lernen?Warum werden die als Deutsche anerkannt???

pommern
3. April 2014 21:43

wieviel und welche pässe hat eigentlich vitali klitschko? das wär doch mal konkret?
ich bekäme in italien keinen pass, selbst wenn ich dreissig jahre in italien steuern zahlen würde. ich müsste erst den deutschen pass loswerden - dies aber geht nicht. weil ich mit deutschem keinen italienischen pass bekomme, ich aber den deutschen nicht loswerde...kriege ich keinen italienischen und so weiter...
letztendlich bin ich mit zwei oder mehr pässen privilegiert - und darum geht es: die privilegierung der anderen...
und was das ausbürgern betrifft - siehe stettin oktober 1945.
gruss an kiki

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