Sezession
27. Mai 2014

Don’t Mesz With The Licht!

Martin Lichtmesz / 43 Kommentare

lichtmesz2OK - der Schmäh ist vielleicht ein bißchen waghalsig zurechtgebogen. Nichtsdestotrotz habe ich sehr über diese freundliche Hommage aus dem Umfeld der Identitären Bewegung Österreich schmunzeln müssen: das welterste Lichtmesz-Fan-Shirt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Da fühle ich mich natürlich außerordentlich geehrt, und möchte an dieser Stelle jene SiN-Leser, die noch nicht über das Bekenntnishemden-Alter hinausgewachsen sind, ermutigen, im Netzladen von Phalanx Europa vorbeizuschauen - meiner Meinung nach der optisch bisher gelungenste und witzigste Versuch, "Szenemode" dieser Art zu machen (wir erinnern uns an ProPatria, KonMo, den verblichenen Reconquista oder die wundervolle Lotte in Moskau.)

Mein persönlicher Favorit ist das "Kali-Yuga-Intifada"-Hemd für unintegrierte Apokalyptiker. Sehr hübsch auch die Hommage an Yukio Mishima, einen meiner ewigen Helden. Die Straßenkämpfer wären wohl hiermit am besten bedient, die Freunde schwarzen Humors rufen nach der "Lampedusa Coastguard", und die postmodernen Revoluzzer tragen "Nietz-Che".

Phalanxmotive

 


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (43)

Albert
27. Mai 2014 12:03

Ich bin zu alt für Motto-Nickies, aber ich freue mich, daß ML nun auch zu den Ikonen gehört. Verdient hat er es.

RCQT war in der Tat das allerbeste Label, das es auf dem Markt gab - witzig, aggressiv, kreativ. Schade, daß es eingestellt wurde.

Sicarier
27. Mai 2014 12:09

Na servus. Die Österreicher scheinen ja die einzig aktiven Identitären zu sein. Ich habe Ihre spitze Feder zu der Navid-Kermani-Rede im Bundestag, 65 Jahre GG, vermißt. Eine mit Preisen überschüttete, nichtgewählte Ikone des Establishments belehrt die "Volksvertreter" und fordert die Änderung der Asylregelung.

Martin Lichtmesz
27. Mai 2014 12:18

Ich habe Ihre spitze Feder zu der Navid-Kermani-Rede im Bundestag, 65 Jahre GG, vermißt. Eine mit Preisen überschüttete, nichtgewählte Ikone des Establishments belehrt die „Volksvertreter“ und fordert die Änderung der Asylregelung.

Hinz says it best:
http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/der-hyper-assimilierte/

Ein gebürtiger Hesse
27. Mai 2014 12:50

Wunderbar! In dem Aufdruck steckt so viel Intelligenz und würdevoller Witz, dass die Ehre, die ML hier zuteil wurde, tatsächlich kaum größer sein könnte. Leute, die so etwas fabrizieren, lieben einen wirklich. Meinen Glückwunsch!

Carsten
27. Mai 2014 13:48

Einer geht noch:
God bless Licht-Mesz!

Hohenstaufer
27. Mai 2014 14:03

Ich vermisse die Kanonen an Bord der "coastguard lampedusa":
http://www.phalanx-europa.com/produkt/coastguard-lamepdusa/

Bootsmann
27. Mai 2014 16:34

Nichtsdestotrotz: In Stilfragen gibt es, scheints, noch Nachholebedarf. Und das meint nicht nur die Textilien …

Burgre
27. Mai 2014 18:29

Köstlich! Es wurde auch Zeit! Ich glaube, dieser Markt ist ausbaufähig.

Wie wäre es mit der, sicherlich etwas freien Namensschreibung "CHECK the KUBE!" oder der smarten Aufforderung "WEIßheit, MANN!"

M.L.: Na ja....

Zu Lehnert fällt mir nichts ein, aber aus Kleine-Hartlage kann man bestimmt etwas machen!

Glück auf!

Franz Farblos
27. Mai 2014 20:10

Obwohl trotz Bekenntnishemden-Alter kein Bekenntnishemdenträger, finde ich die Produktpalette von Phalanx Europa äußerst gelungen und spiele entgegen meiner sonstigen Bekleidungsgewohnheiten mit dem Gedanken, mir ein Stück aus dem Sortiment in den Schrank zulegen und bei passender Gelegenheit sogar einmal überzustreifen. "KEEP CALM AND WEAR SCHEITEL" stünde mir sicher ausnehmend gut.

Den Macher ist mit ihrer Unternehmung jedenfalls viel Erfolg zu wünschen, denn eines, woran es vielen Konservativenleider leider mangelt, haben sie mit ihrer Arbeit bewiesen: eine gewisse Lässigkeit.

ah
27. Mai 2014 20:30

Die Identitäre Bewegung hat eine wunderbar freche Ikonographie. Es macht richtig Freude, ihr Wirken und Tun zu verfolgen.

Waldschrat
27. Mai 2014 20:57

Das Kali-Yuga-Hemd ist für mich als Current 93 / David Tibet-Jünger schon de facto ein Pflichtkauf. Auch Yodo ist grandios. Und Lichtmesz als T-Shirt-Ikone? Unbezahlbar!

These dreams I worship
And nightmares I love
This together that lasts forever
This farewell-coloured blood love

Den Scheitel überlasse ich hingegen lieber anderen...

Grüße aus dem Zentrum Europas!

Strogoff
27. Mai 2014 21:45

Herr Lichtmesz,
schreiben Sie noch einen Artikel zur Europawahl in Österreich?
Mich würde ja mal ihre Einschätzung zum BZÖ, Rekos-Abschneiden generell und in Bezug auf die FPÖ interessieren. Warum hat sich nur die FPÖ durchgesetzt?

M.L.: Keine Ahnung. Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu? Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird genommen werden? Rekos ist ein Minderheiten-Programm für katholisch Konservative und eine Ein-Mann-Partei mit einem eher sperrigen Menschen an der Spitze, BZÖ hat ausschließlich vom Haider-Bonus gelebt, und seit seinem Tod zunehmend an Profil verloren. Wenige Leute haben Lust, Kleinparteien zu wählen, die ohnehin nichts bewirken können. Dann lieber bereits vorhandene Kräfte verstärken. Vielleicht ist das eine Antwort.

Ein Fremder aus Elea
27. Mai 2014 22:00

Gut, das Lampedusa-Shirt gefällt mir mit Abstand am besten, aber ob das Eingeständnis der eigenen Fiesheit schwarzer Humor ist, sei mal dahingestellt.

In erster Linie ist's ein "Schnauze voll von der Heuchelei!"

Aber so provokativ sowas zu tragen bin ich dann doch nicht.

Andererseits hätte ich wohl keine Probleme, dieses Bild auf einem T-Shirt zu tragen:

http://2.bp.blogspot.com/_OrUHV6kgsEw/THVNvNVC4QI/AAAAAAAABNY/SZrOx8a1Lps/s1600/tank+battle.jpg

und darunter:

Und also sah ich die Rosse im Gesicht und die daraufsaßen, daß sie hatten feurige und bläuliche und schwefelige Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer und Rauch und Schwefel. Denn ihre Macht war in ihrem Munde; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden.

Oder auch, weit subtiler, dieses Symbol ohne Kommentar:

http://4.bp.blogspot.com/-SDXtcK4LicU/UJGNqdVqb7I/AAAAAAAAAq4/nN4fCEawb5Y/s1600/Bewu%25C3%259Ftsein.jpg

M.L.: Ich versteh mal wieder gar nichts.

Waldgänger aus Schwaben
27. Mai 2014 22:21

Zugemessen ward dem Lichte seine Zeit; aber zeitlos und raumlos ist der Nacht Herrschaft.
(Novalis, Hymnen an die Nacht)

Dem ausgeprägten Selbstbewusstseyn des Autors wird es sicher nicht abträglich sein, sein Konterfei auf einem T-Hemde zu sehen.

Nordlaender
27. Mai 2014 23:34

Mann, ich ärgere mich krank! Warum muß ich als rückwärtsgewandter Vertreter eines Vulgärnietzscheanismus, der ich alles andere als ein Neurechter bin, weil ich halt schon so manchen Lenz erlebt habe als trachtengewandeter Altrechter, denn unbedingt ein Deutscher sein! Wäre ich ein ganz normaler Weltamerikaner wie die allermeisten und kein ewiggestriger verbockter Reaktionär, wie gerne trüge ich so ein hippes Schört mit dem Bild des Meisters. Denn wer hat bitte nach ihm das Haus noch einmal derartig gerockt? Das hat sogar der Mitbegründer der EUropäischen Union Coudenhove-Kalergi anerkannt.

Muß mich wirklich zusammenreißen, daß ich mir nicht gleich morgen eine dieser neuerdings so angesagten Nietenhosen kaufe, eine sehr praktische Mode eigentlich, die wohl aus den VSA zu kommen scheint, und mir dazu passend gleich so ein Teil bestelle.
Wiewohl ich Sauertopf gewöhnlich nichts so sehr verabscheue wie der Erregung Öffentlichen Spasses, bereitet mir die Darstellung dieser Produkte einen solchen, als eine ehrliche Haut, die ich nun einmal bin, muß ich das zugeben.

Na denn, lassen wir nun also der Jugend ihren Lauf, denn was man hier treibt, ist tatsächlich eine (Licht-)Mesze wert.

Michael Schlenger
28. Mai 2014 00:00

Werter Herr Lichtmesz,

sicher ist Ihnen aufgefallen, dass der allseits geschätzte Raskolnikow schweigt.

Ist er gerade gedanklich mit seiner Aufseherin befasst? Beschäftigt ihn womöglich ein Plan zur Bevorratung von Weinbrandbohnen? Oder denkt er sich womöglich: "Si tacuisses, philosophus mansisses"?

Nichts für ungut, denn Sie werden diesen - ein klein wenig eitlen und m.E. peinlichen - Beitrag schon demnächst mühelos vergessen machen.

Beste Grüße
Michael Schlenger

M.L.: Jo mei, lassen'S mir und den Burschen doch den Spaß... denn mehr ist es nicht: ein Scherz aus Freundschaft.

apollinaris
28. Mai 2014 00:47

Zu diesem mir zwar reizvoll,, jedoch auch finster anmutenden Lichtmesz-Motiv drängt sich mir folgende lyrische Stimmung des amerikanischen Dichters Robert Frost auf: "Des Waldes Dunkel zieht mich an, drum muss zu meinem Wort ich stehen und Meilen gehen, bevor ich schlafen kann."

M.L.: Passend, wir sind hier eh auf einer "road less traveled".

Wer Cineast ist, wie Lichtmesz, kann vielleicht erahnen, was mein Unterbewusstes mit diesem Lichtmesz`schen T-Shirt-Motiv assoziiert.

M.L.: Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ich denke an Western, sieht ein bissel aus wie ein "Wanted"-Poster... und Sie?

antihunkebunk
28. Mai 2014 01:02

B I T T E nicht "nichtsdestotrotz", auch wenn etiam si omnes! Es heißt "nichtsdestoweniger", gebildeter auch "nichtsdestominder"! Der Fehler ist ein uralter Studentenulk - kann man den vielleicht wieder aus der Welt schaffen, indem man ihn faschistoid brandmarkt (grins)?

Nihil
28. Mai 2014 03:24

Mit Stil hat das alles nichts zu tun, mild formuliert. Aber ML ist super und dem genannten Versandhandel wünsche trotzdem regen Absatz.

Waldschrat
28. Mai 2014 07:30

Mit Stil hat das alles nichts zu tun, mild formuliert.

Ein Problem der Rechten ist sicher auch, daß ihre Vertreter ganz überwiegend streng gescheitelte dürre Muttersöhnchen im Konfirmationsanzug oder Trachtenjanker sind, die dunkel bekniestrumpften Füße in rahmengesnähten Edeltretern; das Gesicht glattrasiert (sofern rasieren überhaupt nötig ist), im Munde stets eine in den Kontext hineingezwungene lateinische Phrase. Wer sich in dieser Beschreibung wiedererkennt, der möge mit mir nachsichtig sein.

Ich weiß, ein Holzschnitt, nichtsdestominder :-) einer, den ich regelmäßig verifizieren durfte. Wenn ich heute noch 17 wäre, würde ich mich darin auch nicht wiedererkennen. Heute ist ist es die innere Überzeugung, die mich in vielem, wenn auch nicht allem zu einem der Euren macht, aber sicher nicht "Euer Stil" und überwiegend auch nicht Eure Protagonisten, ML ausdrücklich ausgenommen, GK & EK ebenso, denn die machen ihr ganz eigenes Ding, und so soll das auch sein.

Was kann der typisch deutsche Rechtskonservative denn der Jugend bieten, außer Lieblingsschwiegersohnflair, Wohlstandschauvinismus und dem Muff des Angepaßten? Kein Wunder, daß die identitäre Bewegung etwas mehr Schwung in die Sache bringt. Auf den Fotos habe ich zwar einige Scheitel, aber ziemlich wenige Krawatten gesehen... aber mal ehrlich: Die Rahmengenähten unter uns gehen sowieso auf keine Demo.

Rumpelstilchen
28. Mai 2014 07:37

Simeon, gerecht und fromm wartet auf die Rettung Israels.
In Maria und ihrem Sohn erkennt er das Zeichen Gottes,
und er sagt voraus, was die Zukunft bringt.

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.(Lk 2,29-32)

An Maria Lichtmess (2. Feb.) dem alten kirchlichen Feiertag
wird dieser Text gelesen.

Die Tage werden länger, das Licht besiegt die Nacht.

Die Darstellung des Herrn Lichtmesz auf dem T-Hemd mutet befremdlich an.
Es ist natürlich schmeichelhaft, so viele Verehrer zu haben. Ich gehöre auch dazu.
Trotzdem sei erinnert an den Ursprung dieses schönen Nachnamens.

http://de.wikipedia.org/wiki/Darstellung_des_Herrn

Man beachte den putzigen Lichtmessläufer, eine alte Form des T-Hemdträgers.

Hermann Karst
28. Mai 2014 08:59

@ antihunkebunk

Richtig, ein alter Studentenulk. Aber wenn schon Belehrung - darf ich sie komplettieren?

"Nichtsdestoweniger" im Sinne von "trotzdem" ist eine Lenhnübersetzung des lateinischen "nihilominus". Was den Witz bei dem Kuriosum "nichtsdestotrotz" ausmacht, liegt auf der Hand.

Da ich meine jugendlichen Sturm-und-Drang-Jahre bereits seit einiger Zeit hinter mir gelassen habe, kommt ein bedrucktes Tee-Hemd für mich nicht mehr in Frage. Nihilotrotzquam - ich find' die Dinger gut!

Julius
28. Mai 2014 09:30

Ich fühle mich plötzlich so alt, so alt...

Dinkie
28. Mai 2014 10:56

Richtig Waldschrat!

Die Rechte braucht dringend mehr Rock n' Roll!

Left is wrong baby, come with me...!

Nordlaender
28. Mai 2014 11:11

@ Waldschrat

"Wer sich in dieser Beschreibung wiedererkennt, der möge mit mir nachsichtig sein."

Erstaunlich, die Beschreibung trifft auf mich exakt zu. Bin nicht zuletzt wegen allwöchentlicher Leibesübungen (Waldlauf) ausgesprochen schlank, es besteht ein guter Kontakt zu meiner alten Dame und ein Herr ohne Kniestrümpfe, wie soll das denn gehen? Strümpfe kann man waschen, wechseln, aber barfuß in gutem Leder? Oder gar diese gewöhnlichen Plastikturnschuhe aus dem Werk von Adolf Dassler tragen?

Den Bart sprießen lassen, so in Richtung Kurt-Eisner-Optik vielleicht?

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/KurtEisner1919.jpg

Aber Sie haben nicht unrecht: Wenn wir alle erst einmal unsere rechte Gesinnung für uns behielten, nach außen in Sachen Körpersprache und Kleidung die Haltung eines ewigheutigen unangepaßten verschlurften dauerjugendlichen Weltamerikaners einnähmen, wären wir viel besser aufgestellt, hinterließen gewiß einen kompetenteren wie auch nachhaltigeren Eindruck.

Okäh?

Okäh-okäh-okäh-okäh.

Nordlaender
28. Mai 2014 11:22

@ Dinkie

"Die Rechte braucht dringend mehr Rock n‘ Roll!"

Und das soll dann wirklich etwas Rechtes sein, diese wilden Urwaldklänge aus den VSA? Mit lauter unzüchtigen Anspielungen, umstürzlerischer Hetze, bishin zu unverhohlenem Antimonarchismus wie z.B. bei Herrn Richard Wayne Penniman?

https://www.youtube.com/watch?v=kZ6h0kyqSRk&feature=player_detailpage

Rumpelstilzchen
28. Mai 2014 11:37

@ Michael Schlenger

Tragen Sie die kleine Selbstdarstellung mit Nach-sicht und Humor.
Ich war schon immer dafür, den Paragraphen 218 auch für Männer einzuführen, denn:
Auch das Kind im Manne gehört geschützt !

Ich freue mich schon wie närrisch, wenn all die verschrobenen, gescheitelten Rechten ( Schuppen auf dem Janker !) feststellen, dass der Roman Hirnhunde ein phantastischer rechter Frauenroman ist !!!
Haha...

Julius
28. Mai 2014 11:48

Ich glaube, über eines kann man sich einigen: Die Stilfrage hat zentrale Bedeutung. Ich erinnere an einen großartigen Aufsatz Weißmanns in Sezession 50:
http://www.sezession.de/39729/rechte-typen.html

Der Satz, daß Kleider Leute machen, hatte niemals nur den Sinn, daß die Güte von Kleidung unser Prestige erhöht, sondern auch den, daß an der Kleidung zu erkennen ist, wer jemand ist oder zu sein versucht oder zu sein vorgibt, das heißt, welches Selbstverständnis er hat und welchen Rang er anstrebt oder »bekleidet«.

@Waldschrat: Ich habe an der hier zuletzt mehrfach besprochenen "Demo" teilgenommen und dabei - wie fast immer - Rahmengenähte getragen.

Nils Wegner
28. Mai 2014 11:53

Jesses, ist die Lage mal wieder grandios, daß es nichts dringlicheres zu tun gibt, als einmal wieder über das Verhältnis von dünnen Leibchen und krachiger Musik zur reinen Lehre zu debattieren. Wenn die Alters-, Standes- und Klassengrenzen, die das Tragen eines bedruckten Shirts (de)legitimieren, fertig ausgehandelt sind, sollte man sie vielleicht in den Konservativen Katechismus aufnehmen – zukünftige Generationen, soweit vorhanden, werden es danken.

Bei soviel Kurzweil könnte fast ein wenig Optimismus aufkommen. Spengler würde das gar nicht gut finden. Und so.

bernardo
28. Mai 2014 12:03

Alles sehr schön unverschämt, hat aber natürlich mit europäischer Identität (Mishima?, Kali-Yuga?) viel weniger zu tun als mit der Symbolik eines - mit Verlaub - Kleinstmilieus.

M.L.: Kleinstmilieu rules!

Wenn sie wenigstens noch den guten alten Mackensen mit aufs Hemd aufgenommen hätten:

http://dl.spirit-modelcar.com/2-0-18/v1/images/NaueNuGdeuGdN4vUzWm.jpg

Da weiß man doch, wo der Spaß ein Ende hat und die Identität anfängt....

Rumpelstilzchen
28. Mai 2014 12:39

Bei soviel Kurzweil kommt durchaus ein wenig Optimismus auf. Auch bei den Verlautbarungen der französischen Bischofskonferenz:

http://www.kath.net/news/46147

Waldschrat
28. Mai 2014 12:46

(...)ewigheutigen unangepaßten verschlurften dauerjugendlichen Weltamerikaners(...)

Das ist ein imaginäres Konstrukt. Es gibt kaum einen stromlinienförmigeren Typus wie den des amerikanischen Businessman. Mit gebügelten Klamotten gewinnt man keine Revolution.

Nordlaender
28. Mai 2014 15:04

@ Waldschrat

Stephen Schwarzman (Blackstone) z.B. oder Larry Fink (BlackRock) habe ich jetzt nicht gemeint. Es gibt neben solchen Geschäftsleuten, die zum Teil aber auch schon Käschuell-Währ tragen, schon noch ein paar Weltamerikaner, ob nun in Schweden, Deutschland, Frankreich oder den VSA, die es an der Börse nicht ganz so weit nach oben gebracht haben.

Und die sind dann ziemlich unkonventionell, keine Spießer, locker drauf wie z.B. der Chef selber, Bruce Springsteen (2:18):

https://www.youtube.com/watch?v=OoDY8ce_3zk

"Es gibt einen Systembruch zwischen Demokratie und Massendemokratie. Und dieser verläuft jenseits der Verfassungsmäßigkeit ausschließlich im Kulturellen. Das Tonangebende zieht hier mit dem Populären gleich. Das Populäre wiederum pflegt die Idolatrie des Außenseiters, und man kreiert für die Massen die Außenseiterkonfektion."
(Botho Strauß, "Orpheus aus der Tiefgarage")

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-30020354.html

bernstein
28. Mai 2014 15:41

Mein Gott!
Was für ein rechtes Theater und sein Zeremonienmeister.

Hermann Karst
28. Mai 2014 16:00

@ Rumpelstilzchen

Auch das Kind im Manne gehört geschützt! Das geht mir runter wie sonstwas, Sie sind ja die reinste Männerversteherin! Es spricht einiges dafür, daß wir in mancherlei Hinsicht fünf vor zwölf haben. Wenn nun aber auch noch das Kind im Manne abgetrieben würde, dann wäre es möglicherweise fünfe nach. Das möge der liebe Herrgott verhüten.

Ich freue mich schon wie närrisch, wenn all die verschrobenen, gescheitelten Rechten (Schuppen auf dem Janker!) feststellen, dass der Roman Hirnhunde ein phantastischer rechter Frauenroman ist!!! Ich kann's nicht beurteilen, bin erst auf Seite 38. Ob nicht am Wochenende einige, die mehr gelesen haben als ich, vielleicht schon was "festgestellt" haben? Auffälligerweise war am Montag nach Ihrem Kommentar zu Nils Wegners Besprechung der "Hirnhunde" die Kommentarfunktion außer Kraft gesetzt worden. Da könnte man doch glatt ins Grübeln kommen... Haben nach Ihrer Laudatio auf den "Roman für Frauen" möglichweise einige über das Buch gemault und bräsige Kommentare abgesandt, so daß Wegner verärgert "Badeschluß" angesetzt hat? Wenn ja, dann hat er Ihnen damit vielleicht - zunächst! - die "närrische" Freude verbaut, sich über beschuppte Scheitelträger amüsieren zu können. Wer weiß!

kommentar kubitschek:
ich weiß. ich weiß, daß ich den kommentarbereich schloß, weil keine kommentare mehr dazukamen. die leser haben das buch wohl noch nicht ausgelesen. und zu wegners rezension gibts überhaupt nur wenig zu sagen.

Thomas Wawerka
28. Mai 2014 16:18

@ Burgre: Ich hab auch noch einen:

kos itz a man's world!

Rockt, oder?

Aurora
28. Mai 2014 16:45

Du freust dich ganz zu recht über diese liebevolle Widmung, lieber ML (und

viele mit dir) !

Musste auch schmunzeln, als ich das Shirt das erste Mal gesehen habe.

Ich finde es jedenfalls schön, dass du uns an deiner Freude

darüber teilhaben lässt und sage nur:

Ehre, wem Ehre gebührt :-)

Meier, Hans
28. Mai 2014 19:10

Ist Euch schon aufgefallen, dass der Buchstabe L immer symbolischer oder ikonischer wird?

Lakedaimon
Lampedusa

Waldgänger aus Schwaben
28. Mai 2014 21:27

Die meisten Kommentare heir schreieb ich mit ein paar Bierne und Schnäpsen an Bord - so auch jetzt.

Vielliecht sieht man dann manches klarer:


Nur die Toren verkennen dich und wissen von keinem Schlafe, als dem Schatten, den du in jener Dämmerung der wahrhaften Nacht mitleidig auf uns wirfst. Sie fühlen dich nicht in der goldnen Flut der Trauben – in des Mandelbaums Wunderöl und dem braunen Safte des Mohns. ...Sie wissen nicht, daß du es bist, der ... den Schlüssel trägst zu den Wohnungen der Seligen, unendlicher Geheimnisse schweigender Bote.

(Novalis Hymnen a an die Nacht - Über den ewigen Schlaf)

Jedenfalls mir kommt das ganze Bohei um das ML - T- Hemd recht inzestiös vor.

A guts Nächtle und schlaft gut

Et in Arcadia ego

Nihil
28. Mai 2014 21:41

Mit Deutschen über Stil reden. War klar, dass das nach hinten losgeht.

Götz Kubitschek
28. Mai 2014 21:44

feierabend. husch, auf die stange.
götz kubitschek

Thomas Wawerka
28. Mai 2014 21:45

Waldgänger: Götz noch?

Rumpelstilzchen
28. Mai 2014 23:13

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
sind Schlüssel aller Kreaturen,
wenn die, so singen oder küssen,
mehr als die Tiefgelehrten wissen,
wenn sich die Welt ins freie Leben
und in die Welt wird zurückbegeben,
wenn dann sich wieder Licht und Schatten
zu echter Klarheit werden gatten
und man in Märchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeschichten,
dann fliegt vor Einem geheimen Wort
das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis
Husch ins Körbchen, wie goldig
Das schreib ich mit Holunderblütenlikör an Bord.

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