Sezession
16. Mai 2014

„Völkerpsychologie“ – Fragen an Andreas Vonderach

Benedikt Kaiser / 21 Kommentare

Vonderach Einband3.inddVor wenigen Wochen erschien im Verlag Antaios eine umfassende Studie Andreas Vonderachs, die sich mit Völkerpsychologie und Völkercharakterologie von der Antike bis heute beschäftigt. Vonderach ist den Lesern der Sezession aufgrund mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen wohlbekannt; nun sprachen wir mit ihm anläßlich seiner jüngsten Publikation.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

SEZESSION: Ihr neues Buch Völkerpsychologie trägt den Untertitel Was uns unterscheidet. Weshalb ist es im Jahre 2014 von Interesse, Unterschiede in den charakterlichen Eigenschaften der Völker zu untersuchen? Verliert dieser Themenkomplex durch die Globalisierung und die sie begleitende weltweite Vereinheitlichung der Lebensgewohnheiten nicht an Bedeutung?

ANDREAS VONDERACH: Na, ich denke, das war immer von Interesse, und ist es heute noch viel mehr als früher, wo wir viel häufiger auf Menschen anderer Völker und Kulturen treffen. Auch ist die weltweite Vereinheitlichung der Lebensgewohnheiten noch lange nicht so fortgeschritten, daß sie alle Unterschiede einebnen würde, falls das überhaupt je möglich sein wird. Ihre Grenze findet die Vereinheitlichung in der genetischen Konstitution, im unterschiedlichen Temperament der Rassen und Völker.

Ich glaube, daß uns viele Unterschiede erst jetzt bewußt werden, wo wir es mit realen Menschen zu tun haben, sei es als Einwanderer oder zum Beispiel auf Auslandseinsätzen. Bisher war das völkerkundliche Wissen doch recht papieren, und man ging unbewußt davon aus, die sehen zwar anders aus und haben andere Gewohnheiten, sind im Grunde aber wie wir.

SEZESSION: Apropos andere Gewohnheiten: Im Volksmund gibt es den Spruch „Andre Länder, andre Sitten“, wenn Verhaltensweisen von Menschen anderer Völker und Kulturkreise als fremd oder merkwürdig empfunden werden. Stießen Sie bei Ihrer Forschungsarbeit häufig auf Fälle, die pejorativ als „Vorurteile“ oder „Stereotypen“ gelten, aber durch die Empirie belegbar sind?

ANDREAS VONDERACH: Daß „Vorurteile“ und „Stereotypen“ mit der Wirklichkeit übereinstimmen, ist eher die Regel als die Ausnahme. Das ist eigentlich auch nicht überraschend, denn sie entstehen ja nicht willkürlich, sondern durch Erfahrungen, die die Menschen immer wieder gemacht haben. Gelegentlich haben Menschen auch Erlebnisse, die nicht den „Stereotypen“ entsprechen, aber die vorherrschenden Erfahrungen setzen sich in einer Art kollektiven Mittelwertbildung durch und werden zum Stereotyp. Das lebhafte Temperament der Südeuropäer, das stoische Temperament der Indianer, die impulsive Reizbarkeit der Orientalen, das extravertierte und wenig neurotische Wesen der Schwarzafrika, gehören zu solchen Stereotypen, die durch empirische Untersuchungen bestätigt werden.

Es gibt in den USA seit den 1990er Jahren eine neue Forschungsrichtung, die überraschenderweise oder auch bezeichnenderweise bei uns noch kaum bekannt ist, die unter dem Schlagwort Stereotype Accuracy (Stereotypengenauigkeit) den Wirklichkeitsgehalt von Stereotypen erforscht. Ein Ergebnis dieser Forschung ist, daß die Korrelation von Stereotyp und Wirklichkeit, gemessen an empirischen Daten, bei ethnischen Stereotypen etwa 0.70 beträgt. Das ist ein mittelstarker bis starker statistischer Zusammenhang. Die Stereotypen sind als kollektives Wissen zum Beispiel den Einschätzung von Einzelnen oder den Vorhersagen sozialpsychologischer Theorien deutlich überlegen.

Die menschliche Fähigkeit zur Ausbildung von Stereotypen ist in der Evolution entstanden, weil sie einen Überlebensvorteil bot. Stereotypen beinhalten ein statistisches Wissen über das Verhalten von Menschen anderer Gruppen und Ethnien, mit denen man selbst noch keine Erfahrungen gemacht hat. Wer zum Beispiel das (richtige) Stereotyp über das Verhalten der Angehörigen einer aggressiveren Gruppe hatte, hatte einen sehr realen Überlebensvorteil gegenüber „vorurteilslosen“ Zeitgenossen.

SEZESSION: Trotz entsprechender empirischer Belege ist Ihre Studie im deutschen Sprachraum die erste ihrer Art seit mehreren Jahrzehnten. Besitzt die Völkerpsychologie aus rein ideologischen Gründen kein Renommee oder geriet sie auch aus anderen Gründen in Vergessenheit?

ANDREAS VONDERACH: Das hängt natürlich mit der ideologischen Vorherrschaft der Linken zusammen. Für die stellen ethnischen Unterschiede ein Tabu dar, da sie eine Dimension der Ungleichheit sind und der Machbarkeit von egalitären Utopien im Wege stehen. Der entscheidende Durchbruch fand in den amerikanischen Sozialwissenschaften zwischen 1920 und 1940 Jahren statt. Bis dahin war es keine Frage war, daß sich Völker und Rassen auch in ihrer Psyche unterscheiden und es selbstverständlich ist, sich mit seinem eigenen Volk zu identifizieren. Nun setzten sich die Schule des Anthropologen Franz Boas und die stark marxistisch beeinflußte Soziologie durch, zu denen besonders viele jüdische Emigranten aus Europa gehörten. Für diese war die Zugehörigkeit zu einem Volk und einer Kultur nicht mehr ein selbstverständlicher Bestandteil der eigenen Identität, sondern etwas, von dem man sich befreien („emanzipieren“) muß. Erst nach der Befreiung aus dem „Gefängnis der Tradition“ (Boas) sei eine gerechte Gesellschaft möglich. Die Voreingenommenheit für das Eigene sei eine Form des „Rassenvorurteils“, das es zu bekämpfen gelte. Nach dem Krieg setzte sich diese Richtung auch in Europa durch.

So hatte die Vorurteils- oder Stereotypenforschung von Anfang an politisch-ideologischen Charakter, und die Frage des Realitätsgehalts der Stereotypen stellte sich nicht. Der „aufgeklärte“ Mensch hatte keine „Vorurteile“ zu haben. Noch heute werden von der UNO und anderen politischen Institutionen Untersuchungen über „Vorurteile“ gefördert, die , wenn sie zu dem erwartbaren Ergebnis geführt haben, daß ein gewisser Prozentsatz der Untersuchten tatsächlich die befürchteten Vorurteile aufweist, zum Anlaß für den Ruf nach mehr Erziehung und „Aufklärung“ genommen werden. Daß die vorgefundenen „Vorurteile“ sachlich falsch und moralisch verwerflich sind, gilt dabei als ausgemacht. Die dann einsetzende „Bekämpfung“ der Vorurteile hat tatsächlich wenig mit Aufklärung und mehr mit Indoktrination zu tun.

Leicht gemacht wurde es dieser Auffassung aber auch dadurch, daß die Ansätze zur Völkerpsychologie, die es bisher gab, oft subjektiv-intuitiven Charakter hatten. Inzwischen gibt es aber, vor allem aus der Kulturvergleichenden Psychologie und neuerdings auch aus der Verhaltensgenetik, so viele „harte“ wissenschaftliche Belege für die psychische Verschiedenheit der Völker, daß man diese redlicherweise nicht mehr ignorieren kann.

SEZESSION: Herr Vonderach, vielen Dank für das Gespräch.

Die Neuerscheinung:
Andreas Vonderach: Völkerpsychologie. Was uns unterscheidet, Schnellroda: Antaios 2014. 448 Seiten, geb., 29 €

Weitere Bücher von Andreas Vonderach:
+ Sozialbiologie. Geschichte und Ergebnisse
+
Anthropologie Europas. Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (21)

Carsten
16. Mai 2014 09:22

Seit den 1970er Jahren werden in allen Medien "Vorurteile" bekämpft, vor allem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Der tatverdächtige Ausländer stellt sich natürlich als zu Unrecht verdächtigt heraus, der wahre Täter ist der deutsche Spießer, etc. pp. Dabei sind Vorurteile eine Art kollektives Gedächtnis. Es müsste doch selbst Linken auffallen, daß Orientalen immer wieder das Vorurteil bestätigen, keine Impulskontrolle zu haben und von ihren Affekten beherrscht zu werden. Auch deutsche Linke bestätigen mit ihrem vorauseilenden Gehorsam und der 150%igkeit jedes Vorurteil über Deutsche. Vorurteile über Wüstenvölker hält der Linke für "Rassismus", aber nichts liebt der Linke so sehr, wie sein Vorurteil über den dicken, dummen und schießwütigen Ami.

Nordlaender
16. Mai 2014 09:30

"Die menschliche Fähigkeit zur Ausbildung von Stereotypen ist in der Evolution entstanden, weil sie einen Überlebensvorteil bot."

Rückkehr zur Aufklärung. Vonderach spricht hier sehr Wesentliches aus, das sich mit den Dogmen der herrschenden Religion des Humanismus nicht vereinbaren läßt.
Schon aus Gründen der Zeitökonomie muß sich der homo sapiens sapiens anhand eines Systemes von Vorurteilen in seiner Umwelt orientieren. Gewinner ist immer der, der das bessere (also wirklichkeitsnähere) Vorurteilssystem besitzt.
Nach der ökonomischen Theorie wäre die Frage: Was kostet mich die Unterscheidung (lat. "discriminare"), auf einem Vorurteil basierend? Ein schlechtes Vorurteil (Träger von gestreiften Krawatten taugen grundsätzlich nichts) könnte teuer werden, wenn der abgelehnte Bewerber zur Konkurrenz geht. Aus diesem Grunde dürften schlechte Vorurteile keine großen Überlebenschancen besitzen.

Ansonsten finden Unterscheidungen permanent unbewußt statt, sie sind biologisch fest verankert. Die Fremdenfeindlichkeit gehört zum Selbsterhaltungstrieb, die Amygdala (Mandelkern) reagiert auf bestimmte Signale, sei es nun der Anblick einer Schlange, aber auch eines fremden Menschen mit andersartiger Physiognomie, mit hormoneller Aktivierung des Flucht-bzw.-Angriffsschemas.

Danke für den vorzüglichen Lesevorschlag!

Andrenio
16. Mai 2014 11:14

@Carsten
Perfekt ausgedrückt!
Ich sitze gerade im Flughafen von Riga und versuche meine im Baltikum erworbenen "Stereotypen" anzuwenden.
Ich behaupte eine über 90%ige Sicherheit die einheimischen Letten von den hierher zwangsverpflanzten Russen unterscheiden zu können. Ganz besonders leicht fällt es bei den Frauen, obwohl es ab und zu auch undezent auftretende Lettinnen geben mag.
Wie wenig die NATO-Piloten im litauischen Siaulai von Völkerpsychologie verstehen zeigt sich daran, dass sie auf der Suche nach weiblichen Kontakten häufig wüst zusammengeschlagen werden.
Die Tatsache, dass im Rahmen der Ukrainekrise jetzt auch amerikanische Soldaten dort erschienen und ihnen ähnliches droht, hat die litauische Präsidentin Gribauskaite dazu veranlasst, vor Ort die Bevölkerung und vor allem die jungen Männer inständig zu bitten, diese doch zu schonen, um dem Ansehen von Litauen nicht zu schaden.

gerdb
16. Mai 2014 15:04

Ihre Grenze findet die Vereinheitlichung in der genetischen Konstitution, im unterschiedlichen Temperament der Rassen und Völker.

Man sollte doch anmerken dürfen, daß die steigende Zahl der Mischehen
diese genetische Konstitution tendenziell vereinheitlicht.
Role Models wie Heidi Klum, Boris Becker etc. gehen uns da bereits voran.

Frankstein
16. Mai 2014 21:19

WIe schon die Alten sungen... . Faszinierend, weniger überraschend, dass moderne Studien die Richtigkeit erlernter und vererbarer Prägungen bestätigen. Wäre ich Linker, würde ich mich mannhaft vor den Überlandbus schmeißen. Oder im Ganzkörperkondom jeden Spiegel meiden. Wie kann man weiterleben, wenn das eigene Weltbild gerade Stück für Stück zerbricht und die Mär vom Übermenschen sich als Schi-Mär-e erweist. Der Mensch gehört zur Art der Lebendgebärdenden und seine Verhaltensmuster sind genetisch bestimmt. Aufgabenteilung der Partner, Schutz der eigenen Wurfhöhle, Kontrolle der Sicherheitszone und Vertreibung aller Fremden, die anders riechen, aussehen oder heulen. Immer entscheidet das Stammhirn sofort, das Großhirn ist für die warme Höhle. Das sind unumstößliche Gewißheiten, wer sein Stammhirn vergewaltigt, hat bald keine Sicherheitszone, keine Höhle und auch keinen Nachwuchs mehr. Es ist, als hätte er nie gelebt. Für manche Linke wohl eine faszinierende Vorstellung, der große Rest ist einfach lebensuntüchtig.
Heidi Klum und Boris Becker gehören nicht dazu, manche Menschen sind einfach nur gierig, oder halten sich für besonders schlau. Oder glauben an das Ende der weißen Rasse.

Trouver
16. Mai 2014 23:20

Bizarr, aber Fakt, - die ethnischen Unterschiede sind für Linke nicht nur kein Tabu, sondern vielmehr eine Basis für die Weisung der Richtung!

Für wen sind Chímairas wie "Kultursensibel" erschaffen worden?!

Geht es etwa um die Schweizer?

nino
17. Mai 2014 12:35

Heidi Klum, Boris Becker etc. gehen uns da bereits voran.

Na, wenn die Ihnen vorangehen, viel Spass beim hinterherlaufen.

Vonderachs Buch kann ich nur wärmstens empfehlen. Spannend und flüssig geschrieben, ist es ein informativer Lesegenuss.

Lobenswert ist auch die kommentierte Bibliographie am Ende des Buches, welche es einem erleichtert, sich tiefer in die Materie hineinzuarbeiten.

Waldgänger aus Schwaben
17. Mai 2014 21:24

@Nordlaender


„Die menschliche Fähigkeit zur Ausbildung von Stereotypen ist in der Evolution entstanden, weil sie einen Überlebensvorteil bot.“

Rückkehr zur Aufklärung. Vonderach spricht hier sehr Wesentliches aus, das sich mit den Dogmen der herrschenden Religion des Humanismus nicht vereinbaren läßt.

In der Tat Erscheinungen (Phänomene) zu kategorisieren ist die Weise in der Mensch und Tier die Welt erfasst. Der Mensch allerdings und nur der Mensch kann dieses Kategorisieren tran­s­zen­die­ren. Wenn die Umstände es erfordern, aus ererbten und erlernten Mustern ausbrechen zu können, das ist das Menschliche.

Sonst hätte es nie ein Mensch gewagt, Feuer in die Höhle zu bringen. Oder mit dem feindlichen Stamm über Grenzen der Jagdreviere zu verhandeln, anstatt die Keulen sprechen zu lassen.

Aber das heißt nicht, immer und jedes "Vorurteil" zu ignorieren. Im Gegenteil Vorurteile sind ererbte oder erworbene Erfahrungen. Aber die grundsätzliche Bereitschaft, diese aufzugeben, das macht das Mensch-Sein aus.

Christian Lehmann
17. Mai 2014 22:52

Zu diesem Thema ist es auch immer wieder lohnend, die Schriften von Irenäus Eibl-Eibesfeldt, dem Begründer der Humanethologie zu lesen. Er wies schon vor 25 Jahren auf die Risiken der Völkerwanderungen hin und legte sehr differenziert die evolutionsbiologische Dimension unserer Fremdenscheu dar.

Kommentator "Nordländer" hat die Biologie des "Vorurteils" genau auf den Punkt gebracht. - Man mache sich auch klar: Der Hase, der dem Fuchs vorurteilsfrei begegnet, lebt höchstwahrscheinlich nicht mehr lange.

Das Wissen um kollektive Eigenarten von Volksstämmen war jahrtausendelang eine kulturelle Selbstverständlichkeit. Schon die Schriftsteller der Antike schrieben den einzelnen Völkern charakteristische Eigenschaften zu.

Unsere postmoderne Gesellschaft gibt sich aufgeklärt. Zur Aufklärung gehört aber auch die Akzeptanz der evolutionären Anthropologie. Die "moderne Leugnung der menschlichen Natur" (wie Steven Pinker es bezeichnet) gleicht frappant dem frommen Wunsch der Lady Ashley angesichts von Darwins Origin of Species 1859: "Let's hope that it's not true; but if it is true, let's hope that it doesn't become widely known!"

peter789
18. Mai 2014 10:02

Super Argumentationshilfe gegen das ewige "Stereotypengeschwafel"

Danke!

KW
18. Mai 2014 13:16

@gerdb

Diese Mischehen hielten nicht. Ich kenne eine Vielzahl russisch-deutscher Ehen, die auch auseinanderbrachen, weil zumindest der weibliche Teil der Russinnen mit zu großen Erwartungen hier eintraf. Da hat der Mann beim Besuch in Rußland den großen Max gespielt und war hier dann ein armer Schlucker im Vergleich zu anderen. Das sind materielle Gründe, aber die russische Frau ist noch immer ein Weibchen und verlangt besondere Aufmerksamkeit, die sich der deutsche Mann abgewöhnt hat.
Beispiel: Kneipe, Deutscher sitzt mit befreundeter Russin am Tisch, kommt ein Zigeuner mit Blumen vorbei, sie rief ihn herad und wollte eine, der Deutsche verlangt, sie soll das dann auch selbst bezahlen, er fühlte sich übergangen. Sie hat aber kein Geld dabei und muß die Blume zurückgeben. Ich halte diese Dame für bekloppt, sie hielt den Deutschen für geizig.
Sowas kann niemals halten, und hielt übrigens auch nicht. Die Russinnen, die ich kennengelernt habe, sind bis auf ganz wenige Ausnahmen alle kapriziös.

Langer
18. Mai 2014 15:12

Wird im Buch auf die Mentalitaet der Deutschen eingegangen? Was sagt man da so, Auszugsweise?

Nordlaender
18. Mai 2014 15:33

@ Waldgänger

"Oder mit dem feindlichen Stamm über Grenzen der Jagdreviere zu verhandeln, anstatt die Keulen sprechen zu lassen."

Das ist theoretisch alles ganz interessant. An diesem Punkt befinden wir uns aber ganz und gar nicht. Auf die Waffen können wir nie verzichten. Wir können aber immer wieder andere Arten von Keulen einsetzen, also Formen der Gewaltandrohung, um das Recht zu schützen. Es geht darum, die Biologieleugnung zu bekämpfen. Lehrer gewähren unreifen Rotznasen den unsäglichen Duzkomment. Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, setzt sich für das Entfernen von Kreuzen in der Öffentlichkeit ein. Die religiöse Thematik mal an die Seite gestellt: Das Revier wird nicht mehr markiert. Herrschaftssymbolik wird aufgegeben. Das kann jeder lesen, der noch ein Minimum von Instinkt bewahrt hat. Die Bude ist also sturmreif.

"Aber das heißt nicht, immer und jedes „Vorurteil“ zu ignorieren. Im Gegenteil Vorurteile sind ererbte oder erworbene Erfahrungen. Aber die grundsätzliche Bereitschaft, diese aufzugeben, das macht das Mensch-Sein aus."

Sie können aus den biologischen Bedingungen, denen Sie als homo sapiens sapiens unterliegen, nicht aussteigen. Sie sind den Gesetzen der Dimensionen von Raum und Zeit unterworfen. Wenn Sie ein Vorurteil über die Münchner haben, können Sie an dem Vorurteil basteln, sie lernen halt weitere Münchner kennen. Ihr altes Vorurteil ersetzen sie dann durch das neue. Ihre Lebenszeit reicht aber nicht aus, um alle Bewohner dieser Stadt zu kontaktieren.

Die andere Möglichkeit wäre ein religiöser Filter, eine Brille quasi, durch die sie "die Menschen" (aus München z.B.) betrachten. Auch eine Art von Urteil, VOR der Begegnung mit einzelnen Personen bereits gefällt.

Stil-Blüte
18. Mai 2014 15:53

Volkslieder und -märchen beredt und gescheit, geben über die Mentalität eines Volkes Auskunft. Deutsche Mentalität und positive Vorurteile, ja, auch das sind Vor-Urteile!, zum eigenen Nachteil) werden wie kaum in einer anderen Volksweise so präzise zum Ausdruck gerbracht wie in dieser:

Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal
saßen einst zwei Hasen.
//:fraßen ab das grüne, grüne Gras ://
//: bis auf den Rasen ://

Als sie sich dann sattgefressen hatten,
legten sie sich nieder...
//: bis daß der Jäger, Jäger kam ://
//:und schoß sie nieder://

Als sie sich dann aufgerappelt hatten,
und sich besannen,
//: daß sie am Leben, Leben war'n ://
//: hüpften sie von dannen://

(Thomas Brasch +, deutsch-jüdischer Schriftsteller, hat dieses Volkslied in DDR-Zeiten als Volksstück dramatisiert; aufgeführt durfte es einmalig nur vor einem aus-erlesenen Freundeskreis werden.

Waldgänger aus Schwaben
19. Mai 2014 21:03

We don't need no education
We don't need no thought control
No dark sarcasm in the classroom
Teacher, leave them kids alone

(Pink Floyd, Another brick in the wall)

@Nordlaender

Am Ende des Tages bin ich bei Ihnen.
(Das bringt mir 2 credit points im fiktiven sezession bullshit bingo)

Meinetwegen nennen Sie es "Ersetzen von alten Vorurteilen durch neue". Was mir als katholischem Anarchisten wichtig ist, ist dass der Staat sich da raus hält. Mögen die Menschen alte oder neue Vorurteile haben, den Staat geht das nichts an.

Für den Hinweis auf Martin Schulz danke ich Ihnen. Das erlaubt mir eine Wahlempfehlung für die EU-Wahl zu bringen.

Ich werde die ÖDP wählen. Ist zwar unter Frankenberger deutlich nach links gerückt, aber für mich gerade noch wählbar, wegen der Familienpolitik, der Haltung zur Abtreibung und dem Umweltschutz.

Und wie
EU Wahl 2009
zeigt werden einige tausend Stimmen entscheiden, ob die ÖDP mit ihrem Spitzenkandidaten Klaus Buchner
einzieht. Und dieser Sitz wird dann wie der Eu Wahl 2009 Link zeigt, von der CDU oder der SPD weggehen.

Klaus Buchner vertritt ganz vernünftige Positionen und je zersplitterter das EU-Parlament ist um so besser.
Diesen Schulz wird Buchner auf keinen Wahl unterstützen. Der CDU traue ich dies aber schon zu.

Monika
19. Mai 2014 22:08

@Nordlaender

Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz, setzt sich für das Entfernen von Kreuzen in der Öffentlichkeit ein. Die religiöse Thematik mal an die Seite gestellt: Das Revier wird nicht mehr markiert. Herrschaftssymbolik wird aufgegeben. Das kann jeder lesen, der noch ein Minimum von Instinkt bewahrt hat. Die Bude ist also sturmreif.

Ich habe christliche Symbolik niemals als Reviermarkierung oder Herrschaftssymbolik gesehen. Das ist für mich ein komischer Gedanke.
Auch habe ich Religion nie unter evolutionsbiologischen Aspekten gesehen.
Siehe da:

https://www.kath.net/news/45971

Man kann da sicher einen Zusammenhang herstellen, auch im Hinblick auf den Islam.
Als Christ fühle ich mich da allerdings instrumentalisiert. Im Christentum ist der rein biologische Überleben der Spezies Mensch nicht das Ziel.

Nordlaender
19. Mai 2014 22:55

@ Waldgänger aus Schwaben

"Am Ende des Tages bin ich bei Ihnen.
(Das bringt mir 2 credit points im fiktiven sezession bullshit bingo)"

Das ist nun aber Sadismus bis zum Anschlag! (Aber ich mag böse Leute.)

Der Staat selber kommt ohne Vorurteile auch nicht aus. Er kann seine Gesetze ja nicht für jeden einzelnen Bürger formulieren.
Vorurteil: Die Kinder benötigen besonderen Schutz. Alte sind nicht mehr so belastbar. Er muß Menschen in Schubladen werfen, DIE Pendler z.B., DIE Familien, ohne daß dabei der einzelne "Mensch" gesehen wird.

"Der CDU traue ich dies aber schon zu."

Dieser BUNTEN Regierungspartei traue ich alles zu, absolut alles, solange es der NWO dienlich ist und zum weiteren Abwracken unseres Deutschlands beiträgt.

Nordlaender
20. Mai 2014 21:18

@ Monika

"Ich habe christliche Symbolik niemals als Reviermarkierung oder Herrschaftssymbolik gesehen."

Es ist überaus banal und Banalitäten spielen eine ganz normale Rolle: Sie wählen das Tapetenmuster aus, damit kennzeichnen Sie Ihren Raum. Neutrale Räume gibt es nicht.

"Als Christ fühle ich mich da allerdings instrumentalisiert."

Mein Anliegen ist zunächst einmal ein rein destriptives. Übrigens hilft es nichts, wenn WIR uns aus den ewigen Gesetzen der Natur hinauskatapultieren, DIE riechen sofort: Diese Bude ist sturmreif. Es geht auch nicht um die Moslems, die sind genau wie nichteuropäische Nichtmoslems nur Zivilokkupanten, Mittel zum Zweck, auch nur Bauern im großen Schachspiel.

"Im Christentum ist der rein biologische Überleben der Spezies Mensch nicht das Ziel."

Das rein biologische Überleben unserer Subspecies ist die notwendige Bedingung für alles andere hier in der Lebenswirklichkeit auf dem Planeten Erde, was unsere Subspecies so an Kultur entwickelt hat.

neocromagnon
23. Mai 2014 02:45

@Carsten
Es geht bei Linken nicht um wahr oder falsch, es geht nur um Herrschaft, Kontrolle, Macht. Es ist sinnlos, sich mit polisch aktiven Linken über deren Ideologieen inhaltlich auseinanderzusetzen, zumindest bei den innerlich gefestigten. Linke glauben nicht an übergeordnete Prinzipien. In deren Welt gibt es keine übergeordnete Wahrheit, folglich auch keine übergeordnete Moral und kein übergeordnetes Recht. Es gibt überhaupt keine grundsätzliche Ordnung, es gibt nur die Materie, das Ego und Macht bzw. Kontrolle. Sie beherrschen es meisterhaft ihre Gegner mit Scheindiskussionen zu verwirren. Diskussionen führen nie zu Ergebnissen, weil am Ende immer alles relativiert wird, und wenn man das erkannt hat und durchkreuzt, kommen 100% zuverlässig persönliche Angriffe und Diffamierungen. Das habe ich nun schon mehrfach durchgetestet (ich habe in der Familie dankbare Testobjekte, echte Gutmenschen), es läuft immer nach dem gleichen Schema ab und es folgt immer diesem Grundmuster.

neocromagnon
23. Mai 2014 03:05

@Waldgänger aus Schwaben

Wenn die Umstände es erfordern, aus ererbten und erlernten Mustern ausbrechen zu können, das ist das Menschliche.

Da unterschätzen Sie aber die Fähigkeiten der Höheren Tiere. Die können das auch, nur nicht so gut. Sie reden allerdings nicht drüber. Menschlich ist die Fähigkeit, sich zwischen Gut und Böse entscheiden zu können.

Frankstein
24. Mai 2014 16:31

Ich bin jetzt doch einigermaßen baff. Aber Nordlaender hat Monika ja schon geantwortet. Nur eine Ergänzung, auf welcher Basis diskutieren wir hier eigentlich? Drüber steht ganz groß sezession ! Die kann doch nicht soweit gehen, dass wir eine wesentliche Grundlage, die 1.700 Jahre unsere soziale Evolution begleitete, so mißverstehen. Ohne das ganze ekstasische Brimborium ist doch die Grundaussage der Genesis = gehet hin und mehret euch! Und das NT fügt hinzu= unter dem Kreuz. Das war allerdings nicht neu, ist es doch DAS Wesen der Natur. In diesem ursächlichen Sinne ist das Kreuz , welches viel älter ist als das Christentum, tatsächlich Symbol für Landnahme und Grenzstein für das Vordringen sozialer menschlicher Evolution. Es ist untrennbar verbunden mit der menschlichen Biologie, nie sah man Lemminge auf einem Kreuzzug. Und das Christentum, das sich seiner bemächtigt hat, ist in der übrigen Fauna zum Untergang verurteilt. Vielleicht ist ein Überleben auf anderen Planeten möglich, Christus soll ja nach Meinung des Vatikans auch für Aliens gestorben sein. Aber das ist eine andere Geschichte. Wenn Monika das Kreuz als Instrument ablehnt, wird sie bald nach anderen Pfeifen tanzen müssen. Ohne Instrumente keine Musik und kein Tanz.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.